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Amazon Customer "Der Autor" (Wuerzburg)

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Sony NWZ-F886 Walkman 32GB (10,2 cm (4 Zoll) Touchscreen, USB, Android OS)
Sony NWZ-F886 Walkman 32GB (10,2 cm (4 Zoll) Touchscreen, USB, Android OS)
Wird angeboten von technikbilliger
Preis: EUR 299,05

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klang super, Akkulaufzeit könnte besser sein, 23. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lohnt sich noch ein MP3-Player, wo doch auch Smartphones Musik abspielen können? Wenn man auf gute Musikqualität Wert legt oder darauf, sein Smartphone nicht zum Sport oder Joggen mitzunehmen (es lenkt ab und sollte noch weniger kaputtgehen als ein MP3-Player) - auf jeden Fall.

Die Tonqualität des NWZ-F886 ist herausragend im Vergleich zu allem, außer vielleicht dem sehr guten Soundchip der PlayStation 3, das ich bislang gehört habe. Der Player klingt erheblich klarer als alle MP3-Player und Smartphones (darunter das Xperia ZL von Sony), die ich bislang hatte. Er klingt auch viel besser als der interne Soundchip von meinem PC. Gut, kein Wunder.

Anfangs habe ich bei aktivierter Soundengine DSEE HX keine Verbesserung vernommen. Dazu muss man wissen: DSEE HX verbessert nur den Klang von komprimiertem Audio. Bei Aufnahmen in CD-Qualität oder höher ist für mich kaum ein Unterschied wahrnehmbar. MP3s klingen aber deutlich besser. Leider saugt DSEE am Akku.

Wer beim F886 keinen Unterschied hört zu den meisten Smartphones, der erkennt wohl auch keinen Unterschied zwischen de Kooning und Rembrandt. Und braucht somit ohnehin keinen MP3-Player. Erst recht nicht für 300 Euro. So viel habe ich übrigens nicht bezahlt und ich kann es auch nicht empfehlen, mehr als 200 Euro dafür auszugeben. Diesen Preis finde ich allerdings angemessen für jeden, dem seine Musik am Herzen liegt und der sich nicht einfach den Schädel mit fetten Beats zudröhnen will (dafür kann man sich auch neben einen Presslufthammer stellen und Headbangen).

Was mich stört, ist der fest verbaute Akku mit einer Akkulaufzeit, die "in Ordnung" ist, aber auch nicht mehr. Klar, er übersteht schon einen Tag. MP3-Player sollten aber länger halten als Smartphones, finde ich. Sony scheint das Problem mit der neuen A10-Serie in den Griff zu bekommen. Allerdings ist dort kein Android an Bord - und somit kann man keine Audible-Hörbücher nutzen. Die klingen übrigens mit dem F886 auch noch einmal viel besser. Was mich außerdem stört: Bei vielen Aufnahmen im verlustfreien ALAC-Format (etwa für gerippte CDs) sind 32 GB weniger, als man glauben könnte. Die schwer zu bekommenden und teuren Hi-Res-Audiodateien klingen zwar noch einmal besser, aber mit denen sind 32 GB allzu schnell gefüllt. Der Speicher hätte mit microSD-Karten erweiterbar sein sollen.

Als Kopfhörer empfehle ich für unterwegs die ZX610 von Sony für rund 50 Euro. Wie komme ich dazu, einen günstigen Kopfhörer in Verbindung mit einem High-End-Player zu empfehlen? Ganz einfach: Der ZX610 klingt besser als so ziemlich alles im Preisbereich bis 100 Euro und er ist mobil gut einsetzbar. Er hat mich sehr überrascht. Der Kopfhörer kann auch ordentliche Bässe liefern. Für Sport ist das geeigneter als sanfte, neutrale Audiophilen-Kopfhörer. Und sie sind nicht so sperrig wie Beyerdynamik und co. Wer natürlich den F886 voll ausnutzen möchte, kann sich für zu Hause einen audiophilen Kopfhörer besorgen. Der sollte allerdings wissen, dass der F886 für besonders anspruchsvolle Kopfhörer einen zusätzlichen Verstärker gebrauchen kann.

Fazit: Wer gerne und viel Musik hört, der wird den F886 zu schätzen wissen. Wer Harfenklänge nicht von Flugzeuglärm und den Klang des F886 nicht von Smartphones unterscheiden kann, der möge sich das Geld sparen (und vielleicht mal zum Arzt gehen). An Akkulaufzeit und Speichergröße sollte Sony bei zukünftigen Modellen nachbessern. Der Preis ist mit 300 Euro zu hoch, mit 200 Euro in Ordnung.


Angry Birds Stella
Angry Birds Stella
Preis: EUR 0,00

5.0 von 5 Sternen Sehr nett, 7. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Angry Birds Stella (App)
Ein schöner, sympathischer Angry-Birds-Ableger mit weiblicher Besetzung. Man kommt auch ohne In-App-Käufe gut voran. Irgendwie müssen sich die Entwickler eben finanzieren. Klar wollen die Kunden alles am liebsten gratis. Ich will eine Villa und einen Mercedes gratis. Irgendwer arbeitet aber, um die Produkte herzustellen und dafür hat er eine Gegenleistung verdient. Wenn die Leute nicht für Spiele-Apps direkt zahlen wollen (und das wollen sie statistisch nicht), werden sie anders zur Kasse gebeten. Selber schuld.


Lexikon der Psycho-Irrtümer: Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt
Lexikon der Psycho-Irrtümer: Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt
Preis: EUR 3,50

25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychologische Aufklärung, 5. November 2011
Aus Perspektive der empirischen Psychologie, also mit Hilfe statistischer Auswertungen, wissenschaftlicher Umfragen und von Laborexperimenten, untersucht Rolf Degen in seinem Lexikon der Psychoirrtümer, ob sich die Behauptungen verschiedener psychologischer Strömungen und Schulen empirisch bestätigen lassen.

Degen kommt zu einem vernichtenden Ergebnis. Verschiedenste Therapiemethoden, von der Psychoanalyse bis zur Verhaltenstherapie, haben alle denselben Nutzen: den einer Zuckerpille. Laien können die Gefährlichkeit von Straftätern ebenso verlässlich einschätzen wie Experten: gar nicht. Die Massenmedien haben keinen Einfluss auf die Ansichten der Menschen, sondern es ist umgekehrt so, dass erfolgreiche Zeitungs- und Fernsehberichte auf das eingehen, was die Leute interessiert. Auch Werbung hat einen geringeren Nutzen, als häufig angenommen wird.

Es gibt keine Projektion. Es gibt keine Verdrängung. Es gibt keine multiplen Persönlichkeiten. Hypnose ist Schauspielerei. Und Meditation hat in Hinblick auf neurophysiologische Wirkungen bestenfalls den Effekt eines Nickerchens. Nahtoderfahrungen sind kulturabhängige Fabrikationen unseres Bewusstseins, keine Botschaften aus einem Leben danach.

Es wird spannend zu beobachten sein, wohin die Reise geht. Bis dahin sollte man sich dieses Buch besorgen, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden und Geld für Therapeuten zu sparen. Selbsthilfegruppen liefern nämlich dieselben oder bessere Ergebnisse.


Lying (Kindle Single) (English Edition)
Lying (Kindle Single) (English Edition)

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du sollst nicht lügen, 27. September 2011
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ein lautstarker Atheist wie Sam Harris seine skeptischen Schäfchen nun davon überzeugen möchte, dass Lügen eine Sünde ist. Jetzt, wo die Neuen Atheisten das Gehör der breiten Öffentlichkeit erreichen, übernehmen sie eine traditionelle Aufgabe von Pfarrern und predigen selber die Moral. In diesem Fall war es so, dass Sams Frau Annaka ihn erst dazu überreden musste, das Büchlein zu schreiben, aber es wurde ja auch einmal Zeit, dass Eva ihrem Adam auf die Finger haut.

Die Frage, ob Lügen akzeptabel sei, manchmal akzeptabel sei oder gar nicht, war natürlich schon lange vor der Entstehung des Christentums eine philosophische Herausforderung. Sam Harris bedient sich konsequent bei weltlichen Argumenten und kommt praktisch zu dem selben Ergebnis wie Gott (so wird diesem zumindest eine letzte Ehre erwiesen): Du sollst nicht lügen! Und zwar aus aufgeklärtem Eigeninteresse.

Im Unterschied zu weltabgewandten Lehnstuhlphilosophen bedient sich Harris in seiner Argumentation bei Beispielen aus seinem persönlichem Umfeld oder bei Zuschriften seiner Leser. Auch "weiße Lügen", kleine Notlügen, hält er für nicht empfehlenswert. Wenn eine Frau gerne erfahren möchte, ob sie in ihrem neuen Kleid fett aussehe, so solle man ihr auf höfliche und schonende Art die Wahrheit beibringen. Schließlich geht sie am Ende noch mit dem Ding auf die Straße und glaubt nichtsahnend, sie würde Männer damit anziehen.

Auch haben Lügen die Angewohnheit, dass sie den Lügner nicht mehr loslassen. Er muss sie immer wieder durch neue Lügen verdecken. Am Ende kommen sie zu ihm zurück. Wenn Ihnen eine Freundin einen Pullover aus dem Urlaub mitbringt und fragt, ob er Ihnen gefalle, so sollten Sie ihr nicht sagen, dass dem so wäre, wenn Sie nicht auch vorhaben, ihn zu tragen. Sie können sich eine Menge ersparen, wenn Sie ihr etwa folgendes antworten: "Ich befürchte, der Pullover passt nicht zu mir. Mein Geschmack schwangt zwischen langweilig und sehr langweilig."

Die Fälle, in denen Lügen wirklich gerechtfertigt werden kann, sind sehr selten. Nur, wenn die ehrliche Kommunikation bereits zusammengebrochen ist, kann es empfehlenswert sein. Beispiel: Sie haben Anne Frank auf Ihrem Speicher versteckt, die Nazis klopfen an die Tür und fragen, ob sie zufällig da sei. So etwas wird Ihnen in Ihrem ganzen Leben aber wahrscheinlich niemals zustoßen.

Nicht zu lügen liegt also in unserem eigenen Interesse. Unsere Integrität und das gegenseitige Vertrauen hängen davon ab. Harris hat erfolgreich Klarheit in die Sache gebracht, auch wenn es sich natürlich nur um einen kurzen Essay handelt und Experten in Sachen Lügen (die Philosophie des Lügens, meine ich) werden das alles wohl schon einmal gehört haben. Trotzdem: Kurz, klar und einleuchtend.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2013 12:44 AM MEST


Wer zur Hölle will schon in den Himmel?: Ein Brevier für Ungläubige und solche, die es werden wollen
Wer zur Hölle will schon in den Himmel?: Ein Brevier für Ungläubige und solche, die es werden wollen
von Edgar Dahl
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,80

45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Frage des Klimas, 25. Juli 2010
'Was das Klima betrifft, würde ich den Himmel bevorzugen; doch was die Gesellschaft anbelangt, ziehe ich die Hölle entschieden vor.' So lautet jene Erkenntnis von Mark Twain (Tom Sawyer, Huckleberry Finn), die Edgar Dahls Aphorismensammlung zugrundeliegt. Geistesgrößen und normalsterbliche Prominente wüten im Garten, wo die zarten Gefühle religiöser Schäfchen wuchern, dass kein Dogma auf dem anderen bleibt. Woody Allen outet sich etwa als "Gottes loyale Opposition" und Lance Armstrong resigniert: "Wenn es einen Gott gäbe, hätte ich noch zwei Eier."

Obendrein gibt es eine biografisch-philosophische Einleitung, in der Dahl erklärt, wie ihn das Theologiestudium zum Religionskritiker formte. Im Nachwort erfährt man schließlich, warum es den Glauben überhaupt noch gibt, wo doch die Denker nur darüber lachen: Eine Neigung zum Aberglauben steckt uns im Blut, oder in den Genen, wie man heute sagt. Dagegen hilft nur der Gebrauch des Verstandes. Insofern: Glaubst du noch, oder denkst du schon?

Von ein paar Leichtsinnsfehlern abgesehen, ist nichts an dem flotten Bändchen auszusetzen. Ich habe mir meinen Platz in der Höllenloge schon reserviert.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 16, 2014 11:01 AM CET


The Portable Atheist: Essential Readings for the Nonbeliever
The Portable Atheist: Essential Readings for the Nonbeliever
von Christopher Hitchens
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Great Collection!, 14. Dezember 2007
The Portable Atheist is exactly the book promised in the description by the publisher. The essays are very well selected and sorted into their historical background. Who would ever have thought that the seemingly moderate skeptic David Hume actually had quite a different view: "[...] when he heard a person say he was religious, he concluded he was a rascal"?

Very impressing and insightful this collection presents first hand views from some of the greatest intellectuals of all time on religion. And all are skeptic to downright antireligious.

Buy it, especially if you happen to be a believer, it will shake your world!


The Secret - Das Geheimnis
The Secret - Das Geheimnis
von Rhonda Byrne
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

94 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Esoterischer Schwachsinn, 24. Oktober 2007
Vorweg: Ich kenne nur das englische Original des Buches, welches dem deutschen jedoch entspricht.

Die Selbsthilfe-Gurus melden sich mal wieder zu Wort, diesmal allerdings nicht mit nachweislich wirkungslosen Alltags-Heilmitteln wie Erfolgstagebüchern, sondern mit einem Rezept aus der Sphäre des Übernatürlichen.

Angeblich habe "die Wissenschaft" entdeckt, dass im Universum "mysteriöse Kräfte" am Werk sind, von diesem besonders erwähnenswert ist offenbar das "Anziehungsgesetz" (nicht identisch mit dem Gravitationsgesetz). Die Aussage: Gedanken werden Dinge. Du musst nur fest genug an Geld denken und schon kommt das Geld zu dir. Das funktioniert so:

'"Jeder Gedanke hat eine Frequenz"', erklärt der Erzähler von The Secret. '"Wir können einen Gedanken messen. Wenn Sie diesen Gedanken immer und immer wieder denken, dann senden Sie diese Frequenz aus."

Das Gehirn produziert zwar elektrische Aktivität und diese bildet ein Magnetfeld, jedoch ist dieses Feld sehr schwach und wird außerhalb des Schädels sofort überlagert von anderen Feldern, etwa jene von Radios, Fernsehern und Handys. Zudem ziehen sich bei Magneten Gegensätze an, insofern müsste man an Armut denken, wenn man reich sein möchte. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kommunikation zwischen unserem Gehirn und einem Goldbarren eher dürftig ausfällt, zumindest für jeden Nicht-Jedi.

Außerdem: Wenn Reichtum und Armut nur das Ergebnis von Gedanken sind, dann muss es sich bei den armen Kindern in Afrika um beachtliche Miesepeter handeln, die selbst für ihr Schicksal verantwortlich sind. Und die Opfer von Ausschwitz haben sich dieser Logik zufolge gewünscht, vergast und verbrannt zu werden. Der zentrale Gedanke von "The Secret" ist insofern nicht nur Schwachsinn, er ist bösartig und gefährlich. Dass sich dieses Buch momentan auf Platz 5 der deutschen Amazon-Bestsellerliste befindet, sagt uns, in was für einem unaufgeklärten Land wir hier offenbar leben. Insofern sammle ich besser schon mal Holz für meine Verbrennung als Ketzer.

Was also soll man tun für den Erfolg? Arbeiten! "Mysteriöse Kräfte" werden Ihnen die Mühe nicht abnehmen - aber Ihr Geld, das zieht die Autorin Rhonda Byrne gerne an.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2012 6:21 PM MEST


Evolution: Wissen was stimmt (HERDER spektrum)
Evolution: Wissen was stimmt (HERDER spektrum)
von Josef H. Reichholf
  Taschenbuch

19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Time to Evolve, 7. Oktober 2007
'Evolution' ist ein gutes Einführungsbuch in Evolutionstheorie und Soziobiologie für Laien. In bestimmten Fällen (z.B. Ursachen für die Entwicklung des menschlichen Gehirns) hätte man noch auf alternative Theorien hinweisen können und auch die philosophischen Ausführungen rund um das Thema sind etwas zu knapp und unklar. Wer jedoch nichts oder nur wenig über Evolution weiß, dem sei diese Einführung wärmstens empfohlen.


Denker des Abendlandes: Eine Geschichte der Philosophie
Denker des Abendlandes: Eine Geschichte der Philosophie
von Bertrand Russell
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse Buch, schlechte Übersetzung, 18. Juli 2007
Denker des Abendlandes ist eine hervorragende Einführung in die Philosophie. Russell kommentiert dabei seine Vorgänger im Denken kritisch, aber durchweg rational und nicht ideologisch - eine Art der Beschreibung und Kommentierung, die zeitlos ist. Trotz der 450 Seiten hätte das Buch ruhig noch länger sein dürfen, denn einige Philosophen kommen ein wenig kurz.

Weniger gefallen hat mir allerdings die Übersetzung von Károly Földes-Papp. Sie ist zwar selten wirklich falsch, aber stilistisch nicht ausgereift. Das Buch hätte sich andernfalls flüssiger und einprägsamer gelesen.


Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen
Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen
von Jared Diamond
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 2. März 2007
Jared Diamonds Interpretation der menschlichen Natur und seiner Kultur ist genauso faszinierend wie überzeugend. In "Der dritte Schimpanse" stellt er seine grundlegenden, begründeten Thesen auf und führt sie in seinen folgenden Büchern weiter aus.

Unter anderem sagt er, dass nicht politische oder ideologische Ansichten die Voraussetzung für den Erfolg einer Kultur sind, sondern die geographischen Bedingungen, unter denen sie entsteht. Bedeutend ist die Ausstattung mit Rohstoffen, mit domestizierbaren Tieren und die klimatischen Einflüsse der bewohnten Region.

Hätten die Ureinwohner Amerikas noch Pferde gehabt und sie nicht ausgerottet, hätten sie über Pflanzen verfügt, die besser zum Anbau geeignet sind, als die Europäer sie angriffen, dann hätten sie vielleicht den Sieg davon getragen. Tatsächlich waren es die Ureinwohner Amerikas, die so viele große Säugetiere ausrotteten, wie nie eine Kultur zuvor oder danach. Man sieht also: Das Problem liegt nicht in verschiedenen Völkern und deren Kulturen begraben, sondern das Problem ist der Mensch selbst.

Man kann die Geschichte jenes Schimpansen problemlos als Aneinanderreihung verschiedener Genozide darstellen. Der Massenmord an den Juden ist dabei nur das bekannteste Beispiel. Wer wusste etwa, dass die Australier unzählige Aboriniges und praktisch alle (!) Tasmanier ermordeten? Die Teile des Buches, die sich mit Genoziden beschäftigen sind emotional kaum zu ertragen, die Sensibilität für Grausamkeit ist gestiegen. Ein Silberstreif am Horizont.

Nicht alle von Diamonds Ideen sind neu. Schon der berühmte Historiker G. M. Trevelyan betonte vor rund 60 Jahren die Bedeutung der Geographie für den Erfolg von Kulturen. Trotzdem ist der Gedanke noch nicht angekommen und Jared Diamond ist hoffentlich ein Garant dafür, dass sich das ändert. Denn wenn wir die Bedeutung unserer Umwelt für unser eigenes Überleben verstehen, werden wir vielleicht endlich dazu bereit sein, sie zu schützen.

Fazit: Jeder, der sich für den dritten Schimpansen interessiert, sollte dieses Buch lesen.


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