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Rezensionen verfasst von
Lisa Ullrich (Königsee)

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Wer weiß, was morgen mit uns ist
Wer weiß, was morgen mit uns ist
von Ann Brashares
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1.0 von 5 Sternen Totaler Flop! Buchabbruch garantiert, 5. Februar 2015
Der Anfang des Buches war ja noch ganz vielversprechend: so kam der Prolog sehr mystisch daher, wobei der männliche Hauptcharakter Ethan eine verrückte Begegnung mit einem Mädchen am Fluss hat, welches einfach so vor seinen Augen auftaucht, verwittert und mehr als verwirrt.
Danach folgt die momentane Gegenwart aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Prenna. Warum hier die Ich-Perspektive gewählt wurde, bleibt für mich fraglich. Wahrscheinlich um sich den ganzen anderen YA-Büchern auf dem Markt anzupassen, aber hier ist sie einfach nur überflüssig. Man kommt den Charakteren sowieso nicht näher, was eigentlich der Sinn davon ist. Prenna ist für mich eine nervige Heulsuse, die allein einfach nichts auf die Reihe kriegt und somit keinerlei Sympathiepunkte sammeln kann.
Zurück zur Idee des Buches: Prenna ist also aus der schlechten Zukunft zurück gekommen, zusammen mit wenigen anderen Menschen. Es herrschen diktatorische, eiserne Regeln – doch das „Warum“ wird nie so richtig geklärt, was für mich die Regeln teilweise einfach nur lächerlich gemacht hat.
Womit ich gleich zur Umsetzung übergehe: die war einfach nur schlecht. Hier stimmte einfach gar nichts. Idee: top. Umsetzung: flop. Gerade am Anfang war ich einfach nur erschlagen, sämtliche interessante Wege verlaufen im Sand und werden nie wieder erwähnt. Es gab sehr merkwürdige Sprünge in der Handlung, wegen denen ich mich immer wieder neu in die Geschichte einfinden musste. Man hätte ja so viel aus dieser Idee machen können, doch heraus kam nur heiße Luft! Weiterhin finde ich das Buch sehr hektisch und es kommt einfach nie etwas so wirklich deutlich rüber.

Weiter geht es mit der männlichen Hauptperson Ethan – der einfach nur die Perfektion in Vollendung darstellt. Ethan ist eine Mischung aus Superhero, James Bond und dem netten Jungen von nebenan – ich empfand ihn einfach nur als ätzend perfekt und somit ebenso unsympathisch.
Womit ich gleich zur Beziehung der beiden komme, die man auch einfach nicht so nennen darf. Sie kennen sich kaum, lieben sich aber und doch kommt keinerlei Gefühl außer Distanz rüber. Genial-fatale Umsetzung, auch hier gibt es keinerlei Pluspunkte. Hier gibt es nämlich nur Oberflächlichkeit und dafür gibt es mit Sicherheit keine positiven Striche auf der Liste!
Es gibt auch einige Ungereimtheiten, die ich einfach nicht verstanden habe: so kommen Prenna zu manchen Personen plötzlich Erkenntnisse, die sie beim ersten Kennenlernen allerdings nicht hatte; woher dann so plötzlich? Außerdem hat Ethan einen richtig geilen Spürsinn und findet Prenna egal an welchem Ort, einfach so. Herrlich, auch die darauffolgende Erklärung lässt mich nur den Kopf schütteln, denn darauf würde kein normaler Mensch kommen, außer er arbeitet vielleicht bei der Navy.
Weiter geht es dann ohne Emotionen, ohne Spannung, ohne Handlung, ohne Sinn und Verstand. Prenna wird immer nervtötender, andere Figuren bleiben belanglos im Hintergrund und könnten genauso gut einfach nicht vorhanden sein. Tiefe? Weit gefehlt!
Achso, und im Schreibtsil fehlt die Liebe zum Detail. Hier stimmt einfach gar nichts; selbst hier kommen keine Emotionen rüber!
Da sich das Ganze immer weiter stapelte, überblätterte ich zunächst, bis ich das Buch schließlich abgebrochen habe und ehrlich? Ich bin überhaupt nicht traurig darüber!

Fazit:
Dieses Buch war für mich einfach nur ein totaler Schuss in den Ofen. Hier stimmte gar nichts! Nicht mal für die Idee kann ich einen Punkt geben, denn das ist mir einfach zu wenig. Schreckliche, klischeehafte Charaktere und eine Geschichte ohne Emotionen, ohne Spannung, ohne Handlung und ohne Sinn und Verstand. „Wer weiß schon, was morgen mit uns ist?“ Ich weiß es ganz sicher: dieses Buch berühre ich nie wieder!


Bound to You: Providence
Bound to You: Providence
von Jamie McGuire
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Pure Enttäuschung + Langeweile, 22. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Bound to You: Providence (Broschiert)
Das Buch beginnt damit, dass die Protagonistin Nina ihren Vater auf tragische Weise verliert. Gerade ihr Vater, der ihr so viel bedeutet hat. Ihre trauernden Gefühle kommen hier besonders gut rüber, während mir Nina ansonsten mehr oder minder sympathisch war, doch dazu später mehr.
Die Idee des Buches fand ich, wie oben schon angedeutet, sehr klischeehaft. Hier gab es nur wenige interessante Dinge, die mich von sich überzeugen konnten (zB. diese Taleh-Sache). Ansonsten geht es um das typische junge Mädchen, welches auf den Mann ihrer Träume trifft und die Beziehung sinnlos erschwert wird, sei es wegen den eigenen Gefühlen oder wegen einem Love-Triangel.
Die Umsetzung dieser mangelhaften Ideen ist meiner Meinung nach noch eine Stufe weiter unten – hier wurde an jeder Ecke gespart! Es gibt keine Spannung, keine richtige Handlung, eigentlich gibt es gar nichts. Es ist ein sinnloses und unverständliches Hin- & Her der Liebelei, mit tausend ausgesprochenen Gefahren, von denen man nie etwas mitbekommt. Gerade der im Klappentext angekündigte Krieg bleibt völlig aus... für mich vollkommen unverständlich. Wieso verspricht man etwas, wenn es GAR NICHT auftritt?
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Ich empfand Nina als Charakter im gesamten Buch über als einen weinerlichen Klammeraffen, dem man es einfach nicht recht machen konnte. Gerade sie ist oftmals der Grund, wieso es zu neuen dramatischen Wendungen kam, die mich einfach eher nervten, da sie verdammt unnötig erschienen. Außerdem wirkt sie ein bisschen wie eine Mary-Sue: zu perfekt, um wahr zu sein, alle lieben sie grundlos und sie schafft einfach alles. Hach.
Weiter ging es allerdings erst mal damit, dass sie auf Jared traf, ihrem Love-Interest Nummer Eins – und dass, obwohl Jared mehr als ein Stalker ist. Zu Beginn war er mir einfach nur mega unheimlich. Aber um seine Person und seine Spezies wurde so ein großes Gewese gemacht, dass ich später einfach nicht mehr überrascht, sondern eher erleichtert war, dass diese sinnlose Rätselraten vorbei war. Ansonsten bleibt auch er eher blass, naiv und sehr abhängig von Nina.
Die Beziehung der beiden verhält sich sehr irrational – so will Nina immer das, was sie nicht haben kann und es werden unsinnige Dramen heraufbeschworen, nur um weitere 40 Seiten zu füllen (ja, ich habe das genau gezählt). Außerdem geht es natürlich auch wieder alles viel zu schnell, da wird schon bald übers Heiraten gesprochen, bevor man sich natürlich wieder trennen muss, um sinnloses Drama hervorzurufen.
Auch die sonstigen Charaktere sind eher blass, wirken teilweise wie Statisten oder Mittel zum Zweck. Nina vernachlässigt ihre Freunde stetig, und doch stehen sie ihr treudoof zur Seite, ohne selbst je etwas zu fordern. Ihre Rollen sind eindeutige Lückenfüller. Ryan, der das Love-Triangel komplettiert ist anfangs ein sehr netter, aufgeschlossener Charakter, der sich im Laufe der Handlung nur noch lächerlich macht und Jareds Familie ist viel zu perfekt um wahr zu sein. Auch die Bösen sind eben das, was sie sind: böse. Mehr nicht.
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Die Handlung ist sehr einfach gestrickt: Treffen mit Jared, Streit mit Jared, Treffen mit Freunden, Jared kommt wieder, Versöhnung mit Jared, vorbereiten des nächsten Dramas usw. - die „Haupthandlung“ rund um Ninas Vater und dessen Geschäfte wird eher außen vor gelassen, auch wenn hier immer riesige Gefahren angekündigt werden, die jedoch NIE auftreten. Ich konnte irgendwann bei dem ganzen sinnlosen Drama nur noch die Augen verdrehen; es kam mir vor wie pubertierende Teenager! Den roten Faden habe ich lange gesucht und ja, ich kann ehrlich zugeben: im Zwischenteil war ich mal kurzzeitig gefesselt und dachte, es geht bergauf, vor allem als der besondere Fantasyteil thematisiert wurde.. Aber es wurde wieder zerstört und wurde nie wieder besser. Probleme werden auch total falsch gewichtet; was ich relevant gefunden hätte, wird einfach schnell erklärt und vergessen.
Wobei ich gleich zur Spannung kommen kann: die hat sich nämlich in diesem Buch komplett verabschiedet. Selbst der Showdown, der vermutlich mega spannend sein sollte, ließ mich kalt und ließ mich eher lachen, denn die Bösewichte kommen heutzutage einfach durch die Tür spaziert. Also: aufpassen, wenn es mal wieder klingelt; es könnte der Erzfeind sein!

Fazit:
Wenn ich das Buch kurz zusammenfassen müsste, dann würde es lauten: viel zu übertrieben, langweilig, sinnlos und zu einfach gestrickt. Im Mittelteil hatte mich „Providence“ kurz mal gefangen, aber dann verlor ich mich wieder in überzogenen Dramen, einem sinnlosen Love-Triangel und total falscher Thematisierung der Probleme. Ich war froh, als das Buch endlich hinter mir lag und kann nicht viele positive Sachen an dem Buch finden, auch wenn der Schreibstil nicht schlecht war.
Ansonsten geht es für mich hier garantiert nicht weiter! Wer auf seichte Geschichten steht und viel Drama, der kann sich das Buch gerne mal näher anschauen. Alle anderen: Finger weg!


Ich brenne für dich: Roman
Ich brenne für dich: Roman
von Tahereh Mafi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Ich möchte dieses unglaubliche Leseerlebnis nicht missen!, 23. Dezember 2014
Die ersten Seiten des Buches bestehen aus viel Gesprächsstoff: Warner und Juliette reden viel, vor allem über ihre Verbindung. Hier wird vieles aufgeklärt und aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, durch den man selbst ins Grübeln kommt und Dinge mit ganz anderen Augen sieht. Auch die letzten Geschehnisse aus Band Zwei, wie in etwa Juliettes Nahtod und ihre Rettung durch Warner, werden noch einmal thematisiert. Als Einleitung: sehr gut! Auch wenn man sich hier denken könnte: „So viel Gerede...“, störte mich das überhaupt nicht.
Im Gegenteil, ich merkte gar nicht, wie schnell die Seiten verflogen und die „richtige“ Handlung begann. Man kann schon eindeutig sagen, dass die Handlung in diesem Band sehr viel ruhiger bzw. seichter ist. Dennoch: für mich war es interessant und spannend zu beobachten, in was für Bahnen sie gelenkt wurde. Und die Hauptfrage war: „Wie soll das nur alles gut ausgehen?“
Die Charaktere, allen vor an Juliette, Warner & Adam machten große Entwicklungen durch, die nicht alle immer 100-prozentig nachvollziehbar schienen. Juliette findet endlich vollends zu sich selbst; sie akzeptiert ihre Gabe und wirkt sehr tough in wichtigen Momenten. Allerdings ist sie mir am Ende zu viel Superwoman gewesen und warum sie ausgerechnet die Herrscherin der neuen Welt werden will, scheint mir auch an den Haaren herbeigezogen. Dass das auch noch alle gut finden... gut, darüber muss ich kein Wort verlieren.
Auch Adam macht seine eigene Entwicklung durch; da alle etwas traumatisiert sind, geht jeder anders damit um. Und anfangs konnte ich sein aggressives und ablehnendes Verhalten noch verstehen (vor allem durch die Kurzgeschichte aus seiner Sicht). Allerdings führte er sich für mich irgendwann einfach nur noch lächerlich auf, was die Autorin viel zu übertrieben dargestellt hat. Manchmal ist weniger mehr.
Warner hingegen ist und bleibt meine Lieblingsperson. Er hat Ecken und Kanten, die Adam meiner Meinung nach nie hatte und auch wenn er sich anders zeigt, so bleibt er immer er selbst.
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Die Beziehung zwischen Juliette und Adam/Warner wird gut gelöst, auch zu meiner Zufriedenheit. Es tun sich viele Veränderungen auf, die real nachvollziehbar sind und gut begründet werden. Auch hier greife ich gern darauf zurück, dass der Verlust von Omega Point alle ein wenig traumatisiert hat und es für mich deswegen absolut verständlich ist, wie sich die Liebesgeschichte weiter entwickelt.
Emotional gesehen wird es bei der Liebesgeschichte des Öfteren hoch dramatisch, was ich einfach liebe! Deswegen kann ich hier auch einfach keine Kritik anbringen; für mich war es rund um perfekt. Eine gute Abwechslung zum finalen Plan, dessen Diskussionen doch Ablenkung erfordern. Diese düstere Stimmung wird aber auch durch Kenji aufgelockert, der sich mit seinen flotten Sprüchen immer mehr zur Lieblingsperson mausert; da waren einige Lacher garantiert. Während ich mich allerdings nicht so gut in die ganzen anderen Nebenpersonen einfinden konnte, da hatte ich eher so meine Probleme. Doch Kenji erreichte mich sofort und versüßte mir das Lesen.
Die Geschichte schreitet also recht komplex voran, doch insgesamt bleibt die Handlung einfach seicht. Sie baut sich bis zum Finale auf und arbeitet dorthin, was mich aber wirklich nicht so störte, anderen aber übel aufstoßen könnten. Denn die Action aus den anderen Bänden sucht man bis dahin vergeblich.
Und selbst am finalen Schlag angekommen war ich enttäuscht, denn es ging viel zu schnell und teilweise auch viel zu einfach, in meinen Augen. Auch war das Ende viel zu offen; tausend Fragen schwirren mir noch immer im Kopf rum und gegen 20-30 Seiten mehr hätte ich da auch nichts einzuwenden gehabt!
Aber: der Schreibstil von Mafi war wieder ein mal erste Sahne! Ab und an traf man die gewohnten tiefsinnigen Metaphern, die mein Herz zum schmelzen brachten. Ansonsten wirkte der Schreibstil viel geordneter, so wie es in Juliettes Kopf auch selbst zu geht – absolut genial!

Fazit:
„Ich brenne für dich“ schließt die Trilogie rund um Juliette und ihren Weg zur Freiheit gut ab. Mit einer fast zu seichten Handlung wird auf das Finale hingearbeitet, welches in meinen Augen jedoch nicht rund genug ist. Das Love-Triangel löst sich zu meiner Zufriedenheit auf, auch wenn einige Charakterentwicklungen zu inszeniert wirken und das Buch insgesamt irgendwie nicht so ganz an seine Vorgänger ran kommt. Etwas enttäuscht bin ich schon, aber das einmalige Leseerlebnis dieser atemberaubenden Trilogie möchte ich trotzdem nicht missen!


Die Bärentöterin (Promise 1)
Die Bärentöterin (Promise 1)
Preis: EUR 3,99

3.0 von 5 Sternen Da ist noch viel Luft nach oben..., 4. Dezember 2014
Der Prolog gefiel mir rückblickend wohl mit am Besten, denn hier erzählt die Protagonistin Nea aus der Ich-Perspektive und man kommt ihr das ganze Buch über nicht mal ansatzweise so nah wie am Anfang. Hier erfährt man außerdem viel über die Seuche, deren Anfänge und die Auswirkungen. Die Informationen werden gut und sehr übersichtlich in einem gesunden Ausmaß vermittelt.
Als nächstes fiel mir der Schreibstil auf, der auf mich sehr schön, melodisch und wundervoll beschreibend wirkt. Die Geschichte geht einige Jahre später weiter, vieles hat sich seit dem Prolog verändert. Auch Nea, die sich nun auf den Weg macht um Promise zu erreichen, die Stadt, die mittels Strom und Wasser eine sichere Zukunft verspricht. Ich war neugierig, wie sich die Welt so verändert hat, doch so richtig kam ich nicht in Fahrt. Es war alles sehr seicht. Denn im Endeffekt wird „nur“ beschrieben, wie Nea überlebt und sich durchschlägt. Es hatte irgendwie etwas von Camping, was mich eher langweilte als begeisterte. Ich spürte einfach nicht dieses nackte Überleben, um welches es gehen sollte.
Die Gegenwart wird teilweise mit anderen Handlungssträngen unterbrochen – so gibt es im gesamten Buch immer wieder Rückblenden an die Zeit, als Nea noch mit ihrem besten Freund Miro ihre Zeit verbracht hat, bis dieser einen plötzlichen Tod fand. Hier wird ihre Beziehung thematisiert und es stellt sich schön heraus, wie sich Nea seitdem entwickelt hat. Miro machte dies aber nicht unbedingt sympathisch, er wirkt in den Rückblenden sehr arrogant, abgehoben, aber keinesfalls einseitig; auch wenn seine gefühlvolle Seite sehr gestelzt wirkt.
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Was mich sehr störte war, dass man Nea als Hauptprotagonist überhaupt nicht nah kommt. Sie wirkt immer sehr hart, naiv und handelt oft, bevor sie denkt. Teilweise wirken ihre überhasteten Entscheidungen unmenschlich, egoistisch und eigennützig und das macht sie einfach nicht sympathisch. Im Prolog, als sie aus der Ich-Perspektive erzählt, da ist man ihr einfach am nächsten – doch das geschieht nie wieder, da man immer in einer kühlen Distanz zu ihrer Person gehalten wird. Und da sie nicht wirklich selbstlos handelt (außer eine Szene gegen Ende) kann man sie einfach nur sehr schwer mögen. Zwischendurch mochte ich sie einmal mehr, denn gegenüber den Zwillingen zeigt sie ihr verstecktes, gutes Herz und ihre rebellische Art, als einigen Menschen Unrecht getan wird. Doch dies hält sich leider nicht das ganze Buch über, da sie später wieder total umschwenkt und insgesamt sehr wechselhaft ist.
Die ganzen Nebencharaktere sind nicht immer alle das, was sie scheinen. Gerade ein bestimmter Verrat hat mich sehr überrascht. Aber auch die wahre Identität einiger Personen, sowie ihre geheimnisvolle Aura machen Kasia, Arras, viele Weitere und auch Miro zu interessanten Einlagen, die aber nicht alle zur Sympathie beitragen.
Die Handlung plätschert für mich oft einfach nur etwas vor sich hin – statt einem spannenden Abenteuer bekam ich teilweise nur Langeweile und viel zu einfache Lösungen für die entstandenen Probleme. Einige Ideen waren einfach zu vorhersehbar und doch konnte mich das Ende komplett überraschen, begeistern und mich schon jetzt total an den nächsten Band binden! Das Ende kam fix und plötzlich, weswegen ich nur noch hibbeliger bin und nun auf die Fortsetzung warte.
Übrigens finde ich den Titel perfekt in die Geschichte eingebunden und absolut passend – hier war ich noch einmal richtig begeistert!

Fazit:
Für mich war der erste Band der Promise-Trilogie ein angenehmes Leseerlebnis, dass des Öfteren aber gerne mal mehr Spannung und Action hätte haben können. Die Protagonistin Nea war mir insgesamt viel zu wechselhaft und es fiel mir schwer, Sympathien für sie zu entwickeln. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, auch wenn die Geschichte immer mal vor sich hin plätscherte, so konnte mich das Ende dennoch voll überzeugen und mich neugierig auf die Fortsetzung machen!


Endgame: Die Auserwählten
Endgame: Die Auserwählten
von James Frey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht, schlechter, Endgame, 27. November 2014
Das Buch beginnt verheißend, verschwörend und hört damit auch nicht wieder auf. Endgame ist hier, Endgame ist da, Endgame verändert alles – ja, ich habe es schon beim ersten Mal verstanden. Hier wird schon viel zu dick aufgetragen, sodass ich nur mit den Augen rollen konnte. Diese Verheißungen ziehen sich übrigens durch das ganze Buch und lassen irgendwann einen Brechreiz aufkommen.
Mit dem Schreibstil hatte ich auch so richtig meine Probleme. Der Bestand aus kurzen, abgehackten und sich immerzu wiederholenden Sätzen, die mir das Lesen schwer machten. Da steckt keinerlei Gefühl vom Autor dahinter und die fehlenden Beschreibungen machen es zusätzlich sehr schwer, dem Buch überhaupt irgendetwas abzugewinnen.
Ganz schlimm fand ich anfangs auch, dass man rein gar nichts über Idee von Endgame erfährt. Woher kommt es? Wer steuert es? Und vor allem: WIESO gibt es dieses Spiel? Man wird hier einfach in eine Welt geschmissen, die man rein gar nicht versteht und soll akzeptieren, dass sich 12 Menschen plötzlich einfach umbringen? Ich hatte das Gefühl, dass nicht einmal die Charaktere wussten, WIESO sie das gerade tun? Es erschien alles wie eine sinnlose Metzelei ohne irgendeinen nachvollziehbaren Grund.
Traurig, aber es wurde noch schlimmer. Denn man sollte wenigstens meinen, dass es genügend Handlung gibt, die man begleiten kann. Viele Reisen zu exotischen Orten, viele spannende Rätsel – stattdessen bekam man ein sinnloses Umherirren und ich wusste nie, WIESO sich die Charaktere jetzt gerade dort aufhielten und woher sie diese Informationen bekamen, genau dort irgendetwas zu suchen.
Weiterhin ruft das Buch natürlich Emotionen hervor – bei mir waren es: Wut, Aggressionen und totales Unverständnis. Wenn ein Buch so grundlos geschrieben wird, dann gibt es auch im Zuge der Morde genügend sinnlose Brutalität, Gewalt und Angst. WIESO hier ein Jugendlicher den anderen ermordet, obwohl dies nicht mal in den Regeln steht – tja, wer weiß das schon? Der Ekelfaktor stieg ein paar mal richtig hoch, was mir eindeutig zu viel war, da es bis ins kleinste Detail geschildert wurde. Unnötig.
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Zu den Charakteren: die wurden einfach mal ganz plump in Schwarz und Weiß geteilt. Entweder gut oder böse, was anderes gab es da einfach nicht. Auch konnte keiner von denen mich so richtig überzeugen, außer die stumme Japanerin Chiyoko, die ich sehr interessant fand und deren Szenen ich als einziges auch gern gelesen habe. Vielleicht habe ich auch wegen ihr das Buch bis zum Ende gelesen, wer weiß das schon. Wegen den anderen Charakteren mit Sicherheit nicht, dafür waren sie mir einfach zu einseitig.
Zur Liebesgeschichte: so eine unnötige Sache hatte ich in einem Buch noch NIE vorgefunden. Die viel zu perfekte Sarah muss für Endgame ihren Freund Christopher zurücklassen. Da dachte sich dieser: Mensch, ich reise meiner Ex einfach mal hinterher! Ja, genau. Es geht hier ja um Leben und Tod und die 12 Spieler müssen ja eigentlich alles allein machen. Aber dieser normale, junge Mann kann sich einfach so in dieses gefährliche Spiel einmischen. Und wieder fragte ich mich: WIESO? Ich konnte über dessen Dummheit immer nur den Kopf schütteln. Achso, nicht zu vergessen, dass sich Sarah auch noch anderweitig „verliebt“, wenn man das denn so nennen kann.
Mit der Zeit wird das Buch immer unglaubwürdiger, liebloser, immer aufgespielter, schon fast krank. Es kommt keine Spannung auf, niemals. Vieles wird unnötig dramatisiert und ich fühlte mich teilweise einfach nur veralbert vom Autor.
Das Buch schritt weiter voran, meine Laune wurde immer schlechter. Ich griff immer seltener zum Buch und rutschte in so eine kleine Leseunlust hinein. Alles wird auf biegen und brechen weiter hochgepust und zweckgerichtet geschrieben. Es passiert zwar nichts ohne Grund, dennoch sehe ich einfach alles distanziert und mit wenig Begeisterung entgegen. Da man mit den Charakteren niemals warm wird, kann das auch nicht besser werden.

Fazit:
Meiner Meinung nach hat sich „Endgame“ in keinster Weise diesen riesigen Hype verdient, der von aller Welt um dieses Buch gemacht wird. Für mich war dieses Buch die reine Zeitverschwendung, die mir nur Bluthochdruck, Kopfschmerzen und eine Menge Ärger eingebracht hat. Hier treffen sinnlose Gewalt auf langweilige Handlung, die man nicht wirklich so bezeichnen kann und unsympathische Charaktere, zu denen man keinen Zugang findet. Von mir gibt es eindeutig keine Empfehlung – selbst im nächsten Leben nicht!


Götternacht: Roman
Götternacht: Roman
von Anna Bernstein
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verschenktes Potential.. das war nichts., 28. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Götternacht: Roman (Taschenbuch)
Der Prolog gefiel mir wirklich sehr gut, ich war sofort neugierig, was denn geschehen war. Man lernt hier eine junge Frau kennen und den Gott Chiron. Was hier geschah, konnte ich sofort erahnen und so ging es mir des Öfteren im Buch. Ich konnte sehr viel erraten, voraussehen und so wurde mir die Spannung fast komplett genommen und der Überraschungseffekt gleich dazu.
Nach dem Prolog befinden wir uns in der Gegenwart wieder :man lernt Leah kennen, die Tochter des Clanführers der Uredos kennen. Leah hat es in ihrem Volk nicht so einfach; sie müsste eigentlich beliebt sein, doch durch ihre besondere Gabe wird sie merkwürdig beäugt. Sie kann mit Pferden reden und Pferde sind für ihr Volk die heiligsten Dinge. Vom Charakter her war Leah für mich weder rund noch eckig. Sie ist sehr naiv, jung und teilweise egoistisch. Sie hat ein großes Herz und tut auch immer ihr Bestes um jeden zu unterstützen, doch ich wurde insgesamt einfach nicht warm mit ihr. Meistens jammerte sie hoffnungslos über ihre Situation und erst sehr spät nahm sie ihr Schicksal selbst in die Hand.
Pferde sollten in diesem Buch eine große Thematik besitzen. Dies war für mich nur sehr ungenügend erfüllt: die Pferde existieren zwar, aber so richtig gebraucht werden sie auch nicht. Auch Leahs Gabe ist für mich überflüssig – sie wird zwar genutzt, damit sie nicht gemocht wird, aber so einen richtigen ersichtlichen Grund hat sie einfach nicht gehabt. Gut begründet hätte ich damit mehr anfangen können.

Die Welt, in die die Autorin einen entführt, scheint absolut magisch zu sein. So wirkt es zumindest am Anfang. Es gibt zwei Städte in einem mehr als fruchtbaren Tal, an welches ein verzauberter und gleichzeitig verbotener Wald anschließt. Doch im Wald selbst befindet man sich fast nie, was schade ist. Denn dort herrscht die Magie und magische, tödliche Wesen – mehr Szenen mit diesen Bewohnern oder an diesem Ort hätten den langweiligen Alltag durchbrochen. Die spezielle Kultur und die Rituale waren wunderschön beschrieben und konnten mich bezaubern; ein paar Dinge gefielen mir nicht so, aber das ist hierbei wirklich Geschmackssache. Jedenfalls wurde hier etwas Neues geschaffen und das ist gut so!
Es gibt viele Charaktere, die sehr klischeehaft erscheinen. Da wäre die von allen verhasste Außenseiterin, die in einem dramatischen, aber sinnlosen Tod, ihr Ende findet. Der Schönling, der überall beliebt ist aber eine abgrundtief böse, klischeehafte Seite besitzt und dessen 180° scharfe Wandlung ich immer noch nicht nachvollziehen kann und dann Leahs Geliebter, der einfach nur das klischeehafte perfekte Gegenteil zum Bösewicht ist. Auch Leahs Vater handelt sehr gegensätzlich und meist gegen jede Vernunft, sodass auch ihn ich nicht so richtig Ernst nehmen konnte. Einzig allein die Hüterin Aislinn war für mich wirklich gelungen, denn sie wirkt oftmals kalt und bösartig, handelt aber nach ihren eigenen Zielen und Denken, ist tief verletzt und somit so facettenreich, wie sonst niemand im Buch. Sie ist sehr vielseitig und sie zeigt nur das Gesicht, was sie anderen zeigen will. Für mich absolut perfekt!

Die Beziehung von Leah zu ihrem Mann der Träume geht so schnell voran, dass es niemals realistisch sein kann. Schon beim zweiten Treffen – auf welches man übrigens ewig warten muss – heißt es :“Manchmal glaube ich, dich schon mein ganzes Leben lang zu kennen“ (S. 227). Es wird richtig unpassend kitschig und so übertrieben, dass ich richtig sauer geworden bin.
Die Handlung plätschert die meiste Zeit etwas vor sich hin, vor allem eben, da alles so lang braucht, bis es mal ins Rollen kommt. Es dauert ewig, bis Leah sich endlich mal dazu entscheidet, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – das war dann so im letzten Viertel. Hier kam bei mir erstmals ein wenig Spannung auf. Am Anfang des Buches war ich gefesselt vor Neugierde, doch dass ließ dann irgendwann auch nach. Ich fand aber selbst die Handlung nicht perfekt, denn viele Probleme werden einfach aus der Welt geschafft und waren somit einfach nicht so wild. Generell war manches auch ziemlich übertrieben (eben diese kulturellen Bedingungen und dass Leahs Vater immer nur an seine Stellung gedacht hat, als an seine Tochter), so dass ich vieles nicht so Ernst nehmen konnte.
Kurz vor dem Ende kam dann noch mal Spannung auf, die dann jedoch schnell im sehr offenen Abschluss ihr Ende fand. Für mich war das Ende nicht zufriedenstellend, denn Leahs wichtigstes Problem besteht weiterhin und auch ihre Aufgabe in der Zukunft scheint dem Scheitern verdammt, da sie es nicht tun will. Für mich einfach nur unfertig.

Fazit:
Das Debüt von Anna Bernstein ist leider für mich weder rund noch eckig: es waren wundervolle Ideen, die hier meiner Meinung nach nur unzureichend umgesetzt worden sind. Viele Charaktere konnten mich bis auf eine Ausnahme gar nicht überzeugen, wichtige Elemente erschienen mir als unwichtig und auch die Handlung war eher langweilig als fesselnd. Schade um die faszinierende Welt, die hier geschaffen wurde und das ungenutzte Potential. Für mich nur ein mittelmäßiges Buch.


Atemnot
Atemnot
von Ilsa J. Bick
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein atemraubendes Meisterwerk!, 27. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Atemnot (Taschenbuch)
Die Geschichte beginnt mit einer verzwickten Krankenhaussituation, die alles oder nichts aussagt. Man erfährt lediglich nur Bruchstücke: Jenna wurde aus dem Wasser gezogen und vor dem Ertrinken gerettet und der Kommissar versucht, mehr Informationen zum Vorfall von ihr zu bekommen. Dafür überreicht er ihr ein Aufnahmegerät, auf welches sie die Wahrheit sprechen soll.
Und damit geht dann auch die richtige Geschichte los, denn erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Jenna, genau so, wie sie auf das Aufnahmegerät spricht. Mit den entsprechenden Besonderheiten und Redelücken, so als würde sie direkt mit dem Leser reden. Für mich was absolut Besonderes und Anderes. Sehr tolle Idee!
Für mich stand von Anfang an fest: dieses Buch ist anders. Es hat einen düsteren und negativen Grundtonus und wirkt in manchen Situationen vor allem anfänglich einfach zu übertrieben negativ. Vor allem Jennas bisheriges Leben verlief meistens in schlechten Bahnen, kaum etwas Positives ließ sich da finden. Sie ist vom Schicksal gezeichnet und trägt Narben auf dem Körper und auf der Seele. Und doch hat Jenna nie aufgegeben, sie ist eine Kämpfernatur, wofür man sie bewundern kann. Generell kann ich nichts Schlechtes gegen Jenna sagen. Man ist ihr sehr nah und kann gut eine imaginäre Beziehung zu ihr aufbauen. Mir gefiel sie, mit ihren Ecken und Kanten; genau diese machten sie sehr natürlich. Auch wenn ihr, wie gesagt, fast schon zu viel Schlechtes im Leben widerfahren ist.
Ein kleiner Einschub: ich musste im Laufe der Geschichte mehrmals feststellen, wie perfekt Cover & Titel zur Geschichte passen! Hier riesigen Respekt an den Verlag!

Ein weiterer wichtiger Charakter war Mitch, Jennas Chemielehrer, der sie mit ganz anderen Augen sieht. Für ihn ist sie kein Wrack und von Anfang an will er ihr mit all seinen möglichen Mitteln helfen. Er ist für sie der Lichtblick. Von dem Augenblick an, als die beiden sich kennenlernten, war ich absolut gefesselt von dem Buch. Durch ihn und seine liebevolle Art konnte Jenna so vieles vergessen, allen voran ihre problembelastete Familie.
Doch auch Mitch trägt so seine Päckchen mit sich herum und hält sich in vielen Dingen bedeckt, erst nach und nach kommt Licht ins Dunkle und die komplette Auflösung gibt es erst am Ende. Absolut perfekt gelungen! Mitch war mir die ganze Zeit über sehr sympathisch und die besondere Beziehung zu ihm half Jenna sehr.
Es gibt viele dunkle Geheimnisse, auch bei den Nebencharakteren, die entdeckt werden wollen. Alle tragen irgendwie zur Handlung bei und nach und nach erfährt man wichtige Fakten, die alles ändern. Es wird einem roten Faden gefolgt, der nie abbricht. Ich empfand es als richtig spannend! Doch die wichtigsten Antworten behielt die Autorin sich bis zum Ende vor – meiner Meinung nach genau richtig!
Gegen Ende geht alles Schlag auf Schlag! Man wird noch einmal richtig verwirrt, hinters Licht geführt und komplett im Regen stehen gelassen! Was ist nun Wahrheit und was nur Lüge? Es wird absolut emotional, phänomenal schockierend – ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten! Das Ende selbst hatte einige offene Stränge, doch für mich war dies genau das Richtige. So kann jeder die Geschichte selbst zu Ende spinnen, so wie es ihm gefällt!

Fazit:
Am Ende des Buches war ich völlig fertig und hatte selbst Atemnot! Ilsa J. Bick ist hier Unglaubliches gelungen und man sollte dieses Buch wirklich nicht verpassen, denn so ein einmaliges Erlebnis kommt wohl nie wieder! Uneingeschränkte Leseempfehlung!


Everflame - Feuerprobe: Band 1
Everflame - Feuerprobe: Band 1
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langatmiger Anfang, doch dann kam ich noch richtig zum Brennen!, 18. September 2014
Gleich zu Beginn lernt man Lily kennen und erfährt in einem lockeren Ton mehr über sie, was eine tolle Einführung in die Geschichte darstellt. Man liest von ihren schrecklichen Allergien, die sie sehr einschränken, von ihren Gefühlen gegenüber ihrem besten Freund Tristan und von ihrer familiären Situation. Man lernt sie zunächst als eine sehr bodenständige Person kennen, die einem durchaus sympathisch sein kann. Sie wirkt naiv in einigen Dingen und muss noch viel lernen, doch insgesamt kann man sich mit ihr identifizieren. Später ändert sich ihr Charakter etwas, doch darauf komme ich noch einmal zu sprechen.
Irgendwie war ich sofort an das Buch gebunden, so richtig erklären, warum das so war kann ich allerdings nicht. Der lockere, flüssige Schreibstil tat dabei sein Übriges und unterhielt mich das ganze Buch über sehr gut. Es war nie zu ausgeschmückt geschrieben oder gar zu fad, sondern genau richtig mit einer humorvollen Note.
Doch dauert es nicht sehr lange, bis Lily von der totalen Katastrophe schier überrollt wird und sie befindet sich plötzlich in eine total andere Welt – eine magische Welt, ein magisches Salem. Der Weltentwurf und die Ideen werden erst nach und nach weiter erläutert, doch leuchten sie mir voll ein und erschaffen eine absolut magische Welt, die einen bezaubern kann. Dieses andere Salem wird von dem Hexenzirkel beherrscht und außer dreizehn Hauptstädten gibt es nur die weite Wildnis, das Außenland. Wissenschaft ist schlecht und nur die Magie das einzig Wahre. Für mich absolut spannend war es, mit Lily die Welt zu entdecken, auch wenn es hier ab und an sehr langatmige Passagen gab, die man durchaus interessanter hätte gestalten können.

Es dauert nicht lang, da trifft Lily auch auf ihre dortige Doppelgängerin Lillian, welche die stärkste Hexe von Salem ist, die Stadt regiert und Lily hergebracht hat. Sie ist der Antagonist, doch ihre wahren Ziele werden die ganze Zeit über bedeckt gehalten. Sie tut alles mit Bedacht und doch aus Verzweiflung, denn sie hütet ein dunkles Geheimnis, welches ihr schreckliche Angst einzujagen scheint. Und doch spinnt sie ihre grausamen Intrigen und macht Lily zu einer Spielfigur. Lillian selbst mochte ich nicht besonders, aber sie hat viel Potential für die weiteren Bände und ich erwarte da so einiges!
Neben Lillian gibt es auch andere Charaktere, die Lily aus ihrer realen Welt kennt: so gibt es dort auch ihre Schwester Juliet und eine ähnliche Version Tristans. Des weiteren lernt man viele andere Personen kennen, von beiden Seiten: Hexen und Außenländer, die nicht in den Städten leben dürfen und sich gegen Lillian und ihre Machenschaften auflehnen. Sehr wichtig für Lily sind hier bei noch die Außenweltler Caleb und Rowan. Alle Charaktere sind meiner Meinung nach gut ausgearbeitet, teilweise etwas abgestempelt und doch denke ich, dass da noch viel verstecktes Potential ist. Vor allem Rowan hat es mir angetan, der durch seine zwiegespaltene Art sehr geheimnisvoll erscheint und wohl doch ein riesiges Herz besitzt. Auf ihn bin ich weiterhin sehr gespannt!
Beziehungsgeflechte, egal ob es um Liebesbeziehungen oder pure Freundschaftsbande gingen, waren das ganze Buch über sehr präsent, zahlreich vorhanden und ich bin gespannt, was sich da noch alles ergeben wird und was wieder in die Brüche geht. Obwohl es teilweise auch schon an Abhängigkeit gegrenzt hat und ich mir oftmals die Frage stellte: „Ist das jetzt wahre Freundschaft oder eher ein Muss, um seine persönlichen Ziele zu erreichen?“ Eindeutig eine Gratwanderung

Doch habe ich auch einige Minuspunkte anzukreiden, ganz vorn dran ist hierbei die Handlung, die ganz lange einfach auf der Stelle tritt. Es hat mir gefallen, mit Lily die neue Welt zu erkunden, aber: es war sehr einführend. Es las sich wie eine lange Einleitung, die sich zog wie Kaugummi. Auch wenn mich das Buch an sich fesselte, so war ich manchmal etwas gelangweilt. Bis zur Hälfte des Buches kam keine Spannung auf, nicht mal ein kleines bisschen! Für mich ein No-Go.
Auch war Lily für mich mit der Zeit einfach zu perfekt gewurden: gerade erst erfährt sie von ihren magischen Kräften und plötzlich kann sie einfach alles, egal wie schwer es ist. Ihre schiere Übermacht gefiel mir einfach nicht und war unpassend, vor allem zu ihrem anfänglichem Charakter. Auch wenn Angelini perfekte Erklärungen für ihre Krankheit in der realen Welt liefert, so erklärt es nicht ihre Perfektion im magischen Salem.
Außerdem gab es für mich einen weiteren Punkt, den ich absolut dämlich fand. Es ist eine sehr schöne Idee, dass magische Energien in sogenannten Wunschsteinen gespeichert werden, die man um den Hals trägt. Jeder hat Zugang zur Magie und kann sie auf verschiedene Weisen anwenden. ABER: Eine Verbindung der Steine zwischen zwei Menschen soll einem sexuellen Erlebnis gleichen. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und finde es schon fast lachhaft! Für mich eine total unvorstellbare Situation, in der ich sogar kurz auflachen musste, wie es hier beschrieben wurde. Sorry, aber das geht nicht.
Der Endspurt auf den letzten 100 Seiten riss es förmlich noch einmal raus. Hier gibt es genügend spannende Handlung, die mich total fesselte, überraschte und viele Erklärungen liefert! Es war für mich unglaublich ergreifend und hat mich schlussendlich begeistern können – warum geht das denn nicht die ganze Zeit so?

Fazit:
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man über den eher langatmigen Anfang hinwegkommt, dann kann „Everflame“ einen noch richtig zum Brennen bringen! Die magische Welt ist absolut fantastisch, die Konflikte schier greifbar und am Ende doch begeisterungsfähig. Obwohl der aufmerksame Leser auch mit Minuspunkten rechnen muss, die man bei manchen Charakterzügen, der Handlung und auch einigen wirren Ideen finden kann. Insgesamt für mich dennoch ein lohnenswertes Buch mit einem packenden Ende, was ich unbedingt weiter verfolgen muss!


Alles aus Liebe: Roman
Alles aus Liebe: Roman
von Liane Moriarty
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Besser als jede Schlaftablette!, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Alles aus Liebe: Roman (Taschenbuch)
Der Inhalt ist Alles und Nichtssagend und so auch das Buch. Natürlich treffen Aussagen zu wie: „Wir tun mit Liebe alle verrückte Dinge“, aber dafür war mir das Buch dann einfach doch zu normal. Es klingt ja wirklich nach einer zuckersüßen Liebesgeschichte mit viel Drama und Lektionen fürs Leben. Doch so nichtssagend und öde fand ich lange kein Werk mehr! Schlaftablette hätte hier mehr zugetroffen.
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Die Charaktere sind bei solchen Romanen der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, Sympathien und emotionale Nähe sind hier mehr als wichtig. Doch bleiben einem hier die Protagonisten einfach nur fremd und distanziert. Man leidet nicht einmal mit, obwohl das Mitfühlen hier doch das Wichtigste sein sollte, oder?
Ellen ist 35, Hypnotherapeutin und sucht einen Mann, wie sollte es auch anders sein? Schon zu Beginn hat sie ein Date mit Patrick, wo alles gut zu laufen scheint. Ellen zeigt sich immer sehr natürlich, auch wenn sie in der ein oder anderen Situation mit ihrer verrückten Seiten über die Stränge schlägt. Anfangs noch sympathisch und interessant durch ihren Job, entwickelt sie sich immer mehr zu einer Person, die zwiegespalten wirkt und mit der man sich nicht weiter anfreunden kann – mal davon abgesehen, dass sie Patricks Stalkerin besser versteht als ihren Freund...
Patrick, Vermessungsingenieur und Witwer, hat einen kleinen Sohn namens Jack und soll Ellens Herz erobern. Er selbst hängt immer noch an seiner toten Ehefrau Colleen und wird von einer Stalkerin belästigt. Er hat zwar ein großes Herz, braust jedoch schnell auf, ist aggressiv und manchmal wie eine tickende Zeitbombe. Was an ihm so liebenswert sein soll, habe ich leider nie verstanden; auf mich hat er einfach nur schizophren gewirkt. Die Erklärung ganz am Ende(!) auf sein Verhalten scheint mir sehr plausibel, doch einfach viel zu spät.
Auch die vielen Nebencharaktere bleiben mehr blass und distanziert, bis auf Saskia, Patricks Ex und Stalkerin, die mich als Einzige ehrlich faszinieren konnte. Liegt wahrscheinlich an ihrer ernsthaften Krankheit, aber sie mochte ich, irgendwie.
Die Beziehung von Ellen und Patrick sollte nach den Charakteren wohl der zweitwichtigste Punkt im Buch sein, doch ist diese gespickt von vielen Situationen und Problemen, die einfach so hingenommen werden und nicht näher geklärt werden – außer eben fast am Ende, wo es einfach zu spät ist. Auch bekam ich hier nicht Herzklopfen vor Emotionalität sondern eher ein Gähnen vor Langeweile.
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Natürlich, am Anfang war für mich die Beziehung sehr interessant, weil gleich gegen Anfang bekannt wird, dass Patrick von seiner Ex gestalkt wird. Ihre Gedankengänge darf man auch mitverfolgen, da sie neben den Strängen um Ellen immer in der Ich-Perspektive redet und mir dies eindeutig am Besten gefiel.
Der Schreibstil war wirklich in Ordnung: immer ein wenig unterschwellig humorvoll und flüssig. Gute Beschreibungen der Umgebung, der Gefühlswelten und der Gedanken der Protagonisten, doch nie richtig einnehmend und fesselnd.
Die Handlung ist nicht groß nennenswert: wie gesagt fand ich es am Anfang noch spannend, als Saskia dazu kam. Aber das Stalken an sich war dann doch irgendwie keine so große Sache und wurde nicht so dramatisiert, wie es vielleicht im echten Leben sogar gewesen wäre. Es wurde einfach hingenommen und neben den ganzen Monologen und Dialogen, die nicht immer Sinn ergaben oder die Geschichte vorantrieben, war ich schnell gelangweilt.
Zufälle häufen sich dann auch noch, durch die wahrscheinlich die Spannung gehoben werden soll, aber Fehlanzeige! Es passierte urplötzlich viel zu viel Gutes worauf ein ganzer Haufen schreckliche Erkenntnisse und Ereignisse folgten: sorry, aber das ist so klischeehaft!
Patricks verstorbene Frau Colleen nimmt im Laufe der Handlung eine immer mehr zentralere Rolle ein, wobei einige Gedanken von Ellen wirklich böswillig werden wo ich mich gefragt habe: Was soll das? Einige Sachen sind so irre, dass mir wortwörtlich die Spucke weg blieb! Außerdem stellte ich mir des Öfteren die Frage, warum die Autorin beim Schreiben nicht selbst eingeschlafen ist.
Das Ende sollte wohl überraschend, schön und ergreifend zu gleich sein. Bei mir löste es keines dieser Gefühle aus, eher eine Erleichterung, dass ich es endlich geschafft habe! Das war mal so gar nicht mein Buch.

Fazit:
Trotz meiner sehr negativen Worte fand ich einige Dinge der Geschichte recht in Ordnung. So gefiel mir von den eher blassen und distanzierten Charakteren gerade die Stalkerin am Besten, der Schreibstil gefiel mir und auch der Beruf der Hypnotherapeutin konnte mich überzeugen.
Was Beziehungen, Handlung und insbesondere die Spannung angeht ist das Buch aber definitiv ein totales No-Go. So viel Langeweile hatte ich beim Lesen noch nie!


SEAL Team 12: Gefährliche Suche
SEAL Team 12: Gefährliche Suche
von Marliss Melton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Viele Emotionen und doch nicht so gut wie die Vorgänger!, 10. Mai 2014
Der Prolog ist ein winziger Augenblick in der Vergangenheit, denn man erlebt, wie Solomon zu einem so augenscheinlich kalten und unnahbaren Mann geworden ist. Ohne irgendeinen scheinbaren Grund verliert er alles, auch sein Herz. Und sofort kann man ihn besser verstehen und entwickelt erstmals Sympathie. Ein besseren Auftakt gibt es nicht!
Weiter geht es dann mit der richtigen Handlung in der Gegenwart und zwar bei Jordan in Venezuela. Beim Überfall der Guerilla-Kämpfer kommt sofort Spannung und Action auf – Jordan erleidet Todesangst! Und nicht nur sie, auch ihr Pflegesohn Miguel ist in Gefahr. Man leidet und fiebert förmlich mit, doch für den Beginn eines Buches sind es hier viel zu viele Emotionen, man wird regelrecht von ihnen erschlagen!
Die Handlung nimmt so ihren Lauf, die SEALs treten auf den Plan und befreien Jordan. Zurück in den USA verflucht sie immer noch Solomon, der ihr ihren Sohn entrissen hat. Verzweifelt kratzt sie jeden Cent zusammen, um zurück zufliegen. Doch in Venezuela wird es gefährlich: Bürgerkriege toben.
Doch bald kreuzen sich ihre und Solomons Wege: sie braucht Geld, um ihren Miguel aus Venezuela zu holen und er braucht eine fähige Lehrerin für seinen Sohn.
Neben dem Hauptstrang mit Solomon & Jordan begleitet man auch ihre Schwester Jillian bei ihrem Leben. Es treten noch mehr Stränge auf den Plan, zum Beispiel Ellie Stuart, Rafael und auch Miguel. Man kann trotzdem gut den Überblick behalten und die Story ist sehr abwechslungsreich.

Womit ich nun ein Wort zu den Charakteren verliere, die mir bis auf ein paar wenige Abzüge alle sehr gut gefielen! Jordan ist eine sehr herzliche Person, die in ihrem jungen Leben jedoch schon viel Mist durchgemacht hat. Nach einer Scheidung und einem verlorenen Kind sucht sie Liebe bei ihrem Pflegesohn Miguel, der Alles für sie ist. Sie ist recht kämpferisch, hat aber natürlicherweise auch Angst vor den Guerillas und um ihr Leben. Jordan ist eine sehr natürliche, starke Frau, die man gern begleitet.
Auch zeigt sich Solomon von seinen zwei Seiten und bekommt mehr Facetten. So war er in „Bittere Vergangenheit“ ein richtig gemeiner Bad-Boy und ist immer noch ungehobelt, plump und sexistisch, doch steckt viel mehr hinter dieser harten Fassade: ein gebrochenes Herz und ein verlorener Sohn. Im Laufe der Geschichte blüht Solomon auf, zeigt schier unentdeckte liebevolle und sanfte Seiten; kann sich damit auch selbst überraschen. Irgendwann kann man ihn einfach nur noch lieben, auch wenn er natürlich ein paar wenige eigenartige Charakterzüge beibehält, aber so ist er immer noch er selbst und das ist auch gut so! Alles andere wäre unglaubwürdig gewesen.
Weitere Personen, wie Jordans Schwester Jillian und der Detektiv Rafael bekommen ihre kleine aber schöne Geschichte im Buch und überzeugen. Auch eine Frau namens Ellie Stuart spielt zusammen mit ihren Kindern eine entscheidende Rolle – auch wenn es hier dann insgesamt Abzüge gibt: hochgerechnet waren es bei recht wenigen Personen einfach zu viele schlimme Schicksalsschläge und damit für mich auch zu viel Zufälle.

Zur Beziehung zwischen Solomon und Jordan kann man nur sagen: es geht dann doch recht flott! Am Anfang können sich beide nicht ausstehen, nähern sich nach und nach etwas an, aber eher auf körperliche Weise. Jordans weitere Gefühlsentwicklung ist noch gut nachvollziehbar, aber bei Solomon ging es mir dann doch etwas zu schnell. Natürlich liebe ich die beiden zusammen trotzdem, sie sind wie Feuer und Wasser: unterschiedlich und zugleich doch perfekt füreinander geschaffen.
Die Spannung steigert sich im gesunden Maß, Schritt für Schritt. Egal, ob man hierbei den Krieg in Venezuela verfolgt, Jillian oder eben die feurige Beziehung von Jordan und Solomon. Man bleibt einfach immer dran! Vor allem in Venezuela steigert sich die Lage enorm; es ist unglaublich angespannt und sehr heftig, was dort abgeht.
Insgesamt habe ich durch den Inhalt anderes erwartet, so kam das Ende und der „Showdown“ für mich doch ganz anders. Man erwartet große Gefahren, aber irgendwie war ich nicht so gepackt, wie ich es hätte sein sollen. Der Funke zum Überspringen hat gefehlt. Etwas enttäuscht war ich schon, auch wenn ich die vielen schönen Happy-Endings bezaubert fand; Abzüge vorprogrammiert! Auch wenn das Buch emotionaler als je herbeikommt!

Fazit:
Der fünfte Band des zwölften SEAL-Teams rund um Solomon und Jordan weist vieles auf: einen unglaublichen Auftakt zu Beginn, ein Übermaß an Emotionen, die man nach und nach besser verarbeiten kann und unzählige herzzerreißende Bande der Liebe. Doch gehen für mich manche Entwicklungen zu schnell und der große Funke sprang nicht so richtig über. Dennoch bin ich sehr überzeugt von dem Buch und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen!


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