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Rezensionen verfasst von
S. Paßmann "S'task" (Berlin)
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Blindflug
Blindflug
von Peter Watts
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Erstkontaktromane, die ich gelesen habe, 16. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Blindflug (Taschenbuch)
Häufig schon in Klappentexten gelesen: etwas nimmt mit uns Kontakt auf, etwas, was wir Menschen nicht begreifen können usw. usf. Was folgt ist meist ein Wesen oder eine Kultur, was/die entweder anatomisch den Arten der Erde ähnelt - oder, um den Lesern deren Handeln nachvollziehbar zu machen, Verhaltensmuster an den Tag legt, die man so oder so ähnlich irgendwo schon einmal gelesen oder gesehen hat - einem also bekannt und beschrieben vorkommen.

Doch wie kann man etwas beschreiben, was keinem bisher begegnet ist, also nie beschrieben wurde oder versucht wurde, zu erklären - selbst Autoren mit ihrer überbordenden Fantasie können nur auf eigenes erlebtes oder erfahrenes (sei es durch Lektüre oder anderes, bereits vorhandenes) zurückgreifen - etwas absolut neuartiges zu beschreiben kann somit nur auf den eigenen Erfahrungen oder den Werten und Erkenntnissen der eigenen Kultur zurückgreifen - was bei den meisten bisher erschienen Erstkonatktromanen darin endete, das diese neuen Kulturen uns seltsam vertraut vorkamen, weil sie Elemente unsere eigenen enthielt.

Doch Watts geht einen anderen Weg, unsere Werte und bisherigen Erfahrungen zu nutzen, um dieses Wesen zu beschreiben und das macht diesen Roman so außergewöhnlich - gespickt mit unzähligen philosophischen und psychologischen Erkenntnissen, die nicht immer leicht verdaulich sind, da sie unser anthropozentrisches Weltbild stark attakieren.

Er hält uns den Spiegel vor, was wir für Tatsachen halten, was intelligent zu sein hat und was nicht, das eine andere Kultur diese und diese Merkmale haben sollte/muß usw. usf. und überläßt es gleichzeitig dem Leser zu überlegen, wie es auch anders gehen könnte. Das Wesen selbst beschreibt er nur minimalistisch und nutzt diese wenigen Handlungen, um daran seine Thesen aufzubauen und die Möglichkeiten zu offerieren. Die Tatsache, das er das Wesen nie vollständig beschreibt und uns mit den weiterführenden Gedanken alleine läßt, verstärkt das Gefühl, etwas völlig neuartiges und unbeschreibliches vor sich zu haben, das immer noch Unbekanntes und Unerklärliches beinhaltet. Die Protagonisten sind nur soweit verändert worden (psychisch/physisch), das sie für uns noch halbwegs nachvollziehbare Elemente darstellen und als Bindeglied zu Rorschach dienen - nicht umsonst wurde es Rorschach genannt: ein psychologischer Test, der darauf abzielt, Assoziationen zu etwas nicht eindeutigem herzustellen - in unserem Fall, was projizieren wir auf das Wesen (Kultur, Erfahrungen und Werte) und was kommt dabei raus.


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