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Rezensionen verfasst von
horrorbiene
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Staedtler 144 50NC24 - Noris Club radierbarer Farbstift, 24 Stück Etui
Staedtler 144 50NC24 - Noris Club radierbarer Farbstift, 24 Stück Etui
Preis: EUR 9,98

3.0 von 5 Sternen Hält nicht, was die Beschreibung verspricht, 19. April 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Das Produkt soll laut Beschreibung folgende Spezifikationen haben:
"ABS": Ein Minenschutzmantel verstärkt die Mine und schütz vor Brüchen
Radierbar: Kleine Fehler können korrigiert werden. Sehr vorteilhaft für die Schule, in der man gelegentlich etwas mit Farbstiften schreiben, ausmalen oder unterstreichen soll und es auf die richtige Farbe ankommt.

In der Theorie sind diese Stifte daher wirklich super. In der Praxis kam die Ernüchertung jedoch sehr schnell.
Der Farbauftrag ist alles andere als gut. Von meinen Schülern verlange ich bisweilen kräftiges Ausmalen z.B. als Technik im Kunstunterricht, und dies funktioniert mit diesen Stiften nur unter extremen Kraftaufwand. Für feine Arbeiten sind sie jedoch ganz passabel geeignet. Allerdings ist hier die Mine schon wieder nicht hart genug und zarte Striche werden schnell zu Balken. Ich habe damit ein mehrfarbiges Rätsel in einem Rätselheft "gelöst" und die Farben waren so blass, dass das Ergebnis wirklich alles andere als gut aussah. Das Ergebnis ist demnach nicht nur von der Kraft, sondern auch stark vom verwendeten Papier abhängig.
Bei normalem Kraftaufwand lässt sich der Stift nicht optimal radieren. Zugegeben ausschlaggebend für ein gutes Radierergebnis ist das verwendete Papier und die Farbe. Rosa lässt sich beinahe gänzlich ausradieren, grün dagegen kaum. Heller wird die Farbe auf jeden Fall, doch dass ist bei anderen Stiften mit einem guten Radiergumme auch möglich. Ja rauer das Papier desto besser das Radierergebnis.
Was diese ABS-Funktion angeht, habe ich natürlich noch keinen Langzeittest durchführen können, doch als ich den ersten Stift (schwarz) angespitzt habe und weiter zeichnen wollte, brach die Spitze sofort ab. Das sagt - finde ich - schon sehr viel aus.
Die Farbauswahl ist mit 24 Stiften zwar wirklich gut und sogar haut und olivgrün sind vertreten, dafür hat grau einen lila-Stich und einen richtigen violett-Ton gibt es dafür nicht. Statt violett gibt es ein dunkles magenta - somit gibt es "pink" in drei Abstufungen, lila gar nicht. Alle anderen Farben gibt es in ausreichend vielen Schattierungen. Was aber auch nichts nützt, wenn man mit den Stiften nicht gut malen kann und sie sich dadurch alle recht ähnlich sehen.
Das im Produktnamen genannte Etui ist lediglich eine Pappverpackung, die nach dem Auspacken in den Müll wandert, weil sich sich nur umständlich wiederverschließen lässt und im Grunde auch viel zu groß ist für die 24 Stifte. Diese schlackern munter hin und her und da wundere ich mich noch, dass das mit dem ABS nicht funktioniert...

Fazit: Diese Stifte sind nicht besser, als andere: Zum satten Auftragen braucht es sehr viel Kraft, das Radierergebnis ist bei normalem, glatten Papier für mein Empfinden nicht ausreichend bzw. stark von der Farbe abweichend und die Minen brechen auch genauso, wie bei anderen Buntstiften. Die Farbauswahl wäre gelungen, würde nicht ein Lilaton fehlen. Die billigen Stifte vom Discounter zeigen ein ähnliches Ergebnis und sind billiger.


Max Factor Lipfinity 335 Just in Love, 1er Pack (1 x 2 ml)
Max Factor Lipfinity 335 Just in Love, 1er Pack (1 x 2 ml)
Preis: EUR 15,99

4.0 von 5 Sternen Lippenstift langanhaltend gut, Farbe naja, 10. April 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich mag zwei-phasige-Lippenstifte. Damit meine ich einen, den ich in zwei Phase auftragen muss, so wie hier. Zunächst kommt die Farbe, anschließend eine Pflege bzw. Fettschicht, die die Lippen hübsch glänzen lässt. Vorteil: Nachgezogen werden muss nur die Fettschicht, um das Ergebnis wieder frisch aussehen zu lassen und das geht ganz fix auch ohne Spiegel. Dies ist auch hier gegeben und hat mich in der Funktionsweise sehr überzeugt.
Die Farbe aufzutragen, war allerdings nicht ganz einfach, da die Farbe wie ein Lipgloss aufzutragen ist und gerade bei einer so kräftigen Farbe muss man schon sehr genau aufpassen, dass man sich nicht vermalt. Ein ruhiges, geübtes Händchen ist gefragt, denn ist die Farbe erst einmal getrocknet, bleibt sie auch auf den Lippen und ist nur noch mit Make-up-Entferner wegzubekommen. So stellt man sich ja auch einen kussechten Lippenstift vor, der 24h Stunden halten soll. Blöd nur, wenn man sich vermalt hat. Auch in der Praxis hält die Farbe, was das Produkt verspricht: Sie hält den ganzen Tag. Man kann sich ganz normal verhalten und muss bein Trinken und Essen nicht vorsichtig sein. Man kann regelrecht vergessen, dass man einen Lippenstift trägt. Die Farbe war am Abend noch so, wie sie sein sollte. Zumindest an den äußeren Stellen.
Was mir an diesem Lippenstift nicht gefallen hat, ist die Farbe. Sie ist extrem aufdringlich - das wollte ich auch so. Wenn die Farbe nicht zu meinem Teint passt, kann der Lippenstift nichts dafür, aber: Die Farbe ist so intensiv, dass man auch etwas von den feuchteren Stellen der Lippen mit anmalen muss, sonst sieht es, wenn man z.B. einen Kussmund macht, sehr seltsam aus, da kräftige Farbe auf Natur-Mund-Farbe trifft. Denn da, wo es dauerhaft etwas feuchter ist, hat die Farbe nicht gehalten und so sah das Ergebnis beim Kussmund etwas dümmlich aus. Wäre es eine nicht so auffällige Farbe, sondern eher ein natürlicher Ton, würde dies wahrscheinlich nicht ins Gewicht fallen.
Außerdem hat mir nicht so gut gefallen, dass ich das Gefühl hatte, die Farbe würde die Lippen etwas austrocknen, da die Farbschicht einfach ein völlig trockenes Gefühl vermittelt. Ob die Farbe tatsächlich die Lippen austrocknen, kann ich nicht beurteilen, da mir die Farbe nicht so gefallen hat, habe ich ihn nur selten getragen. Das Gefühl ließ sich jedoch mit dem Fettstift beheben.

Fazit: Ich habe bisher noch keinen so langanhaltenden und kussechten Lippenstift getestet wie dieser hier. Die Farbe war ein Fehlgriff, ich werde ihn mir in einer anderen nicht so krassen eher natürlichen Farbe besorgen.


Der Moloch: Roman
Der Moloch: Roman
von Stella Gemmell
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

3.0 von 5 Sternen Zu unübersichtlich und episodenhaft, 10. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Moloch: Roman (Broschiert)
Der Name Gemmell steht für gute Fantasy. Zwei Bücher von David Gemmell habe ich bereits mit Freuden verschlungen und nun schreibt auch seine Witwe. Als ich das Buch in der Verlagsvorschau sah und auch noch der Buchhändler meines Vertrauens meinte, er hätte es nicht aus der Hand legen können, musste ich das Buch nicht nur sofort haben, sondern habe eine Ausgabe auch gleich weiter verschenkt.
Die Lektüre das Buches hat sich dann bei mir allerdings ganz schön gezogen. Dies lag vor allem daran, dass das Buch in sieben Teile geteilt ist, von denen jeder Teil gerade zu Anfang einen eigenen Hauptprotagonisten hat und einen ganz eigenen Charme. So setzt sich die Geschichte einem Puzzle gleich zusammen. Da gibt es im ersten Teil die jungen Geschwister Elija und Emly, die als Kloaker in der Kanalisation der Cité hausen und Bartellus begegnen, der sich gerade erst den Kloakern angeschlossen hat. Der Leser begleitet sie bei einer ihrer Missionen und erlebt, wie der Wasserpegel rasant steigt und die Gruppe teilt. Daraufhin gehen sie ihre eigenen Wege und treffen nach und nach die anderen Charaktere, die im Buch wichtig werden. Würde ich versuchen noch mehr inhaltlich zusammenzufassen, um z.B. alle wichtigen Charaktere einmal vorzustellen, dann würde ich bereits viel zu viel von der Handlung des Buches nacherzählen. Zwischen dem ersten und dem zweiten Teil jedoch vergeht einige Zeit und der Charme des als Endstation zu betrachtenden Lebens als Kloaker mit der Schlacht der Cité gegen ihre Feinde ist ein gänzlich anderer. Die Lesefreude schwankte bei mir auch von Buchteil zu Buchteil und das Buch hatte somit seine Höhen und Tiefen. Diese Episodenhaftigkeit der Geschichte hat mir im Grunde gar nicht gefallen.
Im Zentrum dieser Geschichte steht eindeutig die Cité. Eine uralte riesengroße Stadt. Die mehrmals auf den Ruinen ihres Vorgängers erbaut und und somit über eine unendlich große Kanalisation verfügt aus Gebäuden, die ehemals Paläste und große Hallen waren. Beherrscht wird sie von einem als unsterblich geltenden Kaiser, der zudem einen unendlichen langen Krieg gegen die Feinde der Cité führt, so dass innerhalb der Cité kaum noch ein unversehrter Mensch lebt, der ordentliche Arbeit zum Erhalt der Gesellschaft verrichten kann, doch das scheint den Kaiser nicht zu stören. An sich ist dieses Gebilde der Cité unheimlich faszinierend und bietet unheimlich viel Potential, jedoch hat Stella Gemmell eindeutig zu viel davon verschenkt. Zum einen ist diese Stadt unvorstellbar groß und nicht ausreichend mit Worten beschrieben – auch nicht das Umland. Da keine Karte im Buch abgedruckt ist, konnte ich mir leider rein gar nichts von ihrer Moströsität vorstellen, allein dadurch verlor das Buch an Plausibilität, Charme und Tiefe. Die Stadt und ihr Umland ist wortwörtlich unvorstellbar groß, da konnte selbst meine trainierte Phantasie nicht mithalten. Daher wurde es zunehmend anstrengender für mich das Buch zu lesen.
Vor dem Hintergrund dieser riesigen Stadt wurden leider die Charaktere des Buches klein und unbedeutend. Sicher, sie sind es, die dort handeln und eigentlich sind es auch gar nich mal so viele Charaktere, um die es geht, dennoch wirken sie nichtssagen und bedeutugslos. Gemmell ist es nicht gelungen ihnen Tiefe zu verleihen, obwohl sie ihnen eigentlich genug Zeit und Raum gelassen hat und sie auch nicht unsympathisch waren. Auch der Kaiser ist als Figur erstaunlich unbedeutend geblieben. Sicher ist er derjenige der die Macht besitzt, nur ist dies nicht deutlich geworden. Als Tyrann, Macht- und Befehlshaber ist er niemals aufgetreten und war für mich daher auch niemals der Feind, der am Ende umgebracht werden soll, damit das Morden ein Ende hat. Noch mehr verschenktes Potential.
Am schlimmsten war jedoch das Finale und nicht, weil es mir nicht gefallen hat, wie es ausging, nein, es ist schlichtweg so, dass ich mich nicht mehr recht daran erinnere. Ich musste mich so durch das Buch quälen, dass ich zunächst keine Lust hatte es zu rezensieren und nun, da ich es tue, sind mir bereits sehr viele Details entfallen. Das spricht alles andere als für das Buch, denn an ein gutes Buch kann ich mich nach kurzer Zeit immer erinnern. Hier weiß ich nur, dass gerade als es galt, die Geheimnisse spannungsbringend aufzulösen, ich ziemlich viele Dinge schlichtweg nicht verstanden habe oder den Zusammenhang nicht erkennen konnte – vor allem im Zusammenhang mit dem Kaiser. Alles wurde unübersichtlich und oberflächlich. Das einzig gute an dem Finale war, dass es abgeschlossen war und es – so wirkte es zumindest auf mich – keine Fortsetzung geben wird. Schade, ich habe von diesem Buch, viel, viel mehr erwartet.

Fazit: Der Moloch konnte mich leider gar nicht überzeugen. Durch die – besonders zu Beginn – sehr episodenlastig geschilderte Handlung, gab es zu viele Höhen und Tiefen, dafür aber keinen roten Faden. Das Buch zog sich dahin, da auch die Charaktere eher blass blieben. Als es dann im Finale derartig übersichtilich wurde und ich nichts verstand, weder von der Hanldung noch von den Auflösungen der Geheimnisse und Hintergründe, ist das Buch endgültig bei mir durchgefallen. Die Autorin hat es einfach nicht geschafft aus ihrer stimmungsvollen und guten Idee dieser riesigen Statd, etwas zu machen, dass atmopshärisch ist, da die Stadt einach zu groß und unübersichtlich geraten ist. Schade, da ich so viel erwartet habe.


Irondead: Der zehnte Kreis
Irondead: Der zehnte Kreis
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu viel Action für meinen Geschmack, 10. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Irondead: Der zehnte Kreis (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Damals, als der Film gerade lief, war ich regelrechter Titanic-Fan. Nicht nur vom Film, sondern die Thematik allgemein hat mich sehr fasziniert und so habe ich damals z.B. eine Ausstellung besucht und mehrere Dokumentationen gesehen und gelesen. Als ich dieses Buch von Hohlbein in den Händen hielt, war ich demnach erst einmal fasziniert. Hohlbein kann sehr gut schreiben und wenn er das hier macht, wäre dies sicher ein prima Buch, andererseits ist es Hohlbein. Nichtsdestotrotz hat die Neugier gesiegt und das Buch hat seinen Weg zu mir nach Hause gefunden und wurde auch prompt gelesen.
Während des Baus der Titanic in der Werft Harland & Wolff in Belfast verschwinden viele kleine Bauteile für die Titanic, die zwar einzeln nicht teuer sind, doch in der Masse erheblichen finfanziellen Schaden anrichten können. So wird der ehemalige Constable der Belfaster Polizei und nun Privatdetektiv Devlin engagiert um herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist. Doch kaum möchte er den Auftrag starten, wird ihm von einem Boten mitgeteilt, dass seine Arbeit nicht mehr notwendig ist und er aber schon bezahlt sei. Dies findet er arg merkwüdig und drängt auf ein Treffen mit seinem Auftraggeber. Doch statt diesen entdeckt er in einer leerstehenden Abdeckerei ein metallisches Spinnennetz mit einer riesenhaften Maschinen-Spinne, die ihn prompt angreift. Er kann mit Glück fliehen und versucht nun seinen Arbeitgeber in seinem Büro zu erreichen, dort stellt er aber fest, dass sein Auftraggeber verschwunden ist und wird von dessen Nichte beauftragt ihn zu finden. Merkwürdige Dinge gehen um, beim Bau der Titanic, kann Devlin seinen Afuftraggeber finden und die Sache aufklären?
Man muss bei diesem Werk nicht lange warten, bis die Action losgeht. Die Geschichte setzt ein, wenn Devlin sich mit seinem Auftraggeber treffen will und die mechanische Spinne findet, die in angreift. Der Leser wird sofort in die Handlung hineinkatapultiert und hat kaum eine Chance die Charaktere besser kennen zu lernen. Dafür bleibt die Action jedoch konstat hoch. Stets gibt es Wesen gegen die gekämpft werden muss, um das Ziel zu erreichen, das sich während des Buches schnell von “Auftraggeber retten” zu “Belfast retten” wandelt. Denn die Bedrohung ist massiv und sehr fortschrittlich, wenn auch dieser Fortschritt aus der Sicht des beginnenden 20. Jahrhunderts nicht erläuert wird. Dies ist einer meiner Kritikpunkte an diesem Buch: Die Bedrohung wird zwar hinreichend gut beschrieben, doch was genau sie ist und wie sie entstanden ist, wird nur angedeutet. Dies ist besonders schade, weil ich mir so etwas im Grunde bereits gedacht habe. Hohlbein klärt in den wenigsten Fällen sofot auf, sondern deutet nur an. Das nervt irgendwann schon. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch seit langem wieder ein Hohlbein-Buch, das ich lese, das nichts mit der Chronik der Unsterblichen zu tun hat. Zwar wird auch hier der eine oder andere Gedanke verscheucht, dennoch ähneln sich Stil und Thema so wenig, dass ich anfangs gar nicht dachte, einen Hohlbein zu lesen – was für das Buch spricht.
Doch leider gibt es noch mehr Kritikpunkte: Zum einen ist das Buch so actiongeladen, dass die Action im Finale nicht mehr heraussticht und das Finale daher mehr plätschert als mit einem Knall zu enden. Irgendwann muss ein solcher Kampf ja auf die eine oder andere Weise zu Ende gehen… Aber immerhin: Es gibt ein Ende! Auch etwas, das sich stark von manchem Chronik-Band unterscheidet. Dennoch hat diese Actionlastigkeit das Buch gegen Ende sehr zäh werden lassen. Ich hatte das Gefühl, dass sich alles wiederholt (wieder typisch Hohlbein) und es sich zöge wie Kaugummi und 200 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan, aber das mag ein subjektives Empfinden sein. Zum anderen sind die Chraktere bei der ganzen Action irgendwie zu kurz gekommen. Zwar waren mir alle nicht unsympathisch, aber die Verliebtheit zweier Charaktere war irgendwie unglaubwürdig. Irgendwie musste ich mich bei diesem Buch außerdem sehr an die Ich-Perspektive gewöhnen. Im Grunde habe ich nichts gegen eine Ich-Perspektive, hier war anfangs jedoch alles sehr keinschrittig beschrieben. Irgendwann ging es dann jedoch etwas besser.
Schade war auch, dass die doch eigentlich zahlreichen Andeutungen zu Sherlock Holmes nicht wirklich zielgerichtet waren. Dies hätte dem Buch wahrscheinlich noch mehr Pepp verlieren und vielleicht auch das Finale etwas bereichert und spannender gemacht. Über eine greifbare Verbindung hätte ich mich jedenfalls sehr gefreut. Auch hat mich etwas geärgert, dass die Titanic dann letzlich doch so unbedeutend war und nur als zwischenzeitlicher Schauplatz diente. Ich habe mir in dieser Hinsicht viel mehr von diesem Buch versprochen. Zudem finde ich den Titel Der zehnte Kreis für dieses Buch unpassend, da dieser nur erwähnt wurde und keinerlei Wert für die Handlung hatte.
Den Angaben der Buchklappe zufolge, könnte es sich bei Irondead um eine Fortsetzungsreihe handeln. Demnach wäre der Reihentitel Irondead und der des Buches Der zehnte Kreis. Ich habe jedoch keine weiteren Informationen dazu finden können. Dafür spräche, dass dieses Buch zwar abgeschlossen ist, aber dass diese Wesen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder erscheinen könnten – ähnlich wie bei der Chronik, würde die Handlung sich dann über Jahrzehnte hinweg weiterspinnen. Ein interessanter Gedanke. Dennoch weiß ich zu diesem Zeitpunkt nicht, ob ich eine solche Fortsetzung tatsächlich lesen würde.

Fazit: Irondead – Der zehnte Kreis, ist ein gutes, unterhaltsames Buch mit viel Action. Leider bereits so viel Action, dass die Handlung sich zieht wie Kaugummi. Ich bin eben kein Freund von Action, sondern von Charakterentwicklung und Tiefe, was beides hier leider nicht im Vordergrund steht. Auch die gut gedachten und viel Potential bietenden Anspielungen auf den Bau der Titanic und Sherlock Holmes konnten nicht ausreichend umgesetzt werden und hätten somit auch weggelassen werden können. Wer actionreiche Fantasy mag, wird mit Irondead sicher Freude haben, ich bin jedenfalls nicht ganz warm mit diesem Buch geworden. Dabei war ich von dem Buch stilistisch überrascht, habe ich von Hohlbein doch schon viel Schlimmeres gelesen und Entsprechendes erwartet. Bestimmte Elemente seines Stil tauschen zwar hier und da auf, andere sind jedoch ausgeblieben.


Gräser und Bambus im Garten
Gräser und Bambus im Garten
von Gabriele Richter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3.0 von 5 Sternen Tolle Bilder, aber zu wenig Infos für Neulinge, 23. März 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich bin ein absoluter Gartenneuling und habe mir dieses Buch in der Hoffnung gekauft, Inspirationen zu Gartengestaltung zu erhalten und zusätzlich ausreichend Informationen, damit das, was ich geplant habe, nicht nur gut aussieht, sondern auch hält, was es verspricht.
Jetzt habe ich dieses Buch gelesen und habe grundlegende Informationen erhalten und jede Menge sehr schöne Bilder betrachtet. Aber ehrlich gesagt, habe ich immer noch keine Ahnung wie ich nun ein Beet in meinem Garten mit den Gräsern gestalten soll. Denn zum einen sind zwar wunderbare Beete abgebildet, aber wie man ein solches zusammenstellt und welche Pflanzen genau verwendet werden sollen und warum, weiß ich nicht. Das liegt daran, dass es hier nur Bilder gibt und kurze informative Texte, aber keinen Pflanzplan und Auflistung der einzelnen Pflanzen. Zudem habe ich in vielen Kapiteln immer wieder dieselben Informationen über dieselben Pflanzen gelesen. Praktischer und WESENTLICH übersichtlicher wäre es doch gewesen, nur den Namen der Pflanze in der Beschreibung zu nennen und genaue Infos in einem Steckbrief und einer Erklärung in einem extra Kapitel am Ende nachzuliefern. So wäre im Buch auch mehr Platz für wesentliche Dinge gewesen, z.B. der Beschreibung wie man ein Beet mit welchen Pflanzen anlegen könnte. Und vor allem wann. Kann ich jetzt schon loslegen, warte ich noch bis Mai?
Zudem wurde sehr oft von Rhizomsperren gesprochen, aber mir fehlte eine Erklärung wie genau ich so ein Ding anzubringen habe. Wie gesagt, ich bin ein Neuling und habe auch erst in diesem Buch von einer solchen Sperre erfahren. Schade.

Fazit: Die Bilder sind sehr hübsch, zahlreich und inspirierend. Ich habe nun die eine oder andere Pflanze im Hinterkopf die ich mir in den Garten pflanzen kann oder in Töpfen auf der Terrasse arrangieren kann. Ich habe aber immer noch keinen genauen Plan und Ahnung schon gar nicht. Das heißt im Fachmarkt, kann ich zwar mit lateinischen Fachnamen aufwarten, wenn ich nach einer Pflanze fragen, wie ich sie zu behandeln habe und womit ich sie gut arrangieren kann, muss ich dennoch erst einmal erfragen.


Dorn: Roman
Dorn: Roman
von Thilo Corzilius
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Mehr davon!, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Dorn: Roman (Taschenbuch)
Ich habe von Corzilus bereits die aufeinander aufbauenden Romane Ravinia und Epicordia gelesen und beide haben mir gut gefallen, so gut, dass ich immer noch auf eine Fortsetzung warte. Stattdessen hat der Autor nun dieses Buch heraus gebracht und da es sich hierbei um “echte” Fantasy handelt, war ich darüber nicht wirklich traurig. Zwar habe ich Corzilius’ poetischen Schreibstil in den beiden anderen Romanen sehr zu schätzen gewusst, hat er mich doch sehr an den von Christoph Marzi erinnert, den ich sehr schätze, dennoch habe ich dieses poetische Geschwafel momentan etwas über und so habe ich mich umsomehr gefreut, als ich merkte, das Corzilius auch ganz anders kann. Keine Spur von Poesi und keine Verweise auf irgendwelche Songs, der Autor schreibt hier schlicht und einfach, jedoch in Ich-Perspektive seines Hauptcharakters Deckard von Falkenberg.
Deckard ist bereits sehr jung zum Markgrafen des kleinen Fürstentums des Ehernen Reiches geworden und wird nun, da der König über das Reich verschieden ist, zu einem Konklave berufen, welches den neuen König oder die neue Königin bestimmen soll. Doch bevor er in Richtung Hauptstadt aufbrechen kann, bittet eine junge Elbenfrau um Hilfe. Sie habe mächtige Gegenstände gestohlen und flieht nun vor dem Besitzer und einem von ihm angeworbenen Häscher. Kurzerhand gewährt Deckard ihr Zuflucht und nimmt sie mit in die Hauptstadt, in der die Luft vor Intrigen zum schneiden dick ist. Da er keinerlei Ambitionen hegt, selbst König zu werden, wird er kurzerhand zum Übergangsherrscher bestimmt. Doch seine Loyalität und Intregrität dem Reich gegenüber werden ihm zum Verhängnis und er muss als Verräter verschrien aus der Hauptstadt fliehen. Denn einer der Fürsten hat einen Elben dabei, der offensichtlich böse Absichten hegt und bereits andere Völker getäuscht und nun gegeneinander aufgehetzt hat. Somit hat Deckard jedoch etwas zu tun und ist nebenbei dabei das Eherne Reich vor dem Zerbrechen zu bewahren. Doch wird ihm dies gelingen?
Mir hat die Ich-Perspektive in diesem Buch wirklich sehr gut gefallen, hat sie doch sehr schnell offenbart welcher Typ Mensch Deckard ist und durch den Schreibstil Corzilius’ ist sehr schnell Atmosphäre aufgekommen, so dass ich unbedingt weiterlesen wollte, aber dennoch nicht so schnell, dass das Buch alsbald ausgelesen war. So stand ich beispielsweise einmal erklärend an der Tafel und hatte ein Lüftchen mit Frühlingsduft in der Nase und sehnte mich spontan sehr nach meinem Garten und diesem Buch. Da ist es schon beinahe schade, dass es nur ein einzelner für sich stehender Roman ist. Dazu mag auch beigetragen haben, dass Deckard ein wirklich sympathischer Charakter ist. Er machte auf mich fast den Eindruck als wäre er Eddard Stark aus Das Lied von Eis und Feuer, wie er hätte sein können, wären die Lannisters nicht gewesen. Zudem hat mich der Magier Lemander ein klein wenig an Zedd aus Das Schwert der Wahrheit erinnert.
Gut umgesetzt waren auch die Anspielungen auf die Vergangenheit Deackards und die jeweiligen Auflösungen. Beides kam jeweils zur richtigen Zeit, so dass Spannung, Hintergrund und Flair in einem genau passenden Verhältnis zueinander standen. Auch hier darf wie in jedem guten Fantasybuch die Liebe nicht fehlen, doch war sie weder vordergründig, noch kitschig oder zwanghaft. Vielleicht vollzog sich das “Ineinander Verlieben” etwas sehr schnell, doch sowas soll es mitunter geben.
Außerdem hat das Buch einen schönen Rahmen. Deckard ist in einem Gasthaus in einem einsamen Landstrich eingekehrt und wartet auf ein Ereignis, von dem er nicht weiß, ob es eintritt. Er hat jedoch die Aufmerksamkeit des Sohns des Gastwirts auf sich gezogen und dieser hat ihn überreden können, ihm von seinem Warten zu erzählen. Doch Deckard holt weit aus und erzählt eben diese Geschichte. Da das Buch in drei Teile eingeteilt ist, erlebt der Leser immer kleine Passagen aus der Jetzt-Zeit, in der Deckard erzählt. Für meinen Geschmack hätten dieses Passagen ruhig etwas ausführlicher sein können, hat mir ein solcher Rahmen doch z.B. in Der Name des Windes sehr gut gefallen, wenn dies auch nicht wirklich miteinander zu vergleichen ist.
Das einzige, was ich diesem Buch anlasten muss, ist dass das Finale für die Qualität des Buches irgendwie zu unspektakulär war, wenn ich die Idee und die tatsächliche Umsetzung der Bedeutung der Insignien eigentlich sehr gelungen fand. Zudem hätte das Buch ruhig etwas länger ausfallen können.

Fazit: Mit Dorn hat Thilo Corzilius einen wirklich gelungenen High-Fantasy-Roman vorgelegt, der wirklich atmosphärisch und mitreißend geschrieben ist. Schade, dass es so kurz war und auch in sich abgeschlossen. Ich für meinen Teil würde mich sehr freuen, wenn ich noch mehr High-Fantasy von Corzilius zu lesen bekommen könnte!


Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
von Robin Sloan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Buchliebe kippt in Richtung High-Tech, 23. März 2014
Ich liebe Bücher über Bücher, Buchhandlungen und die Liebe zu Büchern. So hat nicht nur dieses Buch den Weg zu mir gefunden, sondern ich habe es auch direkt verschlungen. Zwar geht es hier um eine sonderbare Buchhandlung, die einen ganz besonderen Zweck erfüllt, dennoch wurden diese drei Punkte hier bedient und so hatte ich meine Freude an diesem Buch.
Clay braucht einen neuen Job, dringend und daher ist er nach erfolgloser Suche nicht mehr wählerisch und bewirbt sich für die Nachtschicht in der Buchhandlung von Mr. Penumbra. Die von ihm geforderten Fähigkeiten beschränken sich auf Trittsicherheit bei 3m hohen Leitern und einer Liebe zu einer Fantasy-Trilogie. Er wird eingestellt und die arbeitsarme Zeit nachts verbringt er mit Marketingstrategien. Er erstellt eine Google-Anzeige, aufgrund der Kat in die Bücherei gelangt und bald ein fester Bestandteil in Clays Leben wird. Dieser stellt recht bald fest, dass das Klientel, dass die Buchhandlung besucht recht speziell ist. Es gibt nämlich eine Abteilung, die Clay “Ladenhüter” nennt und diese Bücher kann man nicht kaufen, man kann lediglich eine Berechtigung erlangen, diese auszuleihen. Dumm nur, dass Clay die Order hat, nicht in diese speziellen Bücher zu schauen. Doch als ihn sein Mitbewohner und Freund Neel besucht und eines dieser Bücher aufschlägt, entdecken sie ein Rätsel, bei dessen Auflösung auch sie nun mit dabei sind.
Wie schon geschrieben, hat mir das Buch mit seiner Liebe zum Literarischen gut gefallen. Die Stimmung die durch die Ich-Perspektive entsteht ist wirklich enorm schön. Ich konnte die Bücher in der Buchhandlung beinahe riechen. Besonders gut hat mir gefallen, wie trotz dieser traditionellen Einstellung zum Buch doch der Kindle seinen Weg in die Geschichte gefunden hat und wie mit dieser Art Medium umgegangen wird. Dieses Zusammenspiel von Tradition und morderner Entwicklung ist wirklich gelungen. In dieser Geschichte treten zudem allerlei Nerds auf, die aber alle nicht nur einen wunderbaren Charakter haben und ihren Teil zum Rätsel leisten, sondern zudem auch erfolgreich sind und eben noch nicht so sehr Nerd, wie man auf den ersten Blick zu meinen scheint.
Als ein bischen merkwürdig empfand ich diese allgegenwärtige Präsenz von Google. Kat arbeitet dort und stellt dem Konzern, seine “Forschung” und seinen Daseinszweck als unheimlich toll, edel und allumfassend dar. Dies wirkte schon fast so, als sei Google eine Art Sekte. Zwar lieferte Google – nicht die Suchmaschine an sich – zwar die Schlüssel zum ersten Teil des Rätsels, dennoch hat mir diese Stellung von Google in diesem Buch nicht gefallen, da ich eigentlich eine Hommage an das Litarische erwartet hatte und dies irgendwann in Richtung High-Tech kippte. Sehr, sehr schade.
Schön dagegen war, dass diese liebste Fantasy-Trilogie Clays hier dann noch eine solch wichtige Stellung einnahm. Dieses in Szene setzen eines Buches finde ich toll und ich hätte diese Trilogie auch sehr gern gelesen. Extrem genial wäre es gewesen, hätte es der Autor schaffen können, eine real existierende Trilogie in dieses Buch einzubauen. Dies wäre wie eine Liebesbekundung dem Buch gegenüber geworden und diese Bücher hätte ich mit Sicherheit sofort verschlungen. Dies wäre allerdings etwas schwierig geworden.
Letztendlich hat mich die Auflösung des Rätsels nicht wirklich vom Hocker gehauen, da sie irgendwie unspektakulär war. Ohnehin muss ich feststellen, dass das Buch extrem stark begonnen hat und gegen Ende durch diese Google-Fixierung stetig an Qualität abgebaut hat, was wirklich sehr schade ist, da die Atmosphäre, die im ersten Teil des Buches herrscht wirklich sehr gelungen ist.

Fazit: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra, hätte ein wirklich außergewöhnlich tolles, stimmungsvolles Buch über die Liebe zur Literatur sein können, wäre nicht diese komplette Fixierung auf High-Tech und Google gegen Ende des Buches. Nichts desto trotz ließ es sich sehr einfach und zügig lesen und hat sehr interessante und liebevolle Charaktere


Schwarze Tränen: Roman
Schwarze Tränen: Roman
von Thomas Finn
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kurzweiliger Höllen-Roman mit zahlreichen Einflüssen, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Tränen: Roman (Taschenbuch)
Den Klappentext hat mir sehr gut gefallen und so musste ich sofort mit dem Lesen beginnen, als dieses Buch bei mir eintrudelte. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass ich mit einem Menschen zusammen lebe, der bei jeder passenden Gelegenheit Goethe zitiert: “Ich bin der Geist, der stets verneint! …” Dass dieses Buch mit eben diesem Zitat beginnt, hat wahrscheinlich den entscheidenden Ausschlag gegeben.
Lukas Faust hat sein Studium abgebrochen und schlägt sich nun als Zauberkünstler und Trickbetrüger durch, bis er von einer Freundin selbst ausgetrickst wird. Auf ihren Spuren gelangt er nach Staufen und von da an, ist sein Leben nicht mehr das, was es einmal war. Auf der Flucht vor zwei Männern, die er um Geld betrogen hat, hilft ihm ausgerechnet besagte Ex-Freundin und schleust ihn in das Gasthaus zum Löwen, wo er nicht nur herausfindet, dass er der Erbe des legendären Doktor Faust ist, sondern trifft auch noch unfreiwillig sein Erbe an: Ein Zauberbuch erscheint, doch auf das haben es auch andere Zauberer abgesehen. Im Gerangel geht der hübsche Edelstein kaputt, der im Zauberbuch eingelassen war und plötzlich erscheint auch noch Mephistopheles in seiner Pudelgestalt. Als es auch noch Frösche vom Himmel regnet, ist eines klar: Irgendetwas geht vor sich in der Hölle und Lukas braucht unebdingt verbündete. Ob sich Mephistopheles wirklich dazu eigent?
Schwarze Tränen ist wirklich sehr stimmungsvoll geschrieben und zudem in einem flüssigen, einfachen Schreibstil verfasst, dass ich das Buch ganz schnell durchgelesen hatte. Dabei hat es mich zeitweise vom Stil her an Blutportale und den zugehörigen Komplex von Markus Heitz erinnert, dabei kommt dieses Buch ohne blutige Schilderungen oder Erotik aus. Das hat mir gefallen. Ohnehin fand ich die Idee sehr gut, eine Art moderne Fortsetzung des Faust zu schreiben. Thomas Finn hat dabei nicht nur auf die Vorlange Faust und die Bibel zurückgegriffen, nein auch auf die Nibelungensage und auf die Sage um König Barbarossa. Eine gewaltige Ladung deutsches Kulturgut sozusagen, ohne das dies allerdings zu aufdringlich oder übertrieben ist. Im Gegenteil: Alles fügt sich wundervoll zusammen. Auch die kleinen Querverweise auf bekannte Musiker oder gar Harry Potter haben mir sehr gut gefallen. Mein Highlight: Eine Death-Metal-Band singt einen himmlischen Choral. Das einzige, was ich kritisch anmerken könnte, ist dass die Vorgeschichte ein klein wenig zu lang geraten ist, aber sonst habe ich nichts zu meckern.

Fazit: Schwarze Tränen ist ein wirklich gelungenes Buch um den Nachfahren des Doktor Faust. Es ist spannend geschrieben, gut zu lesen und ergibt durch zahlreiche Einflüsse von Sagen, Geschichten und der Bibel eine wirklich gute logische Geschichte. Sehr kurzweilig.


Der Prinz der Rache: Roman
Der Prinz der Rache: Roman
von Torsten Fink
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein unterhaltsamer Einzelroman, aber…, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Prinz der Rache: Roman (Broschiert)
Das erste, was mir an diesem Buch auffiel, als ich begann zu lesen, war der eklatante Schreibfehler bei den Klappentexten. Wenn ich ein Buch beginne, lese ich immer erst den Text auf dem hinteren Deckel und dann den Klappentext – bei beiden schreibt sich der Protagonist Will. Im Buch allerdings heißt er Viltor, welcher mit Vil abgekürzt wird. Wer schreibt eigentlich diese Klappentexte?!
Naja, nachdem dieser erste schlechte Eindruck verebbte, konnte ich mich auch dem Buch widmen – hatte mir doch die Schattenprinz-Trilogie sehr gut gefallen – allerdings hatte ich arge Schwierigkeiten mit dem Buch warm zu werden, was vor allem am ersten Teil des Buches lag. Das Buch besteht insgesamt aus fünf solcher Teile, die die Lebensabschnitte Viltors widerspiegeln. Zwischen manchen dieser “Bücher” vergeht auch schon mal ein Jahr. Innerhab eines solchen “Buches” gibt es keine Kapitel, sondern nur Abschnitte, was mir auch nicht so gut gefallen hat. Ich höre einfach lieber bei einem Kapitelende auf zu lesen, als bei einem schlichten Absatz. Nun gut, besagter erster Teil spielt hauptsächlich in einem Ort, der Halde genannt wird. Dorthin werden die Familien von Verrätern oder andere schwere Verbrecher gebracht, aber nur solche, die nicht gesund genug sind, auf der Galeere als Rudersklave zu dienen. So leben in den ehemaligen Pesthöhlen unter der Stadt nur Alte, Frauen und Kinder unter ärmlichsten Verhältnissen. Der Fall für Vils Familie war besonders tief, gehörten sie doch vorher zu den wichtigsten Familien der Stadt. Die Ausweglosigkeit, Asozialität und die überheblich arrogante Haltug der Mutter haben mir die Lesefreude an diesem Abschnitt vermiest und für mich ging die Geschichte erst richtig los, als Vil wieder das Tageslicht erblickt und nun Rache für seine Familie nimmt. Dieses erste Buch wirkt auf mich wie eine ewiglange und zähe Vorgeschichte. So kommt die Geschichte eben auch mal schnell auf 770 Seiten.
In den weiteren Abschnitten nimmt die Erzählung dann Fahrt auf, wobei sie aus drei Perspektiven berichtet wird: aus der Vils, aus der seines Onkels und aus der des Leutnant Lizet. Lange Zeit war mir nicht wirklich klar, wieso Lizet eine eigene Perspektive erhalten hat, aber nun gut, so bekam ich noch etwas von der Gegenseite mit, wenn man sie denn so nennen darf. Irgendwie schade war zwar, dass einige Zeit zwischen manchen “Büchern” vergeht, von denen der Leser nichts erfährt, da das Buch nun so wirkt wie ein zusammengesetztes Puzzle. Andererseits wurden so vermeintlich langweilige, da nicht für die Geschichte relevanten, Geschehnisse ausgeblendet um die Erzählung nicht (noch) weiter auszudehnen. Denn als gedehnt habe ich sie im Gesamten schon empfunden, auch wenn es ab dem zweiten Buch spannender wurde.
Am Ende gab es ein fulminantes Finale mit einer vom Autor als überraschendes Element geplanten Enthüllung, die ich jedoch als nicht wirklich elementar und erstaunlich empfand. Vielleicht lag dies aber auch daran, dass die Geschichte zwar lang und ausführlich war, was Vil betrifft, die Hintergründe und politischen Machenschaften blieben irgendwie blass und oberflächlich, wobei die Perspektive des Onkels doch Tiefe in diesen Teil der Geschichte hätte bringen können. So hatte diese Enthüllung für mich keine Wirkung. Ohnehin empfinde ich das Buch trotz aller Länge als irgendwie zu kurz. Wäre dies ein Mehrteiler hätten manche Aspekte ausführlicher behandelt werden können, wie z.B. die Scholaren und die Politik. In meinem Kopf schwirrt das Wort “lieblos” herum, wobei ich dem Autoren bei weitem keine Lieblosigkeit unterstellen möchte. Generell finde ich in sich abgeschlossene Romane prima, aber aus dieser Idee hätte man mindestens einen Zweiteiler machen können.
Zudem gab es viele weitere interessante Aspekte in dieser Geschichte, bei denen es lohnenswert gewesen wäre, sie ausführlicher zu behandeln: Vils Schwester ist offensichtlich magisch begagt, dies wird zwar festgestellt, aber dann unter den Tisch gekehrt. Selbst wenn Magie auf der Insel verboten ist, so kann man sie ja dennoch heimlich erforschen, wenn man doch eh schon so auf der illegalen Seite der Gesellschaft lebt. Desweiteren sind die sogenannten Gesegtneten hier auch nicht unwichtig, und man lernt drei etwas näher kennen. Dennoch wären noch mehr Informationen schön gewesen: Wann hat sich dieses Gesegnetsein gezeigt? Wieso haben sie alle weiße Haare? Andere Aspekte dagegen hätte der Autor getrost weglassen können. So hat der Onkel Vils einen Spleen, er redet nämlich mit seiner Frau, als sei sie noch am Leben. Dies hat so gar keine Relevanz für die Geschichte und zieht dadurch nicht nur den Onkel, sondern im Grunde auch die ganze politische Seite des Buches ins Lächerliche.
Schade. Denn eigentlich finde ich die Idee, ein weiteres Buch auf der selben Welt zu schreiben, auf der schon andere spielten, sehr gelungen. Hier tauchen mit den Schatten und dem Reich Oramaer bekannte Elemente auf, was mir gut gefallen hat. Allerdings ist es schade, dass dieses Buch nicht ganz an die Qualitäten der Schattenprinztrilogie heranreicht. Ähnlich empfinde ich es auch mit dem Abercrombie-Büchern, bei denen auch keines der Einzelromane an die Trilogie heranreichte.
Am Schreibstil des Autors ist jedoch nichts auszusetzen. Er schreibt in bekannter Qualität, weshalb ich das Buch dennoch als unterhaltsam empfunden habe. Die Mängel sind mir im Prinzip erst aufgefallen, als ich über das Buch reflektierte.

Fazit: Der Prinz der Rache ist ein unterhaltsamer Roman mit gewohnter Qualität aus der der Feder Torsten Finks. Allerdings hat mir der erste Teil des Buches nicht so zugesagt und im Ganzen finde ich, ist trotz aller Länge und Ausführlichkeit einiges an Tiefe und Atmosphöre abhanden gekommen, da zwar zwei weitere Perspektiven der Hauptperspektive beiseite gestellt wurden, diese aber bei Weitem nicht in der Ausführlichkeit abgehandelt wurden, wie es für die Storyentwicklung notwendig gewesen wäre. Beide führten zu einem Finale, das überraschend und ein Highlight hätte sein könnnen, so aber irgendwie keine Wirkung zeigt. Vielleicht hätte Fink dem Buch noch mehr Ausführlichkeit gewähren sollen und einen Zweiteiler daraus gemacht.


Der Ruf des Kuckucks: Roman
Der Ruf des Kuckucks: Roman
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

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5.0 von 5 Sternen Spannender Krimiauftakt aus der Feder von J.K. Rowling, 23. März 2014
Mit Harry Potter hat J.K. Rowling eine der besten – wenn nicht gar die beste – Jugendbuchreihe geschrieben, die auch ich sehr schätze. Als Rowling nun unter einem Pseudonym einen Krimi verfasst hat, hat dieser mich wesentlich mehr interessiert, als Ein plötzlicher Todesfall – ich mag Krimis einfach lieber. Als dieser Auftaktband einer Krimireihe durch Zufall den Weg zu mir gefunden hat, musste ich ihn sofort lesen und wurde auch nicht enttäuscht.
Cormoran Strike erlebt gerade einen Neuanfang in seinem Leben, denn er hat sich von seiner langjährigen Freundin getrennt und lebt nun im Büro seiner Detektei, die nett gesagt gar nicht läuft. Doch ein neuer Auftrag bahnt sich an, denn der Bruder des verstorbenen Supermodels Lula Landry glaubt nicht an Selbstmord, sondern engagiert Strike den Mörder zu finden. Mithilfe seiner neuen Assistentin Robin, die er sich eigentlich nicht leisten kann, macht er sich an die Ermittlungen.
Prinzipiell klingt dies alles nach klassischem Krimistoff und doch unterscheidet sich dieses Buch etwas von den anderen, was an seinem Charakteren liegt. Strike hat zwar noch nicht so viele Erfahrungen als Privatdetektiv, dafür umso mehr aus seinem Beruf als Militärpolizist – er weiß also was er tut. Was ihn vom Militär wegbrachte war nicht nur seine (Ex-) Freundin, sondern auch eine schwerwiegende Kriegsverletztung, die er davon getragen hat. Robin ist Sekretärin und frisch mir ihrem Verlobtem umgezogen und sucht einen neuen Job. Durch eine Zeitarbeitsfirma gelangt sie zu Strike und sieht damit einen Kindheitsrtraum erfüllt, entspricht doch die spannende Ermittlungsarbeit mehr ihrem Typ als langweilige Büroarbeiten. So geht sie ganz in ihrem Beruf auf.
Das Zusammenspiel der beiden funktioniert und liest sich prima, doch bis Rowling/Galbraith den Leser in das Setting eingeführt hat und mit den Charakteren vertraut gemacht hat, vergeht eine Weile und es kommt gar ein wenig Langeweile auf, obwohl das Buch nicht nur aus Strikes Sicht geschrieben ist, sondern Robin auch desöfteren zu Wort kommen darf. Zu Beginn des Buches wäre daher etwas Straffung der Handlung schöner gewesen. Als die Ermittlungsarbeiten jedoch richtig in Fahrt kommen, wird das Buch auch schneller und spannender und im letzten Drittel konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wer denn der Mörder ist. Rowling/Galbraith hat die Auflösung nämlich sehr geschickt eingefädelt, um es extra spannend zu machen, denn Strike weiß dank seines Spürsinns irgendwann, wer der Mörder ist, doch teilt er das weder Robin mit, noch werden dem Leser seine Gedankengänge mitgeteilt. Da ich nicht solch einen Spürsinn habe – oder vielleicht auch nicht alle Details mitbekommen habe – musste ich bis zur Auflösung waren, wer es nun war. Dies erzeugt zwar unheimlich Spannung und einge Sogwirkung zum Weiterlesen, doch eigentlich rätsel ich lieber mit.
Die Figuren waren sympathisch, der Fall interessant und gut erzählt, das alles hat mir sehr gut gefallen. Dass der Anfang etwas zäher war, finde ich in Ordnung in Anbetracht dessen, dass dies ein Auftaktband ist und Zeit zum Kennenlernen der Figuren ist daher notwendig. Von daher warte ich nun auf den zweiten Band um das Gespann Cormoran Strike und Robin.

Fazit: Der Ruf des Kuckucks ist ein wirklich spannender Krimi mit symapthischen Charakteren. Dass J.K. Rowling gut schreiben kann, weiß ich zwar seit Harry Potter, doch auch dieser Krimi ist ihr sehr gut gelungen, obwohl bei Weitem nicht der Zauber aufkommt, wie sie ihn in Harry Potter verströmt. Es ist eben “nur” ein Krimi – aber nach meiner Meinung ein sehr guter.


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