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Beiträge von Michael Höfel ...
Top-Rezensenten Rang: 1.780
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Rezensionen verfasst von Michael Höfel (Media-Mania)
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2.0 von 5 Sternen
Mauer Romantic-Comedy-Softhentai, 13. April 2013
Kritik zum Film: Im Gegensatz zum 08/15-Realporno-Futter (ohne welches das Internet wahrscheinlich auf drei CDs Platz finden würde) besitzen Hentais gerade unter Anime-Fans einen bestimmten Reiz: ihre Nähe zum jugendfreien Manga und Anime hinsichtlich Plot, Charakterzeichnung, Action und Unterhaltung. Viele Hentais schlüpfen in diverse bewährte Genre-Korsetts – vom Sport-Manga über den Fantasy-Anime bis hin zur Romantic Comedy –, kopieren hinlänglich erprobte Story-Schablonen und schwupp: Schon schwingen junge Fantasy-Heroes mehr als nur ihre Schwerter, kämpfen freizügige Sailor-Moon-Look-alikes gegen die versauten Mächte des Bösen und kochen junge, gut geformte Küchenfeen ihre männlichen Kollegen gehörig ein. Bei manchen Hentais blitzen nicht selten ihre bekannten jugendfreien Pendants durch, die Modell gestanden sein mögen, wodurch neben der sexuellen Stimulierung auch die Unterhaltung und der Humor nicht zu kurz kommen. Auch die dreiteilige Etchi-OVA "Wiedersehen mit Pia Carrot" (1999), die auf der in Japan beliebten Dating-Sims-Reihe "Pia Carrot" beruht, kann ihre Vorbilder aus der Romantic-Comedy-Ecke nicht verleugnen. Besonders der Vergleich mit "Love Hina" drängt sich regelrecht auf: der jungfräuliche Hahn im Korb der scharfen Küken, das hübsche Mädchen, das dem Protagonisten die kalte Schulter zeigt und auch mal handfeste Argumente ins Spiel bringt, die alkoholerprobte Kollegin, die ihre Vorzüge ins rechte Licht zu rücken weiß, das Mädchen mit dem berühmten Orientierungssinn. Auch in puncto Humor folgt "Wiedersehen mit Pia Carrot" altbekannten Mustern, so gerät Koji schon mal in eindeutig zweideutige Situationen, dank denen Asuza ihn zum Perversling abstempelt. Leider enttäuscht die OVA gerade im Hinblick auf das zentrale Element, zumindest die erste Episode: Verspricht der Titel "ein mehrgängiges Menü", so wird dem Zuschauer lediglich ein einziger Gang – sprich: ein Geschlechtsakt – am Strand serviert, bei dem Koji "sein Bewerbungsgespräch nachholen" darf. Dieses fällt überraschend verhalten aus, zwar geht es ordentlich zur Sache, allerdings richtig handfeste Darstellungen sucht man vergebens. So sind etwa sämtliche Schwengel, egal ob im Einsatz oder im Standby-Modus, zensiert, das Jugendgefährdendste in der gesamten Episode sind ein paar unbedeckte Oberweiten. Ein einziger Koitus in 29 Minuten, dazu vergleichsweise harmlos dargestellt, das wird jedem eingefleischten Hentai-Liebhaber zu wenig sein – und erklärt die FSK-16-Freigabe … Der größte Minuspunkt ist aber in der deutschen Synchronisation zu suchen. Kommen die Dialoge, besonders jene in den peinlichen, da zweideutigen Szenen, in der japanischen Sprachfassung noch witzig, weil emotional aufgeladen herüber, so entpuppt sich die deutsche Synchro als hochgradig einschläfernder Totalausfall, der sich am Trommelfell des Zuschauers vergeht. Besonders die Sprüche während der Sexszene am Strand klingen schmerzhaft monoton und wirken wie mit einer Tasse Kaffee in der Hand und mit den Gedanken bei arithmetischen Problemstellungen heruntergelesen. So enttäuscht zumindest die erste Episode von "Wiedersehen bei Pia Carrot" doch ziemlich. Wer harte Hentais schätzt, der wird mit "Pia Carrot" nicht warm werden, wer hingegen auf schlüpfrigen Fanservice am laufenden Band steht, dem sei "Highschool of the Dead" ans Herz gelegt. Und wer überhaupt nichts mit erotischen Animes anfangen kann und harmlose Romantic Comedies bevorzugt, der hält sich ohnehin an Klassiker wie "Love Hina". Was übrig bleibt, ist ein knapp 30-minütiges Sexfilmchen, das streng genommen nicht schlecht ist, aber zu sanft daherkommt und sein Potential verschenkt. Kritik zur DVD: Die DVD, die im Erotik-Label "Pink Lemon" von Anime House erschienen ist, enttäuscht auf technischer Ebene: Das Bild (Format 4:3) kränkelt an Unschärfen, die Farben sind alles andere als satt und die vertikalen Bildränder fallen durch anhaltendes Flimmern unangenehm auf. Dem deutschen Stereo-Ton fehlt es an Kraft und Dynamik, die Dialoge klingen monoton. Bonusmaterial sucht man vergeblich, lediglich ein Wendecover liegt der DVD bei.
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2.0 von 5 Sternen
Schwaches Finale der Erotik-OVA, 9. April 2013
Kritik zum Film: Als Offenbarung für eingefleischte Hentai-Fans kann die dreiteilige Erotik-OVA "Wiedersehen bei Pia Carrot" nun wirklich nicht gepriesen werden: Die ersten beiden Episoden waren mehr Romantic Comedy mit sporadischer Fleischbeschau denn echte pornografische Kost, und besonders die erste Folge wirkte mit den zensierten Wunderhörnern alles andere als stimulierend. Besonders ärgerlich war der Umstand, dass die Laufzeit von rund 30 Minuten pro Folge größtenteils verpulvert worden ist: ein Beischlaf pro Episode, ansonsten tut sich – abgesehen von der einen oder anderen unbedeckten Oberweite – kaum Erotisches. Immerhin hat Teil Zwo (wenn auch kaum merklich) etwas am Etchi-Rad gedreht, so dass man auf ein anregendes Finale hofft. Schade nur, dass die dritte und letzte Folge mit dem anreizenden Titel "Möchten Sie, dass ich Ihr Hauptgericht aussuche?" den erotischen Spaß auf das Niveau der ersten Episode hinunterdrückt: Das Hauptgericht besteht aus einem nett anzusehenden, aber unspektakulär in Szene gesetzten (und vor allem kurzen) Beischlaf auf einem Ruderboot, der zwar viel nacktes Fleisch zeigt, aber von allzu expliziten Darstellungen wenig hält. Ein erotisches Dessert gibt es ebenso wenig wie einen Aperitif, dafür eine Story, die so entbehrlich und aufgesetzt ist, dass sie einen störenden Effekt besitzt: Die Backstory von Asuza und ihrer jüngeren Schwester bremst den Film unnötig, die dafür verschwendete Laufzeit hätte im Hinblick auf das genrerelevante Inhalte weitaus besser genutzt werden können. Damit nicht genug, präsentiert sich die deutsche Synchro einmal mehr als Totalausfall vor dem Herrn, der dem Zuschauer die Lust an nackter Haut so richtig zu vergällen versucht. Besonders die Kommentare beim Liebesakt – im Original lustvoll und mit emotionaler Beteiligung – werden dermaßen beiläufig geäußert, dass geometrische Problemstellungen in Mathe-Schulbüchern dagegen fast schon so etwas wie einen lasziven Unterton gewinnen ... Zugegeben, schon die zweite Episode der OVA war alles andere als eine Genre-Perle, hat aber doch – mehr schlecht als recht – Kurzweil zu verbreiten gewusst. Doch das Finale enttäuscht, besonders im Hinblick auf die für Erotik-Animes zentralen Inhalte, so dass "Wiedersehen bei Pia Carrot" nicht mehr ist als ein harmloser, kaum anregender Spaß, den der geneigte Hentai-Liebhaber zugunsten weitaus geschmackvollerer Alternativen übergehen kann. Kritik zur DVD: Wie im Falle der beiden vorangegangenen Episoden kann auch die DVD des letzten Teils der OVA in technischer Hinsicht nicht wirklich punkten: Das Bild hat mit Unschärfen und matten Farben zu kämpfen, darüber hinaus säumt unangenehmes Flimmern die beiden vertikalen Bildränder. Der deutsche Stereo-Ton kommt kraftlos und dynamikarm daher, der japanische Originalton (der ebenfalls in Stereo vorliegt) ist hier eindeutig vorzuziehen – nicht zuletzt wegen der miserablen deutschen Synchro. Bonus Content ist nicht vorhanden, lediglich ein Wendecover spendiert Anime House der DVD.
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3.0 von 5 Sternen
Nur eine Spur unterhaltsamer als der Vorgänger ..., 9. April 2013
Kritik zum Film: Die erste Episode der dreiteiligen Erotik-OVA "Wiedersehen bei Pia Carrot" konnte alles andere als überzeugen: Ein einziger Beischlaf bei einer Laufzeit von 29 Minuten, dazu noch ein ziemlich kurzer und vergleichsweise harmlos inszenierter, ferner zensierte Penisse – da konnten auch die Handvoll Witze und der durchaus ansehnliche Fanservice kaum etwas retten. Die erste Folge war mehr Romantic Comedy à la "Love Hina" mit Fleischbeschau denn echte Hentai-Kost. Umso höher sind freilich die Erwartungen, dass die OVA nach diesem zahmen Vorspiel endlich in die Gänge kommt. Diese Hoffnung erfüllt die zweite Episode mit dem verlockenden Titel "Möchten Sie Ihr Dessert vor dem Hauptgericht?" nur bedingt, denn wie schon im ersten Teil der OVA bleibt es auch diesmal bei einem einzigen Gang. Die Darstellung des Liebesspiels ist nur eine Spur expliziter geworden, im Gegensatz zur vorherigen Episode blitzt für Sekunden Kojis erigiertes Gemächt auf – das war's auch schon wieder. Und wie in Teil eins geht es auch hier nicht sonderlich lange zur Sache, was dem eingefleischten Hentai-Liebhaber in Verbindung mit der recht überschaubaren Zahl an Koitussen doch eine ziemliche Enttäuschung bereitet. Damit beschränkt sich "Wiedersehen bei Pia Carrot" einmal mehr auf unbedeckte Oberweiten, die zwar durchaus ansprechend sind, aber den Kohl auch nicht wirklich fett machen. Immerhin kann die zweite Episode der OVA mit einem leichten Auftrieb in puncto Humor aufwarten. Das wiegt zwar die mangelhafte Fleischbeschau nicht auf, kommt aber immerhin dem (liebes-)komödiantischen Teil ein wenig zugute ... Einmal mehr eine Enttäuschung und ein Schlag ins Gesicht eines jeden zahlenden Anime-Fans ist die deutsche Synchro, die nicht nur aus Witzen Zoten macht, sondern auch emotionale und lustvolle Kommentare beim Liebesspiel durch monoton heruntergebetete Phrasen ersetzt, gegen die jede TomTom-Anweisung die pure, zügellose Wollust gepachtet hat. Unterm Strich präsentiert sich auch die zweite Episode von "Wiedersehen bei Pia Carrot" als kleine Enttäuschung, denn egal ob versierter Hentai-Fan, Fanservice-Befürworter oder Anime-Liebhaber mit einer Ader für Romantic Comedies – für jeden finden sich bessere Alternativen. Kritik zur DVD: Qualitativ hat sich im direkten Vergleich zur ersten Episode nichts getan: Das Bild, das im Format 4:3 vorliegt, kämpft mit Unschärfen, ausgewaschenen Farben und Flimmern an den vertikalen Bildrändern. Der deutsche Stereo-Ton präsentiert sich ziemlich schwach auf der Brust, die Dialoge klingen nicht so lebendig wie im Originalton. Extras sucht man vergebens, der DVD liegt lediglich ein Wendecover bei.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschende Animeadaption von 1971, 19. März 2013
Seit den sechziger Jahren haben sich japanische Zeichentrickfilmstudios wie Toei Animation oder Nippon Animation Märchen, Kinderbücher und literarischer Klassiker aus aller Herren Länder angenommen, um sie in Form kindgerechter und farbenfroher Anime-Adaptionen dem Nachwuchs näher zu bringen. Herausgekommen sind dabei legendäre TV-Serien wie "Heidi", "Anne mit den roten Haaren" und "Eine fröhliche Familie", aber auch Filme wie "Däumelinchen", "Die wilden Schwäne" oder "Tom, Crosby und die Mäusebrigade" nach der Vorlage des englischen Märchens "Jack and the Beanstalk". Und auch das Märchen "Ali Baba und die vierzig Räuber" feierte 1971 als "Ari-Baba to yonjuppiki no tôzoku" sein Anime-Debüt – ein Film, der in unseren Breitengraden kaum bekannt ist. Woran das liegt? Vielleicht daran, dass er die Geschichte um den Schatz der vierzig Räuber nicht nacherzählt, sondern mehr eine Art Sequel zum originalen Märchen darstellt. Möglicherweise aber auch daran, dass er sich in puncto Unterhaltung und Charme mit keinem der oben genannten Animes messen kann. "Ari-Baba to yonjuppiki no tôzoku" präsentiert sich von der ersten Minute an als temporeiche Action-Achterbahn für ein jüngeres Publikum: Über die gesamte Laufzeit von 55 Minuten hinweg lässt der Film Comicaction und Slapstick vom Stapel, ohne ein einziges Mal nach Luft zu schnappen. Kleine Scharmützel mit den Wachen des Sultans wechseln sich mit schrulligen Einlagen der Katzen ab, dazwischen gibt es die eine oder andere Musical-Nummer sowie die hysterischen Anfälle des Lampengeistes, wenn er eine Katze sieht. Leider verdrängt der Fokus, den der Film auf Action und Tempo legt, sehr schnell die eigentliche Handlung, was bei den Kleinen im Publikum kaum ins Gewicht fallen dürfte, bei den älteren Jahrgängen hingegen auf keine wirkliche Sympathie trifft. Dem Anime will es nie so recht gelingen, jenen Charme zu versprühen, der beispielsweise "Tom, Crosby und die Mäusebrigade" zu einem unterhaltsam-flotten Märchenabenteuer macht, stattdessen wirkt er bemüht lustig und auf Tempo gedrillt. Auch stilistisch trägt der Film nicht unbedingt dazu bei, jedermann zu gefallen: Die Figuren schielen ständig, der Lampengeist sieht aus wie eine zu groß geratene Katze in einem rosafarbenen Ganzkörperstrampelanzug, die in ein Kaktusfeld gefallen ist, und einige Einstellungen werden mehrmals recycelt, was den eher billigen Eindruck der Zeichnungen zusätzlich unterstreicht. Wer meint, um eine Sichtung von "Ari-Baba to yonjuppiki no tôzoku" nicht herumzukommen, der sollte jedoch die deutsche Synchronisation tunlichst meiden. Wie im Falle mehrerer Animes aus jener Zeit, aber auch TV-Serien wie "Die Zwei" oder der Filme mit Bud Spencer und Terence Hill hat man sich bei der deutschen Dialogregie viele Freiheiten genommen, die hier jedoch ausgesprochen negativ auffallen, da sie nicht so recht zu Story und Setting passen wollen: Ständig werden den Figuren abgeschmackte Kalauer in den Mund gelegt, der Lampengeist – im Deutschen gesprochen von Bud-Spencer-Stammsprecher Wolfgang Hess – nennt seinen Meister stets "Big Boss", und ach so witzige Sprüche wie "Hört mal zu, ihr Moosköpfe!" nerven mit fortschreitender Laufzeit einfach nur noch. Hier empfiehlt sich der Griff wahlweise zur englischen oder japanischen Synchro. Unterm Strich enttäuscht "Ari-Baba to yonjuppiki no tôzoku" doch ziemlich, besonders erwachsene Anime-Fans werden sich schwer tun, mit diesem Film warm zu werden. Die Kleinen im Publikum hingegen werden sich dank des action- und tempolastigen Erzählstils sowie der Kalauerflut in der deutschen Synchro wahrscheinlich recht schnell mit dem Film anfreunden. Kritik zur DVD: 41 Jahre hat der Film zum Zeitpunkt seines deutschen DVD-Releasedebüts auf dem Buckel und die sind ihm zu jedem Zeitpunkt anzusehen und anzuhören. Das Bild ist über weite Strecken weich und unscharf, kränkelt an ausgewaschenen Farben und stellenweise auch an Schmutzpartikeln. Der deutsche Mono-Ton schneidet noch ein ganzes Eck schwächer ab: Dumpf, teilweise verrauscht und altersbedingt dynamikarm präsentiert er sich, worunter nicht selten auch die Dialogverständlichkeit leidet; nicht selten muss man zurückspulen und die Lautstärke erhöhen, um Dialogen folgen zu können. Auch wegen der (oben angesprochenen) misslungenen deutschen Synchro sei die englische oder die japanische Tonspur empfohlen, die zwar ebenfalls jeder Dynamik entbehren, aber zumindest in puncto Dialogverständlichkeit etwas besser abschneidet. Das Bonusmaterial präsentiert sich überschaubar: Neben dem Originaltrailer und Werbung in Eigensache spendierte der Publisher der DVD noch vier ältere Zeichentrickadaptionen der Geschichte um Ali Baba und die vierzig Räuber, die stilistischer kaum unterschiedlicher sein könnten – aus filmhistorischer Sicht nicht uninteressant, altersbedingt aber von grausamer Bildqualität. Auch liegt der DVD ein Wendecover bei. Für das Gebotene ist der Preis von 39,99 Euro nicht nachvollziehbar, sondern – schlicht und unbeschönigend ausgedrückt – eine Frechheit.
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Dann doch lieber Uwe Boll ..., 11. November 2012
Man kann über die unterhaltungsabtreibenden Kreativköpfe von The Asylum viel lästern, doch eines muss man ihnen lassen: Sie sind ausgesprochen kritikresistent und bleiben sich selbst treu. Ihr patentiertes Mockbuster-Konzept erweist sich mittlerweile seit mehreren Jahren als ausgesprochen erfolgreich. Parallel zu angekündigten Hollywood-Blockbustern kurbelt die US-amerikanische Direct-to-Video-Schmiede in Rekordzeit einfallslose Billigstkopien herunter, die durch beabsichtigte Ähnlichkeiten in Titel und Aufmachung zur Vorlage den potentiellen Käufer täuschen und so Geld in die Kassen spielen sollen; der Gewinn wird prompt in den nächsten Sondermüll investiert, der auf der Produktionsagenda der Trash-Manufaktur steht. Abseits Hollywood'scher Bombastspektakel wie "Battleship" oder "Abraham Lincoln: Vampirjäger" kam heuer auch die finnisch-deutsche Sci-Fi-Satire "Iron Sky", die mittels Crowdfunding finanziert worden ist, zum fragwürdigen Handkuss. Das Ergebnis hört im Original auf den Namen "Nazis at the Center of the Earth", ist hierzulande (natürlich ohne jeden Hintergedanken!) in "Nazi Sky" umgetauft worden und präsentiert sich als ausgesprochen asylumeskes Werk: sterbenslangweilig, zum Weinen schlecht und obendrein ein triftiger Grund, das Studio auf Schmerzensgeld zu verklagen. Nazi-Trash ist aktuell in Mode (neben "Iron Sky" sei noch auf die Low-Budget-Schote "The 25th Reich" verwiesen) und die Trashfabrikanten von Asylum wären gewiss die letzten, die den Sprung auf diesen Zug nicht gewagt hätten. Und so tut es "Nazi Sky" seinem finnischen Vorbild gleich und greift gehörig in den Topf absurder Nazi-Verschwörungstheorien: Die braunen Schurken flüchten gegen Kriegsende nach Neuschwabenland, besitzen Flugscheiben und hausen im Erdinneren in einer Art Hohlwelt, die über eine eigene Sonne verfügt. Gewiss nicht die schlechteste Ausgangslage, um Futter für einen netten B-Movie-Abend oder gar einen herrlich ironischen Nazi-Esoterik-Trash zu liefern. Doch wie die anderen Rohrkrepierer, die Asylum in leidlicher Regelmäßigkeit auf die Menschheit loslässt, entpuppt sich auch "Nazi Sky" als Entzug an Lebenskraft, der Dilettantismus zur Methode und Schwachsinn zur filminternen Logik erhebt. Da wäre zum einen mal die kreuzüble Karikatur eines Drehbuchs, die sich nicht einmal ein Uwe Boll aus den Fingern hätte saugen können. Die Figuren tauschen viel zu oft dümmliche Dialoge aus, die sich durch hochkonzentriertes Sinnvakuum auszeichnen, und die Story ist ziemlich chaotisch zusammengemurkst, ohne auch nur ansatzweise zu unterhalten, sodass man sich eigentlich fragen muss, wie um alles in der Welt die Bilanz der Produktion die epische Drehzeit von zwölf Tagen (!) umfassen konnte. Dass "Nazi Sky" sein Potential als Hakenkreuz-Trash mit Pauken und Trompeten verschenkt, war angesichts der bisherigen trashigen Kaliber, die Asylum verbrochen hat, vorherzusehen; eher überrascht Michael Bay in nächster Zeit mit stillem Arthouse-Kino, bevor die Plagiatsschmiede zur Abwechslung mal unterhaltsame B-Pics produziert. Doch das Ergebnis ertränkt selbst gestandene Trashophile in übelster Langeweile. Schuld daran ist nicht zuletzt die Tatsache, dass hinter dem beschriebenen Fetzen Papier, der sich Drehbuch schimpft, kein Plan steckt: Der Film kann sich nicht entscheiden, ob er bierernster Zombie-Splattertrash oder ironischer Low-Budget-Nazi-Steampunk sein möchte – also will er kurzerhand (und unbewusst) beides sein und scheitert grandios. Die gore events wollen nicht so recht schmecken, die Steampunk-Elemente und der Nazi-Verschwörungsmumpitz langweilen gehörig – und dazwischen eingestreute provokante Szenen wie eine Abtreibung oder Selektionen, in deren Zuge Frauen zu den Duschen gebracht werden (jede Ähnlichkeit mit gewissen Vorgängen in nationalsozialistischen Vernichtungslagern ist rein zufällig …), helfen dem Film auch nicht gerade, Punkte beim Zuschauer zu machen. Da nützen auch keine Nazi-UFOs und kein bis an die Zähne bewaffneter Cyborg-Hitler, den die Macher überdeutlich aus "Wolfenstein 3D" entlehnt haben … Auch handwerklich blamiert sich Asylum erneut ohne jedes Schamgefühl. Die Handvoll wiederkehrende Kulissen sorgen für peinliche Déjà-vu-Momente, das Editing ist keine weitere Zeile wert und die Blue-Screen-Hintergründe sowie das CGI präsentieren sich ausnahmslos verwaschen und detailarm und erinnern mehr an Grafik-Demos für die gute alte 32-Bit-PlayStation denn an special effects. Abgesehen von Jake Busey, dem Ace aus "Starship Troopers", stammt der gesamte Cast aus der hintersten Reservebank und bewegt sich zwischen mittelprächtig und ermüdend. Zum Schmunzeln laden lediglich die Versuche der Filmemacher ein, die Deutschen authentisch wirken zu lassen, was immer wieder für einige Fettnäpfchen sorgt: In Mengeles Labor finden sich Ordner mit sinnlosen Beschriftungen wie "Große Esel, Junge Dame" oder "Ich liebe es, Drogen zu tun". Und in mehreren Einstellungen wechseln die Erdkern-Nazis in derart bemühtes Deutsch, dass man ohne Untertitel nicht viel mitbekommt. Unterm Strich bleibt zu sagen, dass Asylum sich erneut selbst treu bleibt und mit "Nazi Sky" den grenzdebilen Müll liefert, den der kundige Trash-Affine von der Plagiatsschmiede erwartet – wobei die Geschmacksverirrungen, die sich das Drehbuch erlaubt, zusätzlich zu Buche schlagen. Unterirdisch schlecht, inhaltlich völlig bescheuert und hochgradig langweilig obendrein – your average Asylum junk food! Kritik zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild weist prinzipiell solide Schärfewerte auf, versagt aber dort, wo verwaschene CGI-Elemente ins Bildmaterial eingefügt worden sind. Detailwiedergabe und Kontrastwerte gehen für eine No-Budget-Produktion durchaus in Ordnung, doch echtes HD-Feeling stellt sich so gut wie nie ein. Dem Ton hätte eine bessere Abmischung gut getan, denn zu oft drängen sich entweder die lustlos heruntergebetenen Dialoge oder die Hintergrundmusik in den Vordergrund. Die deutsche Tonspur bietet prinzipiell die bessere Dialogverständlichkeit, der O-Ton ist aber aufgrund der oben angesprochenen misslungenen deutschen Dialoge vorzuziehen. Das Bonusmaterial hält sich in Grenzen und bietet nichts Interessantes: Neben dem Audiokommentar des Regisseurs mit der obligatorischen Selbstbeweihräucherung bietet die Scheibe noch kurze Featurettes zu Preproduction, Production sowie Cast & Location, außerdem ein unlustiges Gagreel und den Originaltrailer. Der Blu-ray liegt ferner ein Wendecover bei.
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Enttäuschend lahmer Piranha-Porno-Trash ohne den rechten Biss, 13. Oktober 2012
Kritik zum Film: Mit harten Terrorfilmen wie "High Tension" oder "The Hills Have Eyes" etablierte sich der Franzose Alexandre Aja als Mann für schmerzhaftes Kino. Im Sommer 2010 servierte er dem hungrigen Genre-Publikum mit "Piranha 3D" eine saftig-derbe Schlachtplatte, deren überraschender kommerzieller Erfolg die einschlägig umtriebigen Brüder Harvey und Bob Weinstein zu einer Fortsetzung veranlasste. Da Aja kein Interesse an einem zweiten Teil bekundete, engagierte man kurzerhand John Gulager, den Regisseur der "Feast"-Trilogie, für das Sequel, das unter dem Titel "Piranha 3DD" in den Lichtspielhäusern seine Netze auswarf. Der Film lockt mit Taglines wie "Twice the Terror" und "Double the D's", doch was den Zuschauer erwartet, ist neben nacktem Fleisch und ein paar krepierenden gory jokes vor allem die Enttäuschung darüber, dass "Piranha 3DD" seinem Vorgänger in keinster Weise das Wasser reichen kann. Ajas Sommer-Splatter-Spaß – ein Quasi-Remake von Joe Dantes "Piranha" von 1978 – mag freilich kein raffinierter oder gar intelligenter Film gewesen sein und Freunden anspruchsvoller Horrorkost lediglich ein Kopfschütteln abgetrotzt haben. Stattdessen setzte "Piranha 3D" auf ein ebenso simples wie bescheuertes Grundkonzept, das er mit geradezu drastischer Konsequenz bis zum Ende durchdeklinierte: eine belanglose Story, feierwütige und promiske Jugendliche, fiese Ekel-Szenen am laufenden Band, nackte Haut und kultige Cameo-Auftritte von "Doc Brown" Christopher Lloyd, Tarantino-Spezi Eli Roth und Richard Dreyfuss ("Der weiße Hai"). Das Resultat war ein trashiger Party-Horror, der sich nicht um den guten Geschmack scherte und gleichermaßen ungemütlich wie spaßig daherkam – vorausgesetzt, man konnte sich auf den Film einlassen. Mit weniger Budget sollte "Piranha 3DD" – hierzulande unverständlicherweise in "Piranha 2" umgetauft – seinen Vorgänger übertreffen und ein deftig-witziges Splatter-Feuerwerk abfeuern. Doch leider zündet dieses zu keinem Zeitpunkt, denn "Piranha 3DD" erreicht weder die visuelle Drastik noch den hässlich-kranken Humor seines Vorgängers. Stattdessen entpuppt sich das Sequel als ausgesprochen dürftiger Möchtegern-Funsplatter mit peinlichen Porno-Allüren, der nicht den geringsten Gedanken an Dramaturgie verschwendet; wo Ajas Schlachtplatte immer wieder einige durchaus beklemmende Momente heraufbeschworen hat, die bewusst mit den dazwischen eingestreuten lockeren Szenen (Stichwort: Unterwasserballett der nackten Nixen) kontrastiert haben, weiß Gulager offensichtlich nicht einmal, wie man "Spannungsbogen" buchstabiert. Bereits nach rund zehn Minuten versandet der Film in trockener Fadesse, die durch das nackte Fleisch nicht so recht aufgelockert werden will. Auch handwerklich versagt der Streifen im Vergleich zu seinem Vorgänger: Die Gore-Events wissen nur selten wirklich zu überzeugen, und selbst dann erzeugen sie zwar Ekel, aber Spannung und Entsetzen wollen sich dabei nicht so recht einstellen. So führt die Erkenntnis, dass der Uterus als temporäres organisches Aquarium für bissige Baby-Piranhas dienen kann, zu einem ungläubigen Kopfschütteln – begleitet vom Griff zum Bier, mit welchem man sich vor "Piranha 3DD" in die sichere Umarmung einer Alkoholvergiftung flüchten will. Der Film findet zu keiner eigenen Handschrift, lässt originelle Ideen vermissen. Die Langeweile und die handwerklichen Mängel gipfeln im Finale in einer Massenpanik im Wasserpark, der irgendwie jede ordnende Hand fehlt: Die Szenen wirken wie zufällig runtergekurbelt und holprig zusammengeschnitten, das Blutbad mutet planlos und unfertig an und lässt in der Folge jedes Entsetzen vermissen – von der blutig-fiesen Drastik eines "Piranha 3D" weit entfernt. Auch das Drehbuch hat mit Schwierigkeiten en masse zu kämpfen und liefert einfach zu viele Facepalm-Momente. So agieren die Figuren oftmals ziemlich dämlich, etwa ein afroamerikanischer Aquapark-Angestellter (Vorsicht, Klischee-Alarm!), der in Ermangelung einer echten Sexualpartnerin tagein, tagaus die Wasserstrahldüse eines Pools beglückt. Die eingestreuten Jokes zünden nur selten, dafür sind sie zu platt, zu geschmacklos oder zu schlecht getimt. Tatsächlich hat der Film nur eine herrliche Line zu bieten, doch die hat es dafür in sich: "Josh cut off his penis because something came out of my vagina!" Der Cast setzt sich aus größtenteils unbekannten Gesichtern zusammen, die mittelprächtig agieren, ohne irgendwie in Erinnerung zu bleiben – zumal die deutsche Synchro fast schon als Katastrophe zu bezeichnen ist. Nennenswert sind hier lediglich die obligatorischen, aber leider recht kurz geratenen Cameos von Christopher Lloyd und Ving Rhames, der in "Piranha 3D" seine beiden Beine den urzeitlichen Killerfischen opfern musste und dieses körperliche Manko nun mit Prothesen der Marke "Planet Terror" zu kompensieren versucht. Den Vogel schießt aber der selbstironische Auftritt von David Hasselhoff ab, der seine Karriere von "Baywatch" bis zum "SpongeBob"-Kinofilm augenzwinkernd selbst demontiert. Tatsächlich sind die Handvoll Szenen, in denen ein sichtlich gealterter "The Hoff" seine Paraderolle – den Mann mit dem roten Rettungsboard – auf die Schippe nimmt, die besten Minuten, die der Film zu bieten hat. Doch auch ein Mitch Buchannon kann den Streifen leider nicht vor dem qualitativen Absaufen retten, dafür ist der Rest einfach zu schlecht und sterbenslangweilig obendrein … Unterm Strich ist aus "Piranha 3DD" ein enttäuschend lahmer Piranha-Trash ohne den rechten Biss geworden, ein peinlicher Beinahe-Porno, mehr dämlich als amüsant trashig, von Anfang bis Ende langweilig und handwerklich ziemlich dürftig. Das Ende lässt die Option eines Sequels offen und weckt dabei (beabsichtigt?) Erinnerungen an die "Tremors"-Reihe. Nur für alkoholerprobte Hardcore-Trashophile, die Umgang darin haben, sich grottigen Monster-Horror schönzutrinken. Kritik zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild weist über weite Strecken kräftige Farben und gute Schärfewerte auf, besonders Close-ups bieten in der Regel eine gute Detailschärfe. Einige Einstellungen liefern darüber hinaus ein knackiges Bild von referenzverdächtiger Plastizität, während gerade dunkle und Unterwasseraufnahmen etwas detailarm, stellenweise auch verrauscht daherkommen. Der deutsche sowie der Originalton liegen jeweils in unkomprimiertem DTS-HD Master Audio 7.1 vor und überzeugen gerade in den Wasserpark-Szenen mit einer guten und lebendigen Surroundsound-Kulisse, die auch den Subwoofer gehörig arbeiten lässt. Die Extras umfassen einen Audiokommentar, Interviews mit den Darstellern (Selbstbeweihräucherung inklusive), deleted scenes, Bloopers, ein B-Roll, Trailer sowie einige Featurettes zum Film und ein eigener Hasselhoff-Beitrag. Der Blu-ray liegt ein Wendecover bei.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Blu-ray-Umsetzung hätte besser ausfallen können ..., 23. Juli 2012
Die Geschichte um Robinson Crusoe, der nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel strandet und mutig den Kampf ums Überleben aufnimmt, hat die Menschen seit nunmehr fast drei Jahrhunderten in ihren Bann geschlagen ' kein Wunder, dass der Stoff in Hollywood in unregelmäßigen Abständen entstaubt wird, um in Form mehr oder weniger origineller Neuinterpretationen Geld in die trockenen Kinokassen zu spülen. Auch Erfolgsregisseur Robert Zemeckis und Charaktermime Tom Hanks bündelten nach der vielfach Oscar-gekrönten Mär vom reinen Tor ("Forrest Gump") ihre Kräfte für eine zweite Zusammenarbeit, wie sie viel versprechender nicht sein kann: "Cast Away" verlegt die klassische Robinsonade in die schnelllebige Gegenwart und gleicht die Figur des Robinson dem hektischen Rhythmus der heutigen Zeit an ' in Gestalt von Chuck Noland, des arbeitswütigen Systemanalytikers eines globalen Logistikunternehmens, dessen Existenz vom Uhrzeiger bestimmt wird. Eine Rolle, der sich Tom Hanks sichtlich mit Leib und Seele unterwirft: Souverän schüttelt er sein Image vom liebenswerten Tor, der auf einer Parkbank sitzend Analogien zwischen dem Leben und einer Schachtel Praline zieht, ab und liefert einen schauspielerischen Gewaltakt, der ihm zu Recht einen Golden Globe sowie eine Oscar-Nominierung eingebracht hat. Seine Darstellung des zeitfixierten Workaholics, der seine Mitarbeiter auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit einschwört, zu Beginn des Films ist zwar nicht vollkommen überzeugend; Hanks ist einfach nicht der Typ des Effizienz predigenden Problemlösers. Doch ab dem Zeitpunkt, an dem er sich auf das einsame Eiland rettet, legt Hanks eine überzeugende Performance vor, die es ihm ermöglicht, immerhin rund zwei Drittel des Films alleine zu tragen. Anschaulich, wenn auch nicht immer vollständig nachvollziehbar (warum lässt er etwa die angespülten FedEx-Pakete so lange ungeöffnet?) zeigt er einen Mann, dessen bislang so perfekt koordiniertes Leben in Scherben zerfällt und der sich nun auf die widrigen Umstände einstellen muss, will er überleben. Der Wunsch der Beteiligten, diese moderne Robinsonade möglichst glaubwürdig zu erzählen, zeigt die äußerliche Wandlung, die Hanks durchmacht: Der Dreh von "Cast Away" begann mit einem gut genährten Hauptdarsteller, der seine Kilos in einer achtmonatigen Drehpause weghungern musste, bevor die Inselhandlung gedreht werden konnte. Diesen Zeitraum nutzte Zemeckis im Übrigen, um seinen Thriller "Schatten der Wahrheit" (mit Harrison Ford und Michelle Pfeiffer) zu produzieren. Zemeckis stellt mit "Cast Away" einmal mehr sein Geschick als großer Leinwandfabulierer unter Beweis, denn handwerklich brilliert der Film auf mehreren Ebenen: Die ausgeklügelte Kamera liefert beeindruckende Aufnahmen, der bemerkenswert diskrete Einsatz der Spezialeffekte kommt dem Film zugute und sorgfältig gewählte Schnitte sorgen dafür, dass der Film vielleicht des Öfteren langatmig, aber nie wirklich langweilig wird. Einen besonders gelungenen stilistischen Coup stellt die Absenz jeglicher Filmmusik während der Inselhandlung dar, die das Gefühl der Isolation zusätzlich unterstreicht. Ausgesprochen beeindruckend ist auch der spektakulär inszenierte Flugzeugabsturz ' die dramaturgisch wahrscheinlich beste Szene im gesamten Film und auch zwölf Jahre später noch spannend anzusehen. Das eigentliche Tüpfelchen auf dem i sind aber fraglos Chucks Konversationen mit seinem einzigen Gefährten, dem Volleyball Wilson, die einem fast schon ans Herz gehen. Leider traut Zemeckis offenbar der Ruhe seines ambitionierten Ein-Personen-Dramas selbst nicht, denn mit Chucks Entkommen von der Insel flüchtet sich "Cast Away" in ein Filmende, das sich mit dem robinsonadischen Kammerspiel gehörig beißt. Beschäftigt sich der Film bis dato in durchaus authentischer Weise mit dem Überlebenskampf, den Hanks' Figur bestreitet, markiert Chucks Rückkehr in die Zivilisation einen gravierenden stilistischen Bruch: Zemeckis packt den bislang unter Verschluss gehaltenen Hollywood-Kitsch aus und liefert ein Ende, das zwar nicht zur Gänze den Mainstream-Konventionen geschuldet ist, aber einfach überhaupt nicht ins bislang abgelieferte Gesamtbild passt. Schnulzig und emotional total überfrachtet zieht es den Film unnötig in die Länge und erinnert in der Folge ein bisschen an "Forrest Gump"; hier darf sich Alan Silvestri, Zemeckis' langjähriger Stammkomponist, so richtig schön austoben und die Tränendrüsen der Zuschauer bedienen. Auch Chucks Entscheidung, eines der an den Strand gespülten Pakete ungeöffnet zu lassen, um es nach seiner erhofften Rückkehr in die Zivilisation seinem Empfänger zustellen zu können, ist ein Zugeständnis an die Traumfabrik, das vor dem realistischen Hintergrund des Films nicht ganz nachvollziehbar ist. Ein Hohelied auf das amerikanische Kurier- und Postsystem, das Rückgrat der westlichen Zivilisation, das Stürmen, Katastrophen und Schicksalsschlägen trotzt, um seine Mission zu erfüllen! Gott schütze FedEx! Was bleibt also unterm Strich? "Cast Away" ist gewiss kein schlechter Film, im Gegenteil: Hanks spielt groß auf, Zemeckis darf erneut sein Können als Geschichtenerzähler unter Beweis stellen und weiß seine Fans nach Filmen wie "Zurück in die Zukunft", "Forrest Gump" oder "Contact" durchaus zu überraschen, da er sich an eine für ihn neue Erzählweise heranwagt. Aber der stilistische und thematische Bruch, den das durch und durch unausgegorene Ende verschuldet, beißt sich mit der vorangegangene Handlung und nimmt dem ambitionierten Film viel Wind aus den Segeln. Beinahe so, wie wenn "The Hurt Locker" im letzten Drittel in einen Jerry-Bruckheimer-Streifen umgekippt wäre. "Cast Away" ist gut, wenngleich auch etwas langatmig, hätte aber das Zeug zum modernen Meisterwerk gehabt. So bleibt "Cast Away" ein ambitioniertes, aber unausgegorenes Survival-Kammerspiel und ein kitschiger Product-Placement-Marathon, vor dem selbst ein Michael Bay seinen Hut ziehen würde. Kritik zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild (16:9/2,35:1) präsentiert sich recht durchwachsen: Prinzipiell kann von einer soliden Bildqualität gesprochen werden, die jedoch kaum HD-Schauwerte zu bieten hat. Während Nahaufnahmen bei Tag in der Regel gute Schärfewerte aufweisen und einige Details preisgeben, präsentieren sich Distanz-Shots ziemlich weich ' ob es sich dabei um ein Stilmittel handelt oder produktionstechnisch bedingt ist, ließ sich nicht genau bestimmen. Plastizität will sich nicht oft einstellen, in der Folge wirkt das Bild über weite Strecken eher flach; auch Filmkorn macht sich hier und da bemerkbar. Insgesamt ist die Blu-ray zwar ein echtes Upgrade zur DVD, aber für eine vergleichsweise junge Produktion wie "Cast Away" ist das Bild alles andere als referenzverdächtig. Gute drei Punkte bei der Bildbewertung! Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und zaubert eine ordentliche Surroundkulisse in die eigenen vier Wände, die gerade auf der Insel mit all ihren Umgebungsgeräuschen ihre Stärken ausspielt. Beim Umschalten auf die unkomprimierte englische HD-Tonspur machen sich aber doch Unterschiede deutlich bemerkbar, letztere ist der deutschen Tonspur qualitativ in allen Belangen überlegen und gerade bei der Absturzsequenz fast schon referenzwürdig. Warum Paramount auch weiterhin auf deutschen HD-Ton verzichtet, ist nicht nachvollziehbar und rechtfertigt Punkteabzüge ' ebenso wie das nicht vorhandene Bonusmaterial. Kein Audiokommentar, kein Making of, nicht einmal ein lausiger Trailer! Bedauerlich, dass es der üppige Zusatz-Content der Doppel-DVD-Edition nicht auf die blaue Scheibe geschafft hat ' Die Blu-ray Disc kann wahlweise im Amaray oder im schmucken Steelbook erworben werden. Erstere bietet ein Wendecover, bei letzterer lässt sich das FSK-Logo als Sticker abziehen. Inhaltlich sind beide Versionen gleich.
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4.0 von 5 Sternen
Unterhaltsames Abenteuer auf der Maschineninsel, 11. Juli 2012
Wellen der Freude hat das sechste Leinwandabenteuer der Strohhutbande nicht gerade ausgelöst, stattdessen stieß "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" bei vielen Fans von Eiichiro Odas kultigen Anime-Freibeutern auf Ablehnung: So entfremdete sich die Handlung stellenweise vom Original und nahm gegen Ende regelrecht Züge eines Horroranimes an. Den eigentlichen Streitpunkt aber stellte der neue Zeichenstil dar, der Monkey D. Ruffy und die anderen in mehreren Szenen beinahe wie detailarme Karikaturen ihrer selbst wirken ließ. So entschieden sich die verantwortlichen Produzenten, den siebenten Kinoableger wieder in vertrauten Gewässern spielen zu lassen, und engagierten für "Karakuri shiro no Mecha Kyohei" mit Regisseur Kônosuke Uda niemand Geringeren als jenen Mann, der die Anime-Serie bereits erfolgreich auf Kurs gebracht und mit "Das Dead End Rennen" ferner das bislang beste Kinoabenteuer um Ruffys schräge Mannschaft inszeniert hat. BildEine gute Wahl, denn "Schloss Karakuris Metall-Soldaten" ' so der deutsche Titel ' steht dem Original angenehm nahe und macht das merkwürdige Flair des Vorgängers vergessen. Das beginnt mit dem sympathischen Zeichenstil, den viele Fans im sechsten Kinoableger vermisst haben und der den Humor des vorliegenden Films gut unterstreicht, und setzt sich im gelungenen Drehbuch fort: Die Story ist spannend und ideenreich gestaltet, die Gags sind gut gesetzt und an witzigen Sprüchen mangelt es dem Film ebenso wenig wie an Actionszenen und dynamischen Fights ' wobei diese erst in der zweiten Hälfte den Ton angeben. Dazwischen leben die Strohhutpiraten ihre altbekannten und liebenswerten Macken aus, besonders Ruffys kindische Naivität und Lysops aufschneiderisches Gehabe zaubern dem Fan gerne mal ein Grinsen ins Gesicht. Udas Mitarbeit am mittlerweile siebenten Leinwandabenteuer der Strohhutbande macht sich in der Tat positiv bemerkbar, denn ähnlich wie in "Das Dead End Rennen" bemüht sich der Regisseur, das Geschehen möglichst reibungslos in Odas Freibeuter-Universum einzubauen und Bezüge zu Ruffys Welt und zur offiziellen Timeline des Animes herzustellen. In der Folge erscheint der Film nicht wie ein Filler, der zwischen zwei Episoden eingeschoben worden ist und der irgendwie in der Luft hängt, sondern entpuppt sich als durchaus eigenständiges Abenteuer, an dem die Fans ihre Freude haben werden. Merkwürdig muten hingegen die Oberweiten von Nami und Robin an, die aussehen, als hätte sich der Film mittels Product Placement für Silikonimplantate finanziert. Dass Namis Brüste dabei gerne mal in Schwingung versetzt werden, ist gewiss rein zufällig und hat nicht das Geringste mit Fanservice zu tun ' BildEin paar Worte zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild liegt in 16:9 Vollbild vor und punktet mit knackigen Farben und guter Detailschärfe. Zwar lässt sich an ein, zwei Stellen leichte Stufenbildung an den Linien der Figuren erkennen, das ist aber vernachlässigbar, sodass "Schloss Karakuris Metall-Soldaten" mit der bislang besten Blu-ray-Veröffentlichung unter den "One Piece"-Filmen aufwartet. Sowohl der deutsche wie auch der Originalton liegen jeweils in DTS-HD MA 5.1 und in Dolby Digital 2.0 vor, wobei sich der HD-Ton deutlich dynamischer präsentiert. Ärgerlich: Während des laufenden Films kann man weder die Tonspur wechseln noch die deutschen Untertitel zu- oder ausschalten; hierfür muss man den Film abbrechen und ins Hauptmenü zurückkehren. Das Bonusmaterial fällt einmal mehr dürftig aus: Trailershow, Filmcredits, Wendecover ' das war's auch schon. Fazit: Spaßig, actiongeladen, kurzweilig ' so präsentiert sich "Schloss Karakuris Metall-Soldaten". Und auch wenn es nicht ganz an den vierten Kinofilm heranreicht, so gehört es neben "Das Dead End Rennen" und "Der Fluch des heiligen Schwerts" doch zu den besten Abenteuern, die Ruffy und seine Crew bislang auf der Leinwand bestritten haben.
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2.0 von 5 Sternen
In puncto Stil und Story ziemlich gewöhnungsbedürftig ..., 5. Juli 2012
Bereits fünfmal schipperten Eiichiro Odas Anime-Freibeuter über Japans Kinoleinwände, zweimal davon in Spielfilmlänge. Beinahe passend zum Wellness-Flair von Omatsuri Island erhalten Ruffy und seine schräge Crew in ihrem sechsten Kinoabenteuer nun ein Lifting, das sowohl Story als auch Zeichenstil betrifft und an dem sich die Geister der Fans scheiden werden wie an keinem anderen "One Piece"-Film zuvor ' und auch danach. Für "Omatsuri danshaku to himitsu no shima" oder "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" ' so der deutsche Titel ' wurde Mamoru Hosoda als Regisseur verpflichtet, der später mit "Summer Wars" und "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" zwei herausragende Stücke anspruchsvoller Anime-Poesie, die gleichermaßen unterhalten wie auch zum Nachdenken anregen, inszeniert hat. Seinem (einzigen) Beitrag zum "One Piece"-Universum haftet jedoch ein schaler Beigeschmack an, da sich der Film sichtlich nicht entscheiden kann, was genau er nun eigentlich sein möchte. Der Film beginnt als luftig-lockeres Abenteuer mit einer gehörigen Portion Klamauk, wie es der eingefleischte "One Piece"-Fan nicht anders kennt. In der zweiten Hälfte wechselt "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" jedoch zum düsteren Konflikt gegen einen unheimlichen Feind, der eher in einem Horroranime statt in Odas Freibeuter-Saga Platz hat. Diesen atmosphärischen wie inhaltlichen Sprung repräsentiert die farbliche Abmischung, die mit fortschreitender Laufzeit dunkle Farben bevorzugt und die gerade im letzten Drittel kaum noch Ähnlichkeiten zum fröhlich-bunten Anfang aufweist. Prinzipiell ist nichts gegen einen düster-bedrohlichen Touch einzuwenden, ein dunkles Intermezzo in der ansonsten überwiegend heiteren Anime-Serie (selbst die Abenteuer der Strohhutbande auf der Thriller Bark sind allenfalls für die ganz Kleinen gruselig) brächte durchaus willkommene Abwechslung mit sich. Doch dem Film will es dabei nicht so recht gelingen, dem Original die Treue zu halten: Die Atmosphäre des Showdowns steht in krassem Gegensatz zur Anime-Serie und lässt sich mit den "üblichen" boss fights in der Anime-Vorlage nicht vergleichen. Ähnlich sieht es bei den Strohhutpiraten aus: Zwar pflegen sie ihre altbekannten liebenswerten Macken (Zorro und Sanji kriegen sich wieder einmal in die Wolle), aber nicht in jenem Maße, das dem Fan aus der Anime-Serie oder den vorangegangenen Kinofilmen bekannt ist (Lysops Hang zum Maulheldentum wird beispielsweise fast völlig ausgespart). Irgendwie fehlt Ruffys schräger Crew in diesem Film einfach etwas ' Darüber hinaus präsentiert sich die Story über weite Strecken spannungsarm und stolpert öfters mal in den Leerlauf, außerdem schneidet er einige interessante Punkte an, ohne sie aber weiter zu vertiefen, sodass man sich fragt, wozu sie überhaupt angesprochen worden sind. So behauptet ein Gefolgsmann des Barons, dass dieser es problemlos mit dem einstigen Piratenkönig Gol D. Roger habe aufnehmen können und ihm sogar einst begegnet sei. Wer aber nun mehr Infos erwartet, wird jäh enttäuscht, sodass der Film im Hinblick auf die Hintergrundstory der Serie keinen Mehrwert verbuchen kann. Woran sich der Fan möglicherweise ebenfalls stoßen könnte, ist der neue Zeichenstil, der im sechsten "One Piece"-Kinoableger Einzug hält. Zwar lassen sich sämtliche Figuren eindeutig Eiichiro Odas Freibeuter-Universum zuordnen, doch Änderungen im Detail (z.B. keine abgerundeten Kanten) und ungewohnte, teils steril wirkende Computeranimationen lassen die Bilder stellenweise fast wie Karikaturen von Odas Manga-Zeichnungen wirken. Hosodas Stil lässt sich einfach nicht ohne Abzüge mit dem altbekannten "One Piece"-Universum verbinden. Auch die Musik unterscheidet sich vollständig von den früheren Abenteuern der Strohhutpiraten: Sie untermalt die düsteren Bilder der zweiten Filmhälfte zwar durchaus treffend, schraubt damit aber den Kontrast des Films zur Serie zusätzlich in die Höhe. Zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild liegt in 16:9-Vollbild vor und brilliert mit kräftigen Farben und glänzenden Animationen, nur gelegentliche leichte Blockbildung, die die Figurenlinien etwas stufig erscheinen lässt, verwehrt der Blu-ray die Höchstnote. Sowohl der deutsche wie auch der Originalton liegen jeweils in Dolby Digital Stereo und in DTS-HD MA 5.1 vor, wobei sich die HD-Tonspuren deutlich dynamischer präsentieren. Ein ärgerliches Manko früherer Veröffentlichungen hat Kazé leider auch hier übernommen: Während des laufenden Films kann man weder die Tonspur wechseln noch die deutschen Untertitel zu- oder ausschalten; hierfür muss man den Film abbrechen und ins Hauptmenü zurückkehren. Das Bonusmaterial fällt ausgesprochen dürftig aus: Trailershow, Filmcredits, Wendecover ' das war's auch schon. Fazit: Visuell wie inhaltlich ist der sechste "One Piece"-Kinofilm gewiss der gewöhnungsbedürftigste Ausflug der Strohhutbande in die Gewässer der Lichtspielhäuser. Eingefleischte Fans von Ruffy und seiner schrillen Crew werden sich auch "Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel" nicht entgehen lassen, doch mehr als jedes andere Leinwandabenteuer der Strohhutbande wird der sechste Kinoableger die Fangemeinde spalten und nicht gerade auf wenig Ablehnung stoßen.
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4.0 von 5 Sternen
Erstes HD-Abenteuer der Strohhutpiraten, 23. Juni 2012
Vier Kinofilme und ein Ende nicht in Sicht: Japans berühmteste Anime-Freibeuter halten ihren Erfolgskurs und denken nicht daran, die Meere der japanischen Lichtspielhäuser zu verlassen. Im Gegenteil: Nachdem Ruffy und seine aufgekratzte Crew im vierten Leinwandabenteuer bereits die Segel Richtung abendfüllendem Spielfilm gesetzt haben, befahren sie mit "Norowareta seiken" nun erstmals HD-Gewässer. Und in der Tat sah "One Piece" noch nie so gut aus im fünften Kinoableger, der hierzulande unter dem Titel "Der Fluch des heiligen Schwerts" vermarktet wird: Farbenprächtige Bilder und hochwertige Computeranimationen bringen Eiichiro Odas Piraten-Universum lebendig auf die Leinwand, liefern Fights und Actioneinlagen in Hochglanzoptik und unterstützen so die Atmosphäre und den Charme des Films. Letzteres gilt wie gewohnt auch für Ruffy und seine durchgeknallte Mannschaft: Die Dialoge halten einige witzige Sprüche bereit, Lysops legendärer Hang zum Maulheldentum sorgt ebenso für ein paar Lacher wie Ruffys grenzenlos kindisches Gemüt. Dabei unterscheidet sich "Der Fluch des heiligen Schwerts" doch ziemlich von den bisherigen Abenteuern der Strohhutbande ' sowohl von jenen, die aus der Animeserie bekannt sind, als auch jenen, die Ruffy und Co. bislang auf Japans Leinwänden bestritten haben: An die Stelle eines skrupellosen Schurken mit Teufelskräften tritt ein verfluchtes Schwert, das die Welt in ewige Finsternis stürzen will, magische Juwele und alte Legenden sollen helfen, das Böse zu bändigen, und auch die Marine ' der Erzfeind aller Freibeuter ' erhält in diesem Film einen ungewöhnlichen Part; den klassischen Bösewicht vom Schlag eines Sir Crocodile, Arlong oder Enel sucht man vergebens. Damit tanzt das fünfte Kinoabenteuer von Odas Anime-Piraten zwar merklich aus der Reihe, tut dies aber auf ausgesprochen angenehme Weise: Zum einen bietet der Film mit seiner Story eine willkommene Abwechslung zur Serie, gleichzeitig ist er aber ganz ihrem Geist verpflichtet ' womit "Der Fluch des heiligen Schwerts" die Fans nicht enttäuschen sollte. Darüber hinaus bevorzugt der Film über weite Strecken ein gemächliches Tempo, ohne aber ein einziges Mal in Langeweile abzugleiten. Ein paar Worte zur Blu-ray Disc: Das AVC-kodierte Bild brilliert mit kräftigen Farben und glänzenden Animationen, die die Vorzüge des HD-Mediums gegenüber der DVD zur Geltung bringen. Leider kränkelt das Bild in der zweiten Filmhälfte stellenweise an Stufenbildung, die sich als pixelige Linien ärgerlich bemerkbar machen ' knappe vier Punkte. Sowohl der deutsche wie auch der Originalton liegen jeweils in Dolby Digital Stereo sowie in DTS-HD MA 5.1 vor, wobei die HD-Tonspuren klar mehr Dynamik bieten. Ärgerlich: Während des laufenden Films kann man weder die Tonspur wechseln noch die deutschen Untertitel zu- oder ausschalten; hierfür muss man den Film abbrechen und ins Hauptmenü zurückkehren. Das Bonusmaterial hält sich einmal mehr in Grenzen: Eine Trailershow und die Filmcredits ' beide keinen zweiten Satz wert ', daneben hat es auch der witzige Kurzfilm "Die Baseball-Champions" auf die blaue Scheibe geschafft. Darüber hinaus hat Kazé seiner Blu-ray ein Wendecover spendiert. Fazit: Auch mit ihrem fünften Leinwandabenteuer stechen die Strohhutpiraten in unterhaltsame Gewässer, sodass Fans der Animeserie bei "Der Fluch des heiligen Schwerts" getrost zugreifen können.
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