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Rezensionen verfasst von
Steppenwolf (Landkreis Oldenburg)

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Die Hetzjagd (Die Chronik des Eisernen Druiden, Band 1)
Die Hetzjagd (Die Chronik des Eisernen Druiden, Band 1)
von Kevin Hearne
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Erfrischend anders, aber noch ausbaufähig, 3. März 2013
Die Hetzjagd ist der erste Band einer Reihe mit noch nicht absehbarem Ende. In den USA sind bereits fünf Teile erscheinen, der sechste folgt im Juni 2013. Weiter unten erfolgt eine Auflistung.

Zum Inhalt: Atticus O’Sullivan ist ein 2100 Jahre alter Druide, der letzte seiner Art, lebt in Tempe, Arizona und betreibt dort einen okkulten Buchladen. Diesen Ort wählte er, da hier kaum Götter zugegen sind und auch das berüchtigte Feenvolk keine Portale erschließen kann. Er ist im Besitz eines mächtigen Schwertes namens Fragarach und nach eben jenem Schwert trachtet ein irischer Gott, der nichts unversucht lässt Atticus auf die Spur zu kommen, mit dem Ziel ihn zu töten. Doch der gewitzte Druide ist vorbereitet, er hat nicht nur seinen treuen Begleiter, den Wolfshund Oberon an seiner Seite, sondern auch seinen Anwalt Hal und die eine oder andere wohlgesonnene Göttin.

Meine Meinung: Die Leseprobe hat mich bereits richtig neugierig auf das Buch gemacht. Ich war von Anfang an sehr von der Idee angetan, dass ein jahrhunderte alter Druide mitten unter uns lebt und einen kleinen Buchladen führt. Das hat einfach was.
Atticus ist einfach ein cooler Typ und er kommt auch recht glaubhaft rüber. Immerhin ist er sehr alt, wobei sein Äußeres darüber keinerlei Aufschluss gibt, was seine streckenweise Überlegenheit rechtfertigt. Dennoch ist er sehr wohl verwundbar, ohne dabei jedoch allzu schwach zu wirken. Da ist die Balance meiner Ansicht nach gut gelungen. Weder haben wir hier einen übermächtigen – noch zu schwachen Helden. Die Mischung passt. Atticus wird auch nicht müde, das immer wieder mitzuteilen. Ja, man muss tatsächlich sagen, dass er eine regelrechte Labertasche ist. Das kommt vielleicht auch deshalb so krass rüber, weil das gesamte Buch aus seiner Sicht geschrieben ist. Das hat mich weiter nicht gestört, wären da nur nicht immer wieder diese Wiederholungen. So erzählt er bei jeder Gelegnheit, dass er den Kontakt zur Erde benötigt , um seine Kräfte aufzuladen. Jedesmal wird das wieder durchgekaut. Sowieso beschreibt er recht viel und das ist mir wiederum sehr positiv aufgefallen, wird so doch gut Atmosphäre aufgebaut.
Schon sehr bald bin ich beim Lesen etwas von meinen Erwartungen abgekommen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es darauf hinausläuft, dass es von mythischen Wesen geradezu wimmelt. So kommen hier ganz selbstverständlich Werwölfe, Vampire, Hexen etc. vor. Nun gut, wenn man’s erst einmal weiß und sich darauf eingelassen hat, ist es doch sehr unterhaltsam. Was mich dann aber doch gestört hat, war eine gewisse Überladung. In jedem Moment kam ein neuer “Freak” dazu. Ich hatte das Gefühl, alles und jeder entpuppt sich früher oder später als Hexe, Werwolf, Gott oder einfach nur besessen. Tja, das war womöglich ein wenig zuviel des Guten. Dafür hätte das Buch länger sein müssen. Trotz des Detailreichtums geht’s manchmal einfach viel zu schnell. Das Buch legt schon ein ordentliches Tempo an den Tag. Ich hätte mir einige Ruhepole gewünscht, gern auch mit erläuternden Passagen. Der Schreibstil ist nämlich wirklich sehr gut, da hätten hundert Seiten mehr durchaus Sinn ergeben.
Erstaunlicherweise war der Roman auch sehr viel humorvoller, als ich vermutet hatte und ich finde es war teilweise recht grenzwertig und die Kurve wurde gerade noch so eben gekratzt, bevor es ins Lächerliche abrutschte. Eben auch hier manchmal eine Idee zuviel. Aber das alles täuscht nicht darüber hinweg, dass der Auftakt zur Chronik des Eisernen Druiden gelungen ist.
Der größte Kritikpunkt ist die fehlende Spannung. Atticus hat immer einen Plan und weiß anscheinend genauestens Bescheid. Zum Glück kann er dann aber doch ab und zu überrascht werden. Nichtsdestotrotz, die Spannung wollte sich nicht so recht aufbauen und damit war dann auch das Finale unspannend, durchaus spektakulär, aber auch irgendwie vorhersehbar. Ich denke, da kann man künftig mit Sicherheit mehr rausholen. Und irgendwo muss ja schließlich Steigerungspotential sein, sonst wird man von den Folgebänden eh nur enttäuscht sein.

Fazit: Der Eiserne Druide macht Lust auf mehr. Zwar herrscht schon eine gewisse Überladung an mythischen Kreaturen vor und auch der Humor droht oftmals ins Lächerliche abzurutschen, aber der Autor hat die Kurve auf jeden Fall noch bekommen. Was wirklich fehlt ist die Spannung, aber was nicht ist kann ja noch werden. Ich bin gespannt auf die nächsten Teile und hoffe, dass sie bald auch in Deutschland erscheinen werden.

Bisher erschienen:

The Iron Druid Chronicles (dt. Die Chronik des Eisernen Druiden)

Teil 1: Hounded (dt. Die Hetzjagd)
Teil 2: Hexed
Teil 3: Hammered
Teil 4: Tricked
Teil 5: Trapped
Teil 6: Hunted (Juni 2013)


Die Drachenkämpferin, 3: Der Talisman der Macht
Die Drachenkämpferin, 3: Der Talisman der Macht
von Licia Troisi
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4.0 von 5 Sternen Geschickt inszeniertes Ende ohne große Überraschungen, 3. März 2013
Zum Inhalt: Die Streitmächte des Tyrannen brechen nun auch über das Land des Wassers herein. Die Armee besteht jedoch nicht nur aus Menschen, Gnomen und Fammin, Monstern, welche der Tyrann mittels Magie erschaffen hat, sondern auch aus den untoten Soldaten der freien Länder. Ein Sieg scheint aussichtslos, selbst mit der Unterstützung aus Zalenia. Es gibt nur noch einen Weg den Tyrann zu besiegen: Nihal muss den Talisman der Macht mit acht Edelsteinen bestücken, welche jeweils in einem Land der Aufgetauchten Welt in einem Heiligtum zu finden sind. Um an die Steine zu gelangen, muss sie zunächst die Wächter überwinden.
Während Nihals Reise muss ihr Lehrmeister Ido sich derweil seiner Nemesis stellen, er wird schwer verwundet. Nach seinem Erwachen ist alles anders und Ido muss einen Weg zurück zu seiner alten Stärke finden. Doch kann ihm das nach seiner schweren Verletzung gelingen?

Meine Meinung: Nachdem der letzte Teil eine klare Steigerung zum Ersten war, bin ich mir bei diesem nicht ganz sicher. Es geht zunächst auf demselbem Niveau weiter, aber leider gab es auch einige Stellen, die mir zu kurz, detailarm oder schlicht unspektakulär erschienen.
Der gesamte dritte Teil dreht sich um Nihals Reise zu den acht Heiligtümern, in denen sie die Steine für den Talisman der Macht finden kann. Ziemlich bald muss sie auf ihren Drachen verzichten, um kein großes Aufsehen zu erregen. Das ist zwar logisch, jedoch schmälert dies auch ein wenig die Freude, da man nach dem Buchtitel ja nun immer davon ausgehen muss, dass Drachen eine zentrale Rolle spielen – nur tun sie das in der gesamten Trilogie eigentlich nicht wirklich. Ich hätte mir an manchen Punkten gewünscht, dass Nihals Beziehung zu ihrem Drachen Oarf etwas ausführlicher behandelt würde. Diese Detailarmut setzt sich auch in den Entwicklungen und vor allem Beschreibungen der Charaktere fort. So manches Mal hätte ich mir ganz einfach noch ein bisschen mehr Charaktertiefe gewünscht. Es gab durchaus gute Ansätze in Band zwei und ich hoffte hier nun auf eine Ausweitung, doch wurde vieles leider nicht mehr angesprochen. Dennoch, bei dem ein oder anderen Charakter hat man durchaus Neues erfahren und auch Entwicklungen waren zu erkennen – es hat eben nur die letzte Kleinigkeit gefehlt.
Die Reise Nihals gestaltete sich eigentlich als recht unspannend. Da konnte ich nicht so richtig mitfiebern. Die Heiligtümer waren zwar interessant gestaltet, die Wächter haben aber so manches Mal enttäuscht. Von großartigen Prüfungen war nicht viel zu sehen. Da hätte ich deutlich schwierigere Hindernisse erwartet, da sich nun ja auch beinahe das gesamte Buch um die Beschaffung der Steine dreht. Stattdessen bekommt man eine Nebenhandlung vorgesetzt, die die Fammin näher beleuchtet. Das hat mir gut gefallen, aber auch da hätte mehr kommen können und ein wirklicher Ersatz, war es auch nicht. Nach den ersten zwei, drei Heiligtümern, war der Ausgang der Reise eigentlich klar. Kein Platz mehr für große Überraschungen. Während der Reise kam es aber noch zu einem unerwarteten Wiedersehen mit einer Figur aus Band zwei. Hieran folgte eine gelungene Episode, welche einem näher brachte wie die Menschen unter Herrschaft des Tyrannen leiden. Das ist gut gelungen und kam auch an genau der richtigen Stelle, um den Leser bei der Stange zu halten.
Wäre man die ganze Zeit über bei Nihal gewesen, es hätte wohl mächtig Punktabzug gegeben, so aber wechselt die Autoren immer wieder den Schauplatz und Ido rückt mehr in den Vordergrund des Geschehens. Da er mir als Figur sehr gut gefällt, kam mir diese Entwicklung gerade recht. Sein Charakter wurde dadurch facettenreicher. Auch schreckt die Autorin nicht vor tragischen Ereignissen zurück, was die Geschichte glaubhafter macht.
Das Finale war jedoch alles andere als erwartet. Es war in der Tat recht unspektakulär. Aber dennoch ist es doch geschickt konstruiert und zündete erst ein wenig später, nachdem ich länger darüber nachgedacht habe. Es ist definitiv kein Standard-Finale und allein das finde ich schon mal sehr erfrischend. Es kann aber auch nicht darüber hinweg täuschen, dass ein wenig die Spannung gefehlt hat. Ich fühle mich nach wie vor hin- und hergerissen. Passend ist nach meinem Empfinden.
Was man dem Buch wieder einmal zugutehalten muss, ist die sehr gute Lesbarkeit und der flüssige Schreibstil. Die Karte war diesmal wirklich wichtig, um Nihal auf ihrer Reise begleiten zu können. Und trotz aller Negativpunkte, hat das Lesen einfach wieder Spaß gemacht.

Fazit: Der dritte Teil der Reihe kann die Steigerung des zweiten Bandes leider nicht auf dessen Niveau fortführen. Die Erwartungen an diesen Band waren recht hoch und durch die etwas langatmige, teilweise unspannende Reise und das zwiespältige Finale bleibt er hinter den Erwartungen zurück. Nichtsdestotrotz war das Lesen ein Vergnügen, nur hätte ich mir oftmals einfach nur ein wenig mehr gewünscht. Als Ganzes betrachtet aber eine grundsolide Fantasy-Trilogie, die man dem nicht allzu anspruchsvollen Leser nur empfehlen kann.


GorillaDelphia® II: Armor, Stein & Eisen bricht
GorillaDelphia® II: Armor, Stein & Eisen bricht
von Timo Mrazek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,22

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Waaahhnsinn geht weiter, 23. Januar 2013
"Endlich ist der zweite Teil da!!" werden viele Fans sagen, die GorillaDelphia bereits seit zehn Jahren die Treue halten. Ich hingegen musste gerade mal ein knappes Jahr warten... Unwissenheit kann ein Segen sein. Wie hätte man das Warten und die Ungewissheit sonst bloß aushalten sollen? Womöglich nur mit speziellen Pappinger-Meditationsübungen oder in einer Paralleldimension, wo die Zeit zehnmal schneller vergeht.
Der Tripp in diese überaus bizarre Welt geht weiter und zwar genau sechs Monate nach den Geschehnissen aus Teil 1. Ray Moron ist mal wieder mächtig in Schwierigkeiten, denn er muss sich einer Horde von Dunkelbohrerdämonen am Mount Bam stellen. Ihm zur Seite steht nur eine stark dezimierte niierulanische Armee und sein treuer BrommHommler. Auch Headfield Waller darf natürlich nicht fehlen, was ich sehr begrüße, da er mit Sicherheit einer meiner - wenn nicht gar der - Lieblingscharakter geworden ist. Einen Ego-Shooter mit gut befülltem Inventar dabei zu haben ist nie verkehrt... Abseits des Mount Bam lauert indes eine andere Gefahr und Ray sollte sich verdammt nochmal vorsehen. Es gibt durchaus das eine oder andere Wiedersehen mit alten Bekannten.
Die Absurditäten nehmen ihren Lauf und der Autor greift wieder mächtig tief in die Kuriositätenkiste. Aus diesem schier unerschöpflichen Vorrat hat er wieder einmal einen Nonsens-Cocktail gezaubert, der seinesgleichen sucht. Ich habe mich wieder einmal herrlich amüsiert und war doch sehr überrascht wie sich alles so entwickelt hat. Und neben all diesen abgedrehten Figuren, Orten und Absonderlichkeiten ist das Buch auch noch saugut geschrieben. Abseits alles Populären ist GorillaDelphia ein echter Geheimtipp, der für mich schon längst Kult geworden ist. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass der Roman sich beinahe wie ein Film anfühlt, inklusive Sound und Special Effects. Alles Qualitäten, die bereits aus Teil 1 bekannt waren. Der Allwissende Erzähler scheut auch nicht davor zurück, dem Leser in einigen Fußnoten Klarheit zu verschaffen und Informationen rauszurücken, die eben nur ein Allwissender Erzähler haben kann. Wer wäre z.B. schon darauf gekommen, dass Unsichtbare Schwierigkeiten haben Schlaf zu finden...
Der einzige Unterschied zum ersten Teil, ist eigentlich nur das Fehlen eines Finales. Das Ende ist dermaßen offen, offener geht es nicht mehr. Man kann nur hoffen, dass die Gerüchte wahr sind und Teil 3 noch in diesem Jahr erscheinen wird.

Fazit: Ein Lesesvergnügen sondergleichen und auf konstantem Spaßniveau in Runde zwei. GorillaDelphia ist eine buchgewordene Absurdität mit ganz viel Phantasie, absolutem, schon an den Wahnsinn grenzenden Schwachsinn und viel Action. Ich liebe es. Wer irren Humor mag, damit leben kann, dass es immer noch seltsamer wird, sollte GorillaDelphia lesen.


Die Drachenkämpferin 1 - Im Land des Windes: Roman
Die Drachenkämpferin 1 - Im Land des Windes: Roman
von Licia Troisi
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4.0 von 5 Sternen Gut geschriebene Fantasy, die einfach Spaß macht, 23. Januar 2013
"Die Drachenkämpferin - Im Land des Windes" ist der Auftaktband zu einer Trilogie mit dem Titel "Die Drachenkämpferin". Eine vollständige Auflistung erfolgt unten.

Zum Inhalt: Sie hat violette Augen, nachtblaue Haare und spitze Ohren. Seit ihrer Geburt weiß sie, dass sie eine Kriegerin ist. Sie träumt davon, den Drachenrittern anzugehören und die Fammin zu schlagen, ein Monstervolk, das der Tyrann erschaffen hat, um ihre Welt zu zerstören. Nihal, die bei den Menschen aufwuchs, ist die letzte Überlebende der Halbelfen, einem Volk, das der Tyrann bereits ausgerottet hat. Nihal trägt den Schmerz ihres Volkes in sich, das sie nie kennen gelernt hat, von dem sie aber in ihren Träumen angefleht wird, Vergeltung zu üben. Nur zwei Verbündete stehen ihr zur Seite: der junge Magier Sennar und ihr unfehlbares Schwert aus schwarzem Kristall. Wird es Nihal gelingen, das Schicksal einer Welt abzuwenden, die vom Untergang bedroht ist? (Klappentext)

Meine Meinung: Anfangs war ich mir nicht sicher, ob mich dieses Buch wirklich begeistern könnte. Geworben wird unter anderem mit "Für alle Fans von >Eragon<". Nun, letzteres habe ich nicht gelesen und die Hauptperson ist eine Frau. Da befürchte ich oftmals, dass es mir schwer fallen könnte mich in den Charakter hineinversetzen zu können. Zum Glück hat hier alles gepasst. Licia Troisi ist hier ein klasse Auftakt zu einer Trilogie gelungen. Die Geschichte wartet zwar nicht mit sonderlichen Innovationen auf, aber dafür ist es gute solide Fantasykost.
In der Aufgetauchten Welt gibt es z. B. Menschen, Gnome, Kobolde, Nymphen und das böse Volk der Fammin, welche vom Tyrannen erschaffen wurden. Der Tyrann selbst bleibt weitesgehend im Dunkeln, eine Bedrohung, die noch nicht besonders greifbar scheint. Der Krieg jedoch ist schon sehr nah und Nihal begegnet ihm bald überall. Zuletzt gibt es natürlich auch die Drachen, welche von einigen Auserwählten, den Drachenrittern, geflogen werden.
Der Leser begleitet Nihal, die letzte Überlebende des Volkes der Halbelfen, auf ihrem Weg selbst ein Drachenritter zu werden. Das ist ihr größter Wunsch und dieser scheint zunächst unerreichbar, da es bislang keine Frauen unter ihnen gibt. Zunächst hatte ich den Eindruck, dass ihre Sehnsucht nach Schlachten und Krieg etwas weit hergeholt sei. Ich konnte ihr Handeln nur schwer nachvollziehen. Es hieß zwar, sie habe immer diese Träume, in denen sie von ihrem Volk aufgefordert wird, Rache zu nehmen für ihre Ausrottung durch den Tyrannen, aber warum sie so dermaßen versessen ist, hatte sich mir lange nicht erschlossen. Auch ist sie eine sehr gute Schwertkämpferin. So gelingt es ihr beinahe schon mühelos gute und ausgebildete Kämpfer zu besiegen. Das kam zunächst sehr unglaubwürdig rüber, denn Nihal ist zunächst 13 und später 17 Jahre alt. Kaum Zeit sich wirklich in den Feinheiten des Schwertkampfes zu schulen und dann noch ohne Lehrer. Dies ändert sich später, aber auch zu Beginn ihres Unterrichts ist sie schon ausgesprochen gut. Zum Glück kam dann endlich ein Moment, wo man sah, dass sie endlich mal an ihre Grenzen stößt. Sie ist aber nicht nur gut mit dem Schwert, sondern auch ein ausgesprochener Trotzkopf, der nie auf das hört, was man ihm sagt und mag der Rat noch so vernünftig oder richtig sein. Manchmal dachte ich, hat sie keine Ohren? Denkt sie gar nicht nach? Irgendwie muss sie ihre Lektionen immer recht schmerzlich lernen. Aber immerhin, sie wird lernfähiger.
Im nachhinein bzw. später im Buch konnte ich sie immer besser verstehen und das bügelte so manche Skepsis aus. Letztlich muss man dem Roman zugute halten, dass er sehr gut geschrieben ist und einfach ausgesprochen angenehm zu lesen war. Die Charaktere sind gut gelungen, ich erhoffe mir dennoch, im weiteren Verlauf der Trilogie noch mehr über den einen oder anderen zu erfahren. Dieser Band ist allerdings ganz klar ein Auftakt und hat kein richtiges Finale. Aber trotzdem hat mir der Schluss gut gefallen, es war zwar nicht besonders spannend, es gab keinen Showdown, es war eher geprägt durch eine gewisse Melancholie. So gesehen kann man es als emotionales Finale betrachten: Nihal findet besser zu sich selbst und ihr wieterer Weg liegt nun vor ihr. Alles ruft nach der Fortsetzung. Erst jetzt verspricht es richtig loszugehen, womit ich an Band zwei schon gewisse Erwartungen richte.
Was ich wieder ausgesprochen gelungen finde, ist die Karte im hinteren Teil des Buches. Für mich mittlerweile schon ein unablässiges Utensil beim Lesen von Fantasy-Geschichten. Was es hier noch nicht gibt, wird es aber zu meiner Erleichterung im zweiten Band geben, nämlich einen Glossar mit Namen.

Fazit: Im Land des Windes bildet den Auftkt zur Trilogie um Die Drachenkämpferin. Auch wenn ich Nihal zu Beginn nicht ganz verstehen konnte, so hat sich doch im Verlauf des Buches nahezu alles klären können und das Lesen hat ganz einfach Spaß gemacht. Ein richtiges Finale gibt es nicht, aber es handelt sich ja auch um den Auftakt einer Serie. Da muss es nicht immer ein spannungsvolles Finale geben.

Die Trilogie in der Übersicht:

Im Land des Windes
Der Autrag des Magiers
Der Talsiman der Macht


Selbstsucht: Die Sünden des Prinzen
Selbstsucht: Die Sünden des Prinzen
von Peter Bracket
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erzählung mit Potential, 23. Januar 2013
Zum Inhalt: Amrin hat nichts als Frauen und sein eigenes Vergnügen im Sinn. Er treibt sich lieber im Bordell rum, als sich mit Staatsgeschäften zu langweilen. Auf die Ermahnungen seines Vaters, des Königs, gibt er keinen Heller. Als ein fremder Wagen mit geheimnisvoller Ladung in die Stadt kommt, steht das beschauliche Leben des Prinzen schnell auf dem Kopf. Doch das ist erst der Anfang. Schatten brauen sich über den Ländern Wouranu und Lreimana zusammen und drohen den Frieden für immer zu verschlingen. (Klappentext)

Meine Meinung: Ich muss sagen, dass ich ein klein wenig enttäuscht war, als ich das Buch beendet hatte. Es gibt eine Haupthandlung, in welcher der Prinz Amrin im Mittelpunkt steht. Den Charakter empfinde ich als äußerst spannend, aber ich konnte seine Handlungen nicht immer ganz nachvollziehen. Mir haben hier definitiv Details gefehlt. Das Buch hätte problemlos doppelt so lang sein können. Ich wünschte mir mehr über Amrin zu erfahren, um damit auch sein Vorgehen besser verstehen zu können. Einfach ausgedrückt, wirkte es auf mich manchmal zu abrupt abgehackt, fast so als wären Stellen rausgekürzt worden.
Neben dieser Handlung gibt es noch zwei weitere. Über den Wechsel in der Erzählperspektive war ich sehr positiv überrascht, nur leider konnte ich nahezu keinerlei Bezug zur Haupthandlung herstellen. Hier fehlte mir die Verknüpfung und sei es auch eine nur noch so kleine Andeutung, um somit mehr Spannung zu erzeugen. So liefen diese beiden Handlungen leider etwas an mir vorbei. Es gibt da einen gewissen Zusammenhang zum Klappentext, aber es fehlte ganz einfach noch etwas Entscheidendes. Es hat mich schlichtweg nicht richtig packen können.
Angetan war ich aber durchaus vom Schreibstil. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, er könne noch ein wenig Feinschliff vertragen, aber alles in allem gefielen mir Wortwahl und Beschreibungen wirklich gut. Die Atmosphäre ist ebenfalls gut gelungen, alles erinnert stark an ein orientalisches Reich, von der übrigen Welt und überhaupt ihrer Größe und Ausdehnung ist indes nichts bekannt. Eine Karte gibt es leider nicht.
Ein weiterer Punkt der einen im Regen stehen lässt, ist der, dass die Geschichte am Ende offen ist und ganz klar wie ein Auftakt Band zu einer Serie wirkt. Falls dem so ist, wünsche ich mir für folgende Romane mehr Tiefe, sowohl in der Handlung als auch in den Charakteren. Das Potential ist gegeben.

Fazit: "Selbstsucht. Die Sünden des Prinzen" hat definitiv Potential mit vielversprechenden Ansätzen, könnte aber noch deutlich mehr Details vertragen. Man wünscht sich die Charaktere besser verstehen zu können. Die Seitenzahl ist allerdings für Wenigleser und diejenigen, die sich von dicken Schinken abschrecken lassen definitiv eine Empfehlung. Für Schnellleser und besonders Fantasy-Begeisterte ist das in einem Rutsch durchgelesen.


Die weiße Flamme: Die Götterkriege 2
Die weiße Flamme: Die Götterkriege 2
von Richard Schwartz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Schwächer als der Vorgänger, bietet jedoch positiven Ausblick, 23. Januar 2013
Zum Inhalt: In Illian soll Leandra nun endlich ihren Anspruch auf die Krone geltend machen. Wiesel und Marla sind hierfür bereits zuvor dorthin gereist um die Lage zu sichten und alles vorzubereiten. Derweil haben Leandra, Blix und die anderen noch eine Aufgabe zu erfüllen: Sie müssen den mächtigen Wyrm, den sie befreit haben stoppen, da dieser sich unaufhaltsam auf die Stadt Lassahndaar zubewegt. Die Eule Asela versucht ein Tor zu öffnen, wodurch die Truppen der dritten Legion schnellstmöglich transportiert werden sollen und schließlich treffen die Gefährten samt Lenadra in Illian ein, doch auch Kriegsfürst Corvulus war nicht untätig und so ist die Krone bereits einem weiteren Anwärter zugedacht. Kann Leandra den Rat von ihrem rechtmäßigen Anspruch auf den Thron überzeugen und wo ist Havald?

Meinung: Ich kann nicht sagen, dass mir die Weiße Flamme nicht gefallen hätte, aber dieser Teil hängt dem Auftakt doch ein wenig hinterher. Die personale Erzählweise geht hier in gleicher Weise weiter und funktioniert überraschend gut. Nach wie vor ist der Schreibstil eine große Stärke, die eben auch so manche Schwäche durchaus verzeihen lässt.
Leider gibt es diesmal doch einige mehr davon. Zunächst wäre da der absolut irreführende Klappentext, der sich praktisch nur auf die letzten 50 Seiten bezieht und dann noch nicht einmal wirklich korrekt ist. Was man sich hier unter der Weißen Flamme vorstellt, hat meiner Ansicht nach nichts mit dem Kult der Weißen Flamme zu tun, die bereits im Geheimnis von Askir erwähnt wurde. Der Klappentext kann allerdings auch kaum mehr Spannendes aussagen, denn Spannung war diesmal arg gedrosselt. Das Finale spielte in etwa auf den letzten 50 Seiten und bis dahin ist recht wenig passiert. Die meiste Zeit war man bei Wiesel und Marla und bei Leandra und den anderen. Es war nichts Spektakuläres. Zudem eben leider recht unspannend und eine sonderliche Charakterweiterentwicklung konnte ich auch nicht beobachten.
Was ebenfalls nicht sonderlich spannungsfördernd war, war die Durchsichtigkeit der Handlung. Man hat alles kommen sehen, mal mehr mal weniger verschleiert. Besonders das Finale war ohne Spannung, eigentlich wurde alles schon vorher und damit viel zu früh verraten und dann auch noch sehr kurz abgehandelt. Es ging ja bereits einge Male vorher schon ziemlich schnell zum Ende eines Buches zu, aber diesmal empfand ich es als ausgesprochen abgehackt.
Havalds Abwesenheit mussten wir nun schon im ersten Band der Götterkriege hinnehmen, aber allmählich fehlt er doch sehr, auch wenn er mal kurz auftaucht. Zumindest kann man sich gewiss sein, dass sich das im dritten Band zum Glück wieder garvierend ändern wird. Neben Havald hat auch Zokora sehr gefehlt und es wurde leider überhaupt nicht oder nur verdammt kurz darüber gesprochen, was aus ihr geworden sein könnte. Ich hätte eine Rettungsmission erwartet, aber dazu hatten wohl alle zuviel mit den aktuellen Ereignissen zu tun. Naja, schade, denn Zokora stellt immer einen wunderbaren Gegenpart dar und sorgt auch immer wieder für herrlich humoristische Szenen, mal gewollt mal ungewollt. Ich hoffe, wir werden sie bald wiedersehen.
Letztlich hatte man das Gefühl, als ginge es nicht recht voran, aber vielleicht muss es auch solche Teile geben, denn sonst gäbe es wohl schwerlich Highlights. Auch wenn alles eher negativ klingt, war die Weiße Flamme kein schlechtes Buch, abermals habe ich die Charaktere gern begleitet und mitgefiebert, auch wenn es an Spannung gefehlt hat. Und dies bleibt auch der größte Kritikpunkt. Dass nicht immer alles spannend sein kann ist völlig klar, aber wenn man das was an Spannung noch bleibt dadurch, ja, kaputt macht, indem man den Leser schon früh einweiht und ihn alles vorausahnen bzw. tatsächlich sehen lässt, dann ist das wirklich schade. So wurde der Kern der Handlung, nämlich die Intrigen um die Krone vor dem Finale ausgehebelt. Nun, dieses Buch steht allerdings auch nicht ganz für sich allein, da es ohne die vorigen nicht funktionieren würde und so bleibt es ein etwas schwächerer Teil einer sehr starken Serie.

Fazit: Der Folgeband der Götterkriege weist einige Schwächen auf, die doch ins Gewicht fallen und besonders die Spannung leider sehr niedrig gehalten haben. Weder Geschichte noch Charaktere entwickeln sich großartig weiter. Von der tollen Situationskomik war auch weniger zu sehen, was sicherlich auch dem Fehlen von Zokora zuzuschreiben ist. Aber dennoch bleibt das Gesamtniveau für mich immer noch recht hoch, es muss eben auch schwächere Teile in einer Serie geben, so kann man das nächste Highlight noch freudiger begrüßen.
Aber vorsicht, der Klappentext ist ziemlich irreführend und auch meiner Meinung nicht ganz korrekt.


Die Rose von Illian: Die Götterkriege 1
Die Rose von Illian: Die Götterkriege 1
von Richard Schwartz
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollends gelungener Auftakt, 9. Oktober 2012
Zunächst sei darauf hingewiesen, dass dies zwar der Auftakt eines neuen Zyklus mit dem Namen "Die Götterkriege" ist, dieser aber an "Das Geheimnis von Askir" anschließt und diese Reihe zwingend voraussetzt.

Desina, die vor kurzem herausfand, dass sie die Enkelin des ewgigen Herrschers Askannon ist, ist nun die neue Kaiserin von Askir. Alles scheint gut zu sein, doch ausgerechnet Havald, der seinem Bannschwert Seelenreißer ein übernatürlich langes Leben verdankt und als praktisch unsterblich galt, wurde hinterrücks ermordet. Sein Schwert wurde gestohlen, doch es gibt Hoffnung: Laut einer Prophezeihung soll Havald ins Leben zurückkehren, wenn er sein Schwert zurückerhält. Kurtis Blix wird indes mit einer schwierigen Aufgabe betraut, den Weltenstrom in der fernen Stadt Lassandahr umzulenken, so dass ein magisches Tor zur Kronstadt geöffnet werden kann und so die Königin in die belagerte Stadt Einzug halten kann um ihren Anspruch auf die Krone geltend zu machen. Kann Blix mit seiner Lanze dieses Himmelfahrtskommando zu einem erfolgreichen Abschluss bringen und auch noch Seelenreißer wieder zurückerlangen?

Ich war sehr skeptisch was die Änderung in der Erzählperspektive angeht, da nun nach Havalds Tod nicht mehr aus seiner Sicht erzählt werden kann. Zum Glück wurde ich von der personalen Perspektive positiv überrascht. Es war zwar ein ganz anderes Gefühl beim Lesen, aber dennoch war ich bereits nach wenigen Seiten wieder vollkommen in die Welt von Askir eingetaucht. Es gibt jetzt einige Perspektivwechsel, so dass man mal mehr bei der einen Figur war, dann wieder bei einer anderen. Somit konnten auch einige Ortswechsel und damit einhergehende parallele Handlungen gut dargestellt werden.
Im Grunde geht die Geschichte um das Geheimnis von Askir nahtlos weiter. Richard Schwatz' Schreibstil vermag den Leser sofort mit auf die Reise zu nehmen. Es liest sich wie immer angenehm leicht und die Seiten fliegen dahin. Durch die verschiedenen Handlungsorte und die zunehmende Menge an Figuren wirkt der Auftakt der neuen Reihe komplexer, bleibt aber in einem adäquaten Rahmen, also noch immer gut überschaubar. Jedoch wird gerade hier deutlich, dass das alles einfach nicht mehr aus einer Ich-Perspektive erzählt werden kann. Das hätte sicherlich nicht sonderlich gut funktioniert. Wobei mir Havalds Sichtweise in den vorigen Bänden äußerst gut gefallen hat, weil er einfach einen ganz speziellen, eben seinen eigen Blick auf die Dinge hat. Trotz geänderter Perspektive kommt der Humor wieder einmal nicht zu kurz. Das Buch ist gespickt von vielen Szenen mit sehr gelungener Situationskomik im Zusammenspiel der Charaktere. Wir mussten des Öfteren herzhaft lachen!
Während einige Charaktere hier ein wenig in den Hintergrund rücken, kehren andere dafür aktiv ins Geschehen zurück. So sind Sieglinde und Janos wieder mit dabei und Schwertmajor Blix, der noch aus den Feuerinseln bekannt sein dürfte, ist der Auserwählte, welcher die 5. Lanze zu dem Himmelfahrtskommande nach Lassandahr anführen wird. Zudem erhält Wiesel einen Handlungsstrang - jedoch wünsche ich mir hier noch einiges mehr. Sowohl bei Wiesel als auch bei Blix hätte man noch etwas mehr in die Tiefe gehen können, denn beide sind sehr interessante Figuren und beherbergen ein ordentliches Potential. Wiesel dürfte vielen aus der Eule von Askir bekannt sein und hat damit schon einen gewissen Stand, heißt, man kennt ihn schon etwas, wohingegen Blix ein wenig farblos bleibt, obwohl er doch eigentlich einer der Hauptcharaktere ist. Aber das kann ja alles noch kommen, es ist ja nur der erste Band eines neuen Zyklus und somit bleibt Blix noch genügend Zeit für mehr Tiefgang.
Die Dunkeklelfe Zokora, die eine meiner liebsten Charaktere geworden ist, hat sich auch merklich verändert. Auf mich wirkt sich manches Mal schon fast zu menschlich oder freundlich. Mir kommt es beinahe so vor als verweichliche sie ein klein wenig. Ich hoffe mal, dass diese Richtung nicht maßgebend sein wird für die folgenden Romane. Aber dennoch gibt es auch hier wieder etliche tolle Szenen mit ihr.
Sehr interessant finde ich die intensievere Beschäftigung mit den Göttern. Nicht umsonst heißt die neue Reihe Götterkriege. Denn der Nekromantenkaiser Kolaron versucht ein Gott zu werden, bzw. in die Fußstapfen des getöteten dunklen Gottes Omagors zu treten, was den etablierten - und nicht etablierten - Göttern natürlich gegen den Strich geht und sie beginnen Einfluss auf die Geschehnisse zu nehmen. Der Namenlose wird dabei zudem aus einer ganz neuen Sicht gezeigt, er ist nicht einfach nur ein böser Gott, es steckt mehr dahinter, was vor allem Wiesel noch erfahren wird.
Was auch gesagt werden muss, es gab bislang noch kein Buch aus dieser Reihe, bei welchem mir soviele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler aufgefallen sind. Aber nun gut, man kann im Einzelnen nicht sagen woran das gelegen haben mag. Ich vermag da durchaus drüber hinweg zu lesen. Daneben war auffällig, dass die Charaktere wirklich oft schmunzeln mussten - nun gut, das wirkte übertrieben, kann mir aber den Lesespaß nicht vermiesen. Denn wie schon gesagt, der Schreibstil ist herausragend, nicht unbedingt im Sinne hoher Literatur, es handelt sich ja auch um Fantasy, aber er bringt mich dazu weiterlesen zu wollen, erzeugt Spannung und ist vor allem unverkennbar. Das sind für mich ausschlaggebende Punkte für ein gutes Buch. Beeindruckend finde ich auch, dass es bislang kein schlechtes Buch in dieser Reihe gibt. Es wird ein konstant hohes Niveau gehalten, was nun wirklich selten ist.

Fazit: Der Auftakt zur neuen Serie ist vollends gelungen. Ein paar kleine Schwächen gibt es, fallen aber für mich nicht weiter ins Gewicht. Schwartz hält das Niveau und entwickelt sowohl Geschichte als auch Charaktere stets weiter. Vor allem die hervorragend gelungene Situationskomik im Zusammenspiel der Charaktere ist zu loben! Für Neueinsteiger allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Hier sollte man Das Geheinnis von Askir und Die Eule von Askir zuvor gelesen haben. Das ist sinnvoll, da es hier auch leider keine Zusammenfassung der ersten Bände gibt - die auch die vorangegangenen Ereignisse nicht hinreichend ausfürhlich schildern könnte, um wirklichen Spaß an der neuen Serie zu haben. Man muss die Charaktere einfach kennen!


GorillaDelphia® : Rage against the Nähmaschine
GorillaDelphia® : Rage against the Nähmaschine
von Timo Mrazek
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutal genialer Haufen geballten Schwachsinns, 20. September 2012
Auf der Insel MurrHardt wird die schrecklich zugerichtete Leiche eines Gasuhrenablesers gefunden. Dies ruft den Pappinger-Orden auf den Plan. Dessen Oberhaupt, Maloo Rulez, sieht keine andere Möglichkeit als ihren besten Mann auf die Sache anzusetzen. Dummerweise wird dieser auf dem Weg zur Arbeit vom Bus überfahren.
Ihr bleibt jetzt nur noch den Pappinger-Lehrling Ray Moron loszuschicken. Doch wie man sich denken kann, entwickelt sich der Fall zu einer wirklich großen Sache, der Ray nicht gewachsen zu sein scheint. Es geht um nichts anderes als die totale Vernichtung der Menschheit.
Zwei Probleme stellen sich Ray in den Weg:
- Definitiv niemand wird ihm glauben.
- Er hat nur noch wenige Stunden Zeit.
Ray wird bewusst, dass das Überleben der Menschheit und das Schicksal von GorillaDelphia in seinen Händen liegt.
Was ihn zu Problem Nummer 3 führt:
- Da hat er überhaupt keine Lust drauf." (Auszug aus dem Klappentext)

Voll ins Schwarze. Selten habe ich einderart schwachsinniges Buch gelesen. Ich vermag es eigentlich nur, wenn überhaupt, mit Douglas Adams` Per Anhalter durch die Galaxis" zu vergleichen und doch ist es etwas ganz Eigenes. Es ist Fantasy vermengt mit ein wenig Science-Fiction und Agententhriller, einer Prise Ego-Shooter, zwei extra überdimensionierten Löffeln Humor und verfeinert und abgeschmeckt mit dem Geheimrezept, welches natürlich geheim ist.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie man es schafft soviel Nonsens zwischen zwei Buchdeckel zu pressen und dabei noch eine spannende Geschichte zu erzählen. Aber zum Glück ist das gelungen, denn sonst wäre ich nie in den Genuss gekommen GorillaDelphia®. Rage against the Nähmaschine zu lesen. Auch frage ich mich, warum dieses Buch, das erstmalig bereits im Jahre 2002 an den Leser gebracht wurde, nicht bei einem großen Verlag gelandet ist. Nun, der Eigenverlag leistet ganze Arbeit und bietet Narrenfreiheit, die das gesamte GorillaDelphia®-Projekt schon zu etwas ganz Besonderem machen. Was dem Leser hier geboten wird, ist ein unglaubliches Sammelsurium aus dem Kuriositätenkabinett mit ganz neuen Wortschöpfungen und verblüffenden Erkenntnissen. Immer wenn man meint: Noch abgedrehter kann es jetzt eigentlich nicht mehr werden, wird man wieder und wieder vom Gegenteil überzeugt.

Besonders auffällig ist der sehr eigene Schreibstil, wobei sich die eigene Rechtschreibung des Autors besser lesen lässt als das amtliche Duden-Deutsch. Das Buch läuft zudem wie ein Film ab, Soundeffekte inklusive. Und die braucht man auch, denn man weiß ja nie was Headfield Waller als nächstes aus seinem Inventar zaubert.
Natürlich werden bei allen Figuren auch etliche gängige Klischees bedient, aber dies auch wiederum so derart treffend überzeichnet, dass sämtliche Charaktere einfach nur Spaß machen.

Fazit: Wer auf wahrlich bizarren abgedrehten Kram steht, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Es folgt keinen Gesetzen und lässt sich auch nicht in eine bestimmte Schublade packen. GorillaDelphia® ist eine kongeniale Mischung aus unterschiedlichen Genres, verwoben zu einem Cocktail mit einem extra großen Schuss hochprozentigen Humors. Don't read and drive. Darüber sollte man mal nachdenken.


Der Kronrat: Das Geheimnis von Askir 6
Der Kronrat: Das Geheimnis von Askir 6
von Richard Schwartz
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Ein Ende und ein neuer Beginn, 24. August 2012
Sie sind endlich in Askir angekommen, Havald, Leandra und die anderen. Nun kann der Kronrat endlich überzeugt werden zu handeln. Zuvor jedoch erfährt Havald durch eine Weissagung, dass er den Krieg der Götter auslösen wird und zudem vorherbestimmt ist, dass er gegen seinen letzten Gegener verlieren wird. Was unweigerlich seinen Tod zur Folge hätte.

Wir sind in Askir angekommen. Ich hatte es schon fast nicht mehr für möglich gehalten, aber unsere Helden haben ihr Ziel erreicht. Nun heißt es für Havald die Zweite Legion wieder aufzubauen und Leandra kann ihr Anliegen endlich dem Kronrat vortragen. Doch natürlich wird das alles nicht so einfach, wie man sich denken kann. Es gilt immer noch Askir davon zu überzeugen, dass ein Krieg unvermeidlich scheint und die Bedrohung wahrhaftig ist.
Statt hier den Handlungsfaden schnell zu einem Ende zu bringen wird noch einmal weit ausgeholt. Zudem liegt hier die erweiterte Neuausgabe vor, was diesen Teil zu dem bisher längsten macht. Alte bekannte aus "Die Eule von Askir" tauchen auf, was zeigt, wie wichtig es war diesen Roman zuvor gelesen zu haben. Die eigentliche Handlung rückt zeitweilig etwas in den Hintergrund, dafür gibt es eine Fülle an gelungenen Szenen, die auch mal Zeit für vermeintlich "Unwichtiges" hatten. Für Fans ist das natürlich ein großer Bonus, so gab es einige Textpassagen, die in der alten Ausgabe komplett fehlen.
Nach wie vor fiebert man eifrig mit den Gefährten zusammen. Dabei ist es Schwartz gut gelungen, die Geschichte gerade so undurchsichtig zu gestalten, dass sie nicht augenscheinlich vorhersehbar ist und dennoch spannend. Alle Hindernisse, auf welche die Helden stoßen laden zum mitüberlegen ein und so wurde jede Lesepause für eigene Gedankenspiele und Schlussfolgerungen genutzt, nur um sich dann schnell dem nächsten Kapitel zuzuwenden, um zu erfahren wie es tatsächlich weitergeht.
Havald hat nun schon seit längerem den Ring des Generals an seinem Finger, womit er einen hohen Rang in der Reichsstadt inne hat. Da er sich selbst ungern in der Rolle des Anführers sieht, diese aber dennoch sehr gut ausfüllt, ergaben sich manch amüsante Szenerien. Schade fand ich, dass Leandra sich, wie man auch schon vorher bemerkte, zusehends ausschließlich auf ihre Mission zu konzentrieren schien. Aber letztlich war auch das zu verschmerzen, denn im Kronrat herrscht eine bis dato nicht dagewesene Charakterfülle. So mögen einige Gefährten zwar nicht mehr dabei sein, aber neue kommen hinzu und es gibt etliche überraschende Wendungen und Geschehnisse, dass das Lesen niemals langweilig wurde.
Ich war besonders darüber erfreut, dass nun einiges an Hintergrundinformationen geliefert wurde. So haben unsere Helden viel herausgefunden über das alte Kaiserreich. Leider wurden auch wieder einige neue Fragen aufgeworfen, die längst nicht alle beantwortet wurden. Somit dürfte genug Material für die Folgeserie "Die Götterkriege" vorhanden sein. Dem Gehimnis um Askir mag man nach und nach auf die Spur gekommen sein, aber die Geschichte ist damit noch lange nicht zuende.
Der Kronrat führt, wie auch alle Bände zuvor, die Handlung nahtlos weiter, lässt den Leser aber auch mit gemischten Gefühlen zurück, denn es gibt einfach noch so viel zu erzählen. Das Finale war zudem recht unerwartet und es ist letztlich offener gestaltet, als ich zunächst vermutet hatte. Die neue Serie verspricht nicht minder spannend zu werden.
Was äußerst positiv auffällt, ist die gleichbleibende Qualität der gesamten Reihe. Es gab keinen Aussetzer, immer wieder neue Spannungskurven, einen ganz ausgezeichneten Erzählstil und ein Wechselbad der Gefühle, sodass man lachen, weinen, hoffen und mitfiebern konnte. Alles was ich von guter Fantasy erwarte und es fehlt nur ein Quäntchen zur Höchstpunktzahl, was im zeitweiligen Fehlen des Handlungsfadens begründet liegt. Auch hat mir der vorige Teil ein ganz klein wenig besser gefallen und war in sich vielleicht eine Idee geordneter.

Fazit: Mit dem Kronrat findet Das Geheimnis von Askir ein Ende. Aber kein wirkliches, es bleibt reichlich Material übrig für die neue Serie. Wieder einmal war es spannend mit Havald und seinen Gefährten in diese Welt einzutauchen. Tolle Charaktere, eine mitreißende Geschichte und die Aussicht auf mehr. Selten habe ich eine Buchreihe so gern gelesen wie diese und ich könnte sie immer wieder lesen. Ein starkes Finale einer großartigen Serie.


Die Feuerinseln: Das Geheimnis von Askir 5
Die Feuerinseln: Das Geheimnis von Askir 5
von Richard Schwartz
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Ein spannungsgeladenes Highlight der Serie, 24. August 2012
Auf dem Weg nach Askir, wo Leandra dringend vorm Kronrat vorsprechen muss, wird Havald von der Gruppe getrennt und an die Feuerinseln gespült. Dort plant der Nekromantenkaiser in dessen in seinem Versteck eine Invasion. Während Havald versucht von den Inseln zu entkommen gerät Leandra in die Fänge des Feindes. Sollten sie so kurz vor dem Ziel scheitern?

Nachdem die Gruppe in den letzten Bänden nicht so recht vorankam und immer nach einem Weg gesucht hat, Askir zu erreichen, geht es hier nun endlich los. Zunächst müssen sie jedoch alle den Verlust verschmerzen, der ihnen im Kampf mit dem Herrn der Puppen widerfuhr.
Durch die Piraten, welche die Feuerinseln bevölkern kommt wieder gehörig Spannung ins Spiel. Dies wird noch dadurch gesteigert, da der Feind genau dort, ungesehen vom Reich Askir, dessen Invasion plant.
Die fliegenden Wyvern, ähnlich geflügelten Schlangen, spielen den Gefährten übel mit und sind dabei nur eine der scheinbar übermächtigen Waffen des Feindes. Eine weitere sind ihre riesigen schwarzen Schiffe.
Schwartz gelingt es abermals Havald, der durch sein Bannschwert immer nahezu unbesiegbar wirkte, zu schwächen, indem er ihn die Klinge verlieren lässt. Havald muss sich nun erstmals als Normalsterblicher" Gefahren erwähren.
Auch hier finde ich es wieder beeindruckend wie perfekt die Ich-Perspektive passt, denn von Leandras Entführung erfährt man erst recht spät, da Havald selbst dies nicht wissen konnte, weil er schon vorher von der Gruppe getrennt wurde.
Ganz hervorragend war die Rückkehr" von Zokora. Natürlich war sie immer da, nur kam sie in den letzten zwei Bänden fast etwas zu kurz, dafür hatte sie hier umso mehr zu tun. Es gab wieder etliche tolle Szenen. Auch ist nun ein Nordmann, den Havald im vorigen Band kennenlernte, mit von der Partie. Dieser bringt natürlich, auch aufgrund seiner Herkunft, wieder ordentlich frisches Blut in die Runde. Er sorgt vor allem immer wieder für Aufsehen, einfach durch seine Art; da sind Konflikte vorprogrammiert.
Was von Beginn an die Stärken der Reihe waren, hat sich wieder einmal bestätigt: Die Figuren entwickeln sich stetig weiter, die Handlung schreitet sichtbar voran und Schwartz lässt den Leser abermals um die lieb gewonnen Charaktere bangen.
Dieser Band ist länger als alle vorigen und längere Zeit ist man als Leser allein" mit Havald, aber diesmal hat mich die Trennung von der Gruppe nicht gestört, denn genau dadurch war es unheimlich spannend. Ich weiß nicht, ob das aus auktorialer Perspektive auch so geglückt wäre, aber ich denke nicht. Bislang waren alle Teile einfach nur klasse, aber dieser ist enorm spannend, kein auf der Stelle Treten, ein echter Page-Turner.

Fazit: Die Feuerinseln sind für mich seit dem ersten Band ein echter Höhepunkt der Reihe. Schwartz kann mühelos alle bisherigen Stärken der vorigen Teile bestätigen und zum Teil sogar überbieten.


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