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Beiträge von Sibylle Meister
Top-Rezensenten Rang: 142.055
Hilfreiche Bewertungen: 125

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Rezensionen verfasst von
Sibylle Meister

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Waschbär im Schlafrock: Roman (Edition Periplaneta)
Waschbär im Schlafrock: Roman (Edition Periplaneta)
von Marien Loha
  Broschiert
Preis: EUR 13,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über das Leben mit Waschbär und andere Merkwürdigkeiten des Alltags, 22. Februar 2015
Der introvertierte Karl stolpert durch sein Leben und trifft dabei allerlei seltsame Figuren. Das sorgt regelmäßig für Kopfschmerzen, woran nicht immer, aber doch oft die Frauen schuld sind. Zudem sitzt da eines Tages plötzlich ein Waschbär auf dem Sofa. Für Karl ist das alles etwas strapaziös, für den Leser dagegen sehr unterhaltsam. Marien Loha entwirft in seinem Debütroman ein Portrait eines liebenswerten Sonderlings. Als scharfer Beobachter schildert er die Absurditäten des Alltags mit viel Humor. Klare Leseempfehlung!


Vollpension mit Therapie: Erzählungen (Edition Periplaneta)
Vollpension mit Therapie: Erzählungen (Edition Periplaneta)
von Bernd Ernst
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

5.0 von 5 Sternen Teils bitterböse, aber immer sehr unterhaltsam!, 3. Dezember 2013
Nach zwei veröffentlichten Lyrikbändchen wechselt Bernd Ernst das Genre und präsentiert in seinem neuen Buch 21 Kurzgeschichten. Einige davon sind eher ruhig und nachdenklich, die meisten aber beginnen ganz harmlos, kippen dann aber ins Absurde. Dabei lässt Bernd Ernst seine Figuren immer wieder grandios scheitern oder zumindest ins Leere laufen. Ob Goldfisch mit einer Neigung zu Rock’n’Roll, schreibende Domina oder untergetauchter Stasi-Agent, sie alle kämpfen mit den Widrigkeiten des Alltags und den Fallstricken der modernen Welt. Dabei sorgt viel schwarzer Humor dafür, dass dieser Kampf für den Leser nie langweilig oder gar deprimierend wird. Im Gegenteil, Scheitern war selten so unterhaltsam!


Der Altmann ist tot (Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln, Band 1)
Der Altmann ist tot (Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln, Band 1)
von Frl. Krise
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr unglaubwürdiger Zufall als echte Ermittlungsarbeit, 15. August 2013
Als bekannt gegeben wird, dass der Mathelehrers Altmann tödlich eine Treppe hinabgestürzt ist, ahnen Frau Freitag und Frl. Krise sofort: das war kein Unfall, das war Mord! Gründe dafür gibt es genügend: neben den üblichen Problemen mit bockigen Schülern zeigt sich rasch, dass es der Altmann wild getrieben hat. Die Exfrau aus erster Ehe ist durch die Scheidung tief verletzt, die neue hoschschwangere Frau macht dem Fitnesstrainer schöne Augen, dazu kommen Affären mit Kolleginnen und Andeutungen, dass der Altmann hübschen Schülerinnen näher gekommen sein soll als erlaubt. Die Frage ist nur: wer von all den vielen Verdächtigen war es nun wirklich?

Neben dem krampfhaft auf locker getrimmten Stil hat mich bei diesem Buch vor allem gestört, dass der Kriminalfall derart nebensächlich abgehandelt wurde. Die beiden Damen sind vor allem mit Tratschen beschäftigt, echte Ermittlungsarbeit gibt es kaum. Da der Fall dadurch aber nicht gelöst werden kann, helfen unglaubwürdige Zufälle den beiden Leherinnen immer wieder mal auf die Sprünge. Die kleinen Episoden aus dem Schulalltag sind zwar nett, können aber weder die Längen in der Geschichte überspielen noch den faden Kriminalfall retten.


Infamità
Infamità
von Claudio Michele Mancini
  Taschenbuch

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Keine eigenen Ideen und auch noch schlecht umgesetzt, 4. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Infamità (Taschenbuch)
Eigentlich mag ich Mafia-Geschichten, aber dieses Buch war ein totaler Reinfall. Keine neuen Ideen, alle Versatzstücke habe ich schon besser umgesetzt gesehen. Dazu kommt ein hölzerner Stil und platte, farblose Figuren. Der Gipfel war dann aber die "Misshandlung" der spanischen Sprache. Kein einziger Satz ohne Rechtschreib- oder Grammatikfehler! Wenn man eine Fremdsprache nicht beherrscht, sucht man sich entweder jemand mit mehr Sprachkompetenz oder schreibt konsequent auf deutsch.

Fazit: lasst die Finger von diesem völlig überflüssiges Buch, es gibt in diesem Genre so viel lesenswerteres!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2013 4:54 PM CET


Lisa und der Schneemann - Ein Öko-Märchen (Edition Drachenfliege)
Lisa und der Schneemann - Ein Öko-Märchen (Edition Drachenfliege)
von Holly Loose
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte zum Klimawandel: kindgerecht und unterhaltsam, 11. Dezember 2012
Drei Tage vor Weihnachten lernt die kleine verträumte Lisa den Schneemann Magnus Snøfnugg kennen. Doch ihr neuer Freund hat großen Kummer, denn weil es auf der Erde immer wärmer wird, fürchten die Schneemänner, dass sie irgendwann aussterben, statt Winter für Winter Kinder erfreuen zu können.
Kann Lisa ihrem neuen Freund helfen? Schließlich ist sie ja nur ein kleines Mädchen. Und welche Rolle spielt der Stänkerhannes, der schlimmste Junge aus der Nachbarschaft? Reicht die Sorge um ihren Schneemannfreund, dass er und Lisa sich vertragen?

Die Geschichte von Lisa und ihrem kalten Freund spielt in einer kindlichen Welt, die noch voller Wunder steckt, mit tanzenden Schneeflocken, Elfen und sprechenden Schneemännern. Der Klimawandel wird zwar kindgerecht thematisiert, insofern könnte man dem Kinderbuch das Etikett „pädagogisch wertvoll“ anheften, aber ohne dass der ökologischen Zeigefinger wirklich spürbar wäre, denn das Büchlein handelt in erster Linie von Freundschaft und dem damit verbundenen Willen, sich für andere einzusetzen. Die Geschichte ist mit reizenden Bildern von Marion Alexa Müller illustriert und eignet sich für Kinder ab sechs Jahren, zum Vorlesen oder Selberlesen.


Lockruf der Nacht
Lockruf der Nacht
von Lilly M. Love
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,98

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine absolute Zumutung!, 15. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Lockruf der Nacht (Taschenbuch)
Ich habe selten etwas Schlechteres gelesen! Vor allem die sprachlichen Mängel haben mir den Lesespass gründlich verdorben. Auch wenn die meisten Tippfehler in der Neuauflage behoben wurden, so bleiben immer noch genügend unsinnige Vergleiche und Wortkombinationen, um jedem, der Wert auf eine halbwegs gepflegte Sprache legt, das Vergnügen an diesem Buch gründlich zu trüben.
Auch inhaltlich hat der Fantasyroman nichts Neues zu bieten. Die Idee der Traumdämonen ist bereits besser umgesetzt worden. Dazu erschweren viele Neben-Handlungsstränge, die dann im Nichts enden, den Überblick. Und am Schluss bricht die Geschichte einfach ab, weil eine Fortsetzung geplant ist. Cliffhanger sind ja gut und recht, aber halbwegs zu Ende sollte ein Buch trotzdem sein!
Ich beurteile Bücher zwar nicht nach dem Cover, aber etwas mehr Mühe hätte man sich auch hier geben können. Die Grafik wirkt handgebastelt und einen Bezug zur Story ist auch nicht erkennbar. Kurz, der Roman vereint so ziemlich alle Vorurteile, die man im Selbstverlag publizierten Büchern üblicherweise zuschreibt. Klar ist Selbstverlag eine verlockende Option, aber eine ordentliche Sprache und eine halbwegs logische Geschichte sollten auch dann eigentlich das Minimum sein, das der Leser erwarten darf. Und für dieses Machwerk auch noch einen solchen Preis zu verlangen, finde ich schlicht eine absolute Frechheit!


Magersucht ist kein Zuckerschlecken (Edition Blickpunkt)
Magersucht ist kein Zuckerschlecken (Edition Blickpunkt)
von Mara Schwarz
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost, aber sehr eindrücklich geschrieben, 25. Mai 2012
Eigentlich ist Mara Schwarz ein normaler Teenager. Ständige Sticheleien über ihre Figur und ein traumatisches Erlebnis führen jedoch dazu, dass sie sich immer stärker von der Aussenwelt zurückzieht. Was als Diät beginnt, endet schliesslich in einer schweren Essstörung. Abnehmen und Kalorienzählen bestimmen den Alltag, verdrängen alle sonstigen Probleme. Erste Klinikaufenthalte bleiben ohne Erfolg, ja sie verschärfen die Magersuch noch, denn Mara sieht das Eingreifen der Ärzte nicht als Hilfe, sondern als Bevormundung und Zwang und wehrt sich mit allen Mitteln dagegen, wieder zuzunehmen. Immer tiefer gerät sie in den Teufelskreis aus Abnehmen, Klinikeinweisung, erzwungener Gewichtszunahme, Entlassung und anschließendem Runterhungern. Und jedesmal sind es noch ein paar Kilos weniger, sozusagen Jojo-Effekt verkehrt herum. Auch ein Herzstillstand, ausgelöst durch extreme Mangelerscheinungen, den sie nur knapp überlebt, kann nichts an ihrer verzerrten Wahrnehmnung ändern. Erst als Ärzte und Therapeuten den Kampf um ihr Leben aufgeben und ihr ein Betreuer die Adresse eines Hospizes in die Hand drückt, damit sie nicht alleine sterben muss, wacht Mara auf. Jetzt erst begreift sie, dass sie allein die Entscheidung über ihre Zukunft treffen muss, und sucht Schritt für Schritt den Weg zurück ins Leben.

Oft verzweifeln Angehörige und Freunde daran, dass Betroffene sich völlig abkapseln und jede Hilfe ablehnen. Durch die eindrückliche Schilderungen und die schonungslose Offenheit ihres Tagebuchs hilft Mara Schwarz zu begreifen, was in Magersüchtigen vorgeht, wie sie denken und fühlen. Und das ist heute, wo Essstörungen stetig zunehmen, wichtiger denn je. Denn das Wissen um Ursachen und Entwicklung dieser schweren psychischen Krankheit kann dabei helfen, Betroffenen mit mehr Verständnis für ihre verzerrte Wahrnehmung zu begnen, statt sie noch weiter zu stigmatisieren.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2012 4:28 PM MEST


Belladonna
Belladonna
von Karin Slaughter
  Taschenbuch

28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Effekthascherisch und langweilig, 10. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Belladonna (Taschenbuch)
In einer amerikanischen Kleinstadt findet die Ärztin und Gerichtsmedizinerin Sara Linton auf einer Restauranttoilette eine bestialisch zugerichtete Frau, noch lebend, aber ihre Hilfe kommt zu spät. Als ein paar Tage später ein weiteres Opfer gefunden wird, ist klar, dass in Grant County ein Serienkiller sein Unwesen treibt. Einiges scheint darauf hinzudeuten, dass auch Sara ins Visier des Täters geraten ist. Doch die Ermittlungen kommen nicht recht voran, und dass der zuständige Polizeichef Saras Exmann ist, macht die Sache auch nicht einfacher. Und dann ist da noch ein dunkles Geheimnis in Saras Vergangenheit...

"Belladonna" ist das erste Buch der Grant County-Reihe um Sara Linton. Tja, was soll ich sagen... Ich habe nun eines gelesen und verzichte auf den Rest. Die angepriesene Spannung und der Gruselfaktor sollten wohl durch die sehr ausführliche Schilderung der Obduktionen und der sadistischen Taten des Verbrechers erzeugt werden. Mich hat diese plumpe Effekthascherei allerdings nur genervt. Genaue Beschreibungen von Gewaltszenen schrecken mich nicht ab, aber dann erwarte ich diese Detailverliebtheit im ganzen Buch, nicht nur dort, wo Blut fließt. Und stilistisch war es auch nicht mein Fall, Umgangssprache ist ok, aber "Yeah" in jedem zweiten Satz geht mir sehr bald auf die Nerven.
Auch inhaltlich konnte das Buch die stilistischen Mängel nicht ausgleichen. Die Figuren wirkten farblos und platt, das Beziehungsdrama bleibt oberflächlich. Und der Kriminalfall war mir deutlich zu konstruiert. Die Ermittlungen sind langwierig (und langweilig) und führen nirgendwohin, so dass der Täter am Ende selber für die Auflösung sorgen muss. Und diese war dann auch noch so sehr absehbar. Ich finde es einfach recht plump und einfallslos, wenn die einzige Person, die bis zum Schluss "motivationslos" durch die Geschichte dümpelt, letztlich der Mörder ist. Dass sein Motiv dann noch ziemlich unglaubwürdig ist, macht zuletzt auch nicht mehr viel aus...

Fazit: ich habe immer wieder gehört, wie toll dieses Buch sei, und bin dementsprechend ziemlich enttäuscht. Über weite Strecken finde ich "Belladonna" nur effekthascherisch, platt und langweilig!


Anständig essen: Ein Selbstversuch
Anständig essen: Ein Selbstversuch
von Karen Duve
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

48 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen naiv und inkonsequent, 12. April 2012
Aufgeschreckt durch das Entsetzen einer Freundin, als sie unbedacht eine Hähnchenpfanne für 2,99 in den Einkaufswagen legt, beginnt Karen Duve, ihre Ernährung moralisch zu hinterfragen. Um zu einer fundierten Entscheidung zu kommen, beschliesst sie, die verschiedenen Ernährungsformen selbst zu testen: acht Monate lang isst sie nur Bio, dann vegetarisch, anschliessend vegan und zuletzt frutarisch. Ausschlaggebend für dieses Experiment, das betont sie mehrmals, ist nur der moralische Aspekt, nicht ein potentieller gesundheitlicher Vorteil. Offen und ausführlich beschreibt Duve die Probleme, die im Alltag durch die Ernährungsumstellungen entstehen, und liefert zu jeder Variante wissenswerte Fakten und Hintergrundinformationen.

Diese Erzählweise führt dazu, dass das Buch recht heterogen wirkt: unterhaltsame Anekdoten und sehr persönliche Erlebnisse wechseln sich ab mit Info-Kapitel, dazwischen ein paar Interviews und das Ganze oberflächlich garniert mit ein paar moralisierenden Passagen. Das ist einerseits ein Vorteil, weil sich diese Mischung recht flüssig liest, auf der anderen Seite aber unbefriedigend, weil es so weder dem Informationsbedürfnis des Lesers noch jenem nach Unterhaltung gerecht wird. Auch als Beschreibung eines "Selbstversuchs", wie der Untertitel sagt, funktioniert das Buch nur bedingt, da der Leser recht wenig über den neuen Speisezettel, veränderte Geschmacksgewohnheiten oder körperliche Auswirkungen der Ernährungsumstellungen erfährt. Und irgendwie bleibt mir auch die Motivation für ein solches Experiment zu blass. Weshalb die Vorwürfe einer Freundin plötzlich solches Gewicht haben, ist nicht nachvollziehbar. Die grausamen Umstände der Massentierhaltung waren Duve offenbar schon länger bekannt, ohne dass das Einfluss auf ihre Ernährung gehabt hätte, und als bewusste Konsumentin, die ihre Ernährung hinterfragt, kann die gute Frau definitiv nicht gelten.

Ich habe mich beim Lesen oft gewundert, ob Karen Duve wirklich derart naiv sein kann. Zumindest hat sie ein Konsumverhalten beschrieben, das bei mir nur Kopfschütteln auslöst. Wer darüber enttäuscht ist, dass eine Biotomate im Januar auch nicht mehr Geschmack hat als die normale aus dem Supermarkt, obwohl sie mehr kostet, hat von der Gemüseproduktion, ob Bio oder nicht, offenbar keine Ahnung. Dass in Gummibärchen (tierische) Gelatine drin ist, ist auch keine neue Erkenntnis. Und wenn Frau Duve einen halben Monat braucht, um zu merken, dass Cola light nicht nur aus Chemie besteht, obwohl auf jeder Flasche "koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk mit Pflanzenextrakten" steht, dann ist das zwar unterhaltsam, führt aber zu akuten Zweifeln an ihrer Recherchearbeit.

Schlimmer als das unreflektierte Konsumverhalten hat mich aber gestört, dass die Autorin ihre moralischen Grundsätze zwar Freunden und Familienmitgliedern um die Ohren haut, selbst aber nicht danach lebt. Vorhandene Gegenstände tierischer Herkunft (Lederschuhe, Daunenkissen) durch Produkte aus Kunststoff zu ersetzen, hilft den Tieren im Nachhinein nicht mehr und spricht nicht gerade für einen ethischen, bewussten Umgang mit der Umwelt. Und die Klimaerwärmung, die durch Tierhaltung mitverursacht wird, als Argument für einen veganen Lebesstil anzuführen, aber regelmässig mit dem Auto ins 70 km entfernte Berlin zum Einkaufen fahren, weil es dort die besseren Bioläden gibt, zeugt entweder von einem recht begrenzten Denkvermögen oder von Heuchelei. Dass Karen Duve allerdings ehrlich beschreibt, wie sie immer wieder an ihrem eigenen moralischen Anspruch scheitert, und am Ende (welche Überraschung) zum Schluss kommt, dass eine ethisch völlig einwandfreie Ernährung gar nicht machbar ist, lässt das begrenzte Denkvermögen als die plausiblere Möglichkeit erscheinen. Aber das ist vielleicht gar nicht so tragisch, denn wie die Autorin selbst schreibt: "Es gibt nämlich noch etwas Schlimmeres, als das Denken zu verweigern - die Zusammenhänge zu kennen, ohne daraus die Konsquenzen zu ziehen."

Fazit: wer sich bereits ein paar grundlegende Gedanken über seine Ernährung und sein Konsumverhalten allgemein gemacht hat, lernt hier nichts Neues. Und als Unterhaltungslektüre wirkt die Selbstbetrachtung von Karen Duve oft sehr bemüht. Manche der geschilderten Episoden sind durchaus amüsant, einige regen zum Nachdenken über eigene Gewohnheiten an, aber insgesamt lässt der meist schnoddrige, manchmal jammernde Erzählstil wenig Lesegenuss aufkommen.


Die Voyageurin
Die Voyageurin
von Jacqueline Roussety
  Broschiert

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen schwülstig und langweilig, 4. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Voyageurin (Broschiert)
Michelle sucht ihren Vater. Seit ihre Mutter mit einer unbedachten Bemerkung verraten hat, dass Michelles leiblicher Vater ein ihr unbekannter Franzose ist, ist es ihr dringlichster Wunsch, mehr über ihre Herkunft herauszufinden. Auch in der Geschichte ihrer Mutter gibt es diverse dunkle Stellen. Und so reist Michelle zu den Stationen ihrer familiären Vergangenheit. Aber jedesmal, wenn sie sich kurz vor dem Ziel glaubt, entgleitet ihr wieder alles...

Mehr zum Inhalt kann ich leider nicht erzählen. Es kommt selten vor, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese, aber ich konnte mich einfach nicht mehr dazu überwinden, mit der "Voyageurin" noch mehr Zeit zu verschwenden. Das Hauptproblem war die Sprache. Schon von Anfang an ist mir der schwülstige Stil sehr schwer gefallen. Jede Szene wird durch überflüssige Beschreibungen aufgeblasen und bleibt doch seltsam blutleer, weil die Sätze wie Versatzstücke wirken, die lose hintereinander gereiht wurden, statt eine Einheit zu bilden. Aber Stil ist ja bekanntlich Geschmackssache. Schlimmer fand ich die mangelnde Beherrschung der Sprache. Vor allem die ständig wechselnden Zeitformen haben mich echt genervt. Ist es denn so schwer, zu entscheiden, ob man eine Szene in der Vergangenheit oder der Gegenwart erzählt? Und nein, ich meine hier nicht die Rückblenden, die Zeitform wechselt oft mehrmals in einem Abschnitt!
Die Geschichte selbst bot auch keine wirkliche Entschädigung für die verkorkste Sprache. Von Spannung keine Spur. Gut, ich kann das nicht gänzlich beurteilen, weil ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe, aber nachdem sich die Geschichte mehrmals in den immer gleichen Schlaufen drehte, ist mir die Lust auf die "Voyageurin" endgültig vergangen.
Ein Trost bleibt mir immerhin: da das Buch ein Geschenk war, habe ich zumindest kein Geld dafür verschwendet, nur etwas von meiner Zeit...


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