Profil für Jo > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Jo
Top-Rezensenten Rang: 101.312
Hilfreiche Bewertungen: 275

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Jo "jobeyer42" (Tübingen)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
BLONDIE 4(0)-EVER: Greatest Hits Deluxe Redux / Ghosts Of Download (2CD + DVD)
BLONDIE 4(0)-EVER: Greatest Hits Deluxe Redux / Ghosts Of Download (2CD + DVD)
Preis: EUR 23,94

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blondie goes Dancefloor, 21. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ist es nun endlich, "Blondie 4(0) Ever", das lang erwartete neue Album von Debbie Harry und ihrer Band. Und es ist - wieder mal - völlig anders ausgefallen als erwartet.

Blondie startete in den 70ern als rotzige Untergrund-Band aus New York, die im Zuge der Disco- und New Wave-Welle der frühen 80er weltweite Erfolge feierte. Debbie Harry und ihre Mannen ließen sich aber zu keinem Zeitpunkt in eine musikalische Schublade pressen. Von Punk über Disco und New Wave bis zu Latino- und Reggaeanklängen war auch damals schon alles geboten. Es war nie vorherzusehen, was Blondie als nächstes bringen würden.

Und dieser Linie sind sie auch mit dem neuen Album "Ghosts of Download" treu geblieben. Nach dem relativ rockigen Vorgänger "Panic of Girls" vollzieht die mittlerweile immerhin 68-jährige (!) Frontfrau mit ihrer Band diesmal einen ziemlich radikalen Schwenk in Richtung Electro und Dancefloor. Lady Gaga wird ja immer wieder als eine der Nachfolgerinnen von Debbie Harry bezeichnet; das neue Album klingt nun stellenweise (z.B. "Take me in the Night"), als wollten Blondie im 40. Jubiläumsjahr der zwanzig Jahre jüngeren New Yorker Kollegin den Rang auf den Tanzflächen ablaufen. Sie erfinden das Rad der Popmusik nicht neu, liefern aber eingängige und aktuell arrangierte Songs ab, die die unveränderte Spielfreude der Band und vor allem der geistigen Köpfe Debbie Harry und Chris Stein demonstrieren.

Die Scheibe beginnt mit dem als Single ausgekoppelten "Sugar on the Side". Wie später bei "I Screwed Up" hätte ich persönlich auf die Rap-Einlagen von Systema Solar bzw. Los Rakas verzichten können, aber das ist wirklich Geschmackssache.

Der erste richtige Kracher kommt dann mit "Rave", einem Duett mit Miss Guy. Wenn das nicht das Zeug zu einem Chartstürmer hat, weiß ich auch nicht! Und es geht auf diesem Niveau weiter: "A Rose by any Name", zusammen mit der genialen Beth Ditto, läuft ja schon eine Weile im Netz und hat ebenfalls alles, was ein Hit braucht. Die Radiostationen müssten es nur noch bemerken… Und auch "Euphoria" mit seinem stampfenden Rhythmus und Debbies hypnotisierendem Gesang ist ein Tipp für eine Single-Auskoppelung.

Aber auch die anderen Titel brauchen sich nicht zu verstecken. Weitere Highlights in einem Album auf fast durchgehend hohem Niveau sind:
"Take it back" (absolut ohrwurmverdächtig),
"Winter" (am ehesten ein "Rocksong")
"Relax" (eigenwillige und gelungene Neuinterpretation des 80er-Hits von Frankie goes to Hollywood)
"Backroom" (entspannt und groovend)

Wie gesagt, man muss sich von der "Rockband" Blondie geistig verabschieden. Auf "Ghosts of Download" findet sich fast ausschließlich Electro- und Disco-Musik, vieles davon auf Chris Steins Computer entstanden. Gitarre und Schlagzeug sind auf dem ganzen Album selten einmal heraus zu hören. Wenn man sich auf diesen - für Blondie doch eher ungewöhnlichen - Sound einlässt, hat man garantiert viel Spaß mit der Scheibe. Blondie 2014 müssen sich hinter keiner der derzeit angesagten (Pop-)Chartgrößen verstecken.

Als Zugabe gibt es eine zweite CD, die unter dem Titel "Greatest Hits Deluxe Redux" eine vom aktuellen Line-Up eingespielte Zusammenstellung der größten Hits bietet. Hört sich wirklich gut an, vor allem über Kopfhörer, bietet aber wenig Neues. Blondie sind hier sehr nahe an den Originalen geblieben, und was damals schon genial war, lässt sich eben kaum verbessern.

Ein weiteres interessantes Beiwerk stellt die DVD "Blondie Live at CBGB 1977" dar. Sie bietet einen guten Eindruck von den Live-Qualitäten der aufstrebenden New Yorker Untergrundband Blondie in der Zeit vor dem großen Ruhm. Bild und Ton sind - dem Alter der Originalbänder entsprechend - alles andere als überragend. Aber aus Fansicht eine gute Ergänzung zu den bereits veröffentlichten Live-Aufnahmen.

Fazit:
Ich bin jetzt nicht DER große Fan von Disco- und Electro-Musik. Auch wenn Blondie das Genre auf höchstem Niveau darbieten, hätte ich für "Ghosts of Download" allein "nur" vier Sterne vergeben. Die überwiegend gelungenen Neuaufnahmen der Klassiker und die Zugabe mit der Live-DVD hieven das Gesamtpaket dann aber doch auf die volle Punktzahl. Und wer das Box-Set wählt, bekommt mit dem Download auch noch die drei auf der CD nicht enthaltenen Titel "Can't Stop Wanting", "Put some Color on you" und "Prism" obendrauf.


Homo Erraticus (Limited Edition) [Vinyl LP]
Homo Erraticus (Limited Edition) [Vinyl LP]
Preis: EUR 24,99

20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So kann's weiter gehen, Mr. Anderson!, 16. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach dem doch eher unerwarteten Erfolg von "Thick as a Brick 2" war ich ziemlich gespannt, wie lange es bis zu einem neuen Album von Ian Anderson dauern würde. Umso angenehmer, dass der Meister mit "Homo Erraticus" bereits zwei Jahre nach dem Vorgänger ein neues Werk vorlegt. Und um es vorweg zu nehmen – es ist ein Meisterwerk geworden!

Dass Anderson nach vierzig Jahren, in denen er ständig "Mr. Tull" oder "Jethro" genannt wurde, die Nase voll hat und in der Spätphase seines Schaffens nun lieber unter eigenem Namen werkelt – wer will es ihm verdenken? Schade um die jahrelange gute Zusammenarbeit mit Gitarrist Martin Barre und Drummer Doane Perry, aber das Leben geht - auch nach dem Dahinscheiden von Jethro Tull - weiter. Und wenn es so weiter geht wie mit der neuen Platte "Homo Erraticus" bin ich gerne bereit, auf den Markennamen Jethro Tull zu verzichten. Denn Mr. Anderson legt mit seinem neuen Konzept-Album, der Saga vom umherirrenden Menschen im Laufe der Geschichte, ein Werk vor, das sich hinter kaum einer der klassischen Tull-Aufnahmen verstecken muss. Zwar sollte niemand erwarten, dass Ian Anderson 2014 klingt wie vor 40 Jahren mit Jethro Tull, aber "Homo Erraticus" ist ein reifes Werk eines genialen Musikers und einer hervorragenden Band.

Dass Anderson ein feines Händchen bei der Auswahl seiner jeweiligen Mit-Musiker hat, hat er in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen. Und auch diesmal liefert die inzwischen eingespielte Truppe eine makellose Leistung ab. Die Rhythmusgruppe mit Scott Hammond an den Trommeln und David Goodier am Bass versorgt die Songs von der ersten bis zur letzten Minute mit dem nötigen Drive. Ryan O'Donnell bekommt als zweiter Sänger mehr Einsatzzeit (und wird live sicher noch größere Anteile haben), während Tastenmann John O'Hara mit Soli an Klavier, Keyboard und Akkordeon glänzen kann. Und Gitarrist Florian Opahle, bei "TAAB2" noch eher im Hintergrund, bekommt deutlich mehr Freiraum als auf dem Vorgänger, wodurch ein rockigerer Gesamteindruck entsteht. Kurz und gut - Ian Anderson und seine Mannen sind in Hochform.

Zu den Tracks: Den Anfang macht mit "Doggerland" ein Song, der die Tradition des rockigen Auftakts, den man von Tull-Alben wie "Rock Island" oder "Roots to Branches" kannte, wieder aufleben lässt. Das Album startet ohne Schnickschnack von 0 auf 100. Opahle gibt den Gitarrengott; O'Haras Solo auf der "Schweineorgel" klingt aber gewöhnungsbedürftig. (4/5)

Es folgt mit "Heavy Metals" ein - ungeachtet des Titels - kurzer, akustischer Song. Wie bei den meisten Songs auf diesem Album lohnt sich auch hier ein Blick ins Textheft. Schließlich handelt es sich bei "Homo Erraticus" um ein "Konzept-Album"! Leider zu schnell vorbei. (4/5)

Mit "Enter the Uninvited" schließt sich ein Titel an, der in früheren Jahren möglicherweise als Single ausgekoppelt worden wäre. Stampfender Rhythmus, eingängige Soli und teilweise im Sprechgesang vorgetragen – hat eine gewisse Ähnlichkeit mit "Bends like a Willow" von "Dot Com", kommt live sicher gut. Schlägt inhaltlich den Bogen von der Invasion der Römer in Britannien zum Einfluss der Big-Mac- und Trash-TV-Kultur auf das heutige Leben. (4/5)

Für den obligatorischen Long Track "Puer Ferox Adventus" (Wild Child Coming) braucht man etwas Zeit. "Homo Erraticus" ist schließlich Progressive Rock, und Anderson ist 2013 zum "Prog God" gekürt worden , deshalb verlangt er einem beim Anhören wegen der vielen Rhythmuswechsel und des durchaus nachdenkenswerten Textes einiges ab. Tolle Flöten-Passagen. Hätte gut auf "Stormwatch" gepasst. (4/5)

"Meliora Sequamur" (Let us follow better things) fängt mit leisen Orgeltönen und kirchlich angehauchtem Gesang an. Der zunächst mittelalterlich klingende Song entwickelt sich zu einem Midtempo-Rocksong und - nicht zuletzt durch den Wechselgesang zwischen Anderson und O'Donnell - zu einem regelrechten Ohrwurm. (4/5)

Auch bei "The Turnpike Inn" wechseln sich die beiden Vokalisten ab und erzählen, begleitet von einer Band in Hochform, die Geschichte von unsicheren Straßen und Wegelagerei im mittelalterlichen England. Ein Song, der auf jedem Jethro Tull-Album seinen Platz gefunden hätte. (5/5)

Für meinen persönlichen Geschmack spielt das Akkordeon ("The Instrument from Hell"), auf das ich im Zusammenhang mit Rockmusik gut verzichten könnte, bei "The Engineer" eine etwas zu prominente Rolle. Aber das ist Geschmackssache. Ansonsten ein guter, rockiger Song mit einigen Rhythmuswechseln und interessanten Solo-Einsprengseln, aber für mich nicht das Highlight des Albums. (3/5)

"The Pax Britannica" - sicher nicht der originellste Song, den Anderson in seiner Karriere geschrieben hat, aber das Zusammenspiel von Flöte, Piano und Gitarre ist in sich absolut stimmig und sehr eingängig. Klingt stellenweise nach einem Tanzlied der Renaissance. (4/5)

In nicht einmal drei Minuten versucht Ian Anderson dann, in "Tripudium ad Bellum", dem einzigen Instrumental, die Geschichte der beiden Weltkriege musikalisch umzusetzen. Natürlich sehr ehrgeizig und – natürlich - zum Scheitern verurteilt. Aber trotzdem bis hin zum kakofonischen Ende eines der besten Instrumentalstücke aus der Feder des Meisters und ein Höhepunkt des Albums. (5/5)

"After these Wars" – mein persönliches Lieblingsstück auf der Platte. Geht mit seinem entspannten Rhythmus und Gesang sofort ins Ohr und Florian Opahle setzt mit einem gelungenen Solo ein Highlight. Auch ein Kandidat für eine Single-Auskoppelung. (5/5)

Mit "New Blood, Old Veins" macht Anderson für den Song, in dem das englische Inselvölkchen nach zwei Weltkriegen beginnt, die Welt aus Urlauberaugen zu sehen, einen kleinen Abstecher ins Jazzige. Ein angejazzter Beginn geht in einen rockigeren zweiten Teil über, bevor der Song wieder mit dem relaxten Urlaubs-Jazz endet. Für mich einer der schwächeren Titel. (3/5)

Demgegenüber ist "In for a Pound" mit nur 0:36 Spielzeit eine kleine, nur von der akustischen Gitarre begleitete Perle. Das hätte ruhig deutlich länger ausfallen dürfen! (4/5)

Nachdem Anderson bis hierher einen Rückblick in die britische Geschichte geliefert hat, ist er mit "The Browning of the Green" in der Jetztzeit (2014) angekommen. Für einen Song, der von der explodierenden Überbevölkerung und deren Auswirkungen auf die Erde handelt, kommt der Titel geradezu unverschämt eingängig daher. Ein weiterer Ohrwurm, der auch einen Platz auf "Roots to Branches" gefunden hätte. (4/5)

"Per Errationes ad Astra": In einem überwiegend gesprochenen Text liefert Ian Anderson einen nicht allzu optimistischen Ausblick ins Jahr 2024. Auf gesprochene Teile kann ich bei einem Rock-Album allerdings verzichten. (3/5)

Mit dem Schlusstrack "Cold Dead Reckoning" ist die Geschichte vom umherirrenden Menschen in der Zukunft des Jahres 2044 angelangt. Auf einen leisen und nachdenklichen Flöten-Auftakt folgt ein stampfendes Zusammenspiel von Opahle und O'Hara, das den Hintergrund für einen von Anderson sehr eindringlich vorgetragenen Ausblick in die Zukunft bildet. Mit dem überraschenden Schluss bleibt dann vielleicht doch noch etwas Hoffnung für die Menschheit – allerdings wohl erst beim Neustart nach der großen Katastrophe. Ein würdiger Ausklang für die Platte und die darauf erzählte Geschichte. Ich freue mich schon darauf, diesen Song im Herbst live zu hören! (5/5)

Fazit: Ein hervorragendes Album! Meiner Meinung nach müsste es jedem Tull-Fan und Freund außergewöhnlicher Rockmusik gefallen und sollte sich in einer gerechten Welt auch einen oberen Chartplatz erobern können. Einiges klingt zwar schon mal gehört, aber nicht einmal von Ian Anderson kann man erwarten, dass er ständig das musikalische Rad neu erfindet. Was für mich zählt, ist das Gefühl, in die Welt eines neuen Anderson-Werkes einzutauchen und es immer wieder durchhören zu können, ohne dass es langweilig wird – wie bei Jethro Tull früher.

Im Schnitt der Einzelsongs etwas über 4 Sterne, aber wegen des Gesamteindrucks, der guten Produktion, der skurrilen Geschichte und des endlich mal wieder überzeugenden Covers auf jeden Fall die vollen 5 Sterne!

Meine persönlichen Favoriten: "After these Wars", "Cold Dead Reckoning", "The Turnpike Inn"
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 17, 2014 8:08 PM MEST


Wide Eyed Walker
Wide Eyed Walker
Preis: EUR 17,98

5.0 von 5 Sternen Unterschätzte Band, großartiges Album, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wide Eyed Walker (Audio CD)
Zu dieser neuen CD von The Seer nur zwei Anmerkungen:

Ich bin Fan der Band seit 1995. "Wide Eyed Walker" ist für mich neben dem herausragenden Debutalbum "Across the Border" die beste Veröffentlichung der Augsburger. Und das will wirklich etwas heißen. Wer die musikalische Entwicklung der Truppe um Frontmann Shook verfolgt hat, wird dem wahrscheinlich zustimmen.

Wer The Seer noch nicht kennt - hier ist der ideale Einstieg in's musikalische Schaffen einer Band, die perfekte Rockmusik mit Folkrock-Einschlägen macht. Mitreißende, treibende, aber auch durchaus radiotaugliche Musik, durchsetzt mit gefühlvollen Balladen.

Anspieltipps: Das fetzige, als Single und Video ausgekoppelte "Gone Forever", das ruhige "Our Story" und das sich langsam bis zum grandiosen Höhepunkt steigernde "A Man's Coming Home". Aber die CD hat eigentlich keinen Schwachpunkt, daher wüsste ich auch nicht, was ich an den 5 Sternen abziehen sollte.


Thick As a Brick 2 (Special Edition)
Thick As a Brick 2 (Special Edition)
Wird angeboten von Screaming CD
Preis: EUR 13,82

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein würdiger Nachfolger? Nein - ein neuer Klassiker!, 1. April 2012
Zuallererst: Egal, was außen drauf steht - das hier ist ein waschechtes Jethro Tull Album!

Natürlich bedauere ich es auch, dass Ian Anderson den Nachfolger zu seinem 72er-Meisterwerk "Thick as a Brick" nicht mit seinem langjährigem Weggefährten Martin Barre und auch ohne Drummer Doane Perry aufgenommen hat. Aber heraus gekommen ist auf jeden Fall ein Werk, das durch Witz, Selbstironie und musikalische Perfektion überrascht und besticht. Nichts gegen die Veröffentlichungen, die Jethro Tull oder Ian Anderson in den vergangenen 15 Jahren heraus gebracht haben, aber "Taab 2" spielt zum ersten Mal seit Langem wieder in der gleichen Liga wie die großen Platten der Band, "Aqualung" oder "Thick as a Brick". Hier passt einfach alles: Ian Anderson, "the ageing rocker" hatte offensichtlich wieder eine Menge origineller Einfälle, und seine Stimme passt hervorragend zu den Geschichten um das in die Jahre gekommene Wunderkind Gerald Bostock. Die Instrumentierung ist gut gewählt; es wird auf Synthie-Schnickschnack verzichtet und alle Bandmitglieder liefern einen tollen Job an ihren Instrumenten, angefangen bei Florian Opahle an der Gitarre bis hin zu John O'Hara an der Hammond-Orgel.

"Taab 2" ist aber keine einfache Neuauflage von 1972, das wäre ja langweilig. Nein, heraus gekommen ist ein eigenständiges Werk, das die Verbindung zu seinem Vorgänger von vor 40 Jahren durch einige pfiffige musikalische Zitate hält, ansonsten aber meiner Ansicht nach in der Reihe der Tull-Platten bald selbst einen Klassiker-Status haben wird. Ich würde die CD bedenkenlos jedem empfehlen, der auf hervorragend gemachte, originelle Rock-Musik steht. Solche Scheiben gibt es heute nicht mehr allzu oft. Und natürlich die Special Edition kaufen - auch die DVD mit den Studio-Impressionen, den Interviews und der Dolby-Surround-Version des Albums ist ihr Geld absolut wert!


Good News
Good News
Preis: EUR 13,44

31 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Good News - Wirklich gute Neuigkeiten!, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Good News (Audio CD)
Lassen wir mal die Frage, ob der Versuch einer Titelverteidigung beim Grand Prix sinnvoll ist, außer Betracht. Und auch das Thema Produktwerbung muss hier nicht unbedingt diskutiert werden - wir sind uns alle im Klaren, dass sechs Stunden Live-TV die gigantischste Werbemaßnahme darstellen, die ein Album seit Langem erhalten hat. Wenden wir uns lieber dem wirklich Wichtigen zu - der Musik, die Lena mit ihrem zweiten Long Player abliefert. Wobei die Spielzeit des Silberlings eigentlich gleich der größte Kritikpunkt ist, den ich anbringen kann: Knappe 39 Minuten schreien geradezu nach einer Abzock-Neuauflage mit Bonus-Titeln.

So, aber genug gemäkelt, jetzt zu "Good News" selbst. Zu Beginn steht natürlich der Vergleich zu "My Cassette Player" an. Und hier schneidet die neue Platte deutlich besser ab. Für eine Erstlings-CD, die unter großem Zeitdruck zusammengestellt wurde, war "MCP" schon recht viel versprechend. Aber "Good News" kann das Debut in nahezu jeder Hinsicht toppen. Zwar enthält die CD keinen absoluten Überflieger wie "Satellite", aber dafür klingt das Werk wie aus einem Guss. Ungeachtet der ständigen Kritik an Lenas Singstimme und -stil finde ich sehr wohl, dass sie sich gesanglich deutlich verbessert hat. Wer "Good News" als eintönig empfindet, sollte sich vor Augen halten, dass hier eben keine Rockröhre wie Jennifer Braun am Werk ist, sondern dass der Zauber oft gerade aus der zerbrechlich wirkenden Person und Stimme resultiert. Und den Songs ist anzumerken, dass sie der Künstlerin auf den Leib geschrieben wurden. Bei den meisten war Lena live die Freude an den Liedern anzusehen. Das kommt natürlich bei den Studio-Versionen manchmal ein bisschen zu kurz; dafür passt aber die Abstimmung mit der Begleitung besser. Lenas Stimme steht im Vordergrund und muss nicht gegen die Band im Hintergrund ankämpfen, wie es bei USFD ab und zu der Fall zu sein schien.

Aber nun kurz zu den Titeln im Einzelnen:

"Good News": Ganz ordentlicher, ziemlich ruhiger Auftakt, aber kein Reißer. 3 von 5 Punkten.
"Maybe": Einer der "poppigsten" Titel auf der CD. Lädt sofort zum Mitwippen und Mitsingen ein. 4/5 Punkten.
"I Like You": Ein sehr entspannter Song, nahezu unplugged. Schleicht sich ins Ohr und will ständig leise mitgesungen werden. 4/5 Punkten.
"That Again": Ein typischer Raab-Song. Leicht funky, eigentlich nicht mein Geschmack, aber eingängig. 3/5 Punkten.
"Taken by a Stranger": Der Kracher. Reduzierter elektronischer Sound, geheimnisvoller Text, Lenas Gesang teilweise gehaucht. Ganz anders als der Rest der Platte, geht deswegen direkt ins Ohr. 5/5 Punkten.
"What happened to me": Eine Lena-Raab Co-Produktion mit sehr viel Schwung und guter Laune. 4/5 Punkten.
"A Million And One": Ein Geheimtipp. Lena singt diese anspruchsvolle Nummer hervorragend. 5/5 Punkten.
"Teenage Girls": Meines Erachtens zu unrecht nieder gemacht. Ansprechende Melodie, auch sehr gut zum Mitwippen geeignet. Und wen interessiert schon der Text bei so einem Song? 4/5 Punkten.
"Push Forward": Eine wunderschöne Ballade. Gesanglich mit das Beste, was Lena bislang abgeliefert hat. Gänsehaut-Gefühl, ähnlich wie bei "Mr. Curiosity". 5/5 Punkten.
"A Good Day": Kommt auf CD besser rüber als live. Ebenfalls sehr gut gesungen, ein kleines Juwel, eingängiger Retro-Sound, verbreitet gute Laune. 5/5 Punkten.
"At All": War live für mich eine Enttäuschung, gewinnt aber auf CD ebenfalls. Auch zum Mitsingen geeignet. 3/5 Punkten.
"Mama told me": Noch eine Lena-Raab-Nummer mit Funk- und Soul-Touch. Live mit Orchester top und ein Publikums-Liebling, verliert aber für mich ohne die Live-Power (und beim Grand Prix sind eben keine "Heavy Tones Plus" dabei) an Wirkung. 4/5 Punkten.

Wie schon erwähnt: Ein Album, bei dem kein Titel ganz abfällt, das man durchhören kann, ohne die Skip-Taste zu benötigen. Heraus ragend für meinen Geschmack (und damit auch Kandidaten für den Grand Prix): "Push Forward" und "Taken by a Stranger".

Fazit: Ein sehr gutes Album von einer der bezauberndsten, charismatischsten und originellsten Künstlerinnen, die Deutschland seit Langem hervor gebracht hat. "Good News" muss auch international keinen Vergleich mit den Werken von Sängerinnen wie Katie Melua, Kate Nash oder Lisa Mitchell scheuen. Ich persönlich hoffe, dass sich Lena nicht von der derzeit offenbar modischen Kritik an ihr und ihrem Umfeld beeinflussen lässt und wir noch einiges von ihr zu hören bekommen werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 10, 2011 7:40 PM CET


See My Friends
See My Friends
Preis: EUR 14,99

24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend frisch!, 6. November 2010
Rezension bezieht sich auf: See My Friends (Audio CD)
Ich hatte zunächst die ersten beiden Rezensionen gelesen und war daraufhin ziemlich skeptisch, was das neue Werk von Kinks-Mastermind Ray Davies angeht. Nach einigem Zögern, und eigentlich nur der Vollständigkeit halber habe ich mir dann aber trotzdem die CD gekauft. Und jetzt frage ich mich: Welche CD haben wohl die beiden ersten Rezensenten im Player gehabt? Sicher nicht "See my Friends"!

Denn dieses Album klingt, obwohl das Songmaterial wirklich ALT ist (der neueste Titel stammt im Original von 1971), als wäre es heute, anno 2010, geschrieben worden. Der Witz und die kritischen Anmerkungen, die Ray Davies seinen Songs mit auf den Weg gegeben hat, sind heute so aktuell wie vor vierzig (!) Jahren, und die Musik schreit geradezu danach, von aktuellen Künstlerinnen und Künstlern interpretiert zu werden. Und ich muss sagen, Metallica lassen es ordentlich krachen, Amy MacDonald bringt "Dead End Street" mit ihrem bezaubernden schottischen Akzent ganz hervorragend rüber, von alten "Haudegen" wie Bruce Springsteen oder Jon Bon Jovi ganz zu schweigen. Alles Perlen auf einem Album nahezu ohne Schwachstellen. Auch die weniger bekannten Interpreten wie Marcus Mumford und seine Truppe oder Gary Lightbody fallen nicht ab, sondern verleihen dem Ganzen noch einige neue, unerwartete Facetten. Mein persönlicher Favorit und Anspieltipp (auch, weil ich mir eine Neuaufnahme dieses Titels überhaupt nicht vorstellen konnte, noch dazu - man denke an den Text! - von einer Frau gesungen), ist aber eindeutig "Lola" mit der herrlich schrägen Paloma Faith.

Wohlgemerkt, ich bin ein riesiger Fan der Original-Musik und habe so ziemlich alles von den Kinks und den Davies-Brüdern im Regal, müsste also Neuaufnahmen eigentlich eher ablehnend gegenüber stehen. Aber dieses Album ist so frisch und schwungvoll, es macht einfach Spaß! Wir werden wohl keine neue Kinks-Platte mehr zu hören bekommen, aber das hier ist gleich danach das Beste, was machbar ist. "See my Friends" wird noch ziemlich lange nicht aus meinem Player raus kommen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 14, 2010 10:24 PM CET


Und übrigens noch was ...
Und übrigens noch was ...
von Eoin Colfer
  Gebundene Ausgabe

150 von 154 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und übrigens ... das ist NICHT Douglas Adams!, 2. November 2009
Vorausschickend muss ich sagen, dass es mir völlig entgangen war, dass es einen sechsten Teil der Trilogie geben würde. Ich war also zunächst einmal geschockt, als ich das Buch im Buchladen meines Vertrauens liegen sah. Mein erster Gedanke ging - wie bei offenbar vielen anderen auch - in Richtung "Blasphemie" - wer kann es wagen, das Werk des unsterblichen Douglas Adams weiterführen zu wollen?!

Selbstverständlich habe ich "Und übrigens noch was'" dennoch sofort gelesen und mich natürlich auch mit den Gründen beschäftigt, die Eoin Colfer, immerhin bislang eher im Kinder- und Jugendbuch-Bereich bekannt geworden, zu dieser Fortsetzung bewegt haben. Danach kann man wohl zumindest ausschließen, dass Colfer nur anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums der "Anhalter"-Reihe als Trittbrettfahrer absahnen wollte. Douglas Adams selbst hat gesagt, dass fünf Bände eine unglückliche Zahl darstellen und dass er bei Gelegenheit gerne noch einen sechsten Band als Abschluss der Reihe schreiben würde. Insofern ist "Und übrigens noch was'" also sozusagen "legitimiert". Darüber hinaus hat Douglas Adams' Witwe Jane Belson diesen sechsten Band ausdrücklich autorisiert. Dennoch wird das Werk unter "Anhalter"-Fans sicher Anlass zu Diskussionen geben.

Aber zum Buch selbst:

Generell kann man sagen, dass Colfer seinen DNA gelesen hat, und das wirklich bis ins Detail. Der Erfinder von Artemis Fowl hat mit seinem Buch den an sich lobenswerten Versuch unternommen, viele offene Fragen und lose Enden aus den ersten fünf Bänden (plus den Fragmenten aus "Lachs im Zweifel") aufzuarbeiten und dabei einerseits den adams'schen Stil fortzuführen, andererseits aber auch eigene Akzente zu setzen. Der Versuch ist (meiner Ansicht nach, und nach mehrmaligem Lesen) über weite Strecken gelungen, aber nicht durchgehend. Ähnlich wie Terry Jones' "Raumschiff Titanic" krankt auch Colfers Buch schlicht an der Unmöglichkeit, den originellen Witz, der Adams stets auszeichnete, nachzuahmen. Vieles, was der Ire schreibt, könnte zwar vom Schreibstil oder von der Idee her beinahe von Adams sein, aber eben nur beinahe. Vom westlichen Spiralarm der Galaxis über die "Herz aus Gold" bis zu einem gewissen A. Grajag sind nahezu alle Personen und Zutaten enthalten, die den "Anhalter" zu einem so unvergleichlichen Lesevergnügen gemacht haben, selbstverständlich auch die Hauptfiguren Arthur Dent, Zaphod, Trillian, Ford, Random Dent und nicht zuletzt die Vogonen um Prostetnik Jeltz, der arbeitslose Donnergott Thor und viele(s) mehr. Aber trotz vieler durchaus gelungener Erzählstränge und Einfälle: einiges wirkt seltsam bemüht; weniger wäre an manchen Stellen mehr gewesen. Das Ganze bleibt trotz - oder gerade wegen - der Überfülle an wieder aus der Schatzkiste der ersten fünf Bände geholten bekannten Zutaten über weite Strecken doch überraschend bieder; es fehlen die wirklichen Überraschungsmomente. Was ich wohl am meisten vermisse, ist das laute Hinaus-Lachen, das einen an vielen aberwitzigen Stellen der klassischen Adams-Bücher überkam. Aber dass Colfer sein Vorbild Adams hier erreichen oder gar übertreffen würde, war auch nicht zu erwarten und er hat es wohl selbst auch nicht geglaubt, als er an die Aufgabe heran ging.

Eine weitere Schwäche liegt für mein persönliches Gefühl in der Übersetzung. Nichts gegen Gunnar Kwisinski, auch er hat im Grunde einen guten Job bei der Übersetzung gemacht. Aber er ist nunmal nicht vom "Fach", das heißt, nicht aus dem Bereich der Sci-Fi-Parodie, sondern kommt als Schriftsteller aus dem Krimi-Genre. Mit den kongenialen Adams-Übersetzungen eines Benjamin Schwarz oder auch eines Sven Böttcher kann er nicht ganz mithalten. Ich empfehle daher, wenn möglich auch die englische Originalfassung "And another Thing'" zu lesen. Hier kommt meiner Meinung nach der bei Colfer durchaus vorhandene adams-typische Humor noch besser zum Tragen.

Fazit: "Und übrigens noch was'" gelesen zu haben ist für "Anhalter"-Fans zweifellos ein Muss. Es ist gut, dass die "Anhalter"-Reihe nicht mit dem eher düsteren "Mostly Harmless" endet. Hut ab vor Eoin Colfers Mut, das Unmögliche zu versuchen. Und das Buch ist alles in allem weiß Gott nicht schlecht geraten. Man sollte ihm eine Chance geben und es unvoreingenommen und ohne allzugroße Erwartungen und Vorab-Vergleiche lesen. Dann macht es Spaß. Aber es bleibt dabei: Pluralzonen hin oder her - Douglas Noel Adams ist und bleibt leider toter als Hotblack Desiato, und niemand wird ihn je ersetzen können.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 17, 2014 8:47 AM CET


Back in Time
Back in Time
Wird angeboten von cd-dvd-shop
Preis: EUR 3,14

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht das Original, aber trotzdem sehr gut, 18. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Back in Time (Audio CD)
Vorab muss ich sagen, dass eine Platte meiner Eltern von den Les Humphries Singers in der Kindheit (so ca. 1972) mein erster Kontakt zur Pop-Musik war. Ich bin also nicht gerade ein Fan der ersten Stunde, aber irgendwie doch mit den Hits wie "Mama Loo" oder "Mexico" aufgewachsen. Die Musik lässt etwas in mir klingeln und ich bin heute noch viel begeisterter von den (Original) LHS als früher.

Ich war daher sehr skeptisch gegenüber der Reunion. Die Les Humphries Singers waren für mich u.a. so herausragende Stimmen wie Malcolm Magaron, Jimmy Bilsbury, John Lawton oder Barry St. John. Keine dieser früheren Lead-Stimmen ist bei der Neuauflage dabei! Vom Kopf des Ganzen, Les Humphries, ganz zu schweigen. Kann das funktionieren? Ich für meinen Teil kann sagen: Ja, es funktioniert! Die neue CD "Back in Time" enthält 16 Titel, die in mir beim Anhören zum großen Teil das gleiche, sagen wir mal, fröhliche Gefühl ausgelöst haben wie damals die Songs der Original-Formation. Und das, obwohl - wie schon wiederholt angemerkt worden ist - ein Gutteil der Soli von Jürgen Drews bestritten wird, der sich teilweise stimmlich schon ein bisschen schwer tut, vor allem bei den neu eingespielten Klassikern "Mama Loo", "Kansas City" und "Mexico".

Neben diesen unsterblichen Klassikern wurden von der neuen "Reunion"-Formation (4 Originale und 4 neue Leute) elf weitere Perlen der Popmusik der Sechziger und Siebziger eingespielt. Der Sound ist modern, die Songs klingen aber teilweise fremd, eben nicht nach den LHS, wie man sie kannte. Was aber natürlich daran liegt, dass diese Titel nicht zum früheren Repertoire gehörten und sich das Ohr erst an den neuen Gruppen-Sound gewöhnen muss. "California Dreamin'", "Aquarius", "San Francisco" - das sind Lieder, die auch den klassischen LHS gut angestanden hätten. Einiges andere klingt gewöhnungsbedürftig, aber durchaus nicht schlecht. Mal in "Spirit in the Sky" reinhören; sicher nicht schlechter als das Siebziger-Original!

Meine Anspiel-Tipps sind aber überraschenderweise die beiden Songs, die ans Ende der CD gepackt wurden: "Yes we can" und der Hidden Track "Boy try to run". Beide als "neue" Lieder angekündigt, was aber so nicht ganz stimmt. "Yes we can" ist die englische Version des Jürgen Drews-Hits "Wieder alles im Griff", "Boy try to run" wurde vom jetzigen LHS-Mitglied Willi Meyer in den Achtzigern für Peter Maffay und Johny Tame geschrieben. Aber gerade diese beiden für die Reunion umgeschriebenen Songs bringen den Sound der neuen Formation für mich am besten rüber: Fröhliche, partytaugliche Popmusik mit einem ganz leichten Anklang an die Flower-Power-Zeit der Sechziger. Wenn man mal über seinen Schatten gesprungen ist und sich damit abgefunden hat, dass eben bei der Neuauflage wichtige Persönlichkeiten von damals nicht mehr dabei sind, dafür aber einige interessante neue Stimmen, kann man diese Art der Wiederauferstehung einer Kult-Gruppe richtig genießen. Also, mir geht's auf jeden Fall so.

Einen Stern Abzug gebe ich schlicht dafür, dass die anderen Stimmen der Gruppe neben Jürgen Drews nicht genügend genutzt wurden. Aber das kann ja bei der nächsten CD schon besser werden. Und wer weiß - vielleicht findet ja noch das eine oder andere Mitglied der originalen LHS den Weg zur Reunion-Truppe....
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 20, 2009 8:27 PM CET


Meanwhile Back in the Jungle
Meanwhile Back in the Jungle
Preis: EUR 19,38

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Massiv in Mensch at their Best!, 25. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile Back in the Jungle (Audio CD)
Ein Satz vorab: Ich komme eigentlich aus einer musikalischen Ecke, wo noch "richtige" Instrumente gespielt werden. Musik ohne Schlagzeug und Gitarre finden bei mir normalerweise nicht statt. Eine bemerkenswerte Ausnahme bilden Massiv in Mensch, die es schaffen, mit ihrem direkt in Ohr und Beine gehenden Sound, einer Mischung aus Dance, EBM und Dark Wave, selbst einen nicht so eingefleischten Fan dieser Art von Musik wie mich zum Tanzen zu bewegen. Waren die ersten Alben noch eher düster und teilweise beklemmend, so haben MiM auf ihrem mittlerweile fünften Tonträger nun einen Sound gefunden, der ihr Publikum sowohl live als auch von Platte mitreisst. Wer auf hervorragend gemachte elektronische Musik steht, kommt an dieser Band aus Niedersachsen nicht vorbei! Meine persönlichen Anspiel-Tipps: "Meer der tausend Farben", "Alone", "Supermassive Gravity".


Delta
Delta
Preis: EUR 24,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DELTA - Reifer und eingängiger, 30. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Delta (Audio CD)
Es ist ja jetzt schon einiges über das Album DELTA und den Vergleich mit den Vorgängern geschrieben worden. Einige haben sich daran gestört, dass das neue Album poppiger und hitparadentauglicher klingt. Aber wie hätte es denn sonst klingen sollen? Mit INNOCENT EYES hatte Delta einen grandiosen Einstand mit -zig Gold- und Platin-Auszeichnungen. Da war sie die junge und unbeschwerte Newcomerin. Dass das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist, hat man dem zweiten Album MISTAKEN IDENTITY, das unter den Eindrücken ihrer schweren Erkrankung entstand, deutlich angemerkt. Und nun das dritte Werk. Delta hat die Krankheit überwunden, ebenso einige harte private Zeiten und sie macht sich auf, von Australien aus, wo sie ja bereits der unbestrittene Superstar ist, die Welt, und vor allem den amerikanischen Markt für sich zu gewinnen. Dass sie dazu ihre bisher sehr erfolgreiche Linie mit dem unverwechselbaren Piano-Sound verlässt und musikalisches Neuland betritt, ist vor diesem Hintergrund meiner Ansicht nach sehr verständlich. Und DELTA ist weiß Gott nicht schlechter als seine Vorgänger - nur eben weitgehend anders. Jeder wird zustimmen, dass die beiden auch als Single veröffentlichten Opener des Albums ("Believe Again" und "In this Life") in bester Delta-Tradition stehen und keinen Vergleich mit den alten Hits wie "Lost without you" oder "Out of the Blue" zu scheuen brauchen. Erste Zugeständnisse an ein potenzielles amerikanisches Publikum sind den beiden nächsten Titeln "Possesionless" und "God laughs" anzumerken, wobei vor allem letzteres mit einem intelligenten Text und einer sehr eingängigen Melodie überzeugt. Der Song, an dem sich die Geister hauptsächlich scheiden, ist die dritte Single "You will only break my Heart". Ein Titel, der schamlos kommerziell aufgemacht ist, ein Video speziell für den europäisch-amerikanischen Markt mitbringt und alles in allem überhaupt nicht mehr nach der "klassischen" Delta klingt. Aber auch wenn der Song sehr poppig daherkommt - wer ihn mal im Ohr hat, bekommt ihn nicht mehr los. "The Guardian" ist eher wieder die gewohnte Stilrichtung, allerdings wirkt der Song irgendwie farblos. Ganz anders die nächsten vier Titel: "Bare Hands" mit seinen ungewohnten Synthi-Klängen, "Woman", mit dem Delta spielend solche Größen wie Celine Dion von der Bühne singen könnte, das stark ohrwurmverdächtige "Brave Face" und - meines Erachtens der stärkste Song des Albums - "I can't break it to my Heart". Selten haben Song, Musik und Stimme so hervorragend zusammengepasst wie bei dieser Ballade. "One Day" ist demgegenüber wieder ein reiner Popsong, über dessen Qualität man vielleicht diskutieren kann. Und mit einem heimlichen Highlight, der bärenstarken Ballade "Angels in the Room" klingt das Album dann aus. Fazit: Für mich ist DELTA das trotz einiger Sound-Experimente in sich stimmigste Album, das die junge Australierin bislang abgeliefert hat. Und dass sie die Piano-Parts diesmal nicht selbst spielt, ist zwar ein kleines Manko, das sie aber bei ihren grandiosen Live-Auftritten mit Songs aus dem Album wieder völlig wettmacht. Schade, dass DELTA in Deutschland bisher (noch) nicht veröffentlicht wurde, aber es gibt ja zum Glück Importe! Ich gebe auf jeden Fall eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!


Seite: 1 | 2