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Arthur, Band 1: Myrddin der Verrückte. Ein keltisches Heldenepos
Arthur, Band 1: Myrddin der Verrückte. Ein keltisches Heldenepos
von David Chauvel
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassische Umsetzung der ursprünglichen Sagen, 4. Januar 2012
Viel Geschichte steckt in den 55 großformatigen Seiten von 'Myrrdin der Verrückte'. Blut und nackte Haut wird nicht versteckt, aber der Kern ist die Magie und die Wunder, die Myrrdin, und manchmal auch Taliesin, vollbringen. Von den psychologischen Ansätzen vieler Arthusromane der letzten dreißig Jahren bleibt hier nichts übrig. Der Comic ist den Sagen gewidmet, und die sind oft weder logisch noch nachvollziehbar. Man interessiert sich nicht für den Kern der Sagen, der wahr sein könnte, sondern bildet sie ziemlich genau ab. Allein: Es sind die ursprünglichen Sagen, nicht die verzauberte Ritterwelt, die später aus dem Artus-Sagenkreis wurde.

Der Zeichenstil ist realitätsnah, fast zu bunt und oft recht idyllisch. Trotz einiger eher ernüchternder Schlachtenbilder wird die Grenze zum Kitsch das eine oder andere Mal durchaus überschritten. Die Texte wirken mitunter ein wenig altbacken. Es steckt ein alter Sagenduktus dahinter. So wird auch das Gesamtbild eines, das irgendwo zwischen klassisch und altmodisch changiert. Der Comic macht sich gut in einer Sammlung der Artussagen, bringt aber recht wenig Neues mit. Die Zeichnungen sind jedoch gutes Handwerk: Die Charaktere sind gut unterscheidbar, und wer mit der oftmals arg mystischen Sagenwelt klar kommt und Wunder akzeptiert, für den ist dieser Comic durchaus ein Gewinn.


Lass mich für dich sterben
Lass mich für dich sterben
von Manfred Reuter
  Broschiert
Preis: EUR 8,90

3.0 von 5 Sternen Spannender Kriminalroman aus der Eifel, 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Lass mich für dich sterben (Broschiert)
Schon am Anfang des Buchs erfährt man, dass Toni Brandt im Krankenhaus liegt. Er berichtet seinem Stiefvater von den Ereignissen in Bitburg. Durch die eingeschobene Erzählperspektive, die sich mit der Ich-Perspektive des Politikers abwechselt, schafft Manfred Reuter es, den Spannungsbogen fast bis zu Letzt aufrecht zu erhalten. Es treibt die Handlung einerseits voran.
Andererseits ist dadurch aber sofort klar, dass Brandt nicht der Täter sein kann.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Leser sich trotz Ich-Perspektive kein genaues Bild von Brandt und den verschiedenen Akteuren machen kann. Sie werden nicht genau beschrieben, ihre Handlungen sind widersprüchlich und Toni Brandt erscheint durchweg kalt und abgebrüht.
Auch werden viele Beziehungen zwischen den einzelnen Personen angeschnitten, dann aber nicht zu Ende geführt oder zu spät erst wieder aufgegriffen. Die Erzählstränge werden nicht richtig beendet und der Leser verliert leicht den Faden.

Auch das Ende ist etwas enttäuschend. Manfred Reuter schafft es nicht, den Überraschungseffekt beizubehalten und löst das Rätsel um den Mörder zu früh auf. Er setzt auf romantische Gefühlsduselei und beendet die Geschichte damit sehr abrupt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Buch eher leichte Kost ist, die sich schnell durchlesen aber auch jederzeit weglegen lässt.


Der Buchhändler aus Kabul. Eine Familiengeschichte
Der Buchhändler aus Kabul. Eine Familiengeschichte
von Åsne Seierstad
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Liebevoll und mitreißend geschrieben, 4. Januar 2012
Åsne Seierstad, eine norwegische Journalistin, lebte im Jahr 2001 fünf Monate mit Sultan Khan und seiner Familie zusammen. Sie erlebte die beengte Stellung der Frau in Afghanistan genauso wie die Vormachtstellung des Mannes, dessen Wort Gesetz ist. Åsne Seierstad wurde ein Platz in der Familie zuteil, der es ihr ermöglichte, afghanisches Familienleben hautnah mitzuerleben.

Sie beschreibt liebevoll und mitreißend die einzelnen Familienmitglieder mit ihren meist unerfüllten Sehnsüchten und Wünschen und gibt tiefen Einblick in ein vom Krieg und radikalen Mächten gebeuteltes Land, das versucht, wieder in die Normalität zurückzufinden.

Trotz der stilistisch eher einfachen Schreibweise und den manchmal verwirrenden Sprüngen zwischen Zeiten und Personen beeindruckt das Buch durch seine liebevolle Art, die fremden und oftmals respektlosen Verhaltensweisen der Familienmitglieder zu erzählen.


China Girl
China Girl
DVD ~ James Russo
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Nostalgische Reise ein eine andere Welt: die 80er, 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: China Girl (DVD)
Ach ja, die 80er. In diesem Film von Regisseur Abel Ferrera ('King of New York', 'Body Snatchers') aus dem Jahr 1987 leben sie wieder auf. Mädels im Jennifer-Rush-Outfit, Jungs mit extra viel Gel in den Haaren, Lederjacken und ärmellose Shirts, percussionlastige Musik mit jaulenden E-Gitarren, Kunstblut, Klappmesser und Stereotypen, all das wird in 'China Girl' auf die Spitze getrieben, dass es eine Freude ist. Dieser Film scheint nur dafür gedreht worden zu sein, all diese Klischees der 80er Jahre festzuhalten, da ist die Story, die eine sehr simple Umsetzung von 'Romeo und Julia' beziehungsweise der 'West Side Story' darstellt, nicht weiter von Belang. Ebenso wenig wie die Schauspielerleistung: Richard Panebianco ('Geboren am 4. Juli', 'Dogfight') als Tony und Sari Chang ('King of New York') als Tye spielen die beiden unbedarften und von allen Machtspielen unbeeindruckten Liebenden geradlinig und ohne charakterliche Ecken und Kanten runter und auch David Caruso (Horatio Caine in 'CSI: Miami') als Schläger Mercury und James Russo ('Beverly Hills Cop', 'Public Enemy') als Tonys Bruder Alby zeigen nicht gerade eine oscarverdächtige Leistung. Daneben spielen zahlreiche unbekannte Namen mit, die größtenteils danach auch nie wirklich bekannt wurden. Eine Ausnahme stellt Russell Wong als Tyes Bruder Yung Gan dar: Er war unter anderem mehrfach in größeren Produktionen an der Seite von Jet Li zu sehen ('Romeo must die', 'Die Mumie 3'). Und James Hong, der hier den chinesischen Mafia-Boss darstellt, ist unter anderem aus 'Blade Runner' bekannt und spielte zuletzt in 'Der Tag, an dem die Erde stillstand' mit.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt: Der Film ist nicht gut, aber auch nicht schlecht, sondern sanfter Trash und anspruchsloses Drama. Dass es immer wieder Konflikte zwischen italienischen und chinesischen Gangs gab, ist nicht von der Hand zu weisen, aber das hier Gezeigte hat mit der historischen Wirklichkeit wohl wenig zu tun. Auch über die DVD-Ausstattung lässt sich nicht viel sagen: Bild und Ton sind in Ordnung, Bonus-Material gibt es nicht, nur die Epix-Trailershow.

Dieser Film zeigt uns, wie sich die Bewohner des Planeten '80er Jahre' sahen: bunt, lässig und milchbubengesichtig. Hier wird weniger eine Story erzählt, sondern vielmehr ein Lebensgefühl vermittelt. Die Musik bekommt einen Extra-Stern, weil die Songs von Run DMC, Marc Anthony, Bonnie and the Lads und vielen anderen so wunderbar zu diesem Lebensgefühl passen. Für Nostalgiker.


Russian Transporter
Russian Transporter
DVD ~ Wladimir Jepifantsew
Wird angeboten von ronan2412
Preis: EUR 0,89

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele Kugeln, Dialoge und Leichen, wenig Anspruch: Russland auf dem Weg zum Mainstream-Actionfilm Marke Hollywood., 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Russian Transporter (DVD)
'Russian Transporter' ist ein Action-Thriller, der ein bisschen von 'The Transporter' und ein bisschen von den 'Bourne'-Filmen hat. Die Rolle von Hauptdarsteller Vladimir Yepifantsev ist aber äußerlich und charakterlich eher an Daniel Craigs knallharten James Bond als an Jason Stathams geleckten anzugtragenden 'Transporter' angelehnt. Hier gibt es Schießereien, die Hollywood alle Ehre machen, die eine oder andere Verfolgungsjagd und harte Zweikämpfe ' alles, was sich Action-Fans wünschen, nur die Spannung fehlt.
Das liegt zum einen daran, dass der russische Originaltitel 'Der Unbesiegbare' doch besser passt ' Agent Kremnyov bekommt nie eine Kugel ab, ist besser als jeder Gegner, schafft und kann fast alles und muss sich nur der Raffinesse seines Schützlings geschlagen geben.
Zum anderen nimmt sich das vom Regisseur Oleg Pogodin verfasste Drehbuch selbst die Spannung durch grobe Schnitzer und überflüssige Szenen. Kremnyov benutzt seinen präparierten Materialkoffer, den er immer mit sich herumträgt, als Schutzschild, der unzählige Kugeln aufzufangen vermag. Soweit nicht schlimm, aber wenn seine Gegner doch Profis sind, warum schießen sie dann immer genau auf den Koffer und nicht mal dran vorbei auf die Füße? Darüber hinaus scheint nicht allzu viel Kraft nötig zu sein, um den Koffer festzuhalten, wenn die Kugeln darin einschlagen. Das sieht alles zu leicht aus. Und Agentin Orlova, die super kämpfen kann und allem Anschein nach ebenfalls Profi in ihrem Geschäft ist, kommt verstört aus einer Prügelei heraus, weil sie dort ihren ersten Gegner getötet haben soll? Irgendwie unpassend. Nett ist ja die Idee, dass Kremnyov gerne auch mal zwei Anläufe braucht, um eine Mauer zu erklimmen ' das macht ihn menschlicher ', aber das Katz- und Maus-Versteckspiel, das das Drehbuch ihm und Shering auf Malta auferlegt, ist albern, weil es an die Cartoons erinnert, in denen sich zwei Figuren durch ein Gelände jagen, links aus dem Bild verschwinden und rechts wieder auftauchen und so weiter. Genau das passiert hier und das macht jede Spannung zunichte. Daneben gelingt es der Inszenierung einfach nicht, den Zuschauer mitfiebern zu lassen, sondern sie beeindruckt nur durch gut choreographierte Action, die man sich eher aus der Vogelperspektive anschaut. Immerhin gibt es einige gute und amüsante Ideen, man achte etwa auf das Aquarium in der finalen Schießerei.
Die Story wird zwischen den Actionszenen eher schleppend erzählt und ist bis zuletzt undurchsichtig, es treten Figuren auf, deren Namen für deutsches Publikum nicht eingängig sind, was schließlich für Verwirrung sorgen kann. Der Film ist dialoglastig, aber diese Dialoge sind nicht gut und nerven schnell. Ungewöhnlich für einen Actionfilm: Nach dem Showdown kommt noch ein ziemlich langer Epilog. Und dieser zeigt auf, dass Shering, unsympathisch und zugleich charismatisch gespielt von Sergei Astakov, die eigentlich interessante Figur ist. Astakov ist auch der einzige Darsteller, dem man eine herausragende Leistung attestieren kann. Und so lohnt sich der Film weniger wegen der Action-Massenware als vielmehr wegen des Zusammenspiels dieser beiden sehr unterschiedlichen Typen. Shering ist eine für dieses Genre sehr ungewöhnliche Figur, weil sie zwischen den Stühlen steht und dem Helden intellektuell überlegen ist. Die Dritte im Bunde ist Olga Fadeva, die als Agentin Orlova gut aussieht und einiges an Würze in die 'Beziehung' zwischen den beiden Männern bringt, aber keine herausragende Leistung zeigen muss.

Bonusmaterial ist Mangelware: Trailer, Bildergalerien, das war's schon. Die Credits sind nur in kyrillischer Schrift zu sehen, der Filmtitel wird von einem Sprecher übersetzt ' aber der sagt nicht 'Russian Transporter', sondern 'Der Unbesiegbare' ...
Interessant ist, dass der deutsche Untertitel, den man einstellen kann, stark von der deutschen Synchronisation abweicht, zum Teil auch inhaltlich. Da bleibt die Frage, welche Version näher am Original ist. Der Film liegt bei Sunfilm Entertainment in einer FSK-18-Leih- und einer FSK-16-Kaufversion vor, letztere ist aber nicht geschnitten. Für den Verleih war wohl die Trailershow der Neuerscheinungen beim Vertrieb für die Freigabe ab 18 maßgeblich.

'Russian Transporter' aus dem Jahr 2008 ist solide Actionkost mit russischem Touch, aber deutlich an Hollywood-Produktionen orientiert. Der Streifen ist auf Unterhaltungswert und weniger auf Hochspannung angelegt und hat als besonderes Schmankerl eine sehr interessante Nebenfigur zu bieten. Schade, dass das Drehbuch an einigen Stellen arg schwächelt, außerdem wird unnötig viel geredet, ohne dass der Film dadurch anspruchsvoller würde und sich über den Durchschnitt abheben könnte. Man kann sich aber auf jeden Fall freuen, dass auch in Russland inzwischen Filme produziert werden, die es in den Westen schaffen und mit Hollywood aufnehmen können.


Carnera - Der Grösste Boxer Aller Zeiten
Carnera - Der Grösste Boxer Aller Zeiten
DVD ~ F. Murray Abraham
Wird angeboten von rezone
Preis: EUR 2,80

2.0 von 5 Sternen Ein Biopic so lang und hölzern, wie der Boxer, 21. Oktober 2011
Die sogenannten Biopics haben des Öfteren ein Problem, nämlich immer dann, wenn das Leben des Portraitierten nicht so wahnsinnig dramatisch war. Carnera war nach seiner großen Boxerzeit noch Catcher, da hätte man vielleicht was rausholen können, aber der Film bricht vorher ab. So gibt es eine wirklich recht schlichte Geschichte zu sehen, die auch noch über 125 Minuten erzählt wird. Eine ermüdende Angelegenheit, da Martinelli keine zusätzliche Idee, kein Thema verfolgt, sondern eben nur die undramatisch dahinplätschernde Lebensgeschichte eines Boxers, der eigentlich nie der Underdog war. Technisch keine große Nummer, aber so stark und groß, dass die meisten Gegner kein Mittel gegen ihn fanden. Und das ist nur ein Grund, warum die Kampfszenen eher unansehnlich sind. Die Choreographien sind mehr als hölzern, Carnera schlägt wild auf alles ein, irgendwelche Kampftaktik ist nicht erkennbar. Und damit ist ein doch recht zentrales Element einer Boxerbio schon einigermaßen verloren.

Ausstattung und Kamera sind stilvoll, schwarzweiße Passagen teilen den Film in Akte ein. Man merkt, die Ambition ist gar nicht gering, aber der Film scheitert an der Langeweile die er verbreitet. Und die Frage, in wie weit sich Carnera von den im Italien dieser Zeit regierenden Faschisten zu einem Werkzeug machen ließ, hätte man ja eigentlich auch noch betrachten können ' leider wird das Thema nur gestreift.
Die vorliegende DVD hat außer Trailern und einer italienischsprachigen Dokumentation nicht viel zu bieten. Eine italienische Tonspur für den Film gibt es allerdings nicht, da gibt es nur Deutsch und Englisch zur Auswahl.


Trailer Park Of Terror
Trailer Park Of Terror
DVD ~ Steven Goldmann
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rock'n'Roll meets Splatter - macht Spaß, 19. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Trailer Park Of Terror (DVD)
Es gehört zum Genre, dass man nicht unbedingt Sympathie mit den Opfern hegt ' meistens werden sie ja für ihren schlechten Charakter bestraft. Ungewöhnlich ist allerdings, dass die Killer so sympathisch sind: Die Untoten, die hier Jagd auf die Teenies machen, streiten sich zwischendurch und sorgen immer wieder für Slapstick-Einlagen und Lacher durch ihren derben Humor. Die Macher haben allerdings dafür gesorgt, dass dem Zuschauer das Lachen in den richtigen Augenblicken im Halse stecken bleibt, denn diese Untoten sind wirklich gemein. So kommen die Splatter-Fans durchaus auf ihre Kosten, müssen sich allerdings nach dem furiosen Einstieg, nämlich Normas Vorgeschichte, sehr lange gedulden, bis wieder Blut fließt.
Die Schauspieler sind gut gewählt, das gilt für die Teenager genauso wie für die Zombies und in ganz besonderem Maße für die Hauptfigur Norma, gespielt von Nicole Hiltz. Sie war eine exzellente Wahl, denn sie sieht toll aus und versteht die verschiedenen Facetten von Norma, die im Lauf des Films vorgestellt werden, gut darzustellen.
Die Maskenbildner haben in diesem Film mal wieder ganze Arbeit geleistet: An den Zombies ist nichts computergeneriert, an den Splatterszenen ebenfalls nicht. Das Set-Design ist ebenfalls gelungen, besonders weil an einem Originalschauplatz gedreht wurde: Aus dem Making-of geht hervor, dass ein Trailer Park gefunden wurde, an dem nicht mehr allzu viel verändert werden musste. Ein Leckerbissen ist die Musik: Neben treibender oder nervenaufreibender Schocker-Musik gibt es hier eine Menge düsteren Rock, der die Jagdszenen unterstützt und für eine cool-morbide Atmosphäre sorgt.

Das Making-of ist zwar das einzige erwähnenswerte Feature auf der DVD, aber es ist gelungen, beinhaltet auf 42 Minuten von der Entstehung des Films und den Hintergründen der 'Trailer Park of Terror'-Comics von Jonathan Bogner, nach denen der Film gedreht wurde, über die Dreharbeiten bis zu Interviews mit den Darstellern alles, was man sich wünscht. Und noch mehr: Am Ende erwartet den geduldigen Zuschauer eine gut zehnminütige Interviewreihe ' nicht mit den Zombie-Darstellern, sondern mit den Höllenkreaturen selber, und das ist wirklich amüsant, eine tolle Idee.

Teenie-Jagd zu Rock'n'Roll-Musik und genüssliches Gemetzel erwarten den Zuschauer bei 'Trailer Park of Terror'. Eine intelligente Splatter-Geschichte ' das ist beinahe ein Widerspruch in sich, und 'intelligent' soll hier auch nicht überbewertet werden. Humoriges Blutvergießen mit Zombies als Sympathieträgern und viel guter Musik: Wer von Splatterfilmen nicht ausschließlich das Zerhacken menschlicher Opfer erwartet, sondern auch Spaß und ein bisschen Liebe zum Detail und zu den Figuren, der ist gut beraten, sich diesen Film anzuschaffen. Horror ist hier zwar der Oberbegriff, aber die Haare stehen einem nur selten zu Berge. Aber deshalb ist es ja auch Splatter und nicht Gore.


Forbidden Kingdom [Collector's Edition] [2 DVDs]
Forbidden Kingdom [Collector's Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Jet Li
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 7,06

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Li und Chan in einem Film - der muss ja gut sein und ist es auch, 19. Oktober 2011
Wie sollte es anders sein: Der erste gemeinsame Leinwand-Auftritt von Jackie Chan (der Trunkenbold und der Affenkönig) und Jet Li (der schweigsame Mönch und Hop) ist ein langer, abwechslungsreicher Kung-Fu-Kampf. Die Geschichte, die anderen Darsteller, das opulente Design des Films, das alles rückt zunächst in den Hintergrund, wenn diese beiden Virtuosen des Martial-Arts-Films erstmals aufeinander treffen. Und man kann es nicht anders sagen: Die beiden funktionieren ziemlich gut miteinander. Nie hat man das Gefühl, einer wolle dem anderen die Show stehlen, und sie beweisen nicht nur Kampf-, sondern auch Buddy-Qualitäten in einem Action-Fantasy-Abenteuer, das sanft zwischen Humor und Spannung hin und her wiegt, sich nie allzu ernst nimmt und spaßig anzuschauen ist.
Der eigentliche Hauptdarsteller Michael Angarano verblasst hinter den Altstars, fügt sich aber gut in seine Rolle ein. Seine Entwicklung vom schlaksigen Loser zum kompetenten Kung-Fu-Kämpfer ist glaubwürdig dargestellt, auch wenn unklar bleibt, wie viel Zeit dabei vergeht. In scheinbar wenigen Wochen lernt er das, wofür der normale Mensch Jahre benötigt, außerdem möchte man gerne erfahren, wo der Bronx-Knabe reiten gelernt hat. Aber es ist ja nur ein Film. Auch die schöne Liu Yifei, bislang vorrangig aus chinesischen Telenovelas bekannt, überzeugt in ihrer Rolle als kämpferische Golden Sparrow und zeigt, dass sie leinwandtauglich ist ' es ist ihr erster Kinofilm. Und Collin Chou, unter anderem bekannt als Seraph, Beschützer des Orakels in der 'Matrix-Trilogie', gibt einen erstklassigen Bösewicht ab: Vor diesem Kriegsherrn bekommt man wirklich Respekt.
Über die Fights muss man eigentlich kein Wort verlieren, denn Kampfchoreograph Woo-Ping Yuen (verantwortlich unter anderem für die Kampfszenen in den 'Kill Bill'-Filmen und der 'Matrix'-Trilogie) zählt zu den besten seines Fachs. Er kombiniert hier handfeste Bodenkämpfe mit den übernatürlichen Spring- und Flug-Duellen Marke 'Tiger & Dragon' ' den er ebenfalls choreographiert hat. Das sieht gut aus, ist schnell und natürlich das, was man sehen will, wenn man 'Forbidden Kingdom' sieht. Hier bekommt man alles geboten, was das Genre hergibt: Abwechslung durch unterschiedliche Waffen und Kampfstile, man sieht Meister bei der Arbeit, den Reifeprozess eines Anfängers inklusive Lehrstunde in Kung-Fu-Philosophie und am Ende ein großes Effektfinale auf Godlike-Niveau zwischen Affenkönig und Jade-Kriegsherr.
Die Geschichte ist natürlich Mittel zum Zweck, aber auch schön erzählt und weitgehend durchdacht. Auch die Optik stimmt: Wie man dem Making-of entnehmen kann, ist das Team für die teils atemberaubenden Schauplätze kreuz und quer durch China gereist. Der Rest ist in den berühmten Hengdian World Studios, genannt 'Chinawood', entstanden, die einmal mehr beweisen, dass sie in jeder Hinsicht mit Hollywood gleichziehen können. Effekte, Kulissen, Masken, alles ist beeindruckend.
Zugleich lernt der Zuschauer auch ein wenig über die Hintergründe der Kung-Fu-Stile, die Genrefreunde aus zahllosen Prügel-Eastern kennen. Sehr wichtig scheint es den Filmemachern gewesen zu sein, Kung Fu nicht nur als Kampfstil, sondern als Lernprinzip darzustellen. Gleichzeitig lernt man die Legende hinter dem Kung Fu kennen, das der chinesischen Legende zufolge der Affenkönig zur Perfektion gebracht hat, um den anderen Göttern zu beweisen, dass er nicht nur ein Affe ist ' eine schöne Parallele zur Filmhandlung, in der sich Jason ebenfalls beweisen muss.

Der Film ist als einfache DVD und Bonus-DVD-Box erhältlich. Die einfache Version hat als Bonus nur Audiokommentare von Regisseur Rob Minkoff ('Die Geistervilla', beide 'Stuart Little'-Filme) und Autor John Fusco sowie Trailer zu bieten. Die vorliegende Bonus-Ausgabe ist interessanter: Hier werden die Dreharbeiten und Filmhintergründe ausführlich in mehreren Features vorgestellt, es gibt einen kurzen Überblick über die Affenkönig-Geschichte, Patzer und herausgeschnittene Szenen wahlweise mit oder ohne Kommentar ' leider erfährt man nie, warum sie geschnitten wurden ' sowie eine Reihe Interviews. Für Freunde von Bonus-Material eine lohnenswerte und recht günstige Anschaffung.

Das erste Leinwand-Aufeinandertreffen zweier Martial-Arts-Stars wird in 'Forbidden Kingdom' genüsslich in Szene gesetzt, die nette Geschichte, die Jung- und Altstars aus Hollywood und der chinesischen Filmwelt bleiben dahinter zurück, bilden fast nur den Hintergrund für Jackie Chan und Jet Li. Dennoch ist dieser Film mehr als nur die Kulisse für diese beiden Schauspieler: Man gewinnt Einblicke in die Kung-Fu-Kultur, sieht wunderschöne Schauplätze und hat eine ganze Menge Spaß.


Schatten über Andira
Schatten über Andira
von Stefan Logar
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Autor hätte jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt ..., 19. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Schatten über Andira (Taschenbuch)
Die Geschichte für sich ist zwar nicht spektakulär neu, klingt aber zunächst mal nach solider Fantasykost. Das könnte 'Schatten über Andira' auch sein, wäre die Machart nicht so dürftig. Das geht bei der Darstellung der vier Hauptcharaktere los: Diese unterscheiden sich kaum voneinander, Athrius gibt sich wie Kylos und die beiden Elfen ähneln einander auch sehr. Charakterentwicklung findet ebenfalls nicht statt, all die Geschehnisse haben scheinbar keinen psychischen Einfluss auf die Figuren. Die definieren sich vornehmlich über ihre Attribute: perfekter Körperbau, übermenschlich gute Kampffähigkeiten, einige besondere Zauberfertigkeiten und tolle Ausrüstung. Trish ebenso wie Aliana werden wiederum nur durch besondere Fähigkeiten zu Elfen, nicht durch Rede- oder Verhaltensweisen oder eine besondere Weltsicht. Anders gesagt: Diese Elfen sind viel zu menschlich.
Die ständige Zurschaustellung dieser perfekten Körper und Attribute in Sätzen wie 'Trish legte besänftigend eine Hand auf seinen starken Rücken.', 'Nur durch seine schnellen Reflexe ...' und ganz schlimm 'Ihr elfischer Instinkt sowie ihre weibliche Intuition sagten ihr, dass nichts Gutes auf sie wartete.' wird recht schnell lästig. Als Rollenspieler bekommt man den Eindruck, der Autor habe Charakterbögen neben seinem Schreibgerät liegen gehabt, auf dem viele hohe Werte standen, aber kaum Charaktereigenschaften.

Die Bösewicht-Seite ist mal wieder furchtbar einseitig: Gremdin schafft sich ein perverses Horror-Szenario mit absolut übertriebenen Grausamkeiten, die genüsslich aneinandergereiht werden ' immer noch einen drauf, egal wie albern es klingt. Und der dunkle Schattenlord, der die Schatten-Invasion vorantreibt, strebt nur danach, alles Leben auszumerzen und über willenlose Schatten zu herrschen. Dass die Schattenwesen, die sich von Leben ernähren, am Ende dieser Invasion nichts mehr zu futtern haben, ist ihm anscheinend zweitrangig.

"Schatten über Andira" zeugt davon, dass Autor Stefan Logar noch am Beginn seiner Schriftsteller-Laufbahn steht und es nicht für nötig gehalten hat, fähige, kritische Leute den fertigen Roman korrekturlesen zu lassen ' dieser Roman beweist, wie wichtig das ist, gerade wenn man bei einem Verlag wie Frieling veröffentlichen will. Einiges an Rechtschreibfehlern ist hier zu finden ' die konsequente Schreibweise "ss" für "ß" ist jedoch kein Fehler, da der Autor in der Schweiz lebt, wo das üblich ist ', schlimmer wiegen aber die stilistischen Mängel. Gerade in Kampfsequenzen vermag Logar nicht immer, die Szenen in seinem Kopf verständlich oder spannend zu Papier zu bringen. Das endet öfters in umständlichen Beschreibungen, die die Szenen träge in die länge ziehen.
Logar setzt seine Priorität auf das Geschehen und schlabbert dafür auch schon mal Offensichtliches: Im Palast gelangen Athrius, Trish und Kylos an eine Tür, vor der Wachen in metallener Plattenrüstung liegen, offenkundig tot. Aliana taucht auf, die drei anderen drehen sich mit den Rücken zu den Wachen. Nach einem kurzen Wortwechsel schießt Aliana plötzlich in Richtung der Helden, trifft aber einen dieser Wächter in Plattenrüstung, der zu untotem Leben erwacht ist. Er kippt mit lautem Scheppern um. Aber wie er es in dieser Rüstung geschafft hat, sich lautlos zu erheben, ohne dass die Helden, denen sonst nichts entgeht, es mitbekommen, erklärt der Autor nicht. Es gibt leider einige solcher Logikfehler in dem Roman.

Ein Problem sind auch die Erzählzeiten: Allzu oft wird Geschehen, das bereits in der Vergangenheit abgeschlossen war, im Präteritum erzählt, der Leser muss selber erkennen, dass er es nicht mit aktuellem Erzählgeschehen, sondern mit Rückblicken zu tun hat. Extrem ist das bei der Rückblende auf König Gremdins Kindheit, die einfach so übergangslos und ohne jegliches Plusquamperfekt in die Erzählung eingebettet ist. Mehrmals sieht sich der Leser einer verzerrten Erzählperspektive ausgesetzt. Ein Beispiel: Druide Hurkil betritt seine Behausung. In dieser lebt er schon seit Ewigkeiten. Weil aber der Leser das erste Mal mit eintritt, werden die Räume beschrieben. Aus unerfindlichen Gründen heißt es da: 'Es schien der Waschraum zu sein.', ob wohl dem Druiden das doch klar sein müsste. Hier wurde versucht, den Leser über etwas im Unklaren zu lassen, was für Hurkil allgemeines Wissen ist.
Handwerklich ist die Erzählung voller Schnitzer: Ständig wiederholen sich Begriffe in einem Satz oder einem Abschnitt schnell hintereinander, die Vielfalt der deutschen Sprache wird nicht ausgeschöpft. Man ist irritiert über englischsprachige Begriffe wie 'Titan-Sunfire-Gebirge', 'O.K.', 'Forestpearl' als Name für ein Reittier und 'wow' ' fehlt noch 'Bingo!'. Das wirkt, weil es nicht durchgängig, sondern sporadisch eingesetzt wird, genauso fehl am Platz wie die mehrfache Erwähnung von 'Touristen'. Absolut lästig und Rollenspielern nur allzu bekannt: Etwa 50 Prozent aller gesprochenen Sätze beginnen mit 'Nun', und zwar ganz gleich, wer gerade spricht. Und dann gibt es da Sätze wie 'Alle waren vertreten, jedenfalls die meisten.' ' warum schreibt Logar 'alle' und korrigiert sich dann? Sollte das Humor sein?

Man kann noch eine ganze Menge zu schreiben über 'Schatten über Andira'. Aber es gibt auch gute Passagen: Etwa ab der Hälfte des Romans gewinnt man den Eindruck, dass Logar Schreibroutine bekommen hat. Einige Passagen wie Trishs flucht aus dem Palast oder der Rat der Alderon, engelartige Wesen, sind ganz gut gelungen, ebenso Kylos' Begegnung mit seiner Mutter und die Szene um Athrius im Elfendorf. Auch die Dialoge werden besser. Gegen Ende flacht das Erzählniveau aber wieder ab, als hätte der Autor diesen Abschnitt als erstes geschrieben. Nett ist immerhin die Auflistung des Personals zu Beginn dieses Buches.

Auf Effizienz gebürstete stereotype Figuren werden durch eine actionüberladene und wenig originelle Story geschickt, die mit latent pathetischem Heroenklang erzählt wird. 'Schatten über Andira' scheitert daran, dass niemand dem Autor die vielen Schwächen in Stil, Szenenbeschreibungen und Dialogen aufgezählt hat. Gerade als Neuling sollte man sich nicht scheuen, andere Leute nach ihrem Urteil zu fragen. Am Ende zeigt sich, dass es eine Fortsetzung geben soll. Noch ein Buch dieser Machart? Nein, danke. Der Roman ist nur für junge Nachwuchsautoren zu empfehlen, die ein gutes Beispiel dafür suchen, wie man ein Buch nicht schreiben sollte.


Track 29 - Ein gefährliches Spiel
Track 29 - Ein gefährliches Spiel
DVD ~ Theresa Russell
Wird angeboten von hamburgmedia (mafrance24 com)
Preis: EUR 6,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verstörend und kritisch überzeichnet: Geschickt inszeniertes Psycho-Drama, 19. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Track 29 - Ein gefährliches Spiel (DVD)
Der Titel 'Track 29' bezieht sich auf den Song von Harry Warren und Mack Gordon aus dem Jahr 1941, in dem es um den 'Chattanooga Choo Choo'-Zug geht. Der Song wird im Film auf einem Modelleisenbahner-Treffen gesungen, wodurch der Bezug zum Film deutlich wird. Besagter Zug fährt im Lied von Bahnsteig 29 ab und auch der Streifen von Regisseur Nicolas Jack Roeg ('Wenn die Gondeln Trauer tragen', 1973) handelt von metaphorischen Zügen, die vertraute Stationen verlassen: Henry hadert mit sich, ob er Linda verlassen soll, und diese wiederum nimmt eine Veränderung in ihrem Leben vor, die längst überfällig ist. Auch für Martin scheint in dem Augenblick, in dem er seine Mutter gefunden hat, ein neuer Lebensabschnitt zu beginnen ' allerdings, wie real ist der Junge eigentlich? Der Film lässt diese Frage offen, macht Andeutungen darüber, ob sich Linda den Jungen nur einbildet, gibt aber auf der anderen Seite stichfeste Hinweise für seine Existenz.
So spielt der Regisseur, der früher als Kameramann gearbeitet hat (unter anderem 1962 bei 'Lawrence von Arabien'), mit dem Zuschauer, der sich einiges selbst zusammenreimen muss: Nicht immer ist klar, ob die Szenen chronologisch aufeinanderfolgen oder nicht oder ob es sich gar nur um Traumsequenzen handelt ' der Film ist vielseitig interpretierbar, was ihn sehr interessant macht. Zugleich hat er eine verstörende Wirkung dadurch, dass die Charaktere überzeichnet dargestellt sind. Theresa Russell ('Wild Things'), die lange Zeit mit Roeg verheiratet war und in vielen seiner Filme mitspielte, zeigt eine hysterische, überdrehte und launische Ehefrau, die mit dem alltäglichen Nichtstun überfordert ist, erst recht aber mit dem plötzlichen Wandel, den Martins Auftreten mit sich bringt. Der wird von Gary Oldman ('The Dark Knight') als latent aggressiver junger Mann mit psychopathischen Tendenzen dargestellt, der in der Entwicklung etwa auf der Stufe eines durchgeknallten Achtjährigen stehen geblieben ist und mit seiner Mutter Kinderspiele nachholen will. Dadurch, dass er sich im Lauf des Films mäßigt, auch mal seine Mutter sexuell anmacht und später sogar einen gewissen erwachsenen Charme einbringt, scheint er die Pubertät im Schnelldurchlauf hinter sich zu bringen. Und dann ist da Altstar Christopher Lloyd ('Zurück in die Zukunft') als Ehemann mit weltfremdem Spleen: Er erhebt den Modellbau regelrecht zur Religion, zu deren Messias ihn die Gemeinschaft der Modellbauer auf besagtem Treffen erhebt. Seine Frau behandelt er wie eine intellektuell unterlegene Person, wie eine seiner alten Patientinnen, die tagsüber auf sein Haus aufpasst.

Der deutsche Untertitel 'Ein tödliches Spiel' ist mal wieder völlig Banane. Von einem Spiel kann keine Rede sein und ob die Ereignisse tödlich sind oder nicht, bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen. Diesen Untertitel hätte man sich wirklich sparen können. Technisch ist der Film auf normalem Niveau, man erkennt trotz digitaler Überarbeitung in Ton und Bild, dass er schon etwas älter ist.
Im Hauptmenü wird der Zuschauer von der entspannten Stimme von Sängerin Carolyn Leigh zum Oldie 'Young At Heart', der im Film den Abspann untermalt, in Empfang genommen. Von dort geht es zu den Extras, die sich in einer Bildergalerie und schriftlichen Biografien der drei Hauptdarsteller und des Regisseurs erschöpfen, es gibt nicht einmal Untertitel. Dort gibt es auch Listen mit Filmen, in denen die vier jeweils mitgewirkt haben. Hier ist auffallend und seltsam, dass 'Track 29' sowohl bei Oldman und Lloyd nicht angegeben ist.

Roeg ist für seine ungewöhnlichen Filme bekannt und 'Track 29' ist einer davon: schräge, bewusst überzeichnete Charaktere in einer Vorort-Idylle, hinter deren Fassade nichts idyllisch ist, und eine verrückte Geschichte, die viele Deutungsmöglichkeiten bietet, dazu viele sehr alte Songs und eine elegante Kameraführung, die zum Teil zum verstörenden Charakter des Films beiträgt. Für Roeg-Fans ist das ohnehin ein Pflichtkauf, und zugleich erleben Fans von Gary Oldman ihn in einer seiner frühen und ungewöhnlichsten Kinorollen. Ein sehr spezielles Sozial-Psycho-Drama ' das beim Vertreiber Koch Media unter Mystery zu finden ist ' mit Anspruch, aber nicht jedermanns Sache.


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