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Rezensionen verfasst von
M. Preiss

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Optimizing Oracle Performance (Classique Us)
Optimizing Oracle Performance (Classique Us)
von Cary Millsap
  Taschenbuch
Preis: EUR 25,40

5.0 von 5 Sternen Klassiker der Oracle-Optimierung, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem mir vor kurzem aufgefallen war, dass ich kein Exemplar von Cary Millsaps Standardwerk mehr besaß, habe ich mir noch mal eines gekauft und es auch noch einmal gelesen - und es gibt nicht viele Oracle-Bücher, die ich mir mehr als zehn Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung erneut kaufen würde. Natürlich sind viele technische Details inzwischen überholt, aber erstaunlich viele Punkte sind immer noch aktuell - insbesondere die grundsätzliche Erkenntnis, dass Datenbank-Optimierung (und das betrifft nicht nur Oracle) nicht von globalen statistischen Werten, sondern von der Wahrnehmung der Anwender und von den Erfordernissen der Arbeit mit der Software getrieben werden sollte (und damit von wirtschaftlichen Fragestellungen). Auch wenn die großen Tage der Buffer-Cache-Hit-Ratio vorüber sind, erfolgt Performance-Optimierung auch heute noch häufig auf der Basis von Vermutungen und Annahmen (Trial and Error) - und nicht auf der Verwendung (simpler empirischer) wissenschaftlicher Verfahrensweisen, wie sie bei Millsap beschrieben werden. Neben den eher allgemeinen Aussagen zur Verfahrensweise enthält der Text auch eine ganze Reihe wichtiger Informationen, die noch immer zutreffend sind: etwa die umfassende Beschreibung von SQL Trace, die auch für aktuelle Releases nahezu uneingeschränkt gültig ist (und die ich sonst nirgendwo in ähnlicher Klarheit gefunden habe). Daher halte ich das Buch noch immer für lesenswert und würde es mir bei erneutem Verlust wahrscheinlich auch noch einmal kaufen.


Verwüstung: Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
Verwüstung: Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
von Peter Englund
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus schwedischer Sicht, 5. April 2013
Laut Klappentext ist der Schwede Peter Englund Professor für historische Narratologie in Stockholm und das klingt plausibel, denn „Verwüstung. Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“ ist aus meiner Sicht ein sehr überzeugendes Beispiel für eine spannend erzählte historische Darstellung, die gleichzeitig unterhält und informiert. Englund erzählt seine Geschichte aus schwedischer Sicht, wobei er einerseits der Lebensgeschichte Erik Jönssons – Sohn eines kleinen Beamten, später Graf von Dahlberg und schwedischer Feldmarschall – von der Geburt 1625 bis ins Jahr 1656 folgt und zugleich den Verlauf vor allem der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges schildert. Die Darstellung orientiert sich an den politischen und militärischen Entwicklungen des Krieges (und der Folgezeit), kommt regelmäßig auf die Figur Jönsson zurück und ergänzt die ereignisgeschichtlichen Passagen immer wieder um ausgedehnte kulturgeschichtliche Erläuterungen (etwa zu Tanz und Gesang, Krankheit, Kindheit, Bildung, Post und Zeitungen, Festungsbau etc.). Was sich ergibt ist keine individuelle Biographie und kein historischer Roman, sondern das detaillierte Bild eine Epoche – wobei der Autor zwar explizit darauf hinweist, dass es sich nicht um einen wissenschaftlichen Text handelt, aber seine Quellen umfassend offen legt.

Die starke Fokussierung auf die schwedische Perspektive bringt es mit sich, dass der Dreißigjährige Krieg hier anders aussieht, als man es gewohnt ist (oder zumindest ich es bin): der erste Teil des Krieges wird nur vergleichsweise knapp beleuchtet, Tilly und vor allem Wallenstein erscheinen nur als Randfiguren (Wallensteins Ende wird, soweit ich sehe, nicht einmal erwähnt, was ein wenig irritiert), dafür werden die schwedischen Akteure recht genau portraitiert und die Entwicklung Schwedens zur Vormacht im Ostseeraum wird verständlich.

Erzähltechnisch ist der Text wirkungsvoll arrangiert und anschaulich erzählt – an wenigen Stellen wirkt das Bemühen um Spannungssteigerung etwas angestrengt, aber im Großen und Ganzen handelt es sich um eine sehr flüssige und unterhaltsame Lektüre. Aus meiner Sicht ein sehr gelungenes Werk, das ich gerne weiterempfehle.


Data Warehousing mit Oracle: Business Intelligence in der Praxis
Data Warehousing mit Oracle: Business Intelligence in der Praxis
von Claus Jordan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen knapp, präzise, praxisorientiert, 12. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Data Warehousing mit Oracle ist 2011 im ehrwürdigen Hanser Verlag erschienen und bereits auf dem Umschlag geben die Autoren ihre Zugehörigkeit zum renommierten Beratungshaus trivadis zu erkennen und werden im Vorwort als DWH-Berater mit langjähriger Projekterfahrung ausgewiesen - und zumindest im Fall des Herrn Snider kann ich mich an diverse interessante Blog-Artikel erinnern, die im (lesenswerten) trivadis-Blog zu lesen waren. Der Band ist mit nur wenig mehr als 200 Seiten recht schmal, dabei aber sehr klar gegliedert: einem Einleitungskapitel folgen Erläuterungen zu folgenden Themen:

- Data Warehouse Grundlagen: liefert zahlreiche Definitionen und erklärt die theoretischen Grundlagen des Themas (mit kurzem Verweis auf die Positionen von Inmon und Kimball). Neben eher allgemeinen Definitionen der relevanten Terminologie erscheinen vor allem präzise Vorschläge zu Konventionen und Vorgehensweisen - angefangen bei den Bezeichnungen der Architektur-Ebenen (Stage, Cleansing, Core - darüber dann die Data Marts), über Vorschläge zur Historisierung bis hin zu Namenskonventionen für instrumentierende Metadaten-Spalten.
- Datenintegration: liefert Vorschläge zur Implementierung von Quality Checks und Data Profiling, erklärt unterschiedliche Vorgehensweisen zur Delta-Extraktion und beschäftigt sich eingehend mit der Implementierung und Optimierung von ETL-Prozessen.
- Aufbau und Betrieb eines Data Warehouse: geht genauer auf die Rolle der Schichten der DWH-Architektur ein und liefert präzise Aussagen zu Funktion und Abgrenzung der Elemente. An vielen Stellen werden auf Erfahrungswerten basierende Praxishinweise gegeben: etwa der, dass ein Operational Data Store (ODS) zur Bereitstellung sehr aktueller Daten in vielen Fällen die erforderliche Mühe nicht lohnt. Daneben gibt es eine ganze Reihe präziser Vorschläge zur Datenmodellierung und zur Implementierung von Transformationen (etwa zur Versionierung von Dimensionen). Nach einer kurzen Einführung zum Thema MOLAP folgen praktische Hinweise zur Verwendung von Oracle-Features: Aussagen zu empfohlenen Blockgrößen, PGA- und SGA-Dimensionierung, Parallelisierung, Statistikerhebung, Partitionierung, Indizierung, Backup + Recovery etc. Darüber hinaus liefert das Kapitel Vorschläge zum Entwicklungsprozess, zum Einsatz von Versionsverwaltungs-Repositories und zum Deployment von Änderungen und geht recht intensiv auf das Performance-Monitoring im DWH ein.
- Business Intelligence-Plattformen: ein recht kurzes Kapitel mit einer Vorstellung von BI-Plattformen im Allgemeinen und der OBIEE im Besonderen. Recht instruktiv, aber mit 10 Seiten doch sehr knapp.

Im Zusammenhang der Implementierungsvorschläge erscheinen neben SQL-Code auch Hinweise auf die entsprechenden Optionen der ETL-Tools von Oracle (OWB, ODI), wobei Oberflächenscreenshots die Ausnahme bleiben (was ich erwähne, weil ich in der Vergangenheit ziemlich viele Bücher aus dem Microsoft-Umfeld gelesen/durchgeblättert habe, die nicht viel mehr als kommentierte Screenshot-Sammlungen darstellten).

Zu den Pluspunkten des Buches gehören aus meiner Sicht die klare Struktur und die hohe (inhaltliche und sprachliche) Präzision der Erläuterungen. Die Autoren kommen nie ins Plaudern, sondern immer sehr schnell auf den Punkt - den Inhalt hätte man ohne große Mühe auf die doppelte Länge bringen können: mein Dank an die Verfasser, dass sie darauf verzichtet haben. Gut gefallen mir die Konventionsvorschläge, bei denen ich mich gelegentlich auch schon bedient habe, und die klaren Stellungnahmen zu zahlreichen praktischen Problemen. Bei den recht umfangreichen Ausführungen zum Thema Performance habe ich fast ausschließlich Aussagen gefunden, die sich mit meinen Ansichten decken, und nichts, was meinen deutlichen Widerspruch hervorrufen würde.

Schwieriger ist die Suche nach Kritikpunkten. An einigen Stellen wird die Darstellung doch etwas zu knapp, etwa im letzten Kapitel, bei dem ich nach Lektüre des letzten Satzes ("Der Aufruf existierender bzw. das Definieren neuer Reports erfolgt direkt von der OBIEE-Homepage") kurz darüber nachdachte, ob da vielleicht Seiten fehlten...

Insgesamt halte ich Data Warehousing mit Oracle für ein sehr lesenswertes Buch: sowohl Einsteiger als auch erfahrene DWH-Entwickler/-DBAs/-Architekten werden hier jede Menge interessanter Informationen finden, die in der praktischen Arbeit mit Oracle-DWHs sehr nützlich sein können.


31 vor Christus: Antonius, Kleopatra und der Fall Ägyptens
31 vor Christus: Antonius, Kleopatra und der Fall Ägyptens
von Sam Moorhead
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwischen Populärwissenschaft und Soap Opera, 30. Dezember 2012
Die Herren Stuttard und Moorhead haben da ein durchaus kenntnisreiches Buch über einen spannenden Abschnitt der antiken Geschichte geschrieben. Darin finden sich einige sehr interessante Passagen, etwa die farbige Beschreibung der Metropole Alexandria, mit der das erste Kapitel einsetzt. Die Quellen der Darstellung sind keine Überraschungen und kommen immer wieder in ausführlichen Zitaten zu Wort: Plutarch, Cassius Dio, Sueton, Cäsars Alexandrinischer Krieg. Die Voraussetzungen für ein interessantes historisches Buch sind also gegeben.

Warum hat mir der Text trotzdem nicht gefallen? Dafür gibt’s vor allem zwei Gründe.

Der erste ist der arg feuilletonistische Ton: Kapitelüberschriften wie „Stunden der Verzweiflung“, „Düsterer Sieg“, „Der Vollstrecker“ sind mein Fall nicht. Das ist kein Einwand gegen spannende erzählende Geschichtsschreibung – nur einer gegen stereotype Gemeinplätze. Kleopatras Vater Ptolemaios XII. wird (gefühlte einhundert Mal) als „der Fötenspieler“ angesprochen (was wohl die korrekte Übersetzung für „Auletes“ ist, dadurch aber - in der Häufung - nicht weniger albern klingt). Auch mit den spekulativen Ausführungen zu den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten kann ich nicht viel anfangen.

Mein zweiter Kritikpunkt betrifft die Parteilichkeit der Darstellung. Da verlange ich keine völlige Neutralität oder wissenschaftliche Objektivität. Aber wenn Figuren mit Attributen eingeführt werden wie „der heuchlerische und kriecherische Cicero“ oder der „junge, kaltherzige und skrupellose Octavian“, dann hätte ich dafür im Text doch ganz gern eine etwas bessere Begründung. So wie’s hier präsentiert wird, entsteht der Eindruck einer Seifenoper, bei der man die Rolle der Helden und der Schurken nicht unklar lassen möchte.

Abgesehen davon sehe ich nicht, dass die Darstellung viel Neues bringt – in vielen Punkten schien’s mir erstaunlich nah an der Version des Kleopatra-Films mit Richard Burton und Elisabeth Taylor, der seinerzeit die 20th Century Fox an den Rand des Ruins brachte, aber vielleicht spielt mir da auch mein Gedächtnis einen Streich. Bei Alfred Heuss und Karl Christ steht das auch schon alles. Insgesamt aus meiner Sicht kein schlechtes Buch, aber leider auch kein gutes.


Pro Oracle SQL (Expert's Voice in Oracle)
Pro Oracle SQL (Expert's Voice in Oracle)
von Karen Morton
  Taschenbuch
Preis: EUR 45,80

5.0 von 5 Sternen Exzellenter Überblick, 29. Dezember 2012
Pro Oracle SQL ist eine Gemeinschaftsproduktion der Autoren Karen Morton, Kerry Osborne, Robyn Sands, Riyaj Shamsudeen und Jared Still, von denen jeder mindestens zwei der insgesamt 16 Kapitel geschrieben hat. Alle Autoren sind namhafte Oracle-Spezialisten, die durch ihre Blogs und Beiträge zu den einschlägigen Oracle-Veranstaltungen ein sehr gutes Renommee besitzen - insofern war ich nicht besonders überrascht darüber, dass sich auch das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit sehen lassen kann.

In den ersten sechs Kapiteln erläutert Karen Morton die grundlegenden Syntaxelemente von Oracles SQL-Dialekt, erklärt in groben Zügen die interne Architektur und Arbeitsweise des Oracle Servers und die relevanten Zugriffs- und Join-Mechanismen. In Kapitel 4 hält sie ein Plädoyer für das mengenorientierte Denken (im Gegensatz zum prozeduralen, das vielen Entwicklern näher liegt) bei der Lösung von SQL-Fragestellungen, und in Kapitel 5 weist sie darauf hin, dass es in der Regel nützlicher ist, eine fachliche Fragestellung zu analysieren, als ein vorliegendes SQL-Statement zu optimieren (ehe man dann merkt, dass es inhaltlich nutzlos ist). Kapitel 6 liefert eine solide Einführung in die Analyse von Ausführungsplänen, die allerdings nicht so umfassend ist wie das entsprechende Kapitel in Christian Antogninis Troubleshooting Oracle Performance.

Jared Still liefert eine (relativ knappe) Einführung zu Gruppenfunktionen und ein Kapitel zum Subquery Factoring (was Oracles Terminus für das ist, was man anderswo "Common Table Expressions" (CTE) nennt, also die Auslagerung einer Subquery in eine benamte Substruktur in der dem Statement vorangestellten WITH clause). Riyaj Shamsudeen beschreibt die Arbeit mit analytischen Funktionen (zu denen man bei AskTom allerdings deutlich mehr findet, wenn man den Mut aufbringt sich dort durch die umfangreichen Threads zu arbeiten) und die MODEL clause, von Robyn Sands gibt's Kapitel zur Transaktionssteuerung und zur Rolle des Testens, und Kerry Osborne steuert drei sehr interessante Kapitel zu den Themen "Semi-joins and Anti-joins", "Beyond the Select" (= INSERT, UPDATE, DELETE, MERGE, TRUNCATE etc.) und "Plan Stability and Control" (zur Rolle von Outlines, Profiles und Baselines; für mich eines der interessantesten Kapitel im Buch) bei.

Alle Kapitel sind grundsolide, viele gehen allerdings nicht allzu sehr in die Tiefe. Ich nehme an, dass das dem Konzept des Buchs entspricht, aber vielleicht wäre in diesem Zusammenhang eine kurze Erklärung der Zielsetzung und des angesprochenen Leserkreises nützlich gewesen - wie man sie in vielen anderen Apress Büchern findet. Laut Apress Roadmap (auf der Rückseite des Buchs) steht der Band zwischen dem einführenden Begining Oracle SQL und Christian Antogninis Buch und das passt zu meiner Wahrnehmung.

Insgesamt ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die ihre SQL-Kenntnisse vertiefen und sich mit diversen (relativ) neuen Elementen vertraut machen wollen. Wer die angesprochenen Elemente allerdings bereits kennt und regelmäßig verwendet, wird im Buch wahrscheinlich nicht allzu viel Neues finden. Insofern läge meine Wertung irgendwo zwischen 4 und 5 Sternen, aber näher bei 5.


Troubleshooting Oracle Performance (Expert's Voice in Oracle)
Troubleshooting Oracle Performance (Expert's Voice in Oracle)
von Christian Antognini
  Taschenbuch
Preis: EUR 35,02

5.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk, 12. Dezember 2012
Vier Jahre sind eine lange Zeit in der Softwareentwicklung (wenn das auch anderswo noch stärker gilt als im Bereich der RDBMS), aber Christian Antogninis Troubleshooting Oracle Performance von 2008 gehört zu den (ich sag's hier lieber noch mal explizit: englischsprachigen) Büchern, die einen solchen Zeitraum gut überstehen. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass zentrale Abschnitte des Buchs Bereiche des Systems betreffen, an denen sich vergleichsweise wenig ändert, z.B. das Parsing oder die grundsätzliche Arbeitsweise von Indizes und Join-Operationen. Die Darstellung gliedert sich in vier Teile (und einen Anhang), die sich wiederum aus mehreren Kapiteln zusammensetzen:

- Foundations: erläutert das grundsätzliche Vorgehen bei der Performance-Analyse und die Möglichkeiten der Bestimmung der für Probleme verantwortlichen Komponente (mein Standard-Satz in solchen Fällen lautet: "es ist nicht die Datenbank") und erklärt zentrale Konzepte (Cardinalities, Parsing, Bindewerte).
- Identification: erläutert die umfangreiche Instrumentierung des Oracle Servers und zeigt, welches Werkzeug zu welchem Zweck verwendbar ist.
- Query Optimizer: erklärt die Arbeitsweise des cost based optimizer (CBO) und seine Konfigurierung, die Rolle der Statistiken, erläutert Ausführungspläne und erklärt Techniken des SQL Tunings (semantisch äquivalente Umformulierung, Hints, Plan Management etc.)
- Optimization: zeigt, wie man das Parsing, den Datenzugriff und Join Operationen optimieren kann, und erklärt auch noch elaboriertere Techniken zur Verbesserung von Zugriffszeiten (Materialized Views, Result Caching, Parallelisierung, Direct-Path-Operationen, Compression etc.)

Dabei hat alles, was der Autor schreibt, Hand und Fuß: immer liefert er die Code-Beispiele, die seine Ergebnisse begründen. Außerdem weist er auf die Kontexte seiner Vorschläge hin, zeigt systematisch, wann ein Verfahren einzusetzen ist und unter welchen Umständen es damit Probleme geben kann.

Insgesamt handelt es sich um ganz ausgezeichnetes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich ernsthaft mit Oracle-Performance-Optimierung beschäftigen möchte. Allein das Kapitel 6, in dem erklärt wird, wie man execution plans liest, ist eigentlich das Geld schon wert: eine so klare und umfassende Darstellung zum Thema habe ich sonst noch an keiner Stelle gesehen. Ich besitze den Band seit mehreren Jahren und greife regelmäßig darauf zurück.


Oracle Core: Essential Internals for DBAs and Developers (Expert's Voice in Databases)
Oracle Core: Essential Internals for DBAs and Developers (Expert's Voice in Databases)
von Jonathan Lewis
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herz der Finsternis, 30. November 2012
Jonathan Lewis hat - zum dritten Mal (nach seiner CBO-Bibel Cost-Based Oracle und dem selbst heute noch relevanten Practical Oracle 8i aus dem Jahr 2000) - ein grundlegendes Buch zum Verständnis des Oracle Servers vorgelegt. Tanel Poder, der offizielle Technical Reviewer des Bandes (was ein weiteres Qualitätssiegel wäre, wenn man noch eines brauchte), schreibt in einem Amazon-Kommentar: "It will probably become THE technical source for Oracle internals information for the next 10 years, just like Steve Adams'es Oracle Internal Services book was in the previous decade." Und damit hat er vermutlich recht.

Was der Autor in seinem Buch leistet, ist das, was Tom Kyte in Expert Oracle Database Architecture explizit verweigert: "Time and time again, I get questions regarding the exact bits and bytes of redo and undo. People seem to want to have a very detailed specification of exactly, precisly, what is in there. I never answer those questions." (Kyte, Expert Oracle Database Architecture, S. 299) Der Herr Kyte hat dafür durchaus gute Gründe: er will die grundsätzlichen Konzepte erläutern und erklären, wozu redo und undo gedacht sind und wie sie zusammenarbeiten. Möglicherweise sieht er auch ähnliche Problem wie Tanel Poder, dessen (in Oracle Core zitierte) Erklärung, warum er selbst kein Buch über Oracle Internals schreibe, lautet: "I think the subject just changes too fast." (S. XIV) Dass Jonathan Lewis trotzdem ein Buch geschrieben hat, dessen Halbwertszeit - meiner Einschätzung nach - recht hoch sein wird, liegt daran, dass er in erster Linie über die grundlegendsten Mechanismen des Oracle Servers schreibt, und diese Mechanismen sind letztlich doch recht stabil. Vieles von dem, was man in Oracle Core findet, konnte man auch schon anderswo lesen: vor allem in den zahlreichen hochklassigen Blogs der Oracle-Community. Aber die konsistente Darstellung dieser Einzelbeobachtungen im Zusammenhang ist die große Leistung des Herrn Lewis, der meiner Meinung nach ohnehin einer der besten Stilisten unter den Oracle-Autoren ist.

Wie üblich bleibt der Jonathan Lewis nicht bei Behauptungen stehen, sondern belegt seine (zum großen Teil deduktiv gewonnenen) Annahmen durch nachvollziehbare Tests und Beispiele - wobei er die großen Möglichkeiten der Instrumentierung des Servers virtuos heranzieht. Das Buch ist sicherlich keine einfache Lektüre, kein Einsteigerbuch im Sinne einer raschen Einführung in die Praxis. Als Einstieg für technische kompetente Leser ist es allerdings sehr gut geeignet, weil es die grundlegenden Konzepte und ihre Funktion erläutert - wer die interne Arbeit des RDBMS verstehen möchte, wird hier Antworten finden.


SQL Performance Explained: Alles, was Entwickler über SQL-Performance wissen müssen.
SQL Performance Explained: Alles, was Entwickler über SQL-Performance wissen müssen.
von Markus Winand
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einstieg in die SQL-Optimierung, 16. November 2012
SQL Performance Explained von Markus Winand ist eine ausgesprochen empfehlenswerte Lektüre und liefert einen sehr zugänglichen Einstieg ins Thema SQL-Performance-Optimierung. Das Thema des Buches sind B*Tree-Indizes und ihre Rolle in OLTP-Systemen. Diese starke Fokussierung auf eine zentrale - und beschränkte - Fragestellung und eine klare Strukturierung der Erklärungen sorgen dafür, dass die Darstellung sich nicht in Details verliert. Diese Struktur leidet auch nicht darunter, dass die Erläuterungen nicht auf ein einziges RDBMS beschränkt sind - neben Oracle und SQL Server werden MySQL und PostgreSQL untersucht -, im Gegenteil: durch den Vergleich der Systeme wird deutlich, wie viele Übereinstimmungen es in den grundsätzlichen Verfahrensweisen der Datenbanken im Bereich der Indizierung und der SQL-Optimierung gibt.

Ohne jeden Zweifel kennt der Autor seine Materie sehr genau - und ist dazu in der Lage, sie zu vermitteln. Dabei bleibt die Darstellung nicht bei Behauptungen, sondern führt die angesprochenen Effekte immer wieder an praktischen Beispielen vor (sehr häufig sind das die Ausführungspläne). In einigen Fällen dienen übersichtliche Grafiken zur Visualisierung von Zusammenhängen. Ein häufiges Phänomen bei meiner Lektüre war der Gedanke: da fehlt aber noch der Hinweis auf Effekt xyz (z.B. bind peeking, adaptive cursor sharing), der dann mit schöner Regelmäßigkeit wenige Seiten später erschien: aus didaktischer Sicht ist das wahrscheinlich günstig: zuerst wird das grundlegende Phänomen dargestellt, die Spezialfälle kommen dann mit einem gewissen Abstand. Ein anderer Punkt, der mir gut gefällt, ist der Hinweis auf einige klassische Mythen der Indizierung, z.B. auf die sagenumwobenen "unbalanced trees", die man durch regelmäßigen Rebuild bei Laune halten muss.

Zu den Qualitäten des Buchs gehört auch die sprachliche Klarheit und pointierte Darstellung (wichtige Punkte werden als Merksätze grafisch hervorgehoben), wobei ich die englische Version gelesen habe, aber keinen Grund habe anzunehmen, dass Gleiches nicht auch für die deutsche Fassung gilt.


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