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Rezensionen verfasst von
Sordini

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Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
DVD ~ Sir Ian McKellen
Wird angeboten von Filmnoir
Preis: EUR 11,99

103 von 145 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die leisen Töne ..., 21. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (DVD)
... waren noch nie Peter Jacksons Stärke. Ich bin der Meinung, dass das schon bei der HdR-Trilogie deutlich zu sehen war. Dementsprechend hatte ich in Bezug auf den "Hobbit"-Film keinerlei Erwartungen, war doch die Roman-Vorlage im Vergleich zum HdR schon so viel ruhiger u. voll subtilem Witz & Charme. Wer konnte da nach den HdR-Filmen erwarten, dass Jackson diese Atmosphäre auch nur annähernde rüber bringt? Der Film entspricht weitestgehend meinen Erwartungen und überrascht nur selten.

Ich muss mich zwar hier als Tolkien-Purist outen, muss aber gleichzeitig zugeben, dass ich den Film trotz allem unterhaltsam fand u. er sich für mich nicht so in die Länge gezogen hat, wie hier oft zu lesen ist. Trotz aller Kritik-Punkte waren für mich durchaus auch gelungene Szenen dabei, mit denen ich so nicht gerechnet hätte: Erebor u. die Stadt unter dem Berg schauen fantastisch aus, ebenso die unterirdische Stadt der Orks im Nebelgebirge. Der Auftritt von Gollum u. die Rätsel in der Finsternis waren auch sehr gelungen. Außerdem haben mir Dol Guldur u. der auf einer Art monströsem Wapiti-Hirsch reitende Elben-König Thranduil gefallen.

Das Peter Jackson absolut kein Gespür für Atmosphäre hat u. der Begriff "subtil" für ihn warscheinlich eine ansteckende Krankheit darstellt ist wahrhaftig nix neues. Jackson kennt nur den Vorschlaghammer - u. nach dem Wahnsinnserfolg der HdR-Filme musste der Hammer hier zwangsläufig noch mal größer werden: immer laut, krachend, schnell, bloß keine Pause, immer Action, immer die volle Pathos-Dröhnung! Sogar die Pan-Flöte dudelt hier ohrenbetäubend, damit auch dem letzten klar wird - Achtung, jetzt wird's total emotional! Sobald Elben auftreten, wird der Zuschauer entweder von 100.000 Wasserfällen ertränkt, von Streichorchestern zersägt oder von der künstlichen Beleuchtung (die einfach volle Kanne mystisch u. bedeutungsvoll wirken soll) verbrannt.

Jede Szene, die im Buch allein durch ihre Atmosphäre Spannung erzeugt, haut Jackson mit seinem unerbittlichen Regie-Vorschlaghammer platt. Man könnte meinen, er hält seine Zuschauer für halb blind u. taub u. müsste alles so drastisch u. laut wie möglich inszenieren, damit mans überhaupt wahrnimmt. Nur ein Beispiel: Die drei Trolle Tom, Hucki u. Bert - eine der bekanntesten u. schönsten Szenen der Romanvorlage, völlig klar, dass Jackson hier eine große u. krachende Kampfszene drüberlegen muss, weil er Angst hat, die Handlung des Romans wäre zu langweilig. (Ich bin der Meinung, dass war auch schon bei den HdR-Filmen so, siehe z. B. die Szene mit dem Angriff auf der Wetterspitze im ersten Film - Jackson traut der Geschichte von Tolkien oft nicht, dabei war der meiner Meinung nach der bessere Geschichtenerzähler...) Dabei bleibt die Waaaahnsinns-Action von den Effekten abgesehen immer sehr gewöhnlich: Szenen wie die Steinriesen im Nebelgebirge liegen von der Dramaturgie irgendwo zwischen Indiana Jones und den Duck Tales.
Das stört mich persönlich mehr, als das Ergänzen der Handlung um Erzählstränge aus dem Silmarillion bzw. mehr oder weniger erfundene und / oder ausgeschmückte Nebenhandlungen (wie die Geschichte um Radagast oder Azog).

Nix für ungut, viele werden jetzt sagen, das ist schließlich ein Film u. ein Buch lässt sich nicht einfach so 1:1 übersetzen, das muss man an das andere Medium anpassen... schon klar, versteh ich, trotzdem zeigen für mich die durchwachsenen Kritiken am Hobbit hier, dass auch bei einem Film Atmosphäre nicht nur mit dem Dampfhammer verbreitet wird u. das die leisen Töne, welche grade die Bücher von Tolkien ausmachen auch in einem Film gut rübergebracht werden könnten. Ein kleiner Ansatz war für mich die Abschlusssequenz mit dem Auge von Smaug - Geil!

Was mir auch noch gut gefallen hat, war die Filmmusik, insb. die letzte Nummer! Fazit für mich: Nicht so schlimm wie erwartet, insg. unterhaltsam, man weiß halt, was man für sein Geld bekommt u. was nicht.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 14, 2014 8:19 PM CET


The Dark Knight Rises
The Dark Knight Rises
DVD ~ Christian Bale
Preis: EUR 4,99

74 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weniger wäre mehr gewesen!, 7. August 2012
Rezension bezieht sich auf: The Dark Knight Rises (DVD)
Wenn man sich die - teils heftigen - Kommentare zu den kritischen Rezensionen hier anschaut, sollte man vielleicht noch mal drauf hinweisen, dass letztendlich doch alles bloß Geschmackssache ist! Und da bekanntlich jeder seinen eigenen hat, darf und soll das hier auch zu lesen sein, oder? Deshalb hier meine - ganz persönliche - Meinung zum 3. und letzten Teil von Nolans Batman-Reihe:

Am eigenen Anspruch gescheitert - das trifft es meiner Meinung nach am ehesten. Wo es die beiden Vorgänger noch schafften, der Comic-Figur neues Leben einzuhauchen und eine düstere und realistischere Interpretation von altbekannten Geschichten und Figuren zu zeigen, enttäuscht mich "The dark knight rises" leider auf ganzer Linie. Auch wenn es manche vielleicht nicht gerne lesen werden, aber für mich ist in den Vorgänger "The dark knight" schon zuviel Anspruch und Tiefgang interpretiert worden, der eigentlich nicht vorhanden war. Die "tiefgreifenden Charakterstudien" und "sozialkritischen Anspielungen" waren doch eher oberflächlich und angedeutet, viel pathetisches Gerede, wie schwierig es ist ein Held zu sein usw. Das macht den Film nicht schlechter, im Gegenteil, für mich ist und bleibt er ein absolut gelungener Streifen, aber halt eben eine Comic-Verfilumg, die unterhalten soll, düsterer, bösartiger und realistischer sicher als alle bisherigen Filme dieser Art, aber auch kein Franz Kafka im Fledermauskostüm.

Und diesen Ballast hat Nolan mit in seinen neuen Film genommen und noch mal kräftig aufgeblasen: Fast könnte man meinen er hätte das Drehbuch mit Hilfe einer Tageszeitung statt irgendwelche Comic-Vorlagen geschrieben, welche aktuellen Themen er denn noch reinnehmen könnte, damit's ambitioniert aussieht. Leider laufen hier die einzelnen bedeutungsschwangeren Anspielungen noch schneller und offensichtlicher als beim Vorgänger ins Leere. Und was bei diesem noch funktioniert hat, weil die Geschichte als solches schlüssig und spannend war, nervt mich bei "The dark knight rises" fast nur noch. Hauptgrund dafür ist für mich vor allem die lieblose Herangehensweise an die einzelnen Figuren u. Handlungsstränge. Versteht mich nicht falsch, hier ist schon einiges über Logikfehler geschrieben worden: Ich bin der Meinung, dass ist ne Comic-Verfilmung, Fiktion halt eben, da muss nicht alles logisch sein (wars bei den Vorgängern auch nicht), aber Nolan hat so viele grobe Schnitzer in der Handlung eingebaut, dass es mir keinen Spaß mehr macht u. ich den Eindruck habe, Nolan hatte keinen Bock hier viel Zeit u. Energie in Kleinigkeiten wie Handlung zu investieren, weils sowieso im ohrenbetäubendem Bombast umtergeht.

Vieles davon ist schon genannt worden - die unerklärliche schwere Verletzung die Wayne seit 8 Jahren mit sich rumschleppt u. dann auf einmal wieder los ist, die ganze "Reise ins Gefängnis in Absurdistan u. wieder zurück, ganz ohne Geld -Geschichte", die Catwoman-Figur (warum zieht jemand, der versucht, andere unbemerkt auszurauben so einen extrovertierten Latex-Fummel an?) usw. Irgendwie passt's diesmal nicht zusammen u. auch bei allem Bemühen, den Film als ganzes gut zu finden u. mich trotz Lücken in der Handlung begeistern zu lassen, bleibt ein sehr seltsames Gefühl zurück. Beziehungen zwischen Figuren wie Miranda Tate u. Wayne scheinen so konstruiert, dass sie kaum nachzuvollziehen sind. Eben war Wayne noch der gebrochene Eremit mit zerzaustem Bart, der im selbstgewählten Exil autistische Züge annimmt u. keine Menschen mehr sehen will - landet aber nach dem ersten kurzen Kennenlernen mit Miranda im Bett.
Die beiden Kämpfe zwischen Batman und Bane das gleiche, vor allem der erste: Hatte Batman in den ersten beiden Teilen noch einen Haufen Gadgets zur Verfügung (Klingen, die aus den Armschienen geschossen wurden, gepanzerte Schutzanzüge und natürlich die Pistolen mit den Enterhaken usw.) bleiben ihm hier beim Kampf mit Bane ... Knallfrösche, die er nach diesem schmeißt!??!! Also entweder wollte Nolan darstellen, wie hilflos Batman in den 8 Jahren vorzeitigen Ruhestandes wurde oder er hat einfach nicht viel Zeit dafür investiert, wie man den Kampf packend darstellen kann. Vor allem das Ende von Bane dann wirklich ein Witz! Dabei hat Nolan in den beiden Filmen vorher gezeigt, wie's eigentlich geht!

Generell finde ich, dass die Kampfszenen eher schlecht gemacht sind. Hatte vor allem "Batman begins" noch wirklich gute u. außergewöhnlich choreographierte Kampfszenen, dominiert hier eher schlichte Retro-Faustkampf-Action, fehlen fast noch die Comic-Blasen aus seligen Adam West-Zeiten: Pang, Boom, Uff! Ein würdiger u. ebenbürtiger Gegner für Bane wären hier wohl besser Bud Spencer oder Obelix gewesen.

Viel ist über die deutsche Synchronstimme von Bane schon geschrieben worden, kaum einer hat aber was über die verzerrte Subwoofer-Stimme von Batman geäußert: Die war in den beiden vorherigen Filmen für mich schon grenzwertig u. diesmal einfach nur noch übertrieben u. lächerlich. Man könnte meinen, Batman wäre in den 8 Jahren seiner Abwesenheit auf Tour als Sänger von Cannibal Corpse gewesen, so heiser u. möchtegern tief hustet er sich hier durch seine 3 Szenen.

Eigentlich seltsam, dass Nolan doch alles so realistisch wie möglich machen wollte u. vieles dann doch so grotesk übertrieben ist - die ausgelutschte Atombomben-Story, die aus diversen 24-Staffeln hinreichend bekannt ist, das "The Bat"-Flugzeug, dass eher an einen X-Wing aus Star-Wars erinnert, die unerklärlichen Lücken u. Sprünge in der Handlung usw.

Mein Fazit: Schade, ich hätte mir mehr erwartet! Hatte "Batman begins" mich noch euphorisch in die Jahre meiner Kindheit versetzt u. auch "The dark knight" noch begeistert, scheitert Nolan hier am eigenen Anspruch unbedingt mehr als eine Comic-Verfilmung machen zu wollen. Der Film hat sicherlich einige gute Szenen und eine düstere, bedrückende Atmosphäre, die ihn von anderen Streifen des Genres unterscheidet, aber leider auch nicht mehr. Meiner Meinung nach hätten die Macher des Films ruhig zu den Wurzeln der Figur als eine fiktive, unrealistische u. überzeichnete aber spannende u. vielschichtige Comic-Gestalt stehen können. Soviele gute, düstere u. ungewöhnliche Perspektiven auf die Batman-Figur hat es im Laufe der Comic-Historie gegeben, bei den beiden ersten Batman-Filmen von Nolan sind viele davon eingeflossen, auch viele Details, warum er das bei "The dark knight rises" kaum gemacht hat, verstehe wer will. Ich denke z.B. an Comics wie "Broken city", "Hush" oder "City of crime" - aber das hätte wohl nicht so intellektuell u. gesellschaftskritisch ambitioniert ausgesehen.

Aber wie gesagt: Nix für ungut, ist bloß meine Meinung, ich will niemandem den Film mies machen, wenn sich jemand für den Film begeistert, gönne ich es ihm von Herzen!
Kommentar Kommentare (18) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 2, 2013 4:01 PM CET


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