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Rhinoman (Rinteln)

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Fireworks
Fireworks
Preis: EUR 10,56

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales melodisches Hardrock-Album ohne Weichspüler, 5. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Fireworks (Audio CD)
Das äusserst melodische Hardrock-Album Fireworks ist vielleicht das beste Scorpions-Album, das die Scorpions nie geschrieben haben. Das ist vielleicht eine wagemutige These, trifft aber den Kern des Albums, denn gerade die hervorragenden Power-Balladen "Sleeping all alone","Give it a Try" und "Fantasy" würden auch als Höhepunkte im Scorpions-Material eine mehr als gute Figur machen. Dazu noch ein paar langsame Hardrockstampfer wie "Never Mind","Dont get me wrong" und das unwiederstehliche "American Nights", dann zur Abwechslung noch ein paar schnelle Rocker wie die schmissige Erfolgs-Single "Sweet Obsession", das hitverdächtige "Champion" oder den genialen flotten Opener "Ready 4 Reaction". Mit dem etwas schnelleren "Rock me now" und dem Midtempo-Track "Cold Days" sind allerdings auch 2 belanglose, arg fade Songs vertreten, was man aber aufgrund des restlichen erstklassigen Materials gut verschmerzen kann. Was im Gegensatz zu aktuelleren Bonfire-CDs auffällt, ist, dass über das ganze Album hinweg jederzeit gerockt wird, auch bei den Balladen(echte Powerballaden eben) ist immer ein rockiger Rhytmus im Hintergrund vorhanden, diese heutigen seichten "Lagerfeuer-Songs" sucht man auf Fireworks zum Glück noch vergeblich.
Es gab zu dieser Zeit viele Deutsche Bands, die sich auf dieses Genre einschossen, Axel Rudi Pells Steeler hörten in etwas ähnlich an, aber keine Band verstand es so perfektes eingängiges massenkompatibles Material zu komponieren wie eben Bonfire. Hätte man nochmal ein Album von diesem Kaliber eingezimmert, dann hätte aus Bonfire was ganz grosses werden können, aber mit dem hochgejubelten Nachfolger Point Blank, der fast keine Ecken und Kanten mehr hatte und schon wieder zu sehr auf amerikanischen Mainstream produziert war ging der Weg schon wieder bergab.
Bonfire waren mit Ihrem 2.Studio-Album Fireworks auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere, jeder deutsche Rock-Liebhaber sollte auf jeden Fall Fireworks in seinem Schrank haben.


Ladish
Ladish
Preis: EUR 10,17

3.0 von 5 Sternen Sleaziger Boogie-Rock, 30. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Ladish (Audio CD)
Bei den schwedischen Hardrockern Bullhorn handelt es sich laut Presse um einen der zahlreichen AC/DC-Klone.
Tatsächlich höre ich hier entweder schlampige, sleazige AC/DC raus, oder andersrum Boogie-hart-rockende Guns n Roses - sucht es euch aus. Tatsächlich ist Ladish für keine der beiden Showgrössen eine ernste Konkurrenz oder echte Alternative, dafür fehlen einfach schlichtweg die Höhepunkte. Ich kann das Album aber trotzdem den zahlreichen Hardrock-Hörern empfehlen, weil es kurzweilig daherkommt und zumindest den Eindruck erweckt dass hier auf ehrliche Art gerockt wird, was für das Jahr 1998 nicht selbstverständlich war. Es gibt mit "Rockin is my Business" noch eine Coverversion des Four Horsemen-Klassikers. Der Sänger Lasse Holmgren hört sich nach Sängern wie Georg Dolivo(Rhino Bucket) oder auch einem Bon Scott mit nasalen Problemen an, oder anders ausgedrückt - oft nach einer Katze, der gerade auf den Schwanz getreten wurde, es passt aber zur rockig-sleazigen Attitüde. Als der Übersong des Albums ist der Opener "Ripping it off" auszumachen mit seiner Thunderstruck-Remiszens im Solo, ansonsten rockt und rollt alles ganz nett(ohne Füller) vor sich hin, hie und da kommt mal ein Piano("Point me to the Bar") mit dazu, grundsätzlich klingt die Band aber wenigstens sehr dreckig - diese Musik würde gut in eine verrauchte Rockerkneipe passen. Die Refrains gehen gut ins Ohr und gerade für ein Debut-Album hört sich der Sound erstaunlich professionell an. Nichts was man wirklich braucht, aber durchaus etwas was man sich zulegen könnte als Liebhaber dieser Musikrichtung.


Who Made Who (Special Edition Digipack)
Who Made Who (Special Edition Digipack)
Preis: EUR 5,55

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ärgerlich und überflüssig, 20. August 2013
Bei dem Album geht es ums Geld verdienen. Der Soundtrack zum ansonsten gefloppten Horror-Film Maximum Overdrive enthält neben 6 altbekannten Hits, die 2 guten Instrumentalstücke "Chase die Ace"4/5 und "D.T."3/5 und die sehr gelungene langsame entspannte coole Hitsingle "Who made Who"5/5. Warum man dem Album nur 9 Songs und 38 Minuten Spielzeit zugestanden hat ist allerorts ein berechtigter Kritikpunkt, denn wenn man schon auf diese Weise den Fans das Geld aus der Tasche zieht, dann kann man auch eine gewisse Gegenleistung dafür verlangen, besonders weil es sich bei den Songs sowieso um eine Zweitverwertung handelt. Wobei im Film meines Wissens nach "Shake your Foundations" und "Sink the Pink" auch gar nicht vorkommen, da hätte man doch diese Platte noch gut auffüllen können mit anderen Songs - von mir aus auch erst nachträglich als CD. Denn das gleiche wie auf Platte ist es auf CD sowieso nicht - warum?
Weil auf Platte ursprünglich die poppiger abgemischte Single-Version(3:53) von "Shake your Foundations" zu hören war, und auf CD heute nur die normale LP-Version(4:08) davon zu hören ist, die eh schon jeder von Fly on the Wall kennt. Ansonsten kann man mit den Evergreens "Hells Bells","You shook me all night long","For those about to Rock" und der bluesigen Bon Scott-Gedenk-Ballade "Ride on" sicherlich recht vorhersehbar punkten, allerdings bleibt ein recht fader Beigeschmack.

Für mich kein richtiges Best of-Album und schon gar kein echtes neues Album, nicht Fisch, noch Fleisch - eigentlich ein recht überflüssiges Produkt, das wegen der bereits oben genannten 3 neuen Stücke eben doch in keiner Sammlung fehlen darf - trotzdem ein sehr ärgerliches Produkt!


Gates of Dalhalla
Gates of Dalhalla
Preis: EUR 18,60

4.0 von 5 Sternen Ein weiteres gelungenes Live-Dokument, 20. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Gates of Dalhalla (Audio CD)
Ich beziehe mich hier auf die Doppel-CD.

Die allseits bekannten Songs sind ja über jeden Zweifel erhaben. Ich bin aber der Meinung dass Stefan Elmgren im Gegensatz zu Pontus Norgren der deutlich filigranere und genauere Gitarrist war, wenn man sich das Konzert so durchhört, hört man doch viele Ungenauigkeiten heraus. Auch fehlt desöfteren so ein wenig die Power in den Songs, was bei One Crimson Night einfach stimmungsvoller war. Ansonsten eine klasse Songauswahl und ein klasse langes Konzert.

Aber die 5 Songs vom zurecht umstrittenen Infected-Album fallen schon gegen das altbekannte Restmaterial deutlich ab, das muss man schon sagen. Ich halte die Entscheidung nach einem so offensichtlich in die Hose gegangenen Experiment wie Infected für ziemlich verwegen und falsch ein Live-Album um jeden Preis herauszubringen, auch wenn sich Hammerfall offensichtlich vorgenommen haben nach jedem 4.Studio-Album ein weiteres Live-Dokument folgen zu lassen.

Trotzdem für alle geeignet, auch für Neueinsteiger, die sich hiermit einen Überblick verschaffen wollen.


Threshold (Limited Digipak)
Threshold (Limited Digipak)
Preis: EUR 16,27

4.0 von 5 Sternen Klasse Metal-Hymnen, 20. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Threshold (Limited Digipak) (Audio CD)
Hammerfalls erste 4 Power Metal-Alben waren wirklich klasse. Danach hat man eigentlich nur noch dieses Erbe verwaltet, es hat sich nicht viel geändert im Hammerfall-Sound, ausser dass man kontinuirlich mehr Tempo aus den Songs herausnahm und diese auch sonst immer mehr verweichlichte. Treshold bildet hier die Ausnahme, entgegen des Trends scheint man hier sogar wieder einen Hauch härter zu werden als auf dem Vorgänger. Bei Treshold gibt es viele pathetische Midtempo-Hymnen mit meist erstklassigen Refrains.

1.Treshold - ein klassischer 80er Metal-Song mit echt gelungenem hymnischen Chor-Refrain und gewohnt hochwertigem Solo - ein klasse Opener 5/5
2.The Fire Burns Forever - Auch dieser für eine Sportveranstaltung komponierte kurze Smasher-Song überzeugt mit fetten Gitarrenriffs und einem tadellosen Refrain - gefällt sehr gut 5/5
3.Rebel Inside - ist dann der klassische langsam schleppende harte Groover mit genialem Refrain - könnte ein Live-Kracher werden - mein Lieblingssong des Albums 5/5
4.Natural High - 1.Single, flotter Heavy Metal-Song mit einem softeren ultra-eingängigen Refrain - der Song ist gut gelungen, die Symbiose zwischen weichen und harten Passagen stimmt 5/5
5.Dark Wings Dark Words - Übliche Powerballade, die sich immer wieder steigert und den üblichen oh-oh-oh-Chören - nicht schlecht, reisst mich aber nicht so richtig mit 3/5
6.Howlin with the Pack - ein erfrischender flotter Headbanger, der mit einem schnittigen Refrain gesegnet ist - letzter Song des Albums der voll überzeugen kann 5/5
7.Shadow Empire - schnellerer unscheinbarer Heavy Metal-Song mit einem etwas belanglosen Refrain - man hat noch das beste draus gemacht 3/5
8.Carved in Stone - ein Song der ja schon Jahre existieren soll und es bisher noch auf kein Album geschafft hat - mit seinem im Midtempo galoppierendem Rythmus und seinem ein wenig ödem Refrain hätte er auch nicht zwangsweise auf dieses Album gemusst - ein Langweiler 2/5
9.Reign of the Hammer - das obligatorische Instrumentalstück, es geht flott und doch melodiös zu Werke, die Leadgitarre brilliert in dem kurzen knackigen Powerstück 4/5
10.Genocide - beginnt fast wie ein weiteres Instrumentalstück, es geht in dem Song ganz schön heftig zur Sache - der langgezogene Refrain will aber nicht richtig dazu passen - Durchschnittsnummer 3/5
11.Titan - mit dem langsamen Groover endet das Album standesgemäss - die Riffs der Verse sind ganz ordentlich und rocken gut ab - leider ist der Refrain etwas zu schlicht 3/5

Treshold ist ein weiteres starkes Power Metal-Album, dass seine Höhepunkte ganz klar im vorderen Teil liegen hat, obwohl das Album insgesamt aber keine Totalausfälle aufweisst, aber der hintere weitaus schwächere Teil kostet die Höchstnote. Treshold fährt wirklich einige sehr starke Heavy Metal-Hymnen auf, auf die eigentlich kein Heavy Metal-Fan verzichten sollte.

Das schöne bei Hammerfall bis dahin ist, dass der geneigte Käufer genau weiss was Ihn erwartet, was natürlich gleichbedeutend ist dass man sich nicht verändert und man immer annähernd das gleiche vorgesetzt bekommt. Das hat alles eine grosse Verlässlichkeit, auch was die hohe Qualität anbetrifft - manche werden es aber auch als zu langweilig empfinden und kritisieren dass man keinerlei musikalische Weiterentwickung erkennen kann(was ja letztlich nichts anderes ist als seinen bisherigen Stil zu verändern, und immerhin werden die Songs irgendwie immer professioneller und solider, was in gewissem Sinne auch wieder eine gewisse Weiterentwicklung darstellt wenn man aus vermeintlich belanglosen Songs doch noch etwas brauchbares herauszuholen vermag). Es ist und bleibt eben alles Geschmackssache - für mich das letzte typische und wirklich gute Hammerfall-Album, ich wäre froh sie würden wieder nach dem negativ experimentellen Infected wieder die Kurve kriegen und würden wieder so etwas in der Art von Treshold oder den 4 ersten Alben machen - scheiss auf musikalische Weiterentwicklung.


No Sacrifice, No Victory (Limited Edition)
No Sacrifice, No Victory (Limited Edition)
Preis: EUR 20,10

3.0 von 5 Sternen Recht harmloses Melodic-Rock-Album, 20. August 2013
Hammerfall galten einst als die Hüter und Bewahrer des wahren Heavy Metal, als fast keine Band mehr diese Musikrichtung spielen wollte, Hammerfall haben den 80er-Jahre Heavy Metal ab 1997 wieder Salonfähig gemacht - dafür Vielen Dank und meinen Respekt.

Aber alles läuft sich eben mal irgendwann tot, und so kann man eben auch mit eigentlich "guten Alben", wenn man sich zu häufig wiederholt, irgendwann mal keinen Erfolg mehr haben. Bis Crimson Thunder stiegen die Erfolge kontinuirlich, ab dem Zenith Crimson Thunder ist leider das Gegenteil der Fall, und auch No Sacrifice kann den stetigen Abwärtstrend nicht stoppen, eher noch beschleunigen. Denn No Sacrifice fehlt irgendwie die Frische alter Grosstaten, es dümpelt ultra-eingängig im Melodic-Rock dahin und lässt kaum mal ein paar aggressivere schnellere Speed-Attacken zu, wie es sie gerade auf den ersten beiden Hammerfall-Alben zu Hauf gab. Ein Haufen Oh-Oh-Oh-Chöre sind zu hören und auch sonst rockt man sich durch sehr viel Genre-typisches Material, es hört sich aber vielerorts eher nach einer Verwaltung an, als nach einer Aufbruchstimmung zu neuen Heldentaten - die Magie ist einfach weg und Ernüchterung macht sich breit. Zu ihren Anfangszeiten waren Hammerfall einfach härter, schneller, besser, eindrucksvoller und ausdruckstärker. Ein Alibi-Album um wieder einen Grund für eine Tour vorzugeben, mehr nicht. Bitte nicht falsch verstehen, No Sacrifice ist kein schlechtes Album, ich würde gerne Heavy Metal-Album schreiben, aber genau das ist der Punkt - ist das hier überhaupt noch hart genug für Heavy Metal? - Oder sollte man doch besser von schlagermässigen Melodic-Rock schreiben? - Die Geschwindigkeit und Härte gingen ja schon ab dem 3.Album stetig verloren, und hier hat man es im Prinzip mit reinem Melodic-Rock zu tun, die harmlose hohe Stimme von Joacim Cans tut dazu ihr übriges, er hat früher einfach härter und intensiver gesungen, aber letztlich passt auch er sich nur dem weicheren Song-Material an. Die Songs sind allesamt nett, aber ein echter Gassenhauer ist wieder mal nicht dabei, auch der Opener(1.Single)"Any means Necessary" vermag mich nicht so recht zu überzeugen mit seiner fast schon zu radiotauglichen Machart, er gibt aber bereits die weichere langsamere Richtung des gesamten Albums vor - das schlagermässige "Life is now" und das Möchtegern-Epos "One of a kind" mit seinen Tempowechseln sind peinliche Totalausfälle. Das Cover "My Sharona" wäre höchstens etwas für eine Single-B-Seite gewesen - hier völlig fehl am Platze. Man manövrierte sich in eine künstlerische Sackgasse, aus der man nur wieder schwer herauskommen sollte. Bis dahin war No Sacrifice sicherlich das schwächste Hammerfall-Album. Als Hammerfall-Fan kann man sich das Album sicherlich schön hören, gerade weil es eben sehr melodisch ist, für einen normalen Heavy Metal-Fan ist es aber nichts weiter als ein durchschnittliches Melodic-Rockwerk, das frühere Speed-Attacken, Härte und Genialität deutlich vermissen lässt.

Meine Höhepunkte des Albums sind:
"Punish and enslave","Legion","Hallowed be my Name","No Sacrifice no Victory" und mit Abstrichen noch das dieses mal doch recht beachtliche Instrumental "Something for the Ages".

Aber insgesamt klingt No Sacrifice recht zahm und fährt viel zu selten mal seine Krallen aus. Fraglos alles schöne nette Melodien, aber nichts dabei, das einen echt mal mitreisst, die Mähne wird ja schon seit längerem nicht mehr richtig mitgeschüttelt.
Unter diesem zwiespältigen Eindruck des Albums war es auch verständlich dass man aus dem Teufelsrad zu entkommen versuchte und sich an dem viel moderneren Nachfolger Infected versuchte, der allerdings auch nicht überzeugen konnte, was hauptsächlich am recht dürftigen Songmaterial lag - ich weiss auch nicht ob Zombies das richtige für Hammerfall sind. Zumindest kann man auf No Sacrifice das letzte mal Hector auf dem Cover bewundern, und auch den letzten "Hammer-Song" gibt es hier zu bewundern.


Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken
Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken
Preis: EUR 16,58

4.0 von 5 Sternen Recht bemühtes Hammerfall-Album, 20. August 2013
Hammerfall haben ja 1997 mit Ihrem melodischem 80er-orientierten Heavy Metal dazu mitgeholfen den Heavy Metal wieder auferstehen zu lassen. Dazu haben Hammerfall 4 erstklassige Studio-Alben vom Stapel gelassen, die ihresgleichen suchten und die zum damaligem Zeitpunkt mit zum besten gehörte, was man an Heavy Metal kaufen konnte. Selbst so renomierte Bands wie Judas Priest, Def Leppard, Scorpions, Bon Jovi, Iron Maiden und wie sie alle hiessen, gingen ja zu dieser Zeit oft recht seltsame musikalische Wege, nur um sich dem gewöhnungsbedürftigen Zeitgeist anzupassen. Von dieser Warte her sollte man Hammerfall nicht unterschätzen, denn sie haben gezeigt dass man auch wieder als echte Heavy Metal-Band Erfolge feiern kann, ohne sich dem Zeitgeist anzubiedern.
Ich muss allerdings sagen dass das bisherige Konzept bei Chapter V nicht mehr so ungebrochen funktionieren sollte. Es mag vielleicht daran liegen, dass die Musik doch schleichend von Album zu Album immer zahmer wurde und man nun doch irgendwie den Eindruck hatte, dass man bereits Vorhandenes wieder und wieder in immer wieder neuen Variationen präsentiert bekam. Es ist einfach mit der Zeit schwierig dasselbe Ding immer und immer wieder durchzuziehen, die Verkäufe werden zwangsweise weniger aus verschiedenen Gründen - zum einen lebt plötzlich im Windschatten Hammerfalls mehr Konkurrenz auf, zum anderen wird das 5.Studio-Album mit dem nahezu identischen Songmaterial einfach irgendwann mal langweiliger und nutzt sich ab - hätte man damals schon einen überarbeiteten aktuelleren Musikstil gewählt, hätte es aber vielen bisherigen Fans sicherlich auch nicht gepasst. Von daher ist das eine natürliche Entwicklung, dass man, egal was man macht, einfach nach gewisser Zeit Fans verliert - mit Crimson Thunder(2002) hatte man eben den Zenith erreicht.

Auf Chapter V wird abermals auf soliden hymnischen Heavy Metal gesetzt, leider sind die Speedanleihen früherer Alben fast gänzlich weg, und damit auch ein Srück weit die etwas härtere, brutalere Gangart. Man setzt auf melodische Midtempo-Groover mit supereingängigen mitsingbaren Refrains, leider hört sich dabei vieles recht harmlos an. Die Unterschiede zu Crimson Thunder sind zwar nur marginal, aber eben doch deutlich spürbar - gefühlt hat man einfach an Biss verloren und die Genialität bisheriger Songs ist zum Grossteil abhanden gekommen. Es ist ohne Frage ein klasse Album, dennoch fehlt so der letzte Zacken - die Magie war grossteils weg und Ernüchterung macht sich breit.

Zu den Songs:

1.Der düstere hymnische Opener "Secrets" erfüllt noch voll alle Erwartungen und das lange Solo weiss super zu gefallen, das Spinett ist ein netter verspielter Gegenpol zum sonst harten humorlosen Song, der Refrain weiss zu punkten - insgesamt eine super Hymne 5/5

2.Die Single "Blood Bound" lässt Erinnerungen an alte Glanztaten wieder aufleben und der perfekte harte Mitsing-Refrain ist einfach nur genial - für mich einer der besten Hammerfall-Songs überhaupt 5/5

3.Das flotte "Fury of the Wild" mit seinem hohen weichen Gesang soll eine gewissen Wechselwirkung erzielen zwischen weichem verletzlichem Gesang und harten Gitarren, das gelingt auch ganz ordentlich 4/5

4.Der unvermeidliche "Hammer-Song" hört diesmal auf den Namen "Hammer of Justice" und setzt die Tradition relativ gut fort - ein humorlos-riffender harter Midtempo-Heavy Metal Track 4/5

5.Im Gegensatz zu Vielen hier sehe ich Hammerfalls Stärken keinesfalls in Balladen liegen, und so ist das schwülstige "Never Ever" zwar mit einem wirklich schönen Refrain gesegnet, reisst mich aber wieder mal nicht richtig mit, wie die meisten Hammerfall-Balladen - aber "Never Ever" gehört zu den besseren 4/5

6."Born to Rule" ist dann abermals ein trocken hart rockender langsamerer Rocker, der mich mit seinem recht einfachen Refrain aber nicht besonders packt - obwohl es ein paar ganz nette Melodien in dem Song zu hören gibt 3/5

7.Der langsame Rocker "The Templar Flame" lässt es dann wieder richtig ordentlich krachen, mit einem majestätischen bedächtigen Refrain, der eines Templers würdig ist 5/5

8.Imperial ist quasi ein akkustisches Zwischenspiel - ohne Note

9."Take the Black" überzeugt mich von Beginn an voll mit hart rockigen Gitarren, bis dann leider der recht harmlos bemüht wirkende Refrain einsetzt 4/5

10.Neue Wege beschreitet man dann mit dem düsteren 12-minütigem Epos "Knights of the 21st century". Das Cronos von Venom dabei den anfänglichen Sprachpart übernimmt, kommt eigentlich eher belustigend rüber als dass man in eine Horror-mässige Stimmung gerät. Ansonsten ein relativ anspruchsvoller Hammerfall-Song mit einem schönen Refrain, der zumindest bei mir mit seiner Horrorartigen Stimmung punkten kann 4/5

Ein recht bemühtes grooviges Hammerfall-Album, das eigentlich nicht weit entfernt ist von seinen Vorgängern, leider fehlt es häufig an etwas mehr Geschwindigkeit und dem letzten Funken, der einfach nicht richtig überspringen will.


Ratt & Roll 8191
Ratt & Roll 8191
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 13,67

5.0 von 5 Sternen Essentiell, 20. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Ratt & Roll 8191 (Audio CD)
Alles relevante von der Sleaze/Metal-Band Ratt mit drauf, ein Super-Album geworden ohne Balladen. Auf den eigentlichen 5 Studio-Alben waren auch sehr viele Füller und vieles hat sich doch sehr ähnlich angehört. Aber auf dieser Best of-CD hat man einen Super-Überblick, auch weil die 19 Songs discografisch geordnet nach der Reihe kommen. Diese Perlen ohne belanglosen Ballast zu hören ist wirklich Gold wert.
Eine sehr lohnenswerte Anschaffung für alle, die noch nichts von Ratt besitzen, aber auch für alle die das Songmaterial mal ohne Füller durchhören wollen.


Renegade
Renegade
Preis: EUR 19,42

5.0 von 5 Sternen Ein weiteres eher melodisches Sahneteil, 18. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Renegade (Audio CD)
Renegade wurde 2000 hauptsächlich von der Presse ziemlich kritisch aufgenommen, obwohl ich nicht viele Unterschiede zu den prächtigen beiden Vorgängern ausmachen konnte(genau das war vielleicht der Anlass zur Kritik), es war etwas langsamer und grooviger ausgefallen, speedigere schnelle Songs waren aber immer noch genügend vorhanden auch wenn sie etwas harmloser, braver wirkten als zuvor, und nicht mehr ganz so viel pep versprühten - das Material war wieder äusserst eingängig und Mitsing-kompatibel.

1:"Templers of Steel" ist eine schleppende ultraeingängige Mitsing-Stadion-Hymne vor dem Herrn - genialer Opener 5/5
2:Das flotte melodische "Keep the Flame" überzeugt hauptsächlich durch seinen überaus gelungenen Refrain 4/5
3:Der erfrischende Titelsong "Renegade" ist eine weitere schnelle äusserst melodische Biker-Hymne 5/5
4:Das schnelle "Living in Victory" ist auch gelungen 4/5
5:Auch die sehr gefühlvolle Ballade "Always will be" ist ein Volltreffer und bis heute vielleicht die Vorzeige-Ballade schlechthin für Hammerfall, wobei ich echt mal sagen muss, dass ich nicht ihre grosse Stärke in schwülstigen Balladen sehe 4/5
6:Das hymnische "The way of the Warrior" überzeugt wieder mit durchdachtem Riffing 4/5
7:Der harte Groover "Destined for Glory" ist gut, wenn er auch etwas angestaubt wirkt und der Refrain nicht so voll begeistern kann 4/5
8:"Champion" ist dann wieder so eine typische eingängige Mitsing-Hymne 5/5
9:Das Instrumental "Raise the Hammer" ist zweifelsohne nett, geht flott ab und hat eine ganz ordentliche Melodieführung 4/5
10:Mit dem epischen Titel "A Legend reborn" kommt dann zum Schluss nochmals ein schnörkelloser Höhepunkt im Midtempobereich auf uns zu, klasse Stadion-Hymne 5/5

Ich muss sagen dass 3. hervorragende Hammerfall-Album nacheinander, ich habe mir das Album damals auch madig reden lassen und habe es mir erst nach Crimson Thunder zugelegt, was definitiv ein Fehler war, denn es ist nahezu genauso hochkarätig wie seine grandiosen Vorgänger. Für Neueinsteiger ist jedes der ersten 4 Alben als Einstieg geeignet, auf jeden Fall ist auch Renegade 5 Sterne wert, obwohl es im Vergleich zu den anderen 3 der ersten 4 Alben vermutlich das schwächste ist, das ist aber Kritk auf hohem Niveau - Ein klasse Sahneteil ist auch Renegade!


Legacy of Kings
Legacy of Kings
Preis: EUR 21,99

5.0 von 5 Sternen Bärenstarker Debut-Nachfolger, 18. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Legacy of Kings (Audio CD)
Gerade mal Eineinhalb Jahre nach dem sensationellen Debuts Glory to the Brave kam im Oktober 1998 Legacy of Kings in Läden. Man wollte den Erfolg nutzen und schnell ein Album nachschieben, um die Marschienerie am laufen zu halten. Legacy of Kings ist überraschend stark ausgefallen, nachdem man ja für das Debut endlos Zeit hatte, aber man bei Legacy of Kings dann doch zum ersten mal unter einem gewissen selbst auferlegten zeitlichen Druck stand. Was soll man sagen, auch dieses Album ist einfach rundum gelungen, auch wenn es nicht mehr ganz so viele geniale Melodien besass wie das grandiose Debut, Legacy of Kings ist immer noch der Hammer - ohne Frage auch 5 Sterne wert. Schon die ersten 3 Songs "Heeding the Call"5/5, Titelsong5/5 und "Let the Hammer Fall"5/5 sind extra-klasse und eigentlich aus keinem Live-Set wegzudenken, das lange schnelle "Dreamland"4/5 ist OK, die Ballade "Remember Yesterday"4/5 gut, das groovige "At the End of the Rainbow"5/5 ein weiterer Glanzpunkt, das Pretty Maids-Cover "Back to Back"4/5 wird quasi 1:1 nachgespielt, die flotten "Stronger than all"4/5 und "Warriors of Faith"4/5 sind auch sehr gelungen, nur die 2.Ballade, das langweilige Klavierunterlegte "The Fallen One"2/5 will mir zum Abschluss des Albums nicht ganz so gefallen.

Insgesamt wieder ein Bärenstarkes eingängiges Hammerfall-Album, dass seinem grandiosem Vorgänger durchaus das Wasser reichen kann und damals zurecht für die erste Headliner-Tour durch Europa sorgte. Erstaunlich hochkarätiges Songmaterial, dass man sich hier aus dem Ärmel geschüttelt hat - Legacy of Kings ist das letzte Hammerfall-Album, dass schnelle speedige Songs en masse bietet, danach ging es dann doch eher Midtempo-orientiert zu, was allerdings auch gut kam.


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