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Rezensionen verfasst von
klazehnder@commundo.de (Chemnitz, Sachsen)

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Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA.
Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA.
von Karlheinz Deschner
  Taschenbuch

50 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Vereinigten Staaten taugen nicht als Vorbild, 30. August 2000
"Wer Geschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize." Karlheinz Deschner, der sich insbesondere auf dem Gebiet der Religionskritik einen Namen gemacht hat (Abermals krähte der Hahn; Das Kreuz mit der Kirche; Kriminalgeschichte des Christentums), nimmt sich in diesem Buch die Vereinigten Staaten und ihre Geschichte auf seine unnachahmliche Weise vor. Dabei ist wiederum sein Talent zu bewundern, die verschiedensten, zahlreichen Quellen in sehr lesbarer Sprache zu einem runden Ganzen zusammenzufügen. Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, daß die USA auf der zielgerichteten Ausmordung (dieses Wort benutzt der Autor) der indianischen Eingeborenen beruhen. Wenn man die ersten Kapitel darüber liest, drängen sich einem deutschen Leser, der in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts bewandert ist, zwangsläufig Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen der Ideologie und den Taten der Nordamerikaner und der der Nazis auf (ethnische Säuberungen, Rassenkampf, Rassenvernichtung, die Strategie "verbrannte Erde", dh. die Vernichtung ganzer Dörfer, Vertragsbruch, Expansionsdrang, Sozialdarwinismus, die Selbstgewißheit, bei all den blutigen Tagen gleichwohl im Recht zu sein, etc.). Es kann gar nicht anders sein, daß die blutige Entstehungsgeschichte der USA in der Volksseele und im Volkscharakter der Nordamerikaner ihren Niederschlag gefunden haben muß. Man erkennt dies etwa daran, daß Hollywoodfilme generell Gewalt zur Lösung von Konflikten propagieren und die Ideologie vertreten, daß stets der Gute siegt. Mit anderen Worten: wer den Kampf überlebt, wer gewinnt, der ist der Gute, der hat recht gehabt. Die Selbstgerechtigkeit der ersten puritanischen Siedler hat ihren festen Niederschlag auch in der heutigen Moral der Nordamerikaner gefunden. Weshalb sonst verweigern sie den Sioux-Indianern den Vollzug der Entscheidung des höchsten US-Gerichtes, daß die Black Hills den Indianern gehören, wie es einmal vertraglich vereinbart worden ist? Ist es nicht schlimm, wenn die USA anderen Völkern Moral lehren wollen, während sie sich selbst aber nicht einmal an die eigene Rechtsordnung halten?! Pacta sunt servanda! Each man is equal! Stattdessen heißt es: alles ist erlaubt, wenn es Geld bringt... und man damit durchkommt. Dann ist es Gottes Wille, und Gott hat immer recht.


Fenstersturz in Harlem
Fenstersturz in Harlem
von Chester Himes
  Taschenbuch

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Harlem ist was los!, 5. August 2000
Rezension bezieht sich auf: Fenstersturz in Harlem (Taschenbuch)
Mit einem skurrilen Fenstersturz geht der Krimi los. Mit einem Mord geht er weiter. Die Handlung wird in rasantem Tempo fortgesetzt und findet ein überraschendes Ende. Bei Chester Himes langweilt man sich garantiert nicht. Es ist der für weiße Europäer etwas "exotische" Krimi, den Himes schrieb. Aber dieser Autor kommt zur Sache wie kein anderer. Hart. Spannend. Mit einer speziellen Art von Humor. Und irgendwie viel ehrlicher, was das Menschsein und menschliche Bedürfnisse angeht, als der hochgezüchtete britische Krimi. Ein Kritiker schrieb: Man geht lieber mit den Krimis von Chester Himes ins Bett als mit der eigenen Frau... Um es mal so zu sagen: wenn die eigene Frau den Krimis von Chester Himes Konkurrenz machen will, muß sie sich schon ziemlich anstrengen. Schade, daß es (bisher?) nur sechs Krimis von Himes gibt. Aber sie alle sind ganze Bücherregale wert! Amerikanische Literatur, in Frankreich geschrieben, der groben Art, und genau darum vom Feinsten. Lesen Sie selbst, und Sie werden mir zustimmen.


Wenn Blicke töten könnten
Wenn Blicke töten könnten
von Ruthe Furie
  Broschiert

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Frauenkrimi, der auch Männer gut unterhält, 30. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Wenn Blicke töten könnten (Broschiert)
Es ist ein amerikanischer Krimi mit der ihm eigenen Charakteristik. "Im Leben geht es brutal zu." Die Detektivin einer Versicherungsgesellschaft, Fran Kirk, muß auf einige Illusionen in ihrem Leben verzichten, aber der Leser entdeckt an ihr Steherqualitäten, von denen Fran Kirk vorher selbst nicht wußte. Auch männliche Leser mögen es, wie Fran Kirk sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzt, wie sie Risiken eingeht, und wie sie bei allem dennoch keine Schablone, keine feministische Symbolfigur, sondern ein Mensch mit Gefühlen ist. Nur eines ist ärgerlich: da trägt sie die ganze Zeit einen Revolver mit sich herum, aber als sie in ein Haus eindringt, in dem auch der Mörder sein könnte, läßt sie den Revolver in ihrer Tasche an der Tür zurück. Von Fran hätte ich in diesem Augenblick mehr Voraussicht und Vernunft, vielleicht auch mehr Angst erwartet. Aber dann wäre die Geschichte nicht so weitergegangen, und eine wilde Schießerei hat die Autorin ihrer Hauptperson doch nicht zugemutet. Alles in allem: Amerika fasziniert. Aber man freut sich doch, daß es in Europa ruhiger und zivilisierter zugeht, jedenfalls meistens.


Nur tote Zeugen reden
Nur tote Zeugen reden
von Lawrence Block
  Broschiert

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter amerikanischer Krimi in eher britischer Tradition, 30. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Nur tote Zeugen reden (Broschiert)
Die Kriminalhandlung entspricht eher dem klassischen britischen Muster. Der Ansatz ist aber unkonventionell, da die Hauptperson ein sympathischer Dieb ist, der nebenbei ein Antiquariat besitzt. Was an diesem Buch - wie bei allen Krimis dieses Autors - so reizvoll ist und rührend, sind der sensible Individualismus der Personencharakterisierung, welche an Heinrich Böll erinnert, und die häufige Situationskomik, welche allerdings nicht immer zum Lachen ist. Wer den amerikanischen Krimi liebt, kommt an diesem Autor nicht vorbei.


Mississippi Delta - Blut in den Bayous: Kriminalroman
Mississippi Delta - Blut in den Bayous: Kriminalroman
von James L Burke
  Taschenbuch

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hardboiled Krimi von hohem literarischen Niveau, 30. Juli 2000
Das erste Buch aus der Reihe mit Dave Robicheaux. Wurde bereits verfilmt. Mit großer Sprachgewalt bringt einem der Autor die Gegend des Mississipi Deltas und von New Orleans näher. Verknüpft einzelne Menschenschicksale mit einer Krimihandlung, welche in der Tradition von Raymond Chandler steht. Wer den amerikanischen Krimi liebt, für den ist die Krimireihe von James Lee Burke ein Muß - und ein Genuß. Kriminalromane sind ohnehin seit einiger Zeit die einzige noch lesbare Literatur für Erwachsene, will man nicht auf die Klassiker zurückgreifen.


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