Profil für B. Daniczek > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von B. Daniczek
Top-Rezensenten Rang: 1.278.938
Hilfreiche Bewertungen: 22

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
B. Daniczek
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
American History X
American History X
DVD ~ Edward Norton
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 18,90

5.0 von 5 Sternen Geht unter die Haut, 15. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: American History X (DVD)
Der Film ließ mich für 10 Minuten wir betäubt zurück. Ich musste erst mal verarbeiten was ich da gesehen habe, meine ersten Worte nach dem Film waren wohl "Der grauslichste Film seit Clockwork Orange", womit jedoch auf keinen Fall die Qualität gemeint ist, sondern die Brutalität, selbst in Szenen, die eher ruhig scheinen. Tatsächlich gelingt es dem Film perfekt, nicht nur Schlägereien, Vergewaltigungen und eine Hinrichtung vollkommen unkaschiert zu zeigen, sondern auch, den Diskussionen, Streitgesprächen und rassistischen Reden eine Aura von Hass, Verachtung und Gewalt zu verleihen. Rein technisch ist der Film perfekt, Handlung, Schauspieler, Regie und Musik(!) großartig. Besonders Edward Norton spielt den überzeugten ebenso wie den geläuterten Nazi perfekt. Die Läuterung im Gefängnis (meiner Meinung nach die Stelle, bei der man den ganzen Film hätte ruinieren können) ist glaubhaft und überzeugend. Nie ist der Film klischeehaft (nur ganz ganz selten etwas kitischig).

Was ist also die Aussage des Films? In einigen Rezensionen lese ich, der Film beziehe keine klare Stellung gegen Rechtsextremismus, zumal Daniel am Ende von einem Schwarzen erschossen wird. Es stimmt, gerade das Ende, für mich außerdem das Basketballspiel Weiße gegen Schwarze (das durch Musik und Kameraführung irgendwie heroisch in Szene gesetzt wurde) werfen Fragen bezüglich der Moral von der G'schicht auf. Ich denke, man darf den Film nicht nur als Resümee gegen Rechtsextremismus verstehen, vielmehr als einen Film, der ethnisch motivierte Kämpfe an sich ablehnt. Es ist nicht nur ein Film gegen Nazis, es ist auch ein Film gegen Hass, Vorurteile und Gewalt. Deswegen (und weil es der Realität entspricht) verhalten sich sowohl Weiße als auch Schwarze in diesem Film jeweils gut, aber eben auch böse.


Illuminati. Thriller
Illuminati. Thriller
von Dan Brown
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, aber eben nicht mehr als das, 10. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Illuminati. Thriller (Taschenbuch)
Illuminati war das erste meiner Dan Brown-Bücher, ich habe alle außer dem neuesten gelesen. Trotzdem könnt ihr diese Rezension auch stellvertretend für alle anderen Browns nehmen. Das Thema ist zwar ein jeweils anderes, das Schema und der Aufbau der Handlung mehr oder minder die selben.
Illuminati ist ein sehr spannendes und nicht schlecht geschriebenes Buch von dem ich mich nicht mehr trennen konnte sobald ich die ersten 10 Seiten gelesen hatte. Brown versteht sich sehr gut auf sein Handwerk, er baut gekonnt Spannung auf und hält sie bis zum Schluss. Einige Wendungen garantiert wobei diese, ähnlich wie bei Agatha Christie nach 2, 3 Büchern vorhersehbar werden (Der Täter ist immer der, von dem man's am wenigsten vermutet - wird nach einer gewissen Zeit auch fad). Die Ambigramme sind außerdem sehr schön und interessant gestaltet Warum also 3 Sterne?
Es ist die Pseudo-Intelektualität und die Pseudo-Wissenschaft die mich sehr stört. Das Buch erhebt den Anspruch, sich durch seine Professionalität vom Mainstream abzugrenzen und das gelingt ihm meist nicht. Während dem Lesen erscheint jedwede Physik und jede Kunst- bzw. Religionsgeschichte in sich schlüssig und logisch, aber etwas Surfen auf Wikipedia und ein paar Fachbücher reichen um diesen Schein zu beseitigen. Der Autor war beim Recherchieren schlampig und verdreht Wahrheit oft zugunsten einer guten Story.
Allein schon die Darstellung der Illuminaten. Die Illuminaten waren kein römischer Bund von Wissenschaftlern (Galilei wird hier z.B. genannt) sondern ein Club von deutschen Intelektuellen (gegründet in Ingolstadt, nicht im Vatikan!) zu Zeiten der Aufklärung, die für Humanismus und Freiheit plädierten (übrigens gewaltlos).
Antimaterie ist nicht das Gott-Teilchen, dieser Name wird in Wahrheit manchmal für das noch nicht entdeckte Higgs-Boson verwendet. Außerdem kann Antimaterie nicht und schon gar nicht in einer Menge von 0,25 Gramm isoliert werden (das verbuche ich mal unter Science Fiction). Antimaterie tritt in CERN sehr kurz im LHC auf, annihiliert aber sofort wieder. Selbst wenn es möglich wäre sichtbare Mengen zu isolieren, dann sicher nicht in so einem Gefäß wie im Buch beschrieben, Antimaterie ist nicht magnetisch und lässt sich somit nicht im Schwebezustand aufbewahren.
Dazu kommen viele kleine Unkorrektheiten im Italienischen und bei der Beschreibung des Vatikans, bzw. der Kunstwerke.

Fazit: Wer Unterhaltung und Spannung sucht (und wilden Verschwörungstheorien nicht abgeneigt ist) liegt mit diesem Buch ganz richtig. Aber unter keinen Umständen bei wissenschaftlichen Arbeiten daraus zitieren. Dieses Buch ist trivial, das heißt nicht, dass es schlecht ist, aber es ist bei Weitem nicht so wissenschaftlich wie es sein möchte!!


Heritage (Deluxe Edition)
Heritage (Deluxe Edition)
Preis: EUR 18,20

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das bessere Damnation, 27. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich denke, mein Musikgeschmack ist sehr vielfältig: Ich höre Klassik, Jazz, etwas Blues, viel Progressive Rock (neuen und alten) und auch Progressive Metal, wobei ich Opeth nicht (nur) als solchen bezeichnen möchte, Opeth ist einfach speziell und steht außerhalb des Schubladendenkens. Was ich sagen möchte, ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Opeth radikal ihren Stil ändern. Mikael Akerfeldt hat oft genug betont, dass er nicht möchte, dass die Fans in Opeth nur eine Metal Band sehen (sagt er auch auf dem beiliegenden Making-Of). Im Genre Progressive Rock ist Abwechslung ja geradezu Pflicht und die kann schonmal etwas krasser ausfallen.
Auch wenn jeglicher Anflug von Death Metal auf diesem Album fehlt stellte ich trotzdem bereits beim zweiten Stück "Devil's Orchard" fest: Jap, eindeutig Opeth. Es ist glasklarer Progressive Rock angelehnt an die 70er und doch geht die Seele Opeths nicht verloren, dieses melancholische, manchmal depressive Gefühl von vollendeter Trauer, von pechschwarzer Verdammung und bittersüßem Tod (wie poetisch). Und trotzdem weißt Heritage klare Unterschiede zum stilistischen Vorgänger Damnation auf. Damnation ist ein astreines, gutes, stabiles Album, trotzdem ist es für mich das schlechteste der Schweden. Die Songs sind gut, technisch perfekt, gesanglich perfekter, aber irgendwie gehen sie für mich nicht über das Niveau von depressivem Kuschelrock hinaus, die Strukturen sind einfach zu gleich, die "progressivität" hätte stärker heraustreten können. Damnation wurde mir irgendwann zu fad.
Heritage ist viel mehr, es ist wirklich progressiv. Die Songs sind jeder für sich genommen Juwelen, die Kompositionen stellenweise genial. Und immer durchzogen von dem für Opeth typischen Sound. Dazu kommen noch interesannte Gastmusiker mit Querflöte und Bongos. Akerfeldts balladeske Stimme feiert ihren Höhepunkt und auch die anderen Musiker wie gewohnt top. Dieses Album bedeutet Umbruch, aber es bedeutet auch Fortschritt, Opeth hat einen weiteren Winkel ihrer musikalischen Möglichkeiten erforscht. Von mir aus kann es so weitergehen und wenn nicht, hab ich auch nichts dagegen.
Noch ein paar Worte zur Deluxe Edition:
Sie enthält ein Making-Of ebenso wie einen Doby 5.1 Mix des Albums. Die Surround-Fassung ist sehr gut gelungen (ähnlich wie bei Still Life, eigentlich noch besser). Das Making-Of ist einfach aber besonders für Fans sicher sehr ansprechend. Lohnt den Kauf.


Small World
Small World
DVD ~ Gérard Depardieu
Preis: EUR 5,97

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Film, schlechte Verfilmung, 27. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Immer wieder stell ich mir die Frage, wie ich Literaturverfilmungen beurteilen soll: Soll ich sie als eigenständigen Film sehen? Soll ich Grad und Qualität der Umsetzung beurteilen? Dieses Problem stellt sich auch bei "Small World".
Das Buch von Martin Suter bekommt von mir sofort 5 Sterne. "Small World" ist neben "Ein perfekter Freund" und "Der Koch" meines Erachtens sein bester Roman. Behandelt werden hier Themen wie Alter, Krankheit, Familie, Habgier und auch Freundschaft und Liebe. Klingt vielleicht nach einem kitschigen Rosamunde Pilcher, ist es aber bei weitem nicht. Das Buch ist vielmehr eine kleine Studie des menschlichen Miteinanders, getrübt durch die Krankheit Alzheimer und durchzogen von kriminalistischen Elementen. Die wissenschaftlichen Fakten hierzu wurden von Suter sehr genau recherchiert.
Nun aber zum Film. Er bewahrt die Melancholie des Romans durch eine gekonnte Kameraführung und ruhige Schnitte und hält sich in die Grundzüge der Geschichte. Verändert wurden nur Kleinigkeiten, jedoche waren es einige Kleinigkeiten und das fällt auf.
Zum einen wurde die Geschichte von der Schweiz nach Frankreich verlegt, was halb so schlimm ist, aber am Anfang für etwas Verwirrung sorgt, so heißt z.B. Elviras Sohn Urs jetzt Philippe und die Betonung bei den Namen liegt nich mehr auf der deutschen ersten Silbe sondern auf der französischen zweiten (Konraad, Thomaas). Konrads (beinahe) Verlobte heißt nicht mehr Rosemarie sondern Elisabeth und ist keine Fremde sondern irgendwie eine entfernte Cousine so und sovielten Grades aus Amerika in die Konrad bereits seit seiner Jugend verschossen war. Das war die gravierendste Änderung neben dem völligen Fehlen der Ärzte und Wissenschaftler aus dem Buch. Damit fehlte dem Film auch der psychiatrische Tiefgang in die Krankheit Alzheimer.
Ein weiteres Manko: Konrad, der eigentliche Hauptcharakter, geht irgendwie unter. Ja, auch im Buch steht er nicht klar im Vordergrund. Von der Anzahl der Sätze her stehen wahrscheinlich Simone und Elvira Senn an erser Stelle, trotzdem weiß der Leser, dass es um Konrad Lang, seine Krankheit und seine Erinnerungen geht. Der Film behandelt dagegen viel mehr die Beziehung zwischen Elvira - Simone, Elvira - Thomas, Simone - Philippe (Urs) und mutiert dadurch leider viel zu sehr zu einem kitschigen Familiendrama in dem Konrad etwas deplatziert wirkt. Er ist nur so ein alter Knacker um den sich Simone von Zeit zu Zeit kümmert und der irgendwie ein kompliziertes Verhältniss zu den Senns hat.
Aber es gibt auch positive Punkte. Rein technisch ist der Film top. Schnitt, Kamera und Musik ergeben ein wunderschön melancholisches Bild. Die Besetzung ist mit wenigen Ausnahmen gelungen. Gerard Depardieu spielt hervorragend (wie nicht anders von ihm gewohnt) die Rolle des Konrads. Auch Elvira und Philippe (Urs) sind gut besetzt. Thomas hätt ich mir vom Aussehen her irgendwie anders vorgestellt; Niels Arestrup legt aber eine sehr gute Performance als verhätschelter Sohn reicher Eltern, der sich zwischen dem Matriarchat seiner Mutter und seinem Gewissen gegenüber seinem alten Spielkameraden Konrad entscheiden muss, hin. Einziger Schwachpunkt des Casts: Alexandra Maria Lara als Simone. Ich hatte Lara bereits in "Der Untergang" und "Der Baader-Meinhof-Komplex" gesehen und konnte mich nie recht für sie erwärmen. Ähnlich wie Christian Bale oder Kate Winslet wird sie von Kritikern gelobt, ich aber finde, dass sie wie meine beiden anderen Beispiele nur einen einzigen Gesichtsausdruck drauf hat und kaum schauspielerische Fähigkeiten besitzt. Irgendwie starrt sie ständig leidend und betrübt in die Gegend, was in dieser Rolle ja auch passt, aber gerade in "Der Untergang" hätte ich etwas mehr Variabilität erwartet.
Unter Strich ein recht guter Film. Taugt als Verfilmung des Romans aber nicht allzuviel. Da hätte man deutlich mehr rausholen können, so glänzt aber einzig und allein Gerard Depardieu in der Hauptrolle. Für Fans des Schausspielers ein zu empfehlender Film, für Suter Fans nur dann, wenn grad nichts besseres zur Hand ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 26, 2012 8:45 AM MEST


Road Salt One-Ltd.
Road Salt One-Ltd.
Preis: EUR 40,59

4.0 von 5 Sternen Album mit ein paar Schwächen, 30. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Road Salt One-Ltd. (Audio CD)
Keine Frage, das Schubladen-Denken ist gerade bei Musik ungut und bei PoS würde man sich die Zähne ausbeißen. Sie wechseln mit jedem Album ihren Stil, was ja auch nichts schlechtes ist, blieb doch die Quintessenz, die depressive Atmospähre durch Musik, Text und Gesang, immer vorhanden. Gegen Scarsick und BE hatte ich daher nichts einzuwenden, beides tolle Alben. Dieses Album, für sich genommen auch exzellent, zeigt jedoch im Kontext zu den Vorgängern ein paar Schwächen:

-Zur Musik:
nach Progressive Metal und ProgRock in den ersten vier Alben, symphonisches was-auch-immer bei BE und progressiver 70er Discosound bei Scarsick bewegt sich dieses Album in den Bereichen 70er Rock, Country und Metal. Auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig aber nicht schlecht. Trotzdem fehlt bei manchen Songs einfach die alte Seele. Sie sind nicht schlecht wirken aber auch nicht so stark auf die Hormondrüsen. Bei Songs von The Perfect Element I musste ich manchmal kurz die Pausetaste drücken um das gerade durchstandene Lied auf mich wirken zu lassen und all seine Facetten zu begreifen. Das ist bei diesem Album nicht immer der Fall. Die Songs sind gut, oft sehr gut aber eben nicht die Meisterwerke nach alter Manier.

-Gesang:
Daniel Gildenlöw beweist wiedermal die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme. Bei meinem ersten PoS-Album (Perfect Element) habe ich wirklich gedacht, die Band hätte zumindest 3 Sänger. Der Mann ist ein echtes Stimmtalent. Reine Geschmackssache, aber ich finde, Gildenlöw hat auf diesem Album mit seiner leidenden-weinerlichen Stimme teilweise etwas übertrieben. Die Atmosphäre leidet darunter.

-Konzept und Text:
Road Salt One ist (wie auch alle anderen Alben) ein Konzeptalbum, was aber nicht ganz so klar rüberkommt. Es geht irgendwie um die Leidenswege (eben "Roads") von verschiedenen Menschen und die Entscheidungen die sie "down the road" treffen mussten (hat also vom Konzept her ganz geringe Ähnlichkeit mit Remedy Lane). Ich kann von allen PoS-Alben den Text auswendig und habe ihn größtenteils auf Deutsch übersetzt. Bei Road Salt habe ich momentan aber keine Lust dazu. Die Texte haben auch etwas an Kreativität eingebüßt. Sie wirken teilweise etwas lieb- und einfallslos und irgendwie wiederholt sich die Story.

Trotz meiner vielleicht harten Kritik verdient das Album seine 3,75 Sterne. Es hat Höhen und Tiefen. Manchmal wünschte ich mir eben die Atmosphäre von alten Alben her. PoS hat auf diesem Album experimentiert (also eigentlich alles wie immer) und sich bei dem ein oder anderen Lied halt etwas vertan. Mal sehn, wie sie sich weiterentwickeln. Road Salt 2 sollte diesen Herbst erscheinen. Ist das Album nun zu empfehlen? Auf jeden Fall für Fans die auch BE und Scarsick ihre zweite Chance gegeben haben. Für Hörer, die bereits BE und/oder Scarsick verfluchten, ist dieses Album nur unter Vorbehalt geeignet. Man muss den Stil eben mögen.
Was sich auf jeden Fall stark verbessert hat, ist der Sound, der auf Perfect Element zum Beispiel nicht sehr berauschend war. Anscheinend hat Gildenlöw diesmal einen kompetenten Techniker gefunden.

Noch eine Anmerkung zur Limited Edition:
Wenn Sie den Text gründlich durchlesen, wird ihnen auffallen, was unter "Extended Song Version" zu verstehen ist...
Die "normale" Version ist eigentlich nur die jugendfreundlich zensierte Version. Wer aber nicht prüde ist, sollte nicht davor zurückschrecken die Ltd. Edition zu kaufen, es lohnt sich.

Meine Top 3:
-Sisters: Einfach nur ein schöner Walzer, sehr traurig, sehr gut instrumentiert, sehr gut gesungen
-Sleeping under the Stars: Etwas schräger, abgedrehter Song mit dissonanten Harmonien
-Where it Hurts: Düster, erinnert wohl am meisten an die PoS-Klassiker


Universal Migrator 1+2
Universal Migrator 1+2
Preis: EUR 19,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das gewisse Etwas fehlt, 2. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Universal Migrator 1+2 (Audio CD)
Wie bereits im Titel dieser Rezension steht, es fehlt das gewisse Etwas, das dieses sehr gute Album zu einem, wie von Arjen Lucassen gewohnt, exzellenten Album machen würde. Wäre das Album nicht von Ayreon, hätte ich wahrscheinlich 5 Sterne gegeben, aber im Vergleich zu den anderen, erfüllt es eben nicht die nötige Genialität. Das liegt zum größten Teil wahrscheinlich daran, dass das Album auf zwei Teile, "The Dream Sequenzer" und "Flight of the Migrator", aufgeteilt wurde, der erste Teil durchgehend Rock/ProgRock, der zweite nur Metal/Heavy Metal. Das war ein Fehler (gibt auch Lucassen im Booklet dieser Sonderausgabe zu), denn Ayreon definiert sich nun mal über eine gut dosierte Mischung aus beidem. Der zweite, kleinere, Minuspunkt ist, dass in dem Album kaum noch oper- oder musicalähnliche Elemente vorhanden ist, d.h. nicht mehr mehrere Sänger für viele Rollen, die sich gesangliche Schlagabtausche in den Songs liefern, sondern EIN Sänger für EIN Lied. Das findet jedoch durchaus seine Rechtfertigung im Konzept, zu dem ich später komme. Ich könnte zu jedem Ayreon-Lied die Sänger und ihre Rolle auswendig nennen; bei diesem Album nicht, es fehlt einfach die Identifikation.
Nichtsdestotrotz sind die Sänger ebenso wie die Musik doch sehr gut. Arjen setzt vor allem im ersten Teil verstärkt auf Synthesizer, was aber nicht unbedingt stört. Wieder überzeugen die Lieder mit Komplexität und Vielfältigkeit, Progressive halt. Die Gast musiker sind exzellent, vor allem die E-Gitarre auf Teil 2 von Romeo (Symphony X). Und wer sich darauf einlässt, Ayreon mal etwas anders zu erleben, sollte dieses Album auf jeden Fall kaufen!!!
Zur Story:
"Universal Migrator" ist das vierte Ayreon-Album und das dritte nach "The Final Experiment" und "Into the Electric Castle" das eine fortlaufende Story hat.
Die Geschichte spielt 1-2 Jahrzehnte nach dem großen Krieg von 2084, bei dem die Erde komplett zerstört wurde und alle Bewohner starben. Alle? Nein, eine kleine Gruppe von Menschen ist während dem Krieg zum Mars geflüchtet. Doch nun sind die Vorräte aufgebraucht und alle verhungert, außer einem jungen Mann, der auf dem Mars geboren wurde, also die Erde nie gesehen hat. Er ist "the last man alive". Auch mit ihm geht es zu Ende und so setzt er sich in den Dream Sequenzer, eine Maschine, mit der Menschen von ihren vorherigen Leben (Inkarnationen, wie im Buddhismus) träumen. Im ersten Album steht jedes Lied für ein Leben, z.B. ist (war) der namenlose Marsianer Frans B. Cocq (Der Holländer auf dem Bildnis "Die Nachtwache" von Rembrandt), Queen Elisabeth I., Ayreon persönlich und sogar der erste Mensch, der aufrecht geht. Hier endet das erste Album.
Im zweiten Album geht er im Sequenzer noch weiter zurück, bis zum Urknall. Er erlebt die Geburt der allerersten Seele, dem Universal Migrator, und folgt ihm auf seinem Weg durchs Universum, in der Hoffung, dass er so die Erde erreicht. Auf dem Weg dorthin begegnet er auch noch den Forever, die in den anderen Alben eine sehr große Rolle spielen.

Meine Top 5:
My House on Mars - melancholisch und traurig
The Shooting Company of Captain Frans B. Coqc - Lucassen selbst singt über das Gemälde Rembrandts
Carried by the Wind - progressiv
And the Druids Turned to Stone - schöne Ballade über die Erbauung Stonhenges
Chaos - E-Gitarre typisch Michael Romeo, sehr gut
Dawn of A Million Souls - episches Metal-Stück


The Human Equation
The Human Equation
Preis: EUR 23,99

5.0 von 5 Sternen Genialer Höhepunkt des Projekts, 2. März 2011
Rezension bezieht sich auf: The Human Equation (Audio CD)
So wirklich schlecht ist ja kein Ayreon-Album, trotzdem toppt der Holländer Lucassen mit dieser CD alles! Es stimmt einfach alles, es ist ein total harmonisches Album. Gute bis ausgezeichnete Sänger: James LaBrie von Dream Theater als Hauptrolle, Mikael Akerfeldt von Opeth, Devin Townsend, Marcela Bovio, die mit Lucassen auch nachher noch zusammenarbeitete, den Rest kannte ich bis dato nicht, sie sind aber alle wirklich Könner. Auch Arjen Lucassen selber singt mit, er scheint zwar kein erfahrener aber doch ein recht guter Sänger zu sein. Die meisten Sänger stellen ein Gefühl, eine Emotion dar, die zu einem im Koma liegenden Patienten sprechen und ihn auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen. Die Rollen wurden sehr passend auf die Sänger abgestimmt. Alle Arten des Gesangs sind vertreten, wunderschöne Klänge von "Love", die angenehm warme Stimme von "Reason" und sogar Growling von "Fear" und "Rage" kommt (in geringen Mengen) vor. Ähnlich vielfältig ist die Musik. Progressive Metal in Reinstform; "Progressive Metal", das heißt Metal, der sich nicht an Mainstream oder an irgendwelche Konventionen hält, sondern weit und kreativ ausschweift, manchmal in Richtung Pop, aber im Falle Ayreons meist in 60er und 70er Rock, Folk, Klassik und mehr. Die Musik ist komplex, und schlägt nicht immer beim ersten Hören an. Somit ist auch die Auswahl der Instrumente bunt gemischt. Zu Schlagzeug, E-Gitarre, Keyboard gesellen sich Violine, Cello, Querflöte und sogar ein Didgeridoo (hab ich das jetzt richtig geschrieben?), dazu die für Ayreon typischen Synthesizer-Teppiche, die aber nicht nerven.
Zusammen mit der fantastischen Handlung ergibt sich eine Progressive Rock/Metal-Oper, ein Stück wirklich gute Musik in Zeiten des grässlichen Mainstreams. Absolute Kaufempfehlung!!!
Auf jeden Fall für Lucassen-Kenner, aber auch Einsteiger!
Noch was zur Aufmachung: Eine Doppel-CD mit gewohnt schönem Booklet mit Text und Infos, Cover gefällt mir sehr gut, hab jetzt aber vergessen, wie der Cover-Maler von Ayreon heißt.
Ach ja, außerdem gehört auch dieses Album zu der fortlaufenden Handlung die in "The Final Experiment" ihren Anfang nahm, allerdings wird das erst in den letzten 15 Sekunden klar, ich will hier jetzt nichts verraten...

Meine Top 5:
Day Two: Isolation - Metal in Musical-Manier, gesangliche Hochleistung
Day Three: Pain - Devin Townsend growlt als Rage, die anderen stimmen mit ein
Day Seven: Hope - Allein schon wegen dem Text über Freundschaft und der E-Orgel
Day Sixteen: Loser - Mit Didgeridoo
Day Eighteen: Realization - typisch Prog, mit allen möglichen Instrumente


Tuesday Wonderland
Tuesday Wonderland
Preis: EUR 12,98

5.0 von 5 Sternen Perfektes Zusammenspiel, 1. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Tuesday Wonderland (Audio CD)
Ich musste mir die CD 2-3 mal anhören - zumal ich im Genre Jazz nicht allzu erfahren bin - dafür gefällt mir das Album nun umso besser. Es ist vom Genre her sehr vielfältig, die meisten Lieder sind Jazz, durch Einsatz von E-Gitarre und E-Bass wirken aber "Faiding Maid Preludium" bzw "Postludium" eher wie Art Rock, erinnert mich seltsamer Weise etwas an Pink Floyd. Auch wurde in diesem Album nicht mit Experimenten und etwas andersartigen Soundeffekten gespart. Man kann aber allgemein sagen, dass besonders Klavier und Schlagzeug perfekt aufeinander eingestimmt sind, man könnte fast meinen, ein und diesselbe Person spielt beide Instrumente gleichzeitig. Sehr schöne Klänge und ein virtuoses Album - eins der besten der Band. Ich kann den Kauf nur empfehlen.

Meine persönlichen Top 3: Tuesday Wonderland, Brewery of Baggers, Goldwrap


Scarsick
Scarsick
Preis: EUR 30,04

4.0 von 5 Sternen Mal was anderes, 5. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Scarsick (Audio CD)
PoS-Hörer werden wissen, dass jedes Album seinen eigenen Stil hat. Wer bisher mit "normalem" Prog Metal aus "Entropia", Prog Rock und jazzähnlichen Klängen aus "The Perfect Element I" bzw. "Remedy Lane" und Orchestrierung in "BE" zurechtkam wird auch dieses Album mögen. Die volle Wirkung entfaltet sich erst nach 2-3 mal Anhören. Für mich ist es sicher nicht das beste Album der Band, weil hier sehr viel elektronische Verzerrung und Synthesizer verwendet werden, der Stil ist teilweise an die Discomusik der 70'er und 80'er angelehnt. Trotzdem ein gut gelungenes Album, es lohnt sich für PoS-Fans auf jeden Fall der Kauf, Einsteigern würd ich eher "Entropia" oder "The Perfect Element I" empfehlen.

Zum Inhalt:
"Scarsick" ist die Fortsetzung der Perfect-Element-Reihe. Es geht auch weiterhin um die Bildung der Individualität in Kindheit und Jugend. Bezieht sich der erste Teil jedoch mehr auf traumatische Erlebnisse wie Vergewaltigung und Tod Verwandter, so wird in diesem Album Habgier, Neid und die Konsumgesellschaft aufgegriffen.

Meine Top 3:
Der Titelsong und Opener "Scarsick", harte E-Gitarre, Daniel Gildenlöw rappt beinahe und singt im Background arabisches Gejaule, kommt aber sehr gut rüber, vor allem wegen dem choralen Refrain

"Spitfall", diesmal wird wirklich gerappt, harte Beats und eingängiges Klavier

"Kingdom of Loss" still und schön, wiedereinmal überzeugt Gildenlöws wandelbare Wunderstimme


Be Live (DVD + CD)
Be Live (DVD + CD)
DVD ~ Pain Of Salvation
Wird angeboten von Tolle Unterhaltung
Preis: EUR 18,07

5.0 von 5 Sternen Musikalischer Leckerbissen, 24. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Be Live (DVD + CD) (DVD)
Für Menschen die Prog Metal allá Dream Theater gewöhnt sind, wird "BE" etwas ganz neues sein. Das POS den etwas anderen Metal macht, ist bekannt, diesmal haben sie sich selbst übertroffen. Daniel Gildenlöw, Mastermind der Band, bestückt das Album über die (nicht immer positive) Evolution des Menschen mit einem kleinen aber feinem Orchester. Harte Riffs mischen sich mit Streichern und Bläsern. Die Live-Aufnahme ist ein Erlebniss für Ohr und Augen, nicht zuletzt wegen der exzellenten Stimme Gildenlöws, der außerdem bei 2 Titeln Mandola und bei einem auch Perkussionen spielt. Von der Soundqualität her ziehe ich die Live-Version der Studioversion vor. Als nettes Extra ein Booklet mit Fotos, Text und Hintergrundinfos zu Produktion und Konzept.
Meine persönlichen Top 3: Imago(interessanter Mandola-Einsatz), Lilium Cruentus(Power durch Bläser), Iter Impus(schöne Ballade mit Klavier)
Der Kauf lohnt sich!


Seite: 1 | 2