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Rezensionen verfasst von
Raymund Karg "Somaro" (Rostock)
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Aubrey-Maturin 21. Der unvollendete Band 21: Aubrey und Maturin
Aubrey-Maturin 21. Der unvollendete Band 21: Aubrey und Maturin
von Patrick O'Brian
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

2.0 von 5 Sternen Eindeutig: Kein "Must-have", 12. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch für eingefleischte Aubrey/Maturin-Fans ist dieser Ergänzungsband eindeutig kein "Must-have". Inhaltlich geben die fragmentarischen Kapitel nun wirklich nichts her; keine nach dem 21. Band offenen Fragen werden darin beantwortet und eine nennenswerte Fortentwicklung der Handlung findet ebenfalls nicht statt. Extrem irritierend ist außerdem die sehr schlechte sprachliche Qualität. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich nur um erste Entwürfe für einen neuen Band handelt, hält man es kaum für möglich, dass diese Passagen aus der Feder desselben Mannes stammen, der die in jeder Hinsicht herausragenden 20 Bände der Aubrey/Maturin-Reihe geschrieben hat. In jeder Hinsicht einfach enttäuschend! Fazit: Es gibt wirklich keinen Grund sich dieses Buch zu kaufen - außer vielleicht zur Befriedigung eines fehlgeleiteten "Komplettierungswahns".


Genesis Revisited: Live at the Royal Albert Hall
Genesis Revisited: Live at the Royal Albert Hall
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Echtes "Genesisfeeling", 28. August 2014
Wer bei Genesis in den Jahren seit dem Weggang von Steve Hackett - so wie ich als alter Fan - quasi heimatlos geworden ist, der wird sich über diese Platte sehr freuen. Da kommt vom ersten Ton an das echte "Genesisfeeling" auf, wie ich es seinerzeit in vielen Konzerten erlebt habe. Dass hier etwas verloren gegangen ist, hat auch Genesis selbst offensichtlich erkannt, weshalb bei der Tour 2007, die auf der DVD "When in Rome" dokumentiert ist, ja auch sehr viel stärker auf die alten Stücke zurückgegriffen wurde. Wenn man dieses Konzert mit dem hier besprochenen vergleicht, schneidet Steve Hacket meiner Meinung nach keinesfalls schlechter ab. Mich persönlich stören auch die Gesangsinterpreten nicht, die teilweise sogar verblüffend nah an das Original von Peter Gabriel oder Phil Collins herankommen. Ob die "Geschlechtsumwandlung" bei "Ripples" ein Gewinn ist, darüber kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Generell ist es halt immer ein Problem, wenn in einer Band maßgebliche Protagonisten ersetzt werden müssen - das gilt ganz besonders bei einem Leadsänger (Uriah Heep oder Queen z.B. können im wahrsten Sinn des Wortes ein Lied davon singen). Aber wie gesagt, mich überzeugt das Experiment von Steve Hacket und ich habe die Stücke mit großem Genuss gehört, auch wenn man die Originalsänger gelegentlich natürlich vermisst.
Für mich war die Platte Anlass, über die Bedeutung der Mitglieder einer Band und die Folgen ihres Weggangs zu reflektieren. Als 1974 die Nachricht die Runde machte, dass Peter Gabriel Genesis verlassen hatte, herrschte allgemein die Befürchtung, dies könnte das Ende dieser Kultband bedeuten. Tatsächlich erhob sich Genesis zwei Jahre später mit "A Trick of the Tail" wie ein Phönix aus der Asche und erlebte ihre möglicherweise besten, mit Sicherheit aber erfolgreichsten (wobei nicht unbedingt die Verkaufszahlen entscheidend sind) Jahre. Diese Phase ist - für mich einmalig gut - dokumentiert auf der Live-Platte "Seconds Out" von 1977 bei der Steve Hacket zwar auch schon nicht mehr an Bord war, die sich aber aus dem Songmaterial mit Steve speist. Mit dem Weggang von Steve Hacket vollzog sich dann - so habe ich es jedenfalls empfunden - der Bruch, den man nach Peter Gabriel befürchtet hatte. Alles was danach an Platten kam (vielleicht mit Ausnahme von "...And then there were Three" von 1976, die quasi den Übergang markierte), hat mich persönlich weder angesprochen noch interessiert. Ist es nicht seltsam, dass der Verlust eines Künstlers von höchstem Rang wie Peter Gabriel es zweifellos ist, der eine herausragende Solokarriere beschritten hat, von Genesis quasi "schadlos" bewältigt wurde, während ein Steve Hacket, der als hervorragender Musiker auch sehr gute und interessante Soloplatten gemacht aber nach meiner Einschätzung nicht das Niveau eines Peter Gabriel erreicht hat, für Genesis mit einem gravierenden Identitätsverlust verbunden war? Steve Hacket muss als Bandmitglied für Genesis eine Bedeutung gehabt haben, die sich erst anhand der Folgen seines Weggangs angemessen einordnen lässt, während die Bedeutung von Peter Gabriel für Genesis anscheinend eher überschätzt wurde. Aber das sind sehr subjektive Überlegungen - das mögen andere völlig anders sehen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 18, 2014 6:02 PM MEST


Klaus Schulze/Lisa Gerrard - Rheingold [2 DVDs]
Klaus Schulze/Lisa Gerrard - Rheingold [2 DVDs]
DVD ~ Klaus Schulze
Preis: EUR 16,40

5.0 von 5 Sternen Schulze setzt sich ein Denkmal, 5. November 2011
Etwa 35 Jahre muss es wohl her sein, dass ich ein Konzert von Klaus Schulze im Deutschen Museum in München besuchte und atemlos den Klanggemälden lauschte, die er mit faszinierender Virtuosität darbot. Es war die große Zeit von Klaus Schulze mit unvergessenen Plattenklassikern wie Timewind und vielen anderen, mit denen er - wie seine früheren Kollegen von Tangerine Dream - neue Klangwelten schuf. Nun gibt es Klaus Schulze endlich auf DVD und das ist ein großes Glück, denn er hat absolut nichts verlernt und seine Musik ist zeitlos, fesselnd und hypnotisch wie eh und je. Ohne Effekthascherei, uneitel und sympathisch tritt der inzwischen 64-jährige auf und zieht das Publikum in seinen Bann - und mit diesem den Betrachter der DVD. Von der ersten bis zur letzten Minute einfach ein Genuss. Der Gesang der Australierin Lisa Gerrard, der keinem gängigen Genre zugeordnet werden kann fügt sich hervorragend ein und bildet mit den elektronischen Klängen und Rhythmen eine vollkommene Synthese. Einfach unglaublich!
Vor ein paar Jahren äußerte ich - zugegebenermaßen etwas zugespitzt - meine große Enttäuschung über eine allgemein hoch gelobte Konzert-DVD von Jean-Michel Jarre (Peking) und habe damit teils erbitterte Kritik geerntet. Mein damaliger Hinweis auf die m.E. weit überlegenen Trendsetter der elektronischen Musik, darunter Klaus Schulze, fand kein Verständnis. Mit der Rheingold-DVD fühle ich mich auf eindrucksvolle Weise bestätigt. Natürlich kann man als Laie nie wirklich beurteilen, wieviel von der Musik einem schöpferischen Akt auf der Bühne entspringt und wie viel vorprogrammiert ist. Aber davon abgesehen, dass man den Eindruck gewinnt, dass Klaus Schulze in wesentlich größerem Umfang in die programmierten Melodien und Rhythmen eingreift, als dies bei Jarre der Fall ist, und dass ein erheblicher Teil tatsächlich auch improvisiert wird, ist allein schon die Abwesenheit jeglichen Schick-Schnacks überaus wohltuend.
Mit dieser Konzertaufnahme hat sich Klaus Schulze wirklich ein Denkmal gesetzt und ein beeindruckendes Lebenswerk gekrönt. Aber vielleicht können wir ja auch auf eine Fortsetzung hoffen - dass der Auftritt ihm großen Spaß gemacht hat spürt man jedenfalls deutlich.


Leonard Cohen - Songs from the Road
Leonard Cohen - Songs from the Road
DVD ~ Leonard Cohen
Preis: EUR 15,51

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleine Enttäuschung auf höchstem Nieveau, 11. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Leonard Cohen - Songs from the Road (DVD)
Alles richtig, was von den Rezensenten an Positivem gesagt worden ist und dennoch bleibt ein etwas unbefriedigtes Gefühl. Und "Schuld" daran hat der Meister selbst, indem er die Messlatte und Erwartungshaltung fast unerreichbar hoch geschraubt hat. Da wäre zum einen das vorausgegangene Jahrhunderwerk "Live in London", das wirklich in jeder Hinsicht unglaublich gut und ergreifend geraten ist und wie eine Supernova am Firmament der Konzert-DVDs strahlt (für eine derartige künstlerische und technische Sternstunde genügen 5 Sterne definitiv nicht). Und da wäre zum anderen das unvergessliche Erlebnis eines Livekonzerts, das ich vor Kurzem in Stuttgart genießen durfte. Selbst die schauderhafte Akustik und seelenlose Funktionalität der dortigen Schleyerhalle vermochten nicht zu verhindern, dass der Funke vom ersten Ton an von der Bühne auf das Publikum übersprang und die atemlose Spannung bis zum Verklingen des letzten Tones und lange darüber hinaus anhielt. Wunderbar an dem Konzertprogramm war für mich zweierlei: Zum einen der Umstand, dass das Songrepertoire um einige zeitlos gute Stücke angereichert wurde, die sicher nicht nur ich schon bei "Live in London" gerne zusätzlich gesehen und gehört hätte (z.B.: The Partisan, Famous Blue Raincoat, Avalanche; aber bei einer solchen Vielzahl von Meisterwerken kam man natürlich nicht umhin, eine Auswahl zu treffen - und die war ja wirklich exzellent, weshalb man sich kaum getraut von "vermissen" zu sprechen). Der andere, wirklich verblüffende Aspekt des Konzertes war der, dass es dem Meister und seinen kongenialen Musikern gelungen ist, einige Lieder gegenüber "Live in London" durch neue Arrangements noch weiter aufzuwerten; die virtuosen Soli insbesondere von Javier Mas und Dino Soldo gehörten zu den absoluten Highlights des Konzerts.
Vor diesem Hintergrund war ich freudig gespannt auf die neue DVD, die ja nun versprach, die zusätzlichen Lieder und vielleicht auch einen Teil der neuen Arrangements zu konservieren. Insbesondere Letzteres ist leider nur teilweise eingefangen worden (vielleicht, weil die Arrangements erst im Laufe der Tour überarbeitet wurden?). Die Songs from the Road stellen in der Tat eine tolle und unverzichtbare Ergänzung zu "Live in London" dar, wenngleich sowohl die Aufnahmequalität als auch die Präsentation das extrem hohe Niveau des Vorgängers m.E. nicht ganz halten können. Irgendwie wirkt der Meister bei einigen Stücken auch etwas matt, was in seinem Alter bei dieser dreijährigen Marathontour "around the world" ja auch mehr als verständlich wäre, wovon aber erstaunlicher Weise bei dem Konzert in Stuttgart, das ja noch deutlich später stattfand als die Ausschnitte auf der DVD, rein gar nichts zu spüren war.
Davon abgesehen, dass man Leonard Cohen noch viele schöpferische Jahre von Herzen wünscht, sollte er sich zunächst einmal Zeit zur Regeneration gönnen, auch wenn sich sein treues Publikum auf der ganzen Welt zu Recht nichts sehnlicher wünscht, als das mit keinem anderen Kunstgenuss vergleichbare Erlebnis eines Live-Konzerts.
Kann man wegen der angesprochenen Einschränkungen weniger als fünf Sterne vergeben? - Kann man nicht! Überhaupt ist es eigentlich eine Anmaßung, Leonard Cohen und seine hohe Kunst "bewerten" zu wollen.


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Wird angeboten von Ruck-Zuck UG (haftungsbeschränkt)
Preis: EUR 4,00

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Für Canon IP4300 nicht zu empfehlen, 18. März 2010
Der Test bei meinem IP 4300 endete leider mit einem Fiasko (Streifen, riesige Lücken bei Farbe und schwarz-weiß). Musste wieder auf Originalpatronen umsteigen - Ergebnis einwandfrei!


Blackmore's Night - Castles & Dreams [2 DVDs]
Blackmore's Night - Castles & Dreams [2 DVDs]
DVD ~ Blackmore's Night

9 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein reichlich dünnes Süppchen, 7. Januar 2009
Wer wollte Herrn Blackmore das Recht absprechen, sich in vorgerücktem Alter einer Musikform zuzuwenden, die so völlig anders ist, als diejenige, die wir von ihm über viele Jahre gewohnt waren, wegen derer wir ihn verehrt haben und immer noch verehren - fetzigen Rock gemischt mit lyrischen Rockballaden der zeitlos guten Marken Deep Purple oder Rainbow. Nun also Musik die schlicht Laune machen soll, ohne tieferen Anspruch, Musik zum träumen, zum mitsingen und mitschunkeln, in stimmungsvoller Atmosphäre, in malerischen, mittelalterlichen Gewändern. Nein, das ist sein gutes Recht und es ist schon gar nicht verwerflich, wenn er damit ein Publikum findet. Völlig unverständlich und absolut irreführend (auch ich bekenne mich als Opfer), ist allerdings, wenn in den Rezensionen über eine ziemlich banale Wohlfühlmusik ohne Anspruch reihenweise Höchstpunkte vergeben werden. Natürlich ist das alles musikalisch und technisch fein gemacht, aber es bleibt letztlich ein reichlich dünnes Süppchen, das Herr Blackmore, Frau Night und ihre Barden da anrühren. Wer einmal anspruchsvolle Musik in mittelalterlichem Stil hören möchte, der sollte sich z.B. Amazing Blondel aus den 70er-Jahren zu Gemüte führen, insbesondere das Werk "England"; oder aber aus neuerer Zeit die wunderbare Musik von Loreena McKennitt, in der sich Musikstile aus ganz unterschiedlichen Epochen und Regionen auf das schönste mischen. Richie Blackmore und Candice Night (die zweifellos nett anzusehen ist und über eine ansprechende Stimme verfügt, die aber mit ihren dünnen Späßchen und etwas albernem Gekicher in den Zwischenmoderationen ziemlich nervt) verbinden demgegenüber ebenso simple wie eingängige Melodien mit nicht minder dürftigen Texten zu einem reichlich kitschigen Gesamtkunstwerk. Beim Ansehen der DVD beschlich mich spontan die Vorstellung, dass eine solche Musik ohne alle Ecken und Kanten ohne weiteres geeignet wäre, bei der Generation jenseits der Sechzig Herrn Claydermann etc. Konkurrenz zu machen. Die Bestätigung erhielt ich später beim Ansehen der Extras: Es finden sich zwei Aufzeichnungen von Fernsehauftritten vor genau diesem, natürlich restlos begeisterten Publikum. Armer Richie Blackmore - in den Fernsehgarten gehört er eigentlich wirklich nicht! Aber wenn er sich dort wohlfühlt ....
Tut mir leid Richie, aber dafür gibt's von mir nur zwei Punkte und den tiefen Wunsch auf eine Rückbesinnung.
Übrigens: Mit am peinlichsten ist eine Softversion von "Child in Time" - einfach nur grausam!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2011 11:48 PM MEST


Jon Lord - Beyond the Notes, Live
Jon Lord - Beyond the Notes, Live
DVD ~ Jon Lord
Preis: EUR 18,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von hoher Kunst bis an die Grenze zum Kitsch, 25. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Jon Lord - Beyond the Notes, Live (DVD)
Ich liebe Klassik, sehr sogar und - ich liebe Rockmusik (immer schon). Dann ist diese DVD doch genau das Richtige, oder? Warum dennoch nur drei Sterne? Ganz schwer zu begründen, aber ich will es versuchen.
Mit Fusionmusik ist das so eine Sache, insbesondere, wenn es um eine geglückte Verbindung von Klassik und Rock geht. Viele haben sich daran versucht und gerade auch Jon Lord war einer der Vorreiter dieser Experimente. Als uneingeschränkt gelungen darf wohl die Klassik/Jazz-Synthese von Jacques Loussier gelten. Relativ unproblematisch sind auch schlichte Rock-Bearbeitungen von klassischer Musik, wie z.B. von Rick van der Linden oder Keith Emerson. Als ausgesprochen problematisch haben sich indes die Versuche erwiesen, eine echte Einheit von Rockmusik und Klassik zu schaffen. Von beiden Seiten des "Ufers" hat es entsprechende Bemühungen gegeben. Von der Klassikseite hat insbesondere Eberhard Schöner die Möglichkeiten ausgetestet, dessen Werke aus den 70er-Jahren damals für uns spannend waren, heute aber - zumindest für mich - schwer erträglich sind. Ziemlich quälend war z.B. seine Zusammenarbeit mit den frühen Police-Musikern (Album: Flashback) und dabei insbesondere die Überbetonung der Stimmlage von Sting, die erst im Laufe der folgenden Jahre ihren eigenen Charakter und Charme herausgebildet hat. Von der Rockseite wären beispielhaft die allenfalls teilweise gelungenen Experimente von Pink Floyd (Atom Heart Mother) oder von The Who (Tommy) zu nennen, oder eben: Jon Lord. Bereits Anfang der 70er hatte er mit der "Gemini Suite" einen ersten Versuch gestartet, anschließend mit dem oben erwähnten Eberhard Schöner die Aufnahme "Windows" herausgebracht, mit allen Problemen, aus dem Nebeneinander des klassischen und des rockigen Instrumentariums ein Miteinander zu schaffen. Am nächsten ist er diesem Ziel m.E. mit seinem Werk "Sarabande" gekommen, und die Stücke aus diesem Album sind es auch, die zu den Highlights der hier rezensierten DVD gehören (Sarabande, Pavane, Gigue). Am besten ist Jon Lord, wenn jazzige Elemente einfließen, oder er vom Flügel an die Orgel wechselt und dabei der wunderbare alte Deep-Purple-Sound hervorlugt - leider sind diese Passagen aber zu selten. Geprägt wird das Werk eher von getragenen Kompositionen die mich demgegenüber eher belanglos anmuten und die wesentlich geprägt werden von einem Orchsterklangbild ohne Ecken und Kanten, die regelmäßig im Pianissimo beginnen und dort auch enden. Als schwächer empfinden ich durchweg die Gesangsparts, was einerseits daran liegt, dass es den verschiedenen Interpreten, allem überschwänglichen Lob von Jon zum Trotz, nicht gelingt, mich anzusprechen (allein Frida fällt da etwas positiver aus dem Rahmen - darin gebe ich anderen Rezensenten Recht), aber zweifellos auch daran, dass die Kompositionen einfach nicht mehr "hergeben". Einige Stücke, die allzu glatt geraten sind, mit einer dicken Streichersoße, kommen der virtuellen Grenze zwischen Kunst und Kitsch doch sehr nahe, überschreiten sie aber m.E. nicht (anders als bei der Musik von Ex-Deep-Purple-Kumpel Ritchie Blackmore - "Blackmore's Night").
Fazit: Ein schlechtes Werk ist es wahrlich nicht, Jon Lords "Beyond the Notes, Live", aber auch kein Geniestreich. Ein Fünf-Sterne-Werk fesselt mich von Anfang bis zum Schlussapplaus. Dafür hat diese Konzertaufnahme leider zu große Längen und ist mehr als zum intensiven Miterleben als Hintergrundmusik geeignet - und das ist einfach zu wenig. Leider!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2012 10:01 PM MEST


Jean Michel Jarre - Jarre in China (+ Audio-CD) [2 DVDs]
Jean Michel Jarre - Jarre in China (+ Audio-CD) [2 DVDs]
DVD ~ Jean Michel Jarre

5 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend!, 2. Mai 2008
Nachdem ich mich ca. 25 Jahre lang nicht mehr mit Elektronikmusik befasst hatte, ließ ich mich von den in der Mehrzahl sehr guten Kundenkritiken zum Kauf der DVD verleiten. Ein grober Fehler, denn ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. JMJ ist als Komponist und Musiker nie über Mainstreamniveau hinausgekommen, er war nie inovativ und hat sich immer ausschließlich dem gefühligen Wohlklang und oberflächlicher Effekthascherei verschrieben. Sein wohl bekanntestes Werk, Oxygene aus dem Jahr 1976, war im Grunde nicht mehr als etwas aufgepepptes "Popcorn" (die Älteren unter uns erinnern sich gewiss noch an diese eingängige Melodie aus der Elektronik-Steinzeit). Kein Vergleich zu Künstlern wie Tangerine Dream oder auch (mit Abstrichen) eines Klaus Schulze. Daran hat sich leider nichts geändert. Besonders dürftig fällt aber das Konzert Jarre in China aus. Das aufgetischte Menü sieht wie folgt aus: Ca. 75% Musik vom Band, dazu eine Mischung aus simplen Melodieläufen, die der Künstler live beisteuert, ein wenig elektronischer Hokus-Pokus und ein paar traditionelle chinesische Instrumente, die mehr oder weniger unmotiviert und uninspiriert eingestreut werden. Das ganze übergieße man, dem Faible der Chinesen für Masseninszenierungen Rechnung tragend, mit einer süßen Streichersoße von einer Hundertschaft klassischer Orchstermusiker und eines nicht minder zahlreichen la-la-la-Opernchors. Das Ergebnis: Schlicht ungenießbar und überaus enttäuschend! Schade, denn irgendwie hatte ich mich auf die DVD gefreut, auf einen Augen- und Ohrenschmaus gehofft. Nun weiß ich noch nicht einmal, wem ich das Werk schenken kann - ich kenne niemanden, dem man damit eine Freude machen könnte, ohne sich als Schenker zu disqualifizieren.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 17, 2011 4:33 PM CET


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