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Frau Kassel will Wunder: Roman
Frau Kassel will Wunder: Roman
Preis: EUR 3,60

5.0 von 5 Sternen Ein Must Read zu einem polarisierendem Thema!, 23. Mai 2015
Ich habe vor nicht allzu langer Zeit eine einstündige Sendung über die Esoterik-Messe in Olten gesehen. Die Messe ist ein Sammelplatz für Esoteriker oder Menschen, die auf Wundermethoden hoffen. Man kann sich denken, dass die Aussteller keine wirklichen Antworten auf logische Fragen haben. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass die Aussteller bei einem sachlichen Interview mit dem Reporter in Bedrängnis gerieten, denn mit der Logik war schnell Schluss. Eine russische Geistheilerin stach jedoch wie einen Dorn direkt ins Auge des Zuschauers. Die untersetzte, dickliche, ca. 60 Jahre alte Russin behauptete in grantigem Deutsch (mit starkem russischen Akzent), bei einer kranken Frau die Nierensteine mit den blossen Händen entfernen zu können (ohne Schnitte oder OP). Das dubiose Ritual wurde dann gleich in der TV-Sendung gezeigt. Zu sehen war die kranke Frau, die sich unter Schmerzen auf einer Krankenliege am Stand der russischen Heilerin legte. Die Russin fing auch sofort mit showmagiermässigen Theatralik anzudeuten, die Nierensteine mit ihren blossen Händen durch die Haut hindurch (wie durch ein Wunder) zu entfernen. Plötzlich floss auch tatsächlich Blut und einige Fleischbündel an den Händen der kleinen Frau erschienen aus dem Nichts. Sie habe soeben die Nierensteine entfernt. Selbstverständlich hat die Russin dort nichts anderes getan als zu schauspielern, denn das Blut stammte vermutlich von einem Schwein von einem Dorfmetzger. Wie die meisten Esoteriker wich auch die angebliche Wunderheilerin den Fragen des Reporters aus oder beantwortete diese ganz einfach nicht. Man kann sich ausdenken, was passiert, wenn sich kranke Menschen ausschliesslich auf solche Scharlatane stützen.

Rechtsanwältin Charlotte Kassel will ein Wunder. Sie ist krank und findet sich eines Tages in einer Klinik wieder. Ihre Bettnachbarin strahlt auch nicht wirklich vor Lebensfreude, muss sich Frau Kassel doch Sprüche wie „…jetzt bin ich wieder im Bunker…“ anhören, was auch nicht gerade zu einer positiveren Stimmung der Situation beiträgt. Verzweifelt sucht Charlotte nach einem Wunder. Jenseits der westlich anerkannten Medizin sucht sie nach Heilung für ihre Krankheit im Gefilde der Alternativmedizin und auch in esoterischen Rituale. Der Satz eines Heilgurus macht ihr besonders zu schaffen: „…ihre Krankheit basiere auf einem Schock…“. Doch es bleibt nicht nur bei dieser einen Weisheit. Frau Kassel sucht ihr Glück auch in der Hellsichtigkeit, in Ritualen der Spontanheilung und erhofft sich auch Hilfe von Affirmationen. Sogar ihre Ernährung müsse komplett umgestellt werden. Sie dürfe ab sofort nur noch Beeren essen. Und jeden Tag in Brennesseln baden. Dies fördere die Entgiftung des Körpers und somit die Gesundheit des Geistes. Und tatsächlich verschaffen die zahlreichen Rituale Charlotte Erleichterung und geben ihr ein gutes Gefühl. Doch wie steht es mit ihrer Gesundheit? Kann ein esoterisches Wunder Charlotte wirklich helfen?

Zuerst einmal: ich glaube an die Kraft der Gedanken. Jedoch nicht im esoterischen Sinne. Viel mehr bin ich der Meinung, dass man sich selbst nur dann näher kommen kann, wenn man aktiv an sich selber arbeitet. Ungeschönt, direkt und vor allem einsichtig. Die Art von Arbeit, die ich andeute, hat sehr wenig mit positivem Denken, einem Glauben an eine höhere Macht oder dem Vertrauen in eine unbekannte Allmacht im Universum zu tun. Vielmehr geht es darum, die eigene Persönlichkeit soweit auszubauen, dass man gut mit sich selber auskommt. Nichts weiter!

Als ich das E-Book erhalten hatte, wollte gleich mal reinschnuppern. So habe ich es vorab erst einmal auf dem PC geöffnet. Ich wollte nur kurz etwas reinlesen, um es später auf meinen Kindle zu laden. Doch das Kopieren auf den Kindle konnte ich mir sparen, denn ich blieb gleich am PC hängen und habe das Buch in einem Rutsch verschlungen. Und DAS passiert mir eigentlich eher selten.

Nun versuche ich in Worte zu fassen, was dieser Roman zur besonderen Lektüre macht. Der Schreibstil wirkt nie gekünstelt oder gewollt. Vielmehr liest sich der Text wie eine Welle im Ozean, die immer wieder durch eine andere Welle sanft und weich abgelöst wird. Weit und breit scheint es für die Wellen keine Grenzen zu geben, so dass sich diese würdevoll ausleben können. Die Geschichte folgt so ihrer eigenen Dynamik. Das Wechselspiel zwischen Geschehnissen und Dialogen ist gelungen und in einer sehr guten Balance.

Der Einstieg in den Roman erfolgt gleich mit dem Aufenthalt der Protagonistin in der Klinik und lädt den Leser so von Anfang an ein, dabei zu sein und tief in Frau Kassels Welt einzutauchen. Ich konnte beim Lesen den Hall in den Gängen der Klinik und den medizinischen Geruch regelrecht hören und riechen. Beim Lesen der zahlreichen Abfolgen des esoterischen Nonsens, den die Hauptfigur auf der Suche nach Heilung für ihre Krankheit erfährt, musste ich mir oft an den Kopf fassen. Ich erinnerte mich, wie ich vor ein paar Jahren viele Bücher aus dem Lebenshilferegal (auch esoterischen Nonsens) gelesen habe. Während ich damals dachte, alle Lösungen meiner Probleme in solchen Büchern finden zu können, so bin ich wenigstens diesbezüglich heute etwas klüger geworden.

Meine persönlichen Höhepunkte in Frau Kassel will Wunder fand ich in Sätzen wie „…es kommt nicht darauf an, was man erlebt hat, sondern wie stark man dabei empfunden hat…“. Oder dass man mit blossem Denken den Geist heilen könne. Beim Lesen der Geschichte erfährt man automatisch auch sehr viel über das Leben der Charlotte Kassel und die Motive für ihr Handeln. Lediglich mit der Kürze (204 Seiten) des Buches kann ich mich nicht wirklich versöhnen. Ja, ich wollte noch mehr davon… viel mehr.


Soraja: Roman
Soraja: Roman
von Yusuf Yesilöz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Yesilöz lässt die Grenzen zwischen West und Ost verschmelzen, 10. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Soraja: Roman (Gebundene Ausgabe)
Yusuf Yesilöz Soraja ist ein Mikrokosmos für sich. Besonders für uns Aussenstehende, die nicht an türkische Gepflogenheiten gewöhnt sind. Etwas vertraut war ich schon damit, hatte ich doch Mitte Zwanzig regen Kontakt zu einer neun Jahre älteren Türkin gehalten. Wir sind sogar damals miteinander nach Frankreich in die Ferien verreist. Und ich hatte mich damals Hals über Kopf in ihren Cousin verguckt. Ich hatte oft die Gelegenheit, meine türkische Freundin zuhause bei ihren Eltern, Freunden und Verwandten zu besuchen. Das war dann doch ziemlich eindrücklich, und auch gleichzeitig befremdlich. Ich fühlte mich jeweils, als wäre ich gar nicht anwesend. Keiner beachtete mich. Von der berüchtigten türkischen Gastfreundschaft hatte ich damals nichts abbekommen. Vielleicht war ich ein Dorn im Auge der Verwandten? Ich weiss es bis heute nicht.

In Soraja fühlte ich mich wieder mit der Mentalität und den Gepflogenheiten unserer türkischen Mitmenschen konfrontiert, dieses Mal durch die Augen von Ferhad, einem unverheirateten (!!!) Türken von gestandenen 48 Jahren, der nach 24 Jahren beschliesst, die Schweiz zu verlassen und nach Ankara zu ziehen. Seine unerfüllte Liebe zu Soraja quält Ferhad schon lange. Soraja ist heute mit Murad, einem neureichen und frommen Mann, verheiratet. Dabei wollte Ferhad Soraja heiraten, doch seine kenianische Abstammung und seine demzufolge dunklere Hautfarbe, als auch der Umstand, dass er älter als Soraja und zudem auch noch nicht sehr gläubig ist, machten dem Heiratskandidaten einen Strich durch die Rechnung. Nie hätten Sorajas Eltern Ferhad als Ehemann für Soraja akzeptiert. Ferhad scheint nun alles hinter sich lassen zu wollen, um einen Neubeginn zu wagen. Andere nennen es Weltflucht. Ferhad ist ein Träumer, oder etwa doch nicht?

Diese Frage darf man sich am Schluss von Soraja selber beantworten. Als Leser erleben wir die letzten Wochen vor der Abreise als auch die Abreise und die Ankunft im neuen Leben von Ferhad in Ankara. Wir erleben, welcher Status einem unverheirateten, älteren Mann von den seinen zugeteilt wird. Wir erleben Bevormundung, Intrigen und Einmischungen ohne Ende, so dass es uns als westlich orientierten Leser immer mal wieder einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Und nicht nur uns, auch Ferhad graut es regelmässig vor Festivitäten, auch wenn er das nur dezent zum Ausdruck bringt. Soraja ist kein Roman mit Handlung, es ist ein Schau mal, so fühlt sich das an Erlebnis, ein Eintauchen in eine andere Kultur. Einer Kultur, die sich auch oder vielleicht grade aufgrund von Integration, ihren Traditionen verpflichtet fühlt und diese auch in der Schweiz zelebriert.

Yusuf Yesilöz zeigt uns auf, wie Wertvorstellungen aufeinander prallen, ohne jemals zu explodieren oder auszuarten. Liebe wird sozialen Strukturen unterworfen, die einen Mann dazu bringen können, am Ende doch lieber keine Frau zu lieben, wenn er die eine, nicht haben kann. Ferhad ist Romantiker, Träumer und Pionier in einem. Vielleicht ist er einfach zu modern für sein Umfeld, aus welchem er den Ausbruch selber nicht zu wagen scheint. Denn, wer ist er denn eigentlich. Er gehört nirgends richtig dazu, weder in der Schweiz, noch in der Türkei. Er lebt quasi mit dem Dilemma, das viele Secondos kennen, dem inneren Zwiespalt, dem Tanz zwischen zwei Welten, deren Summe sich gegenseitig ausschliesst. Der Autor erzählt in einfacher Sprache, aber eindrücklich. Yesilöz lässt die Grenzen zwischen West und Ost verschmelzen und gibt uns die Möglichkeit, einen eigenen Blick darauf zu werfen und uns ein eigenes Bild zu machen, von der Liebe und dem Kampf zwischen zwei Welten.

Mir hat das Lesen des Romans Spass gemacht, aber wirklich berührt hat er mich nicht. Dafür fehlte mir der Tiefgang, das, was einem den Ärmel “inelitzt”. Protagonist Ferhad bleibt ziemlich oberflächlich und war für mich eher Geist als Mensch. Da hätte ich mir mehr Fleisch zum sich dran festhalten gewünscht. Ich hatte auch das Gefühl Yesilöz geht es gar nicht so um die Liebe zwischen Soraja und Ferhad. Ich habe beim Lesen auf jeden Fall nicht den Eindruck erhalten, dass es sich hier um eine Romeo und Julia Dramatik handelt. Yesilöz bleibt da eher nüchtern, beobachtend, Gefühle erscheinen eher nebensächlich, auch wenn diese geschildert werden. Soraja bleibt so für mich vor allem ein Einblick in ein anderes Leben, in eine andere Kultur mit einer Prise Liebesdrama.


Ein unfassbares Land oder Die zwanzig Dinge meiner Kindheit
Ein unfassbares Land oder Die zwanzig Dinge meiner Kindheit
von Eugène
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

2.0 von 5 Sternen Lustig erzählt, aber auch nicht mehr, 24. Februar 2015
Ich bin Secondo. Konkret heisst das, dass meine Eltern vor ca. 40 Jahren in die Schweiz migriert sind und ich kurz darauf hier geboren wurde. Sie sind vor ein paar Jahren, insbesondere wegen finanzieller Gründe, nach Italien zurückgekehrt. Ich kenne den inneren Zwiespalt zweier Mentalitäten, den bekannten Kulturschock und das „sich anpassen müssen“, weil man nicht immer verstanden wird in seiner Denkweise. Vor ein paar Jahren habe ich das sonderbare Buch Nonno spricht von Patric Marino gelesen und rezensiert.

Nonno spricht ist echt ein gelungenes Buch mit feinfühligen, differenzierten Eindrücken, die der Secondo Patric Marino während seines längeren Aufenthaltes bei den Grosseltern in Italien literarisch festhält.

Von Ein unfassbares Land oder Die zwanzig Dinge meiner Kindheit erwartete ich eine kritische Sichtweise eines Einwanderers aus Rumänien. So wird es zumindest auf dem Klappentext suggeriert: eine Biografie eines Autoren, der als Kind in die Schweiz eingewandert ist. Die Bibliothekarin unserer Gemeindebibliothek äusserte, auf das Buch angesprochen, es verspräche mehr als es einhalten würde. Sie habe es bereits gelesen. Dennoch wollte ICH es selber lesen. Manchmal sollte man einfach zuhören, wenn jemand seine Meinung äussert.

Ein unfassbares Land oder Die zwanzig Dinge meiner Kindheit handelt von Eugène, der mit seinem Bruder im sozialistischen Rumänien bei der Grossmutter aufwächst, während die Eltern bereits in der Schweiz arbeiten. Leider durften die Eltern die Kinder nicht in das „gelobte Land“ Schweiz mitnehmen und mussten später nochmals nach Rumänien zurückkehren, um die Kinder abzuholen. So kommt es, dass Eugènes Leben von zwei grundverschiedenen Kulturen geprägt wird. Der Autor beschreibt in seiner Biografie zwanzig Dinge, die seine Kindheit geprägt haben: zum Beispiel ein Kilo Tomaten, “Das Imperium schlägt zurück” als Modellbausatz, ein Anatomiebuch usw. Und genau in der Struktur der zwanzig Dinge (gute und weniger gute Dinge) sind die Kapitel jeweils aufgeteilt. Zeitsprünge von mehreren Jahren sind somit vorprogrammiert. Die einzelnen Kapitel erzählen jeweils die Geschichte über das jeweilige Ding.

Meist sind die einzelnen Geschichten witzig und lustig erzählt. Eine umfassende Geschichte sucht man im Buch vergebens. Wie oben beschrieben, es handelt sich um zwanzig einzelne Erzählungen über die Dinge, durch die der Autor geprägt wurde. Ab und zu konnte ich lachen aber meisten musste ich dabei gähnen. Leider schafft es dieses Buch nicht zu einem echten Buch im eigentlichen Sinne. Zu kurz, zu wenig Erzählstrang und ein nicht gut strukturierter Text vermiesen die Leselaune. Die Schweiz aus der Sicht eines Einwandererkindes wird nur ansatzweise erzählt. Es bleibt vor allem bei den lustigen Erzählungen.

Klar, es sind auch ernstere Themen, wie der Tod eines Familienangehörigen, mit von der Partie. Dennoch bleibt es bei einfach geschriebenen und unverfänglichen „Geschichtchen“. Da frage ich mich ehrlich gesagt, was der Autor während seines Literaturstudiums getrieben hat. Da nützt es auch nichts, dass der Autor ehrlicherweise über seine Sexfantasien aus seiner Kindheit berichtet. Warum ein solches Buch zudem einen Hörerpreis erhielt, ist mir schleierhaft. Wie ich so manche Preisvergaben und Literatursendungen von Schweizer Radio und TV teilweise nicht nachvollziehen kann.


Vergeltung: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
Vergeltung: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
von Don Winslow
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aneinanderreihung von technischen Details, 16. Februar 2014
Mit grossen Erwartungen nahm ich diesen Terroristen Roman in Angriff. Geblendet wurde ich dann nicht nur von den zahlreichen Bomben, die im Roman Schlag auf Schlag detonieren, sondern auch von dem Prädikat “Bestseller” und der ARD Empfehlung. Es mag ja sein, dass Winslows Roman “Tage der Toten” ausgezeichnet wurde, aber das macht für mich noch nicht automatisch aus jedem Nachfolgeroman einen neuen wirklich guten Bestseller.

Vielleicht ist “Vergeltung” ein richtiges Männerbuch. Auf alle Fälle fand ich die Aneinanderreihung von endlosen Waffenbeschreibungen und deren Detonations- und Distanzverhalten einfach nur langweilig und zeitraubend. Auch schaffte es Winslow nicht, dass ich mir die Handlung bildlich gut vorstellen konnte, besonders die Kampfszenen waren sehr wirr.

Auch die Haupthandlung, die Vergeltung des Protagonisten an den Mördern seiner Familie, ist sehr pathetisch angelegt. Ein bisschen erinnert mich Don Winslows Schreibstil an Roland Emmerich Filme. Viel Geballer, grosse Worte und vor allem die obligate Überdosis an amerikanischem Patriotismus.

Wenn man jedoch gern actiongeladene Romane ohne grossen Tiefgang liest, ist man bei Winslow’s Vergeltung goldrichtig. Der Roman liest sich an und für sich ziemlich flüssig. Nicht zuviel erwarten darf man jedoch hingegen von den Charakterbeschreibungen. Für mich war ein Protagonist wie der andere, ziemlich flach und belanglos charakterisiert. Schade. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.


Von gelben Störchen,blauen Rosen und bunten Drachen: Märchen aus China
Von gelben Störchen,blauen Rosen und bunten Drachen: Märchen aus China
von Harald Jüngst
  Audio CD
Preis: EUR 10,00

5.0 von 5 Sternen Märchenhaft!! Für Gross und Klein!, 2. Dezember 2013
Das Hörbuch Von gelben Störchen,blauen Rosen und bunten Drachen: Märchen aus China umfasst insgesamt sechs chinesische Märchen. Die Märchen handeln u.a. von gelben Störchen, einem Zauberpinsel und wie Hund und Katze zu Feinden wurden. Während knapp 68 Minuten taucht man ein in die fabelhafte Welt der chinesischen Märchen, die auch mit Weisheit nicht zu geizen vermögen. Gesprochen wird das Hörbuch von Harald Jüngst, welcher allen Charakteren im Hörbuch mit seiner vielseitig einsetzbaren Stimme reichlich Leben einhaucht.

Ich muss als erstes vorwegschicken, dass ich zum Zeitpunkt, als ich das Hörbuch in einem Rutsch durchgehört habe, in sehr schlechter psychischer Verfassung steckte. Es ging mir überhaupt nicht gut und normalerweise wäre das letzte was ich tun würde, ein Hörbuch hören. Ich habe es trotzdem getan, weil ich in meiner Verzweiflung nicht wusste, was sonst tun. Umso bedeutender erscheint mir deshalb, dass es diesem Märchenhörbuch gelungen ist, mir für kurze Zeit eine kleine Weltflucht zu bieten. Die Märchen sind so, wie man sich Märchen vorstellt und wünscht: zwar einfach in ihrem Inhalt, aber fantasievoll und mit einem Quentchen Weisheit versehen. Harald Jüngst vermag es mit seiner sehr vielseitig einsetzbaren Stimme eine eigene Märchenwelt zu erschaffen, in die man mit Freuden eintaucht, ob Gross oder Klein. Besonders schön fand ich, dass ich mich als Erwachsene fast nochmal wie ein kleines Mädchen gefühlt habe. Ich lauschte fasziniert und aufmerksam der CD, während ich neben meiner Katze lag.

Die Märchen beinhalten u.a. die Geschichte, wie Katze und Hund zu Feinden wurden. Wir erfahren die Liebesgeschichte zwischen Sonne und Mond und von der blauen Rose und was diese mit der Liebe zu tun hat. Das Hörbuch umfasst eine Gesamtlaufzeit von knapp 68 Minuten. Für mich eigentlich zu wenig. Ich hätte sehr gern noch weitere Märchen kennengelernt und auch gern noch weiter Harald Jüngst Stimme zugehört, die mich verzaubert hat. Man merkt diesem Hörbuch an, dass es mit viel Liebe zum Detail produziert wurde.

Eine schöne Auswahl an chinesischen Märchen, die mit Harald Jüngst sehr wandelbaren, interessanten Stimme und viel Können und Liebe, zum Leben erweckt werden. Ein schönes Hörbuch nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene! Ich werde das Hörbuch bestimmt mehr als einmal hören.


Chronist: Der erste Kreuzzug. Roman
Chronist: Der erste Kreuzzug. Roman
von Matthias Wenzel
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beherzt zugreifen! Es lohnt sich!, 2. September 2013
Warum nicht mal wieder einen historischen Roman lesen, habe ich mir gedacht, als mir dieses Buch zur Rezension angetragen wurde. Es ist lange her, dass ich zuletzt einen historisch angehauchten Roman gelesen habe. Leider muss ich Iny Lorentz und Konsorten auf ihre Plätze verweisen, ich bin nämlich kein Fan der romantisierten Mittelalter-Schnulze ohne Niveau. Ein Glück, dass Chronist hier in anderen Gewässern fischt.

Der Autor:
Matthias Wenzel wurde am 31. Mai 1979 in Aschaffenburg geboren. Er bezeichnet sich selbst als „leidenschaftlicher Leser von Fantasy, Krimis, Science Fiction, Abenteuerromanen und historischen Romanen“. Stephen King’s Friedhof der Kuscheltiere hat seine Schreiblust geweckt. Wer kann es ihm verdenken. Friedhof der Kuscheltiere war einer meiner ersten “Erwachsenen”-Romane und hat auch meine Lesewelt geprägt wie kein anderes Buch danach.

Inhalt:

»Was ist dort geschehen, fragst du? Wenn ich dir die Wahrheit sage, wird es deine Vorstellungskraft übersteigen …« – Raimund von Aguilers, Die Eroberung Jerusalems, Jahr des Herrn 1099

Manchmal wird Geschichte lebendig. Dies ist bei Chronist der Fall. Chronist ist nicht nur einfach ein weiterer historischer Roman, denn für das Buch hat Wenzel sich lange in Recherchen gestürzt und viel Zeit darauf verwendet, historische Fakten in das Buch einfliessen zu lassen. In Chronist – Der erste Kreuzzug begegnen wir Raimund von Aguilers, einem schon früh vom Leben gebeutelten Jungen, der mit viel Glück seinen Weg ins Kloster der Benediktiner in Vézelay findet. Seine Intelligenz und eine tiefe Sehnsucht, Neues zu entdecken, aber auch Schuldgefühle aus der Kindheit, all diese Faktoren führen dazu, dass Raimund stets ein nagendes Gefühl von Rastlosigkeit in sich trägt. Vor allem Schuldgefühle plagen seinen Geist und wecken in ihm den Wunsch, Busse zu tun.

Als Raimund im Jahre 1905 als Chronist am Konzil von Clérmont teilnehmen darf, bietet sich ihm auch bald Gelegenheit, dem eintönigen, behüteten Klosteralltag zu entfliehen. In Clérmont während des Konzils lernt er nämlich alsbald seinen Namensvetter, den Grafen Raimund IV. von Toulouse, kennen und schätzen. Mit dieser Bekanntschaft ist auch Raimunds Chance gekommen, in die grosse, weite Welt zu entfliehen, er soll als Chronist unter dem Grafen den Kreuzzug von Papst Urban dem Zweiten für die Nachwelt dokumentieren. Jedoch entpuppt sich dieser Aufruf als Auftakt zum Eintritt in die menschliche Hölle des religiösen Fanatismus und Raimunds Glaube wird auf eine harte Probe gestellt.

Meine Meinung:
Chronist – Der erste Kreuzzug ist ein Erstlingswerk, das sich jedoch mit anderen bereits landläufig bekannten und erprobten historischen Ergüssen ohne Scham messen kann. Es ist interessant und sehr spannend einen Roman zu lesen, bei dem man sich immer wieder vergegenwärtigt, dass man hier nicht nur der Fantasie eines Autoren „zu“liest. Oft habe ich mich gefragt, was ich an Stelle von Raimund getan hätte. Da ich mich selber zur unreligiösen Sorte Mensch bekenne, hat mich die Frage „Wie viel Blut darf der Weg ins Paradies kosten? „ besonders beschäftigt. Es ist immer wieder unsagbar beängstigend, was Menschen im Namen Christi, Allah’s oder auch eines Xenu zu opfern bereit sind.

Wieviel Religion braucht der Mensch und wozu führt Religion eigentlich im ungünstigsten Fall? Antworten findet man für sich selber genug in diesem Roman. Besonders gut gefallen hat mir das Buch selber. In der Hardcover Variante fühlt sich das Buch, selbst schon rein was das Gewicht angeht, wie eine Bibel an. Das macht Eindruck. Auch sehr schön ist das Buchcover. An dieser Stelle möchte ich dem Illustratoren Chris Reinfels ein Kränzchen winden. Sollte ich jemals einen Roman schreiben wollen, hätte auch ich gern ein Cover von ihm gestaltet. Es ist sehr stimmig zum Buch und passt quasi wie die Faust aufs Auge. Der Schreibstil soll an dieser Stelle auch noch erwähnt werden: Wenzel schreibt flüssig und direkt. Auf detaillierte Beschreibungen der Umwelt oder auch Gesichtszüge wurde zwar verzichtet, aber anstatt zu stören, lässt dies mehr Raum für die eigene Fantasie. Lediglich etwas habe ich auszusetzen: das englische Wort „Baby“ empfinde ich in deutsch verfassten, historischen Romanen als etwas zu neumodisch, insofern auch die Dialoge in eher mittelalterlichen Gefilden fungieren.

Fazit:
Wer sich den Fans von historischen Romanen zugehörig fühlt oder Autoren wie Ken Follet (Die Säulen der Erde) gerne mag, sollte auch hier beherzt zugreifen! Liebevoll recherchiert und spannend geschrieben, erleben wir als Leser den Kreuzzug in Begleitung von Protagonist Raimund von Aguilers am eigenen Leib. Ein Autor, von dem man sicher auch in Zukunft wieder lesen wird.


Der Puzzlemörder von Zons. Thriller
Der Puzzlemörder von Zons. Thriller
Preis: EUR 2,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr spannend!, 17. Juli 2013
Die Geschichte:
Das Geschichte spielt in zwei unterschiedlichen Zeiten. 1495 werden in der Stadt Zons junge Frauen brutal ermordet aufgefunden. Bei den Leichen werden Zeichen gefunden, welche Bastian Mühleberg von der Zonser Stadtwache versucht zu deuten. Dem Rätsel auf der Spur, gerät er selber in eine missliche Lage.
In der Gegenwart recherchiert die junge Journalistin Emely für eine Serie in der Zeitung über die historischen Morde von Zons. Kaum beginnt sie mit ihrer Arbeit, wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Der Mord scheint denen von vor über 500 Jahren sehr zu ähneln. Sogar die Zeichen sind vorhanden. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, da noch nicht alle Unterlagen aus der früheren Zeit vollständig entziffert sind, könnte es jederzeit weitere Morde geben…

Meine Meinung:
Die Vereinigung von zwei unterschiedlichen Zeitepochen ist sehr gut gelungen. Die Protagonisten sind sympathisch und sind gute Weggefährten durch die Geschichte. Catherine Shepherd hat einen angenehmen Schreibstil. Er ist flüssig, klar verständlich und spannend!

Fazit:
Ich habe das zweite Buch “Der Sichelmörder von Zons” zuerst gelesen. Ich würde allen empfehlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Bei mir hat es zeitweise für Verwirrung gesorgt, da ich immer wieder den zweiten Teil im Kopf hatte. So hat es mich auch ein bisschen Spannung gekostet, da ich ja wusste, wie die Geschichte weiter geht. Ansonsten kann ich das Buch aber wärmstens empfehlen. Es ist eine sehr spannende und kompakte Geschichte, die von Catherine Shepherd brillant erzählt wird. Es würde mich freuen, weitere spannende Stunden in der Vergangenheit und der Gegenwart von Zons zu verbringen!


Der Sichelmörder von Zons: Thriller
Der Sichelmörder von Zons: Thriller
von Catherine Shepherd
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich empfehle es allen Thrillerfans wärmstens!, 19. Mai 2013
Die deutsche Autorin schreibt unter dem Pseudonym Catherine Shepherd. Sie lebt in Zons, hat ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert und jahrelang bei einer grossen Bank gearbeitet. Nun hat sie sich wieder ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, gewidmet. “Der Sichelmörder von Zons” ist bereits ihr zweiter Thriller, der erste heisst “Der Puzzlemörder von Zons”. Ein dritter Thriller ist in Arbeit. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen, die Figuren und Schauplätze sind aber dieselben.

Die Geschichte
“Der Sichelmörder von Zons” spielt in zwei verschieden Zeitepochen. In der Vergangenheit um 1495 ist Bastian Mühleberg von der Stadtwache einem Geheimnis auf der Spur. Es verschwinden immer wieder Leute aus der kleinen Stadt Zons. Bastian findet sogar eines Nachts ein Mitglied der St. Sebastians-Schützenbruderschaft brutal ermordet auf der Strasse auf. Für ihn ist klar, da steckt mehr dahinter und er beginnt nachzuforschen. Unter Zons, in einem verworrenen Labyrinth, ist eine alte Schatztruhe versteckt, die es zu schützen gilt. Mit Hilfe des Pfarrers gelingt es Bastian den Schatz zu finden und den grausamen Sichelmörder, der in Zons sein Unwesen treibt, zu stellen.

In der Gegenwart, 2012 schlägt sich Kommissar Oliver Bergmann mit ganz anderen Problemen rum. Auf einem Feld bei Zons wird ein menschlicher Fussknochen entdeckt. Obwohl der Knochen sehr alt zu sein scheint, kann das Labor schnell beweisen, dass es sich um einen vor kurzem in Salzsäure eingelegten Knochen handelt. Bergmann ermittelt mit grossem Engagement und alsbald werden Parallelen zu den Morden vor 500 Jahren sichtbar. Als sich seine Freundin und dessen Kollegin dem Mörder immer mehr nähern und in grosse Gefahr geraten, spitzt sich die Lage zu.

Meine Meinung
“Der Sichelmörder von Zons” ist ein Buch, das den Leser von der ersten Seite an fesselt. Man möchte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Die Verknüpfung von zwei so unterschiedlichen “Welten” ist der Autorin perfekt gelungen. Die Hauptfiguren sind sympathisch, man fühlt sich mit ihnen verbunden und fiebert während der ganzen Story mit. Der Schreibstil von Catherine Shepherd ist angenehm fliessend und klar verständlich. Die Spannung wird immer aufrecht erhalten und sie schafft es, den Leser auf falsche Spuren von möglichen Tätern zu locken. So sollte spannende Unterhaltungsliteratur geschrieben sein!

Fazit
Ein absolut geniales Werk von Catherine Shepherd! Ich empfehle es allen Thrillerfans wärmstens. Auch wenn man das erste Buch nicht gelesen hat, kommt man gut zurecht mit der Geschichte. Der Sichelmörder von Zons macht aber sicher Lust auf mehr. Man darf gespannt sein!


Aussicht auf Sternschnuppen
Aussicht auf Sternschnuppen
von Katrin Koppold
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Empfehlenswerter Liebesroman!, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Aussicht auf Sternschnuppen (Taschenbuch)
Die Geschichte:
Helga ist eine junge Frau, die mit beiden Füssen im Leben steht. Sie ist mit Giuseppe zusammen, dem Mann fürs Leben, wie sie denkt. Doch als sie eine SMS auf seinem Handy von einer fremden Frau liest, sieht Helga rot. Kurz nach dieser SMS macht sich Giuseppe auf nach Italien, Geschäftsreise, wie er sagt. Doch für Helga ist klar, Giuseppe will sich mit dieser anderen, Angela, treffen! Kurz entschlossen und sehr spontan reist sie ihm hinterher. Doch leider verläuft nicht alles nach ihren Vorstellungen, der Flugverkehr ist nämlich wegen einer Aschewolke lahm gelegt und ihr bleibt nichts anderes übrig, als mit dem Auto zu reisen. Doch die Autos sind fast schon alle weg, Helga bleibt nur noch eine Fahrgemeinschaft mit Nils Schöneberg, einem arroganten Schauspieler, der ebenfalls nach Italien unterwegs ist. Die anfänglich etwas schwierige Situation der beiden klärt sich langsam aber sicher auf und sie kommen sich auf der Fahrt von München nach Italien immer näher….

Meine Meinung:
Die Protagonisten in diesem Roman sind liebevoll dargestellt. Helga ist eine Frau, die man vom ersten Augenblick an mag. Man findet sich gut ein in der Geschichte. Die Sprache ist flüssig und gut zu lesen, der Humor der Autorin angenehm. Ich würde gern noch mehr von Katrin Koppold lesen.

Fazit:
Auch wenn Aussicht auf Sternschnuppen ein klassischer Liebesroman ist, schafft es die Autorin, die Geschichte durchs ganze Buch hinweg am Leben zu erhalten. Auch die Nebendarsteller sind gut eingebunden und die Geschichte spielt an verschiedenen Schauplätzen. Deshalb kann ich diesen Liebesroman allen empfehlen, die etwas Romantisches, Lustiges und Abwechslungsreiches zum Entspannen suchen.


Mit Schirm, Charme und Windeln - Als deutsche Mutter auf dem englischen Land
Mit Schirm, Charme und Windeln - Als deutsche Mutter auf dem englischen Land

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich empfehle dieses Buch jeder Mama wärmstens weiter!, 9. Juli 2012
Rezensiert von Tanja M.

Julia Wohlgemuth stammt aus Deutschland, ist aber vor einiger Zeit nach England ausgewandert. Dort wohnt sie mit ihrer Familie auf dem englischen Lande, unweit von London entfernt. In ihrem Blog mitschirmcharmeundwindeln erzählt sie von lustigen, erstaunlichen und teilweise auch absurden Momenten ihrer Anfangszeit in der englischen Provinz. Die Eigenheiten der englischen Kultur und die dazugehörigen Fettnäpfchen, in welche man als deutsche Mama treten kann, sowie natürlich ihren Alltag mit den beiden Söhnen und ihrem englischen Mann sind die Hauptthemen, mit denen sich dieses Werk befasst. Nun hat Julia Wohlgemuth diese Zeit und die schönsten Blogmomente in ihrem ersten E-Book zusammengefasst und veröffentlicht.

Die Geschichte:
Die aus Deutschland stammende Julia lebt mit ihrer Familie in einem Vorort von London. Ihre Familie, das ist ihr englischer Mann, genannt der 'grosse Autofanatiker', ihr ältester Sohn, genannt der 'kleine Autofanatiker' und der Jüngste, genannt 'das Baby'. Eigentlich konnte sich Julia ein Leben auf dem Lande überhaupt nicht vorstellen. Umso pudelwohler fühlte sie sich im Herzen von London. Als sie jedoch mit dem 'Baby' schwanger war, drängte sie der 'grosse Autofanatiker' immer mehr zu einem Umzug. Den Argumenten, wie die bald zu kleine Wohnung, der fehlende Fahrstuhl, der Lärm der Grossstadt etc., konnte Julia bald nicht mehr standhalten und so willigte sie kurz nach der Niederkunft von dem 'Baby' ein, aufs Land zu ziehen. Ob es an den Hormonen lag, oder dem fehlenden Schlaf, weiss Julia nicht mehr genau. Wie auch immer, der Umzug nach Epsom war beschlossene Sache und alsbald zog die Familie in ihr neues Heim.
Für die frisch gebackene Vollzeitmama beginnt nun das eigentliche Abenteuer. Nicht nur in ihrem neuen Job als Mama von zwei kleinen Kindern muss Julia sich zurechtzufinden, es gilt auch neue Kontakte und Beziehungen zu knüpfen. Mit viel Humor erzählt die Autorin von den Tücken und vor allem den Fettnäpfchen, von denen sie in so manches tritt, der englischen Kultur und ihrem neuen Umfeld. Sie nimmt die Leser mit in ihren rasanten Familienalltag mit zwei kleinen Kindern und ihrem englischen Mann. Voller Selbstironie, Witz und Charme beschreibt sie ihr Leben mit den tausend Fragen, die es mit sich bringt, vor allem dann, wenn es um Erziehung, Ideale und andere Mütter geht.

Meine Meinung:
Ich bin seit ziemlich genau neun Monaten selber Vollzeitmama und deshalb habe ich mich auch sofort für Julia Wohlgemuths E-Book interessiert. Schon nach nur ganz wenig Text habe ich mich mit Julia angefreundet, ja mich ihr sogar sehr verbunden gefühlt. Ganz viele Momente die sie beschreibt, habe ich als frischgebackene Mama selbst erlebt. Es ist witzig, all dies zu lesen und darüber zu lachen und sich immer wieder selbst darin zu sehen und vor allem zu fühlen, was sie fühlt. Es tut gut, zu wissen, dass es anderen Müttern nicht anders ergeht, ob in England, Deutschland oder in der Schweiz. Familienleben scheint keine Grenzen zu kennen! Julia hat einen superwitzigen Humor und hat mich damit oft wieder auf den Boden gebracht. Danke, liebe Julia, für die vielen Aha-Erlebnisse!

Fazit:
Ich empfehle dieses Buch jeder Mama wärmstens weiter. Einfach mal zurücklehnen und in den Alltag einer anderen Familie blicken und dann merken, 'Hey, bei denen läuft auch nicht alles nach Erziehungsmuster XY'. Wow, das tut gut, denn geteiltes Leid ist doch bekanntlich halbes Leid. Julia jammert dem Leser aber nicht die Ohren voll oder bemitleidet sich selber. Im Gegenteil, sie ist authentisch, zuversichtlich und ehrlich und das mit einer grossen Portion gesundem Humor und Selbstironie. Genau mein Stil, ich hab mich toll amüsiert.


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