Profil für Rhinoman > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Rhinoman
Top-Rezensenten Rang: 8.995
Hilfreiche Bewertungen: 719

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Rhinoman (Rinteln)

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30
pixel
Slippery When Wet (Special Edition)
Slippery When Wet (Special Edition)
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 13,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser Melodic-Rock-Meilenstein, 12. März 2013
1986 kamen im Melodic-Rock-Genre die 2 grandiosesten Scheiben fast zeitgleich auf den Markt, nämlich The Final Countdown und Slippery when Wet, die bis heute Ihresgleichen suchen. Bon Jovi hatten es endlich geschafft die ideale Symbiose zwischen Eingängigkeit und rauem Rock zu finden, die sich in so genialen Kompositionen "Living on a Prayer" und "You give Love a bead Name" wie wiederspiegelt. Im übrigen fand ich auch dass die anderen hart rockenden Songs "Let it Rock", "Raise your Hands" und "Id died for you" der Hammer waren, die nicht viel hinter den bekannten Gassenhauern zurückblieben. Gut, mit "Social Disease" und "Without Love" waren auch 2 durchschnittliche Songs vertreten, aber der Rest hatte es wirklich in sich. Was soll man gross sagen, grosser Stadion-Rock vom allerfeinsten, und auch super fürs Radio geeignet, warum man von diesem Weg wieder abkam, kann ich nicht nachvollziehen. Hört Euch doch mal What about Now(2013) und Slippery when Wet hintereinander an - na, welches der Beiden ist besser?
Klar, die ewig Gestrigen, die einfach nicht wahrhaben wollen, dass wir heute 27 Jahre weiter sind und man solche Musik einfach nicht mehr spielt - ist das eine Frage ? - Heute spielt man völlig belangloses harmloses Pop-Rock-Gedudel mit enorm hohen Balladenanteil. Ich würde gerne wieder die rockenden Bon Jovi hören, das ist ja keine Frage der Zeit oder von Entwicklung - sondern einfach ob die Band das wieder machen will oder nicht. Balladen machen Ihr aber offensichtlich heute mehr spass als ordentlich abzurocken.
Slippery when Wet war auf jeden Fall ein grandioser unerreichter Meilenstein in diesem Genre und es ist sehr schade dass es nicht mehr die Möglichkeit gibt dem etwas ähnliches von der Band folgen zu lassen.


These Days
These Days
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 5,42

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ab diesem Balladen-Album fing der Absturz an, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: These Days (Audio CD)
Ich sehe ein, dass man These Days aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann - ich betrachte es als Bon Jovi-Kenner, der sich ab dem ersten Album bei Veröffentlichung jedes Bon Jovi-Album gekauft hat, nachdem aber schon auf dem Vorgänger eine gewisser Umbruch zu hören war zu weicherer modernerer Rockmusik, hat man es bei These Days fast mit einem reinen Balladen-Album zu tun. Mit echtem Hardrock hatte das nur noch am Rande was zu tun - ich hätte mir Bon Jovi zu dieser Zeit nur noch schlecht auf einem Metalfestival vorstellen können zusammen mit anderen etablierten Metal-Acts - wobei damals eine insgesamt komische Zeit für Hardrock und Heavy Metal war, es ist ja vieles damals aus dem Ruder gelaufen und war für den Normalen Hardrock/Heavy Metal-Fan nicht mehr nachvollziehbar.

Nachdem man mit den Balladen auf Keep the Faith sehr erfolgreich war und dann auch mit "Always" von der Best of Crossroads einen Riesenerfolg hatte, war es nur logisch, dass man hinter dem schnellen Geld her rennt und sich ausverkauft indem man fast ein vollständiges Balladen-Album machte. Das war natürlich für jeden Altfan wie ein Schlag ins Gesicht, allerdings die Scorpions oder auch Gotthard gingen ja den selben Weg - es war also kein Alleinstellungsmerkmal in dieser Zeit. Die Balladen auf These Days allerdings noch nicht mal Powerballaden, sondern hatten zu meist einen recht traurigen und melancholischen Anstrich.
Dabei fängt das Album eigentlich noch recht vielversprechend mit dem chaotischen rauen Rocker "Hey God" an, und geht mit "Something for the Pain" auch sehr gut weiter, unter den restlichen Songs ist aber nur noch das belanglose "Damned", das keine Ballade darstellt. Nicht dass die Songs schlecht wären - mit "This aint a love Song", "These Days", "Lie to me" und "Something to Believe in" hatte man ja auch genügend Hits am Start, die den eingeschlagenen Weg mehr als bestätigten - trotzdem waren es nicht mehr meine Bon Jovi, die geniale Stadion-Hymnen zum mitgröhlen auf die Menschheit losliessen. Ab diesem Album gab es bei mir so einen Knacks, dass die Band und ich inzwischen keine gemeinsame Schnittmenge mehr hatten, deswegen holte ich mir auch kein nachfolgendes Album mehr und interessierte mich nicht mehr für die Band. Das Songmaterial war gut, hatte aber so gar nichts mehr zu tun mit Slippery when Wet oder New Jersey - ich frage mich oft ob Bon Jovi vielleicht schon vorher gar keinen Bock auf Rock hatten, und nur einem Trend hinterhergehechelt sind, Sie aber schon von Anfang an viel lieber nur Balladen geschrieben hätten ??? - Viele kommen jetzt mit Reife und Weiterentwicklung einer Band -- ich weiss bis heute nicht was das eigentlich genau bedeuten soll. Klar bekommt man eine gewisse Routine im Songschreiben und man beherrscht sein Intrument immer besser, es wird aber auch gleichzeitig immer schwieriger sich brauchbare Ideen aus dem Hirn zu winden, weil man das naheliegenste ja schon längst komponiert und verbraten hat. Und warum man zwangsweise immer weicher werden muss bei dieser sogenannten Weiterentwicklung erschliesst sich mir auch nicht wirklich. Motörhead und Saxon sind älter als Bon Jovi, und wenigstens im Moment auch nicht softer und weicher als zu Ihren Anfängen - warum nagt dann der Zahn der Zeit an Bon Jovi, dass man sich nur noch mit Wander-Gitarre auf die Bühne stellen kann und einen Schmachtfetzen nach dem Nächsten auf das Frauen-Publikum loslassen muss - man schämt sich ja als Altrocker mittlerweile auf ein Bon Jovi-Konzert zu gehen. Ein tanzender Bon Jovi, mit der Akkustik-Gitarre umhängt - nee, das ist es einfach nicht mehr.
Um nochmal auf These Days zurück zu kommen - jede der 9 Balladen für sich genommen ist mal mehr, mal weniger gut - aber in dieser Masse fühle ich mich davon einfach erschlagen. Die hätten bei mir noch für die nächtsen 4 Alben gereicht, wenn man den Rest des Albums ordentlich abgerockt hätte.

Vielleicht können einige von Euch nachvollziehen was ich meine.


Bon Jovi (Special Edition)
Bon Jovi (Special Edition)
Preis: EUR 10,99

4.0 von 5 Sternen Gutes rockiges Debutalbum, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Bon Jovi (Special Edition) (Audio CD)
Damals als Vorgruppe von Kiss auf dieses erste Album aufmerksam geworden, habe ich es mir sofort gekauft. Solider Radio-Rock mit vielen Keyboards garniert, einem herausragenden Gitarristen und einer tollen Stimme gesegnet. Die Songs sind fast allesamt Ohrwürmer und gehen einem sofort ins Ohr, obwohl manche Stellen noch etwas unbeholfen naiv wirkten, was das Ganze aber umso sympathischer machte. Die Songs hatten alle einen ordentlichen Groove, und mit dem Gassenhauer "Runaway" hatte man schon einen richtigen Gassenhauer im Repertoire. Aber auch "Breakout", "Shot through the Heart" und das weichliche "She dont know me" hatten durchaus Hitpotenzial und waren sehr Radiotauglich - aber radiotauglich auf rockige Art und Weise und nicht wie heute ein Heulsusen-Song jagt den Nächsten. Im Grunde kann ich nichts negatives gegen dieses Debut sagen, allerdings fällt der Abschluss-Song gegenüber dem Rest etwas ab. Ein durchaus hochklassiges Debut einer Band die Geschichte schrieb.


7800 Fahrenheit
7800 Fahrenheit
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 9,13

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Wegbereiter zum Megaseller Slippery when Wet, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: 7800 Fahrenheit (Audio CD)
Ich möchte hier als erstes mal klarstellen, dass ich nicht zu dieses Nachkäufern gehöre, die dieses Album als fehlendes Letztes für Ihre vollständige Bon Jovi-Sammlung kaufen, sondern dass ich bereits das Debut-Album 1984 gekauft habe, weil ich auf Bon Jovi aufmerksam wurde als Vorgruppe der damaligen Kiss-Tour. Und 7800 Fahrenheit habe ich mir nach Veröffentlichung 1985 zugelegt und muss sagen, dass es gegenüber dem an tollen Songs gespickten Debut schon eine kleine Enttäuschung war. Nicht, dass das Album schlecht wäre, aber es war nochmals sehr viel poppiger ausgefallen als erhofft - Keyboards waren auch schon auf dem Debut jede Menge vorhanden, aber die Produktion war so auf Mainstream und harmlosen Pop-Rock getrimmt, dass es dem Album quasi die Eier abschnitt. Trotzdem gibt es aber auch sehr viel brauchbares auf dem Album zu hören:

1: "In and out of Love" ist eine schöne eingängige Rock-Hymne, die sich auch vor den Slippery when Wet-Hits nicht zu verstecken braucht 5/5

2: "The Price of Love" rockt auch ganz ordentlich ab und lässt das Album schwungvoll und relativ hart beginnen 4/5

3: Mit der Pop-Rock-Halb-Ballade "Only Lonely" wird das Album dann aber sehr viel gemässigter und man merkt regelrecht wie man sich an den Radio-orientierten Mainstream-Markt anbiedert - der Refrain ist ein ganz schön lasches Gesülze - kein schlechter Song, aber die Grenze zu echtem Rock wird hier durchbrochen 3/5

4: "King of the Mountain" soll dann wieder die härtere Seite Bon Jovis hervorheben - hat so ein bisschen was von Queens "We will Rock you" -- stellt aber letztendlich nur ein laues Lüftchen dar - irgendwie so Möchte-gern-Hardrock für Teenies 3/5

5: Beim arg plüschigen und verträumten "Silent Night" kann man zum ersten mal die Balladen-Seite in Ihrer äussersten Ausprägung von Bon Jovi erleben - es folgen in diesem Stil(vielleicht nicht ganz so plüschig) ja noch massenweise Balladen in den folgenden Jahrzehnten - das hier ist die erste davon - allerdings noch steigerungsfähig, was Sie ja später auch zeigen, dass Sie es besser können - trotzdem nicht übel 3/5

6: Mit japanischer Folklore beginnend ist "Tokyo Road" ein echter Hardrock-Song ohne Firlefanz oder aufgehübschter Attitüde - so hätte ich Bon Jovi gerne öfter gehört - man möchte beim Hören des Songs fast sagen - "Sie können es doch, wenn Sie nur wollen" - für mich der härteste Song von Bon Jovi überhaupt - aber trotzdem eine echte stilvolle Stadion-Hymne zum mitgröhlen - Super Song und (echter) Hardrock vom Feinsten 5/5

7: "The hardest Part is the Night" ist dann wieder eine nette Radiogeeignete weichere Melodic-Rock-Hymne mit, die ohne Zweifel schön anzuhören ist und einen Höhepunkt des Albums darstellt 4/5

8: "Always run to you" ist irgendwie ein recht belangloser langweiliger Rock-Song mit einem relativ naiven, fast schon nervendem Refrain - der Song lebt nur von seinen hart rockenden Versen - ich kann dem Teil nicht viel abgewinnen 2/5

9: "To the Fire" ist der absolute Tiefpunkt des Albums - von Keyboard getragen und mit einem komischen Schlagzeugrythmus daherkommend nervt mich dieser Song eigentlich nur mit seinem penetranten plüschigen Refrain - der Song wird vom Keyboard regelrecht zugekleistert - geht gar nicht - einer der langweiligsten Songs, die ich je gehört habe 1/5

10: "Secret Dreams" kann zumindest zum Abschluss mit einem sehr eingängigen schönen, fast Kanon-artigen langgezogenen, etwas verträumten Refrain überzeugen, der den gesamten Song trägt - ein zufriedenstellender Abschluss 4/5

Fazit:
Man hat hiermit den Weg geebnet zum Mega-Seller Slippery when Wet, der vom Stil her nicht viel anders ausgefallen ist als 7800 Fahrenheit, allerdings wesentlich niveauvoller, reifer und treffsicherer. Auf 7800 Fahrenheit sind schon alle typischen Bon Jovi-Trademarks vorhanden, allerdings teilweise noch etwas zu naiv und stellenweise zu plüschig umgesetzt, ein wenig mehr kreischende Gitarren und ein paar hart rockende Riffs mehr, hätten dem Album gut getan. Trotzdem hat das Album seine Momente und stellt zumindest die neueren Bon Jovi-Alben in den Schatten, auch wenn es das vermeintlich schlechteste der ersten 5 Bon Jovi-Alben ist.


No Remorse
No Remorse
Preis: EUR 32,80

5.0 von 5 Sternen Best of / Raritäten-Album mit 6 neuen Songs, 11. März 2013
Rezension bezieht sich auf: No Remorse (Audio CD)
No Remorse ist nicht nur eine Best of-CD von Motörhead, sondern auch gleichzeitig eine Raritäten-CD seltenem überraschend hochwertigem Material und auch ein halbes neues Studio-Album mit immerhin 6 neuen Songs(auf Orgasmatron gab es auch nur 9 Songs), wenn man die beiden Under the Knive-Versionen der Bonus-Songs mit dazu nimmt(es gibt aber gar keine aktuellere Album-CD-Version mehr ohne diese Bonus-Songs) - vom Stil her passen die neuen Lieder allesamt ins rüde punkige Konzept das Nachfolge-Studio-Albums Orgasmatron(1986). von den 29 Songs waren genau 14 auf den bisherigen Motörhead-Studio-Alben vertreten, 2 stammen von Another Perfect Day(1983), 1 von Iron Fist(1982), 3 von Ace of Spades(1980), 2 von Bomber(1979), 4 von Overkill(1979) und 2 vom Erstwerk Motörhead(1977)(wobei hier die Live-Versionen vom No sleep til Hammersmith-Live-Album(1981) genommen wurden, die sich einfach härter, schneller und zeitgemässer anhören. Für die Zusammenstellung der Songs zeichnete sich hauptsächlich Lemmy Kilmister persönlich aus, was auffällt, dass nicht nur die Singles genommen wurden, sondern oft die persönlichen Lieblings-Songs von Lemmy Kilmister, dadurch bleiben aber aber auch Songs wie "Dead Men tell no Tales","Poison","America","Heart of Stone" oder auch "I got mine" vom letzten Album auf der Strecke. Aber die ganzen Raritäten, nämlich die Single-B-Seiten und einige Songs der Kooperationen mit Girlschool und Wendy o Williams können sich durchaus mehr als nur hören lassen und auch die ersten Motörhead-Singles "Louie Louie" oder "Leaving Here" sind sehr gut gelungen. Natürlich fehlen auch bei den B-Seiten einige Songs, wie die superbe "Bomber"-B-Side "Over the Top" oder "Dirty Love" als "Ace of Spades"-B-Seite - zu verschmerzen ist dies allerdings bei der sonstigen Hochwertigkeit des Albums. Besonders "Killed by Death" sticht ja im besonderen bei den 6 neuen Songs heraus, der ja auch zu recht als Single ausgekoppelt wurde und aus dem Live-Programm Motörheads nicht mehr wegzudenken ist.
Ein Motörhead-Album, dass sehr gut zum Einstieg oder mal reinschnuppern geeignet ist, aber auch jeder Motörhead-Fan kommt nicht drum herum sich dieses pralle Sahneteil irgendwann einmal zuzulegen. Da allerdings die alten Songs nicht frisch gemixt wurden, hat man den Effekt, dass die Produktion der einzelnen Songs sehr unterschiedlich ausgefallen ist, hört Euch nur mal auf Seite 1 "Dancing on your Grave" und danach "Metropolis" an.
Insgesamt aber ein überaus interessantes Album, das viele Facetten hat. Und vielleicht ist es auch gerade diese Unterschiedlichkeit, die dieses Best of/ Raritäten-Album mit 6 ganz neuen Songs zu etwas besonderem machen.


What About Now (Limited Deluxe Edition im Digipack inkl. 4 Bonustracks)
What About Now (Limited Deluxe Edition im Digipack inkl. 4 Bonustracks)
Preis: EUR 14,13

8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Übelster seichter Hausfrauen-Pop-Rock, 10. März 2013
Wer die ersten 4 Bon Jovi-Werke verehrt, der kann mit diesem Schlagerartigen harmlosen rumgesäusel überhaupt nichts anfangen - zum Teil wird sogar eine gewisse Lagerfeuer-Romantik verbreitet. Es sind ja noch nicht mal ein paar Powerballaden drauf im Stile von "Ill be there for you". Klar, wer die letzten Alben Lost Highway, Have a nice Day oder The Circle als gut befindet, der wird auch What about now zu schätzen wissen und seine Freude daran haben - wer aber auf wieder etwas rockigere Bon Jovi gehofft hat, der wird abermals bitter enttäuscht werden, so wie ich. Man wird eingelullt von weichgespültem Hausfrauen-Rock, der jegliche Härte und Authenzität der früheren Zeiten vermissen lässt. In der Werbung wird aber immer wieder auf die stilprägenden Alben der Anfangszeit eingegangen und damit Vergleiche heraufbeschworen, die keinerlei Sinn ergeben, weil die Musik eine ganz andere mittlerweile geworden ist. Die ersten 3 Songs mit Ihrem Bruce Springsteen-Flair sind die Höhepunkte des Albums, danach folgen einen Haufen langweiliger harmloser Lagerfeuer-Balladen und mit "Thats what the Water made me" und "Beautiful World" gibt es noch 2 weitere mittelprächtige Pop-Rock-Songs zu bestauenen. Ich will das Album jetzt nicht unbedingt schlecht schreiben, aber bei mir bleibt nicht ein Song im Ohr hängen - für mich unterstes an den Mainstream anbiederndes harmloses Pop-Rock-Zeug, wo bestimmt kein Song als neuer Klassiker zu sehen ist, der zukünftig zwangsweise im Live-Programm stehen müsste. Eine herbe Enttäuschung und eine Ohrfeige ist dieses Album für jeden, der auch nur ansatzweise auf Rock-Musik steht. Gut - so richtig schlecht ist What about now nicht, es ist sogar so belanglos, dass es noch nicht mal mehr nervt - man kann es bei jeder Tätigkeit(Autofahren, Fensterputzen, im Arbeitszimmer arbeiten usw.)als nicht störende Hintergrund-Musik nutzen, aber echte wohlige Gefühle oder gar Begeisterung bleiben totale Fehlanzeige. Ich habe mir seit langer Zeit wieder mal ein Bon Jovi-Album gegönnt, weil ich Sie früher echt gut fand - es wird das Letzte gewesen sein - das Geld zum Fenster rausgeworfen.

Mit Slippery when Wet und New Jersey haben Bon Jovi neben Europes The Final Countdown die genialen Referenz-Alben geschaffen im Melodic-Rock-Genre. Da darf man denke ich schon mal nachfragen warum die Band nun ganz andere Musik macht. Die Band wird Ihre Gründe haben und Sie werden wohl das machen, was Ihnen mittlerweile am meisten Spass macht - am Alter wird es wohl nicht liegen, es gibt genügend noch wesentlich ältere Bands(Motöread, Saxon, AC/DC) als Bon Jovi, die auch noch richtig rocken können. Es gibt sicherlich viele Menschen, die die jetztige Musik von Bon Jovi sehr zu schätzen wissen, dass sind aber meist nicht mehr dieselben Fans aus der Anfangszeit. Bon Jovi waren 1984 auf der Kiss-Tour die Vorgruppe und so habe ich mir 1984 das Debut-Album gekauft und danach bei Erscheinen auch alle anderen Alben bis These Days(womit für mich der Tiefgang begann, wobei die vielen Balladen damals qualitativ noch wesentlich gehaltvoller waren als heute). Ich höre seit 33 Jahren(1980) diesselbe Musik und bin in meinen Hörgewohnheiten auch nicht weicher geworden, also wer mir hier irgendwas von Reife und natürlicher Entwicklung erzählen will und das es ja klar ist, dass Bon Jovi nicht mehr rocken wie in der Anfangszeit, der ist bei mir an der falschen Adresse, Alter ist doch kein Grund, dass man nicht mehr rocken kann! - Hinzu kommt, dass die Musik technisch(Schlagzeug, Gitarren) total einfach gehalten ist, so dass es wirklich kein Problem ist solche Lagerfeuermusik zu komponieren - geniale Sachen sind ja eh wieder keine dabei. Man komponiert hier auf einfachste Art und Weise ein neues Studio-Album, dass sich auf jeden Fall bei der Vergangenheit wieder millionenfach verkauft - wäre What about now das Album einer anderen unbekannteren Band gewesen, dann würde es doch gnadenlos untergehen. Es würde zumindest mehr Engagement und Hingabe erfordern wieder ein Album mit echten Rockhymnen zu verfassen. Überhaupt sehe ich Bon Jovi nur noch als lächerliche Farce - es ist ja in Wahrheit nur noch eine Solo-Projekt des Namensgebers + Begleitband. Wenn ich den guten Jon Bongiovi auf der Bühne sehe wie er breitbeinig da steht mit der grossen akkustischen Wandergitarre vor dem Bauch, im Hemd, die Ärmel offen und die Brust herausschauend(die aussieht als hätte er sich Silikon-Implantate einsetzen lassen), ab und zu tanzend, dann wieder betont rockig in Lederweste bei bestimmten härteren Songs - dann kommt mir das ganze vor wie ein Schmieren-Theater oder auch wie ein Musical. Klar, bei den Konzerten selbst wird man von den anderen 40.000 Leuten mitgerissen und hat einen schönen Konzerttag, aber wenn man das ganze mal auf DVD anschaut, dann merkt man erst richtig wie albern das ganze inzwischen eigentlich ist. Viele werden das anders sehen, was auch vollkommen in Ordnung ist, weil eben alles Geschmackssache ist, aber für mich ist das alles nichts mehr und ich komme mir irgendwie vereppelt vor von der Band, besonders noch wenn Herr John Bongiovi selbst die härteren Hits total verweichlicht singt ohne mal etwas rauer und härter zu schreien, so wie früher. Bon Jovi können ja machen was Sie wollen, und auch Musik schreiben wie sie Lust haben, daran kann ich nichts kritisieren, das gehört zur künstlerischen Freiheit, allerdings hat man auch eine gewisse Fürsorgepflicht seinen alten Fans gegenüber, die natürlich enttäuscht sind. Es ist einfach inzwischen eine andere Band geworden, deren Schnittmenge nicht mehr mit meiner übereinstimmt. Ich finde aber auch einige 5-Sterne-Rezensionen sehr sonderbar, wenn ich beispielsweise lese, dass das neue Album gespickt sein soll mit massenweise Rockhymnen, genau so wie man es von Bon Jovi erwartet - dann frage ich mich echt was das soll - da schreiben doch absolut Ahnungslose. Nochmal, wer auf die alten Bon Jovi der ersten 5 Alben steht und sowas vom neuen Album erwartet, auf jeden Fall Finger weg. Und beim nächsten Album werden Live von diesem Album, ausser vielleicht "Because we can", keine Songs mehr vorhanden sein. Die ganzen Eckpfeiler eines jeden Bon Jovi-Konzerts sind doch die alten Gassenhauer aus den ersten 5 Alben, aber hier wird grossartig behauptet das die Zeiten vorbei wären für solche Musik - dann stellt Euch doch mal die Konzerte vor ohne diese Gassenhauer. Das ist es doch, wodurch Bon Jovi berühmt wurden und was die Band ausmacht.

Man kann dem Album seine Daseinsberechtigung nicht abstreiten, weil es offenbar genügend Leute gibt, die genau das gebotene Hören wollen. Für Jemanden, der abermals auf ein Album wie Slippery when Wet oder New Jersey hofft ist dieses Album gänzlich ungeeignet. Man muss objektiv sagen, dass sich der Bon Jovi-Musikstil im Laufe der Jahre wirklich erheblich gewandelt hat - für manche zum Guten, für Viele jedoch zum Schlechten. Mit Hardrock hat dieses Album zumindest gar nichts mehr zu tun.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 17, 2013 5:27 PM CET


Sacrifice
Sacrifice
Preis: EUR 17,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein frisches knackiges Heavy Metal-Geschoss, 1. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Sacrifice (Audio CD)
Nach den beiden letzten eher lauen Saxon-Alben Call to Arms(2011) und Into the Labyrinth(2009), auf denen neben einigem hochkarätigem Material(Hammer of the Gods, Call to Arms, Chasing the Bullet, Batallions of Steel, Live to Rock, Valley of the Kings) leider viele Füller vorhanden waren, war man nun sehr gespannt, was einen bei Sacrifice erwarten würde. Sänger Peter Byford behauptet ja in den Interviews unentwegt, dass wieder verstärkt wert auf Rauheit und traditionell althergebrachte Saxon-Tugenden gelegt wurde - aber behauptet er das nicht bei jeder neuen Saxon-Veröffentlichung ? Beim durchlesen der Songtitel, wie auch der Songtexte zu Sacrifice, wird sofort klar, dass man hier das vorherrschende Metal-Klischee voll bedient - Manowar hätten keine besseren Songtitel(z.B."Stand up and Fight", "Warriors of the Road", "Wheels of Terror") auswählen können, wobei der Inhalt der Texte sich doch meist um sinnvolle ernste Themen dreht. Die Produktion nahm diesmal Band-Chef Peter Byford selbst in die Hand, unterstützt von Andy Sneap. Überhaupt hat ja das eigentlich alleinige Sagen in der Band seit den Abgängen der Ur-Mitglieder Steve Dawson(1986) und Graham Oliver(1995) nur noch das charismatische alleinige Band-Aushängeschild Peter Byford in der Hand, weil Band-Mitbegründer Paul Quinn sich freiwillig ins zweite Glied begibt und auch der Rest der im Laufe der Jahre angeheuerten Band-Mitglieder eher Ja-Sager und Mitläufer sind, wobei ich damit nich sagen will dass es grundsätzlich schlecht für eine Band ist, wenn das Sagen nur bei einer Person liegt und nicht bei mehreren Gleichberechtigten gleichzeitig - das klappt ja auch bei anderen Bands relativ gut, wie Whitesnake, Grave Digger oder AC/DC(hier hält Malcolm Young die Fäden in der Hand), wobei die Musik bei Saxon zusammen geschrieben wird - es ist nun mal eine Tatsache und vielleicht auch perfekt so. Für die Produktion neben Peter Byford beauftragte man Andy Sneap, der einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde durch seine rundum gelungene Produktion der letzten beiden Accept-Scheiben. Auch auf SACRIFICE bekommt man diesen brilliant fetten knackigen Breitband-Hochglanz-Accept-Sound zu hören, der hier natürlich auf die passende Saxon-Klangwelt angepasst wurde. SACRIFICE ist für mich das Album, dass sich seit Unleash the Beast(1997) wieder am allertypischsten durchgehend nach echten Saxon-Kompositionen und purem Saxon-Sound anhört, ohne moderne Trendanbiederungen - es hört sich aber trotzdem alles frisch und unverbraucht an. Auch die Stimme von Sänger Peter Byford kommt geewohnt kraftvoll und wieder etwas verjüngt daher, die Gitarren braten so richtig an allen Ecken und Enden, dass es eine wahre Freude ist(auch hier ein grosses Kompliment an Doug Scarrat und in erster Linie an Urgestein Paul Quinn) - in der Art könnten Saxon noch ein paar weitere Alben nachlegen, endlich fühlt man sich als Saxon-Fan wieder zu Hause. Wobei mir nach wie vor der prägnante pumpende Bass von Steve Dawson fehlt. Irgendjemand müsste ein Basser Timothy Carter darauf aufmerksam machen, dass man mit einem Bass auch richtige Töne, Melodie-Linien oder Bassläufe spielen kann, und es nicht nur als Instrument zu benutzen ist, um einen undefinierbaren Klangteppich zu erzeugen oder als wummernde Hintergrundmusik zu dienen. Es fällt ja Live und auch auf Platte kaum ins Gewicht ob Timothy Carter nun mitspielt oder nicht, als eigenes Instrument ist er jedenfalls nicht herauszuhören.
Letztendlich ist das brachiale SACRIFICE ein Paradebeispiel dafür wie sich ein Heavy Metal-Album anzuhören hat - man bekommt ein furioses Feuerwerk an Heavy Metal geliefert.

Es wurde ja lauthals von Sänger Peter Byford betont wieder Back to the Roots zu gehen, wobei damit im Normalfall die 3 Alben Wheels of Steel(1980), Strong Arm of the Law(1980) und Denim and Leather(1981) gemeint sind. Dabei wird so getan, als wenn es total simpel wäre wieder mal so ein Album wie damals zu machen, weil Saxon gerade jetzt einfach mal wieder aus dem Bauch raus Lust dazu hatten so zu klingen wie einst - ich frage mich bei solch fragwürdigen Aussagen immer auf was Saxon dann eigentlich bei den letzten 10 Studio-Alben Lust hatten, auch weil sich die Aussagen vor fast jedem Album davor ziemlich ähnelten - fast immer gab es bei den Alben bisher querverweise auf die Erfolgs-Alben und die Anfangsphase der Band. Aber diese alte Gruppendynamik, in der die Erfolgs-Alben der Anfangsphase entstanden, ist doch eh unwiederbringlich verloren ohne den Grossteil der Original-Mitglieder(die sich mit Motorbiker ziemlich blamierten), inzwischen schreiben Saxon eben Songs in anderer Besetzung und somit zwangsweise auch etas andere Songs, weil Basser Timothy Carter und Gitarrist Doug Scarrat einfach anders ticken und eben auch modernere Einflüsse miteinbrachten als die Urmitglieder und daraus zwangsläufig etwas andere Songs entstehen müssen. Aber letztendlich bin ich mir noch nicht mal so sicher ob im heute und jetzt tatsächlich noch mal Jemand so ein Album haben möchte mit den kurzen Spielzeiten von deutlich unter 40 Minuten oder der eher antiquierten Produktion, wobei natürlich die Qualität der damaligen Songs ausser Frage steht - alleine die 3 genannten Titel-Songs suchen Ihresgleichen. Und letztendlich sind sich Saxon im Prinzip vom Stil her gesehen bis auf wenige Ausnahmen(Destiny 1988) immer treu geblieben und haben niemals all zu weit von Ihren Ursprüngen entfernt, wie beispielsweise Judeas Priest oder auch Iron Maiden dies getan haben. Ab Metalhead(1999) hat man eben auch versucht dezent etwas modernere Harmonien in einige Songs einfliesen zu lassen um dem Zeitgeist Rechnung zu tragen. Und so ist auch SACRIFICE kein antquiertes altbackenes 80er-Heavy Metal-Album geworden, sondern ein zeitloses, frisches, raues und knackiges Musikwerk, dass sich im Hier und Jetzt abspielt.

SACRIFICE kommt von der Machart und seinem fetten Sound her, Metalhead(1999) als Vergleich am nächsten, dazu kommt noch ein gehöriger Schuss aus Unleash the Beast(1997) und Solid Ball of Rock(1991), und fertig ist ein weiteres kurzweiliges, durchdachtes, brachiales und prächtiges Saxon-Album, herausragend ist darüber hinaus die unheimlich klare und fette Produktion. Der grosse positive Unterschied zu den 2 Vorgänger-Alben ist einfach der, dass es auf SACRIFICE keine Füller oder wirklich schwachen Songs zu hören gibt, es hört sich alles hochklassig wie aus einem Guss an - überhaupt kommt es mir so vor, als hätte man wieder mehr Wert auf Details gelegt und das Album mit seinen 9 echten Songs akribisch ausgearbeitet. Auch zu moderne Soundanbiederungen und orchestrale überproduzierte Passagen sucht man auf SACRIFICE vergebens - SACRIFICE ist ein pures Heavy Metal-Album mit ein paar Hardrock-Anleihen geworden, veredelt durch die nöhlige, prägnante und unverwechselbare Stimme von Sänger Peter Byford - also genau das, was Saxon bisher immer in ihren stärksten Momenten ausmachte, und das, wofür die Fans Saxon am meisten seit 33 Jahren schätzen. Man merkt dem Album wieder eine gewisse Lust und Leidenschaft an, eine Aufbruchstimmung, die ich auf den letzten Alben etwas vermisste. Der kontinuierlich wachsende Erfolg der letzten Jahre hat sich wohl in positivem Feeling auf die Kompositionen ausgewirkt. Ich kann den grossen Erfolg vom Vorgänger Call to Arms nicht so ganz nachvollziehen, weil neben einiger starker Songs eben auch einige belanglose Füller gegenüberstanden und das positive Bild eigentlich sofort wieder egalisierten, aber anscheinend hat man diese Hoch- und Erfolgsstimmung auf SACRIFICE herüberretten können. Die Songs auf SACRIFICE sind wieder intensiver und prägnanter geraten und bleiben besser im Gehör hängen, auch die abwechslungsreichen eingängigen Mittelteile und Gitarrensolos sind diesmal perfekt gelungen und nicht nur als Beiwerk oder notwendiges Übel anzusehen - man kann das Album ohne Langeweile in einem Zug mit Genuss durchhören und muss sich nicht durchquälen, wie es auf den letzten beiden Alben teilweise der Fall war. Die knapp 40 Minuten Spielzeit mit 9 echten Songs auszufüllen klingt zwar im ersten Moment etwas kurz, dafür bekommt man aber eben auch keine Füller oder laue nichtssagende Quoten-Balladen vorgesetzt, es ist ein unheimlich interessantes und intensives Saxon-Album geworden, dass einfach grossen Spass beim anhören bereitet.

In den letzten 22 Jahren haben Saxon genau 3 herausragende Alben hinbekommen, das waren das furiose Unleash the Beast(1997), das harte klassische Mainstream-Album Solid Ball of Rock(1991) und das saustarke, einen Hauch modernere The Inner Sanctum(2007), darüber hinaus noch ein paar ganz ansprechende Alben, wie dogs of War(1995), das etwas düstere Metalhead(1999) und das modernere äusserst harte Lionheart(2004), die restlichen Alben Call to Arms(2011), Into the Labyrinth(2009), Killing Ground(2001) und Forever Free(1992) waren von eher minderer bis durchschnittlicher Qualität. Schön zu sehen, dass es Saxon zum wiederholten Male geschafft haben wie Phoenix aus der Asche zu entsteigen.

SACRIFICE kommt ja nach heutzutage relativ kurzen 21 Monaten nach Call to Arms auf den Markt, das stimmt aber auch nicht so ganz, weil man bei Call to Arms zum gleichen Zeitpunkt wie vor 2 Jahren mit dem Album auch schon fertig war, es aber erst veröffentlichen konnte als man eine neue Plattenfirma mit UDR gefunden hatte - denn zuerst war Call to Arms auf März 2011 angekündigt, die im Februar 2011 mit den Fans eingesungenen Chöre für den Song "Back in 79" wurden nachträglich in das bereits fertige Album eingefügt. Also von Albumproduktion zu Albumproduktion waren es auch diesmal wieder ziemlich genau 2 Jahre. Anders als füher geht einer Band heutzutage bei Live-Konzerten die unbändige Lust an den neuen Songs schon etwas verloren, weil sie ja meist schon 1 Jahr alt sind und eigentlich schon wieder ein alter Hut für die Band sind - das war früher irgendwie besser, als die Band ihr Album in 2 Wochen aufgenommen hatte und es spätestens 2 Monate später auf dem Markt war. Grundsätzlich kann ich aber so Diskussionen über musikalische Weiterentwicklung eh nicht nachvollziehen, denn letztlich ist ein guter Song ein guter Song und ein schlechter Song ein schlechter Song, da interessiert Weiterentwicklung eigentlich recht wenig - wobei musikalische Weiterentwicklung ja nichts anderes bedeutet, als das man andere Musik macht als zuvor, was ich aber gar nicht möchte, denn im Beispiel Saxon machen diese genau die Musik die ich seit 33 Jahren hören will und die ich auf jedem weiteren Album wieder von Ihnen erwarte - wenn ich andere Musik hören will dann kaufe ich mir andere Gruppen. Saxon verkörpern den Sound und die Musik am besten mit der sie bekannt wurden, und ich denke auch, dass Saxon das am besten können - man hat ja den Miss-Erfolg an dem gar nicht mal so üblen Destiny-Album gesehen, dass einfach melodischer AOR in Richtung Whitesnake/Foreigner/Survivor war, aber eben keine typische gewohnte Saxon-Musik. Saxon haben in Ihrer Karriere schon viele Trends durchlebt und überlebt, und es war gut dass Saxon sich nie zu weit von Ihren Wurzeln dabei entfernt haben, denn vermutlich nur durch diese Kontinuität und Verlässlichkeit konnten Saxon bis heute überleben, nachdem Trends wie Crunch oder Alternativ-Rock längst wieder abgeflaut sind.

Seit 27 Jahren lese ich bei jedem neuen Saxon-Album, dass es angeblich verstärkt querverweise zu Ihrer Hochphase zwischen Wheels of Steel(1980) und Power and the Glory(1983) aufweisen soll, diese Vergleiche kann man nun wirklich nicht mehr ernst nehmen, und auch auf SACRIFICE gibt es gerade im hinteren Teil bei den eher modern ausgerichteten Kompositionen "Walking the Steel", "Night of the Wolf" und "Wheels of Terror" Songs, die gut auf das Album Into the Labyrinth(2009) gepasst hätten, aber auf keinen Fall auf die erwähnten Werke der Frühphase. Leider sind diese Songs aber auch die 3 schwächsten des Albums, weil kein Refrain zündet. Ich finde es auch nicht angebracht Saxon nur immer auf Ihre Frühphase zu reduzieren, denn auch in der Neuzeit haben Saxon mit Solid Ball of Rock, Unleash the Beast und The Inner Sanctum einige hochkarätige Pracht-Alben herausgebracht, und auch die gutklassigen Alben der 2.Reihe, wie Metalhead, Lionheart und das aktuell vorliegende SACRIFICE brauchen sich mit etlichem hochklassigem Material darauf nicht zu verstecken.

Zu den Songs:

1:Das unheilvolle, vielleicht etwas zu lang geratene Intro "Procession" beginnt mit indianisch angehauchter Trommelkunst in einer Urwald-Atmosphäre und steigert sich zum Ende hin immer mehr bis es in den Titelsong übergeht - etwas langatmig

2:Das Album beginnt recht brachial, bedrohlich, düster und fast schon trashig mit dem majestätischen Titel-Song "Sacrifice", der durchaus mit seinem prächtigen Refrain und seinen immer wieder in den Versen flankierenden kreischenden Leadgitarren als Hymne durchgeht und mich sehr an den Song "Metalhead" erinnert. Knochentrockener und beinharter Heavy Metal - inhaltlich geht es um den Untergang der Inka-Kultur 5/5

3:"Made in Belfast" beginnt mit süsslichen irischen Mandolinenklängen, die sich durch den gesamten Song ziehen, bevor der Song in einen schonungslosen Midtempo-Groover übergeht mit Mainstream-Hit-Potential - Inhaltlich dreht sich der Song um die alten Schiffswerften in Belfast, in denen auch die Titanic gebaut wurde - nur der Refrain ist ein wenig dürftig ausgefallen, gegen Ende gibt es dann noch Hammerschläge zu hören die wohl auf die Arbeit in einer Werft hindeuten sollen - eigentlich ein netter authentischer Saxon-Song mit einem hübschen Solo, in den vermutlich viel Arbeit investiert wurde(Made in Belfast war ja auch der Songname, der als erstes bekannt war) - auch das Schlagzeug auf dem Song ist herausragend - es will ein Mainstream-Hardrock-Song mit Anspruch sein, dennoch haut er mich nicht gänzlich vom Hocker weil er sehr künstlich konstruiert wirkt - was wirklich geniales fehlt in dem Lied 4/5

4:"Warriors of the Road" ist ein furioser ultraschneller Rennwagen-Speed-Smasher, bei dem man richtig durchgeschüttelt wird und der einen griffigen, melodischen und hymnischen Refrain besitzt - erinnert mich ein wenig an "All Guns Blazing" vom Metalhead-Album - nach längerer Zeit endlich wieder einmal ein gelungener stimmiger stürmischer Speedster, der echt Klasse und Stil besitzt 5/5

5:Nach balladeskem Keyboardbeginn ist das atmosphärische "Guardians of the Tomb" dann ein anspruchsvollerer eingängiger episch flüssig groovender schnellerer Melodic-Rocker mit nettem melodischem Refrain über die Terracotta-Krieger-Armee in China - sehr schöner sinnvoller Song mit netten brillierenden Solo-Gitarren 5/5

6:"Stand up and Fight" ist ein typischer angenehmer eingängiger Saxon-Party-Song im schnelleren Midtempo zum mitgröhlen mit Ohrwurm-Garantie mit dem erdigen Charme alter Metal-Hits der 80er - wäre für mich die erste Wahl für eine Single gewesen - ein echter Saxon-Kracher. Für mich der beste Song des Albums 5/5

7:"Walking the Steel" ist ein schleppender zäher Stampfer mit massiven Gitarrenwänden - leider ist der eintönige Refrain nicht zwingend genug. Handelt von den zusammengestürzten Twin Towers des World Trade Centers vom 11.09.2001 und von deren Wiederaufbau - ein beklemmender und nachdenklich machender Song, der allerdings auch sehr fad, träge und behäbig daherkommt 3/5

8:"Night of the Wolf" mit seinen wechselnden wummernden Tempopassagen und akkustisch dargebrachten eingeflochtenen balladesken Momenten ist der Song so etwas wie der Ruhepol des Albums, wobei er keine Ballade ist - leider ist der oft wiederholte Refrain etwas zu naiv primitiv und langweilig ausgefallen - gemeinsam mit "Walking the Steel" der schwächste Song des Albums - die Songs transportieren gut die ernste unheilvolle Stimmung der Themen zum Zuhörer hinüber, allerdings besser macht das die Songs auch nicht -- trotzdem gut hörbar 3/5

9:"Wheels of Terror" ist ein wuchtiger solider Heavy Metal-Stampfer im Midtempobereich mit einem recht unscheinbaren schnöden Refrain, bei dem aber das schonungslose alles niederwalzende monolithische Monster-Grundriff der Verse voll überzeugen kann - zu dem grandiosen Monster-Grundriff ein ordentlicher Refrain und der Song hätte ein richtiger Brecher werden können - aber zumindest live könnte er eine Granate werden 4/5

10:"Standing in a Queue" gibt zum Abschluss einen formidablen treibenden Party-Rocker ab, er ist so ein Mittelding aus "Ive got to Rock(to stay alive)" und "Flying on the Edge" geworden - ein gelungener Ausklang 4/5

Das von den Inka inspirierte Cover mit diesem in Gold gehaltenen runden Schild mit stilechten Motiven darauf ist jetzt irgendwie so gar nichts neues im Metalbereich - da gibt es einen ganzen Haufen Cover andere Metalbands, die dem Cover zum verwechseln ähneln - z.B. Domain - The Artefact, oder Victory - Temples of Gold - um nur einige zu nennen. Man wird ja nicht müde immer wieder darauf hinzuweisen, dass abermals Paul Gregory das Cover entworfen hat, der ja damals das legendäre Crusader-Cover gezeichnet hat. Es gab schon einige nette Saxon-Cover darüber hinaus von Ihm, wie Rock the Nations, Dogs of war, Metalhead und Unleash the Beast. Auch das letzte Saxon-Cover mit Lord Kutchener, der alle Mann zur Rekrutierung in der Armee aufrief,war zumindest ein besonderes auffälliges Cover-Motiv, was man nicht alle Tage sieht - aber das Sacrifice-Cover ist diesmal etwas langweilig und schlicht ausgefallen, da wäre wieder mal eine traditionelle Ölzeichnung sehr viel besser gekommen. Aber letztendlich vielleicht auch Geschmackssache.

Die in der erweiterten Version vorhandene Zusatz-CD mit einigen neu eingespielten Klassikern ist auch eine nette Ergänzung, besonders bei "Forever Free" freut es mich, weil die damalige Studio-Version ja absolut miserabel produziert war, und die jetzige Version fett und frisch daherkommt und einen förmlich umblässt.
Ob man jetzt von "Requiem" und "Frozen Rainbow" eine Akkustik-Version, oder eine Orchester-Version von "Crusader" wirklich braucht, sei dahingestellt - als Zusatz-CD aber durchaus interessant - andere Bands hätten für so etwas wieder ein eigenes kostenpflichtiges Album herausgebracht.

Fazit:
Saxon sind auch weiterhin die Eckpfeiler und letzten authentischen Vertreter der New Wave of British Heavy Metal-Bewegung, die die Fahne hochhalten, ohne geringste Anzeichen von Schwäche oder Abnutzung zu zeigen. Und mit Ihrem 20.Studio-Album klingen Saxon wieder voll nach sich selbst, ohne experimentelle Trendanbiederungen folgt man kontinuierlich dem Erfolgspfad, ohne dabei altbacken zu wirken. Auf jedem einzelnen Track hört man den Enthusiasmus und die Freude an Heavy Metal heraus. Auch wenn nicht alles 100% gelungen erscheint, man ist wieder in der Spur und auf dem richtigen Weg! SACRIFICE sind einfach wieder 40 Minuten heiss geschmiedeter Stahl mit eingängigen knackigen Melodien - auf Ihre Art haben sich Saxon tatsächlich nochmals neu erfunden, zwischen Tradition und Zeitgemäss. Leider fehlen wieder die ganz grossen Gassenhauer und Hits, aber in seiner Kompaktheit ist SACRIFICE ein sehr frisches kerniges Album geworden von hoher qualitativer Güteklasse, dass einen förmlich umblässt. Kein Fan wird von SACRIFICE enttäuscht sein - es ist ein echtes Brett geworden, selbst wenn vielleicht die Brillianz von so edlen Alben wie Unleash the Beast und Solid Ball of Rock nicht ganz erreicht wird - gerade weil es im hinteren Teil dann doch qualitativ etwas abbaut(aber welches Album macht das schon nicht?). Ob SACRIFICE zu einem Klassiker wird, muss die Zeit zeigen, aber ich bin mit SACRIFICE zufrieden, selbst wenn es kein Klassiker werden sollte, es ist wenigstens vom Stil her ein astreines Saxon-Geschoss geworden, auf höchstem Niveau mit tollen eingängigen heavy Melodien und mit wirklich prägnanten, interessanten, vielseitigen und eingängigen musikalischen Solopassagen, die das Album dann doch knapp auf 5 Sterne hieven.

SACRIFICE ist jedem zu empfehlen, der auf hochklassigen Heavy Metal steht.

Nachtrag 22.April 2013 - Nachdem sich das Album bei mir gesetzt hat, muss ich Sacrifice bescheinigen doch ein Klassiker geworden zu sein - soviel melodische Power wie hier geboten wird, ist ein Fest für die Sinne. Es ist wirklich toll, so ein knackiges Heavy Metal-Album der alten Helden nochmal hören zu dürfen, nachdem die Konkurrenten aus dieser Zeit doch eigentlich fast einhellig nur noch halbgares, meist gemässigteres Material auf den Markt werfen.

Vielen Dank für das Lesen meiner Abhandlung zu SACRIFICE
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 2, 2013 1:29 PM CET


Endangered [DIGIPACK]
Endangered [DIGIPACK]
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 22,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles schmissiges Melodic-Rock-Album mit einer gesunden Härte, 24. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Endangered [DIGIPACK] (Audio CD)
Im Gegensatz zum durchschnittlichen Vorgänger Sonic Dynamite hat Endangered wieder viel besser griffige geniale Ohrwurm-Melodien zu bieten, die jeden Melodic-Rocker überzeugen sollten. Ich meine das Album hätte auch wieder mehr Ecken und Kanten, und für mich gibt hier Sänger David Readman seine beste Gesangsleistung von allen von Ihm eingesungenen Pink Cream 69-Alben zum besten. Mit "Shout" und "Enslaved" gibt es auch wieder 2 gute etwas härtere Songs im Programm. Aber Hauptbestandteil sind natürlich die tollen Melodic-Rocker "Promised Land", "Trust the Wiseman", "Dont need your Touch" und das famose supereingängige "High as a Mountain". Aber auch die eher verträumte Ballade "In my Dreams", das bedrohliche düstere eindringliche schleppende "He took the World" und das Cover "Pinball Wizard" können durchaus als gutklassig gewertet werden - nur die lahme unscheinbare Halbballade "Shadows of Time" fällt zum Rest etwas ab. Aber ansonsten ein starkes Stück Melodic-Rock mit einer gesunden Härte im Sound, dass auch qualitativ wieder an das vermeintliche Comeback-Hit-Album Electrified anschliessen kann und den eher unscheinbaren Vorgänger Sonic Dynamite vergessen macht.


Sonic Dynamite
Sonic Dynamite
Wird angeboten von renditeplus
Preis: EUR 16,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Nachfolger zu Electrified - deutlich schwächer, 24. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Sonic Dynamite (Audio CD)
Ich finde dass der Nachfolger zum allerorts zu recht gefeierten Electrified-Album deutlich schwächer ausgefallen ist, so ein typisches Nachfolgewerk eines Hit-Albums, das dann irgendwie noch auf massentauglicher getrimmt werden sollte, und dabei auch wieder automatisch weicher wird und Ecken und Kanten vermissen lässt. Mit "Sea of Madness" gibt es noch einen kraftvollen, harten, rauen Beginn, aber schon bei "Followed by the Moon" wird der Härtegrad doch sehr gemässigt, der durchschnittliche Titeltrack "Sonic Dynamite" ist dann nochmals ein hartes Statement, bevor die Platte danach dann in die Weichspülbeliebigkeit abdriftet ohne griffige Refrains und prägnante Riffs präsentieren zu können. "Lost in Illusions" ist der einzige Song, der im hinteren Teil noch überzeugen kann, ansonsten ein eher langweiliges Melodic-Rock-Album, das an Härte und schönen guten Melodien vermissen lässt und für mich das schlechteste Album in der wiedererstarkten Phase von 1998-2013 darstellt, schade!


Ceremonial
Ceremonial
Preis: EUR 20,94

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfüllt die Erwartungen, 23. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ceremonial (Audio CD)
Ceremonial ist eigentlich genau das Album geworden, auf dass die Fans gewartet haben. Melodic-Rock vom Feinsten, mal sanfter wie bei den Songs "The Tide","Passage of Time" und "King for one Day", mal etwas erdiger wie bei "Big Machine","Right from Wrong" und "I came to Rock". Mit "Wasted Years" gibt es einen kleinen Gassenhauer, den man gut als Mainstream-Single auskoppeln könnte, "Special" geht in eine ähnliche eingängige Richtung, mit "Superman" hat man einen eindeutig von Van Halen beeinflussten Song am Start, "Find your Soul" ist eine Erinnerung an Ihre Alternative-Phase, und auch der etwas schwerfällige träge Opener "Land of Confusion" kann nach mehrmaligem Hören halbwegs gefallen. Nettes bis gutes Songmaterial also, was aber bei einer Wartezeit von 6 Jahren seit dem letzten Studio-Album auch nicht anders zu erwarten war. Die Produktion ist sehr natürlich und erdig ausgefallen, allerdings richtige Hits, echte Kracher oder einfach geniale Songs sind keine zu finden, dafür bekommt man ein abwechslungsreiches Album geboten, dass man ohne Langeweile durchhören kann. Das Crunch-Mässige "Find your Soul" gefällt mir dabei am wenigsten. Ein gutes, wenn auch unscheinbares Album, dass die Erwartungen voll erfüllt, aber auch ein Stück weit von Ihren Glanz-Alben Electrified, Games People Play, Endangered und dem Debutalbum wegbleibt. Die Zeiten mit den knackigen prägnanten Kinderhymnen und hohem Gesang von Deris sind eh schon lange vorbei, und so ist auch Ceremonial ein eher ernstes braves solides Melodic-Rock-Album geworden, mit zwar gutem, aber eben nicht herausragendem Material.
Kann man Hören - muss man aber nicht!

Mir fehlt der Mädchenschwarm Andi Deris immer noch in dieser Band, gab er der Band doch diese jugendliche unbedarfte lockere Frische mit und hat die Band durch seine enorm markante Stimme geprägt. Nichts gegen David Readman, der Mann kann definitiv Singen, das besondere Markenzeichen fehlt der Band trotzdem seit dem Split, es ist halt seit dem irgendwie eine stinknormale Melodic-Rock-Band geworden.
Und zu Helloween will der Deris in meinen Ohren auch überhaupt nicht passen, dafür ist seine Stimme viel zu dünn und zu verspielt, die bräuchten einen richtigen Heavy Metal-Shouter. Schade dass er die Band wegen einem vermeintlich besserem Einkommen fast zugrunde gerichtet hätte. Der schnöde Mammon zieht einfach immer wieder.


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30