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OneBigThing "OBT" (NRW)

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Monsters (Limited Steelbook Edition) [Blu-ray]
Monsters (Limited Steelbook Edition) [Blu-ray]
DVD ~ Scoot McNairy

161 von 189 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaufen Sie diesen Film nicht..., 19. Mai 2011
...wenn Sie auf leichte Unterhaltung mit schwacher Aussage stehen, die für viel Geld und einer Technik zur eher dürftigen Nachahmung des dreidimensionalen Sehens produziert wurde, vorzugsweise mit viel Blut (das dann doch nicht zu sehen ist, weil dann der Film keinem so breitgefächerten Publikum zugänglich gemacht werden könnte) und einfachen, schwarz-weiß gefärbten Konflikten mit entsprechenden, in der Regel gewaltbetonten, Lösungen.

Wenn Sie den vorangegangenen Satz verstanden haben, und zu sich immer noch zu dieser Zielgruppe zählen, empfehle ich Ihnen Suchbegriffe wie "Predator", "Avatar", oder irgendetwas, das mit Gerätschaften aus dem lokalen Baumarkt zu tun hat.
Sollten Sie jedoch zu der Art von Menschen gehören, die sich gerne auchmal selbst über etwas Gedanken machen und Werke ebensolcher Menschen bevorzugen, dann kann ich ihnen "Monsters" nur ans Herz legen.

In "Monsters" geht es um nicht mehr und nicht weniger als um Menschen, die sich mit einer Realität auseinandersetzen müssen, die sich schneller wandelt, als die menschliche Konditionierung Schritt halten kann. Menschen, die lernen müssen, dass nur wenig von ihren früh erlernten Vorstellungen und Weltbildern Bestand haben kann, je mehr sich der Horizont ihrer Wahrnehmung erweitert, ein Thema, das tatsächlich eines der fundamentalsten Probleme unserer Spezies behandelt.
All das ist zwar nicht neu, doch "Monsters" besticht durch eine völlig frische, unpretentiöse und vor allem klischeearme Herangehensweise. Durch den ruhigen Schnitt und die atmosphärischen Bilder bieten sich dem Betrachter Möglichkeiten, die Protagonisten und ihre Welt auf eine beihnahe intime Weise kennenzulernen, ohne dass viel erklärt werden muss.

"Monsters" ist ein Roadmovie im klassischen Sinn. Zwei Menschen begegnen sich und teilen ein Stück gemeinsamen Lebensweges. So einfach, so klar. Die "alternative Realität" in der diese zeitlose Geschichte spielt, bietet zwar die Plattform, ist aber im Grunde zweitrangig, was nicht bedeuten soll, dass sie optisch keine Rolle spielt.

Und dies ist ein weiterer Pluspunkt von "Monsters": Ambitionierte Produktionen, die mit sehr wenig Budget auskommen müssen, sind gezwungen sich auf die Darstellung dessen zu beschränken, was wirklich Bedeutung hat. So tritt besagte alternative Realität (ich mag den Ausdruck Science Fiction in diesem Zusammenhang nicht besonders) immer dann in Erscheinung, wenn sie tatsächlich einen Einfluss auf die Geschehnisse hat, und niemals um ihrer selbst Willen - sehr zum Leidwesen der im ersten Satz beschriebenen Clientel.

Auch von einer Endzeitvision ist "Monsters" weit entfernt, denn der Ausgang ist offen und in hohem Maße davon abhängig, wie gut es der Menschheit gelingt mentale Veränderungen zu vollziehen und überkommene Vorstellungen über Bord zu werfen. So stellt sich am Rande auch die Frage nach der Fähigkeit des Homo Sapiens zur Koexistenz mit anderen Arten.

Ich schreibe diese Rezension, um eine Lanze für "Monsters" zu brechen, eine Film den ich persönlich für (was das Genre angeht) für einen der besten seit langem halte, und weil es viel zu einfach ist eine schlechte Bewertung abzugeben, nur weil etwas nicht den persönlichen Geschmack trifft, oder schlimmer, weil man etwas nicht versteht. Und weil ich gerne Filme sehe, die beweisen, dass es möglich ist, den Ruf nach Anspruch auch mit - für dieses Genre - verschwindend geringen Budgets zu befriedigen. Und weil alleine schon die Kamerarbeit diesen Film sehenswert macht. Und weil die musikalische Vertonung die Atmosphäre des Werkes wunderbar hörbar macht. Und weil er, wenn man sich darauf einlässt, einen tief berühren kann. Weil ich ihn mag.

Achim Dietze
Kommentar Kommentare (24) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2012 12:24 PM CET


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