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Rezensionen verfasst von
Thaila

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Der Zitronentisch
Der Zitronentisch
von Julian Barnes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Zitronentisch, 5. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Zitronentisch (Taschenbuch)
Die Erzählungen in Julians Buch "Der Zitronentisch" verbindet alle eine Thema: das Altern und das bedeutet immer auch das Sterben oder das Näherrücken des Todes. Ganz unterschiedlich gegen Barnes Protagonisten mit dem Thema um: würdevoll, ablehnend, voller Grimm oder auch sich dem Schicksal ergebend. Manchmal ist der Effekt eher komisch, machmal tragisch - oder beides zugleich. Barnes spannt in seinen Erzählungen ein weites Panorama an Settings auf, die gerade die Einheit der universalen Lebensfragen verdeutlichen sollen.
Obwohl Erzählungen nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres gehören, haben mich diese von Julian Barnes gefesselt und begeistert. Oft reicht mir in einem kurzen Prosastück die Zeit nicht aus, mich in einen Konflikt hineinzuversetzten oder die Figuren kennenzulernen. Das war hier nicht der Fall. Der Autor ist ein Meister darin, die Figuren mit wenigen Pinselstrichen lebendig werden zu lassen. Einige haben bei mir mehr Eindruck hinterlassen als manch ein Protagonist eines langen Romans.
Die Erzählungen sind atmosphärisch dicht und weniger konzeptuell als viele von Barnes Romanen. Auch darum haben sie mir gut gefallen.


Das Wörterbuch des Viktor Vau: Roman
Das Wörterbuch des Viktor Vau: Roman
von Gerd Ruebenstrunk
  Broschiert

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen zu viel gewollt..., 5. Januar 2012
Die Welt in der Zukunft: Die alten Nationalstaaten gibt es nicht mehr. Demokratie ist Geschichte. Große Imperien werden von gesichtslosen Dynastien regiert. Geheimdienste kontrollieren die Bevölkerung.
Plötzlich taucht ein unbekanntes Flugobjekt auf. Ziemlich schnell wird klar, dass es aus der Zukunft stammt. Nur einer kann die Botschaft entschlüsseln, die das UFO enthält: Viktor Vau. Denn er hat die Sprache erfunden, in der die Botschaft verfasst ist und die seinen eigenen Tod befiehlt. Die Sprache des Viktor Vaus beruht auf einem System, das es ermöglicht alle Phänomene der Welt eindeutig zu bestimmen. Mehrdeutigkeiten, Missverständnisse sind dadurch ausgeschlossen. Aber die Forschungen des Viktor Vau gehen noch viel weiter und bedrohen die Menschheit.
Ruebenstrunks dystopischer Roman ist eine merkwürdige Mischung aus Zukunft und Gegenwart. Politisch hat sich die Welt vollkommen verändert, was die Technik und die Lebensführung angeht, ist sie jedoch fast heute schon veraltet. Die Menschen kaufen z.B. noch DVDs, ein Medium, dass bereits jetzt am verschwinden ist.
Die Handlung des Romans ist vollkommen überfrachtet. Der Autor führt viel zu viele Personen ein. Einige Handlungsstränge erscheinen recht unmotiviert. Dazu kommt, dass viele der Figuren recht klischeehaft gezeichnet sind. Der Autor nimmt sich nicht die Zeit seinen Figuren Tiefe zu verleihen. Die teils schwerwiegenden moralischen Entscheidungen, die die Figuren zu treffen haben, werden geradezu abgehandelt.
Viel Platz geht dabei dafür drauf, die Welt der Zukunft zu erklären. Diese Passagen sind jedoch so ungeschickt eingefügt, dass sie den Roman sehr schwerfällig machen. Da hilft selbst der reichliche Einsatz von Cliffhangern nicht, Spannung zu erzeugen.
Auch sprachlich konnte mich das Buch nicht überzeugen. Es ist fast ironisch, dass ein Roman über eine Sprache von hundertprozentiger Präzision selbst so vage, so klischeehaft, so mutlos geschrieben ist.
Insgesamt erscheint mir "Das Wörterbuch des Viktor Vaus" unausgegoren. Die spannende Grundidee ist leider vollkommen verschenkt worden...


Zoë
Zoë
von Clay Carmichael
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Ein besonderes Buch über ein besonderes Mädchen, 5. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Zoë (Broschiert)
'Zoe' von Clay Carmichael ist wirklich ein besonderes Jugendbuch. Als Zoe zu ihrem Onkel Henry zieht, fällt es ihr sehr schwer Menschen zu vertrauen. Zu oft ist sie enttäuscht worden: von ihrer Mutter, die an schweren Depressionen litt und sich das Leben nahm, und von deren diversen Männern, um die sie sich merh kümmern mußte als umgekehrt. Tiere stehen ihr sehr viel näher, für diese hat sie ein fast magisches Gespür. So freundet sie sich mit einem wilden Kater an und streift mit ihm durch die Gegend. Nur langsam öffnet sich Zoe, von ihrem Onkel, der ihr Zuneigung gibt, ohne sie zu bedrängen, und seinen Freunden ermutigt. Aber Zoe muss auch lernen, dass es neue Verletzungen mit sich bringen kann, zu vertrauen und zu lieben.

Auf ihren Streifzügen durch die Natur begegnet Zoe ein merkwürdiges Paar: ein weißes Reh und ein verwilderter Junge. Die beiden sind jedoch in Gefahr und Zoe muss ihnen helfen.
Clay Carmichael hat in 'Zoe' eine besondere Sprache geschaffen, die jugendgerecht ist ohne banal zu sein, die nie ungelenk, sondern sehr genau und von schlichter Poetik ist. Besonders aufgefallen sind mir die präzisen Nauturbeschreibungen. Da hat jemand genau gewußt, worüber er schreibt. Birgitt Kohlmann hat das Buch sehr einfühlsam und genau übersetzt.

Die Hauptfiguren Henry und Zoe sind sehr tief ausgelotet und Charaktere, die sich dem Leser einprägen. Die Beziehung von Zoe und Henry ist einfühlsam aber auch komisch beschrieben. Zoe ist nicht auf den Mund gefallen und ihre Dialoge mit Henry bringen viel Humor in die Geschichte. Einige Nebenfiguren sind ein wenig eindimensional geratet, was an der Fülle des Personals schwer zu vermeiden war. Die Menge an Figuren angesichts eines relativ kurzen Romans ist mein einziger Kritikpunkt, wobei einige Figuren doch noch Überraschungen bieten, neue Perspektiven schaffen und das Veränderungspotential von Menschen verdeutlichen.

Das Ende ist trotz oder gerade wegen seiner Bittersüße ein wenig kitschig. Das lässt sich vielleicht über das ganze Buch sagen ' aber es ist Kitsch vom allerfeinsten!


Der alte König in seinem Exil
Der alte König in seinem Exil
von Arno Geiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr bewegend!, 5. Januar 2012
"Der alte König in seinem Exil" ist ein sehr persönliches Buch. Der mehrfach preisgekrönte Romanautor Arno Geier ("Alles über Sally", "Es geht uns gut") schreibt darin über die Demenzerkrankung seines Vaters. Erst spät erkennt die Familie die Krankheit, das veränderte Verhalten seines Vaters wird als Alterspleen abgetan. Als die Krankheit diagnostiziert wird, ist schon vieles verloren. Sprichwörtliches wie eine Photographie des Vaters kurz nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft, das für Vater und Sohn eine besondere Bedeutung hat, aber auch die Erinnerungen des Vaters an sein Leben. In Gesprächen mit dem Vater versucht Arno Geiger das Leben des Vaters zu rekonstruieren. Kurze Interviewfetzen sind in den Text eingewoben und zeigen deutlich die zunehmende Verwirrung des Vaters.
Trotz der Verwirrung und der immensen Belastung der Familie ist Geigers Buch oft heiter. Er vermag nicht nur das negative an der Krankheit zu sehen, sondern beschreibt auch eine neue Zärtlichkeit zwischen ihm und seinen Vater und ein Zusammenwachsen der Familie. In ihrer Absurdität sind die Dialoge mit dem Vater oft komisch, Geiger macht jedoch deutlich wie schwierig das Vergessen für Betroffenen und Angehörige auszuhalten ist. Komik und Tragik, Vertrauen und Verwirrung, Resignation und Aufbegehren liegen in diesem Text sehr nah beieinander. Das hat mich sehr gerührt. Das Buch hatte sicherlich einen therapeutischen Effekt für den Autor, und so kann er für Menschen, die ähnlich davon betroffen sind, sehr hilfreich sein. Aber Geigers Buch ist auch ohne diesen Bezug ein großartiger Text über das Leben und das Verabschieden vom Leben. Vollkommen unpompös und sehr persönlich beschäftigt sich der Autor mit den ganz großen Lebensfragen.


Treffen sich zwei: Roman
Treffen sich zwei: Roman
von Iris Hanika
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine stille Liebesgeschichte, 5. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei: Roman (Taschenbuch)
Thomas und Senta sind beide nicht mehr ganz jung. Beide sind schon mehrmals von Beziehungen enttäuscht worden und an sowas wie Liebe auf den ersten Blick glauben sie eigentlich nicht mehr. Aber dann begegnen sie eines Abends in einer Bar und können die Augen nicht mehr voneinander lassen.
Klingt furchtbar kitschig? Ist es aber ganz und gar nicht. Die Autorin Iris Hanika hat einen ungewöhnlich scharfen, schonungslosen Blick auf die Liebe in modernen Zeiten. Da ist Senta zwar fasziniert von Thomas grünen Augen, macht sich aber dennoch permanent Sorgen darum, ob ein Mann, der IT-Berater und auch schon etwas dicklich um den Bauch ist, denn in ihren Boheme-Kreisen überhaupt repräsentabel ist. Thomas hingegen findet Senta wunderschön, aber auch ganz schön hysterisch. Thomas und Senta sind alles andere als perfekt, sie sind auch keine gescheiterten Existenzen, sondern irgendwo dazwischen. Schwarz und weiß gibt es in Hanikas Roman nicht, aber viele, viele zart schattierte Grautöne. So gibt es Glück, das nicht perfekt ist, und Leid, das auch ein bißchen glücklich macht.
Auch sprachlich ist Treffen sich zwei ein ungewöhnliches Buch. Ebenso präzise wie Hanika menschliche Beziehungen beobachtet, schreibt sie auch. Den Banalitäten des Alltags vermag sie einen ungewöhnlichen Charme zu entlocken. Sie findet viele tolle Sprachbilder. Gelegentlich hatte ich jedoch das Gefühl, dass diese Sprache übermächtig wird und in Stilblüten abgleitet. Daher habe ich sehr lange gebraucht, um mir ein Urteil bilden zu können.
Da mich diese Geschichte aber nun schon seit einen Tagen intensiv beschäftigt, fällt mein Gesamturteil dennoch sehr positiv aus, nicht zuletzt weil Hanika so ein schönen und zutreffendes Bild meiner Heimat Kreuzberg zeichnet.


Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Irgendwann werden wir uns alles erzählen
von Daniela Krien
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen atmosphärischer Wenderoman, 5. Januar 2012
Ein Dorf an der deutsch-deutschen Grenze im Sommer 1989: Maria lebt bei der Familie ihres Freundes Johannes, die einen eigenen Hof besitzen. Die Zeit der Wende ist für sie vor allem eine Zeit des Verlorenseins und eines Versuches zu sich selbst zu finden. Zur Schule geht sie immer seltener, so dass sie am Ende des Sommers den Schulabschluss nicht schafft. Anders als Johannes, der von der Kunsthochschule träumt, weiß sie auch nicht, was sie nach der Schule machen möchte. Sie flüchtet sich in die Welt der Literatur. Die Liebe zum Buch teilt sie mit Henner, einem Bauern aus der Nachbarschaft. Henner ist sehr viel älter als sie, ein Trinker, eine gebrochene Gestalt. Und trotzdem fühlt sich Maria wie magisch von ihm angezogen.
Daniela Kriens Roman "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" liest sich leicht. Schnell gelingt es, in die schwül-sommerliche Atmosphäre einzutauchen. Die schönen Landschaftbilder tun ihr übriges. Beim schnellen Lesen kann es einem leicht entgehen, wie kunstfertig der Roman geschrieben ist, wie dicht der Text gewebt ist. Wunderbar gelingt es Krien eine Welt in der Veränderung zu beschreiben. Einerseits wirkt die Welt des Dorfes fast unerschütterlich, Rituale und Werte haben sich auch durch DDR und Kollektivierung wenig geändert. Andererseits hat das Regime tiefe Spuren hinterlassen und auch die neue Zeit wird nicht nur freudig empfangen. Gerade die alten Bauern sind von einem tiefen Misstrauen gegenüber jeder Veränderung geprägt. Auch Maria ist eher verunsichert, als erleichtert und aufbruchsbereits. Mir hat die nüchterne Art, mit der Krien die Wendezeit beschreibt, sehr gefallen. Damit ist es ihr gelungen, der unendlichen Flut an Wendegeschichten, die in den letzten Jahren, geradezu über das Publikum hinweggeflutet sind, eine neue Facette zu geben.


Die Verlorenen von New York (Die letzten Überlebenden 2)
Die Verlorenen von New York (Die letzten Überlebenden 2)
von Susan Beth Pfeffer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen düsteres Endzeitszenario, 5. Januar 2012
In ihrem Jugendbuch "Die Verlorenen von New York" beschreibt Susan Beth Pfeffer die Großstadt nach einer gigantischen Naturkatastrophe. Durch den Einschlag eines Meteoriten ist der Mond näher an die Erde gerückt worden. Die Folge sind Überflutungen, Vulkanaussbrüche und gravierende Klimaveränderungen. New York ist aufgrund seiner geographischen Lage besonders hart betroffen.
Im Mittelpunkt der Familie steht die Familie Morales, die durch die Kathastrophe auseinandergerissen wurde. Die Kinder Alex, Bri und Julie sind auf sich alleine gestellt und müssen um ihr Überleben kämpfen. Nach und nach bricht die Versorgung in der Stadt immer mehr zusammen. Essen wird immer knapper, die letzten Versorgungseinrichtungen schließen, die Stadt wird aufgegeben. Mittendrin versuchen die drei Geschwister zu überleben.
Das Szenario ist düster, aber auf eine eher unspektakuläre Weise. Die ersten Leichen auf der Straße erscheinen eher beiläufig. Die Autoren ist sehr dicht an den Figuren und beschreibt deren Alltag. Da geht es um den alltäglichen Kampf um Essen, um Konflikte untereinander und um den Trost, den die Geschwister immer wieder aneinander finden.
Alex, die Hauptfigur und der älterste der Geschwister, ist eine Heldenfigur aber kein Heiliger. Voller Hingabe kümmert er sich um seine Schwestern und versucht sie vor dem Schlimmsten zu bewahren. Er ist aber auch immer wieder überfordert und verhält sich ungerecht und irrational.
Ich fand diese unaufgeregte Sichtweise auf ein apokalyptisches Szenario sehr beeindruckend. Mich hat das Buch sehr mitgenommen und ich würde es eher für ältere Jugentliche empfehlen. Es geht um die großen Fragen: Was gibt uns die Kraft weiterzuleben? Worin finden wir Trost? Gibt es Mitgefühl und Freundschaft angesichts des Grauens?
"Die Verlorenen von New York" ist der zweite Teil einer Reihe. Die Handlung ist aber vom ersten Band "Die Welt, wie wir sie kannten" unabhängig und beide Bücher müssen nicht unbedingt nacheinander gelesen werden.


Die Brunnen: Erzählungen
Die Brunnen: Erzählungen
von Hans Herbjørnsrud
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine faszinierend eigenwillige Sammlung von Erzählungen, 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Brunnen: Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Der Band Die Brunnen von Hans Herbjornsrud besteht aus fünf Erzählungen, die nur schwer zusammenzufassen sind, fällt doch zunächst ihre Unterschiedlichkeit auf. Auf ganz unterschiedliche Weise steht das norwegische Landleben dabei im Mittelpunkt, so in einer Geschichte, die in einer Dorfschule spielt und in der ein sagenumwobenes Gedicht über einen Brudermord jeden Leser in den Wahnsinn trifft. Nicht nur in diesem Text fühlt man sich an Schauergeschichten des 19. Jahrhunderts erinnert. Und nicht nur hier vermischen sich volkstümliche Vorstellung vom Phantastischen mit einer modernen Skepsis an der Wirklichkeit der Welt. Immer wieder vermengen sich Fiktion und Realität, wie in der Geschichte, in der eine Grenzführung in einem Text des Ich-Erzählers den Zorn seines Nachbarn erweckt, der darin eine Finte sieht, tatsächlich die Grenzen zwischen beiden Grundstücken zu verschieben. Die Natur spielt im Werk Herbjornsrud eine ebenso beiläufige wie entscheidene Rolle, was vielleicht kein Wunder ist, da der Autor tatsächlich Landwirt ist. Verschiedene Leitmotive durchziehen die verschiedene Texte, das herausrragende ist der, bereits im Titel benannte, Brunnen, der für einen Eingang in eine anderen Welt, einen anderen Bewusstseinszustand steht.
Sehr unterschiedlich ist jedoch der Ton der einzelnen Texte, so sind einige Geschichten heiter, andere düster bis ins Kroteske, dass offensichtlich an Kafka angelehnt ist.
Herausgekommen ist ein höchst eigenwilliges, anregendes Stück Literatur, das dem Leser einiges abfordert.


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