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Was müsste Luther heute sagen?
Was müsste Luther heute sagen?
von Heiner Geißler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich denke, Luther müsste heute ganz anderes sagen., 7. Juni 2015
Bücher von Herrn Dr. Heiner Geißler sind in jedem Falle lesenswert. Sein öffentliches Wirken und seine Lebensleistung stellen ein selten gewordenes Vorbild politischer Verantwortung in Wort und Tat dar.
Ernüchtert bin ich nach der Lektüre dieses Buches zu Luther: Im Jahre 2005 war von Herrn Dr. Geißler zu lesen, was Jesus heute sagen würde, nun, was Luther heute sagen müsste, wohlgemerkt "müsste". Dem Müssen können verschiedene Normenebenen zugrunde liegen. 1) Muss Luther etwas sagen aufgrund seines Gewissens, seines Menschenbildes, und seiner (natürlich damaligen) theologischen und politischen Positionen? 2) Muss Luther etwas sagen aufgrund der Entwicklung der Kirchen bzw. der Gesellschaft seitdem? 3) Muss Luther etwas sagen aufgrund der politischen Agenda, wie sie Herr Dr. Geißler setzt? Das sind sehr verschiedene Formen des "Müssens". Ich glaube, dass auch der Leser bei diesen verschiedenen Normenebenen schnell die Übersicht verliert und letztlich nicht überzeugt werden kann.

1) Zur ersten Bezugsebene, Luthers Gewissen, Menschenbild, seinen theologischen und politischen Positionen: Luther beanspruchte nicht eine Theologie zur Geltung zu bringen, sondern seine Theologie. Geißler nennt Luthers Umgang mit der Bibel souverän bis willkürlich (Seite 92). Neben und gegen Luther entstanden die Theologien von Calvin, Zwingli, der Baptisten etc., sodass heute im Ökumenischen Rat der Kirchen über 300 Kirchen erfasst sind, wobei die katholische Kirche (kein Mitglied) der evangelischen die Eigenschaft, überhaupt eine Kirche zu sein, absprach. Alle anderen Reformatoren konnten (wie Luther) auch das Gewissen als Instanz für ihr "rechtes Bibelverständnis" reklamieren. Luther war ohne Erbarmen beim Tod Zwinglis (S. 172). Der Reformator Calvin ließ in Genf Michael Servatus, der die behauptete Trinität in der Bibel nicht fand und diese daher ablehnte bzw. bestritt, als Ketzer verbrennen, d.h. die reformierten Christen handelten genauso wie die Altgläubigen. Luther war ein fanatischer Eiferer (Geißler zitiert Brecht, S. 121). Ausgehend von Luthers politischen Positionen den Bauern und Juden gegenüber kann ich mir kaum vorstellen, "was er dazu heute sagen" wollte oder sagen müsste. Luther macht die Natur des Menschen als "von Bosheit ganz durchsäuert" aus (Seite 55), woraus sich ein geeignetes Motto zum Wohlfühlen auf einem Kirchentag ja wohl kaum ableiten lässt.
2) Zur Entwicklung der Kirchen seit der Reformation: Hier sei nur angemerkt, dass Luthers Anspruch, die eine Kirche reformieren zu wollen, zu vielen Kirchen führte. Luthers ambivalentes Verhältnis zur Vernunft, die er für sich selbst und seine Theologie in Anspruch nahm, aber zugleich als "des Teufels Hure" betitelte, dürfte es ihm schwer machen, das facettenreiche Beziehungs- und Konfliktgeflecht zwischen den Kirchen (Plural) zu ordnen. Luthers "beleidigenden Attacken gegen Andersdenkende" (Seite 198) stünde (s)einer Vermittlung zweifellos im Wege. Dies dürfte im Übrigen auch auf die von Geißler (Zitat Bischof Friedrich auf Seite 242) in die Debatte gebrachte Option, dass der Papst eine "paritätische Clearingstelle" einnehmen könne, zutreffen.Geißler nennt auch Fortschritte im Umgang der Kirchen miteinander, so die Anerkennung der Taufe(n), die er 1964 datiert (Seite 259). In Deutschland brauchte es drei Jahrzehnte, bis aus regionalen Vereinbarungen zur wechselseitigen Anerkennung der Taufen eine bundesweite Vereinbarung wurde, im Jahre 2007: Was würde/ müsste Luther wohl dazu sagen? Eigentlich möchte ich die zu erwartende Schimpftirade gar nicht mehr hören. Und was würde/ müsste der bibeltreue (allein die Schrift!) Luther sagen, wenn das Verdikt der Todesstrafe für Homosexuelle im Alten Testament nun dahingehend "erklärt" wird, dass der Wunsch nach der Homo-Ehe doch die Ehe aufwerten würde? Ginge Luther mit dieser "Erklärung" , mit dieser "harten Arbeit" der Theologie (Kurt Flasch) konform? Ich glaube, dass Luther nämlich nicht mit Frau Käßmann zum Gespräch mit dem Papst gegangen wäre (Geißler, S. 136). Geißler schildert das Finanzgebaren der Kirche zu Luthers Zeiten und der interessierte Leser ist geneigt, die Personen und Währungen mit den Vorgängen in der Vatikanbank auszutauschen, um nicht wieder Limburg benennen zu müssen. (Auch die FIFA wäre ein Kandidat für eine "Serie" zu fragwürdigen Finanzgebaren in scheinbar zu reformierenden Institutionen.) Geißler stellt fest, dass es statt eines Papstes nun viele Päpste gibt (S. 212), was aber würde/ müsste Luther dazu sagen? Dass es keinen Plan B im Irakkrieg gab, beanstandete Geißler in diesem Zusammenhang zuvor (S. 193). Gab es einen Plan B für die Reformation? Besteht dieser nunmehr in der von Geißler gewünschten Vereinheitlichung der christlichen Konfessionen?
3) Was müsste(!) Luther zu dem sagen, was Herr Dr. Geißler als seine politische Agenda (völlig legitim) vorträgt? Ich gewann den Eindruck, dass Luther die Themen von Herrn Geißler nicht nur fremd sind, sondern dass Luther diese kaum erschließen hätte können: Wer wie Luther die Natur des Menschen als "elende Sündenmasse" (S. 39) und "von der Bosheit ganz durchsäuert" (S. 55) versteht, dürfte kaum zum Topos der Menschenrechte vordringen, der übrigens (wie auch die Demokratie) keineswegs aus dem Neuen Testament stammt (etwa S. 84), sondern schrittweise gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden musste.
Es verdient Respekt, dass Herr Dr. Geißler bei "seinen Themen" weiterhin konsequent mit seinen Positionen eintritt, etwa mit Finanzgebaren der Kirche, Rolle der Frau in der Kirche, Sexualmoral und weltweiter Armut etc. Auch bei Gerhard Rudolf Baum, ehem. Bundesinnenminister, blieb im Alter die Wut jung, wie er seine Autobiografie betitelte.

Ich meine nur, dass Luther heute etwas ganz anderes sagen müsste: Womöglich müsste er einräumen, dass seine Absicht, die einige Kirche einig zu reformieren zum Gegenteil führte, nämlich dass nunmehr viele Kirchen entstanden, deren Reformbedarf mitunter erheblich ist, die zudem in merkwürdiger Konkurrenz und Kooperation unter Ausnutzung staatskirchenrechtlicher Konstellationen vergangener Jahrhunderte existieren, als hätte es Thomas Jefferson mit der Formel einer Mauer zwischen Staat und Religion als "amerikanischen Weg" nie gegeben. Hätte sich der wortgewaltige Luther damit abgefunden, dass er zwar die Kirche aus der babylonischen Gefangenschaft befreite, diese Gefangenschaft aber gegen die finanzpolitische Gefangenschaft des Staates "eintauschte"? Müsste ihm dieser Preis nicht bewusst gewesen sein, war das seine, die "Luther-Sache" wert? Luther stand immer auf der Seite der Mächtigen, u.a. gegen die Bauern etc., weil und damit er seine Theologie durchsetzen konnte. Welche Konsequenzen dies in der Geschichte hatte, ist bekannt. Verträgt sich dies mit der Option für die Armen (Papst Franziskus)? Das Buch Heiner Geißlers zu Luther atmet das Engagement und die Beunruhigung von Dr. Heiner Geißler für das Ziel, die eine einheitliche christliche Positionierung in der Welt(politik), wofür es m.E. aber weder theoretische Voraussetzungen noch überzeugende empirische Fakten gibt. Damit unterscheidet sich das Buch Heiner Geißlers von einem Buch eines anderen 85-jährigen, vom Buch "Warum ich kein Christ bin" von Kurt Flasch. Und immer mehr Menschen kommen als Adressaten für Luthers Worte und die genialen kirchenkonformen theologischen Interpretation gar nicht mehr in Frage. - Womöglich hätte Luther heute zu der Einsicht kommen müssen(!) - das Müssen steht im Titel des Buches - , dass seine Aufgabe, eine einige Kirche zu reformieren, schlicht nicht lösbar war und nicht lösbar ist.

Ich wünsche Herrn Dr. Heiner Geißler alles Gute und freue mich auf Debatten unter am Thema näher Interessierten, die sich im Idealfall von Hagiografie und dem je sonntäglich erteilten schlichten Wunsch, dass man behütet bleiben mag, unterscheiden.

Dr. Dr. Markus Vette.


Alle Menschen sind Philosophen
Alle Menschen sind Philosophen
von Heidi Bohnet
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Lesenswerter Einstieg und Überblick zum Werk eines bedeutenden Philosophen der Gegenwart, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Alle Menschen sind Philosophen (Taschenbuch)
Wer sich mit Karl R. Popper befassen will und dabei z.B. seine Logik der Forschung und "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" erschließen will, ist mit diesem Buch zur Einführung bestens bedient. Die Darlegung umfasst mit Gesprächen und Auszügen von Vorträgen die prägenden Bestandteile des philosophischen Denkens Poppers. Deutlich werden auch die gesellschaftlichen bzw. politischen und demokratietheoretischen Bezugspunkte und Konsequenzen seiner Positionen. Das Buch ist in diesem Sinne nicht nur für Philosophen empfehlenswert.


Utopica
Utopica
von Ferdinand Seibt
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Übersicht mit vielen Zusammenhängen, 24. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Utopica (Gebundene Ausgabe)
Das Buch enthält Darstellungen zu Utopien, die etwa seit der ersten Jahrtausendwende in Europa bestanden, als man das "Zeitalter des heiligen Geistes" erwartete oder erhoffte. Mit der Entstehung der Städte im 12./13. Jh. und freien Berufen/ Intellektuellen gab es eine neue Öffentlichkeit neben der adelig-klerialen Hierarchie in den eher bäuerlich geprägten Regionen. Stadtluft machte frei. Der Autor geht auf Joachim von Fiore und Nikolaus von Kues ein, auch auf Thomas Morus. Darüber hinaus werden utopische Vorstellungen vor, während und nach der Reformation detailliert behandelt mit dem m.E. bemerkenswerten Ergebnis, dass Luthers Tat keinesweg ein singuläres Ereignis war, auch nicht besonders revolutionär, blieb er doch in so vielem ein Kirchenmann, sondern dass Luthers Wort und Werk in ein breites Spektrum konkurrierender Vorstellungen gehört. Von besonderer Bedeutung bei den Utopien "rund um die Reformation" ist die Haltung der Akteure zur sog. Erbsünde und in Konsequenz zur Taufe (Kindestaufe oder Erwachsenentaufe). Daran waren die Geister zu unterscheiden. Auch auf das Wirtschaftsverständnis in den utopischen Entwürfen geht Seibt ein, was meist, aber nicht durchgängig, agrarisch-konservativ war. .
Da Ferdinand Seibt viele frühere wissenschaftliche Arbeiten vergangener Jahrzehnte zu den Utopisten referiert und darüber argumentiert, konnte ich im Detail dazu nicht immer Thesen bzw. Antithesen nachvollziehen. Ein Studierender kann und sollte das tun.
Für die Einordnung der Bedeutung Luthers und "seiner Reformation" ist das Buch aber eine geeignete Grundlage zum Studium, um die historischen Zusammenhänge und Relationen zu wahren und eine (zu befürchtende) Überhöhung Luthers im Reformationsjahr, die sicher von interessierter Seite 2017 "angeboten wird" gut begründet zu vermeiden.
Dr. Dr. Markus Vette


Die neue religiöse Intoleranz: Ein Ausweg aus der Politik der Angst
Die neue religiöse Intoleranz: Ein Ausweg aus der Politik der Angst
von Martha Nussbaum
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für den amerikanischen Weg, 16. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist eine kohärente Darstellung von aktuellen politisch-religiösen Fragen einer liberalen Philosophin, natürlich mit einem ebensolchen Lösungsvorschlag. In einer gesellschaftspolitischen Debatte sollte diese Position von links bis rechts im politischen Spektrum bekannt sein oder aber mit dem Buch bekannt gemacht und erschlossen werden.
Frau Nussbaum geht von Fragen des Sokrates aus und kommt am Ende auf dieselben wieder zurück. Sie analysiert Angst und Ängste, Unkenntnis und Vorurteile in der Gesellschaft und zeigt, wie aus deren Einbeziehung ins politische Kalkül das gesellschaftliche Klima zerstört werden kann. Sie skizziert den amerikanischen Weg des Umgangs mit Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit anhand der Positionen von Roger Williams und John Locke. Sie führt eine Reihe von amerikanischen Rechtsfällen an, in denen es um die Religionsfreiheit in ihren Konsequenzen geht. Diese Fälle könnten dem deutschen Leser womöglich nicht im Einzelnen bekannt sein. Dennoch führt sie die Argumentation immer wieder auf die Unparteilichkeit der Regierung gegenüber den Religionen und die Forderung des Sokrates, nach einem selbsterforschten Leben zu streben, zusammen. Am Beispiel des umstrittenen Burka-Verbotes in drei europäischen Staaten geht sie auf fünf Begründungsversuche eines Burka-Verbotes ein, weist sie aber sämtlich zurück. Im Übrigen kritisiert sie das allgemeine Kopftuchverbot für Frauen an öffentlichen Schulen in Deutschland (S. 182), wobei mittlerweile das Bundesverfassungsgericht genau dieses allgemeine Verbot gekippt hat. Ferner findet man an verschiedenen Stellen Hinweise darauf, dass "man" gegenüber religiösen Minderheiten gern den Splitter in deren Auge sieht und den Balken im eigenen Auge ignoriert. Vertreter etablierter Religionen müssten hier hellhörig werden.
Einen umfangreichen Raum nimmt die Debatte um "Park51" in Downtown Manhattan ein, wobei auch hier sehr präzise und detailliert argumentiert wurde, ohne dass man sich die sämtlichen Äußerungen und Namen von politischen Kandidaten und Kommentatoren langfristig einprägen müsste.
Der Lösungsvorschlag von Frau Nussbaum zielt auf ein breites politisches Gespräch, auf den Respekt und die Anerkennung verschiedener Lebensweisen und auf neugierige Phantasie im Umgang mit Unbekanntem ab, verknappt formuliert. Dies sei der amerikanische Weg der wechselseitigen Anerkennung von religiösen Minderheiten seit der Kolonialzeit in einem langwierigen Prozess. Ob dieser Lösungsvorschlag heute bzw. akzuell weiterhin zum Tragen kommt, muss offen bleiben. Denn Sympathie und Empathie kann man wünschen, aber kaum anordnen. Hier dürften nur aufgeklärte und selbstbewusste Leser der Autorin folgen. Und in Europa wurde der amerikanische Weg ja nie beschritten! So selbstverständlich die Religionsfreiheit für Frau Nussaum in den USA ist, so selbstverständlich nehmen die Kirchen in Deutschland ihr Privilegienpaket als öffentlich-rechtliche Körperschaft in Anspruch. Dies als "religiöse Intoleranz" zu bezeichnen, könnte die Lebenswirklichkeit im kirchlichen Arbeitsrecht treffen, aber neben der Absicht des Buches liegen ... Man erinnere sich, dass bei den ersten Dresdener Pegida-Spaziergängen ein Plakat "Dresdener Christen grüßen die Pegida" getragen wurde. Es brauchte erst eine (inner-)kirchliche Disziplinierung, dass dies unterblieb. Und so sehr sich Frau Nussbaum für die Freiheit und den Respekt der Religionen einsetzt: Man kann den immerwährenden Gefahren von "Gewalt- und Machtanwendungen aus den Religionen heraus" (selbst, wenn das die Mehrheit der Muslime, Christen,... als Missbrauch ihrer Religion ablehnen), entgehen, indem man gar keiner Religion anhängt, was im Osten Deutschlands zwei Drittel der Menschen ausmacht, und das mit wachsender Tendenz. Immerhin bestreitet Frau Nussbaum nicht, dass Agnostiker und Atheisten gleichberechtigt neben religiöse Menschen zu stellen sind.

Aufgrund der anderen amerikanischen Geschichte und Verfassungslage findet man daher im Buch m.E. keine unmittelbare und erschöpfende Erklärung zu den Vorgängen in der sächsischen Landeshauptstadt und ich bezweifle, dass man eine "allgemeine Sympathie" zu Angehörigen einer anderen Religion als politische Größe wirklich einkalkulieren soll; jedoch sind persönliches Interesse des Einzelnen am Arbeits- oder Vereinskollegen, Partner, Nachbar, Spielkameraden der Kinder etc. konkrete Wege zu einem friedlichen Miteinander, m.E. auch im Sinne von Frau Nussbaum. Es wären sehr viele solche Schritte in Europa nötig, um auch den amerikanischen Weg (hinterher) zu gehen. Mit meinen zuletzt skizzierten Zweifeln wünsche ich, dass das Buch in der gesellschaftspolitischen Debatte wahrgenommen wird und zur Klarheit beiträgt und empfehle das Buch.
Dr. Dr. Markus Vette
PS. Für dieses Buch erfolgte hier zuvor eine Rezension, die auf Ablehnung hinausläuft, was anhand nur eines Blicks auf die Gliederung geschah: Sicher könnte der Wissenschaftler in der Fachdisziplin eine solche ad-hoc-Beurteilung vornehmen, zumal wenn die Methodik im Buch unhaltbar wäre. Im konkreten Fall trifft das aber siche nicht zu und ich sehe auch keine wirklich philosophisch orientierte Argumentation bei der betreffenden früheren Rezension.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 12, 2016 9:47 AM CET


Winston Churchill: Der späte Held
Winston Churchill: Der späte Held
von Thomas Kielinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Gewinn gelesen, weil sehr gut gelungen, 3. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch über Winston Churchill ist sehr gut recherchiert und auch überzeugend geschrieben. Der Autor führt den Leser über die Lebenssituationen und offeriert ein unglaubliches weil umfangreiches Beziehungsgeflecht des Helden, der quasi erst im Pensionsalter in politischer Verantwortung voll zum Zuge kam. Ich habe diese Biografie mit großem Gewinn gelesen und kann sie anderen Interessenten gegenüber nur mit den besten Empfehlungen versehen.
Dr. Dr. Markus Vette.


Clausewitz: Strategie Denken
Clausewitz: Strategie Denken
von Christopher Bassford
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenig abzugewinnen, 18. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Clausewitz: Strategie Denken (Taschenbuch)
Die Darlegung ist schwer lesbar, eine Reihe von Gedankensprüngen und sicher originellen Formulierungen täuschen m.E. nicht darüber hinweg, dass hier lediglich das eigene Verständnis eines Teils von Clausewitz propagiert wird und auch zur Unternehmensstruktur sehr punktuell und unvollständig Bezugspunkte angeführt werden. Man findet zu vielem zu wenig und zu dem wenigen Herausgegriffenen zu viel Redundanz. Schade, ich konnte dem Büchlein nichts Neues abgewinnen.


Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament
Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament
Preis: EUR 9,99

18 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Auch bei den Bewertungen und Kommentaren wird wohl manipuliert, 13. Mai 2014
In einem Kommentar zu einer euphorischen Bewertung dieses Buches legte ich im März dar, dass allein aus der Beobachtung des Plenums im Bundestag keinerlei Bewertung des Parlaments abgeleitet werden kann, denn Beobachtung ist nur eine der Methoden der empirischen Sozialforschung. An meinen Kommentar schlossen sich etwa 8 Erwiderungen bzw. Diskussionsbeiträge an.
Nun stelle ich fest, dass dies alles "verschwunden" ist. Es entsteht die Frage, ob hier bei den Bewertungen "vorgearbeitet", manipuliert und sortiert wurde. Warum dies geschieht ist wohl klar. Noch einmal: Der Ansatz, allein durch Beobachtung mehr als "Unterhaltung" zustande zu bringen - und genau das will der Autor - ist von vornherein abwegig. Erstaunlich, dass sich jemand, der intellerktuell ernst genommen werden will, auf so ein methodisch Untragbares überhaupt einlässt. Geht es ihm um den Gewinn? Schade!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 4, 2014 11:55 AM MEST


Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
von Thilo Sarrazin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Respektables lesbares Buch, 18. März 2014
Das Buch ist logisch aufgebaut, verständlich und lesbar geschrieben und zeigt aktuelle Probleme in Deuschland auf, die auf eine Forderung nach "Gleichheit" fokussiert werden, was der Autor in Frage stellt. Herr Sarrazin führt eine ganze Reihe von bekannten Meinungsmachern an, die bislang vor allem bei den Sarrazin-Büchern ihre Vorurteile pflegten und durch Unkenntnis oder Fehler der eigenen Interpretation glänzten. Auch die Behandlung seiner Frau ist eigentlich beschämend, ich kenne so etwas selbst.
Selbst wenn das Buch Fehler enthielte, wären dieselben zunächst zu benennen. Da ist es aber erstaunlich ruhig. Und selbst wenn man den Darlegungen von Herrn Sarrazin inhaltlich nicht folgen mag, so gehört ein solches Buch - von Artikel 5 GG gedeckt - zur politischen Debatte in Deutschland. Leider haben sich da wohl eher diejenigen disqualifiziert, die nur ignorieren und diskreditieren wollen bzw. können. Dass man Meinungsfreiheit erkämpfen miusste und diese praktizieren muss, ist leider 25 Jahre nach 1989 schon wieder (oder immer noch) in Vergessenheit geraten. Dort liegt wohl ernsthaft das tiefere Problem.
Dr. Dr. Markus Vette


Fermats letzter Satz: Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels
Fermats letzter Satz: Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels
von Simon Singh
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Motivation zur Beharrlichkeit in der Wissenschaft, 12. März 2014
Dem Autor ist ein überzeugendes Dokument für die in den Wissenschaften notwendige Beharrlichkeit und Ausdauer gelungen. Eine ganze Reihe von bedeutenden Mathematikern und anderen Geistesgrößen wird angeführt. Der das mathematische Rätsel lösende Andrew Wiles wird in seiner wichtigsten wissenschaftlichen Leistung gewürdigt.
Je nach den Voraussetzungen und Erwartungen des Lesers kann man über die Anreicherung des Stoffes mit dem Anhang verschiedener Auffassung sein. Manches wäre da im Einzelfall entbehrlich, manch anderes vielleicht zusätzlich hilfreich gewesen. Auf Seite 243 wird die Induktion als Methode eingeführt und auf die Unendlichkeit abgezielt. Schreibt man von der vollständigen Induktion, was m.E. hier gemeint sein dürfte, so wäre die vollständige Induktion als ein deduktives Verfahren zu klassifizieren, denn sie beruht ja gerade auf der Regelmäßigkeit der unendlichen natürlichen Zahlen ... Vielleicht liegt die im Buch zu lesende Formulierung eher an der Übersetzung?
Freilich habe ich im Buch keine knallharten fachlich vollkommenen mathematischen Beweise erwartet, womöglich noch "seminarverwendbar" aufbereitet. Gefreut habe ich mich über die "absolutistische Manier" der Mathematik auf Seite 290. Das ist sehr gut formuliert! Das Buch ist lesenswert für die Motivation zu einem anspruchsvollen Studium der "Königsdisziplinen" Mathematik oder Physik.

Dr. Dr. Markus Vette.


George Washington
George Washington
von Franz Herre
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerte und problemorientierte Lektüre, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: George Washington (Gebundene Ausgabe)
Wer sich für die amerikanische Unabhängigkeitsbewegung interessiert, sollte dieses Buch lesen. Der Werdegang von Washington wird in seiner Widersprüchlichkeit vermittelt, war doch der Unabhängigkeitskrieg ein komplexes Unterfangen ohne eine womöglich wünschenswerte "Siegesserie" von Schlachten. Dennoch stellte sich Washington der Aufgabe. Diese Haltung nahm er auch später im öffentlichen Leben ein. Eindringlich vermittelte Herre die Wechselwirkungen der amerikanischen und französischen politischen Bewegungen bzw. Revolutionen in den 1770er Jahren und zeigt damit die großen Zusammenhänge der Zeit auf. Weitere führende Männer der Zeit wurden in ihrem Verhältnis zu Washington verortet.
Die Lektüre des Buches erleichtert das Verständnis der Wechselwirkung und des Spannungsverhältnisses von Person und Institution, Freiheit und Gleichheit, Republikanismus und Demokratie, Einzelstaat und Bundesstaat. Daher empfehle ich dieses Buch gern.


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