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Rezensionen verfasst von
Markus Schmidl
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Battle of Metal
Battle of Metal
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 69,90

2.0 von 5 Sternen Schlachtengetümmel..., 19. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Battle of Metal (Audio CD)
1997 erschien das zweite Album von WIZARD unter dem Titel *Battle Of Metal*. Das Album wurde eingespielt in der Besetzung Sven D'Anna (vocals), Michael Maass (guitars), Volker Leson (bass) und Sören van Heek (drums). Bereits nach dem ersten Hördurchlauf entpuppte sich die CD als Konzept-Album.

Ich halte es heute noch für sehr mutig, nach einem durchaus gelungenen Debüt als zweiten Longplayer ein Konzept-Album folgen zu lassen. Der Mut wird von mir aber nicht belohnt, denn das Konzept wurde meines Erachtens viel zu naiv (um nicht zu sagen kindlich) und ziemlich ungeschickt umgesetzt. Das textlich ziemlich dick aufgetragen wird, ist metallisches Stilmittel, aber die lyrische Unreife unterbietet sogar noch das grausamste Blood/Kill/Steel/Die-Geschwurbel von vergleichsweise bekannteren Metal-Kapellen.

Himmel, Hölle, Dämonen und Götter geben sich bei der Schlacht die Klinke in die Hand. Wizard walzen eine epische Geschichte aus, garnieren die Story mit allerlei Zwischenspielen und Erzähltexten und schaffen es auf immerhin 74 Minuten nicht annähernd Spannung aufzubauen. Sänger D’Anna, der die Story transportieren soll und dessen Stimme ich in meiner Bewertung vom Debüt-Album *Sons Of Darkness* als kultig bezeichnet hatte scheitert, vielmehr scheitert nicht er, sondern sein unüberhörbarer Akzent.

Musikalisch bewegt man sich sehr gutklassig durch das Genre und bittet eine Mischung als Voll-Speed-Riffs und Metal-Standards. Der Nackenbrecher fehlt genausowenig, wie der typische Stampfer und die Musik ist sehr gut auf die Story abgestimmt. Leider kann die beste Melodie aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß das komplette Konzept nicht aufgeht. Dafür gibt es aber einige Stücke, die ich gerne aus dem Konzept herausreisse und die einzeln betrachtet durchaus Klasse haben. Das Stück *Heavy Metal Never Die*, ist trotz des kitschigen Titels ein echter Kracher, genauso wie der Titelsong *Battle Of Metal*. Ansonsten aber findet sich nichts wirklich weltbewegendes auf diesem Album.

FAZIT: im direkten Vergleich mit dem Debüt-Album ein Rückschritt…


Sons of Darkness (UK Import)
Sons of Darkness (UK Import)
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 137,95

4.0 von 5 Sternen Überzeugendes Debüt..., 18. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Sons of Darkness (UK Import) (Audio CD)
*Sons Of Darkness* erschien erstmals 1995 und war das Debüt-Album der Metalband WIZARD aus Bocholt. Es wurde eingespielt von Sven D'Anna (vocals), Michael Maass (guitar), Volker Leson (bass) und Sören van Heek (drums) und von der Band gleich noch selbst produziert. Ein Umstand der wenig überraschend war, denn nur die Band wusste am besten, wie Songs und Sound klingen sollten

Das das Debüt-Album einer jungen Band nicht unbedingt *vollständig* klingt ist keine besonders neue Erkenntnis. Man kann den Erstling von Wizard definitiv nicht mit den späteren Werken vergleichen, die starke epische Momente aufwiesen und sich um die heiligen Metal-Themen (Schlachten, Thor, Odin) drehten. *Sons Of Darkness* ist vielmehr ein typisches True-Metal-Prügelalbum auf dem die Songs zwar gut strukturiert waren, aber vor allem die Härte und weniger die Feinarbeit im Vordergrund stand.

Die Riff-Maschinerie lief sehr gut an. Es gibt jede Menge starkes Futter und überzeugende Melodiebögen bei Nummern *Death Or Glory*, *Sons Of Darkness*, *Lonely Wolfs*, *Enemy Die* und der wirklich hervorragende Opener *In The Sign Of The Wizard*. Songs wie *Rain Of Death* oder *Lovesong* klingen dagegen leider etwas verunglückt, fallen aber nicht weiter ins Gewicht. Sänger D’Anna’s vocals sind sehr rau, die Soli verdammt eingängig und die Drum/Bass-Sektion treibt sehr gut an, auch wenn ich mir hier und da ein bischen mehr an Geschwindigkeit gewünscht hätte. Textlich wird dagegen kein noch so hanebüchenes Metal-Klischee aus gelassen, was in Vebindung mit den martialischen Songtiteln dann schon Mal zu einem Amüsement der besonderen Art führt.

Unter’m Strich ist *Sons Of Darkness* dennoch ein cooles Debüt-Album mit vielen guten Riffs und handfesten, harten Songs. Ein Album das zwar ein paar kleinere Unkonzentriertheiten aufweist, aber zur keinem Zeitpunkt wirklich enttäuscht. Eben genau das, was der metalverwöhnte Hörer will. Das Prädikat erstklassig spare ich mir an dieser Stelle, davon war die Band noch ein Stück weit entfernt, obwohl das fast vollständig fehlende *th* bei D’Anna’s Vortrag irgendwie immer noch erstklassig *kultig* klingt…


Stargazer
Stargazer
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 13,30

4.0 von 5 Sternen Sternengucker..., 17. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Stargazer (Audio CD)
Im Juli 2012 erschien das fünfte Album der Schwarzen Majestät. Es trug den Titel *Stargazer* und wurde von Pavel Konvalinka (drums), Steve Janevski (guitar), Hanny Mohammed (guitars, keyboards) und Sangeskünstler John Cavaliere eingespielt. Für das Basspiel hatte die Truppe Evan Harris verpflichtet und der Helloween Roland Grapow hatte ein weiteres Mal hinter dem Mischpult Platz genommen.

Der Titel der Scheibe läßt gleich zu Anfang Assoziationen mit klassischen Hardrock-Alben zu. Ein Song mit den Titel *Stargazer* war das zentrale Stück auf Rainbows Debüt-Scheibe *Rising* von 1976. Aber die mystische Figur eines Sternenguckers paßt natürlich textlich perfekt in den Fantasy-Bereich den Black Majesty lyrisch abdecken. Sonst gibt es keine Ähnlichkeit zwischen den Stücken.

Black Majesty bewegen sich wieder absolut stilsicher im textlichen Bereich mit phantastischen Geschichten und mittelalterlichen Thematiken. Der Power-Metal der Australier baut perfekte Spannungsbögen dazu auf, wirkt aber leider wieder mal viel zu europäisch um aus der Masse der Power-Kapellen herausstechen zu können. Ich behaupte jetzt nicht das die Scheibe nicht eigenständig wäre oder die Australier gar etwas schwaches abgeliefert hätten, nein im Gegenteil, die Scheibe ist äußerst kurzweilig geraten, aber die großen Vorbilder blitzen immer wieder durch und das wirkt sicherlich nicht allein nur an Grapows Produktion.

Ich vergebe auf jeden Fall und mit vollester Überzeugung 4 Sterne für die musikalische Leistung und die starke Produktion. Aber bei etwas objektiverer Betrachtung (soweit das eben nur möglich sein kann) ist hier wieder mal *nur* eine Metal-Truppe am Werke die irgendwo zwischen Helloween, Gamma Ray und Blind Guardian angesiedelt ist und bei mir den Verdacht aufkommen läßt, das Power-Metal keine europäische, sondern fast eine rein deutsche Angelegenheit ist. Zumindest mit den großen Vorbildern können Black Majestic ganz gut mithalten, denselben Einfluß in der Szene werden sie vermutlich nie haben – aber wenn stört das schon, das Rad muss schließlich nicht immer neu erfunden werden.

FAZIT: *Stargazer* bewegt sich absolut treffsicher und kurzweilig in den Szenegrenzen…


Running Wild
Running Wild
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen viel zu zahm..., 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Running Wild (Audio CD)
*Running Wild* war das fünfte Studioalbum der Rockerinnen von Girlschool. Es erschien erstmals im Februar 1985 und wurde in der Besetzung Jackie Bodimead (vocals), Kim McAuliffe (guitars, backing vocals), Cris Bonacci (guitars), Gil Weston Jones (bass) und Denise Dufort (drums) eingespielt.

Das Besetzungskarussel hatte sich weitergedreht. Kelly Johnson war nicht mehr Teil des Bandgefüges und wurde durch gleich zwei neue Schuldmädchen ersetzt. Die Band verfügte mit Jackie Bodimead nun sogar über eine vollwertige Sängerin. An der musikalischen Ausrichtung war ebenfalls ein bischen gedreht worden. War der Vorgänger *Play Dirty* eindeutig im Glam Rock mit britischer Prägung verwurzelt, versuchte die Band sich nun im amerikanischen Glam-Metal.

Die Songs sind nicht wirklich schwach, aber durch die kommerzielle Produktion gibt es kaum Ecken und Kanten oder Reibungsflächen. Der Wiedererkennungswert tendiert gen Null. Das gute Album-Artwork spart zwar nicht an Provokation, aber songtechnisch geben die Mädels sich handzahm und angepaßt. Der Zeitgeist Mitte der 1980er und die Hoffnung auf einen großen kommerziellen Durchbruch in den USA schien die eigene Courage etwas gehemmt zu haben. Während auf den ersten drei Alben noch ganz ordentlich gesägt wurde, säußelte man sich nun durch Nümmerchen wie *Let Me Go* oder *I Want You Back*. Richtige Highlights oder Hammersongs sind nicht zu verzeichnen.

Ich persönlich halte Running Wild für Girlschools schwächste Scheibe, auch nach einem zeitlichen Abstand von über 25 Jahren (LP gekauft 1989). Zwar gönne ich jeder Band und jedem Musiker eine Weiterentwicklung, aber sollten dadurch die eigenen Wurzeln nicht bis zur Unkenntlichkeit verwässert werden. Der rockige Nachfolger *Nightmare At Maple Cross* sprach dann schon wieder eine wesentlich handfestere Hardrocksprache und sollte meiner Meinung nach ebenfalls ganz dringend wiederveröffentlicht werden.

FAZIT: für Girlschool-Verhältnisse etwas schwachbrüstig...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 18, 2014 7:53 PM CET


Vintar
Vintar
Preis: EUR 15,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Voll auf die Zwölf…, 11. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Vintar (Audio CD)
*Vintar* ist das insgesamt siebente Album von Obscurity. Es wurde eingespielt in der bewährten Besetzung Dornaz, Agalaz, Arganar, Ziu und Cortez und setzt, um es mal pathetisch auszudrücken, den Siegeszug der Nordmänner aus dem Bergischen Land fort, auch wenn der Begriff Siegeszug etwas zu hochgegriffen scheint.

Ich verfolge das Schaffen der Band seit ihrem 2007er Album *Schlachten und Legenden*, daß ich eher zufällig beim Drogeriemarkt Müller entdeckte und das sofort zündete. Harte Death-, Pagan- und Black-Metal-Klänge, ruppige bis epische Songs und heroische Texte, die größtenteils in deutscher Sprache verfasst wurden und die alten Germanen, alten Römer, historische Schlachten oder den Lokalpatriotismus thematisierten, waren und sind Obscurity’s Rezept und bisher konnte mich jedes ihrer Alben voll überzeugen.

Das Album *Vintar* zündete ebenfalls von der ersten Sekunde an und hält fantastische Songs bereit. Allen voran die Kracher *Nagelfar*, *Vintar*, *Alter Feind* und das äußerst signifikante *Dominion* stechen sofort heraus, was allerdings kein Werteurteil darstellt. Das komplette Album ist eine harte Symphonie. Die fünf Musiker präsentieren ein hohes Niveau, das auf der kompletten CD gehalten werden kann. Die Songs sind fett produziert und verdammt druckvoll.

Es gibt quasi die volle Breitseite an Stahlgewitter, Metal-Leidenschaft und Kriegerehre. Hinzu gesellen sich intelligente Lyrics, die sich frühgeschichtlich mit dem Bergischen Land auseinander setzen und kleine, feine, fiktive Geschichtchen erzählen. Songs wie etwa *Nebenwelt* und *Alte Zeichen* haben auf jeden Fall das Zeug zu Szene-Hymnen und der *Alte Feind*, wird zurecht, wieder deutlich beim Namen genannt- er wird wohl auch der neue Feind bleiben. Als Nackenbrecher möchte ich noch die Hammer-Songs *Schicksal der Götter*, *Sieg oder Niedergang*, *Legiones Montium* erwähnen, die perfekt darauf ausgelegt sind, die Mottenkugeln aus der Matte zu schütteln und deutlich zeigen das Melodie und Power kein Widerspruch sein müssen...


Rock Or Bust
Rock Or Bust
Preis: EUR 14,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittsalbum..., 5. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Rock Or Bust (Audio CD)
Allein durch die Tatsache das es ein neues Album von *uns* AC/DC gibt werden mit Sicherheit genügend Bewerter verführt sein, die sofortige Höchstnote zu vergeben. Gründe gäbe es, allein das bedauerliche, krankheitsbedingte Ausscheiden von Band-Gründer Malcolm Young wäre schon Grund genug für eine 5-Stern-Verteilung. Wenn man aber diesen Umstand ausblendet (soweit es eben geht) und die momentanen gerichtlichen Schwierigkeiten von Querkopf Phil Rudd komplett vorurteilsfrei zur Seite schiebt, gibt’s es nur die Musik und genau um diese sollte es hier in diesen Bewertungen auch gehen.

Elf Tracks auf 35 Minuten erscheinen mir persönlich zunächst mal ordentlich dünn. Der Vorgänger *Black Ice* brachte es immerhin auf 15 Tracks und stattliche 55 Minuten, wenn auch 90 Prozent der Songs musikalischer Dünnpfiff waren. Einen Vergleich mit einem noch früheren Album wird es von mir hier nicht geben. Ich halte es für sinnlos, die Genialität der Frühwerke mit AC/DC anno 2014 zu vergleichen.

Nach dem ersten Takt folgen 35 wechselhafte Minuten mit starken Momenten und vergleichsweise zäher Langeweile. Es gibt mit *Rock Or Bust* einen typischen AC-DC-Opener, mit *Play Ball* einen starken Stadion-Rocker und mit *Sweet Candy* eine witzige Allerweltsnummer auf der Habenseite. Nummern in Form von *Hard Times*, *Rock The Blues Away* und *Baptism By Fire* sind guter Durchschnitt, wogegen *Miss Adventure*, *Dogs Of War* und *Got Some Rock & Roll Thunder* wie eingeschlafene Füße klingen. Für indiskutabel halte ich die dröge Endnummer *Emission Control*, die das Album nur abwürgt, anstatt es stark ausklingen zu lassen.

Eine starke Blues-Variation sucht man auf *Rock Or Bust* vergeblich. Dafür klauen AC/DC ziemlich unverfroren bei Led Zeppelin. Beim Song *Rock The House* wartete ich förmlich darauf das der Text mit *Hey Hey Mama...* beginnt. Man vergleiche hierzu einfach mal mit Black Dog von Led Zeppelin. Unterm Strich bleibt ein durchschnittliches Werk übrig, das von üblichen Schlagzeug-Bumm-Batsch und dem immer gleichen Gitarren-Gezupfe lebt, und auf dem die dutzendfach bewährten Riffs und Soli mit angezogener Handbremse nochmals neu aufgewärmt werden.

Einzig Brian Johnson kann mich dieses Mal völlig uneingeschränkt überzeugen. Seine vocals wirken nicht angestrengt gequetscht, sondern er macht wirklich den Eindruck als würde er relativ entspannt im Studio die belanglosen Textchen singen, die man ihm vor die Nase hält. Da er seit langer Zeit nur noch Sänger ist, dürfte es ihm wohl auch komplett egal sein mit welchem Quark er seine Milliönchen verdient.

FAZIT: kein großer Wurf, aber immerhin mal wieder eine neue AC/DC-Platte...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2014 8:08 PM CET


Srontgorrth
Srontgorrth
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 54,95

5.0 von 5 Sternen Zeit der Schatten..., 3. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Srontgorrth (Audio CD)
Im Juni 1999 erschien das zweite Album der Black-Metal-Truppe Nagelfar. Es trug den unaussprechlichen Titel *Srontgorrth* und wartete mit dem sperrigen Untertitel *Die Macht erfaßte das Meine wie die Angst das Blut der Anderen* auf. Eingespielt wurde die CD von Jander (vocals), Zorn (guitar, bass) und Alexander von Meilenwald (drums), produzierte wurde erneut von ehemaligen Holy Moses Andy Claasen, der teilweise auch das Bassspiel übernahm.

Das Debüt-Album würde ich uneingeschränkt als Meisterwerk betrachten. Und unter dem Deckmantel einer gepflegten Krachorgie schafften Nagelfar es erneut einen epischen, schwarzen Bastard (man verzeihe mir die Wortwahl!) zu erschaffen. Unterteilt in fünf Kapitel und eingebettet in eine mystische Atmosphäre fackeln Nagelfar ein effektvolles, fast progressives Metal-Feuerwerk ab. Heute würde man die Scheibe vermutlich dem Melodic Black Metal zuordnen, was sicherlich seine Berechtigung hätte, wenn das Wörtchen Melodic auch nur ansatzweise eine greifbare Beifügung wäre.

Die Produktion ist sehr klar gehalten, es gibt viel Bass und noch mehr harte Gitarren zu erlauschen, aber dennoch driftet das Album nie in eine überproduzierte Sterilität ab. Vermutlich benötigt das Songmaterial aber gerade diese Art der Produktionen, damit speziell die Texte und Janders cleane Vocalparts zum Tragen kommen. Und das die Bezeichnung episch und innovativ nicht unbedingt ein Widerspruch sein müssen (warum denn auch?) beweist *Srontgorrth* zu gleichen Teilen. Die Stücke haben Überlänge und erzählen eine zusammenhängende Geschichte. Die Musik selbst ist eine Symbiose aus Blastparts, ruhigen Zwischentönen und ruppigen Höhepunkten. Gleichzeitig werden gekonnt elektronische Spielereien eingewebt, die den Songs mehr epische Breite verleihen.

Unterm Strich liefern Nagelfar ein eigenwilliges Album, daß weitab vom irgendwelchem Kitsch angesiedelt ist, aber das Genre innovativ bereichert. Ich persönlich würde es zu den kleinen, feinen Black-Metal-Meisterwerken zählen, ob das gerechtfertigt ist, kann ich nicht sagen, meine Meinung ist nur rein subjektiv zu betrachten…


Hünengrab im Herbst
Hünengrab im Herbst
Wird angeboten von Amazing Musicshop
Preis: EUR 13,98

5.0 von 5 Sternen Schwanengesang..., 26. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hünengrab im Herbst (Audio CD)
Nagelfars mittlerweile legendäres Debüt *Hühnengrab im Herbst* erschien erstmals im Dezember 1997 beim Szenelabel Kettenhund Records und wurde eingespielt von Jander (vocals), Zorn (guitar), Alexander von Meilenwald (drums) und Weidmann Sveinn Hackelnberg (bass). Als Produzent zeichnete der ehemalige Holy Moses Andy Claasen verantwortlich.

Soweit zumindest zur rein sachlich Betrachtung des Albums, von der gleich nach dem ersten Hördurchlauf nichts übrig blieb. Das Album entpuppte sich als majestätischer, schwarzer Bastard. Und da die Superlativen im Musikbereich so ziemlich keine Grenzen kennen, würde ich sogar so weit gehen die Scheibe als episches Meisterwerk zu titulieren.

Das was Schlagzeugmeister Meilenwald und seine Spießgesellen vom Stapel gelassen haben, hat auch nach fast 17 Jahren nichts von seiner Faszination und atmosphärischen Tiefe eingebüßt. Die Songs sind jeder für sich genommen eine schwarze Sturmflut – eine extreme Symbiose aus Melancholie, Wut, Hass und Atmosphäre. Getragen von einem komplexen Songwriting läuft die Band zu absoluter Höchstform auf. Nichts erscheint nur simpel heruntergebolzt, sondern wirkt düster und wohl strukturiert. Die vier Musiker leisten unglaublich spannende Arbeit.

Einzelne Songs hier heraus zu heben ist kaum möglich, auch wenn ich persönlich den Song *Schwanengesang*, gerne auch zweimal hintereinander laufen lasse. Die CD kann aber eigentlich nur als Gesamtkunstwerk betrachtet werden, daran ändern persönliche Hörgewohnheiten nichts! Einzig Vokalist Jander möchte ich an dieser Stelle gesondert erwähnen. Er krätzt, er growlt, er kreischt und er spukt Gift und Galle, das ist einfach phänomenal!

Kurz und bündig: ein geniales, schwarzes Meisterwerk…


Sign Of The Hunter
Sign Of The Hunter
Wird angeboten von cdwasteland
Preis: EUR 6,99

5.0 von 5 Sternen Im Zeichen des Jägers..., 24. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Sign Of The Hunter (Audio CD)
Die Band Hunter gehört zu den Myriarden an Metal-Truppen, die erfolgstechnisch nie einen Fuß auf die Erde bekamen. Von der Promo im Stich gelassen und der Presse geschmäht, gab es in der 1980er Jahren wenig Möglichkeiten sich zu positionieren. Es sei denn man supportete einen größeren Act, der sich seine Vorgruppen allerdings aus eben diesen Myriarden an Metal-Truppen aussuchen konnte.

Hunter brachten es zu Lebzeiten auf die beiden Studio-Alben Sign Of The Hunter (1985) und Keep The Change (1987), aber ich kann mich bewusst nicht zurückentsinnen, irgendwann einmal etwas ausführliches in den Metal-Postillen über die Jungs aus Mannheim gelesen zu haben. Das Album *Sign Of The Hunter* selbst habe ich mir, aufgrund des düster gehaltenen Original-Artworks irgendwann Ende der 1980er Jahre zugelegt. Das Artwork assoziierte ich zur damaligen Zeit mit Thrash-Metal oder dem, was man in den 1980ern als Black-Metal bezeichnete. Von Thrash- oder Black-Metal war zwar nach dem ersten Höreindruck nichts über geblieben, aber gelangweilt hatte ich mich definitiv nicht.

Die fünf Mannheimer (Bertram Wegmann (vocals ), Stefan Brandtner (guitars ), Peter Hartung (guitars), Nico Boutris (bass), Bernd Herrmann (drums)) rockten megamäßig ab. Sie spielten frischen, treibenden Heavy-Metal, der gelegentlich im Hardrock wilderte, und brachten ein kurzweiliges Debüt-Album heraus, das sich nicht in irgendwelchen Nebensächlichkeiten verzettelte. Die Produktion war angenehm rough und es wurde nicht versucht die Ecken und Kanten der Songs weg zu polieren. Wenn Accept oder Priest durchklangen, dann war das halt so, Musiker sind schließlich auch irgendwie nur Fans.

Auf die Ohren gibt es zehn starke Songs (rein subjektiv betrachtet natürlich). Highlights wie *Sign Of The Hunter*, *Stage Attack* oder *Black Hole*kristallisieren sich sehr schnell heraus. Bei *Crusaders Of Hell* und *Magnum 45*würde ich sogar von Hammersongs sprechen und die Tracks *The Wheels Turn On* und *Lonely Hell* überstrahlen nochmals alle Songs. Wobei ich sogar so weit gehen würde *Lonely Hell* als das signifanteste Riff der kompletten Scheibe zu bezeichnen, was bei der Fülle an erstklassigen Nummern aber fast schon wieder völlig egal ist. Die Scheibe ist einfach nur Klasse.

Die originale Vinyl-Platte hat bei mir einen Sonderstatus. Ich hörte sie selten, aber mit Genuss. Irgendwann habe ich mir die Scheibe als MP3 konvertiert, was dafür sorgte das ich den Hunter öfter anhören konnte ohne mir Sorgen um die Vinyl-Scheibe machen zu müssen. Aber das Beste scheint mir zu sein, daß man das Album überraschenderweise endlich auch CD kaufen kann, wobei die angefügten Demo-Songs, die Cult-Metal-Classics aus den Archiven gezerrt nur für wirkliche Sammler von Interesse sein dürften. Schade ist nur, daß das originale Platten-Cover scheinbar nicht überlebt hat und gegen ein Neues getauscht wurde…


Regie Sathanas (A Tribute To Cernunnos)
Regie Sathanas (A Tribute To Cernunnos)
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen A Tribute To Cernunnos, 20. November 2014
Die EP *Regie Sathanas* erschien erstmal 1998. Sie ist so ein Art Requiem an den Original-Schlagzeuger Cernunnos, der kurz vor den Aufnahmen zum zweiten Enthroned-Album *Towards The Skullthrone Of Satan* Selbstmord begangen hatte. Die EP wurde eingespielt in der Besetzung Lord Sabathan (bass, vocals), Nornagest (guitars, vocals), Nebiros (guitar) und Namroth Blackthorn (drums).

Mit vier Songs, zwei Instrumentals und einem Cover-Song bringt es die EP auf eine Laufzeit von 28 Minuten. Trotz des traurigen Anlasses wildert sich die Band querbeet durch diverse Genres. Die Songs sind eine Mischung aus Thrash-, Death- und Black-Metal, und bleiben dennoch zu 100% Enthroned (für ungeübte Ohren ist das sowieso alles der gleiche Lärm).

Eröffnet wird mit einem atmosphärischen Instrumentalstück bevor sich die Riffs pfeilschnell in *By Dark Glorious Thoughts* entladen. *Walpurgis Night* im Anschluß ist so ziemlich der interessanteste Song der EP. Er beginnt mit Soundeffekten, langsamer Melodie, bis zur Explosion eines Stahlgewitters mit voller Geschwindigkeit. Die Erkenntnis das *Satan Never Sleeps* ist zwar nicht wirklich neu, der einfach gestrickte, langsame Death-Metal-Song dieses Titels dafür aber ausgesprochen spannend.

Der Song *Conquerer* ist im Original von Sodom bereits ein Killer. Enthroned können ihn genauso stark adaptieren und zeigen gleichzeitig das Sodom nicht zu Unrecht zu den Wegbereiter des Black-Metal zählen. *Deny The Holy Book Of Lies* dagegen befand sich bereits auf dem Debüt-Album. Die EP endet mit einem 15 Sekunden dauernden und der Einfachheit betitelten Outro.

Unterm Strich ist das eine typische Enthroned-Scheibe. Bei genauer Betrachtung bleiben allerdings nur vier echte, zusätzliche Enthroned-Songs übrig, was mich daran hindern die Höchstnote zu verteilen. Der Grundgedanke, nämlich an den Bandmitbegründer Cernunnos zu erinnern, wurde aber voll und ganz erfüllt...


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