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Rezensionen verfasst von
Steppenwolf (Landkreis Oldenburg)

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Der Steppenwolf
Der Steppenwolf
von Hermann Hesse
  Broschiert
Preis: EUR 7,99

39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht für jedermann, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Steppenwolf (Broschiert)
Harry Haller, der sich selbst einen Steppenwolf nennt, leidet unter der Zerrissenheit zweier Persönlichkeiten. Dieser Identitätskonflikt drückt sich darin aus, dass Harry hin- und hergerissen ist zwischen zwei Polen, die er mit Wolf" und Mensch" betitelt.
Mitten in seiner geistigen Krise bezieht er eine kleine Wohnung in einem gutbürgerlichen Haus. Eines Nachts auf einem Streifzug durch die Stadt stößt er auf einen Reklameschriftzug für ein Magisches Theater". Kurze Zeit später fällt ihm ein Schriftstück zu; in diesem Tractat vom Steppenwolf" sieht er sich als Einzelgänger bestätigt. Zunehmend selbstmordgefährdet, trifft er bald die Prostituierte Hermine, die zusammen mit ihren Freunden, dem Saxofonspieler Pablo und der aufreizenden Maria, Harry in eine Welt von sinnlichen Erfahrungen entführt.
Das Ziel ist die Selbsterkenntnis, welche Harry schonungslos im Magischen Theater" vor Augen geführt wird. Der Weg ist die distanzierte Perspektive des Humors und Harry muss entscheiden welche Lehre er aus dem Erlebten zieht.

Der Steppenwolf" ist eine Kritik der Gesellschaft und eine Persönlichkeitsanalyse gleichermaßen. Harry Haller ist Außenseiter des Bürgertums, das dem Menschen die Individualität aberkennt, Anpassung fordert, aber auf der anderen Seite auch Halt gibt. In Harry spiegelt sich dieser Zwist wider, denn er ist zwar dem Bürgertum gegenüber äußerst kritisch, dennoch fasziniert es ihn auch, er fühlt sich zeitweise wohl in der bürgerlichen Ordnung. Doch immer wieder verhöhnt der Wolf" den Menschen" und Harry fühlt sich plötzlich wieder abgestoßen. Er will die Unabhängigkeit und sucht gleichzeitig nach Schutz.

In drei Handlungsperspektiven bekommt der Leser einen Eindruck von Harrys Zwiespalt. Zunächst wird der Text von dem Vorwort des Herausgebers, eines Außenstehenden eingeleitet. Man erfährt wie der Protagonist auf andere wirkt. Hiernach folgt der erste Teil von Harry Hallers Aufzeichnungen, in denen er alles aus seiner Sicht berichtet. Unterbrochen wird dieser Bericht mit dem Tractat vom Steppenwolf", der die dritte Perspektive darstellt im Stil eines wissenschaftlichen Essays. Im zweiten Teil von Harry Hallers Aufzeichnungen rücken die neuen Freunde in den Vordergrund. Hermine, Maria und Pablo erziehen Harry gewissermaßen und das in eine Richtung, die ihm helfen soll seine Probleme besser handhaben zu können. Er entfernt sich mit der Zeit ein wenig aus seiner bisherigen Existenz als Einzelgänger und versucht Teil einer anderen Welt zu werden, einer Welt der Unterhaltung und des bloßen Zeitvertreibs.

Das Buch ist sicherlich kein einfacher Unterhaltungsroman, aber es ist flüssig geschrieben und sehr bildhaft, was das Lesen sehr angenehm gestaltet. Bemerkenswert finde ich, ist der zeitlose Geist des Buches. Sämtliche Kritikpunkte lassen sich auch auf die Gegenwart übertragen. Die Krise des Hauptcharakters bietet zudem eine Reihe von Identifikationsmöglichkeiten: die Auseinandersetzung mit verdrängten Problemen und der eigenen Persönlichkeit, die Lebenssinnsuche, der Rückzug vor Konfrontation und die Unzufriedenheit mit der Gesellschaft.
Kritisiert werden die politische Lage, die technische Entwicklung, die materialistische Haltung und die oberflächliche Kultur, die nur noch aus stumpfer Unterhaltung zu bestehen scheint.
Im Steppenwolf" gibt es so viel zu entdecken, dass sich mehrmaliges Lesen absolut lohnt. Wer Spannung, Action oder schlicht einfache Unterhaltung sucht ist hier natürlich falsch. Es ist wohl kein Buch für jedermann, eben nur für Verrückte.

Fazit: Ein Trip zwischen Traum und Realität, eine Reise zu einer möglichen Lösung eines Identitätskonflikts und die ungeschminkte Wahrheit, eine Selbsterkenntnis bis in die tiefsten Tiefen der Seele. Mit diesem Werk hat Hesse wahrlich ein Stück Weltliteratur verfasst. Für mich eindeutig das Buch des 20. Jahrhunderts.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 13, 2013 11:06 AM CET


Vampire! Vampire!: Alles über Blutsauger
Vampire! Vampire!: Alles über Blutsauger
von Markus Heitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lach- und Sachbuch für Vampirfans, 27. Januar 2011
(vom Klappentext): Mit Spannung, Witz und glänzend recherchierten Anekdoten führt Bestsellerautor Markus Heitz durch die Geschichte der Blutsauger und bietet das unverzichtbare Rüstzeug für alle Fans der spitzen Eckzähne.
Alle, was man über die unheimlichsten Geschöpfe der Menschheitsgeschichte wissen muss."

Ausgangspunkt für die Recherche über Vampire ist ein Fall nahe Belgrad, wo es zu mysteriösen Todesfällen kommt. Die Bevölkerung gerät in Panik, immer mehr Menschen berichten von nächtlichen Heimsuchungen. Die Rede ist von Vampiren. Selbst eine Untersuchungs-kommission kommt aufgrund der unnatürlich lebendig wirkenden Toten nur zu einem Ergebnis: Vampirismus. Doch ist dieser Fall der erste seiner Art?
Markus Heitz entführt den Leser auf einer Reise durch die Jahrhunderte. Er geht dabei den Fragen auf die Spur, wann und wo es die ersten nachweisbaren Vampirvorfälle gab und was sich 1731 in Medvegia abspielte. Anschließend erfährt man alles rund um den Vampir, wie sieht er aus, was tut und kann er, wie kann man sich schützen usw. Hiernach geht es der Wortherkunft auf die Spur und einige Erklärungsversuche der beiden vergangenen Jahrhunderte werden vorgestellt. Im hinteren Teil des Buches folgt dann noch ein ausführliches Literaturverzeichnis.

Nun, ein Sachbuch über Vampire? Gibt es so etwas nicht schon? Ja, aber niemand hat es bisher verstanden ein so trockenes Thema derart locker, unterhaltsam und mit einem Augenzwinkern dem Leser nahezubringen. In vielen anderen Büchern wird man Ähnliches finden und Heitz liefert auch keine grundlegend neuen Erkenntnisse, aber er stellt sie kompakt und kompetent zusammen. Zudem hat mir die Lektüre einfach Spaß gemacht. Endlich mal ein Sachbuch, dass sich fast so gut lesen lässt wie ein Roman. Sicherlich gibt es auch hier Stellen, die ein wenig trocken sind, aber gänzlich umgehen kann man dieses Problem nicht. Dafür gibt es zwischendurch immer wieder die Gelegenheit über das Gelesene zu Schmunzeln.
Andere Bücher sind einfach zu sachlich und gerade von denen habe ich einige für meine eigene Abschlussarbeit zum Thema Vampire" lesen müssen. Im direkten Vergleich ist das Lesen dieses Buches eine reine Wohltat.

Fazit: Wenn man sich wirklich für Vampire interessiert, wie man sie im Volksaberglauben sah bzw. zum Teil immer noch sieht, dann sollte man dieses Buch gelesen haben. Nirgendwo sonst wird man ein so kompaktes Werk mit derart fundiertem Fachwissen finden können. Wenn man sich neben der Lektüre noch unterhalten lassen möchte, sei angeraten parallel Judas 1: Kinder des Judas (ebenfalls von M. Heitz) zu lesen.


Faserland: Roman
Faserland: Roman
von Christian Kracht
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Deprimierend, 24. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Faserland: Roman (Taschenbuch)
Es geht um die Reise eines namenlosen Ich-Erzählers quer durch Deutschland bis in die Schweiz. Von Sylt ausgehend über Hamburg, Frankfurt, Heidelberg, München und Meersburg landet der Protagonist letzten Endes in Zürich. Dabei bewegt er sich zwischen Partys und Bars, Flughäfen und Bahnhöfen sowie Wohnungen und Hotels. Begleitet wird er dabei die ganze Zeit über von Erinnerungen an seine Jugend. Aber was hat es mit dieser Reise auf sich? Ist er auf der Suche nach einem Sinn im Leben oder ist es vielmehr eine Art langer Abschied?

Der Ich-Erzähler gerät auf seiner Reise immer wieder in ausschweifende Feiern mit Alkohol-, Drogen- und sexuellen Exzessen. Er bleibt diesen Ereignissen jedoch merkwürdig fremd. Es wirkt als suche er ein letztes Mal nach einer Möglichkeit sich mit der Gesellschaft zu identifizieren, aber dieser Versuch scheint von vornherein zum Scheitern verurteilt. Er wird Zeuge des Niederganges seiner Generation, was sich in seinen unglücklichen Jugenderinnerungen, dem Selbstmord eines Freundes sowie dem eigenen Fall widerspiegelt. Seine Freundschaften scheitern und haben damit keinen tatsächlichen Wert für ihn.
Er hat zudem ein Problem mit Deutschland, der großen Maschine jenseits der Grenze", die Dinge herstellt, die von niemandem beachtet werden. Die Lösung sucht er in der Schweiz, seinem Reiseziel.
Auf den knapp 160 Seiten des Romans schafft der Autor es an die 70 Markennamen unterzubringen. Sei es die Barbourjacke, Porsche, Jack Daniels, Swatch, Ariel oder die bahnbrechende Erkenntnis, dass Hanuta für Haselnusstafel steht.
Durch die mündliche Rede wirkt die Sprache sehr direkt, sehr realitätsnah, als erzähle der Hauptcharakter seine Geschichte von Angesicht zu Angesicht. Das ist zwar anfangs recht leicht zu lesen, hat mich aber auch recht schnell genervt. Der Ich-Erzähler ist nun mal nicht objektiv und so wird man gezwungenermaßen Teilhaber seiner depressiven Stimmung. Das macht das Lesen durchaus anstrengend. Es gibt sicherlich den einen oder anderen Moment, der zum Schmunzeln anregt, aber auf lange Sicht wird man beim Lesen eher selbst depressiv.
Da der Protagonist aus dem Milieu der vermögenden Schicht kommt, hat er zudem eine schon unerträgliche Leichtigkeit an sich. Das Auto lässt er einfach auf Sylt, es stellt sich nie die Frage wie teuer die Reise mit Flugzeug, Bahn und Taxi ist. Er benutzt all diese Verkehrsmittel mit einer schon unverschämt anmutenden Selbstverständlichkeit.
Warum heißt der Roman nun aber Faserland? Dazu gibt es mehrere Ansichten: Es könnte natürlich einfach das ähnlich klingende Vaterland gemeint sein in Analogie zu Deutschland oder aber die Faser beschreibt ein zerfasertes Land, eine Faser Deutschlands, wie sie z. B. entlang der Reiseroute gezogen werden kann. Beschaut man sich den Hauptcharakter, könnte auch das Wort faseln" von Bedeutung sein, was so viel heißt wie wirr reden". Gemeint sein könnte auch die Faserung", was auf Oberflächlichkeit hindeutet, tiefere Schichten bleiben verborgen. Ich denke, dass all diese möglichen Interpretationen einen interessanten Bezug zum Roman aufweisen.
Aber neben all diesen bemerkenswerten Bedeutungen für den Buchtitel bleibt letztlich ein Text, der deprimierend ist, vielleicht ja auch zum Nachdenken anregen mag, aber dennoch für gute Unterhaltung fast ungeeignet scheint. Das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen, aber der Protagonist ist phasenweise derart unerträglich, dass man ihn einfach nehmen und schütteln möchte.
Der kritische Ansatz gefällt mir durchaus, doch reicht mir allein das nicht. Ich hätte mir noch eine gute Portion Humor gewünscht, aber so bleibt weder Zeit zum Lachen noch zum Weinen. Man fühlt sich einfach nur schlecht". Wenn das die Absicht des Autors war, dann ist es exzellent geglückt.

Fazit: Ein kurzer Roman, der zum Glück schnell gelesen ist. Die sicherlich gelungene Kritik an Deutschland u.a. vermag jedoch nicht über den deprimierenden Grundton des Buches hinwegzuhelfen. Für den Deutschunterricht bestimmt gut geeignet, aber als privates Leservergnügen definitiv nicht mein Favorit.


Glut und Asche +CD
Glut und Asche +CD
von Wolfgang Hohlbein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Roman vor stimmungsvoller Kulisse, 23. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Glut und Asche +CD (Gebundene Ausgabe)
Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

Mit diesem Teil hat die Chronik" ein neues Outfit bekommen. Ein sehr schicker Einband mit hervorstehendem Schriftzug und einem sehr gut gelungenen Coverbild. Neben der regulären Ausgabe gibt es auch eine mit passendem Soundtrack auf CD.

Andrej und Abu Dun gelangen im Jahr 1666 nach London. Eine seltsame Mordserie lässt sie hoffen hier endgültig den Gott Loki zu stellen und zu vernichten. Andrej stößt auf eine Schar vagabundierender Kinder. Ihr zwölfjähriger Anführer nennt sich Frederic und sieht seinem Namensvetter, Andrejs Ziehsohn, zudem sehr ähnlich. Er taucht immer wieder auf und spielt anscheinend ein böses Spiel mit Andrej. Doch ist es wirklich Loki, der ihn dazu anstiftet? Es gipfelt in der Gefangennahme Andrejs, in Folge derer er fast zu Tode gefoltert wird. Während seines Gefängnisaufenthalts muss Andrej feststellen, dass London brennt.
Dann treffen die beiden Vampyre noch auf Meruhe - die mächtige Unsterbliche, die sie zuletzt vor knapp 100 Jahren in der libyschen Wüste gesehen hatten - und ihre zwei Dienerinnen. Sie wollen Andrej und Abu Dun mit aller Macht dazu bewegen London zu verlassen. Die Rede ist von einem Krieg der Götter.

Die neue Richtung, die sich schon im vorigen Band abzeichnete, wird nun konsequent beibehalten. Man hat das Gefühl, als sei die Suche nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit vergessen. Das einzig vorherrschende Motiv scheint nur noch Rache zu sein. Dann wird Andrej an verschiedenen Stellen von seiner Vergangenheit eingeholt. Das wirkt manchmal arg konstruiert, auch zum Teil unnötig und unterstreicht das nicht erkennbare Vorankommen in der Handlung. Es geht leider weiterhin nur um die Verfolgung Lokis.
Trotz einiger Wiederholungen blitzt aber auch hier alter Chronik-Charme" auf. Einige Phrasen ziehen sich durch die gesamte Reihe und vermitteln ein vertrautes Gefühl. Das kann natürlich nerven, mich hat es aber nicht gestört, es ist eben typisch, ein unverkennbares Merkmal.
Das Buch hat aber auch wieder die altbekannten Stärken. Denn trotz allem schafft Hohlbein es einfach immer wieder eine Spannung zu erzeugen, die es einem einfach unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Man mag sich ärgern, man mag frustriert sein, aber man kann nicht aufhören.
Wirklich gut ist die Atmosphäre. Es ist düster, bedrückend und spannungsgeladen. Der Schauplatz trägt eine Menge dazu bei: London zur Zeit des großen Brandes. Diesmal ist es wieder außerordentlich gelungen historische Begebenheiten in die Geschichte einzubetten. Macht man sich mit diesem Ereignis etwas vertraut, wird man durchaus einiges im Roman wiederentdecken können.
Hohlbein beschert dem Leser am Ende abermals ein überraschendes Finale, aber eben das lenkt die Chronik" in eine Richtung, bei welcher ich mir nicht sicher bin, ob es die richtige ist und auch die Logikfehler häufen sich. Damit kann man leben, aber es ärgert auch hin und wieder.

Zur CD: Eine wirklich gelungene Idee. Mehrere Musiker haben sich zu dem Band-Projekt Delany zusammengeschlossen und die dabei entstandenen Songs passen gut zur Stimmung des Buches und sind hervorragend eingespielt. Hört man sich das komplette Album an, läuft die Handlung wie ein Film im Kopf ab. Auch ohne das Buch, ein sehr gutes Rock-Album, das auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird.

Fazit: Glut und Asche hält sich doch recht wacker. Trotz einiger Mängel wird nach wie vor Spannung geboten und die Geschichte spielt vor einer wirklich tollen Kulisse. Wenn man nicht zu kritisch ist, bekommt man einen wirklich gelungenen Roman, in dem die positiven Eindrücke einige negative durchaus wettmachen können.


Göttersterben: Die Chronik der Unsterblichen Band 10
Göttersterben: Die Chronik der Unsterblichen Band 10
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Vampyr-Roman, der zu überzeugen weiß, 21. Januar 2011
Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

Etliche Jahre sind Andrej und Abu Dun nun schon auf Lokis Spur. In der spanischen Hafenstadt Cádiz kommen sie ihm endlich ganz nah. Die Suche gestaltet sich aber schwerer als erhofft, denn die Stadt ist voller Soldaten und Söldner. Grund ist die spanische Armada, eine riesige Schiffsflotte, die zum Krieg gegen die Engländer rüstet.
Andrej entgeht zudem nur knapp einem Mordanschlag. Auch scheint der Vampyr in ihm wieder stärker zu werden und Andrej befürchtet endgültig die Kontrolle über die Bestie zu verlieren. Hat Loki seine Finger im Spiel?

Der zehnte Teil der Chronik" hat es nach zwei meiner Lieblingsteile der Serie natürlich etwas schwer, aber auch hier hat Hohlbein wieder ein solides Buch vorgelegt. Die Logikfehler häufen sich schon etwas, kann man aber drüber weg lesen. Es herrscht altbewährte Spannung, die Atmosphäre ist dicht und die Kämpfe sind abermals packend geschildert. Wie man von einem Vampyr-Roman erwarten kann, fließt ordentlich Blut und es geht doch recht brutal zur Sache.
Natürlich gibt es auch wieder die eine oder andere Wiederholung. Das ist jedoch etwas, das mir nicht negativ auffällt. Im Gegenteil, an einigen Stellen hatte ich gerade deswegen das Gefühl wirklich einen Band aus der Chronik" zu lesen.
Loki ist ein interessanter Widersacher, über dessen Absichten man schon etwas im Unklaren bleibt, aber auf der anderen Seite hält das in diesem Fall auch die Spannung. Die ganze Einbindung der Götter oder derjenigen, die sich als Götter bezeichnen, wirkt manchmal durchaus etwas übertrieben, als benötige man zwingend Gegner, die Andrej und Abu Dun bei weitem überlegen sind. Doch letztlich finde ich, dass alles gut zusammenpasst.
Auf der einen Seite findet man hier einige Elemente, die schon die ersten Teile der Serie so hervorgehoben haben: Anschauliche Kampfszenen, Spannung und eine klasse Atmosphäre. Auf der anderen Seite fehlt hier allerdings auch das Neue". Man wünscht sich die Klärung einiger Fragen, die man schon seit mehreren Teilen vor sich hin schiebt. Anstatt die Handlung voranzubringen wird sie noch erweitert und dann in anderer Richtung weitergeführt. Das ist nicht unbedingt schlecht, kann aber auch ein wenig frustrieren.

Fazit: Wieder einmal ist Hohlbein ein solider Roman geglückt, der trotz der neuen Handlungsrichtung hervorstechende Stärken hat. Er liest sich wie alle Teile sehr gut und hält vor allem die Spannung, so dass es auch trotz mancher Frustrationsmomente schwer ist, das Buch aus der Hand zu legen.


Die Chronik der Unsterblichen 9: Das Dämonenschiff
Die Chronik der Unsterblichen 9: Das Dämonenschiff
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragender Roman in alter Stärke, 17. Januar 2011
Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

Die Handlung geht genau da weiter, wo sie in "Blutkrieg" aufgehört hat.

Andrej und Abu Dun sind noch immer hoch im Norden Europas. Sie stranden mit der Fenrir auf einer Insel und werden Zeugen eines verheerenden Brandes, der ein ganzes Dorf zerstört. Auf der Suche nach Überlebenden werden sie von Nordmännern gefangen genommen. Sie können sich mit ihnen arrangieren und begleiten sie in ihr Lager. Kurz nach ihrem Eintreffen werden sie von grausamen Kreaturen angegriffen. Diese sogenannten Dauger wirken wie Menschen, aber es scheint nahezu unmöglich sie zu töten und Andrej kann nur knapp einem vorzeitigen Ende entgehen.
Andrej und Abu Dun begleiten die Nordmänner in ihr Dorf. Diese machen für diese Überfälle den Rabengott Odin verantwortlich und schon bald sehen sich ihm die beiden Vampyre leibhaftig gegenüber. Der angebliche Gott ist nicht sonderlich erbaut über ihre Einmischung in seine Angelegenheiten und rät ihnen sich aus allem rauszuhalten. Thure, einer der Nordmänner, bittet Andrej um Hilfe mit ihm und seinen Männern den Gott aufzusuchen und zu vernichten. Bald müssen sie erkennen, dass Odin noch schrecklichere Kreaturen als die Dauger beherrscht.

Sicherlich geschieht hier nichts grundlegend Neues, aber die wirklich sehr gelungene Einbindung der nordischen Mythologie macht diesen Roman zu etwas Besonderem. Der Autor hält sich nicht immer exakt an die Fakten, aber das macht reinweg gar nichts. Man entdeckt so vieles wieder, wenn man sich für Mythologie interessiert und es macht einfach Spaß zu lesen, wie diese Elemente in die Geschichte eingebettet werden.
Andrej und Abu Dun sehen sich diesmal einem ganz außergewöhnlichen Feind gegenüber. Es gibt ordentlich Action und Spannung. Andrej ist selten so gut gewesen wie hier. Man hat wirklich einmal das Gefühl, es mit einem Vampyr zu tun zu haben, einem wahrlich gefährlichen Wesen. Sonst wirkt Andrej oftmals zu unbeholfen und praktisch hilflos. Hier kann man endlich wieder seine dunkle Seite erleben. Die Kämpfe sind wirklich klasse geschildert und erreichen ein Niveau, das Hohlbein in kaum einem anderen Band der Serie erreicht.
Hinzu kommt abermals eine Frau, in die Andrej sich verliebt. Aber es erscheint tatsächlich nicht so störend wie so manch anderes Mal. Andrejs Auserwählte Urd, die Tochter des Königs der Nordmänner, passt einfach gut in die Handlung.
Die düstere Atmosphäre beherrscht das ganze Buch und das Finale ist eines der besten der Chronik". Hohlbein sorgt eigentlich immer für ein überraschendes Ende, aber dieses ist eines meiner liebsten, wenn auch recht gemein. Habe mir selten so sehr gewünscht die Fortsetzung zu lesen.

Fazit: Es passt einfach alles zusammen. Die düstere Atmosphäre, die Spannung, die Szenerie im hohen Norden und besonders die einfallsreiche Einbindung von Elementen der nordischen Mythologie. Ein herausragender Teil der Serie. Mindestens genauso gut wie der Anfang. Habe selten ein Buch in so kurzer Zeit verschlungen.


Judas 2: Judassohn
Judas 2: Judassohn
von Markus Heitz
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vampire wie sie sein sollten, 15. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Judas 2: Judassohn (Broschiert)
Judassohn ist ein Teil des Komplexes "Pakt der Dunkelheit". Dieser setzt sich aus den folgenden drei zusammen:
dem Werwolf-Zweiteiler "Ritus" und "Sanctum",
der Vampir-Trilogie:
"Judas 1: Kinder des Judas"
"Judas 2: Judassohn"
"Judas 3: Judastöchter"
und dem Roman "Blutportale"

Jeder Teil des Komplexes lässt sich ohne Probleme unabhängig von den anderen lesen. Wenn man jedoch alle Teile lesen möchte, dann schlage ich folgende Reihenfolge (nach Erscheinungsdatum) vor: Ritus, Sanctum, Kinder des Judas, Blutportale, Judassohn, Judastöchter.

Heitz schafft es abermals einen Vampirroman zu schreiben der einem, jenseits der populären Romantic-Fantasy, ein realistisches Bild von Vampiren vor Augen führt. Schonungslos stellt er diese Kreaturen in allen Facetten ihres Daseins dar und verfällt zu keiner Zeit in kitschige Beschreibungen.

Die Geschichte geht da weiter, wo sie in "Kinder des Judas" aufhört. Sia, eine über dreihundert Jahre alte Vampirin, wacht über ihre Nachkommen Emma Karkow und deren Tochter Elena. Sie möchte verhindern, dass sie so werden wie sie. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein, als eine Frau erscheint, die sich nichts mehr wünscht als ihren Tod. Sia wähnt sich bis dahin als letzte Judastochter, doch ihr plötzlich aufgetauchter Feind verfügt über ganz ähnliche Fähigkeiten wie sie selbst und scheinbar noch über einige mehr.
Zurück in der Vergangenheit, im späten 18. Jahrhundert, sind die drei Vampire Tanguy Guivarch, Sandrine und Dominic de Marat auf der Suche nach dem Sinn ihrer Existenz. Auf ihren Fersen ist stets ein unerbittlicher Feind. Ein Wesen, das ihnen den Tod wünscht, den endgültigen Tod und ewige Qual.

In "Judassohn" sind die Erzählperspektiven etwas übersichtlicher als im Vorgänger. Das Buch beginnt in der Gegenwart, schwenkt dann in die Vergangenheit, um zuletzt in der Gegenwart den Kreis zu schließen. Leider ist dies zunächst nicht erkennbar gewesen und so wartet man knappe 600 Seiten darauf wie es in der ersten Erzählperspektive weitergehen wird. Die Geschichten der drei Vampire im großen Mittelteil des Buches sind stellenweise etwas langatmig geraten. Wenn man sich dort zu viel Zeit mit dem Lesen lässt kann durchaus etwas Frust aufkommen, da man manchmal kein wirkliches Vorankommen der Handlung erkennen kann. Aber wie dann letztendlich alles am Schluss zusammenläuft ist einfach nur genial konstruiert. Das Durchhalten lohnt sich dafür in jedem Fall. Das Finale ist dann zwar etwas knapp geraten, aber dafür allemal spannend. Wobei die letzte Überschrift schon einiges vorwegnimmt.
Heitz lässt seine Vampire wieder einmal mit ordentlicher Brutalität zur Sache gehen. Einige Kämpfe haben es in sich. Kehlen werden aufgerissen, Blut spritzt und Knochen knacken. Aber man darf sich nicht wundern, schließlich hat man es hier mit Vampiren zu tun, die weder Zeit noch Interesse daran haben sich ein Lätzchen umzubinden und ein Tischgebet zu sprechen, zu wem auch? Hinzu kommen einige deftige Sexszenen, bei denen sich nicht erschließt warum sie in dieser Ausführlichkeit präsentiert werden. Hätte man sicherlich anders lösen können, aber an derartiges ist man aus anderen Romanen des "Pakts der Dunkelheit" schon gewöhnt
Wenn man neben "Kinder des Judas" auch noch "Ritus", "Sanctum" und "Blutportale" gelesen hat, gibt es zudem einige feine Details zu entdecken.

Fazit: "Judassohn" kann, wie auch sein Vorgänger, auf ganzer Linie punkten. Vampire wie sie sein sollten. Einzig der lang unterbrochene Handlungsstrang in der Gegenwart ist ein wenig ärgerlich. Aber rückblickend ist das gesamte Werk einfach sehr stimmig. Die geniale Auflösung am Ende entschädigt für das ein oder andere kleinere Manko.


Die Chronik der Unsterblichen: Blutkrieg - Erzählungen
Die Chronik der Unsterblichen: Blutkrieg - Erzählungen
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein schwacher Lückenfüller, 13. Januar 2011
Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

Dieser Band beinhaltet fünf aufeinanderfolgende Episoden:
Blutkrieg, Odins Raben, Gefangen im Geisterhaus, Der Hexenfelsen und Wolfsdämmerung.
Es werden Ereignisse geschildert, die zwischen Band acht und neun angesiedelt sind.
Auf der Spur eines Werwolfs geraten Andrej und Abu in ein Dorf von Verdammten. Hier im Nordosten Europas werden sie Opfer eines Verrats. An eine Blutschuld gebunden stechen sie mit dem Geisterschiff, der Schwarzen Gischt, in See in Richtung Norden. Dort stranden sie auf einer seltsamen Insel und die Kälte fordert beinahe ihren Tribut, doch die beiden werden von Lif gerettet. Dieser führt die beiden in ein Haus, in welchem er mit seiner Schwester Liftrasil lebt. Doch dieses Geisterhaus scheint ein furchtbares Geheimnis zu besitzen. Zu spät erkennt Andrej die Gefahr, er wird gezwungen einen Handel mit der Hexe Gryla einzugehen. Schon bald ist er dem Wahnsinn nahe.

Dieser Band ist nun wirklich der schwächste von allen. Das liegt besonders daran, dass es sich bei Blutkrieg nicht um einen durchgängigen Roman handelt, sondern um fünf aufeinanderfolgende Episoden. Diese wurden ursprünglich als Hörbuchfassung aufgenommen und sind nun in diesem Lückenfüllerband" ungekürzt erschienen.
Nach wie vor ist der Schreibstil gut und die Geschichten lassen sich durchweg flüssig lesen, aber da es nur Episoden sind wirkt das gesamte Werk ziemlich auseinandergerissen. Zudem tauchen hier auf einmal Elemente auf, die für die Chronik" doch recht untypisch sind. An vielen Stellen wird es einfach zu mysteriös. Es gibt zu viele irreale Begebenheiten, die mehr an eine Geister- oder Spukgeschichte denn an eine Vampyrgeschichte erinnern. Das geht zwar oftmals Hand in Hand, ist aber für diese Buchreihe äußerst ungewöhnlich und für mich letztlich auch unpassend.
Potential hat die Story und fängt mit der Verfolgung des Werwolfs auch vielversprechend an, aber besser wurde es dann erst zum Schluss. Gut gefallen hat mir dann die letzte Episode Wolfsdämmerung. Diese geht nahtlos über zu Band neun. Für mich ein wirklich tolles, wenn auch offenes, Ende. Hier haben es Andrej und Abu Dun mit der Besatzung eines Schiffes, der Fenrir, zu tun. Hinter den Seeleuten verbirgt sich weitaus mehr als es zunächst den Anschein hat.
Hohlbein lässt bereits in diesem Teil der Reihe einiges aus der nordischen Mythologie einfließen, was dann im nächsten Band fortgesetzt wird. Die hier vorkommenden Lif und Liftrasil sind in der germanischen Mythologie ein Menschenpaar, das als einziges die Götterdämmerung überlebt und die Welt neu bevölkert.

Fazit: Der wohl untypischste Band der Chronik" ist leider nicht mehr als ein Lückenfüller und hat nur sehr wenige gute Momente, die aber, besonders in der letzten Episode, wirklich sehr lesenswert sind. Gute und schlechte Eindrücke halten sich ziemlich die Waage. Für mich der schwächste Teil der Reihe.


Die Chronik der Unsterblichen 8: Die Verfluchten
Die Chronik der Unsterblichen 8: Die Verfluchten
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Höhepunkt der Serie, 7. Januar 2011
Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

In der libyschen Wüste geraten Andrej und Abu Dun in den Hinterhalt von Sklavenhändlern und lassen sich zum Schein gefangen nehmen. Diese Entscheidung bringt sie jedoch in ernste Gefahr als sie plötzlich unbewaffnet mehr als 300 Räubern gegenüberstehen.
In der Festung der Sklavenhändler treffen sie unter den Gefangenen auf die Nubierin Meruhe. Von ihren Mitgefangenen wird sie beinahe wie eine Königin verehrt. Sie demonstriert enorme Heilkräfte und besitzt zudem große Kenntnisse über das Land.
In der Festung werden sie voneinander getrennt und Andrej und Abu Dun befreien die Sklaven. Auf der Flucht vor den Räubern müssen Andrej und Abu Dun erkennen, dass Meruhe noch viel mächtigere Kräfte besitzt, als sie bisher angenommen hatten.
Im weiteren Verlauf der Handlung treffen die zwei Unsterblichen bald auf eine mysteriöse Gruppe in weiß gekleideter Männer. Einer nennt sich Seth, er beraubt Andrej seiner übermenschlichen Kräfte.

Der bisher längste Teil der Reihe ist leider viel zu schnell durchgelesen. Die Charaktere gewinnen wieder mehr an Tiefe, es ist actionreich, so sehr wie vielleicht noch nie im Verlauf der Chronik" und endlich erfährt man auch einiges aus Abu Duns Vergangenheit. Hinzu kommt der sehr interessante Charakter Meruhe. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass Andrejs und Abu Duns Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Aber auch ihre gegenseitigen Sticheleien bringen auf der anderen Seite wieder eine ordentliche Portion Humor mit. Sie erfahren auch endlich wieder etwas Neues über ihre Unsterblichkeit und ganz nebenbei ist das Buch auch noch verdammt spannend.
Besonders gefallen hat mir die Einflechtung der ägyptischen Götterwelt. Hohlbein gelingt hier eine äußerst interessante Interpretation. Das Buch glänzt auch durch seine höhere Seitenzahl gegenüber seinen Vorgängern, denn hier gibt es endlich einmal wieder Platz für die Details, die das Lesen so angenehm machen. Ähnlich wie in den ersten zwei Bänden, die man im Prinzip als einen ansehen kann. Mehr Platz für Charaktertiefe und die herrlichen Auseinandersetzungen der Protagonisten.

Fazit: Hier ist wirklich alles geboten: Action, Spannung, Humor, tolle Charaktere und endlich wieder sichtbares Fortkommen in der Handlung. Erstmals nach dem zweiten Teil kann Hohlbein wieder auf der ganzen Linie punkten. Ein echtes Highlight der Serie.


Der Gejagte. Die Chronik der Unsterblichen 07.
Der Gejagte. Die Chronik der Unsterblichen 07.
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Lückenfüller mit Höhen und Tiefen, 2. Januar 2011
Bisher erschienene Bände der Reihe:

01 Am Abgrund
02 Der Vampyr
03 Der Todesstoss
04 Der Untergang
05 Die Wiederkehr
06 Die Blutgräfin
07 Der Gejagte
08 Die Verfluchten
08.5 Blutkrieg
09 Das Dämonenschiff
10 Göttersterben
11 Glut und Asche
12 Der schwarze Tod

Andrej und Abu Dun haben sich nach Jahrzehnten ihrer Suche auf der Insel Malta niedergelassen. Während Andrej sich dem Orden der Malteser angeschlossen hat, hat Abu Dun die Witwe Julia geheiratet. Zusammen mit ihr und ihrem Sohn Pedro führt er seit drei Jahren ein langersehntes Familienleben.
Doch sie werden mitten in die Belagerung Maltas von den Türken hineingezogen. Für den Großmeister des Malteserordens, Jean Parisot de la Valette, reisen sie nach Konstantinopel um die türkische Flotte auszuspionieren. Nach gelungener Mission werden sie von einem Vampyr verfolgt, der für die Türken zu arbeiten scheint. Sie entkommen nur knapp.
La Valette sieht sich nun einer viel größeren Streitmacht als angenommen gegenüber und organisiert die Verteidigung Maltas. Unbemerkt ist währenddessen der unbekannte Vampyr Andrej und Abu Dun gefolgt.

Abermals gibt es klar datierte historische Ereignisse. Die Handlung trägt sich während der Belagerung von Malta 1565 zu. Auch tritt wieder eine historische Persönlichkeit auf, der Großmeister des Malteserordens Jean Parisot de la Valette, nach welchem die Hauptstadt Maltas, Valetta, benannt worden ist.
Andrej und Abu Dun haben wieder einmal maßgeblichen Einfluss auf die Geschichte. Im Großen und Ganzen ist es auch jetzt wieder eine solide Fortsetzung, aber dennoch schwächer als die beiden vorherigen Teile. Die Hauptcharaktere haben scheinbar keine Motivation weiter über ihre Existenz zu forschen. Die Antriebsfeder der Handlung fehlt somit. Der Roman macht eher den Eindruck eines Lückenfüllers. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Andrej und Abu Dun längere Zeit an einem Platz ausharren. Sie schildern zwar, dass sie das immer wieder versucht hätten, aber der Leser erfährt nichts Näheres.
Hinzu kommt zum wiederholten Male ein überstarker Gegner, der diesmal noch undurchsichtiger ist und dem einfach die Konturen fehlen. Man bleibt auch als Leser im Unklaren über sein Auftauchen, seine Herkunft, seine Beweggründe etc.
Aber trotzdem ist auch Teil sieben gut geschrieben. Er lässt sich in wohlbekannter Weise schnell und durchaus spannend lesen.

Fazit: Hohlbein hat leider wieder etwas Fahrt rausgenommen. Die Handlung stagniert, die Situationen wiederholen sich und dem neuen Gegner fehlt es an Tiefe. Aber ich kann mir nicht helfen, das Lesen hat mir abermals Spaß gemacht. Der Roman kann zwar schon als Lückenfüller betrachtet werden, dennoch kommt auch hier Spannung auf. Nach den Vorgängern, könnte dieser Band jedoch enttäuschend wirken.


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