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Rezensionen verfasst von
El Hongo (Hessen)

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Dead Letter Office
Dead Letter Office
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,47

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noise from the Attic, 31. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Dead Letter Office (Audio CD)
R.E.M. räumte 1987 den Dachboden aus und preßte die Fundstücke auf Platte. Was rauskam ist ein Muss für Kenner, Sammler und Fans des frühen R.E.M.-Stils der Jahre beim Label IRS. Dieser ist schon auf den Alben ja oft alles andere als radiotauglich, sondern nicht selten gewollt dumpf, schrammelig-karg und mit Stipes rätselhaftem Genuschel etwas fremdartig. Wen es anspricht und fasziniert, der braucht auch diese Platte mit vielen nicht auf Album erschienenen Stücken und nicht zuletzt der vollständig enthaltenen sehr starken "Chronic Town" - EP, der allerersten Veröffentlichung der Band überhaupt.

Wer nur die neueren Stücke oder die bei Warner erschienenen Alben kennt, sollte diesen deutlich kantigeren Verschnitt erst einmal sachte verkosten. Von den letzten Alben enttäuschte Langzeit-Fans (wie ich) haben hier auch nochmal die Möglichkeit zu schwärmerischer Nostalgie. Wenn die drei doch ihren Synthie-Quatsch wegschmeißen und das nächste Album mit einem 500$-Equipment auf einem Dachboden aufnehmen würden...


Mein liebster Feind - Klaus Kinski
Mein liebster Feind - Klaus Kinski
DVD ~ Klaus Kinski

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte einer kreativen Folie à Deux, 21. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Mein liebster Feind - Klaus Kinski (DVD)
Ohne mich groß für diese beiden sehr speziellen Herren Kinski und Herzog zu interessieren, stolperte ich eher zufällig in diesen Film, dessen Anfangssequenz aber bereits verspricht, dass es interessant werden könnte: Vor vollem Saal rastet Kinski aus und tituliert den gerade noch in Sicherheit hechtenden Herzog mit funkensprühenden Augen als "Dumme Sau", der er unmissverständlich "in die Fresse" zu schlagen gedenke. Aha, deshalb also galt Kinski gemeinhin als schwieriger Charakter...noch einige solcher filmischen Zeugnisse und Anekdoten über Kinskis psychopathisches Gebaren folgen und amüsieren.

Werner Herzog führt den Zuschauer zu den wichtigsten Orten seines Lebens, Wirkens und Kämpfens an der Seite von und gegen Klaus Kinski, vornehmlich Drehorte von "Aguirre" und "Fitzcarraldo". So zeichnet ersterer, freilich durch seine Linse, doch ein sehr eindrückliches Bild einer Art Hassliebe, geradezu Abhängigkeit, zueinander, deren Explosivkraft Herzog aber stets in grenzgängerische Kreativität abzuleiten vermochte.

Inwieweit der Film als dokumentarisch angesehen werden sollte, ist jedoch wirklich die Frage. Werner Herzog taugt dazu wohl eher wenig, davon zeugt allein schon sein seltsames durchstilisiertes Auftreten, wenn er vor der Kamera aus dem Nähkästchen plaudert. Eine artifizielle Authentizität, auf die man schon mal allergisch werden kann (vielleicht besser nicht auf Kinski-Art), die letztendlich außer Frage läßt, dass auch dieser Film wohl zu einem großen Teil Kunstprodukt ist, allerdings ein doch zuletzt reichhaltiges und stimmiges.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 21, 2009 1:44 AM MEST


Three Kings
Three Kings
DVD ~ George Clooney
Preis: EUR 7,71

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hollywoodkino goes Realitätssinn, 26. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Schade, dass dieser Film seinerzeit relativ unbemerkt Station in deutschen Kinos gemacht hat, aber nachdem man ihn gesehen gesehen hat, ist auch schwer vorstellbar, wie hierfür im Blockbuster-Stil die Werbetrommel hätte gerührt werden können. Er stellt einfach zu viel in Frage, und wirft im Verlauf eigentlich alles über den Haufen, was man sich unter einem Kriegsaction-Film, oder einer Komödie, einem Abenteuerfilm oder einem "Buddy-Movie", aber auch einem Antikriegsfilm, aus den USA so vorzustellen pflegt.
Dies liegt wohl v.a. daran, dass hier die Filmfiguren als Menschen so Ernst genommen werden, dass gar kein Platz für Stereotypen ist, und wenn, dann nur, um diese umgehend zu demontieren oder in ein beunruhigend zwiespältiges Licht zu rücken. Überwiegen anfangs die Züge derben Army-Klamauks im Stil von M*A*S*H, wird den Zuschauern und auch den Anfangs etwas tumben GIs zunehmend klar, dass der Irakkrieg eine ernste Angelegenheit ist, von der sie auf ihrer illegalen Goldsuche nicht unbehelligt bleiben können.
Anfangs nur an ihrer Bereicherung interessiert und sich locker-zynisch gebend, geht den US-Soldaten bald auch das Schicksal der Zivilisten nahe, die hier auch nicht, wie so oft in Kriegsfilmen, nur passiv am Rande vorkommen, sondern zwischen zwei menschenverachtenden Kriegsmaschinerien als Individuen um ihr Leben kämpfen. Ebenso eindringlich sind Szenen wie die unfreiwillige Begegnung eines der GIs mit einem "Befragungsspezialisten" der irakischen Armee, der sein Handwerk einst als Waffe gegen den Iran bei der CIA gelernt hat, und das in aller Gründlichkeit...und der zudem all das im Krieg verloren hat, was zu Hause auf den Amerikaner wartet. Dergleichen Szenen gibt es viele, und immer balanciert der Film gekonnt zwischen scheinbar Gegensätzlichem, was zuweilen ziemlich verstörend wirkt. Teilweise absurde Komik, wie der Flüchtlingstrek in Saddams ehemaligem Rolls-Royce-Fuhrpark, und dann wiederum die detailierte Innenansicht, was eine Kugel anatomisch im menschlichen Körper anzurichten vermag.
Letztendlich sehen die GIs sich nach ihrer Odyssee, auf der der Film immer mehr in der harten Wirklichkeit des Krieges ankommt,gezwungen, nach menschlichen Gesichtspunkten zu handeln, indem sie sich entscheiden, gegen alle Widerstände den Zivilisten zu helfen. Und das vor allem ohne kitschiges US-Pathos, was "Three Kings" zu einer im Ganzen gesehen etwas surrealen, engagierten Tragikkömodie macht, die zu Herzen, aber doch vor allem an die Nieren geht, und von ihrer Aktualität, wie es leider aussieht, noch auf Jahre hin nichts einbüßen wird.


Hero
Hero
DVD ~ Jet Li
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 8,41

1 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Helden-Hochglanz aus dem Reich der Mitte, 14. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Hero (DVD)
Unstrittig ist, dass dieser Film in einer Bombast-Optik daherkommt, die einfach beeindrucken MUSS. Wenn gigantische Heere mit fliegenden farbigen Bannern in durchgestylter Choreographie im ständigen Pfeilhagel aufeinander losgehen, ist das schon atemberaubend. Auch wenn die Helden sich durch die etwas nebensächliche Story kämpfen, sieht das über weite Strecken enorm gut aus, gerade was Farbe und Licht angeht hat der Film eine eigene beachtenswerte Ästhetik. Dennoch war ich am Ende enttäuscht von "Hero", genau wie vorher von "Tiger and Dragon". Die Negativpunkte hier wie dort waren für mich die wirre Story und die Choreographie in jenen Passagen, in denen sie über die Schmerzgrenze hinaus stilisiert ist und nicht nur unecht wirkt, sondern die Grenze zum Lächerlichen mehr als nur ankratzt. Demnach waren im alten China die physikalischen Gesetze eher videospielartig: Häuserwände senkrecht hochrennen gehörte zum guten Ton und über Wasseroberflächen zu sprinten war allgemein Usus. Manchmal war aber wohl auch ganz einfach Fliegen angesagt. Hinter ebenso immer wieder vorkommenden plötzlichen unverständlichen bzw. unlogischen Handlungen oder Äußerungen kann man natürlich fernöstliche Mystik/Philosophie oder Symbolismus vermuten, aber so ganz befriedigt das ja dann auch nicht. Also, der Film unterhält und beeindruckt, aber mit abstrichen, er wirkte auf mich etwas aufgeblasen durch Effekte, die zwar meistens gut, oft jedoch übertrieben sind, und eben auch in diesem Film nicht alles rausholen können. Die Attentäter-Legende an sich wäre auch zu schnell erzählt.

Meine Hoffnung, in "Hero" etwas von dem Jet Li der brillianten Tsui-Hark Kung-Fu Filme aus den Hongkong-Zeiten des Stars wiederzusehen, wurde nicht erfüllt. Seine unglaubliche Körperbeherrschung kommt durch Überstilisierung der Kämpfe wenig zur Geltung, und seine Präsenz durch den allgemeinen Bombast leider auch nicht.


Ich mache mir Sorgen, Mama
Ich mache mir Sorgen, Mama
von Wladimir Kaminer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilig und witzig, Genosse, 11. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Ich mache mir Sorgen, Mama (Taschenbuch)
"Ich mache mir Sorgen, Mama" war sozusagen mein Zufalls-Erstkontakt mit dem Kult-Exil-Russen Kaminer, den ich durch Hype und TV natürlich kannte, aber mir unter seinem Werk nichts genaueres vorstellen konnte. In Lesestoffnot in der Bahnhofsbuchhandlung abgegriffen, stellte sich das Büchlein als ideale Zuglektüre heraus, sofern es dem Leser nichts ausmacht, das Bahnabteil durch eventuelles öffentlichen Losprusten zu beleben bzw. zu irritieren. Denn viele der jeweils einige wenige Seiten umfassenden Episoden sind wirklich genial, z.B. jene über die Auswirkungen der Geologen-Verklärung in sowjetische Liedern auf das Weltbild der Kinder des Autors. Andere Passagen werden im gleichen durchgehenden lakonisch-skurillen Stil präsentiert, zünden nicht alle zuverlässig, bleiben aber immer lesenswert. Das Buch selbst ist sehr kurz und hält vielleicht 4 mittlere Bahnfahrten lang. Ich hatte mir persönlich zugegebenermaßen nach all der Publicity und den begeisterten Kritiken etwas mehr literarische Tiefe vorgestellt, und finde nun, nachdem ich auch "Militärmusik" (mit Vergnügen) gelesen habe, das Kaminer eben doch im Grunde limitiert ist auf leicht skurille bis total aberwitzige Anekdoten aus einem mehr oder weniger widrigen Alltag oder seine Ostblock-Erinnerungen, die in lakonisch-warmherzig-erduldendem Stil dargeboten werden, der mitunter auch etwas leicht Melancholisches, möglicherweise ja der der allgemein bekannte Schwermut der russische Seele, durchscheinen läßt. Gerade die Geschichten, die von der sozialistische Zeit des Ostblock-Lebens berichten, sind aber auch inhaltlich gehaltvoll und interessant. Kaminer also, charmanter Botschafter der Absurdität des Alltags mit heißem Draht zum Ostblock-Chaos und großem Unterhaltungspotenzial.


Die rote Couch. Roman
Die rote Couch. Roman
von Irvin D. Yalom
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychotherapie-Panorama der amüsanten Art, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Die rote Couch. Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein klein wenig anders als die anderen Yalom-Romane, die ich alle durchweg sehr wertvoll und empfehlenswert für alle Leser mit Interesse an Psychologie fand. "Die Rote Couch" ist deshalb mein Favorit, weil es in weiten Teilen einen sehr ironischen Blick auf die Institution Psychotherapie wirft, und eigentlich in allen Handlungssträngen eine bis zum gesunden Sarkasmus reichende Überspitzung die Geschichte in Richtung einer sanften Parodie führt. Nicht falsch verstehen, Yalom meint es wie immer absolut Ernst mit der heilenden therapeutischen Arbeit, der offenen und ehrlichen Begegnung. Aber er richtet seinen Blick auch auf Koryphäen und analytische Institute, die durch Hybris und verkrustete Selbstherrlichkeit genauso schnell in einen Strudel menschlicher, allzumenschlicher Kalamitäten geraten wie ihre Klienten. So muss der junge Therapeut Ernest Lash gleich am Anfang einen einstmals als Lichtgestalt verehrten Kollegen in einem Prozess wegen sexuellen Missbrauchs einer Patientin absägen. Im Folgenden führt Yalom durch eine Vielzahl an Psycho-Schauplätzen und Begebenheiten, die sich nicht so sehr wie z.B. "Die Schopenhauer Kur" oder "Als Nietzsche weinte" in der Hauptsache auf eine Begegnung zweier bestimmter Menschen richtet, sondern viele mehr oder weniger tragende Figuren und Handlungsstränge einführt. Lash hilft einem Mann, sich von seiner herrschsüchtigen und jähzornigen Frau zu trennen, diese beschließt daraufhin, sich an Lash zu rächen, indem sie sich "zum Schein" bei ihm therapieren lassen, ihn dann verführen und ihn vor Gericht bringen will. Währenddessen ist Lashs Supervisor in Führungskämpfe an der Analytischen Gesellschaft von San Francisco verwickelt und läßt sich mehr und mehr vom Macht- und Statusdrang beherrschen, was natürlich nicht gut ausgehen kann. Man spürt beim Lesen, dass Yalom all das, was er beschreibt, wohl in seiner langen Praxis in der einen oder anderen Form wirklich so oder so ähnlich erlebt hat, jedenfalls klingt es bei aller Überzeichnung immer noch irgendwie plausibel, und hält den Leser mit Interesse für dieses Gebiet vorzüglich bei Laune.


O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee
O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee
DVD ~ George Clooney

7 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht so besonders..., 8. August 2006
Dieser Film wurde mir von allen Seiten voll überbordender Begeisterung empfohlen, und klang auch vielversprechend abgedreht, wobei ich jedoch schon wußte, dass die spezielle Coen-Abgedrehtheit nicht mein Favorit in dieser Hinsicht ist. Leider blieb der Film dann noch unter den niedrigsten meiner Erwartungen zurück. Die Absurdität wird viel zu dick und plump aufgetragen, und das erklärte Ziel, unbedingt die Begebenheiten der Odyssee in die Flucht der drei durchgeknallten Protagonisten zu packen, erstickt den Film in zuviel gewollt wirkender Wirrheit, auf die immer noch eins draufgesetzt wird.

Ganz schlecht ist der Film allerings auch nicht. George Clooney hat sichtlich Spaß an seiner pomadisierten Rolle und kommt darin rüber als wäre der unverschämte McGill seine zweite Haut. Die Südstaaten der 1920er wirken in tollen Bildern extrem südstaatlich, genauso der Top-Soundtrack. Manche Gags und Skurillitäten zünden wirklich, einige Figuren sind super, aber irgendwie wirkt alles zu überfrachtet, und allein Clooneys Pomade kann die Story nicht zusammenhalten. Wenn schon Coen, dann lieber "Lebowski".


Der Alchimist
Der Alchimist
von Paulo Coelho
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

23 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Erbauungs-Fast-Food, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Alchimist (Gebundene Ausgabe)
Nichts gegen Sehnsucht und Sinnsuche, im Gegenteil, aber was Paulo Coelho in "Der Alchimist" unter diesem Stempel von sich gibt, ist Drive-In-Esoterik der gehaltlosen Art, und deshalb ärgerlich, weil dann standesgemäß Verschleierung ebendieser Dürftigkeit das eigentliche Buch ausmacht. Durch "Geschmacksverstärker" wie Pseudo-Mysterium, Andeutung "höheren Wissens", das nicht vorhanden ist, oder gar keines ist, prätenziösem, wichtigtuerischem Schreibstil, irrationaler Symbolik und albernen Fügungen, die die Sache abrunden, bis alles auf magische Weise zusammenpaßt, bauscht er hier seinen Schmonzens zur klassischen Convenience-Selbstfindungs-Fabel auf, die in erträglichem Rahmen auf zehn Seiten hätte erzählt werden können bzw. müssen. Zu seinem eigenen finanziellen Besten scheint Coelho jedoch erkannt zu haben, dass die Fast-Food-Philosophie auch in seinem Metier greift, und als personifiziertes großes "M" des Erleuchtungs-Marketings kreiert er folgerichtig einen weiteren Burger.


Fiskadoro
Fiskadoro
von Denis Johnson
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Post-apokalyptischer Trip, 5. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Fiskadoro (Taschenbuch)
...und irgendwie hätte Johnson für mein Empfinden viel mehr daraus machen können, nämlich einen gehaltvollen Roman. Dass er das gekonnt hätte, steht wohl außer Frage, aber es war wohl ganz einfach nicht seine Absicht. Das hat auch seine Konsequenz, denn damit läßt er das verstörende Panorama der fiebrigen, verwirrten, ins archaische zurückgeworfenen menschlichen Zivilisationsreste nach einem Atomkrieg, welches er in traum- bzw.- alptraumhaften Bildern heraufbeschwört, unkommentiert stehen und somit ungefiltert auf den Leser wirken. Das fesselt zwar streckenweise, doch fehlt für einen bleibenden Eindruck für meinen Geschmack doch ein tragender Körper, eine kohärente Handlung. Die Personen bleiben nurmehr Teile des Panoptikums, insb. die Titelfigur, Fiskadoro, bleibt blaß. Mr.Cheung, der mehr oder weniger verzweifelt an untergegangenen Zivilisationswerten festzuhalten versucht, erscheint noch am ehesten greifbar, ansonsten scheint hier wirklich einiges an LSD in den Schaffensprozess geflossen zu sein, das Buch wirkt dementsprechend "outspaced". Es hat Stärken wie z.B. die mehr oder weniger überzeugenden Schilderungen der post-atomaren Normalität und insb. deren skurille Blüten, wenn ekstatische Prediger die Wiederkunft Bob Marleys, des Erlösers, ankündigen, oder ein Pirat namens "Cassius Clay Sugar Ray I." den Jugendlichen von seinen Abenteuern und seiner Selbstfindung erzählt. Doch es blieb ein schaler Nachgeschmack, insgesamt fehlen jegliche Feinheiten in der Interaktion der Figuren, die insgesamt recht unpersönlich wirken.


Die üblichen Verdächtigen
Die üblichen Verdächtigen
DVD ~ Kevin Spacey
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 31,56

23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Überraschungs"-Erfolg, 19. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Die üblichen Verdächtigen (DVD)
Kleiner Tip vorweg: wer diesen Film das erste Mal zu sehen gedenkt, sollte am besten weder diese noch die anderen Rezensionen oder Beschreibungen lesen, sondern sich vor dem Kinoabend einfach in eine möglichst unbedarfte naive Grundeinstellung bringen, die DVD einschieben und der Dinge harren, die da kommen mögen.
Da ich eh naiv bin war dieser Film für mich ein wirklich großes Kinoereignis. Aber auch für aufgeweckte ist er sicherlich gut genug gemacht. Wie andere Rezensenten irgendwie die Auflösung so gar nicht überraschend fanden ist mir ein echtes Rätsel. Deshalb fünf Sterne für den hier mal wieder genialen Kevin Spacey, fünf Sterne für die Story, die er als Kleinganove "Verbal" auf der Wache dem Zollkommissar von den mysteriösen Geschehnissen rund um die "Sache mit dem Schiff" und der Rolle eines gewissen "Keyser Soze" zu erzählen hat. In Rückblenden wird diese komplexe Geschichte um einen großen aber stets geheimnisvollen Coup, der von einer Gang schräger Typen (u.a. auch Verbal) gedeichselt werden soll, mitreißend geschildert. Fünf Sterne dann auch für den Knalleffekt am Ende, und weitere fünf für das mehrfache HÄ?, das einen danach sobald nicht mehr loslassen wird. Natürlich kann man die ganze Geschichte dann ad absurdum führen, bis der Film rückblickend gesehen eigentlich keinen Inhalt mehr hat...oder? Moment mal, aber wie war denn das da in der einen Szene...gleich nochmal anschauen!


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