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Rezensionen verfasst von
Jana Oltersdorff "windjaeger"

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Mit Zähnen und Klauen: Horror-Thriller von Bestseller-Autor Craig DiLouie
Mit Zähnen und Klauen: Horror-Thriller von Bestseller-Autor Craig DiLouie
Preis: EUR 2,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und dann kamen die Tollwütigen, 8. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Der apokalyptische Horrorroman "Mit Zähnen und Klauen" war mein erstes Buch vom amerikanischen Autor Craig DiLouie. In Deutschland erschien die Geschichte im kleinen, feinen Luzifer-Verlag. Ich hatte das Glück, ein Exemplar als Ebook zu gewinnen und machte mich sogleich an die Lektüre.

Im Großen und Ganzen lässt sich das Buch mit dem fies-genialen Cover problemlos in das Untergenre der Zombie-Fiction einordnen, obwohl es sich hier streng genommen nicht um Zombies handelt, die die Menschheit bedrohen. Wir befinden uns in New York. Erst wird die Zivilisation von einer Art fieser Grippe namens "Hongkong Lyssa" dahingerafft, dann mutiert die Seuche zur nächsten Stufe: Die Tollwütigen kommen. Und sie zerfetzen alles, was ihnen zwischen die Zähne und in die Klauen kommt - sprichwörtlich.

Wir verfolgen die grauenhaften Geschehnisse aus Sicht einer Militäreinheit, die gerade erst frisch aus dem Irak abkommandiert worden ist, um ihr Land nun vor der eigenen Haustür zu verteidigen - gegen einen schier übermächtigen Feind. Einen eindeutigen Protagonisten gibt es nicht, stattdessen wechselt die Perspektive ständig zwischen einer Handvoll ausgewählter Charaktere hin und her. Das und die Tatsache, dass ich absolut keine Ahnung von Militär, militärischen Fachausdrücken und Rängen habe, machte es mir vor allem anfangs etwas schwer, in die Handlung reinzukommen. Wer ist wer? Wer hat etwas zu sagen, wer trifft die Entscheidungen? Was genau ist die Mission, und wer legt sie fest? Irgendwann aber gelang es mir, mich einfach auf die Geschichte einzulassen. Spätestens ab den Ereignissen in dem Forschungslabor war ich mittendrin und verfolgte atemlos, wie New York einfach überrannt und ausgelöscht wird.

Seltsam distanzierter Stil, der aber zu faszinieren und zu bannen weiß, gewürzt mit einem Schuss Zynismus und dezent garniert mit ein wenig Gesellschaftskritik. Lässt sich sehr gut lesen, und man muss auch nicht unbedingt Experte für Militär und Waffenkunde sein. Verdammt hart und düster und deshalb definitiv nichts für Feingeister und Lebensbejaher, die auf ein Happy End beharren, so viel darf ich verraten. Ich entdecke ja die Zombieliteratur gerade erst für mich und glaube, mit Craig DiLouie einen der beeindruckendsten Autoren dieses Genres gefunden zu haben.

Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 bluttriefenden Punkten.


Nach(t)Sicht: Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene
Nach(t)Sicht: Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene
von Jo Jansen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene, 1. März 2014
Rezension

"Nach(t)Sicht"
Jo Jansen

Jo Jansen, bekannt für ihren Krimi "Der Leberwurst-Mörder", lernte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2013 kennen. Einige Zeit später machten wir einen Buchtausch: sie erhielt meinen "Zwischenstopp", ich erhielt ihre Krzgeschichtensammlung "Nach(t)Sicht", natürlich mit einer sehr lieben, persönlichen Widmung.

14 Kurzgeschichten hat die Autorin diesem Büchlein versammelt. Dabei zeigt sie die Bandbreite ihres schriftstellerischen Schaffens. In der einen Geschichte sucht eine Single-Frau nach dem Glück, in der nächsten trifft eine Spaziergängerin im Wald auf einen Kobold. Dann wird es fast ein wenig märchenhaft, wenn man die Geschichte vom "wichtigen Mann" liest. Doch mir persönlich gefielen vor allem die Geschichten, in denen es düsterer, makaber und manchmal recht boshaft zuging. Natürlich liegt das sicherlich auch daran, dass ich diese Art von Geschichten nun einmal bevorzuge, aber es hat auch ganz viel damit zu tun, dass Jo Jansens erzählerisches Talent besonders in diesen dunklen Geschichten zum Vorschein kommt.

Da erlebt eine junge Frau den Alptraum schlechthin, als ihr Freund mitsamt seiner Familie während eines Hotelaufenthalts spurlos verschwindet und ihr alle sagen, sie sei doch allein angereist. Da ergreift ein Dämon Besitz von einem Menschen, und das ist so raffiniert erzählt, dass ich eine Weile brauchte, um zu begreifen, was da eigentlich genau passiert. Eine Mutter will die Abwesenheit ihres Sohnes nutzen, um endlich mal in seinem Zimmer zu putzen und entdeckt etwas Seltsames unter dessen Bett. Und eine Frau, die von ihrem gehässigen Ehemann dazu getrieben wird, abzunehmen, beendet ihr Leiden auf äußerst - na, sagen wir mal - makabre Art und Weise.

Eine schöne Sammlung von Geschichten, die sich tatsächlich bestens dazu eignen, abends vorm Einschlafen noch ein klein wenig Lektüre zu betreiben, genauso wie es der Untertitel dieses Buches empfiehlt. Wer gute "Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene" sucht und sich nicht auf ein Genre beschränken möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen!


Der Pakt des Seelensammlers (Horror-Thriller)
Der Pakt des Seelensammlers (Horror-Thriller)
Preis: EUR 2,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und im Schnee, da lauern sie, 8. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich stieß auf diesen Roman im Forum von lesen.net, wo Martin Krüger am 01. Januar 2014 sein Debüt vorstellte. Er wurde ziemlich schnell von aufmerksamen Forenmitgliedern auf die vielen Tipp- und Grammatikfehler hingewiesen, und auch am Cover gab es einiges zu mäkeln. Aber Krüger ließ sich davon nicht einschüchtern, nahm die Verbesserungsvorschläge an, arbeitete am Manuskript und gestaltete ein komplett neues Cover. Da ich das Buch in genau diesem Zeitraum las, habe ich noch eine Version gelesen, die es so längst nicht mehr gibt, weil sie durch eine verbesserte ersetzt wurde. Und das ist auch gut so. Denn Martin Krügers Horror-Thriller ist es allemal wert. Die Rundum-Kur hat dem Buch gut getan, das neue Cover passt viel besser und deutet schon ganz vage auf die Bedrohung hin, mit der die Protagonisten in Krügers Geschichte konfrontiert werden.

Worum geht es hier überhaupt? Das sagt der Klappentext:

„Diesen Ort werden Sie nie mehr verlassen. Ein Hotel in den Bergen Washingtons. Für Jack Carver, Schriftsteller und Lieferwagenfahrer, endet eine gewöhnliche Dienstfahrt im Chaos. Als ein Wintersturm heraufzieht und das Hotel mitsamt allen Gästen inmitten von Schneemassen einschließt, wird aus Urlaubsvergnügen ein tödlicher Kampf ums Überleben. Es wird kalt, eisig kalt. Stimmen flüstern im Sturmwind. Bald begreift Carver, dass dies kein gewöhnlicher Blizzard ist, der sie von der Außenwelt abgeschnitten hat. Etwas regt sich im dichten Schneegestöber. Und was auch immer dort draußen lauert, wird nicht ruhen, ehe sein Hunger gestillt ist …“

Macht schon mal neugierig, nicht wahr? Im Grunde haben wir hier einen Klassiker des Suspense Genres: Eine Gruppe von Menschen wird in einem Raum, in diesem Fall in einem Hotel, eingeschlossen, etwas bedroht sie von außen, einen nach dem anderen erwischt es, und jeder könnte das nächste Opfer sein. Klingt nach „10 kleine Negerlein“. Aber nur auf den ersten Blick. Der Schneesturm, der draußen tobt und Jack Carver und die anderen zwingt, im Hotel zu bleiben, ist nur eine Begleiterscheinung, in deren Windschatten sich die wahre Gefahr anschleicht. Im Schnee lauern Schrecken, die den Eingeschlossenen im wahrsten Sinne des Wortes das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der Schnee dient in Krügers Geschichte nicht nur dem Zweck, das Blut der Opfer noch dekorativer spritzen zu lassen. Er erfüllt hier eine Funktion, die ihn zu einer lebensbedrohlichen Substanz werden lässt. Und mit den Monstern, die im Sturm lauern – so viel darf ich verraten – hat der Autor sich etwas Feines ausgedacht: sie sind hässlich, sie sind bösartig, sie sind echt gruselig, und nichts scheint sie aufhalten zu können.

Krüger versteht es, die Spannung aufrecht zu halten. In kurzen Kapiteln wird die Geschichte in knackigen Sätzen erzählt. Dabei wechselt die Perspektive zwischen Jack und einigen Nebencharakteren. Zwischendurch werden Anmerkungen von einem alles überschauenden auktorialen Erzähler eingestreut, doch wirkt das ganz passend und sorgt für die richtige Erwartungshaltung beim Leser. Eine meiner Lieblingsszenen ist die mit den Indianern am zugefrorenen See, aber mehr will ich darüber nicht verraten.

Auch die Auflösung hat mir gefallen. Ein wenig indianische Mythologie, ein bisschen Satan und jede Menge Schnee, der nicht schmelzen will. Krügers Stil sagt mir sehr zu. Irgendwie fühlte ich mich stellenweise an meine großen Vorbilder erinnert. Unterhaltungen mit dem Autor zeigten mir übrigens, dass ich richtig lag. Wir verehren dieselben namhaften Autoren (Stephen King!).

Wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann vielleicht die Tatsache, dass es ruhig weniger Personen hätten sein können, auf die der Fokus gelegt wird. Manchmal musste ich zurückblättern, um mich zu erinnern, wer Lange, Steffen oder Henry waren. Jack, Miranda und Jim, den Hotelchef, hatte ich dagegen klar vor Augen. Und die eine oder andere „ruhigere“ Szene hätte man bestimmt noch etwas straffen können – da waren schon noch ein paar Längen drin, für die aber die actionlastigen Szenen auf ganzer Linie entschädigten.

Mein Fazit: Gut geschriebener Horror-Thriller, der es versteht, den Leser bei der Stange zu halten und der mit einigen interessanten Protagonisten sowie wirklich gruseligen Monstern aufwartet. Trotz einiger immer noch vorhandener Tipp- und Kommafehler (die aber sicher auch bald ausgemerzt werden - der Autor arbeitet permanent am Manuskript) spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Und denkt dran: Es sind die Weißen. Die Weißen, Jack!

Von mir gibt es vier von fünf blutigen Eiszapfen.


Ins Dunkle. Eine Horrorgeschichte
Ins Dunkle. Eine Horrorgeschichte
Preis: EUR 0,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ziemlich gruselig, 2. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ohne zuviel zu verraten, aber Horror mit Kindern geht mir immer besonders an die Nieren. Toll geschrieben in einem schnörkellosen Stil, der mir sehr zusagt. Da gibt es ein paar lose Fäden, von denen ich gern mehr erfahren hätte, manches wird nur angedeutet, was ja auch typisch für eine Kurzgeschichte ist. Der erste Text, den ich von dieser Autorin gelesen habe. Hat mich neugierig gemacht!


DIABOLOS: Das dunkle Buch
DIABOLOS: Das dunkle Buch
von Steffen Janssen
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Anthologie in toller Aufmachung, 21. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: DIABOLOS: Das dunkle Buch (Broschiert)
Diese Anthologie aus dem Luzifer-Verlag hat wohl eines der geilsten Cover des Jahres. Eine meisterhaft dargestellte dämonenhafte Gestalt, seelenlose Augen, die Gier ausstrahlen, ein weit aufgerissenes Maul, aus dem Geifer tropft, der mit Sicherheit tödlich giftig ist. Und dazu der Titel: Diabolos. Da weiß man doch gleich, woran man ist. Zartbesaitete werden hoffentlich davon abgehalten, dieses Horror-Machwerk auch nur zu berühren, und wahre Gourmets des Genres dürften beherzt zugreifen und sich zu Recht auf herrlich gruseligen Lesegenuss freuen.

Ich will gern auf einige der Texte im Einzelnen eingehen:

Gleich der erste Beitrag "Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod" von Vincent Voss hat den mit Abstand besten ersten Satz der gesamten Anthologie. Hätte ich die darin als Rückblick eingeschobenen Passagen nicht als etwas zäh und langatmig empfunden, wäre diese Geschichte mit Sicherheit unter meinen Top-3-Favoriten gelandet. Der Hauptplot jedenfalls ist richtig spannend und packend.

"Die Verschwörung" von Dirk Alt fand ich auch ziemlich spannend und unterhaltsam zu lesen. Bis zum Schluss hadere ich als Leserin mit der Frage, wieviel von dem, was der Protagonist erlebt, Einbildung ist und wieviel Realität.

Die gesellschaftskritisch angehauchte Story "Penner" von Thomas Backus hat mir ausgesprochen gut gefallen. Gerade weil der Realitätsbezug so klar war, weil die geschilderten Vorkommnisse sich so authentisch anfühlten, als könnte genau so etwas wirklich geschehen, stellte sich bei mir ein sehr "echtes" Horrorgefühl ein.

Aus der Feder von Michael Dissieux stammen gleich zwei Beiträge: "Der Fluch der Hexe" und "Das dunkle Vermächtnis". Beide spielen in einem unheimlichen englischen Städtchen namens Arc's Hill, beiden haftet ein gewisser altmodischer Charme an, ein bisschen Horror der alten Schule, dennoch tragen beide die für Dissieux so typische Handschrift. Mir persönlich gefiel die Geschichte von der Hexe besser. Sie erschien mir wie eine klassische Geistergeschichte, aber mit einem verdammt hohen Gänsehautfaktor, noch dazu mit einer tragischen Beinote und einem üblen Ende.

Apropos übles Ende. Ich liebe Bad Ends. Das beste hat meine Lieblingsgeschichte aus diesem Buch: "Wie die Lemminge" von Torsten Scheib. Bei dieser abgedrehten Story hatte ich am meisten Spaß. Bitterböse und mit deftigem, schwarzem Humor gewürzt.

Last but not least möchte ich hier die letzte Geschichte im Buch erwähnen, die beweist, dass das Beste eben doch gern zum Schluss kommt. Rona Walter lässt hier einen dandyhaften Soziopathen in Aktion treten, der seinen eigenen Spielregeln zum Opfer fällt. Schon im ersten Absatz wird de Quincey perfekt charakterisiert. Auch hier ist wieder feiner schwarzer Humor eingearbeitet, und von Rona Walters wundervollem Stil konnte ich mich ja schon bei ihrem Buch "Gläsern" überzeugen.

Die anderen Beiträge aus der Anthologie erwähne ich jetzt nicht weiter, weil sie mir entweder nicht so zugesagt haben oder mir einfach nicht so im Gedächtnis hängengeblieben sind. Aber so ist das eben bei Anthologien: Selten passiert es, dass mir jede Geschichte gleich gut gefällt oder jeder Beitrag meinen persönlichen Geschmack trifft. Anthologien sind ein bisschen wie Wundertüten - man weiß nicht genau, was drin steckt, aber das ist ja gerade das Tolle daran.

So setzt sich meine persönliche Diabolos Top 3 aus diesen Geschichten zusammen:

Torsten Scheib - "Wie die Lemminge"
Rona Walter - "Classico"
Michael Dissieux - "Der Fluch der Hexe"

Gern gelesen und für Freunde des deutschsprachigen Horrors absolut empfehlenswert - erst recht für solche, die es werden wollen.


Wurmstichig
Wurmstichig
Preis: EUR 2,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitterböse, widerlich und richtig gut!, 5. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wurmstichig (Kindle Edition)
Ich muss einfach 5 Sterne geben. Ein geniales Buch, eine originelle, teuflisch böse Geschichte. Ein Protagonist, der eigentlich komplett unsympathisch ist, und doch fieberte ich mit ihm und hoffte für ihn auf ein glimpfliches Ende. Toller Schreibstil, abartiger Horror, gepaart mit einer guten wohldosierten Portion schwärzesten Humors. So muss Horror!
P. S. Ich würde jetzt gern einen Apfel essen, aber der hat so komische Stellen, ich befürchte, er ist bereits befallen...


Route 666: Höllische Geschichten
Route 666: Höllische Geschichten
Preis: EUR 0,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Höllisch gut!, 27. Juni 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Hat mir sehr viel Spaß gemacht, diese drei höllischen Geschichten zu lesen. Alle drei sind auf ihre Weise originell und besonders. So richtig doll gruselig fand ich eigentlich keine, aber spannend, verrückt und faszinierend! Besonders die dritte Story über die "Reise nach Malignia" ist total abgefahren. Eine solche Idee ist mir nie zuvor untergekommen. Die erste Geschichte ist ziemlich böse, in der zweiten schwingt Melancholie und etwas Märchenhaftes mit. Ich wurde nicht immer mit den Dialogen warm, aber die Charaktere und abenteuerlichen Ideen haben mein Herz erobert!


Die Nacht der Yacadeen
Die Nacht der Yacadeen
Preis: EUR 1,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grusel mit sinnlichem Touch, 23. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht der Yacadeen (Kindle Edition)
Drei schöne Kurzgeschichten, wobei mein Favorit die letzte war, einfach von der Idee her. Auch die zweite "Verrückt nach Luzifer" konnte mich überzeugen. Die Autorin verarbeitet geschickt unheimliche Begebenheiten und Begegnungen mit sinnlicher, ja schon erotisch angehauchter Stimmung. Davon lässt man sich in einer lauen Sommernacht doch gern einmal verführen.


Stumpfsaft - Bericht aus Bezirk 12 (Dystopische Kurzgeschichten)
Stumpfsaft - Bericht aus Bezirk 12 (Dystopische Kurzgeschichten)
Preis: EUR 0,98

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krass, 13. April 2013
Ich kann gar nicht sagen, warum mir diese Geschichte so verdammt gut gefallen hat. Liegt es am trocken-zynischen Ich-Erzähler? Ist es die düstere Zukunft, die hier so hart und abscheulich beschrieben wird? Oder das unglaubliche Ende, bei dem ich nur noch denken konnte: Ach du Sch... das auch noch!
Genial - böse - schrecklich. Verdammt gut!


Vampire Cocktail - Geschichten aus der Vampirwelt
Vampire Cocktail - Geschichten aus der Vampirwelt
von Stefanie Mühlsteph
  Broschiert
Preis: EUR 11,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bunter Mix - Genau wie ein Cocktail sein muss, 25. März 2013
Ich habe heute meine Rezension endlich fertiggestellt und möchte hier an dieser Stelle auf jede der 16 Geschichten einzeln eingehen (okay, auf fast jede).

Stephanie Mühlsteph - "Bittersüß wie Absinth"
Als Auftaktgeschichte hätte ich diesen Beitrag nicht gewählt, und zwar weil mir der Überraschungsmoment fehlt. Es mangelt irgendwie an Spannung. Jedoch wird die Geschichte von Vampirdame Ava, die in einer Steampunk-Version von London auf den Vampir Mathew wartet, den sie im Auftrag der "Sippe" töten soll, in einer sehr stimmungsvollen Sprache erzählt. Der Stil schwelgt in bildhaften Beschreibungen und vielen kleinen Details, die diese fremde und doch bekannte Welt lebendig werden lassen.

Denise Mildes - "Legenden"
Eine heruntergekommene New Yorker Bar wird zum Schauplatz einer wahrhaft legendären Begegnung zwischen einem Vampir und dem ... ich will nicht zu viel verraten! Obwohl aus der Ich-Perspektive geschrieben, was mir persönlich meist nicht so gefällt, hat mich dieser Beitrag überzeugt. Der klare, schnörkellose, dennoch bildhafte Sprachstil ist toll und die Sache mit den Barhockern, die erzeugte bei mir sogar eine Gänsehaut! Die Auflösung ist ziemlich raffiniert. Aber wieso steht im letzten Absatz "Manchester", wo doch eingangs "Manhattan" als Arbeitsstätte des Protagonisten genannt wird?

Michael Zandt - "Unter dem Nebelmond"
Eigentlich handelt es sich um eine bierernste Geschichte über uralte Vampire und ein unheimliches Ritual. Vampire haben sich in unsere Gesellschaft integriert, es existieren geheime Absprachen mit den Behörden inklusive Aufenthaltsgenehmigungen und Tötungslizenzen. Tolle Sprache, mitreißend erzählt. Macht definitiv Lust auf mehr. Vorne schrieb ich "eigentlich". Damit beziehe ich mich auf den ersten Lacher, den ich in dieser Anthologie beim Lesen herausließ: Die Stuttgarter Kickers verteidigen einen Titel? Ja nee, is klar!

Diana Scott - "Fang mich, wenn du kannst"
Wenn ich das so sagen darf: Mir ist der Titel zu klischeehaft. Normalerweise hätte ich diese Geschichte nicht gelesen, aber ich wollte ja jeden Beitrag lesen. Dann startet die Geschichte auch noch mit dem abgedroschenen Blick in den Spiegel und einer detailreichen Beschreibung des Outfits und des Aussehens der Protagonistin. Auweia. Noch ein Klischee! Irgendwie ist mir die Begegnung der jungen Dame mit dem Traummann von einem Vampir zu schwülstig und - Verzeihung, dass ich das Wort noch einmal verwende - klischeehaft. Alles ist so perfekt, die Körper sind perfekt, immer wieder werden die äußeren Vorzüge beider Darsteller genauestens beschrieben. Die Geschichte ist wahnsinnig sinnlich, mir persönlich aber war das zuviel des Guten.

Sabine Frambach - "Kleiner Zauber"
Eine verdammt kurze, verdammt witzige Geschichte! Vampir Jakub will seine verstorbene große Liebe Nadia wieder zum Leben erwecken - mit Hilfe eines magischen Cocktails. Er übersieht bei der Zubereitung aber ein kleines, entscheidendes Detail - mit gar schrecklichen Folgen! Die amüsante Geschichte sprüht vor Einfallsreichtum, Ironie, Humor und Charme. Eine sehr orginelle Umsetzung.

Bianca Brack - "Auf dem Weg zum Mars trinke ich nie Bloody Mary"
Mit dieser Geschichte hatte ich so meine Probleme. Irgendwie mag ich sie, schon weil ich es Klasse finde, dass die Autorin ein SciFi-Setting an Bord eines Raumschiffs irgendwann in der Zukunft gewählt hat. Vampire im Weltraum - das hat man schließlich auch nicht oft. Nun kommen leider ein paar Abers: Die prall gefüllte Vorgeschichte der Protagonistin plus kleiner Abriss der Menschheitsgeschichte von 2009 bis etwa 500 Jahre in die Zukunft auf knapp zwei Seiten? Dieser Infodump hat mich fast schon überfordert. Wie sehr Tanja ihres eigenen Vampir-Daseins überdrüssig ist, kommt zunächst nicht rüber. Sie scheint es eigentlich sehr zu genießen, so mein Eindruck. Deshalb fand ich ihre Bereitschaft zu sterben, ihre Sehnsucht nach einem Ende zu plötzlich. Was mir nicht so logisch erscheinen wollte, war die Sache mit der Entsorgung der Leichen. Da kann also jeder einfach so an die Luftschleuse und Leichen ins All befördern, ohne dass jemand etwas merkt? Ja, gibt es denn in der Zukunft keine Überwachungskameras und Zugangskontrollen mehr?
Das Ende stimmte mich aber wieder versöhnlich, das fand ich schön gelöst und angenehm melancholisch.

Marcus Heitkamp - "Bloody Brain"
Der Humor, den der Autor hier eingearbeitet hat, gefällt mir sehr, sehr gut. Schöne Seitenhiebe auf verschiedene Highlights der Menschheitsgeschichte - am besten fand ich den "langhaarigen Bombenleger"! Die Geschichte ist deftig und mit einer ordentlichen Portion Erotik gewürzt. Knackig erzählt und mit einem ungewöhnlichen Cocktail garniert.

Alessandra Reß - "Neonnacht"
Eine junge Frau wird von Persephone, einer mächtigen Vampirin, in die geheime Welt der übernatürlichen Wesen entführt und eingeladen, eine von ihnen zu werden. Der Trip, auf den Persephone sie mit Hilfe einer Kombination aus Cocktail und Shisha mitnimmt, ist der totale Synästhetik-Rausch: alles schwimmt in leuchtenden Farben, die Nacht wird zur Neonnacht. Die Dialoge und die eingebaute Anspielung auf Twilight fand ich jetzt nicht so richtig gelungen, mir war die Vampirin auch viel zu nett, aber das geht ja vielleicht nur mir so.

Sabrina Železný - "Pisco Sour, Pishtaco Sour"
Den Titel fand ich etwas sperrig, aber viel mehr habe ich an dieser originellen Vampirgeschichte nicht auszusetzen. Angesiedelt in einer äußerst exotischen Umgebung, treffen zwei Vampire unabhängig voneinander auf zwei Wesen, die keine Menschen sind und ihnen womöglich sogar gefährlich werden können. Eine Verwechslung endet tödlich, aber für wen, das verrate ich jetzt nicht. Liest sich sehr gut, ich kam schnell rein und ließ mich mitnehmen. Die tolle Auflösung hat mich tatsächlich total überrascht!

Stefanie Bender - "Blutcocktail"
Auch hier hatte ich so meine Probleme. Zum Beispiel konnte ich zu keinem der Protagonisten eine Beziehung aufbauen, sie blieben mir fern, ich konnte mit keinem von ihnen mitfühlen. Die Vampirkönigin war mir zu lasch - sie hätte sich einfach nehmen sollen, was sie wollte! Die Auflösung fand ich dann wieder recht schön, aber fast ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Sigrid A. Urban - "Insiderwissen inklusive"
Einem Schriftsteller wird seine Neugier zum Verhängnis. Schon ganz schön abgefahrene Geschichte, die mir stellenweise arg konstruiert vorkam. Aber sie ist in einem sehr unterhaltsamen Stil geschrieben, ich mochte die Geschichte. Äh, eine Frage hätte ich noch: Wo genau hat der Vampir reingebissen???!!

Nina Sträter - "Garvamore, der beste Single Malt der Welt"
Diese Geschichte hat mir ausgesprochen gut gefallen! Der Reporter Sprenger und der Fotograf Plotz sind wirklich ein tolles, kauziges Gespann - wie ein altes Ehepaar! Es geht um eine exklusive Whiskyverkostung. Auf dem Getränk scheint aber ein Fluch zu liegen, der mit der düsteren Legende über einen Vampir zu tun hat. Klingt erstmal nicht wirklich spektakulär, aber die Autorin hat unglaublich spannend erzählt und ein, zwei Mal wurde ich als Leserin ganz schön an der Nase herumgeführt - Respekt!

Olaf Lahayne - "Spielhölle"
Interessante, ungewöhnliche Variante, denn ein richtiger Vampir kommt hier gar nicht vor. Lediglich die Location, ein Casino im Stil eines Gruselschlosses, erinnert noch an das Thema der Anthologie. Der geheimnisvolle Fremde, der der Protagonistin seine spezielle Gabe weitergeben will, ist jedoch etwas ganz Anderes als ein Vampir. Immerhin: Cocktails werden hier auch konsumiert. Ich bin unsicher, wie ich die Geschichte einordnen soll. Das mag an meiner Erwartungshaltung liegen. Dennoch: irgendetwas hat sie.

Leonie Sielska - "Miami Nights"
Es geht um jede Menge Vampire und jede Menge Werwölfe. Die können einander nicht wirklich leiden und der Waffenstillstand, der zwischen ihnen herrscht, ist dünn und bröckelt, als Vampirdame Marianna in eine Falle hineinstolpert, die sie als Wolfsmörderin hinstellt. Irgendwie liest sich diese Geschichte nicht wie eine Kurzgeschichte, eher wie ein Auszug aus einem längeren Roman. Die Ausmaße, die Welt, die die Autorin hier geschaffen hat, sind geradezu episch und wären tatsächlich für eine schlichte Kurzgeschichte viel zu schade. Allerdings muss ich gestehen, dass mich die Konstellation Vampire vs. Werwölfe nicht mehr wirklich lockt. Lediglich die Location (Florida) fand ich für eine Vampirgeschichte recht reizvoll.

Sven Linnartz - "Der Gast ist König"
Bei diesem Text handelt es sich im Grunde genommen um keine Kurzgeschichte, sondern eher um eine Art Selbstportrait eines arroganten, fast schon hysterischen Clubbesitzers, der einen ganz besonderen Deal mit den Vampiren am Laufen hat. Der Text tropft vor Zynismus und leider fehlt die Spannung. Ich bin mir sicher, man hätte diese Idee auch als richtige Kurzgeschichte verarbeiten können, die hätte mir wahrscheinlich sehr viel besser gefallen.

Und da bin ich auch schon wieder am Ende meiner Rezension angekommen. Ihr seht, ich habe 15 Geschichten kommentiert - klar fehlt meine eigene, die im Buch an 15. Stelle steht. Was soll ich auch zu meinem eigenen Text sagen? Das überlasse ich euch, liebe Leser!

Unterm Strich kann ich dieser Anthologie eine klare Empfehlung aussprechen, vor allem für Liebhaber von Vampirgeschichten. Meine Favoriten sind die Geschichten von Denise Mildes, Michael Zandt, Sabine Frambach, Markus Heitkamp, Sabrina Železný und Nina Sträter.


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