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Beiträge von Ruth Justen
Top-Rezensenten Rang: 5.016
Hilfreiche Bewertungen: 146
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Rezensionen verfasst von Ruth Justen (Leipzig, Deutschland)
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4.0 von 5 Sternen
Elliot Perlmann: Sieben Seiten der Wahrheit, 15. November 2011
Seit drei Jahren schleiche ich um dieses Buch herum. Warum? Ganz einfach, es hat 859 Seiten. Ist ein so dickes Buch gut, bist du tagelang für niemanden erreichbar. Ist es schlecht, quält es dich verdammt lange. Also, was tun mit diesem Werk? Es unbedingt lesen! Ich war zwei Tage lang völlig eingesogen von dem Roman. Von der ersten bis zur letzten Seite schafft der australische Autor es, den Leser zu fesseln. Er schildert sieben Menschen, die miteinander verbunden sind. Unerfüllte Liebe kennzeichnet das Dasein der Protagonisten. Und so erzählt Perlmann sieben Versionen von der Wahrheit über die verzweifelte Liebe zwischen Paaren, Ex-Paaren, Vätern und Söhnen, Vätern und Töchtern. Schonungslos rechnet hier jeder mit jedem ab und doch empfindet der Leser Empathie für alle beteiligten Personen. Nebenbei skizziert der Autor gesellschaftliche Missstände in Australien. Ob Finanzmarkt, Gesundheitswesen oder Justiz - der Roman spielt zwar in Australien - er greift aber Themen auf, die überall relevant sind. Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) 2008
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Kriegsbraut
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von Dirk Kurbjuweit Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 19,95 |
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Dirk Kurbjuweit: Kriegsbraut, 15. November 2011
Was treibt Menschen in eine Armee? Warum ziehen Frauen zunehmend Uniformen an? Ich weiß es nicht - ehrlich nicht. Das Buch "Kriegsbraut" lässt mich in dieser Frage ratlos zurück. Kurbjuweits beschreibt in seinem jüngsten Roman den Weg einer jungen Frau - Esther - zur Bundeswehr. Von Berlin nach Afghanistan folgt der Leser ihren Spuren. Von Einsamkeit zur Kameradschaft könnte man sagen. Zum Bundeswehreinsatz gehört aber nicht nur Kameradschaft und der Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte. Vor allem gehört die Angst vor den Taliban dazu. Die Angst, nicht zu wissen, wer der "Feind" ist. Jeder Kochtopf am Rande eines Feldes wird zur tatsächlichen oder möglichen Bedrohung. Und dann folgt die Liebe. Eine "unmögliche" Liebe ist es wohlgemerkt. Sie wird gestört durch die blutige Spuren, die die Taliban und die westlichen Armeen durch das Land ziehen. Mit jeder Lektüreseite wächst die Beklemmung. Am liebsten würde man Esther zurufen: "Schmeiß den Kram hin". Treffend lässt Kurbjuweit seine afghanische Hauptfigur Mesud sagen, dass wer immer das Land betritt, sich schuldig macht. Aber, wer immer das Land verlässt, macht sich auch schuldig am Elend in der Region. Kriegsbraut ist ein ganz starkes Buch. Es fesselt auch nicht primär an politischen Fragen interessierte Leser. Rowohlt Berlin 2011
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Ernst-Christian Demisch: Benjamin Franklin. Von einem, der auszog, die Welt zu verändern, 15. November 2011
Wer meint nicht Benjamin Franklin zu kennen? Aber welchen Benjamin Franklin: Den Politiker, den Erfinder oder den Drucker und Herausgeber? Ich kannte nur den Politiker, das muss ich gleich zu Anfang zu meiner Schande gestehen. Lesen bildet ja bekanntlich. Das Buch von Ernst-Christian Demisch "Benjamin Franklin. Von einem, der auszog, die Welt zu ändern" bestätigt diese These eindrucksvoll. Dem Autoren gelingt es meisterhaft, die verschieden Facetten des berühmten Amerikaners darzulegen. Es entsteht das Bild einer bedeutenden aber auch sehr menschlichen Persönlichkeit. Und dabei liest sich das Werk wunderbar flüssig. Für alle, die auszogen, die Welt durch Bücher zu erforschen, eine ungemein empfehlenswerte Lektüre. Verlag Freies Geistesleben 2011
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Eva Baronsky: Magnolienschlaf, 15. November 2011
Demographischer Wandel - heißt das bürokratische Schlagwort. Immer mehr Menschen sind immer älter und brauchen immer mehr Pflege. Wie bewältigen die Familien die Pflege ihrer Angehörigen? Sie suchen sich Unterstützung. Krankenschwestern und Pflegerinnen (die weibliche Form ist hier angebracht) aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks ziehen als Untermieter ein und kümmern sich um die bedürftigen Menschen. Sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag sind sie für ihre Schützlinge da. Für die älteren Menschen sind es Fremde, die sie waschen, kämmen und füttern. Das nichtdeutsche Pflegepersonal schuftet ohne Pause. Das wissen wir doch alle! Ja, sicher. Wir wissen auch, dass es für beide Seiten nicht sehr würdevoll ist. Viel schwerer wiegt aber noch der Aspekt, den Eva Baronsky in ihrem schmalen Buch vortrefflich herausarbeitet. Die 91-jährige Wilhelmine hat ein Kriegstrauma. Ihr Mann fiel in Russland, wofür sie allein die "Russen" verantwortlich macht. Und sie hat in den letzten Kriegstagen ihre Tochter vergiftet, um sie vor den erwarteten Schändungen der Sowjetsoldaten zu schützen. Ihre Schuld kann auch das Schweigen, das sie sich auferlegt hat, nicht tilgen. Und woher stammt ihre Pflegerin Jelisaweta? Erraten: Aus Russland. Alle Vorurteile treffen die junge Frau wie Peitschenhiebe. Dies gilt um so mehr, als sie selber ein Trauma hat. Ihre Großmutter wurde von deutschen Soldaten vergewaltigt. Ihre Mutter war ein "Balg" in den Augen der Dorfbewohner. Sensibel, genau und wortgewaltig beschreibt die Autorin den Konflikt der beiden leidenden Frauen. Aufbau Verlag 2011
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Michel Houellebecq: Karte und Gebiet, 15. November 2011
Eigentlich sind es zwei Romane in einem, die der französische Schriftsteller Michel Houellebecq mit seinem jüngsten Werk "Karte und Gebiet" vorlegt. In der Hauptgeschichte trifft der einsame Künstler Jed Martin den kauzigen Schriftsteller Michel Houellebecq. Gemeinsam ist ihnen die Bindungslosigkeit gegenüber Familie und Freunden sowie die Ablehnung der aufgeblasenen Kunstszene - ja der Gesellschaft im Allgemeinen. Grandios beschreibt der französische Meister diese beiden klugen und sensiblen Einzelgänger. Gleichzeitig seziert er regelrecht die bessere französische Gesellschaft. Daran schließt auch der in den Roman eingeschobene Krimi an. Als Leser stoplert man über den Genrewechsel und über das Mordopfer. Das ist kein Geringerer als der Autor selbst, der im Buch bestialisch ermordet wird. Der Künstler liefert den entscheidenen Hinweis zur Überführung des Täters. Der Roman begleitet Jed Martin bis zu seinem Tode im Jahr 2035 und zeichnet ein düsteres Zukunftsbild. Was bleibt? Nichts. Denn: "Die Vegetation trägt den endgültigen Sieg davon", so Houellebecq. Dem Autor ist ein tiefgründiges und lesenswertes Buch gelungen. DuMont Buchverlag 2011
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Jón Kalman Stefánsson: Der Schmerz der Engel, 15. November 2011
"Der Schmerz der Engel" - was für ein kitschiger Titel, an dem ich normalerweise unbedingt vorbei gehen würde. Wäre da nicht der Autor Jón Kalman Stefánsson, dem ich bereits bewegende Lesestunden durch seine Werke "Himmel und Hölle" und "Sommerlicht und dann kommt die Nacht" zu verdanken habe. Armut und Kälte prägen das Leben der isländische Dorfgemeinschaft. Durch Schnee und Eis aber auch durch Alkoholprobleme und Gewaltexzessen kämpfen sich die Figuren. Mitten drin der "Junge" - die Hauptfigur der Erzählung. Er hat tiefste Armut in seiner Familie erlebt, die nicht zuletzt zum frühen Tod seiner nächsten Verwandten geführt hat. Bei dem ehemaligen Kapitän Kohlbeinn, Geirprúdur und Helga findet er ein neues Zuhause. Einfühlsam unterstützen sie die literarischen Neigungen des Jungen und wollen ihm auch eine entsprechende Bildung ermöglichen. Doch kurz vor dem Start seines Privatunterrichts erhält der befreundete Postmann Jens den Auftrag, die Route seine erkrankten Kollegen in den hohen Norden Islands zu übernehmen. Jens kennt die Strecke nicht und noch tobt der Winter übr Island. Der Auftrag ist ein sicheres Todesurteil und daher beschließen die Freunde, ihn nicht alleine gehen zu lassen. Mit Unterstützung des Jungen schafft er die gefährliche Reise durch die Schneestürme. Der Leser folgt dem wortkargen Briefträger und dem neugierigen, ständig reflektierendem Jungen durch die Unwegsamkeit der Berge über Meeres- und Schneestürme hinweg. Wunderbare, philosophisch angehauchte Dialoge entstehen auf dem Weg. Und der Tod ist ihr ständiger Begleiter. So können sie mehrmals lebensbedrohlichen Abgründen entgehen. Bis sie zuletzt - als besondere "Fracht" - die Leiche einer jungen Bäuerin in den nächsten Ort überführen, damit sie in geweihter Erde begraben werden kann. Wer ist stärker, der Tod oder das Leben? Stefánsson ist hier erneut ein tiefsinniges, wortgewaltiges Meisterwerk abgeliefert, das große Lust auf den Island-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse macht. Piper Verlag GmbH München 2011
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sherko Fatah: Ein weißes Land, 15. November 2011
Wie macht Fatah das nur? Er führt seine Leser durch düstere Zeiten voller Gewalt, Tod und Schuld und dennoch will ich das Buch nicht zur Seite legen, folge ich dem Autoren und seiner Hauptfigur Anwar bis ans bittere Ende. Der Roman beginnt mit der Jugend von Anwar im Bagdad der 30iger Jahre. Die Briten hatten in Folge des 1. Weltkrieges eine probritische Regierung im Irak installiert. Dagegen wuchs in den 30iger Jahren der Widerstand. Die Deutschen unterstützten diesen Widerstand stark, der zum Sturz der probritischen Regierung 1941 führte. Nicht zuletzt mit ihrer antisemitischen Politik gewannen die Deutschen Partner im arabischen Raum. Dazu gehörte der Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini. Mitten drin in diesem historischen Kampf steckt der junge Anwar. Er mischt zugleich hinter den politischen Kulissen im Kampf um Armut und Reichtum, um gesellschaftliche Stellung mit. Er wird Dieb, Mörder und schließlich ein Parteigänger des Muftis. Da er ein treuer Diener ist, folgt Anwar dem Mufti nach Berlin. Von Berlin aus schickt Amin al-Husseini Anwar zu den muslimischen Einheiten der Waffen-SS nach Osteuropa. Er beteiligt sich dort an den Morden. Anwar spürt den Wahnsinn des Massenmordes mehr als das er ihn reflektiert. Als einzig Überlebender seiner Truppe kehrt er beladen mit Schuldgefühlen nach Bagdad zurück. Weder lebt er noch will er sterben, am liebsten ist er unsichtbar für alle anderen. Doch das bleibt ein frommer Wunsch. Der koruppte irakische Offizier, der ihn schon in der Vorkriegszeit als Spitzel benutzt hat, lässt Anwar keine Ruhe. Das Buch entlässt mich dem Gefühl, dass alles weiter geht. Die gleichen zwielichtigen Gestalten werden die gleichen kaputten Menschen benutzen, um Unrecht zu säen, zu plündern und zu morden. Definitiv düster, aber ungemein sensibel und vielschichtig erzählt Sherko Fatah seine Geschichte von Schuld und Mitschuld. Luchterhand Literaturverlag 2011
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Per Petterson: Ist schon in Ordnung, 15. November 2011
Immer ein wenig traurig, hochsensibel und sprachlich ausdifferenziert gehört Per Petterson zu meinen Lieblingsautoren. Vielleicht liegt es an meiner Erwartungshaltung, dass mich Petterson auch diese Mal nicht enttäuscht. Die Hauptfigur des Romans "Ist schon in Ordnung" ist der 13-jährige Audun. Traumatisiert von seinem Vater, der im Alkohohlrausch die Familie verprügelt hat, lebt sich der Junge nur schwer in die neue Umgebung ein. Die Freundschaft zu seinem Klassenkameraden Arvid hilft ihm, sein Leben irgendwie zu "meistern". Oft er steht er am Rande des Abgrundes und möchte alles aufgeben. Aber am Ende hält er durch, macht seinen Schulabschluss und ist innerlich so gefestigt, dass er trotz der psychischen und physischen Folgen seiner missglückten Kindheit Liebe und Glück empfindet. Pettersen ist erneut eine leise Geschichte über das alltägliche Glück und Unglück gelungen. Carl Hanser Verlag 2011
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Irène Némirovsky: Leidenschaft, 15. November 2011
In dem schmalen Bändchen erzählt Némirovsky von zwei Affären. Die junge Colette, frisch verheiratet mit Jean, hat eine heftige Affäre mit Marc. Dann kommt Jean unter mysteriösen Umständen ums Leben und Colette schämt sich ihrer Leidenschaft für Marc. Die Geschichte wird begleitet von den moralischen Kommentaren ihrer Eltern und des Cousins ihrer Mutter, Silvio. Gegen Ende erfährt der Leser, dass ausgerechnet Colettes Mutter und ihr Vetter Silvio eine Liason hatten. Die gemeinsame Tochter wurde nach der Geburt "abgeschoben", damit der Fehltritt in der Gesellschaft nich bekannt wurde. Irène Némirovsky prangert hier die Doppelmoral ihrer Elterngeneration an. Sicher vieles hat sich verändert. In manchen Belangen sind wir heute toleranter. Ein uneheliches Kind ist keine Schande mehr. Es ist ein gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft. Dennoch urteilen wir täglich über andere, obwohl wir selbst eine Menge Schuld oder Verantwortung mit uns herum tragen. Das Buch ist damit aktuell wie eh und je! Knaus Verlag Verlagsgruppe Random House Bertelsmann 2009
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5.0 von 5 Sternen
Ha Jin: Kriegspack, 15. November 2011
Ha Jin führt den Leser in seinem Werk "Kriegspack" mitten hinein in den Koreakrieg und in die gesellschaftspolitischen Konflikte der jungen Volksrepublik China. Der Held der Geschichte - Yu Yuan - wird 1951 von der Volksrepublik China nach Korea geschickt um die Nordkoreaner gegen die Südkoreaner zu unterstützen. Die Südkoreaner wurden ihrerseits von den USA mit Truppen und Ausrüstung bestückt. Die chinesischen Truppen sind im Vergleich zu den Südkoreanern und ihren Verbündeten schlecht ausgebildet und technisch rückständig. Schnell gerät Yu Yuan wie Tausende andere Chinesen in Gefangenschaft. Die Gefangenschaft gilt als Schande, hatten doch alle Soldaten vor ihrem Abmarsch geschworen, bis zum Tod für den Sieg des Kommunismus zu kämpfen. Wie wird das neue kommunistische Regime mit ihnen umgehen? Begnügt es sich mit der Erniedrigung der Überlebenden oder verhängt die Regierung gar die Todesstrafe für die Rückkehrer? Die Angst geht um unter den Gefangenen. Eine Angst, die noch verstärkt wird durch die auch in den Kriegsgefangenenlagern ungebrochene Macht der kommunistischen und nationalistischen Anführer. Beide Funktionärsgruppen kämpfen um jeden einzelnen Gefangenen, setzen sie nicht selten mit roher Gewalt unter Druck. Die einen wollen die kommunistische Regierung vor der Schmach bewahren, dass nur eine Minderheit der chinesischen Soldaten in ihre Heimat zurück gehen wollen. Die Nationalisten hingegen möchten die Soldaten dazu bewegen, nach Taiwan auszureisen, um dort eine antikommunistische Armee zu gründen. Yu Yuan steht zwischen Baum und Borke. Er ist kein Kommunist, aber er liebt seine Verlobte und seine Mutter und will daher zurück nach China. Geht er nach Taiwan, was ihm politisch eher entsprechen würde, gefährdert er sehr wahrscheinlich das Leben seiner Lieben. Zudem gilt er als belastet, weil er vor der Gründung der Volksrepublik Kadett in einer Militärakademie der Nationalisten war. Wie immer er sich entscheidet, er wird einen hohen Preis bezahlen. Ha Jin schildert in seinem Roman ungemein bewegend das Schicksal des Soldaten Yu Yuan. Er erzählt hier nicht nur vom grausigen Kriegsgeschehen, sondern auch von Freundschaft, Solidarität und Liebe in Zeiten des Terrors. Unbedingt lesenswert! Deutscher Taschenbuch Verlag 2005
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