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Rezensionen verfasst von
Paula Jakob (Augsburg)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Ein plötzlicher Todesfall
Ein plötzlicher Todesfall
von Joanne K. Rowling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entzauberte Welt, 31. Dezember 2012
J.K. Rowling hätte es sich einfach machen können. Gar nichts mehr zu schreiben wäre die eine Option gewesen, ein Konsensbuch, möglichst mit Fantasy-Schwerpunkt und Identifikationsfiguren zum Wohlfühlen wäre die andere. Eine Buch über eine englische Kleinstadt und Grabenkämpfe um einen Sitz im Gemeinderat, da könnte man einen Stoff draus spinnen, wie von Inga Lindström entworfen, mit einem edlen Gutsherren, einer schönen Waise, einem geheimnisvollen Fremden und diversen schrulligen Alten, dazu ein paar Pferde, Cottages, grüne Wiesen und ein happy End... Aber J.K. Rowling hat etwas völlig anderes gemacht , etwas Schwerverdauliches, etwas so gar nicht zum Wohlfühlen und ein entzaubertes Bild einer Kleinstadt gemalt, einer Stadt voller Dursleys und Malfoys, um im Harry –Potter- Universum zu bleiben. Mit viel Elan, Wut und Verve führt sie den Leser schonungslos hinter die Kulissen der Wohlanständigkeit, zeigt Gewalt und Missbrauch, emotionale Kälte, Einsamkeit, Entfremdung, Egoismus, Intrigen und Mobbing in hoher Schlagzahl und ohne den geringsten Weichzeichner. Ein Schrecken jagt den nächsten und wenn man denkt, jetzt könne es nicht mehr ärger kommen, setzt sie noch eins drauf. Nein, das ist kein bequemes Buch. Aber es ist brillant und absolut lesenswert, wenn man mal die rosa Brille abnehmen und sich vergegenwärtigen möchte, wie es leider eben in der Welt zugeht – ganz und gar nicht zauberhaft nämlich und ich wage zu behaupten, dass man nicht bis Fields schauen müsste, um einen Mikrokosmos, nicht viel anders als in „Ein plötzlicher Todesfall“ in jeder größeren Gemeinde, an vielen Schulen, in vielen Häusern hinter verschlossenen Türen vorzufinden. Viele Rezensenten stören sich am Ton, an den vielen Obszönitäten, an der derben Sprache. Erzählt aber ist das Buch ruhig und sauber, nur die Dialoge sind derb, wenn es passt und man möchte gerne die Kritiker fragen, wie sie sich denn ein Gespräch zwischen einer zugeknallten Heroinabhängigen und ihrer vernachlässigten Tochter so vorstellen? Soll man da allen Ernstes verbal Zuckerguss und Blattgold drübergeben? Ebenso viel geklagt wird über die eher spröde Schilderung der sexuellen Kontakte zweier Jugendlicher ausgerechnet auf einem Friedhof. Wenn man sich natürlich vorher durch andere aktuelle Bestseller des Jahres 2012 gelesen hat und noch ganz benommen ist von den operettenhaften Inszenierungen prä- und postkoitaler Ekstase bei Milliardärs oder Vampirs zu Hause, wo alles in fließenden Bewegungen in glamourösen Luxuslocations zelebriert wird, dann ist das hölzerne Gefummel der Jugend von Pagford schon ernüchternd pragmatisch. Aber auch hier passt die Schilderung leider zum Zeitgeist und der ist eher unviktorianisch. „Ein plötzlicher Todesfall“ ist ein Drama, kein Märchen und es ist wirklich keine leichte Kost, das Buch ist traurig und erschütternd und ich kann verstehen, dass viele es langweilig fanden, weil es auf Action verzichtet. Aber das macht es nicht zu einem schlechten Buch. Es ist kein Krimi, es ist kein Märchen, es ist keine Lovestory, es ist ein Buch, das seiner Autorin am Herzen lag, als solches ist es absolut leidenschaftlich geschrieben, ich fand es Klasse und ziehe meinen Hut vor einer Autorin, die den bequemen Weg vermieden und den Lesern nichts zum Wohlfühlen sondern etwas zum Nachdenken gegeben hat.

Der Trümmermörder
Der Trümmermörder
von Cay Rademacher
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewohnte Krimikost, 28. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Trümmermörder (Broschiert)
Wer gern Krimis liest und mal was anderes sucht, dem sei nachdrücklich "Der Trümmermörder" empfohlen. Der Plot ist in eine Zeit und an einen Ort verlagert, von dem wir nur wenig lesen, nämlich in das Hamburg des Hungerwinters 1946/ 47. Dort werden scheinbar zusammenhanglos Menschen nackt und erdrosselt zwischen den festgefrorenen Trümmers der Stadt aufgefunden und der mit dem Fall befasste Oberinspektor Frank Stave hat nicht nur einen immer kaltblütiger werdenden Serienkiller zu suchen sondern trägt auch schwer an eigenem Kummer. Seine Frau starb in einer Bombennacht, sein Sohn ist in Russland verschollen, es gibt kein Heizmaterial, nichts zu essen, der Schwarzmarkt treibt immer wildere Blüten, die Engländer stellen Stave einen dubiosen, undurchschaubaren Ermittler an die Seite, er muss noch einen eher unbeliebten und übereifrigen Kollegen von der Sitte mitschleppen und dann taucht auch noch eine geheimnisvolle Zeugin auf. Cay Rademacher hat mit diesen Zutaten einen atmosphärisch dichten Krimi mit starken Figuren geschaffen, die einem mitnehmen in diese Zeit , in diese Unsicherheit, die Kälte und die Stimmung, die von Aufbau und Wirtschaftswunder noch weit entfernt ist und in der man doch den Lebenswillen spürt und das kleine Glück, das z.B. eine heiße Tasse mit gutem Tee schenken kann. Interessant, zu lesen, wie man ermittelte in einer Zeit, in der es ja noch keine DNA-Analysen und High-Tech- Ermittlungen gab. Gewöhnungsbedürftig ist lediglich der Schreibstil, "Der Trümmermörder" ist, wie auch sein Nachfolger, "Der Schieber" im Präsens verfasst, das ist zunächst spröde , aber ich fand sehr schnell in den Erzählrhythmus hinein und habe das Buch sehr genossen.

Die Mütter-Mafia
Die Mütter-Mafia
von Kerstin Gier
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

3.0 von 5 Sternen Lachen oder weinen?, 28. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Mütter-Mafia (Taschenbuch)
Eins vorneweg: Kerstin Gier hat das Talent, wirklich herzzerreißend witzig zu schreiben, es gibt Passagen in diesem Buch, das liefen mir die Tränen runter vor Lachen und ich bin nicht unbedingt leicht zu unterhalten. Die Geschichte der plötzlich alleinerziehenden Constanze, die sich mit Kindergartenkind und Teenytochter in einem von der verstorbenen Schwiegermutter hinterlassenen Alptraum aus Mahagoni inmitten einer ausgesprochen feindseligen Umgebung wiederfindet, welche aus stutenbissigen Hexen und einem Rennterehepaar besteht, das wir in Bayern "Verkloghaferl" nennen würden , ist gut beobachtet, spitzfindig überzeichnet und ausgesprochen böse. Warum nun nur drei Sterne? Wie so oft bei mir: Ich kann meinen Wertekanon nicht wegsperren und meine innere Frauenbeauftragte hat mir zusätzlich hier und da allzu laut protestiert. Wogegen? Ja, herrje, muss denn Constanze wirklich so derart feige und unreif sein?
Wenn mein Kind jemandem auf den Mantel kotzt, bringe ich das in Ordnung und rege mich nicht auf, weil die Reinigung bezahlt werden soll. Wenn mein Fahrrad umfällt, fünf andere mitreißt und dabei ein Auto zerkratzt wird, rufe ich meine Haftpflichtversicherung an und sage nicht: Wer sich einen Jaguar leisten kann,kann auch die Reparatur bezahlen. Kommt ein Brief vom Anwalt, wünscht Constanze diesem gleich den Tod bzw. ein schwarzes Kreuz neben seinem Namen. . Hui. Das finde ich persönlich nicht witzig sondern unsympathisch und noch kleinkarierter als die permanente Verklagerei der Rentner von nebenan. Dass Constanze überfordert damit ist, hintereinander einen Müllsack in die Tonne zu werfen und ein Kleinkind im Auto anzuschnallen , was dazu führt, dass der Müllsack angeschnallt wird, ist ja noch ganz witzig. Aber irgendwie kommen die Frauen dabei so zwischen den Zeilen nicht wirklich gut weg dabei. Gut, dass es Mimi und Anne gibt, das sind Figuren nach meinem Geschmack, die lassen es krachen und retten das Dummerchen Constanze vor sich selbst.
Herrlich zum Fremdschämen sind die Mütter-Society-Biester, die mail-Korrespondenz dieser Gifthühner ist ein absolutes Highlight, auch wenn Frau Gier es mit dem Holzhammer übertreibt. Sabine Ziegenweidt-Sülzermann und Esther Müller-Schmerbeck klingen natürlich genauso zickig, wie wir sie uns vorstellen sollen, aber es ginge , was solche Bauerntheater- Namen angeht, auch eine Nummer kleiner. Die fiese Nachbarin zB müsste nicht auch noch eine struppige Dauerwelle haben, die kommt schon widerlich genug rüber. Da wird etwas sehr tief in die Klischeekiste gegriffen. Aber am meisten hat mich das Hals -über -Kopf-Ende gestört. Die Story wird hier RICHTIG gut und dann bricht Kerstin Gier das ohne vernünftigen Showdown einfach übers Knie. Klappe zu, Buch aus. Hallo, hier möchte ich genießen und zwar ausführlich, wie die, die es verdient haben, ihr Fett wegkriegen. Ich habe wirklich geschaut, ob in meinem Buch Seiten fehlen, immerhin war es aus der Bücherei, da weiß man ja nie. Aber das Ende ist wirklich so aprupt. Ich habe mir sofort noch "Die Patin" besorgt und dort geschaut, ob der Cliffhanger dann dort weitergeht. Aber nix.....Also, das war ein Manko, deshalb vor allem nur drei Punkte von mir.
Also, da hätte ich mir mehr action und Futter für meine Schadenfreude gewünscht.

Kein Titel verfügbar

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich klasse, 18. Dezember 2012
Wenn man 50 wird, lässt nicht nur das Bindegewebe sondern auch der Verstand nach. Das heißt, je kritischer man die Falten und Runzeln im Spiegel wahrnimmt, desto mehr steigt ( jedenfalls bei mir) die Bereitschaft, sich ein kleines Vermögen ins Gesicht zu cremen. Ein paar Hektoliter Wasser pro Tag, frische Luft und von früh bis spät gesunde Lebensweise helfen vielleicht Iris Berben, aber bei reichte das nun leider nicht mehr. Muss ja nicht gleich der Nasen-Mang am Bodensee sein.....aber mit Nivea und sonst nichts bin ich schon mit 25 ehrlich gesagt nicht sehr weit gekommen. Meine Haut ist trocken, dünn, feinporig und auch nicht völlig unsensibel. Soll man der Werbung glauben? Mein Gott, einmal das Auto vollgetankt sind bei mir 70 € weg, warum nicht mal 80 € in mich selbst investieren? Im August habe ich also den ersten Flakon Visionnaire gekauft und ich bin bisher ausgesprochen zufrieden. Ich wende das Serum morgens und abends an, man braucht nicht viel und ich bin jetzt mit der zweiten Flasche fast zur Neige, meine Haut sieht erholt, strahlend und einfach schön aus. Ich habe keine Irritationen oder Allergien darauf entwickelt. Klar, es ist kein Jungbrunnen,eine Schönheits-Op wie in der Werbung verprochen ersetzt es eher nicht, das gibt es nicht, ich glaube leider immer noch nicht daran, dass man Falten wegcremen kann. Was aber feststellbar ist: Meine Haut steckt Stress, besser weg, Unruhe und Hektik hinterlassen weniger tiefe Spuren als bisher und fühlt sich gut durchfeuchtet und gesund an. Nichts schuppt mehr, alles ist glatt und erholt. Meiner Meinung nach ist das Produkt sein Geld wert. Ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis okay, auch wenn es mich ärgert, dass immer ein Rest in der Flasche bleibt, den man nicht herausbekommt.

Kein Kuss unter dieser Nummer: Roman
Kein Kuss unter dieser Nummer: Roman
von Sophie Kinsella
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rundmails, Scrabble, Smileys und sonstiges Hexenwerk......, 13. November 2012
Juhu, die neue Sophie Kinsella lag schon drei Tage vor dem offiziellen Erscheinungstermin im Laden, ich habe mich darauf gestürzt und das Buch übers Wochenende regelrecht inhaliert! So konnte ich ein echtes Kinsella-Buch genießen, mit einer reizenden, leicht verpeilte Heldin namens Poppy, die unverkennbare Ähnlichkeiten mit dem Überbabe Becky Bloomwood-Brandon hat, nur nicht kauf-sondern handysüchtig. Poppy schaftt es, binnen eines Abends sowohl ihren sündhaft teuren Verlobungsring als auch ihr überlebensnotwendiges Smartphone zu verlieren. Um diese Verluste zu kaschieren, muss sie nun äußerst kreativ vorgehen , da hilft es ungemein, dass ein herrenloses Handy in einem Hotelabfalleimer liegt und ein neues Zuhause sucht. Poppy adoptiert das Gerät sofort, muss aber schnell feststellen, dass der rechtmäßige Eigentümer ziemlich nachdrücklich die Rückgabe fordert. Das Handy wurde von der Assistentin des erfolgreichen Geschäftsmannes Sam genutzt und dieser lässt sich blauäugig darauf ein, dass Poppy sich kurzfristig das Handy mehr oder weniger mit ihm teilt, ihr eigenes Chaos organisiert und seine Nachrichten weitergibt. Nun steckt die harmoniebedürftige Poppy bis zu den Ohren in der Businesswelt und im Liebesleben des coolen Sam und versucht, zunächst nur mit Smileys und Küsschen, dann mit immer offensiveren Maßnahmen, Sams Beziehungen zu allerlei Leuten zu optimieren und richtet damit ein Heidendurcheinander an. Nebenbei muss sie eine unfähige Hochzeitsplanerin unterstützen, eine eifersüchtige Kollegin bändigen und versuchen, beim Scrabble gegen Leute zu bestehen, die mit Worten wie "Iridiumoxid" oder "Elosion" auftrumpfen. Die scrabblebegeisterte Hochbegabten-Familie ihres nicht eben bildungsfernen Verlobten Magnus lebt intellektuell in Sphären, die den meisten Menschen wohl auf ewig verschlossen bleiben und beschert der eher bodenständigen Physiotherapeutin Poppy damit ein permanentes Minderwertigkeitsgefühl, dem Leser Lachtränen. Allerdings hatte ich beim Lesen zunächst schwere Auseinandersetzungen mit meiner inneren Frauenbeauftragten, denn das Frauenbild ist anfangs - nun ja, eher auf " Mad Men"-Niveau. Die Mädchen, so Sam kennen alle " die Karatzahl ihres Verlobungsringes bis auf mehrere Stellen hinter dem Komma und runden dann auf", heiraten einen Zahnarzt und backen kleine Brötchen, wohingegen die brillante Wissenschaftlerin Wanda mit ihrem krausen Haar und ihrem scharfen Verstand als furchteinflößend dargestellt wird. Aber das ist die Kunst von Sophie Kinsella und allein dafür möchte man sie knutschen: Sie lässt nämlich Poppy, diese (wieder Zitat Sam) Kuschel-Kuschel, Kuss-Kuss"- Masche ablegen und schriebt nicht nur zwischen den Zeilen sondern sehr deutlich : Mädels, immer nur nett sein, bringt nichts. Zeigt auch mal Zähne! Man muss nicht von jedem geliebt werden! Und so darf Poppy sich vom süßen Mäuschen weiterentwickeln, das kommt in RomComs nicht so oft vor und freut daher besonders, ebenso wie die wirklich charmante Liebesgeschichte und die Intrigen, die gesponnen werden, auch wenn man überall den Ausgang ahnt. " Kein Kuss unter dieser Nummer" ist eine heiße Schokolade in Buchform, wirklich zum Dahinschmelzen und originell mit sympathischen Figuren und dem gewissen Etwas. Ideal für die jetzt kommenden, grauen Novembertag, man liegt auf dem Sofa und grinst von einem Ohr zum anderen ( falls jemand nicht so oft simst:e2eg!)

Die Sommerfrauen: Roman
Die Sommerfrauen: Roman
von Mary Kay Andrews
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mrs. Hobbs macht Ferien, 7. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Sommerfrauen: Roman (Taschenbuch)
Den Film mit James Stewart kannt ja fast jeder: Mr. Hobbs, ruhe- und harmoniebedürftig mietet mit seiner kunterbunten Mehrgenerationen-Famile ein Traumhaus am Strand, das sich als Bruchbude erweist und dank diverser unerwarteter Besucher und Mitbewohner ist außer Ruhe und Harmonie alles gewährleistet in diesem Urlaub.
Mary Kay Andrews hat die Zutaten Urlaub, Strand, Bruchbude, kunterbunter Haufen und unerwartete Besucher genommen und dafür gesorgt, dass das Ergebnis vor allem eines hat: Ruhe und Harmonie. Das kann man natürlich mögen. 500 Seiten ohne Action und Aufregung. Es wird gepuzzelt, Karten gespielt, gejoggt, Rad gefahren, in der Sonne gelegen, geputzt, gefegt, abgewaschen und geschlafen. 500 Seiten lang. Das ist sehr, sehr meditativ und entspannend, hübsch gemacht , aber offen gesagt für mich langweilig und irgendwie auch ein wenig unglaubhaft. Also, mal unter uns: Da sind drei Frauen, laut Klappentext "grundverschieden" nämlich: Eine brünette, putzwütige Ernsthafte,die rosa Gänseblümchenkleider trägt und seit 11 Jahren keinen Sex mehr hatte, eine muntere rothaarige Lehrerin mit D-Körbchen,die sich fragt, ob sie sich scheiden lassen soll, und ein stylisches,aber sehr bodenständiges blondes Model, das sich fragt,ob sie heiraten soll. Diese drei, ergänzt um eine sehr, sehr geheimnisvolle fremde Luxusblondine, die nichts isst, nicht redet und nichts tut außer Radfahren. Diese vier in einem Haus. Vier Wochen lang. Und es gibt nie Streit, keine Spannungen, keinen Zickenkrieg? Dabei plagen Arbeitslosigkeit, Ehekrisen, Sinnkrisen und ein krimineller Ehemann. Wie glaubhaft ist das denn? Da hängt die oberlehrerhafte Putzfee am ersten Tag ihren Dienstplan auf, das lässige Model ist dagegen, daraufhin fliegt der Putzplan in den Müll und das Hausmütterchen fegt von da an klaglos die Terrasse selbst. Sie tut das übrigens gefühlt auf jeder dritten Seite..... Abgesehen davon bleiben die Figuren seltsam blass und farblos. So viele schreiben hier, die Frauen seien wie eigene Freundinnen gewesen beim Lesen. Das ging mir gar nicht so. Dafür hatten die alle zu wenig Leben, wirkten wie drei oder vier Barbiepuppen in einem maroden Puppenhaus, die jeden Tag das Gleiche tun. Schlafen, essen, sonnen, baden, puzzeln, nach dem wildbieselnden Waschbrettbauch nebenan schielen und sich fragen, was wohl das Geheimnis der fremden Radfahrerin im Dachzimmer sein mag. Aber das ginge ja alles noch. Ich habe das gelesen, alles so nett, geblümt und pastellig wie das Cover , mich ein wenig gelangweilt aber ansonsten schmerzfrei das Buch überstanden. Sehr schwach finde ich allerdings das Ende. Das wird jetzt schwer, weil man ja nicht spoilern soll und will. Aber da der aufregende Nachbar ja schon im Klappentext erwähnt wird und der Verwendungszweck eines waschbrettbäuchigen Kerls in pastelligen Büchern ja hoffentlich klar ist, nehme ich ja keinem die Spannung weg, wenn ich sage: Am Ende stellt sich heraus, dass das Wichtigste für Frauen auf keinen Fall ein guter Job ist. Das Wichtigste für Frauen ist ein Mann. Alle Frauen finden nämlich eine nette, kleine, bescheidene Lösung für ihr weiteres Leben und nehmen sich und ihre Ansprüche gaaaaaanz weit zurück. Und schon ist alles gut, wie früher bei Courths-Mahler. Kann man mögen, mögen hier ja auch ganz viele. Aber es ist ein wenig schal und riecht dezent nach Herdprämie. Der kleine Krimi, der mit eingeflochten wird ist leider wenig spannend, da hat die Ermittlungsarbeit von Kasperl und Seppl gegen den Kaffeemühlendieb Hotzenplotz deutlich mehr Thrill. Aufregend ist das Ganze einfach wirklich nicht,dabei hätte man aus der Mr. Hobbs-Ausgangslage doch echt was machen können , da hätte mal die giftige Schwester auftauchen können oder der Verfolger der geheimnisvollen Madison hätte sich raffiniert einschleimen können, man hätte einen schrägen Handwerker dazu tun können, oder die Waschbrett-Ex hätte was wirklich , wirklich Böses tun können. Passiert aber alles nicht. Nichts Böses, nichts Kribbelndes, nichts Schräges. Nicht mal die Pumpe explodiert.
Wie gesagt, das ist ein harmloses Wohlfühlbuch, man muss sich nicht ärgern und weil es dick ist, bekommt man was für sein Geld. Aber viel Handlung sollte man nicht erwarten.....

Letzte Worte: Thriller
Letzte Worte: Thriller
von Karin Slaughter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bitte mehr Will und weniger Sara, 7. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Letzte Worte: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Als treue Slaughter-Leserin bin ich durch alle Höhen und Tiefen der Reihe mitgegangen und war nicht traurig, als Sara Linton und Jeffrey Tolliver für einige Bände verschwanden. Sara ist als staker Charakter gezeichnet und ich lese natürlich gern etwas über starke Frauenfiguren, aber sie hat fanatische und selbstgerechte Züge, die mir absolut nicht sympatisch sind und davon abgesehen einen Heiligenschein, der durch jedes Buch mit ihr als Hauptfigur strahlt und irgendwann nur noch ein wenig nervt. Will Trent ist als Figur deutlich interessanter, denn er hat Ecken und Kanten, Fehler und Macken und man liest gern mit, wenn er ermittelt. Nun hat Slaughter die beiden schon im zweiten Buch zusammengespannt, eine Idee, die funktionieren könnte, wenn Sara sich nicht so kleinmädchenhaft gebärden würde in ihrem Hass auf die gleichfalls reanimierte (und wie immer durch Fehler und Fettnäpfchen taumelnde) Lena Adams und ihrer "Ewige-Tochter"- Attitüde im Haus der Eltern, wo sie zum Geschirrspülen verdonnert und von ihrer strengen Südstaaten-Mum mit Argusaugen bewacht wird. Ich komme in Saras Verhaltensmuster einfach nicht rein: Ist sie nun eine toughe Ärztin oder ein Dummerchen? Klar, jeder ist mal so und mal so, aber bei Sara Linton könnte Slaughter sich langsam mal festlegen. Und sie könnte Lena mal aus der Dauerhölle rauslassen, in die sie das arme Wurm gesperrt hat! Auf jeden Fall gilt es, einen Todesfall aufzuklären, bald sind es zwei, drei Todesfälle und der Fall als solcher ist spannend und überraschend, gut aufgebaut und fesselnd. Gelangweilt habe ich mich sicher nicht. Der Krimi als solcher ist solide und gut gemacht. Nur das Ende ist überstürzt, könnte klarer,optimistischer oder eben von mir aus auch deutlich düsterer sein. So ist es irgendwie wischiwaschi, nicht Fleisch, nicht Fisch, offen für viele Fortsetzungen im gleichen Stil, die ich sicher auch lesen werde, aber Slaughter sollte ihre Sara-Figur echt mal weiterentwickeln, bitte. Will Trent kann bleiben, wie er ist, wobei auch in seinem Privatleben mal entrümpelt werden muss, damit man nicht ständig durch diese Angie-Untiefen muss, diese Frau ist wirklich allerunterste Sympathieschublade! Und: Free Lena! Bitte!

Die Dienstagsfrauen: Roman
Die Dienstagsfrauen: Roman
von Monika Peetz
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hanni und Nanni auf dem Jakobsweg, 8. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Dienstagsfrauen: Roman (Taschenbuch)
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und es ziemlich lange im Regal stehen lassen, weil es einfach nicht mein Dings ist, wenn Mädelskränzchen zu einem Buch aufgeblasen werden und dann noch die Schlüsselreize "JAKOBSWEG!!!Grenzerfahrung!! Selbstfindung!!!" dazu, das lockte mich wenig. Leider ging mir gestern an einem Sonntag der Lesestoff aus, also griff ich dann doch zu den Dienstagsfrauen und es war noch schlimmer als befürchtet. Da haben wir also die erfolgreiche , disziplinierte Anwältin, natürlich ist sie blond und kühl mit dem preußischen Namen Caroline, dazu die drollige Kreative Kiki ( warum nicht gleich Püppi?) , die warmherzige, mütterliche Eva,die eben verwitwete, verhuschte Judith und das Luxusweibchen mit dem Glamournamen Estelle. Nicht nur die Namen sind schön bildhaft, man hat, auch wenn man selten fernsieht sofort Mariele Millowitsch, Saskia Vester,Nadja Uhl, Corinna Harfouch, Muriel Baumeister und Diana Ampft vor Augen, also das Standardpersonal für solche Frauenkisten, die Besetzung der 08/15-Querschnitt durch jeden Zumba-Kurs, die Brave, die Powerfrau, die Leichtfertige, die Esoterische..... Und die Handlung ist exakt nach dem Patentrezept für die solide Hausfrauenkost am Mittwochabend gestrickt:Also : mal was Neues wagen, sich dran verheben, rumzicken, sich nebenbei verlieben, daran wachsen und am Ende alles gut! Das ganze ohne große Überraschungen oder Störungen im Gewaber der Gespräche. Dass Eine mit dem Rollkoffer loszieht um durch die Pyrenäen zu wandern, ohnevon ihren besten Freundinnen, die zusammen doch eigentlich einen IQ von etwas über Zimmertemperatur zusammenbringen sollten, daran gehindert zu werden, ist vielleicht noch der beste Gag am Buch, aber es soll ja auch kein Spaßmach-Buch sein sondern eine "Wir halten immer feste zusammen! " -Formel. (Wir lassen die dumme Nuss aber trotzdem mit dem Rollkoffer durch die Berge wandern!) "Leider hat man das in dieser Form einfach schon viel zu oft gelesen und gesehen und ich fand es einfach zu spannungslos und vorhersehbar. Keine der Figuren war mir je sympatisch, mit keiner fühlte ich so recht mit, sie waren einfach zu berechenbar und schablonenhaft. Das geheimnisvolle Tagebuch des Pilgers Arne war auch kein echtes Geheimnis. Für mich war das irgendwie Hanni und Nanni auf dem Jakobsweg. Dass es dann auch noch wirklich einen Film mit Saskia Vester gibt, habe ich eben erst auf der Produktseite gesehen. Fast zu schön, um wahr zu sein......Und jetzt gehen sie fasten, die Mädels. Als nächstes kommt dann sicher eine Folge der Dienstagsfrauen, in der ein dominanter Millardär
Heino Ferch oder Fritz Karl) mit silbergrauer Krawatte und düsteren Neigungen Kiki zu einem Vorstellungsgespräch einlädt, sie stolpert, fällt hin, kaut plötzlich zwanghaft auf der Unterlippe rum und muss von den vier Anderen gerettet werden. Wundern würde es mich nicht.

Die Tagebücher des Adrian Mole: Die schweren Jahre nach 39: Roman
Die Tagebücher des Adrian Mole: Die schweren Jahre nach 39: Roman
von Sue Townsend
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Adrian Mole in der Mitte des Lebens, 4. Oktober 2012
Nachdem es leider nichts mehr von Harry Potter zu lesen gibt, muss eine andere britische Autorin ihren Dauerhelden aus der Versenkung holen, nämlich Sue Townsend ihren längst liebgewonnenen und zur Kultfigur gewordenen Adrian Mole,mittlerweile 39 1/2 Jahre alt, aber sonst ganz der Alte: Er ist immer noch mit der zauberhaften Daisy verheiratet,neuerdings Vater einer lebhaften fünfjährigen Tochter ( außerdem sind da noch Glenn , sein Sohn aus der Beziehung mit Sharon Bott und der bei Exfrau Jojo lebende William) , er ist immer noch heimlich in Pandora verliebt, schreibt nach wie vor unterirdische Theaterstücke und noch schlimmere Lyrik sowie herrlich naive Briefe an Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens, lebt nach wie vor in den Piggeries am Rande einer schlammigen Wiese neben seinen Eltern Pauline und George, Sohn Glenn ist nach wie vor in Afghanistan und Adrian arbeitet in Mr. Carlton-Hayes Buchhandlung, wo er ständig auf bizarre Figuren trifft und wie immer von einsamen Rentnern und sonderbaren Frauen gestalkt wird. Auch das sonstige Personal ist zuverlässig zur Stelle, der blinde Nigel, Wayne Wong mit seinem China-Restaurant, Marigold Flowers und ihr Ehemann Oberstreber Henderson die arrogante Powerfrau Pandora und der Ökofreak Michael Flowers, der diesesmal eine Rote- Bete-Schreddermaschine erfunden hat. So könnte man fröhlich vor sich hinkichernd die neusten Verwicklungen und Katastrophen genießen, aber diesesmal kommt es wirklich hart für Adrian, denn der bekennende Hypochonder ist ernstlich krank und das geht einem schon nah. Zwar verliert er nie seinen typischen Antihumor, aber das Lachen fällt einem schon recht schwer, nicht weil es nicht komisch wäre, sondern weil alles so lebensnah und schrecklich menschlich ist. Außerdem zeigt Adrian erstaunlich viel Rückgrat und Charakter und trägt sein Schicksal bemerkenswert tapfer und selbstmitleidlos. Und dabei bleibt Adrian, der es mit allen viel zu gut meint und deshalb Hals über Kopf in ein Schlamassel nach den anderen stürzt, dieses Mal nichts erspart. Was mir in diesem Band sehr gut gefallen hat, waren die stillen Momente,ohne Klamauk und Slapstick, in denen man merkt, wie nah sich die Figuren bei all ihrer Ruppigkeit doch stehen und wieviel Herz und Seele sie haben. Sogar bei Pandora schimmert etwas wie Gefühl durch.....Und Adrian, das ist das Schönste daran, findet in diesem Band endlich sich selbst. Eine wirklich anrührende und dabei komische und erfrischende Geschichte mit wunderbar kantigen, sympatischen und warmherzigen Figuren, tragischen und traurigen und brüllkomischen Augenblicken, die unter allen Adrian Mole-Bänden mein absoluter Lieblingsband sein dürfte.

Glaube der Lüge: Inspector Lynleys 17. Fall: Ein Inspector-Lynley-Roman
Glaube der Lüge: Inspector Lynleys 17. Fall: Ein Inspector-Lynley-Roman
von Elizabeth George
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

70 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der absolute Tiefpunkt der Reihe, 30. September 2012
Leider muss ich sagen, dass "Glaube der Lüge" wirklich noch eine Liga UNTER "Doch die Sünde ist scharlachrot" anzusiedlen ist, obwohl ich das kaum für möglich gehalten hätte. Eine zähe, spannungsfreie Handlung, eine Ansammlung unsympathischer Protagonisten, für die man kein Verständnis aufbringt, deren Handlungen und Abgründe einem nicht nahe gehen, eine Familientragödie, die ausgwalzt wird wie ein Strudelteig, immer dünner wird und am Ende völlig zerfasert. Welch ein Neurosenkabinett,eine Mutter, die ihre Kinder nicht mag, eine Tochter, die ihre Eltern nicht mag, ein Sohn, der seinen Vater nicht mag, eine Vorgesetzte, die das Erscheinungsbild ihrer Mitarbeiterin nicht mag, eine Frau mit Kinderwunsch, die das zur Adoption angebotene Baby nicht mag.......daß Deborah nervt, wurde schon mehrfach geschrieben, mich nervte aber auch Hadiyyah unsagbar mit ihrer Doris-Day-Attitüte und was in Havers gefahren ist, wüsste ich auch gern. Lynley selbst agiert so farblos und blass, dass ich mich an gar keine Szenen mit ihm wirklich erinnere. Überhaupt ist das ein Dramolett, das man inklusiv der zuckersüsses Happy-End-Anwandlungen gegen Ende einfach nur ganz schnell vergessen möchte. Um es auf den Punkt zu bringen: Das Buch ist fad, langweilig und macht schlechte Laune.
Mir tut es selten leid um das Geld, dass ich für ein Buch ausgegeben habe, aber "Glaube der Lüge" ist wirklich wenig Inhalt für ein dickes Buch und den hohen Kaufpreis in meinen Augen absolut nicht wert.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 2, 2013 10:19 AM CET


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