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Rezensionen verfasst von
W. Öschelbrunn (Berlin)

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Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
von Ronald Reng
  Gebundene Ausgabe

141 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch läßt mich fassungslos zurück., 14. Oktober 2010
"Der Tod eines depressiven Menschen ist niemals eine freie Entscheidung. Die Krankheit verengt die Wahrnehmung so sehr, dass der Leidende nicht mehr versteht, was es heißt zu sterben. Er glaubt es hieße nur, die Krankheit loszuwerden. (...) Robert Enke war am Dienstag, den 10. November 2009, acht Stunden in der Nähe von Empede umhergefahren. (...) Dann fuhr er an Empede vorbei zum nächsten Bahnübergang in Eilvese. (...) Er wußte, dass um 18.15 Uhr der Regionalexpress aus Bremen ohne Halt durch Eilvese hindurchraste."

Ronald Reng schildert auf knapp über 400 Seiten das Leben und die Fußballkarriere von Robert Enke bis zu jenem verhängnisvollen regnerischen Tag vor einem Jahr. Enkes Familie, Freunde und Weggefährten kommen zu Wort und man merkt ihnen an, wie erleichtert sie waren, sich das Geschehene von der Seele reden zu können. Der Leser erfährt von ersten Angstzuständen des jugendlichen Zweitligatorhüters von Carl Zeiß Jena, vom Ausbrechen einer massiven klinischen Depression während der Zeit beim FC Barcelona, die Enkes Karriere bereits 2003 fast beendet hätte. Es folgte die mühsame, schrittweise Rückkehr in die Normalität eines Profisportlers und nach dem Comeback in der Bundesliga für Hannover 96 und für die deutsche Nationalmannschaft der nächste schwere private Rückschlag.

Die Schilderungen über die Monate während der zwei akuten depressiven Schübe 2003 und 2009 sind schockierend. Die Auszüge aus Robert Enkes "Depri-Ordner", Tagebuchaufzeichnungen eines zutiefst verzweifelten Menschen, haben mich seitenlang nur mit Gänsehaut weiterlesen lassen.

Trotz der Tragik dessen, was Ronald Reng zu schildern hat, schafft er es auch die glücklichen Zeiten im Leben Robert Enkes in Erinnerung zu rufen. So streut Reng eine Vielzahl wunderbar skurriler Begebenheiten aus der Welt des Fußballs ein. Dennoch ist "Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben" natürlich kein Buch nur für Fußballfans. Einige Kapitel sind so packend geschrieben, dass ich mich daran erinnern mußte, dass es sich nicht um einen Roman handelt.

Es bleibt die Frage nach dem Warum. Reng führt die Frage, wie Enke zu retten gewesen wäre, nicht zu einer expliziten Antwort. Er nimmt die Familie und Freunde, die über Enkes Erkrankung Bescheid wußten und das jahrelange Versteckspiel erst ermöglicht haben, ausdrücklich in Schutz. Zurecht weist Reng darauf hin, dass auch die direkt betroffenen Familienangehörigen und Freunde mit Extremsituationen konfrontiert worden sind, die nachträgliche moralische Bewertungen vermeintlich unverantwortlichen Handelns nicht zulassen. Und doch wird deutlich, dass Reng genauso wie so viele andere, die diesem ganz besonderen Menschen die rettende Hand von Herzen gewünscht hätten, beim Schreiben fast daran verzweifelt ist, wie wenig es gebraucht hätte, um den 10. November 2009 zu verhindern.

"Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben": Ein bewegendes, großartiges Buch über einen Menschen, der unvergessen bleibt.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 10, 2012 7:44 PM MEST


Der Spion der Zeit
Der Spion der Zeit
von Marcelo Figueras
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Exorzist läßt grüßen - Finger weg von diesem Buch., 13. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Spion der Zeit (Gebundene Ausgabe)
Marcelo Figueras "Der Spion der Zeit" gehört leider in die (lange) Reihe derjenigen Romane, deren Klappentext dem Leser geradezu arglistig etwas vortäuscht, was mit der Romanrealität wenig bis nichts zu tun hat. Was als Politthriller aufgemacht ist, enttarnt sich leider als pseudoreligiös bis esoterisch verbrämter Schundroman.

Die ersten drei Romanteile erfüllen noch - in engen literarischen Grenzen - die Erwartungen: Der Inselstaat Trinidad befindet sich auf dem schwierigen Weg zurück zu demokratischer Normalität. 10 Jahre herrschte zuvor eine vierköpfige Militärjunta ("Die Prätorianer") und verwandelte das Land in eine gesellschaftliche Wüste entstellt von Massengräbern voll anonymer Opfer und Ghettos der asiatischen Billiglohn-Sklaven. Die den ehemaligen Machthabern gewährte Amnestie ist entsprechend umstritten. Als innerhalb kürzester Zeit zwei der vier Prätorianer bestialisch ermordet werden, drängt die unbewältigte Vergangenheit zurück ans Tageslicht. Der äußerst bizarre Kommissar van Upp, der die Zeit der Militärdiktatur in einer Irrenanstalt verbracht hatte, wird mit der Aufklärung der Morde beauftragt.

Schon diese ersten drei Romanteile leiden darunter, dass sowohl der Handlungsstrang als auch die Mehrzahl der Figuren maßlos überkonstruiert ist. Der Lesefluß leidet unter dem resultierenden Wirrniss von Bedeutungssträngen. Nimmt die Handlung ab Seite 150 etwas Struktur an und Fahrt auf, erwartet den Leser bereits auf Seite 207 das abrupte Handlungsende. Es folgen weitere 70 (!) Seiten, in denen der Romanplot nachgelagert entschlüsselt wird. Die Auflösung eines komplexen Romanplots in Form eines knapp 20-seitigen Abschiedsbriefs des suizidalen Täters, gehört zu den bemerkenswertesten Beispielen mangelnder erzählerischer Kreativität, die mir bisher untergekommen sind.

Figueras schwingt sich im Anschluß aber zu einem weiteren Höhepunkt seiner völlig sinnfreien "Erzählkunst" auf: Nicht genug damit, dass Kommissar van Upp als unehelicher Sohn des Papstes geoutet wird. Nein, als ganz besonderes Highlight, greift nun auch noch ein durch die Jahrhunderte wandernder Racheengel in die Handlung ein, der seinerseits von einer weltweiten Organisation gejagt wird, die durch seine Ermorderung die Wiederkehr Gottes erreichen will. Die an dieser Stelle in meiner ursprünglichen Rezension dieses Buches folgende Gesamtbewertung, führte zur Nicht-Veröffentlichung der gesamten Rezension durch Amazon.de. Daher belasse ich es nun bei der Feststellung, dass ich noch nie einen schlechteren Roman gelesen habe.

PS) Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen sonstigen Autoren, deren Werke ich mit einem Stern bewertet habe. Hätte ich seinerzeit "Der Spion der Zeit" schon gekannt, wären sie sicherlich mit zwei Sternen davongekommen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2013 11:41 AM MEST


Seeing
Seeing
von Jose Saramago
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,45

4.0 von 5 Sternen Stell Dir vor es ist Wahl und keiner geht hin ..., 29. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Seeing (Taschenbuch)
Nach "Deaths with Interruptions" und "Blindness" ist "Seeing" die dritte Novelle des portugiesischen Nobelpreisträgers Jose Saramago, die ich gelesen oder besser gesagt verschlungen habe. Saramago ist für mich der König der gesellschaftskritischen Satire und zugleich ein Sprach-Ästhet, wie ich nur wenige von vergleichbarer schriftstellerischer Eleganz kenne (am ehesten noch Philip Roth oder Günter Grass). Da ich erstmals in den USA auf diesen Autor aufmerksam geworden bin, habe ich ihn in der amerikanischen Übersetzung gelesen. Da ich sofort sprachlich begeistert war, bin ich den amerikanischen Übersetzungen treu geblieben. Leider ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ich jemals die portugiesische Sprache erlernen werde, um Saramago im Original lesen zu können. Seine Novellen wären allerdings ein guter Grund, um diese Sprache zu erlernen.

"Seeing" ist formell die Fortsetzung von "Blindness". In "Blindness" war die Hauptstadt eines imaginären Staates von einer unerklärlichen Epidemie heimgesucht worden, in deren Folge alle Bewohner bis auf eine Frau vorübergehend erblindeten. In "Seeing" sind nunmehr vier Jahre seit dem Ende dieser Epidemie vergangen. Bei den anstehenden Wahlen führt sintflutartiger Regen zunächst zu einer mehrstündigen Wahlverweigerung durch die Bewohner der Hauptstadt. Wie von Geisterhand initiiert strömen sie dann aber doch kurz vor Ende der Wahlfrist in die Wahllokale, um in großer Mehrheit leere Wahlscheine abzugeben. Als auch die sofort anberaumte Wiederholungswahl zu keiner Abnahme der Stimmenthaltungen führt, wird die Hauptstadt kurzerhand unter Kriegsrecht gestellt und vom Rest des Landes isoliert. Geheimpolizisten werden losgeschickt, um die Drahtzieher dieser unerhörten Vorkommnisse auszukundschaften. In dieser Situation stellt sich ein Bürger der Stadt die Frage, ob es einen Zusammenhang zu den Vorkommnissen vor 4 Jahren geben könnte ...

"Seeing" ist eine Sartire auf den demokratischen Rechtsstaat westeuropäischer Prägung. Dass Saramago Zeit seines Lebens Kommunist war, hält ihn nicht davon ab, jegliche Form von Obrigkeitsstaatlichkeit und Bevormundung der Bürger persiflierend auf das Korn zu nehmen. Gekonnt zaubert Saramago seinem Leser immer wieder ein Lächeln auf die Lippen während er zugleich das skizzierte gesellschaftliche Horrorszenario weiterspinnt.

"Seeing" ist ein Buch für den politisch interessierten Romanleser. Man muss dabei keineswegs Saramagos politischer Richtung nahestehen, um sich an dieser Form des Gedankenspiels in seiner sprachlich brillianten Darbietungsform zu erfreuen.

"It is always wise to remember, while it is true that man proposes, it is god who disposes, and there have been very few occasions, almost all of them tragic, when both man and god were in agreement and did all the disposing together." (Jose Saramago, Seeing)


Cash: Roman
Cash: Roman
von Richard Price
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine sprachlich packende Milieustudie von New Yorks Lower East Side, 26. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Cash: Roman (Gebundene Ausgabe)
Diese Reszension bezieht sich auf das amerikanische Original "Lush Life". Für mich war das Lesen des amerikanischen Originals auf den ersten 100 Seiten eine Herausforderung. Ich mußte mich zunächst in den Slang einlesen und viele Begrifflichkeiten wurden erst in einem größeren Kontext verständlich. Mit zunehmender Seitenzahl habe ich mich aber aklimatisiert und schließlich dieses Buch geradezu verschlungen. Insofern empfehle ich durchaus, Richard Price's Roman in seinem amerikanischen Original zu lesen (siehe auch vorletzter Absatz unten).

An der Eldridge Street in der Lower East Side treffen drei Welten New Yorks aufeinander: Kaum einen Block entfernt finden sich Ausläufer des Trendviertels SoHo mit Restaurants, an denen für Normalsterbliche abends nur schwer ein Tisch zu bekommen ist. Die legale Geschäftswelt ist tagsüber längst fest in südostasiatischer Hand. Und ist der Arm des Gesetzes gerade nicht aufmerksam, übernehmen kriminelle Jugendgangs aus den nahegelegenen Projects (der amerikanischen Form des Sozialwohnungsbaus) das Sagen.

Eric Cash arbeitet in einem dieser Trendrestaurants. Seine Hoffnungen auf eine literarische Karriere hat er längst begraben. Auch seine Freundin hat sich vor einem Jahr aus dem Staub gemacht. Nun schlägt er sich mehr recht als schlecht durchs Leben, gelegentliches Koksen und der regelmäßige Griff in die Trinkgeldkasse inbegriffen. Seine Arbeitskollegen wechseln fast wöchentlich. Die meisten von Ihnen brauchen das Geld, um ihre Hoffnung auf eine Karriere als Künstler oder Schauspieler wenigstens noch einige Tage aufrecht zu erhalten. Ebenso Ike Marcus, der neue Barkeeper. Seine Ambitionen finden allerdings ein jähes Ende. Nach einer ausgedehnten Zechtour mit Eric Cash werden sie Opfer eines Gelegenheitsüberfalls. Doch Ike will sich nicht so einfach ausrauben lassen und endet mit einer Kugel im leblosen Körper auf dem Asphalt der Eldridge Street.

Richard Price's "Lush Life" (im Deutschen "Cash") ist alles andere als ein Krimi. Der Mord an Ike Marcus dient lediglich als Ausgangspunkt für eine äußerst packende Mileustudie von New Yorks Lower East Side, einer Welt voller Hoffnungslosigkeit. Die Jugendlichen aus den Projects, deren Zukunft nur von der Frage bestimmt ist, wie lange sie sich noch außerhalb von Knastmauern bewegen werden. Die Polizei hingegen vollführt tägliche Sisyphos-Arbeit und erscheint der einzig wahre Schmelztiegel der Kulturen zu sein. Allerdings ist auch ihr Job nur noch durch äußerst großzügiges Auslegen von Gesetz und Vorschriften zu bewältigen.

"Lush Life" bezieht seine Faszination aus der Fähigkeit des Autors, durch spezifische Sprache Milieus zu vermitteln. Hierdurch entsteht sowohl Authentizität als auch die Möglichkeit innerhalb weniger Seiten zwischen den Perspektiven der handelnden Personen hin- und herzuspringen, ohne dass der Leser den Überblick zu verlieren droht. Mir erscheint es fast unmöglich, diese sprachlichen Feinheiten in einer deutschen Übersetzung zu bewahren. Die Fragwürdigkeit der deutschen Übersetzung wird bereits am Wechsel des Titels deutlich. "Lush Life" (übrigens ein Jazz-Titel, der ursprünglich "Live is lonely" hieß) vermittelt eine völlig andere Bedeutung als "Cash". Ließt man die Besprechungen der deutschen Romanversion, ist zu vermuten, dass die Übersetzung auch jenseits des Titels wenig gelungen zu sein scheint.

Noch ein Hinweis: Das Buch-Geschehen wird noch plastischer erlebbar, wenn man sich per Google-Street-View auf den Weg durch die beschriebenen Straßen der Lower East Side macht.


Lush Life
Lush Life
von Richard Price
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,80

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine sprachlich packende Milieustudie von New Yorks Lower East Side, 26. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Lush Life (Taschenbuch)
An der Eldridge Street in der Lower East Side treffen drei Welten New Yorks aufeinander: Kaum einen Block entfernt finden sich Ausläufer des Trendviertels SoHo mit Restaurants, an denen für Normalsterbliche abends nur schwer ein Tisch zu bekommen ist. Die legale Geschäftswelt ist tagsüber längst fest in südostasiatischer Hand. Und ist der Arm des Gesetzes gerade nicht aufmerksam, übernehmen kriminelle Jugendgangs aus den nahegelegenen Projects (der amerikanischen Form des Sozialwohnungsbaus) das Sagen.

Eric Cash arbeitet in einem dieser Trendrestaurants. Seine Hoffnungen auf eine literarische Karriere hat er längst begraben. Auch seine Freundin hat sich vor einem Jahr aus dem Staub gemacht. Nun schlägt er sich mehr recht als schlecht durchs Leben, gelegentliches Koksen und der regelmäßige Griff in die Trinkgeldkasse inbegriffen. Seine Arbeitskollegen wechseln fast wöchentlich. Die meisten von Ihnen brauchen das Geld, um ihre Hoffnung auf eine Karriere als Künstler oder Schauspieler wenigstens noch einige Tage aufrecht zu erhalten. Ebenso Ike Marcus, der neue Barkeeper. Seine Ambitionen finden allerdings ein jähes Ende. Nach einer ausgedehnten Zechtour mit Eric Cash werden sie Opfer eines Gelegenheitsüberfalls. Doch Ike will sich nicht so einfach ausrauben lassen und endet mit einer Kugel im leblosen Körper auf dem Asphalt der Eldridge Street.

Richard Price's "Lush Life" (im Deutschen "Cash") ist alles andere als ein Krimi. Der Mord an Ike Marcus dient lediglich als Ausgangspunkt für eine äußerst packende Mileustudie von New Yorks Lower East Side, einer Welt voller Hoffnungslosigkeit. Die Jugendlichen aus den Projects, deren Zukunft nur von der Frage bestimmt ist, wie lange sie sich noch außerhalb von Knastmauern bewegen werden. Die Polizei hingegen vollführt tägliche Sisyphos-Arbeit und erscheint der einzig wahre Schmelztiegel der Kulturen zu sein. Allerdings ist auch ihr Job nur noch durch äußerst großzügiges Auslegen von Gesetz und Vorschriften zu bewältigen.

"Lush Life" bezieht seine Faszination aus der Fähigkeit des Autors, durch spezifische Sprache Milieus zu vermitteln. Hierdurch entsteht sowohl Authentizität als auch die Möglichkeit innerhalb weniger Seiten zwischen den Perspektiven der handelnden Personen hin- und herzuspringen, ohne dass der Leser den Überblick zu verlieren droht. Mir erscheint es fast unmöglich, diese sprachlichen Feinheiten in einer deutschen Übersetzung zu bewahren. Die Fragwürdigkeit der deutschen Übersetzung wird bereits am Wechsel des Titels deutlich. "Lush Life" (übrigens ein Jazz-Titel, der ursprünglich "Live is lonely" hieß) vermittelt eine völlig andere Bedeutung als "Cash". Ließt man die Besprechungen der deutschen Romanversion, ist zu vermuten, dass die Übersetzung auch jenseits des Titels wenig gelungen zu sein scheint.

Für mich war das Lesen des amerikanischen Originals auf den ersten 100 Seiten eine Herausforderung. Ich mußte mich zunächst in den Slang einlesen und viele Begrifflichkeiten wurden erst in einem größeren Kontext verständlich. Mit zunehmender Seitenzahl habe ich mich aber aklimatisiert und schließlich dieses Buch geradezu verschlungen.

Insofern empfehle ich, Richard Price's Roman in seinem amerikanischen Original zu lesen.

Noch ein Hinweis: Das Buch-Geschehen wird noch plastischer erlebbar, wenn man sich per Google-Street-View auf den Weg durch die beschriebenen Straßen der Lower East Side macht.


Ins Freie - Roman
Ins Freie - Roman
von Joshua Ferris
  Gebundene Ausgabe

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soweit die Füße tragen - Der Feind nistet im eigenen Körper, 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Ins Freie - Roman (Gebundene Ausgabe)
"Er war das eine, sein Körper etwas ganz anderes, und jetzt wünschte er die endgültige Trennung (...). Doch dann trieb ihn irgendetwas weiter. (...) Sein Körper würde wandern, bis er als bleiches Gerippe zusammenbrach." Joshua Ferris widmet sich in "Ins Freie" einem sehr ungewöhnlichen Romanthema, dem (Über)-Leben mit einer Zwangserkrankung.

Tim Farnsworth scheint auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen: Erfolgreicher und entsprechend wohlhabender Anwalt, glücklicher Ehemann und stolzer Vater. Aber in seinem Kopf nistet ein selbstzerstörerischer Trieb. Wie aus dem Nichts überkommt Tim der Zwang loszumarschieren. Ohne Rücksicht auf Wetter und Umwelt bricht Tim mitten aus Gerichtsverhandlungen auf und läuft bis ihn die totale Erschöpfung zum Hinlegen zwingt. Egal wo und egal wann. In Schneewehen oder hinter runtergekommenen Kneipen. Kein Arzt kann eine organische oder psychologische Ursache für Tims Zwangswanderungen feststellen. Am Ende hilft nur ein Paar Handschellen und das Festketten ans heimische Bett. Als der Zwangsschub vorrüber ist, kehrt Tim in sein scheinbar so perfektes Leben zurück. Aber nach Jahren geht es wieder los. Die Attacken werden intensiver und halten Monate um Monate an.

Erst opfert Tim Zehen und Fingerglieder, die ihm während seines Erschöpfungsschlafes im winterlichen Neuengland abfrieren, dann zerfällt Tims Familienglück. Monatelange Bewachung des eigenen Ehemanns bzw. Vaters gehen nicht spurlos an Ehefrau und Tochter vorbei. Tim will die beiden von der Last befreien und kehrt nicht mehr zurück. Nun führt Tim einen Abnutzungskrieg gegen den eigenen Körper: Wer hält länger durch: Tim oder das andere ich, dass ihn auf der Strasse vorantreibt.

Joshua Ferris ist ein spannender und zugleich sehr beklemmender Roman gelungen. Ein Roman ohne Hoffnung auf das Happy End, schließlich ist eine Heilung nicht in Sicht. Und doch schafft Ferris einen befreienden Abschluß für Tim, allerdings nicht für den Leser. 5 Sterne für ein schwieriges Thema und einen großartigen Roman.


Angerichtet: Roman
Angerichtet: Roman
von Herman Koch
  Gebundene Ausgabe

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der verzweifelte Kampf um das verbliebene familiäre Glück, 14. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Angerichtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Bei dem Wort Hilfe fing bei mir ein Muskel oder ein Nerv unter dem linken Auge an zu zucken. Nein, ich wollte keine Hilfe, ich schaffte das sehr gut, oder besser gesagt, ich war selbst überrascht darüber, wie gut ich das alles offenbar schaffte." Paul Lohman kämpft um den Anschein von Normalität, dabei ist sein Leben schon vor einiger Zeit aus der Bahn geraten. Nun geht es aber nicht mehr um Paul selbst, sondern um die Zukunft seines Sohnes Michel. Michel hat zusammen mit dem Sohn von Pauls Bruder Serge Lohman etwas Unvorstellbares getan. Die Jugendlichen auf den Bildern einer Überwachungskamera, die zur besten Sendezeit im Fernsehen gezeigt werden, sind für ihre Eltern unverwechselbar. "...aber ich würde mein Kind auch im Dunkeln unter tausend anderen erkennen." Aber niemand sonst, scheint die Täter erkannt zu haben. Was tun? Die beiden Elternpaare sind zum Essen verabredet. Paul weiß, dass es beim Zusammentreffen mit seinem Bruder und dessen Frau um die Tat gehen wird. Dass er seinen Bruder, der sich anschickt niederländischer Ministerpräsident zu werden, aus tiefstem Herzen verabscheut, trägt nicht gerade zur Entspannung der Lage bei. Paul ist fest entschlossen, seine kleine scheinbar glückliche Familie zu beschützen. Zuviel ist schon passiert, als dass er auch diese letzte Insel der Normalität untergehen lassen würde.

Herman Kochs "Angerichtet" hat mich in seinen Bann geschlagen. Ausschließlich aus dem Blickwinkel Paul Lohmans erzählt, wird die ganze Dramatik der Situation und die Verzweifelung Pauls erst scheibchenweise sichtbar. Paul schweift ständig ab und beißt sich an nebensächlichsten Details fest. Er scheint permanent nur einen Schritt vom totalen Kontrollverlust entfernt zu sein. Was ist mit ihm los? Menschliche Abgründe tun sich auf. Persönliche Schuld relativiert sich. Es geht um viel mehr als nur die Frage, wie weit Eltern bereit sind, für ihre Kinder zu gehen.

Mich erinnert "Angerichtet" ein wenig an Thomas Glavinics "Kameramörder", das ich an dieser Stelle Lesern, die "Angerichtet" bereits gelesen haben, sehr an Herz legen möchte. Während "Kameramörder" durch die geradezu unmenschliche Distanziertheit des Erzählers zu den Geschehnissen geprägt ist, zieht Herman Koch in "Angerichtet" den Leser emotional zunächst auf die Seite Pauls bevor er ihm die schonungslose Wahrheit präsentiert.

Dem zukünftigen Leser von "Angerichtet" sei empfohlen, sich Zeit für dieses Buch zu nehmen, denn spätestens ab der Hälfte des Romans besteht keine Möglichkeit mehr, das Buch noch aus der Hand zu legen. Ein herausragender Roman mit Tiefgang und Schaudergarantie.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2010 9:26 PM MEST


Panik
Panik
von Jason Starr
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Grund zur Panik - Jason Starr wie man ihn kennt., 11. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Panik (Broschiert)
"Wenn Sie Glück gehabt hätten, dann hätte dieser Sturm nicht Kurs auf Florida genommen und sie wären in der Nacht des Einbruchs nicht zu Hause gewesen." Die Blooms hatten aber kein Glück. So kommt es, dass Adam Bloom mit der Pistole in der Hand den scheinbaren Familienfrieden verteidigt. Dass er einen der zwei Einbrecher nicht nur stellt, sondern mit dem gesamten Magazininhalt seiner Waffe durchlöchert, erschreckt seine Frau und Tochter fast mehr als der Einbruch selbst. Der vorher schon fragile familiäre Friede zerbricht vollständig, als wenig später die Haushälterin ermordet wird und Adam eine Drohung des geflüchteten zweiten Einbrechers erhält.

"Panik" ist in vielerlei Hinsicht ein typischer Jason Starr Psychothriller. Starrs Stärken liegen ohne Zweifel in den Dialogen und minimalistischen Beschreibungen der Handlungen. Er schmückt verhältnismäßig wenig aus und am Ende des Buches droht auch kein genretypisches Happy End, in dem sich die Blooms glücklich in den Armen liegen. Literarisch ist "Panik" aber schlichte Kost. Die Geschehnisse sind phasenweise überkonstruiert, die Personen bedienen alle Klischees entsprechender Krimikost: Der Psychologe, der zwar seinen Patienten kluge Ratschläge zur Rettung ihrer Familien geben kann, selber aber das Verhalten von Frau und Tochter nicht mehr richtig zu deuten vermag. Der psychopathische Einbrecher, der nach Kindheit im Heim und damit verbundenem jahrelangen Missbrauch durch einen Pastor, keinerlei Hemmungen bei der Verwirklichung eigener Bedürfnisse mehr kennt.

Die für Starrsche Verhältnisse langen 550 Seiten kommen vor allem dadurch zustande, dass Starr versucht hat, mit verschiedenen Erzählperspektiven zu experimentieren. Dieser Versuch ist allerdings weitesgehend schief gegangen. Die Absicht, den Leser die Geschehnisse jeweils aus Sicht mehrerer der Romanprotagonisten erleben zu lassen, führt weniger zur beabsichtigten perspektivischen Manipulation des Lesers, als vielmehr zum Verdünnen des jeweiligen Spannungsmoments. Alles passiert zweimal. Der Leser weiß jeweils schon, was als nächstes beschrieben wird. Das ist nicht innovativ, sondern phasenweise sogar langweilig. So verliert sich der Spannungsbogen der Handlung in einem zu komplexen Erzählkonstrukt und wird auch im schnell erzählten Finale nur kurzfristig wiederbelebt.

"Panik" ist ein geeignetes Buch, um ein regnerisches Herbstwochenende ohne allzugroße Beanspruchung überbücken zu können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 2 Sterne.


Heimaturlaub
Heimaturlaub
von Joachim Geil
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Krieg ist fern, alles prima ... aber das Geschehene ist nie mehr als einen Wimpernschlag entfernt., 5. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Heimaturlaub (Gebundene Ausgabe)
Joachim Geils "Heimaturlaub" gehört ohne jegliche Übertreibung in eine Reihe mit Remarques "Im Westen nichts Neues". Mit einem unvergleichlichen Einfühlungsvermögen schildert Geil die innere Zerissenheit eines Soldaten zwischen Kriegsalltag und Heimatfreuden.

Leutnant Dieter Thomas kehrt für eine Woche an den Ort seiner schönsten Kindheitserinnerungen zurück. Im verschlafenen Örtchen Bergzabern in der Rheinpfalz warten Großeltern, Onkel, Tanten und deren Kinder auf den tapferen Kriegshelden. Und auch die Aussicht auf das Wiedersehen mit seiner Sandkastenliebe verheißt einige unbeschwerte Tage für Dieter. Wären da nicht die Erinnerungsfetzen seiner Erlebnisse an der Ostfront, die sich ständig Dieter zu bemächtigen drohen. Dieter muß nicht einmal die Augen schließen, um wieder in den Horror des russischen Winters zurückzuspringen und von Gewaltphantasien übermannt zu werden. Nach und nach setzen sich die dortigen Geschehnisse für den Leser zusammen. Was hat der Krieg aus dem lieben Jungen gemacht, der nun wieder am Gartentor der Großeltern steht?

Geil schildert nicht nur die innere Zerissenheit Dieters, sondern liefert auch ein atmosphärisch dichtes Panorama der sogenannten Heimatfront im Sommer 1944. Hatte sich die kriegerische Großwetterlage längst der deutschen Katastrophe zugewendet, herrscht in Bergzabern weiterhin eine Mischung aus Weltferne und Nabelschau. Doch auch die heile Welt fern der Front zeigt erste Risse. Dieters Großvater liegt im Sterben, hat sich aber noch eine letzte Lebensaufgabe gestellt: Er will seinem Enkel das Schicksal des eigenen Sohnes ersparen, der 1914 von der Westfront nicht mehr heimgekehrt war. Von nun an wird Dieter nicht nur von den Schrecken seines Erinnerns gejagt, sondern auch vom Uhrzeiger, der sich mitleidslos und unumkehrbar dem Ende seines Heimaturlaubs nähert. Wohin führt sein Weg: zurück zu den Kameraden an die Front oder in die Desertation im Keller seiner Großeltern?

Joachim Geils Erstlingsroman hat mich sprachlich und inhaltlich in seinen Bann geschlagen. Geil schafft es, dass der Leser wie Dieter innerhalb einer Sekunde aus dem Bergzaberner Jetzt in das russische Geschehen und wieder zurück springt. Der Roman ist berührend ohne kitschig zu sein. Zwar teile ich die Bewertung des Verlages nicht, dass das Thema "hochaktuell" sei, da ich die darin angedeutete Parallele zum Bundeswehreinsatz in Afghanisten für äußerst fragwürdig halte, dennoch bewerte ich den Roman mit glatten fünf Sternen. Ich bin gespannt auf die weiteren Werke dieses gerade einmal 40jährigen Autors.


Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung
Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung
von Günter Grass
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,80

35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seit an Seit mit den Gebrüdern Grimm durch die Wirrnisse deutscher Sprache und Geschichte(n), 29. August 2010
"Grimms Wörter" ist eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache. Als solches richtet sich dieses neueste Grass-Werk an ebensolche Liebhaber und insbesondere den Kreis der eingefleischten Grass-Fans.

Als roter Faden durch die 350 Seiten des Romans dient die gut 130 Jahre währende Entstehungsgeschichte des deutschen Wörterbuches der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm. Begonnen in den Wirren vor der deutschen Revolution von 1848, wird die vorläufige Vollendung erst durch eine Gemeinschaftsleistung in Zeiten zweier deutscher Staaten in den 60er Jahren des Folgejahrhunderts erreicht.

Zunächst zeichnet Grass den Widerstand der beiden Brüder als Teil der "Göttinger Sieben" gegen den Verfassungsbruch des hannoverschen Königs 1837 nach, der zur Abschiebung Jacobs aus Göttingen führt. Es wäre nicht Grass, wenn nicht das Schweigen der übrigen Göttinger Professorenschaft für Querverweise zu ähnlichem Schweigen in der späteren deutschen Geschichte genutzt worden wäre. So springt Grass im Fortgang des Romans animiert durch die Wörter des Grimmschen Werkes durch die Jahrhunderte. "... während ich mittlerweile wie außer der Zeit bin, immerfort ihren Ablauf rückspule, mich in diesem, in jenem Jahrhundert und dessen Zeitgeschehen verliere, ...".

Der Idee ein deutsches Wörterbuch zu schreiben, öffnen sich die Grimms nur widerwillig, um sich schließlich auf ihr Opus Magnum einzulassen. Kämpfen sie sich fortan von Buchstabe zu Buchstabe (wobei Wilhelm zeitlebens lediglich den Buchstaben D bearbeiten wird), ist ihnen bald klar, dass sie die Vollendung ihres Werkes nicht mehr erleben werden. So zeichnet Grass nicht nur das Fortschreiten des Werkes zu ihren Lebenszeiten nach, sondern widmet sich auch den Generationen an Lektoren und Verlegern, die durch die Wirren der Staatsgründungen und Kriege weiterwirken.

Grass spielt mehrfach mit der Situation, im Alter sich einem Werk zu widmen, dessen Vollendung wohl nicht mehr zu erreichen ist. Ging es ihm selber am Beginn dieses neuen Romanwerkes so? Gekonnt spielt der im hohen Alter zu einem begnadeten Werber in eigener Sache mutierte Grass mit der Möglichkeit, dass "Grimms Wörter" sein letztes Buch sein könnte.

Nein, Günter Grass ist nicht mehr bemüht sich neue Leserkreise zu erschließen. Zu vielfältig sind die Zitate eigener Romanwerke, als das "Grimms Wörter" einem Leser als Grass-Erstling zu empfehlen wäre. Ganz im Gegensatz hierzu kommen die Grass-Liebhaber voll auf ihre Kosten. Wie in seinen besten Tagen vermischt Grass eine historische Erzählhandlung mit Überblendungen in die Gegenwart. Als Fortsetzung (und Abschluß?) seiner autobiographischen Trilogie (nach "Beim Häuten der Zwiebel" und "Die Box") nutzt Grass Begriffe aus dem Grimm'schen Wörterbuch um abzuschweifen und eigenes Erleben Revue passieren zu lassen. Geradezu greifbar sieht der Leser Grass wie er in den einzelnen Büchern seiner eigenen Ausgabe des Grimm'schen Wörterbuches blättert und sich in den Details der sprachkundlichen Ausführungen verliert.

Ist es anmassend, wenn sich Grass Seite an Seite mit den Grimm Brüdern durch den Berliner Tiergarten lustwandeln läßt? Ist es selbstherrlich, wenn es manchmal weniger um die Brüder Grimm als mehr um Grass'sche Lebensentscheidungen und deren Rechtfertigung geht? Teile ich die Grass'schen Ausführungen zur bundesrepublikanischen Geschichte und Tagespolitik? Sind die Überschneidungen zu "Beim Häuten der Zwiebel" und "Die Box" redundant? Wie auch immer die Antworten auf diese Fragen ausfallen mögen, stört keiner dieser Aspekte den Lesespaß.

"Grimms Wörter" ist ein Feuerwerk der Sprachkunst und Fabulierlust. Für Grass-Fans ein Freundenfest, daher ohne jegliche Einschränkung 5 Sterne.


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