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Rezensionen verfasst von
Ijon Tichy "ijont"

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Mgmt
Mgmt
Preis: EUR 9,49

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht !- Klasse!, 13. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mgmt (Audio CD)
"Da muss man sich reinhören" gehört zu den Phrasen der Musikrezension. Aber hier stimmt es, uneingeschränkt. Es gibt die eingängigen Momente, und geschickt stellt MGMT diese mit den ersten fünf Liedern und dem Opener Alien Day sogar eher an den Anfang. Mit lustiger Kinder- und Comicstimme und einer melodischen Eröffnung, mit der MGMT stilistisch fast bei ihrem Debut und dessen Hits sind, fangen sie den Hörer ein, bevor sie ihn schon gleich dorthin führen, wo das Album ist. Elektronische, psychedelische Musik, im ersten Eindruck fast schon monoton wiederholend, aber voller kleiner Ideen und Elemente und immer wieder mit Störgeräuschen und Krach durchsetzt. So klar und hitverdächtig wie Alien Days beginnt, so kratzig und radiountauglich geht es nach knapp 6 Minuten zu Ende und hat zwischendurch etwas von einer kleinen Reise durch Raum und Zeit. MGMT hatten angekündigt, dass Techno und House-Elemente das neue Album beherrschen und das stimmt auch. Wenngleich es nicht ganz die üblichen Vorstellungen davon erfüllt, sind die Ideen und Stilmittel aus dieser Musikrichtung allgegenwärtig. Das ist in dieser Ausprägung klar neu, auch wenn Techno- und Houseelemente durchaus schon gebräuchlich waren (Future Reflection vom Debut, das Ende von Siberian Breaks). Daher würde ich auch nicht ganz von einem neuen Sound sprechen, aber MGMT loten dieses Mal doch sehr andere Aspekte der Musik, wie sie sie sehen, aus.
Auf MGMT setzt MGMT sehr stark u.a. auf das Konzept der oberflächlichen Monotonie, die sich durch Steigerungen, Variationen und Evolution entwickelt, dabei geschickt gebrochen und geschichtet wird. So ist keiner der Songs langweilig oder wirklich monoton. Aber anders als auf Congratulation neigt MGMT nicht dazu, zwei, drei Songideen in einem Song aufzubrauchen. Nichtsdestotrotz bringt MGMT auch dieses Mal das volle Spektrum der Musikhistorie und ihren Hang zur Psychedelic und zum Prog voll ein. Der Sound webt immer wieder sehr stark Ideen und Elemente der 60iger und 70iger ein, die das Album dann auch mit prägen. Und gerade die Tatsache, dass dieses Album auch als solches funktioniert und der zweite Teil des Albums auch ein großer Song sein könnte, macht es bemerkenswert. Ich fühle mich teilweise sehr stark an MGMTs LateNightTales Beitrag erinnert.
Insgesamt Vorsicht also! Dieses Album ist keine leichte Kost und bietet keinen Hit, obwohl das freche und auf seine Art originelle zweiminütige "Your life is a lie" das Potential hätte.
Aber das Album ist aus meiner Sicht klasse, wenn man es bewusst durchgehört hat.

Alien Day - Psychedelisch, toller Melodischer Auftakt erinnernd an Oracular Spectacular , endet bei Bowie und Pink Floyd
Cool Song No. 2 - Groovy mit Klavier zwischen Indien, Urwald und der nächsten Dimension im Sound, ebenfalls sehr psychedelisch
Mystery Disease - Frisst sich in das Gehirn und bleibt dort mit seiner Mischung aus House und Psychedlic hängen
Introspection - Für mich der stärkste Song, vom Sound näher an den Vorgängeralben und mit eher klassischer Indiesongstruktur
Your life is a lie - Fast ein bißchen ein klassischer 2 Minuten Indie - Smasher, originell durch die beherrschende Kuhglocke und gut gestreute Brüche. Sehr eingängig
A good sadness - Anders als alle anderen Songs mit langem Fade in und Out, mehr Soundgebilde als Song
Astro-Mancy - Der psychedelische-elektronische Höhepunkt. Van Wyngarden singt zwar auch, aber es ist vor allem Sound und Beat und ein Trip
A love you too, death - Sich stetig steigernd, wieder stark elektrolastig, sonst eher ruhig
Plenty of girls in the sea - Hat vom Grundkonzept etwas von den späten Beatles auf Abbey Road. Wenn sie denn gewollt hätten, hätten sie daraus auch einen Hit machen können...
An Orphan of fortune - Ein toller Schluss, ein langsame, sphärische Nummer, mit wieder viel Elektro, aber auch Mundharmonika, Anklängen an Air und einem unerwarteten Indie-Schluss


We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic [+digital booklet]
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1968, 1974 oder 2013?, 12. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn man über ein Album das Urteil fällt, man müsse sich in das Album reinhören, dann hat der eine oder der andere den Reflex: O.k., anstrengend, muss ich mir erst einmal schönhören. Wenn ich das über Foxygen sage, dann rede ich von einem Album, dass jeder, der moderne Musik, die den Rock und Pop der 60 und 70iger zitiert, mag, gleich gut finden wird. Aber seine Klasse, die ganzen kleinen Ideen, Zitate und Ironien, die erschließen sich einem erst nach dem x-fachen Hören, was, dass ist die nächste gute Nachricht, immer noch nicht langweilig ist. Überhaupt das Zitat und das Thema Retro. Auch hier macht man einen Fehler, die Band darauf zu reduzieren, denn sie hat mehr als genug eigene Ideen, um nur als Zitat durchzugehen. Hier entspricht sie im besten Sinne MGMT, ohne dass man die eher kopflastigen studierten (Rock)Musiker mit den eher bauchlastigen Jungs von Foxygen zu sehr vergleichen darf. Kurzum, wer den Trend, dass moderne Bands den Sound der 60iger und Siebziger neu aufmischen, ohne zu vergessen, dass wir 2013 haben, mag, wird hier gut bedient. Ansonsten kann ich einem alten Freund, der mir immer unterstellt hat, zu sehr dem weichen britischen Sound zuzusprechen, nur zurufen. Jetzt kommt der schon von der Westküste. Kein Meisterwerk, aber schon ziemlich genial.

Die Stücke in der Einzelbetrachtung:
1. In the darkness - Chor, Bläsersätze, Klavier, Pathos - Das Stück hätten sie auch den Beatles für Sgt. Peppers leihen können oder jedem Album später, dass so klingen möchte.
2. No destruction - Warum denke ich bei dem Song die ganze Zeit an Bob Dylan?
3. On blue mountain - Stilecht mit Chorus, rockig werden die Stones beliehen mit vielen schönen Wechseln zwischen intensivem Rock und langsamen Blues.
4. San Francisco - Der Ohrwurm. Flower Power mit genüsslicher Zerlegung im Text. Allein die Textzeile "I left my love in San Francisco (That's o.k., I was bored anyway), I left my love in a field (That's o.k., I was born in L.A.)" ist das Album wert
5. Bowling Trophies - Kleines Psychedelica für Zwischendurch
6. Shuggie - Kommt von einem lässigen Stil mit Flöte in einen Refrain, der an Bowie erinnert.
7. Oh yeah - So cool und groovy, wie der Titel schon andeutet, erinnert zum Teil an MGMT auf deren Debut.
8. We are the 21st ... - Der Titelsong ist eine Frechheit von einem Song... im positiven Sinne. Wandert zwischen Rock'n'Roll und Punk nebst 70iger Rockorgel, um schließlich bei den Beatles zu enden
9. Oh no - Und da wären wir irgendwie wieder ein bißchen bei Bowie und den Beatles

"Hätte noch länger sein können" ist am Ende der einzige echte Kritikpunkt.


BRIO® Bahn 33507 - BRIO Metro Zug
BRIO® Bahn 33507 - BRIO Metro Zug
Preis: EUR 21,77

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Animiert die Kinder, Schiebezüge zu benutzen!, 31. Dezember 2011
= Haltbarkeit:4.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:4.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wir haben den Zug bei Amazon als Schnäppchen noch den Kindern dazu geschenkt und er kam gut an. Gerade unsere zweieinhalbjährige Kleine animiert er, wieder mal einen Schiebezug zu bespielen, da Licht und Sound sonst schnell die Kinder zur Batterielok greifen lässt, die aber bei Brücken Probleme macht und bei der Haltestelle im Spiel eher untergehen. Abgesehen davon, dass der dauernde Austausch von leeren Batterien und Akkus, weil die Lok mal wiederb zwei Stunden in der Ecke vor sich hin surrte, irgendwann nervt.

Der Zug hat eine vom bisherigen Eindruck gute Qualität, Sound und Licht funktionieren super und machen den Zug gerade bei wenig Licht spannend. Auch das Herausnehmen und Einsetzen von Figuren funktioniert gut, viel besser als bei den Regiozügen. Die Steckklappen fallen auch nicht raus. Einzig der Sound könnte etwas interessanter sein, es ist nur ein matschiges Rauschen und Glucksen, was man nicht so richtig einem Bahnsound zuordnen kann. Die Kinder stört das aber nicht.

Das der Zug aus Plastik ist, stört auch uns nicht, in Holz wäre das so eh nicht möglich. Vieles Hochwertige ist heute aus Plastik, das ist eben die Zeit. Für Holzliebhaber bietet Brio auch diverse Schiebeloks, die sind halt nur nicht so spannend. Auch das Design ist o.k., der Bewerter, den das störte, sollte sich daran erinnern, das Brio im Design sich oft eher an - aus Sicht eines deutschen Käufers vielleicht leider, aber uns stört das nicht - angloamerikanische Vorbilder hält, und da passt die Metro perfekt. Für heimisches Design gibt es ja den ICE und die große schwarze Dampflok.

Die wichtigen Punkte sind: Gute Qualität, hoher Spielwert, hohe Funktionalität, die Kinder nutzen endlich mal wieder Schiebezüge, halten damit an Bahnhöfen, lassen Leute "ein- und aussteigen". In diesem Sinne hat Brio ein gutes Produkt rausgebracht.


Late Night Tales
Late Night Tales
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 11,92

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harmonisch Hörgenuß ins Unbekannte, der seinem Titel voll gerecht wird, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Late Night Tales (Audio CD)
MGMT sind für Einige so eine Sache. Die Ansichten pendeln nach "Congratulations" zwischen "geniale Mainstreamverweigerer" bis "überschätzte Lieblinge von Musiknerds". Allein die Tatsache, dass die beiden Hauptakteure Musik studiert haben, macht es jedoch spannend, welche Auswahl sie für die Serie treffen würden. Und ich kann sagen: Diese ist gelungen, interessant und allein die Tatsache, dass viele Künstler für mich und sicher auch für ein Großteil aller Interessierten eher Unbekannte sind, ist den Kauf wert. Es ist, wie man sich die Musikempfehlungen eines Künstler vorstellt.

Das Album selber ist betont harmonisch und die Titel gehen in vielen Teilen so ineinander über, dass man es auch als ein großes Musikstück empfindet. Der Wechsel zu auch zeitlich völlig unterschiedlich aufgenommmen Stücken ist so fließend, dass man es fast nicht merkt. Tatsächlich streifen MGMT durch die Musikhistorie und wühlen dabei Kleinode aus dieser wie "Stop & Smell The Roses" von Television Personalities oder "Laughing Boy" von Julian Cope. Die Stücke sind fast durchgängig ruhig, was man aber nicht mit monoton oder soft verwechseln darf, da die Stücke wie "Pink Frost" von The Chills oder "Sparks" von Marvin Rev gerade zum Ende hin durchaus grooven können. Die Stärke aus meiner Sicht von MGMT, Stücke mit positiver Ausrichtung aufzunehmen, die dennoch tiefgründig und mit Abgründen versehen sind, findet sich auch in ihrer Auswahl wieder. Das Motto LateNightTales wird von MGMT perfekt getroffen. Mancher würde die Auswahl als "gechillt" bezeichnen. Ich habe das Wort bewusst vermieden, denn diese Auswahl kann man sowohl im Hintergrund gechillt laufen lassen als auch Vordergrund bewusst hören. Auf jedem Fall kommt dieses Album dem Konzept Album viel näher als viele Alben einzelner Künstler, die MP3 gerecht nur noch Zusammenstellungen sind. Natürlich könnte man sich auch hier die perlen picken, würde aber dann einen Aspekt des Ganzen mutwillig aufgeben.

Den einzige Kritikpunkt setzt MGMT selber mit ihrem Bauhaus Cover "All I ever want is everthing", was gleichzeitig auch ein Highlight ist. Meiner Meinung nach bricht das Stück den perfekten Fluss der Musik (zu stark)und wirkt in diesem etwas wie ein Fremdkörper. Das mag vielleicht sogar gewollt sein, wäre dann aber für mich ein Fehler. Für mich stört das aber nicht die Bestnote, weil es Kritik auf hohem Niveau ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2012 6:08 PM CET


Ha Ha Sound
Ha Ha Sound
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 49,94

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klangvoll, leicht, weich, aber nie schlicht, 11. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Ha Ha Sound (Audio CD)
Wie soll man broadcast und ihr Album HaHaSound beschreiben? HaHaSound klingt ja nach Ironie und Spiel. Und gespielt wird auch mit dem Sound. Viel Elektronik, die dezent eingesetzt wird, um daraus einen sanften, weichen, spielerischen Sound zu schaffen, der wie eine Wolke die sanfte Stimme Trish Kennans trägt. Manchmal, wie bei der Single "Pendulum", liegt darunter ein stampfender Beat, der den Song trägt. Oder eine Snare Drum, die einen jazzigen Trip Hop treibt, wie in "Minim". Aber der Sound bleibt weich und wirkt wie durch einen Filter. Am Besten hört man das Phänomen bei "distortion", ein rein instrumentelles Stück, wo man das Gefühl hat, aus großer Ferne einer Trommlergruppe zuzuhören. Darüber liegen immer wieder jazzige Melodien und die genannten elektronischen Spielereien. Das könnte auch Portishead sein. Der fundamentale Unterschied zum gängigen Trip Hop ist der Retro Sound, der mich stark an jazzigen Stücke der Sechziger und frühen Siebziger aus England erinnert, der allem eine positive und warme Klangfarbe gibt. Selbst melancholischere Stücke wie "Winter Now" sind auf eine gewisse Wiese warm. Und bei dem leicht entrücktem "Valerie" kann man, wenn man die Augen schließt, fast auf der Musik wegfliegen. Fast eine Ironie, dass das fast ebenso entrückte nachfolgende Stück "Man is not a bird" heißt. Man dieses Album nicht dauernd hören. Aber wie ein guter Wein wird es nur besser, je länger man es nicht gehört hat, und man holt es garantiert wieder raus. Ein Kleinod, auf seine Weise unvergleichbar. Wenn man ruhiger, von viel elektronischen Spielereien getragener Musik was abgewinnen kann, sollte man unbedingt reinhören. Und etwas besonderes entdecken. Zumal das neue Album schon in den Startlöchern steht.


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Preis: EUR 10,41

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A first glimpse oder: Das Ganze nimmt Form an, 16. November 2004
Hilfreiche Rezensionen, bevor jemand das Werk kennt, sind kaum zu schreiben. Auf der anderen Seite besteht gerade dann eine Nachfrage wie später nie mehr. Jeder möchte einen Hinweis darauf erhaschen, wie das Werk wohl wird. Nun, ich hatte Glück! Mein Glück hießt „radioiorock" und liegt im Livestream. Mittlerweile liefen dort mehrere Titel des Albums und die erlaubten es mir, mehr als nur einen flüchtigen Eindruck zu erhaschen und doch etwas mit Substanz schreiben zu können. So hörte ich beispielsweise, bevor ich dieses schrieb, dort nacheinander "Miracle Drug" und "Crumbs from your table", beide Lieder offensichtlich in der Albumversion. Zusammen mit "City of Blinding Lights" auf dem BBC und der Single "Vertigo" lässt sich schon viel mehr sagen: Auch wenn der Rest noch völlig abweichen kann, so scheint in diesen vier Liedern "Vertigo" eine ähnliche "Ausnahme" zu sein, wie "Elevation" für den Rest von "All you can leave behind". Es passt, ist aber ein bisschen rockiger, tanzbarer. Bei den beiden anderen Albumtiteln, die ich nun kenne, ist doch ein starker Link zu "All you can leave behind" zu erkennen. "Crumbs", dass mich noch nicht richtig packen konnte, würde dort gut passen, würde aber eher ein schwächerer Titel auf dem Album sein. Noch mehr als an „All you can leave behind" erinnerte mich der Song aber an den "Million Dollar Hotel"-Soundtrack, der, was die U2-Songs anging, nicht unbedingt schlecht war.
"Miracle Drug" erinnert vom Rhythmus und den Elementen ebenfalls an das Vorgängeralbum, zeigt aber vor allem in Sachen Klangspielereien starke Anlehnungen an frühere Zeiten und erinnerte mich stellenweise an "The unforgetable fire", was sicher keine schlechte Assoziation ist, halte ich es doch immer noch für das heimliche Meisterwerk der Dubliner. Dieses Lied gefiel mir auf Anhieb jedenfalls sehr gut. Insgesamt sind beide Songs sehr ruhig und eher sphärisch. Wie wird das Album also sein? Keine Ahnung! Was erwarte ich nach diesen Höreindrücken? Ein Album, was doch nahtloser an den Vorgänger anschließt, als zunächst orakelt wurde, dass aber etwas verspielter sein wird. U2 scheint mir noch mehr wieder alte Stile aufzugreifen, ohne zu verneinen, was Sie in den Neunzigern so trieben (Was auch sehr sehr schade wäre!). Ich erwarte ein sehr gutes Album, keine Kopie des Vorgängers, aber im Moment kein Meisterwerk, ohne es auszuschließen Wenn ich mich irre, dann habe ich im Zweifel das Album also unterbewertet.


Von den Deutschen
Von den Deutschen
von Georg Klein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach so weggelesen..., 4. August 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Von den Deutschen (Gebundene Ausgabe)
...habe ich dieses Geschichtensammlungen, obgleich Klein sicher ein anspurchsvoller Schreiber ist: Sein Liebe zum Detail (ohne dabei langatmig zu werden, seine Phantasie und seine Gabe, Dinge zu erfinden, die einhundertprozentig real sein könnten, begeistert, zumindest mich. Die kurzen Episoden, die dieser Band bietet, sind oft wenig bizarr und kommen schnell zu ihrem "Höhepunkt", der oft, in einem positiven Sinne, verwirrend schlicht ist. Klein liegt mehr am Erzählen, an Andeutungen, versteckten Anspielungen als an einer konkreten Aussage. In gewisser Weise ist fast ein Douglas Adams an ihm verloren gegangen, ohne das zwischen beiden eine echte Ähnlichkeit bestünde. Eher bedient sich Klein verschiedener literarische "Klischees" ohne das seine Geschichten diesen gerecht werden. Bestes Beispiel ist sein Roman Libidissi, der sich der Elemente von Agentenstories bediente, ohne wirklich eine im klassischen Sinne zu sein. Diese Elemente lassen seine Geschichten manchmal sogar an Kafka erinnern, wobei aber bei Klein eigentlich immer ein sehr optimistischer Ton überwiegt.
Wer geistig angeregt werden will ohne sich gleich mit bedeutsamer Schwere zu belasten, der liegt bei Klein richtig. Dennoch muss man sich vergegenwärtigen, dass sich der "letzte" Sinn einer Geschichte nicht sofort eröffnet und einem schon mal das "Was soll das?" im Geiste schwebt. Aber irgendwie hat es dann doch mit "den Deutschen" zu tun, ohne das man eine Analyse oder Sezierung erhält, wie einem der Covertext vielleicht glauben machen könnte. Interessant und sehr lesenswert ist im Übrigen auch der Umgang mit den dunklen Seiten der Deutschen.
Zusammenfassend ist "Von den Deutschen" sehr lesenswert, allein schon, weil es dem Autor mit einer unglaublichen Leichtigkeit gelingt, Fiktionen zu schreiben, die nicht gekünstelt wirken und vor Anspielungen nur so strotzen. Phantasie, aber keine Phantastereien, um es kurz zu fassen.


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