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Rezensionen verfasst von
Rhinoman (Rinteln)

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Saxon (Remaster 2009)
Saxon (Remaster 2009)
Preis: EUR 7,48

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein recht biederes und altbackenes 70er-Jahre Debut-Album, 23. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Saxon (Remaster 2009) (Audio CD)
Kein Mensch würde über dieses Album reden, wenn es nicht das erste Werk von SAXON gewesen wäre, denn qualitativ ist dieses Album recht unterdurchschnittlich und altacken bieder ausgefallen, es ist ein typisches 70er-Jahre-Werk wie es typischer kaum sein könnte. Klar waren auch auf diesem 28-minütigen Erstwerk ein paar ganz hörbare Songs mit drauf, aber es hatte im Prinzip noch nichts mit der Heavy Metal-Maschienerie zu tun, wie Saxon sie 1 Jahr später und fortlaufend bot. Mit "Backs to the Wall", "Stallions of the Highway" waren 2 schöne ruppige Rocker auf dem Album, mit "Still fit to Boogie" was Boogiemässiges in Status Quo-Richtung, mit "Big Teaser" was melodiöses Radiofreundliches und mit dem Opener "Frozen Rainbow/Rainbow Theme", "Militia Guard" und "Judgement Day" 3 eher musikalisch geprägte längere anspruchsvollere Songs mit einigen Breaks und Wendungen, schnelleren und gefühlvoll langsameren Teilen. Das hört sich jetzt besser an als es tatsächlich ist, es ist alles nett und wirkt bemüht, aber eben auch nicht mehr. Es fehlt die Durchschlagskraft, die Power und Energie, mit echtem Heavy Metal und Hardrock hat Saxon noch nichts zu tun. Die Bonustracks sind interessant, besonders aus der Radio-Show von Anfang 1980(auch wegen der ersten 747-Version mit anderem Ende), sind jetzt aber auch nichts essentielles oder was man um jeden Preis bräuchte.
Letztendlich ein verzichtbares Werk, dass sicher nicht als CD erschienen wäre, wenn es nicht von einer bekannten Gruppe wie SAXON wäre. Nur für Fans und für Alles-Sammler. Es ist sicherlich das Album, dass man sich als letztes für seine Saxon-Sammlung zulegen sollte.


Power and the Glory-Remaster
Power and the Glory-Remaster
Preis: EUR 11,03

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fabelhaftes Hartes Metal-Album, 23. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Power and the Glory-Remaster (Audio CD)
Power and the Glory war 1983 der Abschluss der ersten Phase von harten eingängigen genialen Saxon-Alben. Das Album bot nochmals einen überragenden Titeltrack, darüber hinaus brachiale Rocker wie "Redline", "Warrior" und "This Town Rocks". Aber auch das riffbetonte "Midas Touch", das melodiöse eingängige Single-geeignete "Watching the Sky", die recht harte mystische Gänsehaut-Halb-Ballade "Nightmare" und das spacige "The Eagle has Landed" um die Mondlandung 1969, waren erstklassige harte Brechersongs. Ein letztes SAXON-Album ohne jeden Ausfall und noch ohne jeden Hang zum verweichlichen. Die Produktion wurde erstmals in den USA in Atlanta von Jeff Glixman durchgeführt, er hat den Gitarren einen seltsam halligen Klang verpasst, den ich später nie mehr von irgendeiner anderen Gruppe so gehört habe, der aber super zur Gruppe passte und die sich zeitgemäss und aktuell anhörte. Überhaupt passt bei dem Album alles wie die Faust aufs Auge, es gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Auch Sänger Peter Byford bot auf diesem Album vielleicht die beste Gesangsleistung in seiner Laufbahn überhaupt. Es war damals in Europa zurecht ein Megaseller und war eines der besten Metal-Alben des Jahres 1983. Ein fabelhaftes Hartes Heavy Metal-Album mit tollen Melodien!


Unleash the Beast
Unleash the Beast
Preis: EUR 14,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Vergessenes Meisterwerk, 23. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Unleash the Beast (Audio CD)
Unleash the Beast ist vermutlich das grösste und fulminanteste Meisterwerk, dass Saxon jemals auf die Menschheit losgelassen haben. Songs wie das speedige "Unleash the Beast", der formidable riffbetonte Geradeaus-Rocker "Terminal Velocity", das halbballadeske eingängige "The Thin Red Line", das hochmelodische "Ministry of Fools", das schnelle "Bloodletter", das etwas mit modernen Riffs dominierte "Cut out the Disease" und das eindringlich harte riffbetonte "The Preacher" suchen Ihresgleichen in der Metalwelt und sind fabelhafte Songs die geradezu gemacht sind um als Lehrbeispiel für Heavy Metal herangenommen zu werden. Nicht zu verstehen dass dieses Album nicht mehr Beachtung fand, steht es doch anderen Stilprägenden Alben wie Machine Head, Back in Black oder auch The Number of the Beast in der Klasse und Genialität der Songs in nichts nach. Es muss wohl daran gelegen haben dass das Album einfach zur falschen Zeit das Licht der Welt erblickte, als sich kaum noch jemand 1997 für reinen Metal interessierte - wäre das Album 12 Jahre zuvor erschienen, wäre es ohne Zweifel auch eine Ikone unter den Rockscheiben dieser Welt geworden -- so ist es nur ein vergessenes Meisterwerk, dass nie seine gerechten Lorbeeren einfahren durfte. Auch die knallige und meisterhafte Produktion von Kalle Trapp setzte Massstäbe und war nicht mehr zu überbieten. Das tolle Album kam wie schon 6 Jahre zuvor Solid Ball of Rock wieder völlig überraschend wie ein Phoenix aus der Asche nach den beiden durchschnittlichen Alben Forever Free(1992) und Dogs of War(1995). Es ist eine Schande dass Unleash the Beast nicht mehr beachtet wurde, denn wenn man so mit ansehen musste was andere verdiente Metal-Bands wie Judas Priest(Jugulator) oder Iron Maiden(The X-Factor) zu dieser Zeit so bewerkstelligten, dann liegt Unleash the Beast mindestens um 2 Ligen höher.
Nach dem Weggang(Rauswurf) von Mit-Chef Graham Oliver hatte Ur-Gittarist Paul Quinn auf einmal seinen 2.Frühling und komponierte so viel hochwertiges Material wie noch nie zuvor für die Band, es war offensichtlich wie eine innerliche Befreiung für Ihn endlich künstlerisch nicht mehr im Schatten seines Widersachers stehen zu müssen. Auch Neu-Gitarrist Douglas Scarrat brachte eine gewisse neue Frische in die Band mit, man hörte dem Album zumindest die neue Lust und Leidenschaft förmlich an, mit der dieses Meisterwerk erschaffen wurde - so zackig, hart und frisch hatte man SAXON schon lange nicht mehr erlebt, es war wie eine Wiedergeburt. Vermutlich half auch so eine gewisse Trotz-Reaktion, auch ohne Graham Oliver tolle Alben schreiben zu können, der Band zu einer solchen künstlerischen Glanzleistung.
Zu empfehlen ist dieses Album Jedermann, weil es einfach Super-Songs und klasse Musik beinhaltet und als eines der Besten Hardrock/Heavy Metal-Alben aller Zeiten anzusehen ist.


Stiff Upper Lip
Stiff Upper Lip
Preis: EUR 5,55

3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lahmes überflüssiges Werk gelangweilter Alt-Rocker, 3. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Stiff Upper Lip (Audio CD)
Ich bin der Meinung, dass Stiff upper Lip das uninspirierteste, schlechteste und lahmste Album ist, dass AC/DC jemals aufgenommen haben. Ein Rätsel ist mir wie die Leute darauf kommen dass AC/DC hier endlich wieder zu Ihren Blues-Ursprüngen aus den Anfangstagen zurückkehren. Haben denn AC/DC jemals überhaupt echten Blues gespielt, ausser einzelne Songs wie "The Jack" oder "Crabsody in Blue". Tatsächlich haben AC/DC doch eher Boogie-RocknRoll gespielt. Ich frage mich immer was denn Stiff upper Lip mit Alben wie Powerage, Let there be Rock oder High Voltage zu tun haben soll. Damals haben AC/DC doch nicht so biederes, lahmes, uninspiriertes Material auf die Menschheit losgelassen. Gary Moore hat nach seiner Rock-Phase echten Blues gespielt, nur so als Vergleich was Blues eigentlich ist. "Hold me Back" und "Cant stand still" gehen tatsächlich in eine bluesige Richtung, hören sich aber eher an als wenn Kinder auf Ihren Gitarren üben und fortwährend die gleichen Saiten anschlagen als nach ernstzunehmenden AC/DC-Songs. Die lahmen, simplen, einfältigen "Meltdown","House of Jazz","Damned" und "Come and get it" sind gar langweiligste Totalausfälle, so was ist absolut AC/DC-unwürdig. - Die raren Höhepunkte des Albums sind doch der schmissige Titelsong, das hektische "Save in New York City"(auch nicht super, aber wenigstens Temporeich) bei dem der Refrain gegen Ende gefühlte 1000 mal wiederholt wird, das schleppend rockende "Cant stop RocknRoll" und das etwas flottere "All screwed up" - eigentlich hat auch die langsame gemässigte Single "Satellite Blues" einen zumindest zufriedenstellenden Refrain, geht aber inmitten anderer lahmen Langweilern wie "Damned","Come and get it","House of Jazz" oder "Meltdown" etwas unter. Das grösste Problem des Albums ist, dass keinerlei Tempo aufkommen will bei den 12 Songs. Man quält sich förmlich durch einschläfernde Riffs und Refrains, die jedes bisher gebotene AC/DC-Niveau jedes anderen Albums unterbieten - und dann noch diese fast schon naive Einfachheit der Kompositionen ohne jeglichen Pep oder Finesse, da wird einfach einfältig, plump und bieder drauflos gespielt.

Es hat 4einhalb Jahre gedauert bis ein neues AC/DC-Album endlich fertig war, und dann so eine herbe Enttäuschung. Ballbreaker hat ja auch schon 5 Jahre gebraucht und war nicht der erhoffte Hammer, aber Stiff upper Lip ist der Mega-Flop. Früher haben die Jungs spätestens alle 15 Monate ein neues Album veröffentlicht und heute schaffen Sie nicht mal nach 5 Jahren was ordentliches auf den Markt zu werfen. Black Ice hat dann sogar über 8 Jahre gedauert und ist auch nicht das erhoffte geworden. AC/DC scheinen Ihre prägnanten eingängigen schwungvollen Riffs und Refrains abhanden gekommen zu sein, sie sind einfach nicht mehr in der Lage an alte Glanztage anzuknüpfen als sie ganze Alben locker aus dem Ärmel schüttelten. Die meisten Songs hören sich irgendwie gleich an - der selbe Song-Aufbau, ähnlich lahme Riffs und Refrains - wo sind die kraftvollen genialen Songs geblieben wie "Whole Lotta Rosie","If you want Blood","Shut down in Flames","Sin City" oder auch "Dirty Deeds"? Klar, in den letzten Jahren gab es einige gesundheitliche Probleme der Bandmitglieder - mal hatte Brian Johnson eine Stimmband-Operation, dann hatte sich Cliff Williams einen komplizierteren Unterarmbruch zugezogen, dann hatte Malcolm Young wieder einige Alkohol- und Leberprobleme zu bewältigen - aber das ist doch kein Grund die Fans über 8 Jahre auf ein Album warten zu lassen, auch wenn man aufgrund diverser gesundheitlicher Probleme wieder 5 Jahre gebraucht hätte, das ist dann aber auch die äusserste Schmerzgrenze. Mich wundert es eh dass bei derlei sinnlosen langen Wartezeiten die Stimmung nicht schon längst negativ umgeschlagen ist von den (zu) loyalen Fans. Denn irgendwie ist die Marke AC/DC für die Band-Mitglieder selbst nur noch so eine Art Freizeitbeschäftigung - wenn einem das Alltagsleben zu eintönig wird, macht man halt wieder mal ein neues AC/DC-Album, egal was für sinnfreies Material da drauf kommt, Hauptsache wieder mal einen Grund auf Tour zu gehen und wieder 50 Millionen für jedes Bandmitglied in die Kasse zu spülen, von denen dann Brian Johnson seine Rennautos bezahlen kann und jeweils auf den Rennpisten schrotten kann. Ich habe einfach das Gefühl das das Kapitel AC/DC für die Band selbst abgeschlossen ist, und man nur noch aus Langeweile mal was macht und um die Kassen wieder zu füllen, da steckt aber kein Herzblut mehr drin - gerade seit dem Stiff upper Lip-Album habe ich das Gefühl das AC/DC die Prioritäten mittlerweile anders setzen. Dann geht man mal als Vorgruppe der Rolling Stones mit auf Tour und greift hier noch ein paar Millionen ab. Auch der frühere Derrwisch Angus Young macht doch mittlerweile nur noch das nötigste auf der Bühne, fein säuberlich in eine ausgeklügelte Choreographie hineingebettet, bei der jeder auf der Bühne genauestens weiss wo wann wer an welchem Punkt der Bühne steht und was er dort gerade macht - gross anders als die Choreographie bei irgendwelchen Boy-Groups ist das auch nicht mehr -- die Spontanität eines AC/DC-Konzerts, wie sie früher war ist doch schon seit geraumer Zeit völlig flöten gegangen. AC/DC waren ja früher als Arbeiter-Band und Gleichgesinnte des einfachen Mannes bekannt, die gegen das Establishment rebellieren - heute gehört die Band doch selbst zur Gegenseite und versucht so viel Kohle zu scheffeln wie nur geht, ohne Rücksichtnahme auf die loyalen Fans, die sich vielleicht kaum noch ein AC/DC-Konzert leisten können. Aber die Fans sind auch irgendwo selbst schuld, denn AC/DC selbst checken ja gar nicht mehr was gute und was schwache Veröffentlichungen sind, weil sich alles, unabhängig von der tatsächlichen Qualität, einfach immer Millionenfach verkauft und jede noch so sinnlose Veröffentlichung ein Riesen-Erfolg in den Charts wird - warum sollen sich die Band-Mitglieder denn da noch gross anstrengen ??? Jedes Feuerzeug und jede Bierdose mit AC/DC-Emblem wird zum Verkaufshit - irgendwo sind die Fans auch selbst dran schuld, dass die Band gar nichts mehr sinnvolles komponiert, denn irgendwie fehlt unter diesen paradisischen Bedingungen auch einfach der Anreiz um sich den Hintern beim komponieren nochmals aufzureissen, wenn einem die Masse doch so wie so aus der Hand frisst. Jetzt regen sich wieder Manche über mein Geschriebenes tierisch auf und sagen dass wir alle froh sein können, dass AC/DC überhaupt noch existieren und Platten rausbringen und Konzerte geben. Aber ich bin über Alben wie Stiff upper Lip nicht froh, sondern tierisch enttäuscht, und dass man den gemeinen Fan 5 oder 8 Jahre warten lässt, bis sich die Hohen Herren aus lauter Langeweile endlich mal wieder dazu herunter bequemen ein neues Album zu machen, finde ich schlicht und ergreifend eine Unverschämtheit. Nach den langen Touren lasse ich mir gerne eine Pause der Jungs gefallen, aber nach spätestens 4 Jahren müsste wieder was neues auf dem Markt auftauchen - alles andere ist indiskutabel und einfach viel zu lange. Auch AC/DC müssten ja Ihren Fans gegenüber den Anspruch haben diese adäquat zufrieden stellen zu wollen, schliesslich können sich die Hohen Herren ja erst durch Ihre loyalen Fans Ihren pompösen Lebensstil erlauben, dem es an nichts fehlt.

Stiff upper Lip ist ein typisches lahmes überflüssiges Album einer Altherren-Band die es nicht mehr nötig hat der Welt noch etwas beweisen zu wollen oder zu müssen. Im Vergleich zu früheren Alben ist es fast schon als ärgerlich zu bezeichnen.


U.D.O. - Live in Sofia  (inkl. 2 Audio-CDs) [3 DVDs]
U.D.O. - Live in Sofia (inkl. 2 Audio-CDs) [3 DVDs]
DVD ~ U.D.O.
Preis: EUR 20,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, die Bildqualität nicht zeitgemäss, 2. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist schon recht verwunderlich, dass nach der ersten Live-DVD 2008 aus Tuttlingen jetzt nach gerade mal 2 Studio-Alben später schon wieder die nächste Live-DVD vor vollem Haus in Sofia vorliegt - und das gerade zur Tour der eher schwächeren letzten Studio-Veröffentlichung Rev-Raptor(2011). Und so gehören auch die 3 Songs von Rev-Raptor zu den schwächsten des Albums. Natürlich stellen die Accept-Songs "Balls to the Wall","Princess of the Dawn" und "Metal Heart" nach wie vor das Grundgerüst einer jeden U.D.O.-Show. Die restlichen U.D.O. und Accept-Songs wurden aber im Vergleich zur Vorgänger-DVD grossteils ausgewechselt und adäquat ersetzt, so werden hier insgesamt 13 andere Songs geboten - eingeschlossen der Songs von Rev-Raptor(3) und Dominator(2). Ein paar U.D.O.-Perlen wie "Holy","They want War","24/7" oder "Mastercutor" wurden sogar geopfert. Dafür werden viele Songs gespielt, die schon länger nicht mehr im U.D.O.-Live-Set zu finden waren, wie "Heart of Gold","Two Faced Woman","Break the Rules" oder auch den Party-Kracher "Living on the Frontline". Auch die Accept-Songs wurden zum grossteil ausgewechselt und andere dafür gespielt, man hat ja auch genügend Material zur Auswahl. U.D.O.-Konzerte bestehen ja heutzutage aus 60% U.D.O.-Songs und nur noch 40% Accept-Songs, was auch richtig so ist. Natürlich auf Festivals oder je kürzer eine U.D.O.-Setlist ist, desto höher ist der Accept-Anteil, weil kaum ein U.D.O.-Song als echter unvermeidlicher Klassiker durchgeht. In Sofia wurde ja extra für die DVD-Aufzeichnung eine extra-lange Setlist gespielt mit zusätzlichen Songs("Dominator","Independence Day","Living on a Frontline","Burning" statt "Fast as a Shark"), die sonst nicht auf den Konzerten gespielt wurden. Zumindest hat man versucht eine grösstenteils andere Setlist zu präsentieren als auf der letzten DVD, und das ist auch sehr gut gelungen, und so ist der Anreiz auch gross sich auch diese DVD zuzulegen - anders als beispielsweise bei AC/DC oder Motörhead, bei denen auf jeder neuen DVD-Veröfentlichung immer wieder die selben alten Kamellen zum Einsatz kommen. Lobenswert ist der Breitbandsound, der vielleicht an manchen Stellen sogar etwas übersteuert ist und teilweise "Loudness War" verursachen kann, zumindest bekommt man die volle Breitseite um die Ohren gehauen. Obwohl Udo Dirkschneider seine gewohnte Performance bringt, merkt man seiner Stimme das hohe Alter leider langsam an, er singt vieles mittlerweile tiefer und kommt an vielen Stellen einfach nicht mehr hoch um die Lieder so umzusetzen wie er es früher getan hat. Da ereilt Ihn dasselbe Schicksal wie Brian Johnson(AC/DC) oder auch Ian Kilmister(Motörhead). Auch wenn er dafür nichts kann, ist es doch ein kleiner musikalischer Makel, den man nicht wegdiskutieren kann. Von seinem Körper-Statur her könnte er mittlerweile auch gut den verstorbenen Dirk Bach ersetzen, was keine Kritik sein soll. Ob jetzt die altbackene schmucklose Sporthalle in Sofia der richtige Ort für eine DVD ist, sei jetzt mal dahingestellt, zumindest war sie einigermassen gefüllt - bei der letzten DVD musste man ja noch gross Werbung machen für die Aufnahme in Tuttlingen, um den kleinen Saal dort zu füllen - auch mit einem lachhaften Eintrittspreis von 10€ - die 850 Leute wurden aber gut im Bild umgesetzt, es sieht so aus als wenn dort wesentlich mehr Leute gewesen wären, die Fläche vor der Bühne meint man das es 10Meter wären, dabei war die unterste Ebene vielleicht gerade mal 3 Meter lang. Es ging ja dann wie in einer Schul-Aula noch viele Ebenen nach oben, jede vielleicht 1,50 Meter lang - ich war dort. In Sofia bekam man die Halle wenigstens voll ohne tricksen zu müssen oder verbilligte Tickets ausgeben zu müssen. Wenn man mal ehrlich ist dann spielt U.D.O. ohne Accept leider doch nur in der 2. Metal-Liga, bei der im Schnitt zwischen 400-800 Zuschauer gezogen werden. In den Staaten im Osten ist das Interesse an U.D.O. doch noch um einiges grösser als bei uns, von daher gesehen ist es nur logisch dort eine DVD aufzunehmen, auch wenn die alten Hallen keine internationalen Standards erfüllen mögen. U.D.O.s Mitstreiter besorgen die eigentliche Show, allen voran der smarte Lead-Gitarrist Igor Gianola, aber auch Zweitgitarrist Stefan Kaufmann und Drummer Francesco Jovino tragen Ihr Schärflein zum gelingen der Show mit bei. Der Bildschnitt mit seinen sekündigen Bildwechseln wirkt leider sehr hektisch und nervt mich auf Dauer, lieber wäre es mir gewesen man würde länger auf einer Bildeinstellung bleiben damit ich mich an gewissen Stellen auch richtig satt sehen könnte, denn so wird einem unheimlich viel abverlangt, nicht gerade schön wenn man sich die DVD eigentlich nach Feierabend zur Entspannung anschauen möchte - da muss das Gehirn laufend den ganzen Bildeinstellungswechseln hinterherrennen, Entspannung kann da kaum aufkommen. Auch die eigentliche Bildqualität ist keine Hochglanzqualität wie noch auf der Mastercutor Alive, sondern erinnert mit seinem matten verschwommenen Bild eher an eine Zeit so um 1990 herum, als die ersten richtigen Musik-Live-Video-Aufnahmen als ganze Konzerte in die heimischen Wohnzimmer kamen - optisch macht das Konzert echt nicht viel her - es kommt mir eher vor als wenn stark auf eine preiswerte Produktion wert gelegt wurde, und so ist das Ergebnis jetzt eben auch geworden - persönlich ziehe ich die beiden CDs deutlich vor, weil der Sound gut ist, und man sich so selbst vorstellen kann wie der Auftritt wohl ausgesehen haben könnte - das tatsächliche Filmmaterial enttäuscht mich derweil schon sehr, auch die Live-Stimmung in der billigen alten Sporthalle wurde irgendwie so gar nicht eingefangen.

Dass Stefan Kaufmann ersetzt wird sehe ich jetzt nicht als Nachteil, vielleicht tut es der Band ganz gut wenn auf der Bühne die Band wieder etwas verjüngt wird - Stefan Kaufmann bleibt der Band ja trotzdem erhalten was das Songschreiben oder die CD-Studio-Produktionen angeht.

DVDs lassen sich ja in den letzten Jahren recht kostengünstig produzieren und so nimmt man die Gelegenheit wahr und bringt jetzt eben alle paar Jahre eine neue Live-DVD auf den Markt, ich denke man muss hier als Fan mittlerweile etwas umdenken, denn eine Flut von Live-Veröffentlichungen vieler Bands überschwemmt den Markt förmlich, da braucht man nicht mehr alles davon zu haben. Mal kommt eine Best-Of, dann wieder eine CD mit Raritäten - U.D.O. versuchen schon Geld zu verdienen ohne viel Arbeit, das sei Ihnen aber gegönnt, aber die Fans sind nicht so blöde als dass Sie das nicht merken würden, es ist auch nur ein sehr schmaler Grad zwichen Fan-orientierten Veröffentlichungen und schnöder Abzocke. Das neue Live-Erzeugnis geht aber in Ordnung, gerade weil man darauf geachtet hat viele Songs im Vergleich zur letzten DVD zu wechseln - und so ist Live in Sofia sehr empfehlenswert für jeden Hardrocker, Accept oder U.D.O-Fan.


Iron Fist
Iron Fist
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Motörhead wie Sie sein sollten, 28. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Iron Fist (Audio CD)
Iron Fist sollte letztlich in die gleiche Kerbe schlagen wie der berühmte Vorgänger Ace of Spades(1980). Man wollte ein Album von ähnlicher Machart kreieren, wieder sollten 12 kurze schnelle Heavy Metal-Songs den Erfolg bringen. Die Produktion lag diesmal in den Händen von Eddie Clarke und Will Reid Dick, die abermals einen hervorragenden Sound hinbekamen, obwohl es bei den Aufnahmen zu vielen Querelen und Uneinigkeiten kam zwischen den Protagonisten, teilweise auch mit "handfesten" Argumenten. Es gab auf dem Album auch wieder einige hervorragende Songs wie den Titelsong "Iron Fist","Heart of Stone","Shut it down","Dont let em Grind Ya down","Dont need Religion" und dem Rausschmeisser "Bang to Rights". Aber so viele Kracher wie auf Ace of Spades gab es eben doch nicht - "Im the Doctor","Looser","America" oder auch "Speedfreak" konnten das Nieveau nicht ganz halten. Aber insgesamt sind Ace of Spades und auch Iron Fist 2 harte schnelle Heavy Metal-Alben mit kurzen knackigen Songs wie Sie in der Form danach nie mehr von Motörhead zu hören waren. Danach kam dann mit Another Perfect Day(1983) ein Melodic-Rock-Album, dann ging es auf Orgasmatron(1986) wieder etwas punkiger und RocknRolliger zu mit einer Keller-artigen Produktion, und auch die heutigen Alben hören sich vom Sound und der Musik wesentlich anders an als Ace of Spades und Iron Fist. Damals waren Motörhead einfach in Hochform und die komposerische Symbiose zwischen Lemmy Kilmister und Eddie Clarke scheint auf künstlerischer Ebene trotz diverser interner Streitigkeiten doch recht fruchtbar gewesen zu sein. Zumindest haben Motörhead danach nur selten wieder ein annähernd hohes musikalisches Niveau erreicht, wenn ich mir die letzten Alben so anhöre, die man sich schönhören muss, dann ist das gar kein Vergleich zu den Wahnsinnskompositionen von damals, die man sich anscheinend nur aus dem Ärmel schütteln musste. Und wie schon gesagt war die Musik damals knackiger Heavy Metal während die Band ja heute eher klassisch beeinflussten RocknRoll spielen.

Iron Fist ist als Plagiat klar schlechter als die Göttergabe Ace of Spades, aber andererseits auch klar besser als das was Motörhead heute abliefern, für mich das letzte echte Motörhead-Album, so wie ich Motörhead damals kennengelernt habe und sie gerne in Erinnerung behalten möchte.


Bomber
Bomber
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Granaten + Füller, 28. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Bomber (Audio CD)
Bomber ist so ein richtiges Übergangs-Album vom holprigen Garagensound von Overkill zum schnellen Hochglanz-Heavy Metal von Ace of Spades. Es gibt mit dem Opener "Dead Men tell no tales","Poison","Stone Dead Forever" und dem Titelsong "Bomber" 4 echte Granaten auf dem Album. Daneben gibt es aber auch so belanglose Langweiler wie "Lawman","Sweet Revenge" und das von Eddie Clarke gesungene "Step down". Die Produktion des Albums hört sich leider aus heutiger Sicht immer noch etwas holprig antiquiert an, die 10 Songs auf Bomber haben von der Qualität grosse Unterschiede. Das Album erschien ja gerade mal 7 Monate nach Overkill, da ist es kein Wunder das man noch nicht viel sinnvolle neue Kompositionen präsentieren konnte. Trotzdem kann Bomber als der zweite Klassiker einer langen Karriere angesehen werden.


Overkill
Overkill
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Garagensound, 28. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Overkill (Audio CD)
Mit Overkill hat Motörhead 1979 Ihr nachhaltigstes Album veröffentlicht, viele Songs(Stay Clean, Metropolis, Overkill, No Class) dieses Albums stellen bis heute noch das Grundgerüst eines jeden Motörhed-Konzerts, aber auch die Songs der 2.Reihe sind nicht zu verachten. Leider ist die rumpelige Produktion ziemlich Garagenartig geraten, so dass bei mir mit diesem Dröhnsound keine rechte Stimmung aufkommen will. Auch klingen die Versionen der meisten Songs auf späteren Live-Versionen sehr viel energischer, schneller und wuchtiger. Vieles hört sich auf Overkill recht zahnlos und zahm an. Songs wie Stay Clean, Capricorn und Metropolis sind hier recht lahm und bieder, und hören sich hier an als wären sie mit angezogener Handbremse eingespielt worden. Auch der Titelsong Overkill kommt erst richtig live zur vollen glanzvollen Geltung. Mangels Alternativen wurde Overkill 1979 ein echter Überraschungserfolg, nachvollziehen kann ich es heute aber nicht mehr so richtig. Die Songs sind allesamt grosse klasse, vielleicht mit Ausnahme von Limb to Limb und Tear ya down, aber diese naive leienhafte lahme rumpelige Garagen-Produktion lässt Vieles einen ganzen Zacken gemässigter klingen als es sein müsste. Während 1 Jahr später auf Ace of Spades reinrassiger knackiger Heavy-Metal geboten wurde, spielt sich bei Overkill noch vieles in einer etwas antiquierten Blues-Rock-Ecke ab.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2013 5:44 PM MEST


Back in Black (Special Edition Digipack)
Back in Black (Special Edition Digipack)
Preis: EUR 5,55

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die unerreichte Krone des Hardrock, 26. November 2012
Natürlich gibt es auch auf Back in Black nicht nur Göttergaben, sondern auch normale Songs wie "Shake a Leg", "Have a Drink on Me" und "Let me put my Love into you", aber dem Album daraus jetzt einen Strick zu drehen wäre übertrieben und vermessen, dann kann man wirklich in jeder Suppe ein Haar finden. Fakt ist doch, dass sich bei Back in Black zum grössten Teil Hit an Hit reiht, wobei selbst vermeintliche Songs aus der 2.Reihe wie "What do you do for Money Honey" oder "Given the Dog a Bone" noch grosse Refrains und Hooklines besitzen, die jedes spätere AC/DC-Album stark aufgewertet hätten. Back in Black ist ein durch und durch geniales Album, umso überraschender, da ja Highway to Hell 12 Monate zuvor auch schon der Mega-Hammer war. Ich denke einen Grossteil des Erfolges gebührt auch Produzent Robert Mutt Lange, der die Kompositionen ins rechte Licht setzte. Natürlich wird wohl einiges Material noch mit dem verstorbenen Sänger Bon Scott zusammen geschrieben worden sein und von Brian Johnson vermutlich gar nichts, vielleicht hat er ein paar Textpassagen umgeschrieben, denn dafür war er ja viel zu kurz in der Band um tatsächlich ins Songschreiben eingreifen zu können, obwohl er bei den Songschreiber-Credits aufgeführt wurde. Die Band selbst war offensichtlich von dem riesigen Erfolg des Albums überrascht, denn Songs wie beispielsweise "You shook me all Night long" oder auch "RocknRoll aint noise Pollution" waren eigentlich fürs Live-Programm gar nicht vorgesehen. Es war wohl auch so eine Art Trotz-Reaktion, das man es jetzt gerade nach dem Tod von Bon Scott noch einmal wissen wollte und alles dransetzte einen echten Mega-Hammer auf die Menschheit loszulassen und dazu hat man ja auch noch für dieses Album mit Neu-Sänger Brian Johnson einen echten Glücksgriff gelandet. Live wollte der tölpelhafte Brian Johnson allerdings so gar nicht ins Bild passen, der Unterschied zu Bon Scott war live erheblich, vom Rasse-Pferd-Entertainer Bon Scott zum Ackergaul Brian Johnson. Aber auf Back in Black passt seine raue hohe heissere Stimme wie die Faust aufs Auge, auch wenn er auf den späteren Scheiben nicht mehr stimmlich brillieren konnte. Letztendlich ist Back in Black eine Offenbarung, die AC/DC endgültig in den Hardrock-Olymp hievte, auf dessen Thron sie ja, hauptsächlich aufgrund dieses sensationellen Albums, auch noch bis heute sitzen.


Monster
Monster
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Höhen und Tiefen, klar auf 70er getrimmt, 26. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Monster (Audio CD)
Die erste Ankündigung von Monster war auf Anfang 2012 terminiert, dann hies es Juni 2012, was auch logisch gewesen wäre, weil man ja ab Juli mit Motley Crüe die USA 3 Monate lang betourte. Offensichtlich waren Kiss mit dem Ergebnis des seit April 2011 aufgenommenen neuen Studio-Albums doch nicht so überaus zufrieden, sonst wäre vor Beginn der USA-Tour der ideale Zeitpunkt zur Veröffentlichung gewesen. Auch war anfangs nur von 10 Songs die Rede, dass es nun 12 wurden umso besser, aber offensichtlich wurden noch einige Nachbesserungen vorgenommen, so dass sich der Termin nicht halten liess. Letztendlich wurde Monster schliesslich am 5.Oktober 2012 Veröffentlicht.

Wenn eine Legende wie Kiss ein seltenes neues Studio-Album veröffentlicht, ist die Euphorie auf dieses besondere Ereignis immer sehr gross, es werden die Erwartungshaltungen masslos von Presse und Werbeabteilung geschürt und immer wieder Vergleiche zu Ihren besten Veröffentlichungen angeführt, und meist stehen auch hier auf Amazon schon nach wenigen Tagen massenhaft 5-Sterne-Bewertungen, die einen zum Glauben verleiten, dass man es wirklich bei Monster mit einem weiteren Klassiker aus der früheren Hitschmiede zu tun hat. Die Wahrheit sieht leider weitaus entspannter und recht wenig sensationell aus, da Kiss auf Monster zum grossteil ihren puren 70er-Jahre-Kiss-Sound verwalten und von Genialität keine Spur zu finden ist. Monster ist eher ein biederes Fleiss-Album geworden als ein vor echten Monsterriffs berstendes Hitalbum. Die Gitarren, die Song-Arrangements, die Produktion - einfach alles an dem Album wurde auf Siebziger Jahre getrimmt, das Album ist grob eine Mischung aus RocknRoll over(1976) mit einem Schuss Sonic Boom(2009) verfeinert - ganz klar ist die Absicht zu erkennen musikalisch wieder eindeutig zu den Ursprüngen der 70er-Jahre zurückzukehren. Anders als bei Sonic Boom hört man auf Monster so gut wie keine 80er oder 90er-Jahre-Anleihen. Die Gene Simmons-Songs haben sich dabei qualitativ nicht verändert zu Sonic Boom, dass Sie einem auf Monster besser vorkommen liegt daran dass auf Monster die Paul Stanley-Tracks eindeutig schlechter sind als auf Sonic Boom, und daher eine qualitätsmässig gewisse Annährung zu den Gene Simmons-Tracks statt fand. Die Produktion von Monster ist schön frisch und natürlich, leider haben die Gitarren keinen fetten Klang wie in den 80ern, sondern sind 70er-Jahremässig eher dünn. Die beiden einzigen Tracks die einen etwas an die 80er erinnern sind komischerweise gerade die beiden gesungenen Lieder von Eric Singer und Tommy Thayer. Von den gesamten Songs wurde auch aller Ballast weggenommen, sie wurden auf das wesentliche reduziert, so dass keine Sekunde zuviel zu finden ist, meist zwischen 3 und 4 Minuten lang, dadurch wird erreicht dass Monster ein sehr kurzweiliges Album wurde ohne musikalische ausschweifende Sperenzchen, man konzentriert sich auf das Wesentliche.

Es stimmt, dass keine Ballade vorhanden ist. Es stimmt auch, dass keine Füller vorhanden sind und es stimmt dass nach vorne rockender Rock n Roll geboten wird.
So wenig Ausreisser es nach unten gibt, so wenig Höhepunkte gibt es leider auch nach oben, nämlich gar keinen! Und das ist das Manko von Monster, gab es auf jedem Kiss-Album auch immer 1-2 Hits wie "Say Yeah","Psycho Circus","God Gave RocknRoll to You","Forever","Crazy Crazy Nights","Tears are Falling","Heavens on Fire","Lick it up","I love it loud" und auf den 70er-Alben sowieso massenweise Hits, so hat Monster eigentlich nur durchschnittliche Songs zu bieten ohne jegliche Hitambitionen, aber trotzdem wurde es ein Album das man schön ohne Langeweile durchhören kann.

Zu den Songs:
1: Die erste Stanley-Single "Hell or Hallelujah" ist eigentlich ein gewöhnlicher etwas schnellerer schmissiger Midtempo-Rocker. Mir persönlich gefällt der Refrain nicht besonders, weil er sich nicht richtig reimt - irgendetwas stimmt hier nicht für meine Ohren. Ansonsten vielleicht das härteste Stück des Albums. Man ist sofort im Album angekommen, allerdings nur etwas bessere Stangenware. Da gab es auch schon bessere Kiss-Opener mit mehr Esprit und Klasse 4/5
2: "Wall of Sound" ist ein typischer Gene Simmons-Song der etwas besseren Art 3/5
3: "Freak" ist der modernste Song des Albums. Ein wenig Alternativ-angehaucht, könnte "Freak" auch gut vom letzten Solo-Album von Paul Stanley stammen 4/5
4: "Back to the Stone Age" ist wieder ein etwas besserer Gene Simmons-Song mit einem ganz anständigen Refrain 3/5
5: Bei "Shout Mercy" gibt es einen ganzen Haufen 70er U-Hu-Chöre zu vernehmen. Ein Stanley-Song der ziemlich penetrant daher kommt 3/5
6: "Long way Down" ist ein melancholisch angehauchter Stanley-Rocker, nichts besonderes 3/5
7: "Eat your Heart out" ist der rockigste der 4 Simmons-Tracks mit einem recht ansprechenden Refrain, gefällt mir am besten von den Simmons-Songs 3/5
8: Dafür ist das etwas düstere konfuse "The Devil ist me" der schlechteste Album-Track 2/5
9: Das von Tommy Thayer gesungene "Outta this World" erinnert mich am ehesten an die 80er. Toller Songs mit schönem Refrain, tollen Riffs und knackigem Solo ausgestattet - definitiv ein erfrischender Höhepunkt des Albums 4/5
10: Auch das von Drummer Eric Singer gesungene "All for the Love of RocknRoll" weiss auf klassische Art zu überzeugen 4/5
11: Das bedrohlich beginnende "Take me down Below" wird von Simmons/Stanley gesungen - von der Stimmung her eher ein düsterer Simmons-Song. Wegen des wirklich guten positiven hymnenhaften Refrains ist der Song aber doch sehr gelungen 4/5
12: Zum Schluss noch ein Stanley-Party-Song namens "Last Chance", der wohl an "Say Yeah" vom letzten Album anschliessen sollte - erreicht aber nie dessen Niveau - trotzdem nicht schlecht 3/5

Insgesamt ein schnörkelloses Kiss-Album, das stilistisch klar auf die 70er-Jahre abzielt. Kiss waren eigentlich bis Mitte der 90er immer eine innovative Band, die sich vielen Trends nicht verschlossen hat, sondern immer versucht hat Ihren Sound neu zu erfinden. Das man keine Trend-Anbiederei mehr nötig hat und sich wieder auf seine Wurzeln besinnt ist nachvollziehbar, auch wenn man bei weitem keine Hitdichte wie damals nachweisen kann, so hat man doch ein rockiges Keyboardfreies kurzweiliges Album geschaffen, das vermutlich keine neuen Fans hinzugewinnen wird, dafür aber die meisten alten Fans wenigstens halbwegs zufrieden stellen wird. Monster ist auf jeden Fall besser als es die letzten Alben Ihrer grossen Konkurrenten von AC/DC, Iron Maiden, Judas Priest, Motley Crüe, Whitesnake oder auch Aerosmith waren. Das Album hat kaum Höhen und Tiefen, es liegt irgendwo qualitativ zwischen 3 + 4 Sternen. Allerdings fehlt irgendwie der Dampf und die Schnelligkeit, vieles dümpelt doch ein wenig verloren vor sich hin, weil die meisten Songs eben im Midtempo angesiedelt sind und Abwechslung nur bedingt vorhanden ist. Jeder Song für sich alleine gehört hat seine Daseinsberechtigung, allerdings alles hintereinander gehört wirkt es auf Dauer belanglos, eintönig und langweilig. Das Problem an Monster ist, dass es eigentlich keinen Grund gibt das Album jemals wieder aus dem CD-Schrank heraus zu holen, wenn es dort erst einmal einsortiert wurde. Es gibt zwar andere Kiss-Alben, die auch nicht besser sind als Monster, aber die zieht man irgendwann mal wieder hervor, weil man sich an deren Hits zurückerinnert und man diese wieder einmal hören möchte; wie zum Beispiel Asylum(1985) mit "Tears are falling" und "Uh! All Night" oder Hot in the Shade(1989) mit "Hide your Heart" und "Forever", bei Monster führt diese Rückbesinnung auf alte Hits die man wieder mal gerne hören möchte allerdings völlig ins Leere. Natürlich geniesst Monster im Moment noch den Sonderstatus des letzten Kiss-Albums, aber falls noch mehr Alben kommen sollten, dann wird Monster nichts anderes als ein Platzhalter in der Geschichte sein. Das ist schade, denn verdient hätte es dieses Album ohne jeden Ausfall eigentlich nicht.

Da Kiss langsam älter werden, spekuliere ich nun etwas über die Zukunft von Kiss. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Kiss so eine Art Casting-Show alla DSDS ins Leben rufen, in der Kiss Ihre potentiellen Nachfolger selbst aussuchen. Mit den Masken wäre das ja durchaus machbar, und Kiss betonen ja immer selbst, dass Kiss auch mit anderen Musikern unter der Maske weiter existieren könnten. Dann geht man nochmal gemeinsam auf Tour(Alte Kiss + Neue Kiss), neue Kiss geben unter der Obhut von Simmons/Stanley ein Einstands-Album heraus, alte Kiss Ihr Abschieds-Album - so könnte das Erbe geordnet übergeben werden und Kiss nochmal kräftig zum Schluss absahnen. Das die neuen Kiss auf Dauer Erfolg haben würden, glaube ich zwar nicht - aber so könnte ich mir die nächsten Jahre vorstellen dass das abläuft.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 9, 2013 4:33 PM CET


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