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JKH

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Die Pfütze des Eisbergs
Die Pfütze des Eisbergs
Preis: EUR 4,99

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Kehrseite des Eisbergs, 8. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Pfütze des Eisbergs (Audio CD)
Lange hat Dendemann, das Szene-Urgestein des deutschen Raps schlechthin, seine Fans zappeln lassen, bis er wieder auf Albumlänge zum Mic griff. Seit dem 1. September 2006 steht sein jüngstes Werk, namentlich die "Pfütze des Eisbergs" in den Händlerregalen und man kann nicht anders, als es eine Bereicherung für den deutschen Hip Hop anzusehen.

Egal, ob man langjähriger Dendemann-Supporter ist oder erst mit dem neuen Album auf den Geschmack gekommen ist - erklingt die einzigartige Stimme des kultigen Charismatikers aus den Lautsprechern, kommt sie einem so vertraut vor als würde ein alter Freund, den man lange nicht mehr gesehen hat, zu einem sprechen. Das allein treibt schon so manch nostalgischem Rap-Liebhaber die Tränen die Augen, aber vor allem ist es wohl die Tatsache, dass Dendemann von all seinen Fähigkeiten, die ihn Ruhm erlangen ließen, nichts verlernt hat. Im Gegenteil: Er setzt heute noch Maßstäbe was Themenwahl, Reimqualität und vor allem Wortwitz und originelle Vergleiche anbelangt. Famos, wie er voller Menschenkenntnis und Weisheit aus dem Leben erzählt und uns nebenbei mit brilliantem Einfallsreichtum und einer gesunden Prise Humor zum Schmunzeln bringt.

Genau aus diesen Gründen tut es mir so leid, Dendemann nicht mit runden fünf Sternen + dem Titel "Album des Jahres" zu versehen. Was also fehlt diesem eigentlich perfekten Album? Kurz gesagt: Die Beats machen es schlecht. Die nur kurze Zeit später erschienene "Musikmaschine" von Blumentopf - auch wenn sich ein Vergleich zwischen zwei so unterschiedlichen Alben nicht unbedingt aufdrängt - zeigt wie man Text und Sound harmonisch und passend vereint: So sehr Dendemann textlich up-to-date ist, so sehr mangelt es ihm an kreativen Beats, die die jeweilige Textaussage in seiner Wirkung unterstreichen. Das gleiche gilt für die Hooks, die auf "Die Pfütze des Eisbergs" beliebig und schlecht ausgewählt wirken. Statt zu fesseln und den Hörer zum mehrmaligen Abspielen anzuregen, enttäuscht die musikalische Komponente. Es ist geradezu unbegreiflich wie ein an sich geniales Album auf diese Weise runtergezogen wird, aber die Beats werden den brillianten Texten einfach in keinster Weise gerecht. Nichts gegen trockene und minimalistische Sounds (live mögen die ja noch ihre Wirkung entfalten), aber derart simpel und einfältig muss es dann doch nicht sein. So oft man von der Textqualtität auch nach mehrmaligem Hören noch positiv überrascht wird, so wenig fesselnd ist die Musik schon nach wenigen Malen. Schade um ein an sich brilliantes Album, das aber auch mit den verkorksten Beats und Refrains noch empfehlenswert ist. Dennoch: Führt man sich die textliche Genialität Dendemanns vor Augen, hätte "Die Pfütze des Eisbergs" im Handumdrehen ein Meilenstein werden können - das wurde aber leider verhindert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 17, 2008 2:40 PM MEST


Goldene Zeiten
Goldene Zeiten
Preis: EUR 21,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das nächste starke Album der Firma, 17. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Goldene Zeiten (Audio CD)
Okay, bringen wir es ohne Umschweife hinter uns: Das fünfte Album der Firma, "Goldene Zeiten", kommt nicht an den Vorgänger "Krieg und Frieden" heran. Aber das konnte man auch kaum erwarten, denn es handelte sich um eines der besten deutschen Rap-Alben. Diese unglaubliche Leistung, also 22 beinahe ausnahmslos sagenhafte Songs auf einem harmonischen, durchweg inhaltlich, reimtechnisch und musikalisch hochwertigen Album zusammenzustellen, noch einmal genauso zu wiederholen, war schier unmöglich. Die Firma hatte es also nicht leicht. Und genau deshalb ist es ratsam, an "Goldene Zeiten" mit gedämpfter Erwartungshaltung heranzugehen, um nicht jeglichen Hörspaß gleich im Keime zu ersticken - denn "Goldene Zeiten" ist zwar nicht perfekt, aber immer noch ein sehr gutes Rap-Album. Da wäre die eine positive Lebenseinstellung vermittelende Single "Glücksprinzip", die rundum überzeugen kann. Oder das wunderbar entspannte, herrlich melancholische "Lass los", das mit schönem Beat und verträumter Hook aufwartet. Auch wenn die Firma schon unzählige politische und sozialkritische Songs entworfen hat, ist auch "Was kann ich tun?", das wieder eine ähnliche Thematik aufgreift, wohl auch dank des Klasse-Beats ein Stück geworden, das höchsten Firmen-Fans-Ansprüchen genügen dürfte. Ein weiteres Highlight ist "Wenigstens ham wirs versucht", eine Art Rückblick auf das Schaffen der drei Kölner, der sich intensiv mit deren Absichten und Zielen befasst. Auch hier wieder: Tolle Hook, Hammer-Beat und aussagekräftiger Text.

Es wird also schnell deutlich, dass die Firma nichts verlernt hat und "Goldene Zeiten" einige fantastische Tracks bereithält. Allerdings ist die Konstanz nicht ganz so hoch wie auf "Krieg und Frieden". Manche Songs wurden firmen-untypisch durch RnB-Gesülze ("Wenn wir uns sehen") ein wenig unpassend weichgespült, ein anderes Mal will der Beat mit den Flows von Tatwaffe und Benski nicht so recht zusammenpassen ("Hip Hop"): Man hat irgendwie den Eindruck, dass die beiden MCs vergeblich gegen diesen komplexen, hektischen und etwas überladenen Beat ankämpfen, rhythmisch will Text und Musik nicht wirklich zu einer Einheit verschmelzen. Das war eben auch eine Sache, die "Krieg und Frieden" zu einem fast perfekten Werk gemacht hat: Die Beats waren alle genau auf die Textidee abgestimmt, waren passend und gut, haben sich aber nicht in den Vordergrund gedrängt und damit den Song nicht erschlagen. Das funktioniert meistens auch auf "Goldene Zeiten" so, aber eben nicht immer. Ein paar Lückenfüller sind leider auch dabei, exemplarisch soll hier "Swimming Pool" genannt werden, dessen Hookline aufgrund seiner Belanglosigkeit für sich steht: "Die Sonne scheint und ich spring in den Swimming Pool, ich mach mich locker und geh ne Runde schwimm' im Pool, ich schmeiß ne Party und alle sind im Swimming Pool, springt rein, schwimmt, taucht, kommt mit" - sowas ist man von der Firma eigentlich nicht gewohnt und dürfte wohl auf einem Kindergeburtstag besser aufgehoben sein.

Letztlich sind die genannten Schwächen aber Kleinigkeiten, die "Goldene Zeiten" zwar in ihrer Summe den Klassikerstatus verwehren, aber nicht in Frage stellen können, dass es sich immer noch um ein sehr gutes Rap-Album handelt, das voller starker Songs ist.


Under the Iron Sea (Ltd. Pur Edition)
Under the Iron Sea (Ltd. Pur Edition)
Wird angeboten von VECOSELL
Preis: EUR 10,27

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hopes & Fears, Teil Zwei, 9. August 2007
Nach "Hopes & Fears", dem senstationell eingeschlagenen Debütalbum des Trios um Sänger Tom Chaplin, legt Keane nun mit "Under The Iron Sea" nach. Und das ist aus meiner Sicht eigentlich nur die logische Fortsetzung ihres Erstlings, der nicht nur dank "Somwhere Only We Know" international Beachtung fand.

Keane führen ihren Stil geradlinig weiter; bleiben dem Piano und melancholischen Sound treu. Dass die Grenze zum Kitsch dabei fließend verläuft, wissen Besitzer des Vorgängers bereits, denn auch dort schlingerte man gefährlich über Pathos- und Weltschmerzgewässer, ohne Gott sei Dank vollends in ihnen zu versinken.

War "Hopes & Fears", bei dem sich fast jeder der elf Titel im Gehörgang festbiß, schon sehr konstant in seiner Qualität, ist Keane die nochmals wachsende Professionalität bei dieser durchgängig guten Platte anzumerken.
Auch wenn das direkte Pendant zu "Somewhere Only We Know" fehlen mag, Titel wie "Nothing In My Way", "A Bad Dream" und "Crystal Ball" entschädigen für alles. Auch der Opener "Atlantic" und Single Nummer eins "Is It Any Wonder?" wissen - wie fast alle Tracks des Albums - zu überzeugen.

"Under The Iron Sea" ist wenig experimentiell, weder innovativ noch visionär, sondern bietet einfach das, was Fans in der Regel am ehesten gefällt: Einen soliden Nachfolger eines Debüt-Albums, welches die Erwartungen immens nach oben geschraubt hat. Letztere werden mit "Under The Iron Sea" bestimmt größtenteils erfüllt, gehen Keane doch ihren eingeschlagenen Weg, für den sie damals soviel Applaus geerntet haben, konsequent weiter.


Under the Iron Sea
Under the Iron Sea
Preis: EUR 4,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hopes & Fears, Teil Zwei, 9. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Under the Iron Sea (Audio CD)
Nach "Hopes & Fears", dem senstationell eingeschlagenen Debütalbum des Trios um Sänger Tom Chaplin, legt Keane nun mit "Under The Iron Sea" nach. Und das ist aus meiner Sicht eigentlich nur die logische Fortsetzung ihres Erstlings, der nicht nur dank "Somwhere Only We Know" international Beachtung fand.

Keane führen ihren Stil geradlinig weiter; bleiben dem Piano und melancholischen Sound treu. Dass die Grenze zum Kitsch dabei fließend verläuft, wissen Besitzer des Vorgängers bereits, denn auch dort schlingerte man gefährlich über Pathos- und Weltschmerzgewässer, ohne Gott sei Dank vollends in ihnen zu versinken.

War "Hopes & Fears", bei dem sich fast jeder der elf Titel im Gehörgang festbiß, schon sehr konstant in seiner Qualität, ist Keane die nochmals wachsende Professionalität bei dieser durchgängig guten Platte anzumerken.
Auch wenn das direkte Pendant zu "Somewhere Only We Know" fehlen mag, Titel wie "Nothing In My Way", "A Bad Dream" und "Crystal Ball" entschädigen für alles. Auch der Opener "Atlantic" und Single Nummer eins "Is It Any Wonder?" wissen - wie fast alle Tracks des Albums - zu überzeugen.

"Under The Iron Sea" ist wenig experimentiell, weder innovativ noch visionär, sondern bietet einfach das, was Fans in der Regel am ehesten gefällt: Einen soliden Nachfolger eines Debüt-Albums, welches die Erwartungen immens nach oben geschraubt hat. Letztere werden mit "Under The Iron Sea" bestimmt größtenteils erfüllt, gehen Keane doch ihren eingeschlagenen Weg, für den sie damals soviel Applaus geerntet haben, konsequent weiter.


Play
Play
Preis: EUR 7,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Play (Audio CD)
Meilenstein, Meisterwerk, Klassiker... Jeder dieser Superlative würde das Album halbwegs treffend beschreiben, denn es hat wirklich Maßstäbe gesetzt und es sind gleich mehrere Songs darauf zu finden, die wirklich Geschichte geschrieben haben, zeitlos sind und keinen Vergleich scheuen zu brauchen. Auch wenn sich das Album millionenfach verkauft hat, kommen Lieder wie "Why Does My Heart Feel So Bad?", "Porcelain", "Bodyrock" und Konsorten was Aufmerksamkeit und Stellung in der Musikgeschichte betrifft, immer noch viel zu schlecht weg. Moby hat hier wirklich Großes geleistet und sich als Künstler ein Denkmal gebaut. "Play" gehört sicher zu den bedeutesten Platten seines Jahrzehnts und auch darüber hinaus. An den Titeln, die "Play" enthält, kann man sich kaum satt hören, die melancholische, mit Worten fast gar nicht beschreibbare Stimmung, die gerade "Why Does My Heart Feel So Bad?" und "Porcelain" verbreiten, ist einfach unglaublich. Man muss wengistens diese beiden Songs einfach einmal gehört haben! Das Album experimentiert viel, es ist möglich, dass einem nicht alles auf "Play" gefällt, weil es durchaus unkonventionell ist und nicht nur eine Stilrichtung verfolgt. Doch egal wie, man muss sich eingestehen, dass Worte diesem Album nur schwerlich gerecht werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand "Play" als Fehlkauf abstempeln könnte - und alleine wegen "Porcelain" und "Why Does My Heart Feel So Bad?" sollte man diese Platte unbedingt besitzen.


Insomniac
Insomniac
Wird angeboten von cdgirl666
Preis: EUR 6,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Insomniac (Audio CD)
Mit "Insomniac" ist Enrique Iglesias eine absolut positive Überraschung des Sommers 2007 gelungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken, auf denen nur einige wenige Stücke wirklich überzeugen können, ist auf "Insomniac" weit mehr zu finden als zwei gute Singles, die mit ein bisschen Füllmaterial zu einem Album werden. Es kommt sehr erfrischend her, das Album ist auch in der Breite gut, da fast jeder Song überzeugen kann. Natürlich ist Iglesias beim massentauglichen (Schmuse-)Pop geblieben, aber vielleicht macht gerade das die Stärke seiner Platte aus; er konzentriert sich auf das, was er am besten kann, lässt Experimente sein und klingt dabei trotzdem erfrischend und unverbraucht. Ich muss sagen, dass ich zwar natürlich die bekannten Hits wie "Hero" in positiver Erinnerung hatte, aber Iglesias ein durchweg so gutes Album nicht unbedingt zugetraut hatte. Doch "Insomniac" wirkt wirklich, als hätte Iglesias tatsächlich richtig Lust auf ein neues Album gehabt und auch eine Fülle von Ideen im Kopf. Ferner setzt er sich von zweitklassigen Popsängern nach wie vor durch seine einzigartige Stimme, die er auch gekonnt einzusetzen weiß, ab.


Vollidiot: Der Roman
Vollidiot: Der Roman
von Tommy Jaud
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung, 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Vollidiot: Der Roman (Taschenbuch)
Natürlich hat Tommy Jaud die Welt durch seinen Roman "Vollidiot" um nichts nobelpreisverdächtiges und literarisch anspruchsvolles bereichert, aber man muss neidlos anerkennen, dass er von seinem Metier, der Unterhaltung, viel versteht. Auch wenn "Vollidiot" zum Ende hin etwas absurd wird und damit nachlässt, muss man beinahe pausenlos auflachen, und damit hat das Buch sein Ziel mehr als erfüllt, auch wenn es keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. Es ist leicht zu lesen und somit für Zwischendurch bestens geeignet. Wer keine höheren Ansprüche stellt, als einfach gut unterhalten zu werden, ist mit "Vollidiot", welches meiner Meinung nach auch dem Nachfolgewerk "Resturlaub" deutlich überlegen ist, bestens bedient.


Innere Sicherheit
Innere Sicherheit
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohne Zweifel ein Klassiker, 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Innere Sicherheit (Audio CD)
Es hat etwas gedauert, bis "Innere Sicherheit", das dritte von bisher vier Studioalben vom Mindener Rapper Curse, wirklich bei den Fans ankam. Es ist ein experimentelles, durchaus gewagtes und innovatives Album, auf das man sich erst einmal einlassen muss. Je länger man die Scheibe besitzt, desto deutlicher erkennt man aber den unglaublichen Wert der CD. Den einzelnen Stücken lassen sich auch nach Monaten und Jahren noch neue Facetten abgewinnen, da sie unglaublich vielfältig und komplex sind. Das ist sicher auch der kreativen Machart der CD zu verdanken: Curse setzt als einer von wenigen Rappern statt auf Synthie-Beats aus dem Computer auf eine Vielfalt von Instrumenten, was sicher ein Risiko ist, sich hier aber definitiv auszahlt. Es erhöht deutlich die "Lebensdauer" der Stücke, macht sie fast schon zeitlos und damit hebt sich "Innere Sicherheit" ziemlich krass von anderen Alben ab - aber im positiven Sinne.

Als Beispiele für das Gelingen dieses Unterfangens lassen sich viele Songs auf "Innere Sicherheit" aufzählen: Der Opener "Alles Wird Besser", der von knackigen Bläsern grandios in seiner Aussage unterstützt wird. Dieses aufbruchartige, optimistische, kraftvolle kommt somit perfekt zur Geltung. Es zeichnet Curse aus, dass er für jede Textidee die dazu passende Instrumentierung wählt - somit werden die inhaltichen Effekte verstärkt und alles wirkt optimal aufeinander abgestimmt. Auch bei "Ich Versteh Dich" fügt in diesem Fall die Querflöte nochmal ein gewisses Extra zu den von Liebe handelnden Lyrics hinzu. Das gleiche gilt natürlich auch für "Und Was Ist Jetzt", wohl eines der besten deutschen Rapsongs aller Zeiten. Genauso genial wie die Instrumentierung ist dabei der Flow von Curse: Durch die verschiedenen Emotionen, die er in seine Stimme legt, kann er die vom Song erzeugte Gefühlslage von Resignation, Enttäuschung, Verzweiflung und Trauer zu Wut, Hass und Trotz wandeln. So etwas ist bislang keinem anderen Rapper Deutschlands dermaßen gut gelungen. Es klingt - wie wahrscheinlich der Rest der Rezension auch - bestimmt unglaublich unkritisch, aber damit hat Curse wohl einen Song für die Ewigkeit geschrieben.

Es finden sich noch einige weitere echte Perlen auf "Innere Sicherheit", ob "Widerstand", "Gleichgewicht", "Goldene Zeiten" oder "Rap". Manchmal erschließt sich die Qualität einiger Stücke zugegebenermaßen erst nach einer Weile, aber das zeichnet einen echten Klassiker aus: Die Langlebig- und Vielschichtigkeit. Curse musste für dieses Album durchaus Prügel einstecken. Ich war mir zwar immer sicher, dass es sich um ein gutes Album handelte, aber es dauerte auch bei mir einige Zeit, bis es für mich das mittlerweile sogar beste Curse-Album wurde und eines der besten Rap-Alben generell. Man muss sich mit "Innere Sicherheit" ein bisschen beschäftigen. Da mit sovielen Instrumenten und Stilrichtungen experimentiert wird, könnte man annehmen, dass eine etwas zusammengewürfelte, zusammenhangslose und unharmonische Ansammlung von sperrigen Liedern herauskommen würde, doch das ist definitiv nicht der Fall, besonders wenn man sich einmal für längere Zeit auf das Album eingelassen hat. Daher ist "Innere Sicherheit" für mich zu einem absoluten Klassiker geworden, dass gleichzeitig mit seinem Stil eine absolute Rarität darstellt. Und deswegen empfehle ich jedem Genießer von deutschem Rap, "Innere Sicherheit" eine Chance zu geben.


Resturlaub: Das Zweitbuch
Resturlaub: Das Zweitbuch
von Tommy Jaud
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fällt gegenüber "Vollidiot" ab, 1. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Resturlaub: Das Zweitbuch (Taschenbuch)
Obwohl dies eine Rezenension eines enttäuschten Lesers ist, bin ich keiner, der Tommy Jauds Büchern generell nichts abgewinnen kann. Vielmehr hat mir "Vollidiot" durchaus gut gefallen, es war zwar nicht nobelpreisverdächtig, aber den Witz und Humor konnte man dem Buch nicht absprechen. Daher hoffte ich auch bei "Resturlaub" auf eine leicht zu lesende, unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch. Leider traf nur die erste Erwartung wirklich zu. Dass "Resturlaub" genau wie "Vollidiot" schnell und locker zu lesen war, war wohl der Grund, warum ich es überhaupt zu Ende gebracht habe. Wobei der Beginn wenigstens stellenweise noch ans Erstlingswerk anknüpfen kann. Doch ab dem Ortswechsel von Bamberg nach Rio gehen Jaud endgültig die Pointen aus, da hier sein letztes humoristisches Mittel nicht mehr greift: Die treffende, überspitzte Beschreibung und Aufs-Korn-Nehmen des deutschen Durchschnittsbürgers ist, da sein Hauptprotagonist nun mehrheitlich mit Menschen anderer Nationalität interargiert, nun nicht mehr möglich. Weil Jaud diesen Mangel an Humor nicht mit anderen Zutaten kompensiert, dümpelt das Buch die meiste Zeit nur dahin. Nicht, dass "Vollidiot" ein absolutes Meisterwerk wäre und nicht auch seine Längen gehabt hätte, aber "Resturlaub" ist leider nochmal eine deutliche Ecke einfalls- und belangloser.


Lifeshow
Lifeshow
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 6,48

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Olli Banjo hält auch auf "Lifeshow" sein Niveau, 1. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Lifeshow (Audio CD)
Olli Banjo bleibt auch mit seinem nächsten Album "Lifeshow" einer der besten Rapper Deutschlands: sein unverwechselbarer Flow, seine gute Reimtechnik und die originellen, klischeelosen Texte bleiben die wichtigsten Merkmale des Ausnahme-Rappers. "Lifeshow" profitiert dabei auch von den abwechslungsreicheren Beats, was daran liegt, dass die Beats diesmal von mehreren Produzenten stammen - aber ohne dass das Album zur losen Ansammlung von Tracks ohne roten Faden wird. Der Titeltrack mit Jonesmann, "Lifeshow", überzeugt mit einem unglaublichen Beat und fantastischem Flow, was ihn zum Anwärter auf den Track des Jahres macht. Genial ist auch die Freiheits-Hymne "Ich Bin Frei". Unnachahmlich wie fantastisch er seine Textidee umsetzt und der Song immer gegen Ende einer Strophe auf einen Höhepunkt zusteuert. Durch Veränderungen in Tonfall und Stimmeinsatz ein Gefühl so perfekt rüberzubringen hat bisher in Deutschland wahrscheinlich nur Curse auf "Und was ist jetzt" hinbekommen. Entspannt ist der Track "Am Riden" geworden, der mit Star-Feature Chamillionaire ausgestattet ist. Auch sonst gibt es mit "Gimme the Light", "Deine Sprache", "Komm ans Fenster", "Papa" und "Bayern München" noch einige absolute Burner zu entdecken, die "Lifeshow" zu einem Must-Have machen. Auch wenn wie bei jedem Banjo-Album Tracks dabei sind, die einen persönlich nicht so ansprechen (Was wohl an der Eigenwilligkeit von Olli Banjo liegt) und die RnB Hooks für meinen Geschmack ein bisschen zu oft auftauchen und zu sülzig geraten sind, ist "Lifeshow" ein unglaublich gutes Hip Hop Album geworden und eines der ersten Werke 2007, die man wirklich haben sollte.


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