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uli123

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Die Eismacher: Roman
Die Eismacher: Roman
von Ernest van der Kwast
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Viel Wissenswertes über Eiscreme und Lyrik, 19. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Eismacher: Roman (Gebundene Ausgabe)
So farbenfroh und leicht, wie es die Eiswaffel auf dem Cover vermuten ließe, ist das Leben eines Eismachers ganz und gar nicht. Diese Lehre vermittelt uns die vorliegende Familiensaga rund um die (fiktive) italienische Familie Talamini. In dritter Generation betreibt Vater Beppi ein Eiscafé in Rotterdam. Das bedeutet für ihn 57 versäumte Sommer – während der Eissaison steht er unentwegt im Café. Nur vier Wintermonate verbringt er mit seiner Familie in seinem Heimatdorf in den Dolomiten. Dabei wäre er eigentlich gerne Erfinder geworden. Trotz anderer Träume unterwirft sich genauso pflichtbewusst sein jüngerer Sohn Luca der Familientradition, nachdem sein älterer Bruder Giovanni – unser Erzähler – das Eiscafé nicht übernehmen will und stattdessen Literat wird, was ihm Vater und Bruder nie verzeihen. Auch die fünfte Generation, verkörpert durch Lucas Sohn, schert aus. Ihn umgibt ein Geheimnis, von dem nur Luca, Giovanni und wir als Leser wissen …

Wie viele Kenntnisse uns der Roman doch vermittelt über die Herstellung guter Eiscreme und die Geschichte der traditionellen Eismacher. Oder ist jedem bewusst, dass die Eiscreme ihren Anfang darin fand, dass unter schwersten Bedingungen Eis aus den Bergen geholt wurde und in einer Maschine unter Zugabe von Früchten ständig gerührt wurde? So wird es in der Familiensaga der Talaminis aufbereitet, was nicht chronologisch, sondern mit Zeitsprüngen geschieht. Familie und Tradition sind hier die vorherrschenden Themen. Dieser Teil der Geschichte liest sich leicht und flüssig. Schwieriger sind dann schon die der Lyrik und der Poesie gewidmeten Bestandteile. Wer Prosatexte vorzieht, fühlt sich etwas fremd. Doch auch hier gibt es interessante Informationen, vermittelt durch den älteren Sohn Giovanni. Seine ganze Liebe gilt der Lyrik, der er sein Leben widmet. Als renommierter Direktor des World Poetry-Festivals reist er über den ganzen Erdball, um andere Poetry-Festivals zu besuchen. So verwundert es nicht, dass viele Anekdoten und Erlebnisse rund um bekannte oder weniger bekannte internationale Dichter eingestreut sind und das eine oder andere ihrer Gedichte zitiert wird. Am Ende des Buches ist eine Liste der zitierten Gedichte zu finden, die einem den erneuten späteren Zugriff auf ein Gedicht erleichtern.

Da mich eher Prosa denn Lyrik anspricht, bewerte ich das Buch mit vier Sternen.


Die Frau, die allen davonrannte: Roman
Die Frau, die allen davonrannte: Roman
von Carrie Snyder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Der Lebenslauf einer dem Laufen verschriebenen Sportlerin, 15. Juni 2016
Kanada 1908: Aganetha Smart wird als jüngstes Kind einer langen Geschwisterreihe auf einer Farm geboren. Der Laufsport wird früh ihr Ein und Alles. Mit 18 nimmt sie eine Fabrikarbeit in Toronto auf und findet in dem Besitzer einen sportlichen Förderer. Zwei Jahre später gewinnt Aganetha bei den Olympischen Spielen in Amsterdam in dem erstmals für Frauen zugelassenen 800-Meter-Lauf die Goldmedaille und wird zum bekannten Werbestar. Private Probleme lassen sie bald ihre Läuferinnenkarriere aufgeben. Im hohen Alter von 104 Jahren lebt sie, gebrechlich, in einem Altersheim in ihrer Heimat. Dort geben zwei junge Leute vor, Filmaufnahmen und ein Interview mit ihr machen zu wollen. Es stellt sich heraus, dass es zwischen Aganetha und ihnen eine in der Vergangenheit liegende Verbindung gibt, die Aganetha mit einer nie offenbarten Lüge konfrontiert …

Nicht nur Laufbegeisterte werden bei dem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Am Beispiel der fiktiven Olympiateilnehmerin Aganetha ist so viel zu erfahren über die Trainings- und Wettkampfbedingungen speziell weiblicher Athleten in den 20er Jahren. Von der Warte der Emanzipation und Frauendiskriminierung aus betrachtet, ist es interessant zu lesen, dass schon bald nach den Olympischen Spielen von 1928, in denen erstmals Frauenwettkämpfe in ausgewählten Leichtathletikdisziplinen stattfanden, der 800-Meter-Lauf für Frauen bis zu den 60er Jahren verboten wurde. Es berührt sehr zu hören, welche schwierige Phase Aganetha während ihrer aktiven Zeit als Sportlerin durchmacht. Als Mädchen vom Land erwartet sie in der Stadt manche Lehre, insbesondere in Sachen Freundschaft, Liebe und sportlicher Kollegialität. Schnell muss sie erwachsen werden. Eine Goldmedaille im Sport gewinnt sie zwar. Aber im wirklichen Leben steht sie nicht auf der Siegerseite.
Der Sport macht allerdings nur den einen Teil der Geschichte aus. Der andere Aspekt ist die gelungene Darstellung der komplexen Familiengeschichte von Aganetha, die sie während der wenigen Stunden mit den vermeintlich fremden jungen Leuten resümiert. Ein dem Vorwort vorangestellte Familienstammbaum hilft, sich in der verzweigten Familie Smart zurechtzufinden, von der jedes Mitglied ein spezielles eigenes Schicksal hat.

Ein beeindruckender Debütroman, den zu lesen ich nur empfehlen kann.


Was ich euch nicht erzählte: Roman
Was ich euch nicht erzählte: Roman
von Celeste Ng
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Eine bedrückende Familiengeschichte, 15. Juni 2016
1977: Die 16jährige Highschool-Schülerin Lydia, Kind eines Chinesen und einer weißen Amerikanerin, wird in einem See nahe ihrem Elternhaus ertrunken aufgefunden. Die näheren Umstände sind unklar. Für ihre Mutter Marilyn, die einst ihren Traum von einer Tätigkeit als Ärztin zugunsten ihrer Familie zurückstellte, kommt nur ein Mord in Betracht, denn ihrer Überzeugung nach war ihrer ehrgeizigen und klugen Lieblingstochter eine Karriere als Ärztin gewiss. Der ältere Bruder verdächtigt den Nachbarsjungen Jack, mit dem Lydia zuletzt heimlich ihre Freizeit verbrachte. Andererseits kommen nach und nach immer mehr Aspekte und Geheimnisse ans Tageslicht, die auch einen Selbstmord möglich erscheinen lassen. Am Ende erfährt nur der Leser, was sich wirklich ereignete.

Der Roman wartet mit spannenden Thriller-Elementen auf: Warum hat Lydia in der Nacht das Haus erlassen? Warum ist sie auf den See hinausgerudert, obwohl sie nicht schwimmen kann? Warum benimmt sich Jack so merkwürdig? Sie treten allerdings zurück zu der im Vordergrund stehenden Geschichte um eine chinesisch-amerikanische Familie, die aufgrund dieser besonderen Konstellation eine Außenseiterrolle einnimmt, mit der vor allem der Vater hadert. Behutsam wird immer wieder das Thema Rassismus berührt. Lydia und ihr Bruder sind die einzigen Asiaten an ihrer High School, deshalb ohne Freunde und immer wieder anzüglichen Bemerkungen ausgesetzt. Der Vater wird als nicht-weißer Schwiegersohn abgelehnt, muss sich mit einer zweitklassigen Karriere als Dozent an der Universität einer Kleinstadt zufriedengeben. In den Fokus rückt auch immer wieder das Thema Emanzipation, dargestellt anhand des Verhältnisses von Marilyn zu ihrer Mutter, die ihre Tochter gut verheiratet am Herd stehen sehen wollte, was Marilyn undenkbar erschien. Ihren eigenen unerfüllt bleibenden Traum, Ärztin zu werden, projiziert sie, es eigentlich gut meinend, auf Lydia, deren schulischen und beruflichen Werdegang sie dominant plant. Lydia vermag sich (aufgrund eines Erlebnisses in ihrer frühen Kindheit) nicht zur Wehr zu setzen, bis … ja, bis zu ihrem Tod. Seine Umstände aufgeklärt zu bekommen, hält den Leser im Bann. Auf dem Weg dahin erfährt er viele ungeheuerliche Einzelheiten über die Familie aus der Perspektive aller Familienmitglieder, die nachdenklich zurücklassen.

Ein beeindruckender Debütroman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.


Die Reise der Amy Snow
Die Reise der Amy Snow
von Tracy Rees
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Buch über zwei starke Frauen, 3. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Reise der Amy Snow (Broschiert)
England 1831: Die einzige Tochter wohlhabender Gutsherren findet im Schnee ein nacktes, ausgesetztes Baby. Sie nennt es Amy Snow und setzt beharrlich gegen den Widerstand ihrer Eltern durch, Amy auf dem Gut aufwachsen zu lassen. Für Aurelia wird Amy zu einer Freundin und Schwester. Nach der Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung begibt sich Aurelia auf Reisen. Amy fühlt sich zum ersten Mal von ihr im Stich gelassen. Mit Mitte zwanzig stirbt Aurelia und ihre Eltern jagen Amy fort. Aurelia hat allerdings finanziell für sie vorgesorgt und außerdem in Anlehnung an ein früheres Kinderspiel eine Schatzsuche für sie organisiert. Anhand aufzuspürender Briefe, die viel Neues über Aurelia preisgeben, begibt sich Amy an verschiedene Orte zu wohlgesonnenen Freunden, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis Aurelias aufdeckt und obendrein ihr eignes, selbstbestimmtes Leben zu führen lernt.

Die Geschichte ist schon historisch interessant, spielt sie doch im viktorianischen England, benannt nach Queen Victoria, die als emanzipiert und selbstbewusst galt. Über das gesellschaftliche Leben in dieser Zeit ist so manches Detail zu erfahren. Die beiden Protagonistinnen passen vorzüglich zu diesem Hintergrund. Aurelia mit ihrem Drang zu Unabhängigkeit verkörpert ein neues Frauenbild; Amy entwickelt sich von einer grauen Maus zu einer selbstbewussten Frau, der der gesellschaftliche Aufstieg gelingt. Darüber hinaus ist die Geschichte spannend und lässt den Leser miträtseln, was für eine Botschaft Aurelia wohl an Amy weiterleiten wollte. Zwar hegt Amy selbst ab dem Mittelteil eine Vermutung, die aber trotzdem noch auf Bestätigung wartet. Das Buch liest sich recht flüssig. Die gute Strukturierung der Geschichte anhand der Vorgeschichte und der verschiedenen Reisestationen Amys erlauben auch schon einmal eine Lesepause, ohne dass der Faden verloren geht. Anmerken muss ich allerdings, die Passage über Amys Station in Bath im Mittelteil als die schwächste und als ein wenig ermüdend empfunden zu haben. Hier gibt es schlichtweg zu viele in meinen Ohren sehr gekünstelt klingende Dialoge zwischen Amy und ihrem Verehrer Henry.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und kann es Leserinnen historischer Romane empfehlen.


Mörderkind: Kriminalroman
Mörderkind: Kriminalroman
von Inge Löhnig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Untypischer, aber äußerst spannender Krimi, 22. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Mörderkind: Kriminalroman (Taschenbuch)
Die Tochter (Fiona) eines 19 Jahre zuvor wegen Mordes an seiner Geliebten Verurteilten versucht nach dem Tod des Vaters die damaligen Geschehnisse aufzuklären. Denn ihr Vater hat die Tat stets abgestritten, zuletzt gegenüber dem Rettungssanitäter, der ihm nach der ebenfalls mysteriösen Inbrandsetzung seiner Wohnung Hilfe leistete. Dieser ist es auch, der die durch ihren Ruf als „Mörderkind“ traumatisierte Fiona unterstützt. Es tun sich ungeheuerliche Intrigen und Wahrheiten auf …

Die Autorin ist bekannt für ihre Krimi-Reihe um Kommissar Dühnfort, zu der das vorliegende Buch allerdings nicht gehört. Es ist ein Einzelband, sogar (fast) ohne polizeilichen Ermittler. Die Geschichte ist äußerst spannend erzählt. Der Leser verfügt über mehr Wissen als Fiona, weil abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt wird – der Gegenwart und der Vergangenheit vor 19 Jahren. Beide Handlungsstränge laufen ganz allmählich aufeinander zu und bringen immer mehr Wahrheiten ans Tageslicht. Die letzten Puzzlestücke fügen sich erst spät zusammen. Was das Besondere an diesem Buch ausmacht, ist die gelungene Darstellung, welche schlimmen psychischen Folgen die Verurteilung eines Mannes wegen Mordes für seine Tochter hat. Fiona war seinerzeit ein siebenjähriges Kind, für das sich das Leben völlig änderte, weil sie fortan als „Mörderkind“ verschrien war. Vor allem verlor sie die Fähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen und Beziehungen einzugehen, und steigerte sich in eine unbändige Wut. Diese traumatischen Folgen zu überwinden und an sich zu arbeiten, hilft ihr der Rettungssanitäter, so dass auch eine kleine Portion Liebesgeschichte in dem Buch enthalten ist.

Nicht nur für Krimifans zu empfehlen.


Das Haus der verlorenen Kinder: Roman
Das Haus der verlorenen Kinder: Roman
von Linda Winterberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf den Spuren der Vergangenheit, 10. Mai 2016
Dieser Roman schlägt ein düsteres, den meisten wie mir bis dato sicherlich unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte auf und führt uns nach Norwegen in die Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Dort gab es von der SS gegründete sog. Lebensbornvereine, die aus rassen- und bevölkerungspolitischen Gründen norwegische Frauen unterstützten, welche von deutschen Soldaten geschwängert wurden. Entweder wurden finanzielle Hilfen geleistet oder die Kinder in Heimen bzw. Adoptionsfamilien in Deutschland untergebracht. Die Norwegerinnen waren bei ihren Landsleuten als Deutschenmädchen gebrandmarkt, selbst noch geraume Zeit nach Kriegsende. Zwei von ihnen sind die Freundinnen Lisbeth und Oda, aus deren Liebesbeziehungen zu deutschen Soldaten ihre beiden Töchter hervorgehen. Während Odas Siri nach dem tragischen Tod ihrer Mutter, in den Lisbeth involviert ist, in ein Kinderheim verbracht wird, nimmt man Lisbeth ihre Lieselotte als Strafe für deren Bemühen um Siris Schutz weg und gibt sie in ein Kinderheim in Deutschland, wo nach späterer Umwidmung zum Altersheim Lisbeth im Alter wohnt, ohne jemals ihre Tochter wiedergesehen zu haben. In der Gegenwart im Jahr 2005 suchen die Enkel von Lisbeth und Oda nach ihren Wurzeln und treffen aufeinander.

Wie schon angedeutet, zeichnet sich der Roman durch fundierte historische Kenntnisvermittlung aus. Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Auch wird ersichtlich, dass sie sich zu diesem Zweck nach Norwegen begeben hat. Über Land und Leute sind viele interessante Informationen z u erhalten. Die Darstellung der historischen Zusammenhänge erfolgt dabei keineswegs trocken, sondern eingebettet in eine fesselnde, unterhaltende und berührende Liebesgeschichte, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg als verpönt galt. Dass die Geschichte abwechselnd in zwei Zeitsträngen spielt, die am Ende zusammengeführt werden, hält die Spannung gut aufrecht.

Ein Buch, das ich unbedingt empfehlen kann.


Vom Ende der Einsamkeit
Vom Ende der Einsamkeit
von Benedict Wells
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührende Familien- und Liebesgeschichte, 2. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Vom Ende der Einsamkeit (Gebundene Ausgabe)
Wie für Bücher aus dem Diogenes-Verlag typisch, befindet sich auch auf diesem Cover die Illustration eines bekannten Bildes – „Jeanne Moreau and Francois Triffaut“ von Elizabeth Peyton. Schon sie deutet an, dass wir es mit einem unendlich traurigen Buch zu tun haben werden. Und in der Tat berührt die Geschichte immer wieder emotional recht stark. Sie beginnt mit dem Erwachen des 41jährigen Protagonisten Jules aus dem Koma nach einem Motorradunfall (evtl. in Suizidabsicht geschehen). In Rückblenden gehen seine Gedanken bis in seine zunächst unbeschwerte Kindheit mit seinen älteren Geschwistern Liz und Marty zurück. Diese endet abrupt mit einem tödlichen Autounfall der Eltern. Die Kinder kommen ins Internat und werden sich fremd. Jules wird zum einsamen Außenseiter, der in der gleichaltrigen Alva eine beste Freundin fürs Leben findet. Ihre gegenseitige Liebe gestehen sie sich aber erst nach Jahren. Recht bald wird sie einer schweren Prüfung unterzogen.
Dem Autor gelingt es sehr gut darzustellen, wie ein Kind nach dem Verlust der Eltern wieder ins Leben zurückfindet. Trauer, Glück und Einsamkeit sind die bestimmenden Themen und regen zum Nachdenken an. Zum Ausgleich gibt es auch fast humorvolle Passagen, meistens das Verhältnis der sich so unterschiedlich entwickelnden Geschwister betreffend, so dass nicht die Gefahr besteht, dass der Leser in Melancholie verfällt.

Das Buch kann ich wärmstens empfehlen.


Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half: Roman (Die Göran-Borg-Romane, Band 2)
Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half: Roman (Die Göran-Borg-Romane, Band 2)
von Mikael Bergstrand
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Indien-Abenteuer geht weiter, 1. Mai 2016
Dies ist nach „Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte“ der zweite Band der sog. Göran-Borg-Trilogie des Autors, dessen Ende in der Tat Material für noch eine Fortsetzung bietet. Wer den ersten Band wie ich nicht gelesen hat, findet dennoch in die Geschichte hinein. Der 50jährige Göran aus Malmö flieht vor seiner Antriebslosigkeit und vor allem vermeintlichen Avancen eines neuen homosexuellen Bekannten nach Indien zu seinem Freund Yogi. Dessen geplante Hochzeit mit der Südinderin Lakshmi platzt, weil der Schwiegervater wegen finanzieller Probleme die Mitgift nicht zahlen kann. Auf sein Geheiß erwirbt Yogi für ihn eine Teeplantage, sitzt dabei aber einem Betrüger auf. Gemeinsam versuchen Yogi und Göran, dem Ruin zu entkommen, um die Hochzeit zu retten. Sie bringen die marode Teeplantage auf Vordermann und jagen den Betrüger. Dass sie dabei so manches Abenteuer erleben und in prekäre Situationen geraten, versteht sich fast von selbst.

Ausweislich des auf dem Cover befindlichen Aufklebers soll das Buch Lachgarantie haben. Ich selbst würde es eher nur als Schmunzelgarantie bezeichnen. Manche der Romanfiguren sind mit speziellen durchaus humorvollen Eigenarten ausgestattet, die zum inneren Lächeln verleiten, etwa die hochgestochene, verschnörkelte Ausdrucksweise von Yogi oder das strenge Regiment seiner Mutter. Allerdings ist es auch gerade Yogis Sprechstil, der mitunter etwas schwierig zu lesen ist, so dass ich um des besseren Verständnisses willen schon einmal eine Passage mehrfach lesen musste. Die Geschichte als solche ist erkennbar nur fiktiv, bietet aber mit ihren vielen Wendungen gute Unterhaltung. Recht interessant sind die über das Land Indien und seine Bewohner zu erhaltenden Informationen und die Eindrücke über die Großstadt Delhi sowie das Teeanbaugebiet Darjeeling.

Ein gut unterhaltender Roman.


Die Erbin
Die Erbin
von Simona Ahrnstedt
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte zwischen Emporkömmling und Adliger, 21. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Erbin (Broschiert)
Die Geschichte umfasst die kurze Zeitspanne vom 25. Juni bis 10. September und spielt in der Stockholmer Finanz- und Adelswelt. Es treffen der Risikokapitalgeber David Hammar mit sagenhafter Karriere aus kleinen Verhältnissen und die angesehene Unternehmensberaterin Natalia de la Grip aufeinander. Ersterer trägt gegen Vater und Bruder de la Grip einen Rachefeldzug für in der Vergangenheit erlittene Demütigungen aus, an dessen Ende jetzt die Zerschlagung des Firmenimperiums „Investum“ stehen soll. Letztere strebt eine Führungsposition in eben diesem Familienunternehmen an, die ihr vom patriarchalischen und frauenfeindlichen Vater stets verwehrt wurde. Beide entdecken ihre Gefühle füreinander. Doch hat ihre Liebe angesichts ihrer beruflichen Rivalität eine Chance?

Die Autorin ist bisher mit drei historischen Romanen hervorgetreten. Und leider lehnt sie sich mit diesem Gegenwartsroman zu sehr an das Muster ihres früheren Genres an. Mit 604 Seiten hat das Buch den für historische Romane typischen Umfang. Bei Verzicht auf so manche der vielen Szenenwiederholungen hätte das Volumen angemessen gekürzt werden können. Zu bedauern ist, dass auf der Mehrheit der Seiten eigentlich nur zwei Themen im Vordergrund stehen und bis zum Extenso erörtert werden: Sex und das intrigante Gebaren der Finanzwirtschaft. Die diversen Liebesszenen will ich in dieser plastischen Ausführlichkeit so gar nicht lesen, und die Geschehnisse der Finanzwelt wirken auf mich nur unrealistisch wie übrigens auch die Fülle von Ereignissen und charakterlichen Läuterungen, die sich innerhalb von nur zweieinhalb Monaten zutragen. Die weiteren Randfiguren mit ihren verschiedenen Verwicklungen untereinander sind eher oberflächlich und nicht gerade sympathisch. Der Ausgang der Geschichte ist früh vorhersehbar und deutet auf einen Folgeband hin, der sicherlich offen gebliebene Fragen beantworten wird.

Für mich übersteigt das Buch das Maß der Mittelmäßigkeit leider nicht.


Wieso Heimat, ich wohne zur Miete: Roman
Wieso Heimat, ich wohne zur Miete: Roman
von Selim Özdogan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen Auf Identitätssuche, 15. April 2016
Der Deutsch-Türke Krishna Mustafa tauscht nach der Trennung von seiner Freundin für ein halbes Jahr sein WG-Zimmer in Freiburg mit dem seines Cousins in Istanbul, wo er seine ersten sechs Lebensjahre verbracht hat. Dort will er seinen Vater wiedersehen und seine Identität finden.

In einer Aneinanderreihung vieler Dialoge zwischen dem Protagonisten und den Personen, die er während seines Istanbul-Aufenthaltes kennenlernt oder wiedertrifft, werden uns sowohl die türkische als auch die deutsche Kultur nahegebracht. Geschickt werden Klischees und Vorurteile über das jeweils andere Volk eingeführt und aufgeräumt. Alles ist in manch witzige Situation eingebettet, in die der eher unreif und weltfremd, aber durchweg sympathisch wirkende Krishna Mustafa immer wieder gerät (z.B. verfehlt er seinen Vater wiederholt bei Starbucks, weil es diesen in der Einkaufsmeile mehrmals gibt). Von sehr aktuellem Bezug sind die regelmäßig eingeflochtenen kritikreichen Ansichten über die Politik Erdogans, die vor allem von Krishna Mustafas studentischen Mitbewohnern vertreten werden. Erschwert wird der Lesefluss dadurch, dass die so dominante wörtliche Rede weder durch Anführungszeichen noch sonst wie kenntlich gemacht wird, und den jeweiligen Sprechern manchmal schwer zugeordnet werden kann.

Alles in allem ein unterhaltsamer Roman.


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