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Rezensionen verfasst von
"muesfeldt"

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Du musst wandern: Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge
Du musst wandern: Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge
von Manuel Andrack
  Taschenbuch

21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Muß man?, 10. April 2005
Es gibt viele passionierte Wanderer in Deutschland. Die wenigsten fühlen sich dazu berufen, ein Buch darüber zu schreiben, manche von denen, die schweigen, könnten sicher Lehrreiches und Unterhaltsames zu Papier bringen. Nun wissen wir mittlerweile, dass mit dem Grad der Prominenz auch der Drang zur schriftlichen Mitteilung steigt, daher nimmt es kaum Wunder, dass auch Manuel Andrack, der Mann hinter Laptop und Bierglas, sich in die Phalanx der schreibenden Promis eingereiht hat. Das Ergebnis betrachte ich zwiespältig. Das Buch besteht aus Beschreibungen von Wanderungen in mehreren deutschen Mittelgebirgen, allerdings nicht im Stil eines Wanderführers ("folgen Sie dem gelben Rechteck 600 m bis zur nächsten Gabelung"), die ein Urlauber aber mit den entsprechenden Karten ausgerüstet nachwandern kann. Leider handelt es sich bis auf eine Ausnahme um Streckenwanderungen, d.h. man kommt nicht da an, wo man losgelaufen ist. Für Herrn Andrack als Angehörigen der aussterbenden Spezies des Bahnfahrers mag das angehen, aber die Mehrheit erreicht das Mittelgebirge mit dem Auto und ist geneigt, am Ende der Tour genau dorthin zurückzukehren, wo man den Wagen stehengelassen hat. Einen Extra-Stern gibt es für die Mission, dem Wandern als Solchem und den Mittelgebirgen eine Lanze zu brechen, denn man merkt dem Buch an, dass viel eigene Begeisterung mitschwingt.
Nun aber zum weniger erfreulichen: Dem Stil. Oft scheint es sich um den ungefilterten Gedankenstrom zu handeln, den man so beim stillen Einherschreiten in Wald und Flur produziert, und häufig dachte ich beim Lesen: Ach ja, sowas ging mir auch schonmal durch den Kopf. Aber manchmal langweilt es, diese Aneinanderreihung von Allerweltsaussagen, in der Regel als kurze Hauptsätze, zu lesen, hin und wieder ebenso unerwartet wie willkürlich unterbrochen von einer Top-irgendwas-Liste (Schott lässt grüßen...).
Wer sollte dieses Buch kaufen? ALs Urlaubsvorbereitung eher weniger geeignet, es sei denn, man sucht mindestens drei oder vier der beschriebenen Routen auf. Aber wenn man "nur" z.B. in den Hunsrück fährt, kauft man die anderen Touren mit, ohne dass man was davon hätte. Wer aber z.B. eine mehrstündige Bahnfahrt vor sich hat und eine leichte Lektüre benötigt, vielleicht mit ein paar Schmunzlern und "ach ja"-Gedanken, der kann die 8,90 Euro riskieren mit dem Chance, sich vielleicht eine Anregung zu holen für den nächsten Wochenendausflug.


Schöne Tage: Roman
Schöne Tage: Roman
von Franz Innerhofer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sklaverei im 20. Jahrhundert, 7. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Schöne Tage: Roman (Taschenbuch)
Da erzählt einer, der es selbst erlebt hat und weder beschönigt noch verdammt: Von der Mutter, die den unehelichen Sohn zum leiblichen Vster schickt, weil bei Ihr dank neuem Freund kein Platz mehr ist und vor allem vom Vater, dem Bauerndiktator mit kirchlicher Duldung. In der Rang- und Hackordnung zunächst noch unter den Knechten - von diesen als Bauernsohn mißtrauisch beäugt und von der Bauersfamilie schamlos ausgebeutet, sucht sich Holl - so nennt sich Innerhofer in diesem Buch - langsam aber stetig seinen Weg hinaus aus der Leibeigenschaft im Österreich nach dem zweiten Weltkrieg. Die Auflehnung gegen den Vater, zuerst im innern, später - mit Unterstützung anderer - auch in direkter Konfrontation, aber auch der Alltag der Bergbauern wird mit einfachen, aber authentischen und packenden Worten geschildert. Man geht mit Holl durchs Dorf, treibt Kühe auf die Alm, sieht saufende Knechte und immer wieder den selbstgefälligen Bergbauern als Herrscher in seinem kleinen, so idyllisch scheinenden Reich.
Alles in allem fünf glatte Punkte, immerhin die erste Rezension nicht aus einem Alpenland.


Frühstück mit Kängurus: Australische Abenteuer
Frühstück mit Kängurus: Australische Abenteuer
von Bill Bryson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was frühstücken Kängurus?, 4. Mai 2004
Genau diese Frage wird im Buch nicht beantwortet, aber sonst alle möglichen und unmöglichen Fragen, die einem über Australien in den Sinn kommen. Wer macht bloß immer diese unmöglichen Titelübersetzungen?
Bill Bryson war überall dort, wo jeder, der von Australien träumt (und tun wir das nicht alle?, immer schon mal hinwollte, in Sydney, am Barierre Riff, am Ayers Rock, aber auch in Ecken, von denen man bislang nie gehört hatte. So durfte ich auch erstmals erfahren, was Stromatoliten sind und wie lange es sie schon gibt (verteufelt lange!). Man lernt viel über Entdecker und Pioniere, über verschollene Premierminister und andere skurrile Gestalten. Vor allem aber bekommt man bestätigt, was aus manchem Fernsehbeitrag bekannt war: In Australien leben die gefährlichsten Tiere der Welt; selbst eine unscheinbare kleine Schnecke, die man vom Strand aufsammelt, kann einen ganz schön ärgern. Ob Bryson wirklich ein Schnabeltier über den Weg gelaufen ist, lasse ich mal dahin gestellt - auch, ob er hie und da nicht zu sehr ein Aussie-Klischee bedient, um seine amerikanische Leserschaft nicht zu sehr zu desillusionieren.
Ein sehr unterhaltsames, aber auch bildendes Buch. Gerade wenn man wie ich in absehbarer Zeit nicht nach Australien kommt, ist es eine bereichernde Lektüre. Sach- und ortskundig geschrieben und voller Details.


Der Bader von Mainz
Der Bader von Mainz
von Hans G Thiemt
  Taschenbuch

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mittelalter mal von unten, 23. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Bader von Mainz (Taschenbuch)
Die meisten historischen Romane spielen irgendwo an Königshöfen, Fürstenhäusern u.ä. Hier wird Geschichte aber dort lebendig, wo das pralle Leben spielt: In den Mainzer Gassen des 14. Jahrhunderts, wo eben noch die Pest wütete, wird gelebt, gesoffen, gebetet, geliebt, gekämpft und eben auch gebadet. Da das Buch in der Gegenwartsform geschrieben ist und die Sprache eine klare, wenig geschraubte oder verschachtelte ist, sitzt der Leser bald im Geiste mit am Tisch des Baders Mattes Fuß und nimmt hautnah an seinem Alltag, seinen Freuden, Leiden, Lieben und Sorgen teil.
Für Alt- und Neumainzer eine Pflichtlektüre, für alle, die wissen wollen, wie Kirche und Obrigkeit den Alltag der "kleinen Leute" im Mittelalter geprägt haben und wie man trotzdem damals zu leben vestanden hatte, ein sehr empfehlenswertes Buch!


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