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Rezensionen verfasst von
Henning Kolf (Mecklenburg-Vorpommern)
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Denon Cocoon Stream DSD-501 Wireless-Musiksystem (Internetradio, Airplay, DLNA) schwarz
Denon Cocoon Stream DSD-501 Wireless-Musiksystem (Internetradio, Airplay, DLNA) schwarz
Preis: EUR 304,31

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Preisbezogen sehr guter Klang, WLan und Software - jedenfalls unter Android - verbesserungsfähig, 26. März 2014
Für einen Richtpreis von 399,- kann man den Klang des Gerätes durchaus als sehr gut bezeichnen. Natürlich hat man keine Stereoanlage im Wortsinne und erst recht kein High-End-Produkt erworben, aber auch Opernarien, Kunstlieder, Jazz mit akustischen Instrumenten und Kammermusik machen richtig Spass. Große Orchester klingen natürlich nicht sonderlich transparent, aber immerhin annehmbar. Wunder kann man für knapp 400,- eben auch nicht erwarten. Selbst in einem 25 qm großen Raum kann man, wenn man will, mit einer überraschend hohen Lautstärke verzerrungsfrei Musik hören.

Die Verarbeitung ist preisklassenbezogen wertig. Design ist immer eine subjetive Angelegenheit. Mir gefällt' s.

Ich bewege mich in der Windows- und Androidwelt. Kann also sein, dass unter IOS/Air auch die Netzwerkfähigkeit und die Bedienungsapp keine Kritik hervorrufen; meine Erfahrungen sind allerdings durchwachsen.

Ich habe einen nicht allzu alten Router (speedport 723), in dem Raum, in dem das Denon-Gerät steht, funktioniert WLan mit Desktop, Notebook, Tablet HP Slate 8 und gerootetem Samsung S3 problemlos. Der Denon war allerdings nicht ins Drahtlosnetzwerk einzubinden. Das gelang nur ein Stockwerk tiefer 2 Meter vom speedport entfernt. Ich hatte mich schon fast entschlossen den Cocoon zurückzusenden, bis mir einfiel, dass bei mir noch ein "halb antikes" powerlan von Devolo rumliegt. Damit funktioniert die Netzwerkanbindung. Den Versuch, über android das air-Protokoll zu verwenden, habe ich mir gespart. Glaube auch nicht, dass das gelingen würde, ohne dass der Cocoon angemeldet ist.

Auch die App verdient nur drei Sterne. Alles recht hübsch, aber: Mein tablet installiert die app, aber es funktioniert ausschließlich die Lautstärkeregelung, die anderen Bedienelemente werden erst gar nicht angezeigt....Mit dem S3 geht es, allerdings nur, wenn man das Display anlässt - sprich am besten gleich das Ladekabel anschließt. Ansonsten wird der track zu Ende gespielt der gerade läuft und dann herrscht Ruhe (Internetradio funktioniert über die drei presets auch ohne app, das könnten gerne 5 oder 7 mehr sein.......). Ich glaube nicht dass dies mit dem Root zusammenhängt, ich kann einzeln einstellen, welche apps beim Ruhezustand geschlossen werden sollen und welche aktiv bleiben sollen. Würde mich interessieren ob andere dieses Problem auch haben.

Zur Zeit streame ich direkt vom Smartphone auf den cocoon (mp3 sowie FLAC in CD-Qualität, dass hires-Auflösungen nicht unterstützt werden, war mir vorher bekannt und ist insofern "eingeplant" gewesen). Das heimische Streamingnetzwerk ist Neuland, ich benutze foobar mit entsprechendem Plugin und muss mich da erst mal ein"arbeiten"; insofern enthalte ich mich eines Kommentars. Es funktioniert noch nicht alles so, wie es soll, das kann aber auch an mir liegen.

Manch einer wird einen Equalizer oder Klangregler vermissen (ich nicht, ich brauche auch kein basslastiges loudness) und es als etwas zu lang empfinden, bis der cocoon aus dem Standby erwacht (mich stört es eher weniger).

Wegen der eingeschränkten WLan-Tauglichkeit und der suboptimalen app/der geringen Anzahl an presets hätte ich das Gerät zurückgeschickt, wenn ich 399,- € bezahlt hätte und NAD, Cambridge oder auch Sonos probiert. Da ich aber über powerLan ins Netz komme und nur 139,- € bezahlt habe, behalte ich den Denon und kaufe mir den schicken Standfuß (natürlich auch nicht für die UVP.......)


iAudio U3 Tragbarer MP3-Player 4GB schwarz
iAudio U3 Tragbarer MP3-Player 4GB schwarz

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen einige Verbesserungsvorschläge gibt es, 7. Oktober 2007
Cowon hat bisher in Tests einer bestimmten deutschen Warentestorganisation oft schlecht abgeschnitten, weil eine unselige EU-Norm nicht eingehalten wurde, deshalb die Lautstärke zu hoch sei und daher Gehörschäden drohen würden....was für ein nonsense: Hohe Ausgangsleistung macht den Betrieb nicht ganz so wirkungsgradstarker Kopfhörer erst möglich, wenn es zu laut wird kann man die Lautstärke herabregeln und derartige Normen verführen die Industrie dazu, möglichst wirkungsgradstarke extrem niederohmige Kopfhörer zu produzieren, die dann auch bei Einhaltung der Norm playerseits sehr laut spielen können, aber schlecht klingen. Dies wissend, einen ausgewachsenen Kopfhörer antreiben wollend und weil ich einen player benötige, der ogg- und vor allem flac-Dateien abspielen kann, fiel meine Wahl auf die Marke cowon. Zunächst bestellte ich mir einen D2. Obwohl dieser über eine auf dem Papier extrem starke Ausgangsspannung am Kopfhörereingang verfügt, vermochte der player es überraschend nicht, einen AKG 530 mit ausreichender Lautstärke zu versorgen und trieb den weniger wirkungsgradschwachen Sennheiser 485 gerade leidlich an. Mein altersschwacher maxfield-player konnte dies besser. Ich kann mir dies nur so erklären, dass cowon bei dem neuen Modell in Europa software- oder hardwareseitig die Lautstärke begrenzt.

Mit dem daraufhin bestellten U3 hingegen lässt sich der Sennheiser 485 (ich höre fasst ausschließlich zuhause, natürlich gehe ich mit einem solchen Kopfhörer nicht über die Strasse) recht gut betreiben. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich dröhne mich keineswegs mit Bassorgien bei 120 db zu, ich höre fast ausschließlich Klassik, aber viele ältere Aufnahmen sind schwachpegelig und benötigen reichlich Verstärkung.

Ansonsten: Die Verarbeitung macht einen recht wertigen Eindruck, der Akku hält in neuwertigem Zustand 15 - 20 Stunden durch, der Klang am Kopfhörerausgang ist über jeden Zweifel erhaben, deutlich besser als beim ipod z.B., mit flac und ogg sowieso, aber auch mit mp3-Dateien. Die Bedienung, auch der mitgelieferten jet-shell Software, ist kinderleicht (ich persönlich bin mit einem herkömmlichen Joystick mindestens doppelt so schnell wie mit der neumodischen Touchscreen-Bedienung), das Display ist sehr gut ablesbar.

Es gibt umfangreiche Möglichkeiten der digitalen Klangbeeinflussung, die ich jedoch nicht nutze. Auch den Eqalizer habe ich als Klassikhörer auf linear eingestellt. Die Videofunktion nutze ich nicht, halte derartige features bei einem solchen Miniplayer mit Minianzeige auch für absoluten Blödsinn. Das eingebaute Radio funktioniert mit den ein oder zwei starken Lokalsendern ganz leidlich, ist aber ebenso überflüssig wie die Diktiergerätefunktion, jedenfalls für meine Zwecke. Zur Fähigkeit, DRM-Dateien abzuspielen kann ich nichts sagen, so etwas kommt mir nicht auf den Player!!

Gewünscht hätte ich mir allerdings einen Line-Out-Ausgang. Meine besten Kopfhörer - Beyerdynamic 880, wirkungsgradschwach und hochohmig - benötigen einen zusätzlichen Kopfhörerverstärker, der dann über den Kopfhörerausgang des players angeschlossen werden müsste. Ich werde diese Notlösung aber demnächst probieren.

Ein echtes Manko ist, dass der U3 (wie übrigens auch der D2) nicht gapless spielt, d.h., bei Aufnahmen, bei denen auf der CD zwischen den tracks keine hörbaren Pausen sind, produziert der Player eine Pause. Angesichts der zahlreichen firmware-updates wundert es, dass cowon diesbezüglich noch keine Lösung anbietet. Dies verunstaltet manche meiner Klassikschätze nicht unwesentlich. Wenn ein Player auf den Markt käme, der flac, ogg und mp3 gapless spielt würde ich trotz der guten Erfahrungen mit dem U3 wechseln.


Der Lüge schöner Schein: Roman
Der Lüge schöner Schein: Roman
von Reginald Hill
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hill kann es noch besser, 28. Juli 2007
Chief Inspector Peter Pascoe und seine Verlobte wollen in einem kleinen Dorf in der Grafschaft Oxfordshire ein Wochenende mit vier alten Studienfreunden verbringen. Drei ihrer Freunde finden sie mit einer Schrotflinte ermordet vor, der vierte, Colin Hopkins, ist verschwunden. Pascoe mag nicht an die Täterschaft des Freundes glauben. Ihm sind jedoch - was die Ermittlungen betrifft - die Hände gebunden, weil er nicht zuständig, zudem Zeuge, ist und der zuständige Superintendend Backhouse sich bei der Weitergabe von Ermittlungsergebnissen bedeckt hält. Bald scheint es Berührungspunkte mit einer Einbruchsserie zu geben, in der Dalziel und Pascoe daheim in Yorkshire ermitteln.

"Ruling Passion", so der Originaltitel, ist bereits 1973 erschienen, wirkt jedoch überraschend zeitlos. Allerdings erreicht dieses Werk nicht ganz die Klasse der späteren Romane der Reihe um die Ermittler Daziel und Pascoe. Die Konstruktion des Plots, eines klassischen whodunnits, wirkt, insbesondere wenn der Autor sich der Auflösung annähert, ein wenig bemüht. Während manch anderer Roman des Autors wirklich brüllend komische Passagen enthält, ist dieser hier recht ernst gehalten. Pascoe wirkt ein wenig eindimensional beschrieben, die Rolle Dalziels, eines Typs mit Ecken und Kanten, ist beinahe die eines Nebenprotagonisten.

So ist das Buch zwar recht gut, aber nicht so gut wie Hill sein kann.


Die Umarmung des Todes: Roman
Die Umarmung des Todes: Roman
von Natsuo Kirino
  Taschenbuch

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fesselnd, 27. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Umarmung des Todes: Roman (Taschenbuch)
Die in tristen Verhältnissen lebende Yayoi bringt im Affekt ihren nichtsnutzigen Gatten um. Ihre drei, ein ebenfalls tristes Dasein fristenden, Kolleginnen helfen bei der Zerstückelung der Leiche und deren Entsorgung per Müllabfuhr. Die Polizei findet Leichenteile und verdächtigt ein Yakuzamitglied. Dem ist zwar nichts nachzuweisen, aufgrund der Untersuchungshaft verliert er aber seinen Amüsierbetrieb und damit seine Geldquelle. Er sinnt auf Rache, während ein Teil des Frauenquartetts einen Leichenentsorgungsbetrieb aufzuziehen versucht...........

Der Plot, der einen amerikanischen Autor vielleicht zur breiten Darstellung eines Gemetzels veranlasst hätte, einem Spanier möglicherweise zur Burleske geraten wäre, wird von der japanischen Autorin zu einem tiefgründigen, fesselnden Psychodrama von hoher Qualität komponiert.

Die Charaktere aller Hauptpersonen werden durch eine ständig wechselnde Erzählperspektive kunstvoll nahe gebracht. Das von Kirino dargestellte Leben der Durchschnittsjapaner ist freudlos. Die handelnden Personen sind nicht gut oder böse - nicht Schwarz oder Weiss werden dargestellt, sondern Abstufungen von tristem Grau.

In dieser Welt taugt jeder zum Verbrecher, das Verbrechen holt die Akteure kurzfristig aus dem immer gleichen Trott, bringt Emotion und Abwechslung.

So ist das Buch manchmal makaber, manchmal verstörend, aber immer von hoher literarischer Qualität und nie langweilig


Die vergessliche Nation. Wie die Amerikaner ihr politisches Gedächtnis verkaufen
Die vergessliche Nation. Wie die Amerikaner ihr politisches Gedächtnis verkaufen
von Gore Vidal
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen wenig überzeugende Polemik in Mogelpackung, 16. Juli 2007
Wer eine mehr oder weniger aktuelle poltische Analyse erwartet hat wird enttäuscht.

Noch auf der Umschlaginnenseite wird dreist behauptet, "Die vergessliche Nation" sei der dritte Teil von Vidals Auseinandersetzung mit Amerikas GEGENWÄRTIGER Politik, die vorangegangenen Teile seien 2003 erschienen. Eine ziemliche Unverfrorenheit: Einige wenige Seiten (vielleicht ein Viertel) haben aktuellen Bezug. Der Rest ist die deutsche Übersetzung bis ins Jahr 1980 zurückreichender englischsprachiger Originale.

Nicht nur dies ist Punktabzug wert:

Politische und zeitgeschichtliche Analyse sucht man vergebens. Das Büchlein ist durchgehend polemisch gehalten und Gore Vidal ist kaum bemüht, seine Aussagen durch nachprüfbare Fakten zu untermauern. Ähnlich wie die sogenannten Neokonservativen weitgehend intellektfrei mal hier, mal dort "Reiche des Bösen" auszumachen glauben und die allumfassend angenommene Überlegenheit der USA als nicht hinterfragbar behandeln hat Vidal anscheinend sein persönliches "Reich des Bösen" gefunden: Die USA selbst oder jedenfalls eine sich aus Politikern, Wirtschaftsführern und Juristen zusammensetzende Führungselite.

Immerhin lässt sich, da auch alte Texte übersetzt sind, nachvollziehen, wie gründlich sich Vidal teilweise geirrt hat.
Noch 1990 schrieb Vidal über Khomeini als "liebenswerten Brummbär" (aus dem Text ergibt sich nicht, dass dies ironisch hätte gemeint sein können), er sah in der Vor-Clinton-Ära den wirtschaftlichen Untergang der USA voraus und so weiter - die Beispiele ließen sich fortsetzen.

Durch die wenig seriöse Herangehensweise macht Gore es politischen Gegnern natürlich leicht, seine Gedanken als abseitig zu qualifizieren, obwohl von ihm natürlich auch nicht wenig der Sache nach berechtigte Kritik geäußert wird.

Als Romanschriftsteller und Drehbuchautor vermag Vidal meiner Auffassung nach mehr zu überzeugen.


Jacques und Lotka
Jacques und Lotka
von Aude Yung-de Prevaux
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fast vergessene Helden, 15. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Jacques und Lotka (Taschenbuch)
Auch Franzosen haben offensichtlich Probleme mit den Helden des Widerstands. Zwar hat Jacques de Prévaux das ''`Croix de la Libération`, einen hochrangigen französischen Orden posthum erhalten, auch Lotka Leitner bekam posthum die '`Médaille de la Résistance'`. Gleichwohl hat es die Familie de Prévaux vermocht, der Autorin die Existenz der beiden, die ihre Eltern sind, zu verschweigen. Offensichtlich wurde deren Leben als zu unangepasst, skandalös angehaucht empfunden. Jacques de Prévaux hatte nämlich nicht die familiär vorgezeichnete Juristenlaufbahn eingeschlagen, war Marineoffizier geworden, zeitweise opiumsüchtig, verlies seine, einer angesehenen Familie angehörende, Ehefrau, lebte mit Lotka, einer polnischen Jüdin, zusammen und nahm keine - wenn überhaupt - standesgemäße Führungsposition im Stab der Einheiten des deGaulles'schen Militärapparates ein, sondern zog es vor, an vorderster Front zusammen mit Lotka in Zusammenarbeit mit polnischen Geheimorganisationen Widerstandsarbeit zu leisten. Jacques und Lotka bezahlten dies mit ihrem Leben, vermochten es aber beide, trotz Folter der Gestapo, bis zu ihrem Tod zu schweigen und das ihnen unterstellte Agentennetz zu schützen. Derartigen Mut und derartige Willensstärke besaßen die wenigsten.

Hätte die Autorin nicht zufällig einen älteren Herrn getroffen, der ihre Eltern kannte und bemerkte, dass die Autorin ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist, hätte sie wohl nie ihre wahre Herkunft erfahren. Und die Leserschaft nichts über das bewegende und außergewöhnliche Leben ihrer Eltern.

Natürlich ist das Buch ein sehr persönlicher Versuch der Autorin, sich ihren leiblichen Eltern zu nähern und Familiengeschichte aufzuarbeiten. Manchmal werden deshalb die militärische Laufbahn des Vaters und die Liebesbeziehung zur Mutter etwas breit dargestellt. Darüber lässt sich aber leicht hinwegsehen. Über die Tätigkeiten der Eltern in der Résistance hätte ich gerne mehr gelesen, aber naturgemäß kann das Buch nicht mehr Fakten liefern als die akribische und umfassende Recherche der Autorin hervorzubringen vermochte.

In Frankreich hat das Buch bewirkt, dass die Namen Lotka und Jacques de Prévaux der Vergessenheit entrissen sind. Strassen- und Gebäudenahmen halten sie in Erinnerung.


Murder Inc. oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn
Murder Inc. oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn
von Rich Cohen
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen fragwürdige Anekdotensammlung, 10. Juli 2007
Das Buch ist eine bloße Aneinanderreihung von Anekdoten. Dem Autor ist es nicht gelungen, diese durch ein Konzept, einen roten Faden miteinander zu verbinden. Allein die Tatsache, dass die Gangster, die beschrieben werden, in New York ihr Unwesen trieben und jüdischer Abstammung waren, ist nur der Startpunkt, von dem aus sich ein Sachbuch oder ein fiktionaler Plot entwickeln ließe; Cohen glaubt aber anscheinend, dass diese eher profane Erkenntnis gleich ein ganzes Buchgerüst ergäbe und schreibt drauflos.

Ständig werden neue Personen vorgestellt, die dann meist wenig später wieder verschwinden, manchmal kommentarlos, manchmal mit einer Beschreibung, auf welche Art sie umgebracht wurden. Spannend liest sich das nicht. Trotz der vielen "tough guys", trotz der mehr oder weniger detailliert beschriebenen Todesarten fühlte ich mich bei der Lektüre rasch gelangweilt.

Ein ernstzunehmendes Sachbuch ist auch deshalb nicht gelungen, weil Cohen immer da, wo ihn die - immerhin zu würdigende - Recherche nicht weitergeführt hat, Lücken mit fiktionalem Geschehen füllt. Ein Gangsterroman mit realistischen Bezügen ist das Buch aber noch weniger.

Das gründliche Scheitern lässt sich so schon feststellen, ohne dass man Aussagen des Autors moralisch hinterfragen müsste. Täte man dies, wäre die Bewertung kaum erfreulicher. Zu unverhohlen kommt Begeisterung für Massenmörder zum Vorschein. Dass für diese unterschwellige Bewunderung ins Feld geführt wird, Männer vom Schlage eines Pep Strauss hätten sich nicht von den Nazis ins KZ führen lassen, ist freundlich ausgedrückt Ausdruck eines recht simplen Weltbilds.

Den zweiten Stern gibt es allein für die Recherchearbeit und die paar Fotos der Gangstergrößen - manchmal sagen Bilder ja bekanntlich mehr als tausend Worte.


Brush Up Your English
Brush Up Your English

5.0 von 5 Sternen perfekt!, 10. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Brush Up Your English (CD-ROM)
Auf dem Markt sind im wesentlichen 2 Arten von Vokabeltrainern für den PC. „Moderne“, die auf sogenanntes „Superlearning“ (Bild-, Musikuntermahlung, sonstige Effekte, die die Gedächtnisfunktion unterstützen sollen) setzen und klassische, vorwiegend mit digitalen Karteikästen ausgestattet, in die die Vokabeln nach Fehlerquote sortiert werden. Zur zweiten Spezies gehört dieses Programm.

Ca. 5500 Vokabeln sind in verschiedene Lektionen aufgeteilt, deren Inhalt wiederum beliebig in die Karteikästen verschoben werden kann. Es ist möglich Deutsch - Englisch, Englisch - Deutsch oder auch zufällig in beide Richtungen zu lernen, sich mündlich und schriftlich abfragen zu lassen oder multiple choice Aufgaben (letztere allerdings meist recht einfach) zu lösen. Besonders gelungen ist die Kontrolle der Aussprache. Das Aufnahmestudio bietet unter XP ein bestens funktionierendes Sprachlabor. Absolutes Highlight ist, dass nicht nur die Lektionsvokabeln, sondern ein komplettes Wörterbuch mit 24000 Einträgen (!) - von Muttersprachlern angenehm und sehr deutlich vorgesprochen - vertont vorliegt. Dies habe ich so umfassend noch nie angetroffen und es ist sehr schade, dass der Hersteller Entsprechendes für Französisch und Spanisch nicht im Angebot hat.

Softwareprobleme habe ich nicht feststellen können; das Programm läuft ohne Murren in einem Fenster, d.h. die Erledigung anderer Aufgaben ohne komplettes Herunterfahren des Programms ist möglich.

Was will man mehr?


MultiLingua Classics - Spanisch 1 & 2
MultiLingua Classics - Spanisch 1 & 2

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nicht ganz fehlerfrei, 10. Juli 2007
Der Sprachkurs ist gut durchdacht und recht interessant gestaltet. Besonders positiv ist, dass man die eigene Aussprache der zu lernenden Vokabeln mit der Sprachlaborfunktion überprüfen kann; man wundert sich, wie die eigene Aussprache tatsächlich von der vorgestellten - oder fast besser: eingebildeten - abweicht. Hat man sich nicht von der anfangs abschreckenden Sprechgeschwindigkeit spanischer Muttersprachler einschüchtern lassen und die Lektionen gewissenhaft durchgearbeitet wird man sich im Urlaub in Alltagssituationen sicherlich zu helfen wissen. Vollständiges Durcharbeiten der Lektionen verlangt allerdings ein gesteigertes Maß an Frustrationstoleranz.

Das Lob, welches die didaktische und konzeptionelle Gestaltung des Kurses betrifft, kann nämlich für die digitale Umsetzung nicht ausgesprochen werden. Die Auslastung eines Centrino mit 1,7 GHZ und 1024 MB Arbeitsspeicher unter XP ist hoch, was man an der ungewohnten Wärmeentwicklung des Gerätes feststellen kann. Wirklich nervend ist, dass man bei jedem Hochfahren des Programms sich das stets gleiche Intro anschauen muss und beim Herunterfahren jedes mal das Impressum als Fließtext aufgebaut wird, was geschlagene 40 Sekunden in Anspruch nimmt und nur durch Einsatz des Taskmanagers (Strg+Alt+Entf) abgekürzt werden kann.
Hoch- und Runterfahren des Programms ist oft notwendig, denn das Programm läuft NICHT im Fenster, d.h. es ist jedes mal die Beendigung des Programms notwendig, um mit dem PC andere Arbeiten durchzuführen. Dies betrachte ich als schwerwiegendes Manko, jedenfalls wenn man die soeben beschriebenen Besonderheiten beim Starten und Beenden mit in die Bewertung einfließen lässt.

Ebenfalls fehlerhaft ist die grafische Umsetzung des Übungsteils. Bei manchen Übungen wird am unteren Rand schlicht ein Stück des Textes abgeschnitten und nicht angezeigt (ich habe von der nativen Auflösung des Bildschirms bis herunter zu 800x600 Pixeln alles ausprobiert, ohne dass sich der Fehler hätte beheben lassen. Bei längeren Sätzen oder Begriffen werden am Zeilenende Buchstaben übereinander liegend dargestellt, sodass man den Satz nicht lesen kann . Diese Fehler haften zum Teil selbst den ausgedruckten Übungen an.

Die Korrekturfunktion ist teilweise wenig überzeugend. Beispiel: "Como" wird oft im Sinne von "Wie bitte" verwendet. Im Vokabelteil ist als Antwort "Wie? (bitte)?" vorgegeben. Löst man den Vokabelteil als Lückentext wird "Wie?" als richtig bewertet, "Wie bitte?" als falsch; derartige Beispiele könnte ich nahezu beliebig fortsetzen.

Ich verwende das Programm überwiegend zum Training des Hörverständnisses und als Sprachlabor. Um Vokabeln und Grammatik zu üben greife ich auf andere Angebote zurück


Ins Leben zurückgerufen
Ins Leben zurückgerufen
von Reginald Hill
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein großes Lesevergnügen, 30. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Ins Leben zurückgerufen (Gebundene Ausgabe)
Auch als Vielleser und Freund britischer Spannungsliteratur kann man nicht alle Autoren gelesen haben - aber dass dieser Roman meine erste Begegnung mit dem formidablen Ermittlerduo Dalziel und Pascoe gewesen ist kann ich im Nachhinein kaum noch nachvollziehen.

Nachdem was ich flüchtig über den Autor gelesen hatte, habe ich seine Romane vorschnell und vollkommen zu Unrecht in der Ecke der Landhauskrimis, in denen ein genialer Detektiv bei albernen Witzchen Morde in der Oberschicht klärt, platziert.

Dieser Krimi hier gehört zwar von der Grundkonstruktion her zu den klassischen whodunnits, ist aber ohne jegliche Patina zeitlos, nicht albern sondern teilweise wirklich komisch, trotzdem ernsthaft und anspruchsvoll.

Besonders vergnüglich ist die Darstellung des ziemlich pöbelhaften, Bildung verabscheuenden, selbstgefälligen Instinktermittlers Dalziel, der es in diesem Roman sehr persönlich nimmt, dass der Ruf seines von ihm verehrten, inzwischen verstorbenen Vorgesetzten in Frage gestellt wird, weil dieser für einen Justizirrtum mitverantwortlich sein soll. Er hatte nämlich die Ermittlungen in einem Mordfall geführt, der auf einem englischen Landsitz im Jahre 1963, dem Jahr des Großbritannien erschütternden Profumoskandals, geschehen war und bei dem hohe politische und gesellschaftliche Amts- und Würdenträger zu den Verdächtigen gehörten. Aufgrund der Ermittlungen seines Mentors wurde der männliche Hauptverdächtige seinerzeit dem Henker zugeführt, die mutmassliche Mittäterin zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Nunmehr wird diese nach 27 Jahren wegen Zweifel an der Richtigkeit des Urteils bis zur endgültigen Klärung haftverschont. Obwohl Dalziel nicht mit Ermittlungen betraut ist, nehmen er und der widerstrebende und von Dalziel überredete Pascoe diese auf.

Hill führt den Leser auf viele falsche Fährten, die dessen Konzentration fordern, ihn aber auch mit intellektuellem Vergnügen entschädigen.

Der Autor nutzt den Plot, um die Verlogenheit und Doppelmoral der sogenannten besseren Kreise Britanniens vorzuführen. So verwundert es nicht, dass Dalziel in die USA fahren muss, um den Fall zu lösen.

Bei so einem hervorragenden Buch vermag es auch das lausige Lektorat nicht, Punktabzug herbeizuführen.

Sechzehn Dalziel/Pascoe-Romane liegen auf deutsch vor. Ich habe viel nachzuholen!


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