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Rezensionen verfasst von
criz_urban

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Call of Duty: Black Ops - [PC]
Call of Duty: Black Ops - [PC]
Preis: EUR 22,99

45 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kostspieliges Baller-Fastfood für entwöhnte Konseleros, 6. Dezember 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Seit Activision im Jahr 2007 den vierten Teil ihrer Ego-Shooter-Reihe Call of Duty: Modern Warfare veröffentlichte, übertrumpfen sich die designierten Nachfolger durch immer neue Verkaufsrekorde. Mit 360 US-$ Umsatz in 24 Stunden stößt das aktuelle Call of Duty: Black Ops sogar den Mega-Blockbuster Avatar vom Thron, wie eine große deutsche Tageszeitung Mitte Novemeber berichtete. Wenn ein Titel der der Call-of-Duty-Reihe an den Start geht, rollt der Rubel also - zumeist auch die Augen der Käufer, die je nach Plattform zwischen 39€ und 70€ berappen müssen. Höchstwertungen durch die Spieleredaktionen sind allerdings vorprogrammiert, laut metacritic.com (Stand: 03.12.2010) schneidet Call of Duty: Black Ops mit 83 von 100 (26 Kritiken) bei der Presse im Schnitt gut ab. Die Akzeptanz der Zockergemeinde drückt auf selbigem Portal mit 3.9 von 10 Punkten (340 Ratings) jedoch eine generelle Unzufriedenheit aus. Sind die Käufer vielleicht übersättigt an teurem Baller-Fastfood?

Rambo lässt grüßen
Die Geschichte des Action-Krachers ist schnell erzählt. Auf mehreren Schauplätzen des Kalten Krieges muss sich das virtuelle Alter Ego als Elitekämpfer durch Horden von KI-Gegnern schießen. Die Suche nach einer monströsen Massenvernichtungswaffe ist Ziel und Inhalt der, nach dem luftleeren CoD: Modern Warfare 2, interessant erzählten Geschichte. Die Storyline wird (fast) ausschließlich in den Sequenzen zwischen den Kampfeinsätzen erzählt, denn egal ob Kuba, Vietnam oder Russland das Motto lautet fortwährend: "Viel hilft viel!" Das bedeutet, dass viele Missionen als Ballerorgien a la John Rambo mit 400 Schuss Munition auf der hohen Kante begonnen und nur durch kurzes Nachladen hin und wieder unterbrochen werden.

Eitle Pappkameraden
Der als Taktik-Shooter umworbene Titel CoD: Black Ops nimmt den scheinbar unmündigen Spieler einfach an die Hand. Abgesehen davon, dass das lineare Missionsdesign ohnehin nicht viel Platz für eigene Erkundungstouren lässt, treiben einen die computergesteuerten Kamderaden im Schweinsgalopp durch die Missionen. Dem gelben Punkt folgend, der markiert schließlich jene genannten Verbündete mit dem weit sichtbaren Handlungsimperativ "Folgen", bleibt dem Spieler nie die Wahl zwischen alternativen Lösungswegen. Sämtliche Aktionen sind nämlich geskriptet und Teil des allzu engen Missionskorsetts, das mit sechs Stunden Durchspielzeit dazu sehr kurz ist. Feuerunterstützung vom eigenen Team sucht man ebenfalls vergeblich, weil die befreundeten Pappkameraden es vorziehen, in sicherer Deckung ihre Waffen zu bewundern. Wer stirbt, startet jedoch am letzten Checkpoint/Speicherpunkt erneut, was jeden Schwierigkeitsgrad zum Moorhuhnschießen degradiert.

Technischer Lichtblick
Taktischer Tiefgang ist bei CoD: Black Ops somit fehl am Platz. Aber was bleibt von dem vermeintlichen Über-Spiel noch? Keine Frage, technisch ist es einwandfrei umgesetzt, schön anzuschauen und läuft selbst auf älterer Hardware flüssig. Der Sound wummert bombastisch in die Ohren und wer das Glück hat, in den Besitz einer englischen Originalfassung zu kommen, kann prominente Synchronstimmen bewundern. Dieser Hauch von audiovisueller Qualität und Authenzitität bleibt den meisten deutschen Käufern allerdings verwehrt; diese müssen sich schließlich mit einer zensierten Fassung und lustlosen C-Synchronsprechern das Spiel weiter entwerten lassen. Über die Notwendigkeit der dargestellten Brutalität in der Originalfassung muss anderswo gestritten werden, aber den deutschen Käufern eine so misslungene Vertonung unterzujubeln, ist eine gewaltige Frechheit. Gerade vor dem Hintergrund des kommerziellen Erfolgs der Serie wiegt dieses Versäumnis besonders schwer.

Prädikat: Unwertvoll
Auch der beliebte Multiplayer-Modus der Call-of-Duty-Reihe fällt bei Black Ops wie eine gelangweilte Kopie der bisherigen Vergänger aus: ähnliche Waffen, bekannte Extras und Eigenschaften, wenige Karten, stark begrenzte Spieleranzahl auf den Servern. Eine Ausstattung, die minderjährige Konseleros vielleicht zufrieden stellt, mit wenig Ge- bzw. Inhalt. Was bleibt, ist ein fader Geschmack auf der Gamerzunge und ein sich allmählich einschleichendes "Warum?" im Bewusstsein des Spielers. Warum läuft das Spiel eigentlich ohne mich? Warum habe ich ein einziges Déjà-vu-Erlebnis? Und warum habe ich dafür so viel Geld auf den Tisch gelegt?

Fazit: Finger weg von teurem Baller-Fastfood!
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2012 11:57 AM CET


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