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Rezensionen verfasst von
Krink

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Q-Workshop PAT18 - Pathfinder Würfelset Beige, 7 Stück - je 1x 1W4, 1W6, 1W8, 1W10
Q-Workshop PAT18 - Pathfinder Würfelset Beige, 7 Stück - je 1x 1W4, 1W6, 1W8, 1W10
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wehe dem, der sich vor dreien nicht hütet: Wollust, Wein und Würfel...", 18. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...so heißt ein Sprichwort. Nun, ich habe mich nicht abschrecken lassen und wurde belohnt:
Die Runen-Würfel sind optisch und haptisch ein Vergnügen. Auch außerhalb des Themengebietes lassen sie sich problemlos einsetzen - vor allem für Waldläufer oder ähnliche Charaktere. Der Preis lohnt sich, denn die tollen Verzierungen bereichern das Spielvergnügen. Qualitativ sind die Würfel hoch verarbeitet: es gibt keine hakenden Stellen oder schlechte Balance und die Zahlen lassen sich gut lesen. Die höchste Zahl ist jeweils eine Rune - was vielleicht im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig ist, insgesamt aber ein cooles Gimmick darstellt. Die Farbe ist wirklich beige und nicht bräunlich oder grünlich, wie ich es schon bei anderen Käufen erlebt habe.
Meiner Meinung nach lohnt sich der Kauf, denn für den im Vergleich zu anderen 08-15 Würfeln hohen Preis bekommt man einiges geboten.
Auch die Leiferung durch Amazon war problemlos. Gute Ware!


Schwarz-Weiß Elfen Würfel Set
Schwarz-Weiß Elfen Würfel Set
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alea iacta est..., 18. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...nun gut, das ist zugegebener Maßen kein Elvish, aber es hat so schön gepasst. :)

Die Würfel sind wirklich uneingeschränkt empfehlenswert und mach sich schick in jeder Pen and Paper-Würfelsammlung.
Sie sehen schöner aus als auf dem Bild, liegen gut in der Hand (d. h. sie sind durchaus massiv und nicht aus billigem Plastik) und sind nicht "krumm" oder sonst wie hakelig, so dass das Würfelergebnis nicht verfälscht wird. Der Farbkontrast ist sehr gut, alle Zahlen sind trotz der detailverliebten Verzierungen schnell und auch auf Distanz lesbar.
Für den nicht ganz günstigen Preis bekommt man hier eine außergewöhnliche Optik und gute Qualität geboten. Ich würfele mit diesen Themenwürfeln auch innerhalb anderer Abenteuer problemlos.

Kurz: Ich bin rundum zufrieden - auch mit der Lieferung durch Amazon.


Jagd in der Tiefsee (Cryptos, Band 2)
Jagd in der Tiefsee (Cryptos, Band 2)
von Roland Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "James Bond" meets the "Schatzinsel", 18. Juli 2013
Ein weiteres spannendes Abenteuer wartet auf Grace und Marty: Travis Wolfe, passionierter Kryptozoologe (Forscher für Kryptiden – unentdeckte Tierarten, zu denen auch der Yeti oder Nessie zählen), plant eine Forschungsreise in den Südpazifik, wo er ein Exemplar des legendären Riesenkalmars aufspüren will. Aber natürlich ist sein Erzfeind Noah Blackwood längst hinter Wolfes Pläne gekommen, der nun mit allen Mitteln versucht die Expedition zu sabotieren. Auf hoher See verschwinden plötzlich einige Forschungsmitglieder spurlos und merkwürdige Dinge gehen vor sich. Ob die Unfälle etwas damit zu tun haben, dass es sich bei der „Coelakanth“ um ein Geisterschiff handelt? Nicht nur Marty und Grace geraten in der Tiefsee in große Gefahr, sondern die gesamte Besatzung des Schiffes inklusive seiner wertvollen Fracht...

Der amerikanische Autor Roland Smith hat mit dem zweiten Band der Reihe „Cryptos“ einmal mehr sein Können unter Beweis gestellt. Junge Leser ab 11 Jahren werden hier auf ihre Kosten kommen. Von rasanter Action und jeder Menge High-Tech bis zu Dinosauriern und Riesenkraken wird alles geboten, so dass insgesamt eine gute Mischung aus James Bond-Flair und Schatzinsel-Pathos entsteht. Dabei wird erzählerisch meist Marty über die Schulter geschaut – was diese Jugendbuchreihe vor allem auch für Jungs interessant macht.

Besonders schön sind die ausführlichen Erklärungen und detailverliebten Beschreibungen der Forschungstechnik. Zwar überschlägt sich die Geschichte erst richtig im letzten Drittel des Buches. Doch die vorausgehenden zwei Drittel sind mit so viel Mühe konzipiert worden, dass der Leser zu den Protagonisten und ihrem Vorhaben eine richtige Beziehung aufbauen kann. Smith scheint sich für seinen Roman nicht nur viel Zeit genommen und entsprechend sorgfältig gearbeitet zu haben – er vermittelt auch das Gefühl, als wäre er selbst gern als Teenager bei einer solchen Expedition dabei gewesen. Umso verständlicher ist, dass er diesen Wunsch nun auf fiktive Weise anderen jungen Menschen erfüllen mag – was ihm ohne Weiteres gelingt. So manche lustige Episode, beispielsweise die wiederkehrenden Streiche der Schimpansin Bo, lockern die Haupthandlung auf und laden zum Schmunzeln ein. Aber auch moralische Werte, wie die Jagd nach exotischen Tieren zu Forschungszwecken, werden thematisiert. Die Figuren sind vielfältig und ihr jeweiliges Wesen gründlich ausgearbeitet. Erzählerisch lässt dieses Werk nichts zu wünschen übrig, denn es überzeugt durch sprachliche Eleganz und geschickte Kapiteleinteilung, sowie durch stetige Spannung trotz fehlender Blutrünstigkeit. Doch Vorsicht: Am Ende des Buches wartet ein fieser Cliffhanger auf den Leser, so dass er im ersten Moment Schwierigkeiten haben wird, sich an den Gedanken des Wartens auf eine Fortsetzung zu gewöhnen.

Optisch und haptisch lässt sich der Carlsen Verlag wieder einmal nicht lumpen: Das Buch, obwohl es für ein Kinderbuch ein ziemlicher Wälzer ist, liegt gut in der Hand und wird von einem schönen, dem Inhalt entsprechenden Cover geziert. Einziger Kritikpunkt ist für mich das – jedenfalls bei der Printausgabe – fehlende Inhaltsverzeichnis. Gimmicks wie Lesebändchen und Verzeichnisse finde ich immer sehr hilfreich – vor allem bei dickeren Schmökern.

„Jagd in der Tiefsee“ ist rundherum gelungen und uneingeschränkt empfehlenswert für abenteuerlustige Jungen und Mädchen, in denen ein Forscherherz schlägt. Bevor man sich mit Wolfes Crew auf Seereise begibt, ist es allerdings ratsam, den ersten, preisgekrönten Teil um Marty und Grace, „Jagd nach den Schattenwesen“, zu lesen, da viele Andeutungen und Verhältnisse nur so nachvollziehbar sind.


Schade, dass du nicht tot bist: Ein Fall für Mrs. Murphy
Schade, dass du nicht tot bist: Ein Fall für Mrs. Murphy
von Rita Mae Brown
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Katzenfutter?, 16. Juli 2013
***
Inhalt: In Crozet, einer Kleinstadt in Virginia, USA, wird eine zerstückelte Leiche in einem Zementmischer gefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Kelly Craycroft, den vermögendsten Geschäftsmann des Ortes. Postmeisterin Mary Minor Harristeen, genannt Harry, beginnt in der Sache zu ermitteln- mit tatkräftiger Unterstützung ihrer beiden Lieblinge, Tigerkatze Mrs. Murphy und Corgihündin Tee Tucker. Harry entdeckt einen Zusammenhang zwischen dem Mord an Kelly und einer Postkarte, die dessen Tod scheinbar mit einem Friedhofsbild und dem vielsagenden Text „Schade, dass du nicht hier bist“ ankündigte. Während das Trio sich durch einen gesellschaftlichen Sumpf aus kleinstädtischer Borniertheit, bissigem Tratsch und menschlichen Abgründen kämpft, geschieht ein zweiter Mord – und auch diesmal ging eine Drohung per Postkarte voraus. Der Amateurdetektivin Harry wird klar, dass es sich bei dem Mörder um einen der Dorfbewohner handeln muss und bringt mit dieser Vermutung die vermeintliche Kleinstadtidylle in Aufruhr. Kurz darauf bekommt auch Harry eine Postkarte...
***
Bewertung: Erzählerin des Kriminalromans ist, wie aus dem Prolog hervorgeht, die Katze der Autorin Rita Mae Brown, Sneaky Pie, die eine gewisse Ähnlichkeit zur tierischen Protagonistin Mrs. Murphy aufweisen soll. Was wohl originell gemeint war, wirkt konstruiert und oberflächlich.
Die Handlungslinie ist verworren statt stringent, die vielen Personen (deren Namen sich überflüssigerweise oft ähneln) bleiben flach und die Protagonistin glänzt mit einer grenzenlosen Naivität. Verstrickungen der dörflichen Ränkespiele werden bis ins Detail erörtert, was leider zum Nachteil der Spannung gereicht.
Die Dialoge und Verhaltensweisen der tierischen Ermittler wirken insgesamt unglaubwürdig. Obwohl die ihnen in den Mund gelegten Worte teilweise nachvollziehbar sind und ansatzweise das von Menschen hineininterpretierte Verhalten widerspiegeln könnten, fehlt eine reflektierte Verarbeitung der Inhalte: Eine Katze, die einem Menschen vorwirft, er würde sich im Leben nicht mit dem in ihren Augen Wesentlichen (Schlafen, Nahrung, Paarung) zufrieden geben und deshalb unglücklich sein ist noch akzeptabel. Eine Katze, die Maulwürfe in drei Teile zerfetzt, um ihrer Herrin einen Hinweis auf den Mord zu geben, den diese aber nicht versteht, weil Menschen ja ach so dumm sind, oder eine Katze die per Schreibmaschine einen Roman zustande bringt, strapaziert selbst die Toleranzgrenze eingefleischter Katzen- und Tierliebhaber. Leider ermitteln die Tiere weiterhin nicht annähernd so viel, wie die Vermarktung der Serie verspricht. Sie agieren im Hintergrund und tragen letztlich nicht zur Lösung des Falles bei.
Die Oberflächlichkeit der Handlung wird mit einem überaus schlechten Sprachstil abgerundet. Es mag an der deutschen Übersetzung liegen, aber die Satzkonstruktionen sind - schmeichelhaft formuliert - unkonventionell und störend. Die einfache Wortwahl trägt nicht unbedingt zu einer Steigerung des Niveaus bei.
Zu guter Letzt enttäuscht der Mangel an humoristischen Szenen: Der geistreiche und ironische Witz, der als markantes Merkmal der Buchserie gepriesen wurde, entpuppte sich als aufgesetzte Albernheit.
***
Fazit: Ob Katzenliebhaber oder nicht - wer einen intelligenten, vielschichtigen und halbwegs spannenden Kriminalroman erwartet, sollte von Rita Mae Browns „Schade, dass du nicht tot bist“ die Finger lassen. Zunächst verspricht der Band mit seinen nicht einmal 300 Seiten ein kurzweiliges Lesevergnügen, doch man wird entdecken, dass die zähe Handlung, der schlechte Stil und die oberflächlichen Dialoge jede Ortszeitung in den Schatten stellen. Also liest man aus Aktualitätsgründen doch besser die Ortszeitung.
***
Info: Bei dem Roman „Schade, dass du nicht tot bist“ handelt es sich um Mrs. Murphys ersten Fall. Mittlerweile umfasst die Serie 18 Bände. Die Autorin hat zahlreiche weitere Bücher neben der Serie veröffentlicht.


Grabesgrün: Kriminalroman (Der erste Fall)
Grabesgrün: Kriminalroman (Der erste Fall)
von Tana French
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Charakterstudie statt Kriminalroman, 16. Juli 2013
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Inhalt: Im kleinen irischen Vorort Knocknaree wir auf einem archäologischen Ausgrabungsgelände die Leiche der zwölfjährigen Katy Devlin gefunden. Detective Rob Ryan und dessen Partnerin Detective Cassie Maddox werden gerufen und müssen einer Vielzahl möglicher Fährten nachgehen: Streitereien zwischen örtlichen Politikern und Bürgerbewegung, rituelle Opferzeremonien und familiäre Geheimnisse kommen als Motive in Frage. Und auch Detecive Ryans Vergangenheit spielt zunehmend eine Rolle in dem mysteriösen Mordfall: 1984 verschwanden dessen beiden beste Freunde, Jamie und Peter, spurlos im Wald von Knocknaree, während er selbst blutüberströmt und ohne Erinnerung gefunden wurde. Welche Parallelen gibt es zwischen den Ereignissen? Welches Geheimnis verbirgt die Familie von Katy und was passiert, wenn jemand die Wahrheit über Ryans Vergangenheit erfährt? Eine nervenaufreibende Ermittlung beginnt...
☠☠☠☠☠☠☠☠☠☠
Bewertung: Mittlerweile liegt ein gewisser Verbraucherbetrug an der Tagesordnung. Was für die Lebensmittelindustrie gilt (irreführende Inhaltsangaben, Preistricksereien, Mogel(ver-)packungen), scheint auch im Verlagswesen angekommen zu sein: Klappen-Texte leiten fehl und Genre-Angaben passen nicht zum Inhalt. So auch bei Tana Frenchs Grabesgrün. „Kriminalroman“ steht auf dem Cover, doch was der Leser im Inneren findet, ist eine ausgefeilte, nachdenkliche und auf hohem sprachlichen Niveau präsentierte Lebens- und Leidensgeschichte des irischen Detective Adam -Rob- Ryan. Mit Tiefenpsychologie wird der Leser an dessen Leben herangeführt. Seine Bilderbuchfreundschaft zur Ermittlerin Cassie Maddox, die mysteriöse Kindheitserfahrung, ein latenter Hang zum Selbstmitleid – alles fließt zu einem Strudel der Empfindungen zusammen, der jeden Psychothriller in den Schatten stellt – aber eben kein Kriminalroman im klassischen Sinne ist. Jedenfalls nicht nach Einordnung der allgemein verbreiteten Alltagskategorien. Denn danach müsste der Roman wohl eher mit „Psychothriller“ betitelt werden, da mindestens ein Verbrechen nicht aufgelöst wird. Natürlich muss man für eine exakte Einordnung zunächst den Begriff „Krimi“ definieren, was nicht ganz leicht fällt. Unter dem Deckmantel des Kriminalromans können sich heute sowohl bissige Gesellschaftssatiren als auch tiefgehende Charakterstudien verbergen. „Grabesgrün“ gehört meiner Meinung nach letzterem an. Obwohl man die vermeintlich irreführende Genre-Einordnung als Negativum werten könnte, ist Tana French letztlich ein erfrischend unkonventioneller Ausbruch aus dem staubigen Genre-Korsett gelungen. Der Verlauf der kriminalistischen Handlung ist nonkonform, die Sprache herausragend elegant, fast poetisch. Durch bildhafte, ausdrucksvolle Beschreibungen wird der Leser mehr und mehr in die fiktive Geschichte hineinversetzt, bis er tatsächlich Hummeln neben sich summen hört und die Hitze des Sommers auf der Haut spürt. Trotzdem gibt es Kritikpunkte. Die bildhafte Sprache ist zwar sehr schön, wird aber oft auf Kosten der Spannung ausgereizt. Die Beleuchtung von Detective Ryans traumatisierender Kindheitserlebnisse beispielsweise ist derart differenziert, dass es bis zur Mitte des Romans, und das heißt über ca. 300 Seiten, keinen Fortschritt im eigentlichen Mordfall gibt. Dafür werden Personen detailliert charakterisiert, Landschaften und Stimmungen sehr anschaulich beschrieben und menschliche Abgründe aufgezeigt. Der Spannungsbogen bleibt weitestgehend flach, im letzten Teil führt ein entscheidender Geistesblitz Ryans schließlich zur Aufklärung des einen Falles. Anschließend wird weitere 100 Seiten das ruinierte Schicksal des Protagonisten und Ich-Erzählers behandelt. Der andere, den Roman und sein Flair bestimmende und (im Original) Titel-gebende Fall bleibt ungelöst und das Schicksal der Hauptcharaktere im Dunkeln.
Natürlich kann es Spaß machen, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen, falschen Fährten nachzujagen und wiederholt in die Vergangenheit einzutauchen. Doch abgesehen davon, dass solch irreführende Stilmittel die Spannung zunichte machen, bleibt der Leser einigermaßen verärgert zurück, wenn er am Ende nahezu ohne Antworten dasteht. Da hilft es nicht, dass der nächste Roman der Autorin aus der Ich-Perspektive der Partnerin Ryans erzählt wird – auch in der Hoffnung dann endlich wohlverdiente Antworten zu bekommen, wird sich niemand noch einmal knapp 700 Seiten antun, nur um eventuell wieder mit ein paar vagen Brocken aus der Vergangenheit der Detectives abgespeist zu werden.
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Fazit: Tana French hat einen Kriminalroman im weitesten Sinne, besser eine psychologisch abgründige Charakterstudie geliefert, die den Leser am Ende unbefriedigt und mit einem unguten Gefühl entlässt. Die Gerechtigkeit bleibt auf der Strecke, aufgeklärt wird nur ein Teil, ein Großteil der Freundschaft ist zerbrochen und die Zukunft ungewiss. Der Roman scheint aus zwei Teilen zu bestehen, der erste ist eine in poetischer Sprache verfasste, atmosphärisch atemberaubende Lebensgeschichte. Der zweite Teil wandelt sich in einen deprimierenden, mitleidlosen Verfall ohne „Happy End“. Auch das Ende bleibt also unkonventionell, und für diesen Mut hat die Autorin ein Lob verdient. Dennoch betrachte ich die Genre-Grenzüberschreitung und das grundlose Hinhalten des Lesers ohne abschließende Antworten als bewusste Irreführung und damit im Grunde als gestohlene Zeit. Und mit meiner Zeit bin ich eigen.
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Info: Bei „Grabesgrün“ handelt es sich um Tana Frenchs' Debut. Sie bringt seit der Veröffentlichung jedes Jahr einen weiteren Kriminalroman heraus. In diesem Juni erscheint ihr vierter Roman unter dem Titel „Schattenstill“.
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Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 6, 2015 11:09 AM MEST


Der Fledermausmann: Harry Holes erster Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 1)
Der Fledermausmann: Harry Holes erster Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 1)
von Jo Nesbø
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Auftakt, 16. Juli 2013
✱✱✱✱✱✱✱✱✱✱
Inhalt: Harry Hole wird aus Norwegen nach Sydney beordert, um bei der Aufklärung eines brutalen Mordes an einer jungen Norwegerin zu helfen. Unterstützt wird er dabei von einem australischen Polizisten und Aborigine, Andrew Kensington. Während der Ermittlungen, die über die örtliche Schwulenszene, Drogenuntergrund und Boxwettkämpfe führen, bringt Andrew seinem norwegischen Gast Geschichte und Kultur Australiens näher. Doch die freundschaftliche Atmosphäre wird durch einen weiteren Mord getrübt: bald ist klar, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, dessen Opfer blonde Mädchen sind. Zunehmend beginnen sich unheilvolle Ahnungen in Harry zu regen. Doch als er die Wahrheit endlich erkennt, scheint es fast schon zu spät zu sein...
✱✱✱✱✱✱✱✱✱✱
Bewertung: Das norwegische Debut wurde im Vorfeld bereits viel kommentiert. Vor allem eingefleischte Nesbø-Fans sind von den ersten Bänden rund um den Ex-Alkoholiker und Einzelgänger Harry Hole eher enttäuscht. Die kritischen Stimmen riefen vor allem etwas von mangelnden Splatter-Elementen, fehlender Spannung und grundsätzlichem Übungsbedarf in Sachen Schreibstil. Und tatsächlich: Wer eine blutrünstige Mordgeschichte erwartet wird bei diesem Buch enttäuscht werden. Der Fledermausmann ist viel mehr als ein guter Kriminalroman. Neben der stringenten Kriminalhandlung gewinnt der Leser eingehend Einblick in die Geschichte Australiens, das Leben seiner Einwohner und die problematische Wirklichkeit jenseits der Hochglanzprospekt-Fassade der Tourismusindustrie.
Die Figuren der Handlung haben Tiefgang, eine jeweils eigene Geschichte und Entwicklung mit charakterlichen Schwächen. Sie sind so real gezeichnet, dass sie einem nach der Lektüre teilweise wie zurückgelassene Freunde fehlen. Vor allem der Protagonist Harry Hole ist kein strahlender Held, sondern ein etwas desolater Typ, dessen Handlungen beim Leser nicht immer auf Zustimmung stoßen dürften. Befindet man sich im einen Moment im Urlaubsparadies, wird man im nächsten von einer unerwarteten Katastrophe überrollt. Nesbø schafft es, unheilvolle Ahnungen, rauschende Partys, grausige Mordermittlungen, zarte Freundschafts- und Liebesentwicklungen, sowie menschliche Entgleisungen mit einer großartigen Sprache zu beschreiben, so dass man sich weder entziehen kann noch möchte. Immer mehr gerät der Leser in den Sog rätselhafter Ereignisse, welcher die Grenzen mythologischer Sagenwelt und brutaler Realität zunehmend verschwimmen lässt. Die Rahmenhandlung der Mordermittlung tritt zwar an etwaigen Stellen in den Hintergrund. Dies stört aber in keinem Fall den Lesefluss. Die Geschichte bleibt zu jeder Zeit fesselnd, was zum Einen dem besagten grandiosen Sprachtalent des Autors, als auch der interessanten Figuren zu verdanken ist. Mit übertriebener Grausamkeit oder detaillierten Tötungsvorgängen à la Mr. McFadyen wartet dieser Roman tatsächlich nicht auf. Unschuldig wie Miss Marple-Mordfälle sind die Szenen allerdings ebenso wenig. In Sachen Brutalität ist Der Fledermausmann durchschnittlich.
✱✱✱✱✱✱✱✱✱✱
Fazit: Dieser Roman ist so vielschichtig und dabei auf allen Ebenen so gut konstruiert, dass man kaum gewillt ist, dieses Konglomerat aus Poesie, Urlaubslektüre, Kriminalgeschichte, Reiseführer und ethnographischer Studie zu analysieren. Stattdessen möchte man es einfach wie einen guten Cocktail auf sich wirken lassen. Nesbø versteht es, seine Handlung in einem ebenso gefühlvollen wie prägnanten Stil zu verweben, so dass sich der Leser auf eine mitreißende Reise menschlicher Abgründe begibt. Ein ironischer Unterton und viele Einblicke in die australische Kultur machen die Kriminalgeschichte zu einem intelligenten Lesevergnügen. Wer eine Abneigung gegen skandinavische Melancholie, geschichtliche Abhandlungen, Alkoholismus oder intensive Charakterzeichung hat, der sollte lieber zu einem späteren Werk des Autors greifen. Wer Whisky möchte, sollte eben nicht zum Cocktail greifen.
✱✱✱✱✱✱✱✱✱✱
Info: Der Fledermausmann ist das Debut der Harry Hole-Serie, die mittlerweile aus 9 Bänden besteht. Die deutschen Titel (erschienen bei Ullstein) in chronologischer Reihenfolge lauten Der Fledermausmann, Kakerlaken, Rotkehlchen, Die Fährte, Das fünfte Zeichen, Der Erlöser, Schneemann, Leopard und Die Larve. Für den Fledermaumann bekam der Autor zwei bedeutende skandinavische Literaturpreise: den Riverton-Preis (1997) und den Skandinavischen Krimipreis (1998).
Übrigens wird das "e" in Harrys Nachmahmen auf norwegisch wie ein deutsches "i" ausgesprochen, weswegen er in Australien als "Mr. Holy" angesprochen wird und Mitmenschen korrigiert, die ihn mit dem englischen "Hole" (also "Loch") anreden.
✱✱✱✱✱✱✱✱✱✱


Furien-Trilogie - Im Herzen die Rache: Band 1
Furien-Trilogie - Im Herzen die Rache: Band 1
von Elizabeth Miles
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Atmosphäre, fader Plot, 16. Juli 2013
✾✾✾✾✾✾✾✾✾✾
Inhalt: Es ist kurz vor Weihnachten in Ascension, einer amerikanischen Kleinstadt im Bundesstaat Maine. Emily Winters lässt sich auf eine Affäre mit dem Freund ihrer besten Freundin ein, während ihr Nachbar JD, ein langjähriger Freund aus Kindertagen wiederum in Emily verliebt ist. Derweil jagt Chase Singer, Quarterback des örtlichen Football-Teams, der geheimnisvollen Schönheit Ty hinterher, die sich jedoch als eine der drei Furien (Alekto, Megaira, Tisiphone) entpuppt. Diese suchen bereits seit Urzeiten Ascension heim, um jeden zu bestrafen, dessen selbst verschuldete Gräueltaten sein schlechtes Gewissen plagen.
✾✾✾✾✾✾✾✾✾✾
Bewertung: Als großer Fan von Schnee und amerikanischen High-School- und Collage-Geschichten im Allgemeinen und Weihnachten im Besonderen, war ich begeistert von der atmosphärisch dichten Geschichte rund um die fiktive Kleinstadt Ascension: dicke Schneeflocken, zugefrorene Seen, verschneite Wälder – hier kommt alles vor, was das Winterwonderland-Leserherz begehrt. Leider ist die Stimmung eines Romans nicht alles und einige negative Eindrücke dämpfen das großartige Setting.
Keine der Figuren schafft es, dauerhaft Sympathieträger zu sein. Nahezu jeder der High-School-Teens hat ein dunkles Geheimnis, oder, anders ausgedrückt, alle bis auf JD sind absolute Charakterschweine. Emily betrügt ihre beste Freundin mit dem idiotischen Gernegroß Zach; Chase macht sich blindlings für eine offensichtlich gestörte Fremde zum Affen; Gabby ist die egozentrische Oberflächlichkeit in persona; die nach einem Selbstmordversuch im Koma liegende Sasha hat ihren Jugendfreund für ein paar ruhmreiche Momente geopfert; selbst die Furien wirken infantil und unreif; lediglich ein sympathischer Charakter durchbricht die Reihe der Frevler und der wird leider am Ende durch das unentschuldbare Verhalten der anderen um sein Glück gebracht– welcher Teenager soll sich denn mit derart niederträchtigen Figuren identifizieren, oder wenigstens nach Beendigung des Romans mit einem befriedigenden Gefühl entlassen werden? Dass die geschilderten Probleme, wie Mobbing, Selbstdarstellung, Kleidung, Coolness und Sex das Leben eines Jugendlichen prägen, ist nicht ungewöhnlich. Aber die oberflächliche Darstellung macht eine realistische Lesart leider zunichte.
Hinzu kommt, dass im Klappentext nicht nur mehr angekündigt wird, als einer anschließenden Lektüre guttut. Das, was versprochen wird, kann noch nicht einmal eingehalten werden. „Drei geheimnisvolle Mädchen sind in die Stadt gekommen“ heißt es da. Laut Auflösung scheinen die drei Furien aber schon immer Teil von Ascension gewesen zu sein und haben, wenn der Leser seiner Kombinationsgabe vertrauen darf, auch bereits mindestens zwei Opfer gefordert, bevor sie sich auf Emily und Chase stürzen. Wenn das der Fall ist, fragt man sich, warum diese Legende nicht im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert ist. Auch dass „in Ascension Fehler tödliche Folgen haben“ haben, ist nicht immer erkennbar. Von den beiden Sündern, die gejagt werden, stirbt nur einer, was eine Sterbequote von 50% macht.
Die mythologische Komponente des Romans ist grundsätzlich sehr schön inszeniert. Nach Vampiren, Werwölfen, Gestaltwandlern, Hexen, Orks, Feen und Kobolden, ist eine mythologische Thematik in einem Fantasy-Jugendbuch doch eine erfrischende Abwechslung. Leider konnte die Umsetzung nicht ganz überzeugen. Was als epische Heimsuchung des Schicksals beworben wurde, stellt sich als unreifer Sandkastenkampf heraus, in dem die Erinyen ihren Opfern an den Haaren reißen und sie vom Spielplatz des Lebens schubsen. Das Ausmaß der Sünden und die anschließenden Strafen stehen in keinem adäquaten Verhältnis zueinander. Außerdem heißt es laut Mythologie, dass nur diejenigen heimgesucht werden, die ihre Taten bereits bereuen, da die Furien das personifizierte schlechte Gewissen sind. In einem bösen Cliffhanger am Ende wird hingegen jemand von ihnen ausgewählt, der sich charakterlich darin auszeichnet, dass er bei seinen ethisch verwerflichen Handlungen gerade keine Gewissensbisse empfindet.
Da der Leser insgesamt eher wenig über den Hintergrund der Rachegöttinnen erfährt, bleibt deren Rolle inkonsistent und lückenhaft. Was beispielsweise ist mit den Tier- und Pflanzenmetaphern: die Katzen im Wald, die Hündchen-Thematik, Schlangen-Schutz und Orchideen-Warnungen – nichts dergleichen wird aufgeklärt. Es ist toll, dass man als Leser einbezogen und bei vielen Anspielungen zum Mitraten aufgefordert wird, aber wenn anschließend keinerlei Lösungen präsentiert werden, führt das unweigerlich zur Frustration. Dabei geht es nicht um eine allumfassende Auflösung der Hauptgeschichte. Aber die angefangenen Stränge der Rahmenhandlungen sollten soweit zusammengeführt werden, dass der Leser belohnt wird und befriedigt voller Neugier auf die Weiterentwicklung der Geschichte blickt.
Das führt zu einem weiteren problematischen Punkt: dem Schreibstil. Jugendlicher Jargon ist grundsätzlich keine einfache Angelegenheit. Erstens muss man heutzutage am besten dem Alter der behandelten Personen angehören, da der Slang ansonsten entweder veraltet oder hoffnungslos gewollt wirkt. Zweitens ist eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche immer ein Verlust für die Sprache. Dieser Verlust kann aber unterschiedlich hoch ausfallen und hier wirkt er katastrophal. Wenn Birgit Salzmann You mit Dich übersetzt, obwohl grammatikalisch Du angebracht gewesen wäre, dann stellt sich einem die Frage, wie viel Zeit tatsächlich in sorgfältige Arbeit investiert wurde. Fehler sind verzeihlich, aber selbst in einem Jugendbuch möchte man ein minimales Maß an Sorgfalt eingehalten wissen.
Weiterhin stört die Marotte der Autorin, viele Nebeninformationen in Klammern zu präsentierten. Entweder spielt es eine Rolle, wie Emily und JD ihren Kaffee trinken. In dem Fall können die Klammern weggelassen werden. Oder es ist tatsächlich eine überflüssige und irrelevante Erläuterung, auf die der Leser verzichten kann. Vielleicht sind die Klammern auch ein Stilmittel um die persönliche Eigenart Emilys darzustellen, wirken dann allerdings eher nervtötend als originell. Dass viele Mitleser die Geschichte als schleppend und langatmig empfanden, könnte man dem Stil des Romans zuschreiben, was schade ist, denn Atmosphäre und Idee tragen durchaus Potenzial.
Zum Schluss ist noch ein wirklich positiver Punkt hervorzuheben: Die Gestaltung. Das ist bereits das siebte soeben erschienene Jugendbuch aus dem Loewe-Verlag, das haptisch und optisch keine Wünsche offen lässt. Ob Lesebändchen, Maserung, Umschlaggestaltung, Buchtrailer oder Detailfreude: Dieses Buch ist ein Schmuckstück für jedes Buchliebhaber-Regal! Egal um welche Art von Geschichte er sich handelt, der Verlag schafft es zum wiederholten Male, das Gewand dem Inhalt tadellos anzupassen und dabei immer die Stimmung unserer Zeit aufzugreifen. Oft wird bei Büchern kritisiert, dass Autoren kein Mitspracherecht bei der Gestaltung haben und deswegen (übersetzter) Titel und Coverbild weder zum Inhalt passen, noch ansprechend wirken. Bei Loewe ist das niemals der Fall. Im Gegenteil, die Ausstattung ist oft sogar besser als im Original und das verdient ein großes Lob. Meisterhaft!
✾✾✾✾✾✾✾✾✾✾
Fazit: Im Herzen die Rache ist ein etwas holpriges Debut mit einer guten Grundidee, deren Umsetzung leider (noch) etwas unbeholfen wirkt. Für jüngere Leser kann dieses atmosphärisch dichte Drama rund um die Probleme amerikanischer High-School Teens mit einem Hauch Fantasy durchaus anregend wirken. Wer allerdings einen mitreißenden Thriller erwartet, der sollte sich hier eher zurückhalten. Da Schreibstil und Konstruktion mangelhaft sind, konnte ich mich trotz einer guten Idee und kurzweiligem Lesespaß nicht zu mehr als 2,5 Sternen durchringen. Aber die Gestaltung, abgesehen vom Klappentext, haben einfach mindestens einen zusätzlichen Stern verdient und gebe dem Roman drei Sterne, mit Potenzial nach oben.
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Zusatzinfo: Bei Im Herzen die Rache handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie.
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Die Verratenen: Band 1
Die Verratenen: Band 1
von Ursula Poznanski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungener Dystopieauftakt, der etwas Wumms vertragen könnte, 16. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Verratenen: Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Zitat: Es sollte mich interessieren, was sie erzählt, aber ich bin zu beschäftigt, den kleinen heißen Klumpen Wut zu bändigen, der in meinem Inneren glüht. Erschöpfung schwächt meine Emotionskontrolle, das war schon immer so. Wie schön, dass Tomma so guter Laune ist. Wenn ich nicht aufpasse, werde ich sie von Tychos Rücken zerren und sie mit dem Kopf voran in den nächsten Schneehaufen stecken.
⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣
Inhalt: Deutschland in einer Zeit nach der großen Klimakatastrophe: Rias wohlbehütetes Leben innerhalb der Sphäre Neu-Berlin besteht aus den alltäglichen Sorgen der reagenzglasgezeugten Akademiestudenten, bis sie eines Tages ein vertrauliches Gespräch belauscht und so von einer Verschwörung erfährt, die es gar nicht geben dürfte. Sie selbst und fünf andere Elitestudenten werden beschuldigt gegen das System zu arbeiten und sollen eliminiert werden. Für Ria bricht eine vermeintlich heile Welt zusammen, doch es gelingt ihr zusammen mit den anderen aus der Sphäre zu fliehen. Ein bitterer Kampf um's Überleben beginnt, bei dem sich die sechs Jugendlichen gegen Schnee, Hunger, Wölfe, Exekutoren und sogenannte primitive Clans durchsetzen müssen, die die Welt außerhalb der Sphären bevölkern...
⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣⬣
Bewertung: Ursula Poznanski verzichtet auch in ihrem neuen Roman auf lange Einleitungen. Der Leser findet sich sofort in der künstlichen Lebenswelt der zukünftigen Menschheit wieder. Hintergrundinformationen werden nach und nach gestreut, so dass sich mit der Zeit ein stimmiges Bild der Welt von Morgen ergibt. Die strenge Konzentration auf die Haupthandlung und nicht zuletzt die Ich-Perspektive der Protagonistin Ria lassen zu keiner Zeit Leerläufe aufkommen. Dabei ist der Alltag der Borwin-Akademie ebenso interessant geschildert, wie die Entwicklung der Verschwörungsgeschichte. Die Autorin scheut nicht vor rasanten Schauplatz- und Stimmungswechseln zurück. Eine besondere Aufmerksamkeit hat sie der Charakterisierung der Figuren gewidmet. Da wären das selbstbewusste Rhetoriktalent, die naive Biologin, der hyperaktive Techniker, der verschlossene Arzt, der ehrgeizige Führer, der sensible Künstler und jede Menge leibevoll ausgestaltete Nebenfiguren. Von Bösewichten über väterliche Freunde hin zu Identifikationsfiguren muss der Leser nichts missen.
Gelungen ist auch die Beschreibung der dystopischen Lebenswelt. Nach Panem, Cassia&Ky, Delirium, Brave New World, 1984, Der goldene Kompass und vielen anderen Vorgängern ist es nahezu unmöglich eine bahnbrechend neue Erfindung zu konzipieren. Umso erfrischender ist, dass es der Autorin gelungen ist, sich keiner wesentlicher Bestandteile anderer Vorlagen zu bedienen, sondern eine eigenständige, schlüssige Geschichte zu erschaffen, die den Leser ins seinen Bann zieht und die Protagonisten ans Herz wachsen lässt. Besonders die Mischung aus hypermoderner Sphären-Technik und mittelalterlichem Lebensstil der Außenbereiche vor dem Hintergrund der verfallenen Ruinen der Neuzeit ist äußerst gelungen.
Aber Ursula Poznanski wäre nicht Ursula Poznanski wenn das schon alles wäre. Zu der dystopischen Lebenswelt von Morgen, der Verschwörungs- und Fluchtgeschichte, der Selbstfindung der Protagonistin (und damit stellvertretend der Menschheit) kommt eine nervenaufreibende „whodunnit“-Ermittlung, die den Leser in Atem hält. Denn unter den sechs Elitestudenten befindet sich ein Verräter, den es ausfindig zu machen gilt während die Zeit läuft...
Der Roman bleibt dabei zu jeder Zeit erfreulich nüchtern. Wo Panem mit Pathos und Gutmenschentum um sich schleudert kommt Poznanski ohne patriotische Donnerschläge aus. Die Protagonistin erfreut den Leser mit großer Reflexionsfähigkeit und Selbstironie, was die vorherrschend beängstigende Odyssee teilweise zu einem humoristischen Vergnügen werden lässt.
Lediglich das große Finale lässt den Leser etwas gedämpft zurück. Die plötzliche Auflösung bleibt ohne Aufklärung und das gelüftete Geheimnis flach und zu willkürlich. In Anbetracht der folgenden Bände ist sicher, dass das nicht alles war, aber auf Seiten des Lesers besteht einiger Aufklärungsbedarf, der mit dem vorläufigen Ende nicht hinreichend gedeckt wird.
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Fazit: Die Grundidee ist nicht überraschend, aber erfreulich individuell umgesetzt. Die Handlung ist rasant, der Schreibstil flüssig und die Detailfreude bemerkenswert. Trotz einiger Ungereimtheiten bleibt der Auftakt dieser atmosphärisch dichtenTrilogie ein großes Lesevergnügen. Ursula Poznanski lässt sich nach wie vor auf kein Genre festnageln und stellt mit diesem Jugendroman ihre Wandlungsfähigkeit einmal mehr unter Beweis. Wer Erebos, Fünf oder Saeculum mochte, der wird Die Verratenen lieben → denn hier werden alle Merkmale zu einem fulminanten Epos vereint. Suchtpotential für Groß und Klein garantiert!


Lilith Parker, Band 2: Lilith Parker, und der Kuss des Todes
Lilith Parker, Band 2: Lilith Parker, und der Kuss des Todes
von Janine Wilk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Lilith' Nightmare before Christmas..., 16. Juli 2013
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Zitat: „'Strychnin hat sich die Katze von Misses Clearwater geschnappt. Er sagte, du hättest ihm erlaubt, an ihr zu lecken, und weigert sich, die Katze wieder rauszurücken. […]' 'Oje, das habe ich vollkommen vergessen. […] Leider stimmt es, was er sagt. Wenn man es genau nimmt, war es sogar meine Idee. Allerdings hatte ich erwartet, dass er dabei etwas mehr dämonische Gewitztheit an den Tag legt.'“
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Inhalt: Es ist Winter und geht auf Weihnachten, oder wie es auf Bonesdale heißt „Creepy Christmas“ zu. Die dreizehnjährige Lilith hat sich inzwischen auf der Insel, auf der ganzjährig Haloween gefeiert wird, eingelebt und sich an die Tatsache, dass sie eine Banshee ist und bald die Führung der Nocturi übernehmen soll, gewöhnt. Als wäre ihr alltägliches Leben nicht schon Wahnsinn genug, erwartet sie mit Bangen das Urteil des Rats der Vier, vor dem sie sich bald wegen Übertretung der magischen Gesetze verantworten soll. Dabei versucht nicht nur der derzeitige Führer der Nocturi, der skrupellose Bürgermeister Scrope, sie endgültig loszuwerden. Auch ihre magischen Fähigkeiten geraten immer wieder außer Kontrolle . Nach einer Reihe von Morden, die eindeutig auf das Werk einer Todesfee hindeuten gerät die Lilith, als einzige Banshee im Dorf, unter einen bösen Verdacht... Zusammen mit ihrer Hexenfreundin Emma, dem jungen Matt und Strychnin, einem Dämon aus dem Schattenreich, versucht Lilith todesmutig den mysteriösen Vorfällen in Bonesdale auf die Spur zu kommen.
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Bewertung: Kinder, was für ein Spaß! Bei großartigen Werken wie diesem fällt es schwer eine detaillierte Rezension zu verfassen, die nicht nur aus überschwänglichen Superlativen besteht. Aber wenn es nichts, aber auch gar nichts zu meckern gibt, wird eine Beurteilung nun einmal schnell einseitig – da müsst ihr nun durch.
Widmen wir uns zunächst der Geschichte. Janine Wilk legt die Fortsetzung eines gelungenen ersten Teils vor, indem sie Handlungsstränge aufnimmt, die nach Lilith Parker und die Insel der Schatten unabgeschlossen blieben. Während also offene Fragen geklärt werden und das typisch schaurig-schöne Alltagsleben auf der Halloween-Insel Bonesdale weitergeht, entwickelt sich ein neues spannendes Abenteuer rund um die dreieinhalb liebgewonnenen Protagonisten: Eine Mordserie hält die Dorfbewohner in Atem. Damit bekommt die Fantasygeschichte einen detektivischen Touch, der wunderbar zur Gruselatmosphäre passt. Zwischen allen Schockmomenten und Verschwörungsgemeinheiten werden aber auch Themen wie Freundschaft, Liebe und Familie nicht außer Acht gelassen. Außerdem kommen neben allen ernsten und schauderhaften Ereignissen Humor und Ironie nicht zu kurz. Vor allem der tollpatschige Dämon Strychnin rettet den Leser mehr als einmal vor dem Atemstillstand.
Ein besonderes Lob haben auch die fantasievollen Ideen der Autorin verdient. Ob Blutkaugummi, lila Fossel oder Winteralbtraum – Seite für Seite gibt es neue, kreative Errungenschaften der magischen Welt von Bonesdale zu entdecken. Die Detaildichte in dieser Geschichte ist eine ebenso große Freude wie die liebevolle Gestaltung der Figuren. Freund und Feind, Jung und Alt, Mensch und Nocturi – alle haben ihre nachvollziehbaren Stärken, Schwächen und Geheimnisse. Es gibt Vampire, Werwölfe, Banshees, Hexen, Skelette, Dämonen, Geister und viele Weitere skurrile Wesen, die man von einem ordentlichen Spukroman erwartet. Die einen wachsen ans Herz, die anderen möchte man „#$%☹✸☢☠!“, aber keine einzige lässt den Leser kalt.
Auch in puncto Schreibstil und Gestaltung scheint Janine Wilk ihre Mitte gefunden zu haben. Dezente Andeutungen lassen den Leser aufhorchen und falsche Fährten laden zum Miträtseln ein, während nach und nach jede Menge Geheimnisse gelüftet werden. Trotzdem birgt die große Auflösung einige Überraschungen, ohne dabei unglaubwürdig zu erscheinen.
Abschließend kommt diese schöne Geschichte wieder einmal in einem wirklich bezaubernden Outfit daher. Die Gestaltung des Covers ist hinreißend, ebenso wie die Haptik: Ein magischer Lack gibt bei Reibung sein Geheimnis frei...(was auch immer es dann sein mag, da gehen die Meinungen etwas auseinander, weswegen es in gewisser Weise das Innere des Buches widerspiegelt.)
Insgesamt schafft es diese Fortsetzung, seinen ohnehin gelungenen Vorgänger zu übertreffen.
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Fazit: Dieser schauerlich-schöne Fantasyroman ist ein Muss für mutige Kids, die sich für Geister, Grusel und Magie begeistern. Aber Vorsicht: Nichts für schwache Nerven!
So, und wenn ihr mich nun entschuldigen mögt, mich dürstet es nach einem leckeren, heißen Drecktümpel ✴yummy✴.
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Tipp: Zum Verständnis der Geschichte wird die Kenntnis des ersten Bandes zwar nicht zwingend vorausgesetzt. Es empfiehlt sich aber dennoch den Vorgänger voranzustellen, da der Gesamteindruck ansonsten unter einigen Lücken leiden müsste.
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Letzte Ernte: Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffers dritter Fall
Letzte Ernte: Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffers dritter Fall
von Tom Hillenbrand
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider kein Leckerbissen, 16. Juli 2013
Ein kulinarischer Krimi wird dem Leser von Tom Hillenbrands Letzte Ernte auf dem Cover versprochen. Ausgehungert nach einem Jahr des Wartens auf die Fortsetzung der Ermittlungen des Luxemburger Kochs Xavier Kieffer greift man zu und richtet sich voller Vorfreude auf köstlichen Krimigenuss ein.

Allein das Menü, das Hillenbrand hier zusammengerührt hat, ist nicht vom Feinsten. In der Wahl der Zutaten greift er zunächst auf Bewährtes zurück: Kieffer kocht und qualmt im „Deux Eglises“, trifft sich mit seiner Freundin Valérie, Chefin des Sterne verleihenden Gastronomieführers „Le Gabin“, und traktiert mit seinem finnischen Freund Pekka Vatanen die Leber mittels seiner Lëtzebuerger Rivaner- und Rieslinglagen aus seinem persönlichem
Keller.

Der kulinarische Reiz luxemburgischer Gerichte, dem man noch im ersten und zweiten Band hemmungslos erlag, ist verflogen: Es wird immer das Gleiche aufgetischt. Das allein wäre nicht unbekömmlich, man kann sich bekanntlich auch an Eintopfgerichten genüsslich satt essen. Problematisch wird es aber, wenn Hillenbrand in die bekannten Zutaten solche mischt, die sich mit den Grundsubstanzen nicht verbinden lassen und ein dominantes, dazu schwerverdauliches Eigenleben zu führen beginnen: Erzählt wird die Geschichte eines mit einem IQ von 169 ausgestatteten Asperger-Nerds, der mit Hilfe von geklauten und frisierten Daten die Rohstoffbörse der Welt beherrschen will. Der rennt nun zufällig in das auf der Schueberfouer stehende Zelt von Kieffer, wo dieser Gromperekichelcher backt und zwar aus Kartoffeln der Sorte „Rose de France“, deren Preis zu seinem Unmut gerade exorbitant gestiegen ist…

Das unglaubliche Gericht, das dem Leser vorgesetzt wird, wird indessen nicht schmackhafter, wenn Hillenbrand nicht etwa den mit kriminalistischem Gespür ausgestatteten Koch das Geheimnis des Unverdaulichen lösen lässt, sondern einen „deus ex machina“ erfindet, der sich in Kieffers Garten setzt und rückblickend die unbekannten Ingredienzien auftischt. Auch die von dem selbstverliebten Starkoch Esteban für das Fernsehen inszenierten Kochduell-Szenen, die zudem unmotiviert in den Topf aus Bodenständigem und Fantasie geworfen werden, machen die Sache nicht besser; sie wirken wie chemisch hergestellte billige Süßstoffe, die auf die Geschmacksrezeptoren nicht positiv, sondern überreizend einwirken.
Hinter den Kulissen der Reality-Show agiert der grummelnde Kieffer: Im obliegt es, ungenießbare Speisen, die den Fernsehköchen unter Stress misslungen sind, heimlich gegen wohlschmeckende auszutauschen und so die Jury zu hintergehen. Dieses Verfahren hätte dem Krimi gutgetan.

Was die einzelnen Elemente verbinden könnte, fehlt in diesem Krimigericht: die sprachliche Gestaltung. Doch daran hapert es; dem „kulinarischen Krimi“ mangelt es an Sorgfalt und vielleicht hätte ein geduldiges Lektorat noch einiges gerettet. Aber hier bereitet ein Koch eben Rinderkoteletts zu, aus denen zwei Seiten später Schweinekoteletts geworden sind.

Der Klappentext lockt mit dem Gaumenschmaus „Wein, Rieslingpastete und danach ein Stück Quetschetaart mit Sahne“ auf der Kirmes - doch es gibt nur Reibekuchen. Und so fragt der ratlose Erzähler, als Kieffer eins auf die Nase bekommen hat: „Und Valérie? Wo war Valerie?“ Man weiß es nicht. Vielleicht in Frankreich bei Maigret. Mach’s besser Tom!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2013 11:10 AM MEST


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