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Rezensionen verfasst von
Lisa Ullrich (Königsee)

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Götternacht: Roman
Götternacht: Roman
von Anna Bernstein
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verschenktes Potential.. das war nichts., 28. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Götternacht: Roman (Taschenbuch)
Der Prolog gefiel mir wirklich sehr gut, ich war sofort neugierig, was denn geschehen war. Man lernt hier eine junge Frau kennen und den Gott Chiron. Was hier geschah, konnte ich sofort erahnen und so ging es mir des Öfteren im Buch. Ich konnte sehr viel erraten, voraussehen und so wurde mir die Spannung fast komplett genommen und der Überraschungseffekt gleich dazu.
Nach dem Prolog befinden wir uns in der Gegenwart wieder :man lernt Leah kennen, die Tochter des Clanführers der Uredos kennen. Leah hat es in ihrem Volk nicht so einfach; sie müsste eigentlich beliebt sein, doch durch ihre besondere Gabe wird sie merkwürdig beäugt. Sie kann mit Pferden reden und Pferde sind für ihr Volk die heiligsten Dinge. Vom Charakter her war Leah für mich weder rund noch eckig. Sie ist sehr naiv, jung und teilweise egoistisch. Sie hat ein großes Herz und tut auch immer ihr Bestes um jeden zu unterstützen, doch ich wurde insgesamt einfach nicht warm mit ihr. Meistens jammerte sie hoffnungslos über ihre Situation und erst sehr spät nahm sie ihr Schicksal selbst in die Hand.
Pferde sollten in diesem Buch eine große Thematik besitzen. Dies war für mich nur sehr ungenügend erfüllt: die Pferde existieren zwar, aber so richtig gebraucht werden sie auch nicht. Auch Leahs Gabe ist für mich überflüssig – sie wird zwar genutzt, damit sie nicht gemocht wird, aber so einen richtigen ersichtlichen Grund hat sie einfach nicht gehabt. Gut begründet hätte ich damit mehr anfangen können.

Die Welt, in die die Autorin einen entführt, scheint absolut magisch zu sein. So wirkt es zumindest am Anfang. Es gibt zwei Städte in einem mehr als fruchtbaren Tal, an welches ein verzauberter und gleichzeitig verbotener Wald anschließt. Doch im Wald selbst befindet man sich fast nie, was schade ist. Denn dort herrscht die Magie und magische, tödliche Wesen – mehr Szenen mit diesen Bewohnern oder an diesem Ort hätten den langweiligen Alltag durchbrochen. Die spezielle Kultur und die Rituale waren wunderschön beschrieben und konnten mich bezaubern; ein paar Dinge gefielen mir nicht so, aber das ist hierbei wirklich Geschmackssache. Jedenfalls wurde hier etwas Neues geschaffen und das ist gut so!
Es gibt viele Charaktere, die sehr klischeehaft erscheinen. Da wäre die von allen verhasste Außenseiterin, die in einem dramatischen, aber sinnlosen Tod, ihr Ende findet. Der Schönling, der überall beliebt ist aber eine abgrundtief böse, klischeehafte Seite besitzt und dessen 180° scharfe Wandlung ich immer noch nicht nachvollziehen kann und dann Leahs Geliebter, der einfach nur das klischeehafte perfekte Gegenteil zum Bösewicht ist. Auch Leahs Vater handelt sehr gegensätzlich und meist gegen jede Vernunft, sodass auch ihn ich nicht so richtig Ernst nehmen konnte. Einzig allein die Hüterin Aislinn war für mich wirklich gelungen, denn sie wirkt oftmals kalt und bösartig, handelt aber nach ihren eigenen Zielen und Denken, ist tief verletzt und somit so facettenreich, wie sonst niemand im Buch. Sie ist sehr vielseitig und sie zeigt nur das Gesicht, was sie anderen zeigen will. Für mich absolut perfekt!

Die Beziehung von Leah zu ihrem Mann der Träume geht so schnell voran, dass es niemals realistisch sein kann. Schon beim zweiten Treffen – auf welches man übrigens ewig warten muss – heißt es :“Manchmal glaube ich, dich schon mein ganzes Leben lang zu kennen“ (S. 227). Es wird richtig unpassend kitschig und so übertrieben, dass ich richtig sauer geworden bin.
Die Handlung plätschert die meiste Zeit etwas vor sich hin, vor allem eben, da alles so lang braucht, bis es mal ins Rollen kommt. Es dauert ewig, bis Leah sich endlich mal dazu entscheidet, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – das war dann so im letzten Viertel. Hier kam bei mir erstmals ein wenig Spannung auf. Am Anfang des Buches war ich gefesselt vor Neugierde, doch dass ließ dann irgendwann auch nach. Ich fand aber selbst die Handlung nicht perfekt, denn viele Probleme werden einfach aus der Welt geschafft und waren somit einfach nicht so wild. Generell war manches auch ziemlich übertrieben (eben diese kulturellen Bedingungen und dass Leahs Vater immer nur an seine Stellung gedacht hat, als an seine Tochter), so dass ich vieles nicht so Ernst nehmen konnte.
Kurz vor dem Ende kam dann noch mal Spannung auf, die dann jedoch schnell im sehr offenen Abschluss ihr Ende fand. Für mich war das Ende nicht zufriedenstellend, denn Leahs wichtigstes Problem besteht weiterhin und auch ihre Aufgabe in der Zukunft scheint dem Scheitern verdammt, da sie es nicht tun will. Für mich einfach nur unfertig.

Fazit:
Das Debüt von Anna Bernstein ist leider für mich weder rund noch eckig: es waren wundervolle Ideen, die hier meiner Meinung nach nur unzureichend umgesetzt worden sind. Viele Charaktere konnten mich bis auf eine Ausnahme gar nicht überzeugen, wichtige Elemente erschienen mir als unwichtig und auch die Handlung war eher langweilig als fesselnd. Schade um die faszinierende Welt, die hier geschaffen wurde und das ungenutzte Potential. Für mich nur ein mittelmäßiges Buch.


Atemnot
Atemnot
von Ilsa J. Bick
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein atemraubendes Meisterwerk!, 27. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Atemnot (Taschenbuch)
Die Geschichte beginnt mit einer verzwickten Krankenhaussituation, die alles oder nichts aussagt. Man erfährt lediglich nur Bruchstücke: Jenna wurde aus dem Wasser gezogen und vor dem Ertrinken gerettet und der Kommissar versucht, mehr Informationen zum Vorfall von ihr zu bekommen. Dafür überreicht er ihr ein Aufnahmegerät, auf welches sie die Wahrheit sprechen soll.
Und damit geht dann auch die richtige Geschichte los, denn erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Jenna, genau so, wie sie auf das Aufnahmegerät spricht. Mit den entsprechenden Besonderheiten und Redelücken, so als würde sie direkt mit dem Leser reden. Für mich was absolut Besonderes und Anderes. Sehr tolle Idee!
Für mich stand von Anfang an fest: dieses Buch ist anders. Es hat einen düsteren und negativen Grundtonus und wirkt in manchen Situationen vor allem anfänglich einfach zu übertrieben negativ. Vor allem Jennas bisheriges Leben verlief meistens in schlechten Bahnen, kaum etwas Positives ließ sich da finden. Sie ist vom Schicksal gezeichnet und trägt Narben auf dem Körper und auf der Seele. Und doch hat Jenna nie aufgegeben, sie ist eine Kämpfernatur, wofür man sie bewundern kann. Generell kann ich nichts Schlechtes gegen Jenna sagen. Man ist ihr sehr nah und kann gut eine imaginäre Beziehung zu ihr aufbauen. Mir gefiel sie, mit ihren Ecken und Kanten; genau diese machten sie sehr natürlich. Auch wenn ihr, wie gesagt, fast schon zu viel Schlechtes im Leben widerfahren ist.
Ein kleiner Einschub: ich musste im Laufe der Geschichte mehrmals feststellen, wie perfekt Cover & Titel zur Geschichte passen! Hier riesigen Respekt an den Verlag!

Ein weiterer wichtiger Charakter war Mitch, Jennas Chemielehrer, der sie mit ganz anderen Augen sieht. Für ihn ist sie kein Wrack und von Anfang an will er ihr mit all seinen möglichen Mitteln helfen. Er ist für sie der Lichtblick. Von dem Augenblick an, als die beiden sich kennenlernten, war ich absolut gefesselt von dem Buch. Durch ihn und seine liebevolle Art konnte Jenna so vieles vergessen, allen voran ihre problembelastete Familie.
Doch auch Mitch trägt so seine Päckchen mit sich herum und hält sich in vielen Dingen bedeckt, erst nach und nach kommt Licht ins Dunkle und die komplette Auflösung gibt es erst am Ende. Absolut perfekt gelungen! Mitch war mir die ganze Zeit über sehr sympathisch und die besondere Beziehung zu ihm half Jenna sehr.
Es gibt viele dunkle Geheimnisse, auch bei den Nebencharakteren, die entdeckt werden wollen. Alle tragen irgendwie zur Handlung bei und nach und nach erfährt man wichtige Fakten, die alles ändern. Es wird einem roten Faden gefolgt, der nie abbricht. Ich empfand es als richtig spannend! Doch die wichtigsten Antworten behielt die Autorin sich bis zum Ende vor – meiner Meinung nach genau richtig!
Gegen Ende geht alles Schlag auf Schlag! Man wird noch einmal richtig verwirrt, hinters Licht geführt und komplett im Regen stehen gelassen! Was ist nun Wahrheit und was nur Lüge? Es wird absolut emotional, phänomenal schockierend – ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten! Das Ende selbst hatte einige offene Stränge, doch für mich war dies genau das Richtige. So kann jeder die Geschichte selbst zu Ende spinnen, so wie es ihm gefällt!

Fazit:
Am Ende des Buches war ich völlig fertig und hatte selbst Atemnot! Ilsa J. Bick ist hier Unglaubliches gelungen und man sollte dieses Buch wirklich nicht verpassen, denn so ein einmaliges Erlebnis kommt wohl nie wieder! Uneingeschränkte Leseempfehlung!


Everflame - Feuerprobe: Band 1
Everflame - Feuerprobe: Band 1
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langatmiger Anfang, doch dann kam ich noch richtig zum Brennen!, 18. September 2014
Gleich zu Beginn lernt man Lily kennen und erfährt in einem lockeren Ton mehr über sie, was eine tolle Einführung in die Geschichte darstellt. Man liest von ihren schrecklichen Allergien, die sie sehr einschränken, von ihren Gefühlen gegenüber ihrem besten Freund Tristan und von ihrer familiären Situation. Man lernt sie zunächst als eine sehr bodenständige Person kennen, die einem durchaus sympathisch sein kann. Sie wirkt naiv in einigen Dingen und muss noch viel lernen, doch insgesamt kann man sich mit ihr identifizieren. Später ändert sich ihr Charakter etwas, doch darauf komme ich noch einmal zu sprechen.
Irgendwie war ich sofort an das Buch gebunden, so richtig erklären, warum das so war kann ich allerdings nicht. Der lockere, flüssige Schreibstil tat dabei sein Übriges und unterhielt mich das ganze Buch über sehr gut. Es war nie zu ausgeschmückt geschrieben oder gar zu fad, sondern genau richtig mit einer humorvollen Note.
Doch dauert es nicht sehr lange, bis Lily von der totalen Katastrophe schier überrollt wird und sie befindet sich plötzlich in eine total andere Welt – eine magische Welt, ein magisches Salem. Der Weltentwurf und die Ideen werden erst nach und nach weiter erläutert, doch leuchten sie mir voll ein und erschaffen eine absolut magische Welt, die einen bezaubern kann. Dieses andere Salem wird von dem Hexenzirkel beherrscht und außer dreizehn Hauptstädten gibt es nur die weite Wildnis, das Außenland. Wissenschaft ist schlecht und nur die Magie das einzig Wahre. Für mich absolut spannend war es, mit Lily die Welt zu entdecken, auch wenn es hier ab und an sehr langatmige Passagen gab, die man durchaus interessanter hätte gestalten können.

Es dauert nicht lang, da trifft Lily auch auf ihre dortige Doppelgängerin Lillian, welche die stärkste Hexe von Salem ist, die Stadt regiert und Lily hergebracht hat. Sie ist der Antagonist, doch ihre wahren Ziele werden die ganze Zeit über bedeckt gehalten. Sie tut alles mit Bedacht und doch aus Verzweiflung, denn sie hütet ein dunkles Geheimnis, welches ihr schreckliche Angst einzujagen scheint. Und doch spinnt sie ihre grausamen Intrigen und macht Lily zu einer Spielfigur. Lillian selbst mochte ich nicht besonders, aber sie hat viel Potential für die weiteren Bände und ich erwarte da so einiges!
Neben Lillian gibt es auch andere Charaktere, die Lily aus ihrer realen Welt kennt: so gibt es dort auch ihre Schwester Juliet und eine ähnliche Version Tristans. Des weiteren lernt man viele andere Personen kennen, von beiden Seiten: Hexen und Außenländer, die nicht in den Städten leben dürfen und sich gegen Lillian und ihre Machenschaften auflehnen. Sehr wichtig für Lily sind hier bei noch die Außenweltler Caleb und Rowan. Alle Charaktere sind meiner Meinung nach gut ausgearbeitet, teilweise etwas abgestempelt und doch denke ich, dass da noch viel verstecktes Potential ist. Vor allem Rowan hat es mir angetan, der durch seine zwiegespaltene Art sehr geheimnisvoll erscheint und wohl doch ein riesiges Herz besitzt. Auf ihn bin ich weiterhin sehr gespannt!
Beziehungsgeflechte, egal ob es um Liebesbeziehungen oder pure Freundschaftsbande gingen, waren das ganze Buch über sehr präsent, zahlreich vorhanden und ich bin gespannt, was sich da noch alles ergeben wird und was wieder in die Brüche geht. Obwohl es teilweise auch schon an Abhängigkeit gegrenzt hat und ich mir oftmals die Frage stellte: „Ist das jetzt wahre Freundschaft oder eher ein Muss, um seine persönlichen Ziele zu erreichen?“ Eindeutig eine Gratwanderung

Doch habe ich auch einige Minuspunkte anzukreiden, ganz vorn dran ist hierbei die Handlung, die ganz lange einfach auf der Stelle tritt. Es hat mir gefallen, mit Lily die neue Welt zu erkunden, aber: es war sehr einführend. Es las sich wie eine lange Einleitung, die sich zog wie Kaugummi. Auch wenn mich das Buch an sich fesselte, so war ich manchmal etwas gelangweilt. Bis zur Hälfte des Buches kam keine Spannung auf, nicht mal ein kleines bisschen! Für mich ein No-Go.
Auch war Lily für mich mit der Zeit einfach zu perfekt gewurden: gerade erst erfährt sie von ihren magischen Kräften und plötzlich kann sie einfach alles, egal wie schwer es ist. Ihre schiere Übermacht gefiel mir einfach nicht und war unpassend, vor allem zu ihrem anfänglichem Charakter. Auch wenn Angelini perfekte Erklärungen für ihre Krankheit in der realen Welt liefert, so erklärt es nicht ihre Perfektion im magischen Salem.
Außerdem gab es für mich einen weiteren Punkt, den ich absolut dämlich fand. Es ist eine sehr schöne Idee, dass magische Energien in sogenannten Wunschsteinen gespeichert werden, die man um den Hals trägt. Jeder hat Zugang zur Magie und kann sie auf verschiedene Weisen anwenden. ABER: Eine Verbindung der Steine zwischen zwei Menschen soll einem sexuellen Erlebnis gleichen. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und finde es schon fast lachhaft! Für mich eine total unvorstellbare Situation, in der ich sogar kurz auflachen musste, wie es hier beschrieben wurde. Sorry, aber das geht nicht.
Der Endspurt auf den letzten 100 Seiten riss es förmlich noch einmal raus. Hier gibt es genügend spannende Handlung, die mich total fesselte, überraschte und viele Erklärungen liefert! Es war für mich unglaublich ergreifend und hat mich schlussendlich begeistern können – warum geht das denn nicht die ganze Zeit so?

Fazit:
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man über den eher langatmigen Anfang hinwegkommt, dann kann „Everflame“ einen noch richtig zum Brennen bringen! Die magische Welt ist absolut fantastisch, die Konflikte schier greifbar und am Ende doch begeisterungsfähig. Obwohl der aufmerksame Leser auch mit Minuspunkten rechnen muss, die man bei manchen Charakterzügen, der Handlung und auch einigen wirren Ideen finden kann. Insgesamt für mich dennoch ein lohnenswertes Buch mit einem packenden Ende, was ich unbedingt weiter verfolgen muss!


Alles aus Liebe: Roman
Alles aus Liebe: Roman
von Liane Moriarty
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Besser als jede Schlaftablette!, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Alles aus Liebe: Roman (Taschenbuch)
Der Inhalt ist Alles und Nichtssagend und so auch das Buch. Natürlich treffen Aussagen zu wie: „Wir tun mit Liebe alle verrückte Dinge“, aber dafür war mir das Buch dann einfach doch zu normal. Es klingt ja wirklich nach einer zuckersüßen Liebesgeschichte mit viel Drama und Lektionen fürs Leben. Doch so nichtssagend und öde fand ich lange kein Werk mehr! Schlaftablette hätte hier mehr zugetroffen.
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Die Charaktere sind bei solchen Romanen der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, Sympathien und emotionale Nähe sind hier mehr als wichtig. Doch bleiben einem hier die Protagonisten einfach nur fremd und distanziert. Man leidet nicht einmal mit, obwohl das Mitfühlen hier doch das Wichtigste sein sollte, oder?
Ellen ist 35, Hypnotherapeutin und sucht einen Mann, wie sollte es auch anders sein? Schon zu Beginn hat sie ein Date mit Patrick, wo alles gut zu laufen scheint. Ellen zeigt sich immer sehr natürlich, auch wenn sie in der ein oder anderen Situation mit ihrer verrückten Seiten über die Stränge schlägt. Anfangs noch sympathisch und interessant durch ihren Job, entwickelt sie sich immer mehr zu einer Person, die zwiegespalten wirkt und mit der man sich nicht weiter anfreunden kann – mal davon abgesehen, dass sie Patricks Stalkerin besser versteht als ihren Freund...
Patrick, Vermessungsingenieur und Witwer, hat einen kleinen Sohn namens Jack und soll Ellens Herz erobern. Er selbst hängt immer noch an seiner toten Ehefrau Colleen und wird von einer Stalkerin belästigt. Er hat zwar ein großes Herz, braust jedoch schnell auf, ist aggressiv und manchmal wie eine tickende Zeitbombe. Was an ihm so liebenswert sein soll, habe ich leider nie verstanden; auf mich hat er einfach nur schizophren gewirkt. Die Erklärung ganz am Ende(!) auf sein Verhalten scheint mir sehr plausibel, doch einfach viel zu spät.
Auch die vielen Nebencharaktere bleiben mehr blass und distanziert, bis auf Saskia, Patricks Ex und Stalkerin, die mich als Einzige ehrlich faszinieren konnte. Liegt wahrscheinlich an ihrer ernsthaften Krankheit, aber sie mochte ich, irgendwie.
Die Beziehung von Ellen und Patrick sollte nach den Charakteren wohl der zweitwichtigste Punkt im Buch sein, doch ist diese gespickt von vielen Situationen und Problemen, die einfach so hingenommen werden und nicht näher geklärt werden – außer eben fast am Ende, wo es einfach zu spät ist. Auch bekam ich hier nicht Herzklopfen vor Emotionalität sondern eher ein Gähnen vor Langeweile.
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Natürlich, am Anfang war für mich die Beziehung sehr interessant, weil gleich gegen Anfang bekannt wird, dass Patrick von seiner Ex gestalkt wird. Ihre Gedankengänge darf man auch mitverfolgen, da sie neben den Strängen um Ellen immer in der Ich-Perspektive redet und mir dies eindeutig am Besten gefiel.
Der Schreibstil war wirklich in Ordnung: immer ein wenig unterschwellig humorvoll und flüssig. Gute Beschreibungen der Umgebung, der Gefühlswelten und der Gedanken der Protagonisten, doch nie richtig einnehmend und fesselnd.
Die Handlung ist nicht groß nennenswert: wie gesagt fand ich es am Anfang noch spannend, als Saskia dazu kam. Aber das Stalken an sich war dann doch irgendwie keine so große Sache und wurde nicht so dramatisiert, wie es vielleicht im echten Leben sogar gewesen wäre. Es wurde einfach hingenommen und neben den ganzen Monologen und Dialogen, die nicht immer Sinn ergaben oder die Geschichte vorantrieben, war ich schnell gelangweilt.
Zufälle häufen sich dann auch noch, durch die wahrscheinlich die Spannung gehoben werden soll, aber Fehlanzeige! Es passierte urplötzlich viel zu viel Gutes worauf ein ganzer Haufen schreckliche Erkenntnisse und Ereignisse folgten: sorry, aber das ist so klischeehaft!
Patricks verstorbene Frau Colleen nimmt im Laufe der Handlung eine immer mehr zentralere Rolle ein, wobei einige Gedanken von Ellen wirklich böswillig werden wo ich mich gefragt habe: Was soll das? Einige Sachen sind so irre, dass mir wortwörtlich die Spucke weg blieb! Außerdem stellte ich mir des Öfteren die Frage, warum die Autorin beim Schreiben nicht selbst eingeschlafen ist.
Das Ende sollte wohl überraschend, schön und ergreifend zu gleich sein. Bei mir löste es keines dieser Gefühle aus, eher eine Erleichterung, dass ich es endlich geschafft habe! Das war mal so gar nicht mein Buch.

Fazit:
Trotz meiner sehr negativen Worte fand ich einige Dinge der Geschichte recht in Ordnung. So gefiel mir von den eher blassen und distanzierten Charakteren gerade die Stalkerin am Besten, der Schreibstil gefiel mir und auch der Beruf der Hypnotherapeutin konnte mich überzeugen.
Was Beziehungen, Handlung und insbesondere die Spannung angeht ist das Buch aber definitiv ein totales No-Go. So viel Langeweile hatte ich beim Lesen noch nie!


SEAL Team 12: Gefährliche Suche
SEAL Team 12: Gefährliche Suche
von Marliss Melton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Viele Emotionen und doch nicht so gut wie die Vorgänger!, 10. Mai 2014
Der Prolog ist ein winziger Augenblick in der Vergangenheit, denn man erlebt, wie Solomon zu einem so augenscheinlich kalten und unnahbaren Mann geworden ist. Ohne irgendeinen scheinbaren Grund verliert er alles, auch sein Herz. Und sofort kann man ihn besser verstehen und entwickelt erstmals Sympathie. Ein besseren Auftakt gibt es nicht!
Weiter geht es dann mit der richtigen Handlung in der Gegenwart und zwar bei Jordan in Venezuela. Beim Überfall der Guerilla-Kämpfer kommt sofort Spannung und Action auf – Jordan erleidet Todesangst! Und nicht nur sie, auch ihr Pflegesohn Miguel ist in Gefahr. Man leidet und fiebert förmlich mit, doch für den Beginn eines Buches sind es hier viel zu viele Emotionen, man wird regelrecht von ihnen erschlagen!
Die Handlung nimmt so ihren Lauf, die SEALs treten auf den Plan und befreien Jordan. Zurück in den USA verflucht sie immer noch Solomon, der ihr ihren Sohn entrissen hat. Verzweifelt kratzt sie jeden Cent zusammen, um zurück zufliegen. Doch in Venezuela wird es gefährlich: Bürgerkriege toben.
Doch bald kreuzen sich ihre und Solomons Wege: sie braucht Geld, um ihren Miguel aus Venezuela zu holen und er braucht eine fähige Lehrerin für seinen Sohn.
Neben dem Hauptstrang mit Solomon & Jordan begleitet man auch ihre Schwester Jillian bei ihrem Leben. Es treten noch mehr Stränge auf den Plan, zum Beispiel Ellie Stuart, Rafael und auch Miguel. Man kann trotzdem gut den Überblick behalten und die Story ist sehr abwechslungsreich.

Womit ich nun ein Wort zu den Charakteren verliere, die mir bis auf ein paar wenige Abzüge alle sehr gut gefielen! Jordan ist eine sehr herzliche Person, die in ihrem jungen Leben jedoch schon viel Mist durchgemacht hat. Nach einer Scheidung und einem verlorenen Kind sucht sie Liebe bei ihrem Pflegesohn Miguel, der Alles für sie ist. Sie ist recht kämpferisch, hat aber natürlicherweise auch Angst vor den Guerillas und um ihr Leben. Jordan ist eine sehr natürliche, starke Frau, die man gern begleitet.
Auch zeigt sich Solomon von seinen zwei Seiten und bekommt mehr Facetten. So war er in „Bittere Vergangenheit“ ein richtig gemeiner Bad-Boy und ist immer noch ungehobelt, plump und sexistisch, doch steckt viel mehr hinter dieser harten Fassade: ein gebrochenes Herz und ein verlorener Sohn. Im Laufe der Geschichte blüht Solomon auf, zeigt schier unentdeckte liebevolle und sanfte Seiten; kann sich damit auch selbst überraschen. Irgendwann kann man ihn einfach nur noch lieben, auch wenn er natürlich ein paar wenige eigenartige Charakterzüge beibehält, aber so ist er immer noch er selbst und das ist auch gut so! Alles andere wäre unglaubwürdig gewesen.
Weitere Personen, wie Jordans Schwester Jillian und der Detektiv Rafael bekommen ihre kleine aber schöne Geschichte im Buch und überzeugen. Auch eine Frau namens Ellie Stuart spielt zusammen mit ihren Kindern eine entscheidende Rolle – auch wenn es hier dann insgesamt Abzüge gibt: hochgerechnet waren es bei recht wenigen Personen einfach zu viele schlimme Schicksalsschläge und damit für mich auch zu viel Zufälle.

Zur Beziehung zwischen Solomon und Jordan kann man nur sagen: es geht dann doch recht flott! Am Anfang können sich beide nicht ausstehen, nähern sich nach und nach etwas an, aber eher auf körperliche Weise. Jordans weitere Gefühlsentwicklung ist noch gut nachvollziehbar, aber bei Solomon ging es mir dann doch etwas zu schnell. Natürlich liebe ich die beiden zusammen trotzdem, sie sind wie Feuer und Wasser: unterschiedlich und zugleich doch perfekt füreinander geschaffen.
Die Spannung steigert sich im gesunden Maß, Schritt für Schritt. Egal, ob man hierbei den Krieg in Venezuela verfolgt, Jillian oder eben die feurige Beziehung von Jordan und Solomon. Man bleibt einfach immer dran! Vor allem in Venezuela steigert sich die Lage enorm; es ist unglaublich angespannt und sehr heftig, was dort abgeht.
Insgesamt habe ich durch den Inhalt anderes erwartet, so kam das Ende und der „Showdown“ für mich doch ganz anders. Man erwartet große Gefahren, aber irgendwie war ich nicht so gepackt, wie ich es hätte sein sollen. Der Funke zum Überspringen hat gefehlt. Etwas enttäuscht war ich schon, auch wenn ich die vielen schönen Happy-Endings bezaubert fand; Abzüge vorprogrammiert! Auch wenn das Buch emotionaler als je herbeikommt!

Fazit:
Der fünfte Band des zwölften SEAL-Teams rund um Solomon und Jordan weist vieles auf: einen unglaublichen Auftakt zu Beginn, ein Übermaß an Emotionen, die man nach und nach besser verarbeiten kann und unzählige herzzerreißende Bande der Liebe. Doch gehen für mich manche Entwicklungen zu schnell und der große Funke sprang nicht so richtig über. Dennoch bin ich sehr überzeugt von dem Buch und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen!


The Darkest London - Im Bann des Mondes
The Darkest London - Im Bann des Mondes
von Kristen Callihan
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Zurück in die magische Unterwelt Londons!, 30. April 2014
Im zweiten Band über das London Ende des 19. Jahrhunderts geht es um Daisy, Mirandas Schwester, welche mit einem Mann verheiratet war, den sie zutiefst hast und zu Beginn des Buches nun über ein Jahr verstorben war. Auf einer Feier, die Daisy sich gönnt, wird sie in einen Angriff eines Werwolfs verwickelt, wobei sie aber von Ian Ranulf gerettet wird, bevor sie Teil des Massakers wird. Er nimmt sie anschließend mit in sein Anwesen und pflegt sie gesund.
Ian lernt man schon im ersten Band kennen, wo er wie ein arroganter Mistkerl wirkte und Miranda des Öfteren von Archer trennen wollte – beide haben hier auch ein paar Auftritte.
Zwischen Daisy und Ian erfolgen ein paar erheiternde Szenen, wobei Daisy wirklich schlagfertig und kämpferisch ist, während Ian mit seinem Humor glänzen kann; ihn lernt man von einer völlig anderen Seite kennen! Hingegen verwirrt Daisy an manchen Stellen einen schon ziemlich, da ihr Verhalten oftmals sehr widersprüchlich ist. Auch sind einige Passagen sehr schwerfällig formuliert, was den Lesefluss stört.
Natürlich erfährt man auch hier wieder viel mehr über die magische Seite Londons und die übernatürliche Unterwelt, sowie einiges über Ians Art, die Lykaner, und seinen Clan namens Ranulf. Doch fehlt am Anfang recht viel, man bekommt nur Bruchstücke, was zwar die Spannung steigert, mich aber schier in den Wahnsinn trieb. Es gibt 1000 Rätsel und man selbst hat 0 Durchblick!
Auch über beide Charaktere erfährt man mit der Zeit mehr – so lernt man Ian von seiner weichen, verletzlichen Seite kennen, die schon sehr viel durchgemacht hat und auch Daisys Ehe war nicht die Beste. Aber ihre Herkunft hält auch wieder eine Überraschung bereit, die einen sehr erfreut! Natürlich findet neben der ganzen Liebelei noch die Suche nach dem tollwütigen Werwolf statt, dessen Identität man bald erraten kann, man jedoch den Grund dafür nicht weiß. Es bleibt mysteriös und spannend.
Ian und Daisys Beziehung zueinander entwickelt sich forsch weiter, beide haben nach einigen Anfangsschwierigkeiten etwas zueinander gefunden und necken sich zuckersüß, doch bleiben weitere Geheimnisse immer noch vor dem jeweils anderen verborgen, was alles mal wieder unnötig verschlimmert. Auch wenn mir die dadurch entstehenden Entwicklungen gefallen: schön dramatisch, herzergreifend. Und auch Ians werwolfähnlicher Clan spielt eine größere Rolle, als zuerst angenommen, was mir aber sehr gut gefiel.
Das Ende ist gespickt von unendlich vielen Tränen, Verzweiflung und Trauer. Doch natürlich bleibt ein unsagbar innovatives und durchdachtes Ende nicht aus! Auch wenn viele offene Fragen bleiben – für mich war es doch ein rundes Ganzes geworden!


Guardian Angelinos: Tödliche Vergangenheit
Guardian Angelinos: Tödliche Vergangenheit
von Roxanne St. Claire
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Ein Hin und ein Her - hätte besser sein können!, 29. März 2014
Das Buch beginnt in meinen Augen recht gut: der Prolog spielt in der Vergangenheit und nach wenigen Überlegungen kriegt man auch raus, um welche zwei Personen es sich handelt. Eine junge Frau stiehlt für einen gesuchten Verbrecher aus ihrem Labor Gift, da sie ihm hoffnungslos verfallen ist. Er nutzt sie indess nur aus und nach einem kleinen Techtelmechtel ist das Ganze auch vorbei – natürlich ist kein Wort ohne Grund geschrieben und die Relevanz wird auch anschließend bestätigt.
Weiter geht es mit der eigentlichen Handlung in der Gegenwart: Devyn steht vor dem Haus ihrer leiblichen Mutter, das sie ausfindig gemacht hat, da sie ihr nicht nur etwas Wichtiges sagen muss, sondern sie auch endlich kennenlernen will. Sie will sie warnen, da sie womöglich durch Devyns toten Mann in Gefahr schwebt. Doch beim Eintreffen schwebt Devyn selbst in Gefahr, man hat keine Ahnung was vor sich geht und sie muss versuchen, da irgendwie schnell wieder raus zu kommen. Was für eine unerwartete Spannung gleich am Anfang!
Es dauert auch nicht lange, da legen die Guardian Angelinos los und holen ihren ersten Auftrag ein, der natürlich mit Devyns Rückkehr in die Staaten zu tun hat bzw ihrem Verschwinden aus Belfast, was Marc in einem Undercover-Job erledigen soll.
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Die beiden Hauptcharaktere durfte man schon in dem Vorgänger kennenlernen, mehr oder weniger. Devyn Sterling ist frische Witwe, da ihr Ehemann ermordet worden ist. Sie ist von einer reichen Familie adoptiert und streng erzogen wurden. Ihre Eltern kennt sie am Anfang des Buches nicht, doch weiß sie über die Gene ihres Mafia-Vaters Bescheid und sucht jetzt ihre leibliche Mutter. Devyn selbst ist eine sehr ehrgeizige Person, die im Herzen sehr tief verletzt wurde: immer allein und weiß nicht, wo sie hingehört. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie und Liebe.
Ihr männlicher Gegenpart dazu ist Marc Rossi, ein sehr charmanter und gutaussehender Mann, der sie aus Belfast rausholen soll. Er ist der Cousin von den Angelino-Zwillingen, die den ersten Band der Trilogie dominieren. Marc selbst hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und wünscht sich ebenso eine Familie, doch will er sich gleichzeitig nicht mehr so stark auf eine Frau einlassen. Er ist ein herzensguter Mensch, der alles für seine ihm geliebten Menschen tut.
Damit definiert sich auch die Beziehung der beiden ziemlich gut: ihre erste Begegnung ist ziemlich charmant von Marcs Seite aus, der die wirkende Eisprinzessin Devyn versucht zu knacken. Schon bald verbringen sie mehr Zeit miteinander und ihre Beziehung entwickelt sich süß weiter. Auch wenn es zwischenzeitlich viele ungesagte Worte und Geheimnisse gibt, die es bei Aussprache einfach erleichtert hätten, gefielen mir die beiden im Großen und Ganzen ganz gut zusammen. Auch als einzelne Charaktere können sie überzeugen, auch wenn Devyn auf mich an manchen Stellen einfach überzogen wirkt und damit auch unrealistisch.
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Das ist aber nicht der einzige Punkt, für den es Abzüge gab. Manche Stellen im Buch sind sehr unüberlegt und als das Unwissen der Charaktere über Synapsen und Nervenzellen thematisiert wurde, geriet ich doch wirklich ins Stutzen – denn das lernt man doch mit Sicherheit in der Schule! Mal davon abgesehen, dass im Laufe der Geschichte manche Stellen sehr vorhersehbar waren. Außerdem fand ich die Handlung manchmal sehr zerstückelt; es wurden viel zu viele Puzzle-Teile geboten. Schlussendlich gibt es auch viel zu viele Zufälle. Es ist normal, dass Marcs komplette, riesige Familie alle einen Teil zu der Sicherheitsfirma beitragen können: egal ob Hacker, Ex-Soldat oder Ähnliches: wirklich alles ist vertreten!
Doch kann das Buch einen auch emotional berühren, jedenfalls ging es mir an manchen Stellen so. An einigen Stellen bringt St. Claire auch richtig gute Ideen und Wendungen ein, sodass ich meistens Hin und Her gerissen war.
Allerdings gibt es da auch wieder das Gegenteil: sie wollte es irgendwann zu interessant machen. Die Folge: 10.000 Täuschungen, Irrungen und Wirrungen, wo keiner mehr den Durchblick haben kann. Einige Fakten wirken echt durchgeknallt und so unpassend zum Rest. Wo dann das Ende wieder dagegen spricht, denn das war total rührselig, süß und doch dann zu perfekt.

Fazit:
Für mich war „Tödliche Vergangenheit“ eine halb tödliche Achterbahnfahrt, die ab und an richtige Tiefflüge hatte. Die Idee klingt wirklich nicht schlecht und sie wird teilweise auch richtig gut umgesetzt, aber eben nur teilweise. Die weibliche Hauptperson wirkt an manchen Stellen überzogen, auch wenn ich ansonsten nichts gegen die Hauptcharaktere und ihre Beziehung hatte und sie mochte. Doch die Handlung ließ mich einmal jubeln und einmal wütend zurück – so viel Abwechslung und dann teilweise so ein Quatsch vertrage ich wirklich nicht. Band Drei möchte ich nicht lesen, da gefällt mir nicht einmal mehr das Hautpaar. Eingeschränkte Empfehlung, es gibt bessere Bücher aus dem Genre!


Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman
Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman
von Cristin Terrill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Jagd durch die Zeit!, 21. März 2014
Beginnen tut das Buch in der späteren Zukunft, in der die Welt schon von Terror und Gewalt regiert wird. Em sitzt seit einigen Monaten in einer Gefängniszelle und muss jeden Tag Befragung und Folter über sich ergehen lassen, da sie wertvolle Informationen für den sogenannten Doktor besitzt, der die ganze Welt in einen Abgrund gerissen hat. Man weiß zunächst gar nicht so richtig, was passiert, verfolgt die Handlung aber gern.
Auch von ihrem Zellennachbarn Finn erfährt man bald mehr – was mit ihnen und der Welt passiert ist, löst sich Stück für Stück während der Geschichte, was ich gut so fand. Es wurden immer gerade genug Informationen gegeben, dass man spannend dabei bleibt. Merkwürdige Vorkommnisse und Erinnerungen, so wie eine mysteriöse Botschaft tun ihr Bestes, um dies noch zu verstärken. Terrill weiß, wie man von Anfang an mit Spannung fesseln kann – denn dann erfährt man die Lösung, wie die Welt gerettet werden kann: Em und Finn müssen in die Zeit zurückreisen in der alles begann und alle Fehler gerade biegen, bevor sie passieren.
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Dies geschieht dann auch: Em und Finn gelangen zurück in die Vergangenheit. Und nun begleitet man parallel zu Em auch noch Marina, ihr altes Ich, welches vier Jahre zuvor lebt. Hier merkt man, wie unterschiedlich die beiden Charaktere doch sind und wie sie die Zeit verändert hat.
Marina ist eine reiche, etwas versnobte und total naive, junge und schwer verliebte Jugendliche, die alles dafür tun würde, ihrem Schwarm James näher zu sein. Während Em von ihrer Geschichte gezeichnet ist, ungebrochen, und dennoch mit Narben bedeckt – willensstark, mutig und doch emotional stark beeinflussbar. Eine Entwicklung, die nachvollziehbar ist und sie trotzdem die gleiche Person bleiben lässt. Finn ist und bleibt der gute alte Finn: humorvoll, herzensgut und er tut alles für die Personen, die er liebt. Natürlich hat er später auch so seine Narben bekommen, aber er bleibt sich treu und wirkt authentisch. Der junge James ist mit einem IQ von 186 nicht nur schlau, sondern auch sehr angesehen und gutaussehend, was er aber kein bisschen ausnutzt. Er nutzt meist seine Intelligenz und ist ansonsten ein normaler Junge, der die beiden Kampfhähne Marina und Finn zusammenhalten kann, weil die beiden ihn lieben.
Insgesamt kann ich zu den Charakteren sagen, dass sie nicht ganz so viele Facetten haben, wie ich es gewohnt bin. Aber sie bleiben einem auch nicht fremd, man wird schon zum Mitfiebern animiert und leidet teilweise auch wie sie.
Eine große Liebesgeschichte sollte man hier jedoch nicht erwarten. Diese wird zwar immer wieder etwas angeschnitten, doch hat sie Terrill nie so richtig präsent werden lassen. Unterhalten tut sie trotzdem gut!
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Die Sichtweisen von Em und Marina wechseln sich in einem guten Rhythmus miteinander ab, der die Spannung eindeutig oben hält. Nebenbei versucht man schon, die beiden Zeiten miteinander zu kombinieren um auf die Lösung vom Problem zu kommen und um die Lücken zu schließen, doch das ist hier wirklich gar nicht so einfach. Man rätselt einfach immer mit und Informationen, die wie Brotkrumen fallen gelassen werden, saugt man begierig auf wie ein Schwamm.
Natürlich treffen auch irgendwann die verschiedenen Ichs aufeinander – Chaos ist da vorprogrammiert. Emotionen können kaum mehr getrennt werden. Dazu kommt nämlich, dass auch die Zeit gegen Em und Finn arbeitet, die versucht sie zu zerreißen. Eine leichte Ungeduld machte sich bei mir breit, weil ich es kaum noch erwarten konnte, dass das Finale endlich beginnt. Spätestens im letzten Drittel des Buches wird übrigens auch der Titel „Zeitsplitter“ klar – phänomenale Lösung!
Als es schließlich zu einer erschütternden Wendung kommt, die vieles ändert, liegen meine Nerven blank. Irgendwie hatte ich zwar komplett etwas anderes erwartet, und doch kann das Buch mich begeistern so wie es ist.
Und am Ende? Tja, da war ich mehr als nur platt! Man braucht hier ein bisschen, bis man voll durchblickt, denn Zeitreisebücher sind meistens kompliziert und verwirrend gegen Ende. Hier konnte man nach einigen Kombinationen jedoch durchsteigen und der phänomenale Ausgang lässt mich wirklich nicht so schnell los! Auch wenn die große Frage jetzt ist: Warum eine Fortsetzung?

Fazit:
Für mich war „Zeitsplitter“ definitiv ein sehr gutes Buch, auch wenn es anders war, als ich erwartet hatte. Es kann überzeugen mit einem immerwährenden Rätsel, einer spannenden Jagd und einer fesselnden Geschichte. Die Charaktere sind authentisch und man versteht, warum sie eben so handeln, wie sie es tun. Die Liebesgeschichte steht nicht im Vordergrund, was hier absolut passend ist. Das Thema Zeitreise wird gut verarbeitet und meiner Meinung nach perfekt dargestellt. Hier gibt es einfach keine Abzüge! Uneingeschränkte Leseempfehlung!


Der Kelch von Anavrin: Das Herz des Jägers
Der Kelch von Anavrin: Das Herz des Jägers
von Lara Adrian schreibt als Tina St. John
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Schöner historischer Fantasyroman mit kleinen Schwächen!, 8. März 2014
Der Prolog führt einen in die magische Geschichte um Anavrin und den Drachenkelch perfekt ein. Man wird vertraut gemacht mit der Legende und der Ausgangssituation und das in einem sehr schön erzählenden und epischen Schreibstil. Da kommt Märchenfeeling auf!
Anschließend lernt man Ariana kennen, die auf dem Weg ist ihren Bruder Kenrick zu befreien, welcher in Frankreich gefangen gehalten wird. Schon hier treten größere Schwierigkeiten und Gefahr auf, die die Handlung ins Rollen bringen und es interessant machen. Deswegen dauert es auch nicht lange, bis man den unheimlichen, mysteriösen und entstellten Braedon kennenlernt.
Der Schreibstil konnte mich im Prolog noch überzeugen, so wirkt er jedoch nach einiger Zeit etwas gestelzt, teilweise schwierig, dennoch der Zeit meistens ganz angemessen, mit einigen Ausnahmen.
Trotz des historischen Setting ist die Magie immer irgendwie anwesend, wenn auch oft nur unterschwellig. Es macht meistens Spaß, in die Welt zu tauchen, die normal scheint und doch so ihre fantastischen Züge hat. Am Ende fand ich es dann doch schade, dass es so gekommen ist. Aber vielleicht stehen Anavrin und der Kelch in den Folgebänden mehr im Vordergrund. Die Hoffnung ist groß!

Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Handlung kontinuierlich weiter, einige besser als andere. Schon zu Beginn zeigt sich Arianas Charakter: sie ist eine treue und herzliche Seele, mutig genug um eine gefährliche Reise auf sich zu nehmen, aber nicht fehlerlos. Auch wenn sie durch ihre Herkunft anfangs etwas naiv und gutgläubig wirkt, so entwickelt sie sich im Laufe der Zeit, wird bodenständiger, hartnäckiger und hinterfragt mehr. Sie tut für ihre Liebsten alles und wirkt immer fest entschlossen, egal wie es dabei um ihr Leben bestellt ist.
Braedon ist das halbe Buch erst einmal total unnahbar, geheimnisvoll und ein großes Fragezeichen. Gut fand ich, dass er kein perfekter Mann war, weder vom Charakter noch vom Aussehen her – das ist ja leider in vielen Büchern so. Doch plötzlich ändert er sich jedoch, meiner Meinung nach viel zu schnell, und zeigt sein wahres Wesen, das komplette Gegenteil. Für mich ist er weniger gut gelungen als Charakter, wirkt teilweise unglaubwürdig und unfertig. Zwar führt Adrian auch seine negativen Seiten wunderbar auf, doch war einfach seine Wandlung zu schnell und zu abrupt.
Die Beziehung zwischen den beiden prickelt schon, haut mich aber nicht komplett um, wie ich es von Adrian gewohnt bin. Es gibt von Anfang an eine leichte Anziehung, aber Braedon scheint irgendein Spiel mit Ariana zu spielen; natürlich weiß man das nicht genau, da er ja Mr. Mysteriös ist. Durch Braedons schnelle Wandlung, die von einem zum anderen Satz stattfindet, wirkt auch das hier unrealistisch, wenn es auch später zuckersüß wird. Eindeutig Punkte verschenkt!

Im Laufe der Handlung verliert sich die Geschichte leider etwas und ich stellte mir des Öfteren die Frage: „Was hat das eigentlich alles mit Anavrin zu tun?“ Man kann zwar Vermutungen anstellen, aber bis zur Hälfte des Buches ist es unklar und das fand ich wirklich nicht gut. Außerdem kommt das Ganze nicht recht voran und tritt auf der Stelle herum.
Als es dann endlich Mal aufgeklärt wird, kommt auch erstmals so richtig etwas Spannung auf. Es wird im letzten Drittel dramatischer, heißer und verzweifelter und erstmals war ich in der Hochstimmung, die ich bei Adrians Büchern immer verspüre. Dennoch fehlte mir einfach irgendetwas, was ich nicht benennen konnte, auch nach längerer Überlegung nicht. Vielleicht vergleiche ich auch zu sehr ihre Werke, aber an die Vampire kam es einfach nicht ran und das scheint mein Problem zu sein, leider!
Es gibt gegen Ende einige kleine Überraschungen, die mich dennoch nicht vom Hocker hauen können. Die Emotionen konnten mich trotzdem wieder gefangen nehmen und zogen die Bewertung des Buches insgesamt etwas hoch.

Fazit
„Das Herz des Jägers“ ist für mich eine relativ gute Einführung in die Sage rund um das Königreich Anavrin und den magischen Drachenkelch. Leider kommt die Fantasie etwas zu kurz; das Historische überwiegt eindeutig. Der Schreibstil ist nicht so locker und etwas gestellt und auch die Charaktere können nur teilweise überzeugen; einige Entwicklungen waren hier einfach zu schnell, während andere richtig gut gelungen sind. Die Handlung tritt auch etwas auf der Stelle, bis es endlich spannend wird dauert es. Emotional wird es zwar, doch fehlt mir das gewisse Etwas. Weitergelesen wird trotzdem und natürlich auf eine Steigerung gehofft!


Diese eine Woche im November
Diese eine Woche im November
von Michael Wallner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Einfach nur schlecht!, 28. Februar 2014
Unter der Geschichte konnte ich mir anfangs überhaupt nichts vorstellen – ich konnte ja nicht ahnen, dass es auch wirklich nichts ist, was ich bekomme. Gereizt hat mich auch eigentlich nur die schöne Stadt Venedig, die ich jedoch kaum erleben durfte, da darauf gar nicht eingegangen wurde; das Buch hätte wirklich überall spielen können! Es wäre egal gewesen. Es gab keinerlei Venedig-Flair, nichts bezauberndes und vor allem keine Romantik, mit der auf dem Buchrücken so geworben wird! Es gab spärliche romantische Szenen, welche sehr distanziert und emotionslos sind. Meiner Meinung nach dann auch sinnlos.
Was einem auch sofort auffällt ist der kurze, abgehackte Schreibstil des Autors. Dieser erschwerte von Beginn an meinen Lesefluss und machte das Buch für mich zu einer riesigen Qual. Auch mein Verständnis war dadurch beeinträchtigt und ich selbst natürlich sehr genervt. Schon bald lernt man mit diesem Schreibstil Tonio kennen, ein junger Venezianer und ein Dieb, sowie Julia, die mit ihrem Vater dort ist um Urlaub zu machen, wie sie denkt.
Das Buch ist eine totale emotionslose Leere. Kein einziges Gefühl kommt dabei rüber. Außerdem gibt es auch immerzu italienische Passagen, mit denen man einfach nichts anfangen kann ohne Übersetzung und die mich neben dem Schreibstil massiv störten. Die Story selbst beginnt zwar rasant, kann mich jedoch einfach nicht überzeugen. Sie ist total übertrieben und unglaubwürdig, außerdem auch vorhersehbar, merkwürdig, chaotisch und langweilig.
Toni und seine Freundin Pippa sind anfangs außerdem auch sehr unsympathisch. Julia wirkt herablassend, kratzbürstig und stur – natürlich auch nicht so toll! Sie blieben mir allesamt fremd und näher kennenlernen wollte ich sie auch eigentlich gar nicht. Nach Tiefe sucht man hier übrigens auch vergeblich.
Das Buch war irgendwann ein glatter Abbruch, denn ich war mehrmals kurz vorm explodieren und hatte schon sadistische Gedanken – ich rate hier mit dringend davon ab! Außer man braucht vielleicht etwas für den Kamin.


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