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Modestrecke: Unterwegs mit Les Mads
Modestrecke: Unterwegs mit Les Mads
von Julia Knolle
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3.0 von 5 Sternen Nett, aber kein Muss: Lieber den Blog klicken!, 4. Januar 2012
Zunächst gehen die beiden Ursprungsautoren des Blogs zurück zum Start: Wie entstand die Idee für einen Modeblog und wie erklärt man seiner 83-jährigen Oma das Bloggen? Knolle und Weiss beschreiben, dass sie Themen aufgreifen, die sie selbst interessieren: Outfits, Labels, Designer, Musikvideos und Modestrecken, Editorials aus Magazinen sowie Fotoausstellungen. Dass die beiden Bloggerinen mit diesen Themen den Nerv der wachsenden Leserschaft treffen, zeigt der Erfolg des Blogs.

In vielen kleinen Kapiteln beschreiben die Autorinnen ihren Alltag in der Modeszene: Wie findet sich der eigene Stil, wieso ist weniger manchmal mehr und warum sollte man in Stilfragen besser nicht auf seinen Freund hören? Ganz einfach: Weil es keine Erklärung dafür gibt, warum unbedingt das zehnte weiße T-Shirt in den Kleiderschrank muss. Oder weil ein Oversized-Pullover eben nicht zu groß gekauft wurde, sondern so gehört. "Das trägt man jetzt", hätte vorher die Antwort gelautet. Oft heißt es auf diese Frage nun: "Das habe ich bei einem Streetstyle-Look bei Les Mads gesehen."

Neben wichtigen Fragen (Was ist Vintage und wo kaufe ich es? Was zieht man am besten beim ersten Date an, und was nicht?), die in diesen Buch umfassend und übersichtlich geklärt werden, erzählen die Bloggerinen kleine Anekdoten von ihren Reisen in Styling-Mission rund um den Globus, inklusive wertvoller Shopping-Tipps. Aus diesem Grund eignet sich das handliche Taschenbuch auch wundervoll als Reisebegleiter in eine Modemetropole. Das Cover des Taschenbuches sowie einzelne Kapitel sind um Illustrationen von Silke Werzinger ergänzt.

Insgesamt besticht das Buch vor allem durch seinen Humor und die Anekdoten - eine fundierte und gründliche Auseinandersetzung mit Styling- und Designfragen darf nicht erwartet werden. Ein paar Hintergrundinformationen zu der (auch wirtschaftlichen) Erfolgsstory von Les Mads wären schön gewesen, dafür hätte auf das ein oder andere kleine Kapitel auch gerne verzichtet werden können. Aus diesen Gründen fällt das Buch gegenüber dem Blog etwas ab. Vielleicht liegt es auch daran, dass der große Vorteils des Blogs die Tagesaktualität sowie die aussagekräftigen Fotos sind. Auf diese wurde im Buch leider verzichtet. So wirkt das Buch eher wie eine Zusammenwürfelung einzelner Artikel des Blogs - ohne Fotos und dafür ergänzt um einige persönliche Anekdoten.

Nett, aber keine Muss. Lieber öfter den Blog "LesMads" ansehen, auch wenn keine der Gründerinnen noch aktiv für diesen schreibt.


Literaturagentur. Erfolgreiche Zusammenarbeit Autor - Agentur - Verlag
Literaturagentur. Erfolgreiche Zusammenarbeit Autor - Agentur - Verlag
von Joachim Jessen
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Ein aufschlussreicher Blick hinter die Kulissen der Buchproduktion, 4. Januar 2012
"Literaturagentur" liefert wertvolle Einblicke in die Chancen und Möglichkeiten, die eine Zusammenarbeit mit einer Literaturagentur Autoren bieten kann, und verhilft zu einer realistischen Einschätzung der Marktchancen eines Buchprojektes. Dabei wird eine Vielzahl von Themen des Literaturbetriebs angesprochen, die nicht immer detailliert ausgestaltet werden, sondern gelegentlich in geraffter Form dargestellt sind, insgesamt jedoch ein aussagekräftiges Bild über die Faktoren, die einen Einfluss auf eine Buchveröffentlichung haben, zeichnen.


Gwalchmei der Held: Ein keltisches Heldenepos
Gwalchmei der Held: Ein keltisches Heldenepos
von David Chauvel
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,50

3.0 von 5 Sternen Durchaus kurzweiliger dritter Band, 4. Januar 2012
Nein, spannend in einem Handlungsbogen ist dieser dritte Band nicht, aber kurzweiliger als der zweite. Viele kleine Episoden, bei denen es zwar immer noch nervt, dass logische Teile mit völlig unlogischen so schnell abwechseln, dass man nie weiß, wo man gerade ist, die aber für sich oftmals nett zu lesen sind. Nett anzuschauen sind die Comics der Arthur-Serie ja eh, die Zeichnungen klassisch chic, wenn auch nicht unbedingt überraschend. Allenfalls zu kritisieren ist die vielfache Wiederholung von Teilmotiven, auch Gesichter von Nebencharakteren werden hier und da recycelt.

Die etwas angestaubten Texte schneiden schlechter ab, und auch wenn es sicherlich verdienstvoll ist, die Sagen ursprünglich zu lassen und sie so in Comics umzusetzen, ein großer Gewinn ist das nicht. Dennoch schmücken diese Comics sicher jede Sammlung von Artussagenmaterial. Genug optische Fülle ist vorhanden, und so ein bisschen Archaik hat ja auch ihren Charme.


Arthur der Kämpfer: Ein keltisches Heldenepos
Arthur der Kämpfer: Ein keltisches Heldenepos
von David Chauvel
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,50

2.0 von 5 Sternen Schwächerer zweiter Teil der Comicsaga um Arthur, 4. Januar 2012
Irgendwie stimmt der Mix in diesen Comics nicht so wirklich. Die klassischen Comiczeichnungen sind gut gemacht, illustrieren meistens gut und sind detailreich ' auch wenn es Passagen gibt, in der zum Beispiel die magischen Seen beschrieben werden und dabei eher schwach mit dem Text verbundene Naturszenen gezeigt werden. Jedoch können die Texte nicht überzeugen. Auf der einen Seite wird Spannung aufgebaut, man kommt in die Geschichte herein, auf der nächsten dreht es wieder in gar zu seltsame Sagenwelten. Dazu gibt es zwei lange Aufzählungen von Recken, die Arthur begleiten, zwei Drittel der komplizierten keltischen Namen kann man getrost sofort wieder vergessen, weil die Charaktere danach nicht mehr vorkommen, die anderen könnte man noch mal brauchen, merkt sie sich aber trotzdem nicht. Das ist schon mühsam zu lesen, noch mühsamer ist es, den Überblick zu behalten.

Wenn man sich ein bisschen mit Mythen und Sagen auskennt, ist es allerdings recht spannend, die Ähnlichkeiten zu finden, zum Beispiel die der im Comic mit naiven Bildern erzählten Bran-Sage ' man versucht hier klar zu machen, dass diese Sage noch älter ist und packt sie in einen naiv-mittelalterlich angehauchten Stil ' die erstaunlich viele Gemeinsamkeiten mit der Nibelungensage, speziell mit den Burgundern bei Etzel, hat. Aber das macht den Gesamteindruck nicht besser.

Im Gegensatz zum ersten Band hat man hier noch deutlich mehr das Erzählen vergessen. Und pure Aufzählung von Helden kann noch so schön illustriert sein, es ist langweilig.


Arthur, Band 1: Myrddin der Verrückte. Ein keltisches Heldenepos
Arthur, Band 1: Myrddin der Verrückte. Ein keltisches Heldenepos
von David Chauvel
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassische Umsetzung der ursprünglichen Sagen, 4. Januar 2012
Viel Geschichte steckt in den 55 großformatigen Seiten von 'Myrrdin der Verrückte'. Blut und nackte Haut wird nicht versteckt, aber der Kern ist die Magie und die Wunder, die Myrrdin, und manchmal auch Taliesin, vollbringen. Von den psychologischen Ansätzen vieler Arthusromane der letzten dreißig Jahren bleibt hier nichts übrig. Der Comic ist den Sagen gewidmet, und die sind oft weder logisch noch nachvollziehbar. Man interessiert sich nicht für den Kern der Sagen, der wahr sein könnte, sondern bildet sie ziemlich genau ab. Allein: Es sind die ursprünglichen Sagen, nicht die verzauberte Ritterwelt, die später aus dem Artus-Sagenkreis wurde.

Der Zeichenstil ist realitätsnah, fast zu bunt und oft recht idyllisch. Trotz einiger eher ernüchternder Schlachtenbilder wird die Grenze zum Kitsch das eine oder andere Mal durchaus überschritten. Die Texte wirken mitunter ein wenig altbacken. Es steckt ein alter Sagenduktus dahinter. So wird auch das Gesamtbild eines, das irgendwo zwischen klassisch und altmodisch changiert. Der Comic macht sich gut in einer Sammlung der Artussagen, bringt aber recht wenig Neues mit. Die Zeichnungen sind jedoch gutes Handwerk: Die Charaktere sind gut unterscheidbar, und wer mit der oftmals arg mystischen Sagenwelt klar kommt und Wunder akzeptiert, für den ist dieser Comic durchaus ein Gewinn.


Lass mich für dich sterben
Lass mich für dich sterben
von Manfred Reuter
  Broschiert
Preis: EUR 8,90

3.0 von 5 Sternen Spannender Kriminalroman aus der Eifel, 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Lass mich für dich sterben (Broschiert)
Schon am Anfang des Buchs erfährt man, dass Toni Brandt im Krankenhaus liegt. Er berichtet seinem Stiefvater von den Ereignissen in Bitburg. Durch die eingeschobene Erzählperspektive, die sich mit der Ich-Perspektive des Politikers abwechselt, schafft Manfred Reuter es, den Spannungsbogen fast bis zu Letzt aufrecht zu erhalten. Es treibt die Handlung einerseits voran.
Andererseits ist dadurch aber sofort klar, dass Brandt nicht der Täter sein kann.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Leser sich trotz Ich-Perspektive kein genaues Bild von Brandt und den verschiedenen Akteuren machen kann. Sie werden nicht genau beschrieben, ihre Handlungen sind widersprüchlich und Toni Brandt erscheint durchweg kalt und abgebrüht.
Auch werden viele Beziehungen zwischen den einzelnen Personen angeschnitten, dann aber nicht zu Ende geführt oder zu spät erst wieder aufgegriffen. Die Erzählstränge werden nicht richtig beendet und der Leser verliert leicht den Faden.

Auch das Ende ist etwas enttäuschend. Manfred Reuter schafft es nicht, den Überraschungseffekt beizubehalten und löst das Rätsel um den Mörder zu früh auf. Er setzt auf romantische Gefühlsduselei und beendet die Geschichte damit sehr abrupt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Buch eher leichte Kost ist, die sich schnell durchlesen aber auch jederzeit weglegen lässt.


Der Buchhändler aus Kabul. Eine Familiengeschichte
Der Buchhändler aus Kabul. Eine Familiengeschichte
von Åsne Seierstad
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Liebevoll und mitreißend geschrieben, 4. Januar 2012
Åsne Seierstad, eine norwegische Journalistin, lebte im Jahr 2001 fünf Monate mit Sultan Khan und seiner Familie zusammen. Sie erlebte die beengte Stellung der Frau in Afghanistan genauso wie die Vormachtstellung des Mannes, dessen Wort Gesetz ist. Åsne Seierstad wurde ein Platz in der Familie zuteil, der es ihr ermöglichte, afghanisches Familienleben hautnah mitzuerleben.

Sie beschreibt liebevoll und mitreißend die einzelnen Familienmitglieder mit ihren meist unerfüllten Sehnsüchten und Wünschen und gibt tiefen Einblick in ein vom Krieg und radikalen Mächten gebeuteltes Land, das versucht, wieder in die Normalität zurückzufinden.

Trotz der stilistisch eher einfachen Schreibweise und den manchmal verwirrenden Sprüngen zwischen Zeiten und Personen beeindruckt das Buch durch seine liebevolle Art, die fremden und oftmals respektlosen Verhaltensweisen der Familienmitglieder zu erzählen.


China Girl
China Girl
DVD ~ James Russo
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Nostalgische Reise ein eine andere Welt: die 80er, 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: China Girl (DVD)
Ach ja, die 80er. In diesem Film von Regisseur Abel Ferrera ('King of New York', 'Body Snatchers') aus dem Jahr 1987 leben sie wieder auf. Mädels im Jennifer-Rush-Outfit, Jungs mit extra viel Gel in den Haaren, Lederjacken und ärmellose Shirts, percussionlastige Musik mit jaulenden E-Gitarren, Kunstblut, Klappmesser und Stereotypen, all das wird in 'China Girl' auf die Spitze getrieben, dass es eine Freude ist. Dieser Film scheint nur dafür gedreht worden zu sein, all diese Klischees der 80er Jahre festzuhalten, da ist die Story, die eine sehr simple Umsetzung von 'Romeo und Julia' beziehungsweise der 'West Side Story' darstellt, nicht weiter von Belang. Ebenso wenig wie die Schauspielerleistung: Richard Panebianco ('Geboren am 4. Juli', 'Dogfight') als Tony und Sari Chang ('King of New York') als Tye spielen die beiden unbedarften und von allen Machtspielen unbeeindruckten Liebenden geradlinig und ohne charakterliche Ecken und Kanten runter und auch David Caruso (Horatio Caine in 'CSI: Miami') als Schläger Mercury und James Russo ('Beverly Hills Cop', 'Public Enemy') als Tonys Bruder Alby zeigen nicht gerade eine oscarverdächtige Leistung. Daneben spielen zahlreiche unbekannte Namen mit, die größtenteils danach auch nie wirklich bekannt wurden. Eine Ausnahme stellt Russell Wong als Tyes Bruder Yung Gan dar: Er war unter anderem mehrfach in größeren Produktionen an der Seite von Jet Li zu sehen ('Romeo must die', 'Die Mumie 3'). Und James Hong, der hier den chinesischen Mafia-Boss darstellt, ist unter anderem aus 'Blade Runner' bekannt und spielte zuletzt in 'Der Tag, an dem die Erde stillstand' mit.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt: Der Film ist nicht gut, aber auch nicht schlecht, sondern sanfter Trash und anspruchsloses Drama. Dass es immer wieder Konflikte zwischen italienischen und chinesischen Gangs gab, ist nicht von der Hand zu weisen, aber das hier Gezeigte hat mit der historischen Wirklichkeit wohl wenig zu tun. Auch über die DVD-Ausstattung lässt sich nicht viel sagen: Bild und Ton sind in Ordnung, Bonus-Material gibt es nicht, nur die Epix-Trailershow.

Dieser Film zeigt uns, wie sich die Bewohner des Planeten '80er Jahre' sahen: bunt, lässig und milchbubengesichtig. Hier wird weniger eine Story erzählt, sondern vielmehr ein Lebensgefühl vermittelt. Die Musik bekommt einen Extra-Stern, weil die Songs von Run DMC, Marc Anthony, Bonnie and the Lads und vielen anderen so wunderbar zu diesem Lebensgefühl passen. Für Nostalgiker.


Russian Transporter
Russian Transporter
DVD ~ Wladimir Jepifantsew
Wird angeboten von gamerStuff
Preis: EUR 5,40

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele Kugeln, Dialoge und Leichen, wenig Anspruch: Russland auf dem Weg zum Mainstream-Actionfilm Marke Hollywood., 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Russian Transporter (DVD)
'Russian Transporter' ist ein Action-Thriller, der ein bisschen von 'The Transporter' und ein bisschen von den 'Bourne'-Filmen hat. Die Rolle von Hauptdarsteller Vladimir Yepifantsev ist aber äußerlich und charakterlich eher an Daniel Craigs knallharten James Bond als an Jason Stathams geleckten anzugtragenden 'Transporter' angelehnt. Hier gibt es Schießereien, die Hollywood alle Ehre machen, die eine oder andere Verfolgungsjagd und harte Zweikämpfe ' alles, was sich Action-Fans wünschen, nur die Spannung fehlt.
Das liegt zum einen daran, dass der russische Originaltitel 'Der Unbesiegbare' doch besser passt ' Agent Kremnyov bekommt nie eine Kugel ab, ist besser als jeder Gegner, schafft und kann fast alles und muss sich nur der Raffinesse seines Schützlings geschlagen geben.
Zum anderen nimmt sich das vom Regisseur Oleg Pogodin verfasste Drehbuch selbst die Spannung durch grobe Schnitzer und überflüssige Szenen. Kremnyov benutzt seinen präparierten Materialkoffer, den er immer mit sich herumträgt, als Schutzschild, der unzählige Kugeln aufzufangen vermag. Soweit nicht schlimm, aber wenn seine Gegner doch Profis sind, warum schießen sie dann immer genau auf den Koffer und nicht mal dran vorbei auf die Füße? Darüber hinaus scheint nicht allzu viel Kraft nötig zu sein, um den Koffer festzuhalten, wenn die Kugeln darin einschlagen. Das sieht alles zu leicht aus. Und Agentin Orlova, die super kämpfen kann und allem Anschein nach ebenfalls Profi in ihrem Geschäft ist, kommt verstört aus einer Prügelei heraus, weil sie dort ihren ersten Gegner getötet haben soll? Irgendwie unpassend. Nett ist ja die Idee, dass Kremnyov gerne auch mal zwei Anläufe braucht, um eine Mauer zu erklimmen ' das macht ihn menschlicher ', aber das Katz- und Maus-Versteckspiel, das das Drehbuch ihm und Shering auf Malta auferlegt, ist albern, weil es an die Cartoons erinnert, in denen sich zwei Figuren durch ein Gelände jagen, links aus dem Bild verschwinden und rechts wieder auftauchen und so weiter. Genau das passiert hier und das macht jede Spannung zunichte. Daneben gelingt es der Inszenierung einfach nicht, den Zuschauer mitfiebern zu lassen, sondern sie beeindruckt nur durch gut choreographierte Action, die man sich eher aus der Vogelperspektive anschaut. Immerhin gibt es einige gute und amüsante Ideen, man achte etwa auf das Aquarium in der finalen Schießerei.
Die Story wird zwischen den Actionszenen eher schleppend erzählt und ist bis zuletzt undurchsichtig, es treten Figuren auf, deren Namen für deutsches Publikum nicht eingängig sind, was schließlich für Verwirrung sorgen kann. Der Film ist dialoglastig, aber diese Dialoge sind nicht gut und nerven schnell. Ungewöhnlich für einen Actionfilm: Nach dem Showdown kommt noch ein ziemlich langer Epilog. Und dieser zeigt auf, dass Shering, unsympathisch und zugleich charismatisch gespielt von Sergei Astakov, die eigentlich interessante Figur ist. Astakov ist auch der einzige Darsteller, dem man eine herausragende Leistung attestieren kann. Und so lohnt sich der Film weniger wegen der Action-Massenware als vielmehr wegen des Zusammenspiels dieser beiden sehr unterschiedlichen Typen. Shering ist eine für dieses Genre sehr ungewöhnliche Figur, weil sie zwischen den Stühlen steht und dem Helden intellektuell überlegen ist. Die Dritte im Bunde ist Olga Fadeva, die als Agentin Orlova gut aussieht und einiges an Würze in die 'Beziehung' zwischen den beiden Männern bringt, aber keine herausragende Leistung zeigen muss.

Bonusmaterial ist Mangelware: Trailer, Bildergalerien, das war's schon. Die Credits sind nur in kyrillischer Schrift zu sehen, der Filmtitel wird von einem Sprecher übersetzt ' aber der sagt nicht 'Russian Transporter', sondern 'Der Unbesiegbare' ...
Interessant ist, dass der deutsche Untertitel, den man einstellen kann, stark von der deutschen Synchronisation abweicht, zum Teil auch inhaltlich. Da bleibt die Frage, welche Version näher am Original ist. Der Film liegt bei Sunfilm Entertainment in einer FSK-18-Leih- und einer FSK-16-Kaufversion vor, letztere ist aber nicht geschnitten. Für den Verleih war wohl die Trailershow der Neuerscheinungen beim Vertrieb für die Freigabe ab 18 maßgeblich.

'Russian Transporter' aus dem Jahr 2008 ist solide Actionkost mit russischem Touch, aber deutlich an Hollywood-Produktionen orientiert. Der Streifen ist auf Unterhaltungswert und weniger auf Hochspannung angelegt und hat als besonderes Schmankerl eine sehr interessante Nebenfigur zu bieten. Schade, dass das Drehbuch an einigen Stellen arg schwächelt, außerdem wird unnötig viel geredet, ohne dass der Film dadurch anspruchsvoller würde und sich über den Durchschnitt abheben könnte. Man kann sich aber auf jeden Fall freuen, dass auch in Russland inzwischen Filme produziert werden, die es in den Westen schaffen und mit Hollywood aufnehmen können.


Carnera - Der Grösste Boxer Aller Zeiten
Carnera - Der Grösste Boxer Aller Zeiten
DVD ~ Andrea Iaia
Preis: EUR 18,80

2.0 von 5 Sternen Ein Biopic so lang und hölzern, wie der Boxer, 21. Oktober 2011
Die sogenannten Biopics haben des Öfteren ein Problem, nämlich immer dann, wenn das Leben des Portraitierten nicht so wahnsinnig dramatisch war. Carnera war nach seiner großen Boxerzeit noch Catcher, da hätte man vielleicht was rausholen können, aber der Film bricht vorher ab. So gibt es eine wirklich recht schlichte Geschichte zu sehen, die auch noch über 125 Minuten erzählt wird. Eine ermüdende Angelegenheit, da Martinelli keine zusätzliche Idee, kein Thema verfolgt, sondern eben nur die undramatisch dahinplätschernde Lebensgeschichte eines Boxers, der eigentlich nie der Underdog war. Technisch keine große Nummer, aber so stark und groß, dass die meisten Gegner kein Mittel gegen ihn fanden. Und das ist nur ein Grund, warum die Kampfszenen eher unansehnlich sind. Die Choreographien sind mehr als hölzern, Carnera schlägt wild auf alles ein, irgendwelche Kampftaktik ist nicht erkennbar. Und damit ist ein doch recht zentrales Element einer Boxerbio schon einigermaßen verloren.

Ausstattung und Kamera sind stilvoll, schwarzweiße Passagen teilen den Film in Akte ein. Man merkt, die Ambition ist gar nicht gering, aber der Film scheitert an der Langeweile die er verbreitet. Und die Frage, in wie weit sich Carnera von den im Italien dieser Zeit regierenden Faschisten zu einem Werkzeug machen ließ, hätte man ja eigentlich auch noch betrachten können ' leider wird das Thema nur gestreift.
Die vorliegende DVD hat außer Trailern und einer italienischsprachigen Dokumentation nicht viel zu bieten. Eine italienische Tonspur für den Film gibt es allerdings nicht, da gibt es nur Deutsch und Englisch zur Auswahl.


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