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Rezensionen verfasst von
Rasmus Fuhse (Göttingen)
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Apple iPad Air WIFI 16 GB Silber - 9.7" Tablet - 1.3 GHz, 24,6-cm-Display, MD788FD/A
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Preis: EUR 388,72

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leitfaden für anspruchsvolle Nutzer, 15. September 2014
Bei Apple-Produkten muss man immer sagen: die Hardware ist top, alles sieht gut aus, das Display ist hervorragend und so weiter und so fort. Dabei ist natürlich der Preis dann etwas höher. Aber die im Internet überall herumfliegenden Vergleiche mit Android Tablets, die angeblich vor zwei Jahren schon so toll waren wie die neuen iPads, hinken gewaltig, weil ein Gerät einfach mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Und vor allem ist es mehr als Prozessorleistung und Pixeldichte. Apple-Geräte sind von der Hardware her immer durchdacht und hochwertig. Darauf kann man sich einfach verlassen.

Apple-Hasser bringen zudem bisweilen absurde Argumente gegen das iPad hervor: es könne kein Flash und das wäre ja so wichtig, es sei zu teuer. Erstens musste ich die Webseiten, die Flash wirklich brauchen, aktiv suchen, bis ich sie fand. Sogar Youporn lässt sich auch ohne Flash durchstöbern. Und was den Preis angeht: wenn die Leute, die sich das Ding kaufen, am Ende zufrieden damit sind, dann haben sie mit Sicherheit nicht zuviel Geld ausgegeben. In Deutschland bezahlen viele Leute jährlich tausende Euros für ihr Auto, obwohl sie mit dem Rad plus Bahn viel, viel günstiger und gesünder unterwegs wären. Angesichts dessen sich über 100 € Preisunterschied bei einem täglichen Begleiter so viele Gedanken zu machen, halte ich für übertrieben. Ich fände es schön, wenn diese emotional geführten Diskussionen endlich mal vernünftiger werden würden.

===

Trotz allem habe ich mich lange gefragt, ob ein Apple iPad das richtige Ding für mich ist, weil ich einfach ein bisschen mehr damit machen wollte als Emails abrufen, im Internet surfen, Filme gucken und zwischendurch mit meinen Fingern liebkosend über das Chassis zu fahren. Ich will, dass das Ding funktioniert und ich will damit aktiv etwas produzieren anstatt nur zu konsumieren. Die Bereiche, in denen ich tätig bin, sind: Webprogrammierung (mein Beruf), Musik (mein Hobby), Textbearbeitung (irgendwas für alles) und Präsentationen (gelegentlich für den Beruf). Und die Situation dafür ist nicht gerade einfach. Wo man mit Desktop-Computern seit 20 Jahren eigentlich alles das schon ganz gut hin bekommen hat, muss man im iPad, das gänzlich ohne Dateisystem und nur mit den neuen Programmen der letzten zwei Jahre auskommen muss, gehörig umdenken, um erst einmal produktiv werden zu können.

Dabei ist der Ansatz im iOS: man hat Programme (meinetwegen nennen wir sie mal Apps) und diese Programme haben eigene Dateien. Dabei hat jedes Programm quasi einen eigenen Dateibereich. Das macht es unheimlich schwierig, wenn man mal eine Audiodatei in einem Programm aufnehmen will und in einem anderen Programm mit anderen Spuren mixen möchte. Eigentlich geht das gar nicht. Man ist dann darauf angewiesen, dass es ein Programm gibt, dass beide Aufgaben erledigt. Das senkt natürlich die Chancen, dass es genau ein Programm gibt, das genau das tut, was man sich so gerade vorstellt. Früher musste man Programme einfach kombinieren, heute muss man Glück haben und seinen Workflow eventuell umstellen.

Selbst die Apple-eigenen Programme wie Pages oder Garageband machen das keinen Unterschied. Ich kann mit Garageband einen Song aufnehmen. Den aber am Ende in iMovie zu einem Video hinzuzufügen, ist mächtig kompliziert. Auch wenn man komplett die iCloud von Apple benutzt, ist das schwer und ohne viel Recherche im Internet nicht machbar. Meistens läuft es darauf hinaus, dass man sich die relevanten Dateien per Mail zuschickt, um sie dann im Mailprogramm zu öffnen, wo man dann die Option bekommt "öffne in iMovie".

Ich gehe einfach mal auf ein paar der von mir benutzten Programme ein und auf die Probleme, die ich eigentlich für einfacher zu lösen hielt.

iMovie: Man kann damit Filme schneiden. Für den Ottonormalnutzer wie Opa Heinz ist das ne tolle Sache. Er hat sich eine Videokamera ausgeliehen und damit die Hochzeit seines Sohnes gefilmt und will dann in iMovie auf seinem tollen neuen 700€ Tablet schneiden. Müsste doch gehen. Geht aber nicht. Zwar gibt es Adapter, mit denen man Daten von einer (Foto-)Kamera auf das iPad schieben kann. Dieser Adapter funktioniert auch für andere Dinge, aber gerade Filme kann man damit nicht rüber schieben. Also kann man in iMovie eigentlich ausschließlich Filme schneiden, die man mit der qualitativ schlechten Kamera des iPads aufgenommen hat. Und nebenbei sieht es total affig aus, wenn man mit einem iPad durch die Gegend läuft und damit Filme dreht. Einzige Lösung: kauf Dir einen (noch viel teureren) Mac, öffne dort iMovie, importiere dort den Film und schiebe das ganze Projekt (natürlich ungeschnitten) in die iCloud. Dann taucht das Projekt auf dem iPad auch auf und man kann es schneiden. Aber in diesem Fall könnte ich auch gleich auf dem Mac den Film schneiden. Und der Zusatzkomfort für Opa Heinz ist damit auch hinüber. Also iMovie ist in meinen Augen ein Totalausfall.

GarageBand: ein Lichtblick ist GarageBand. Man kann über den besagten Adapter, mit dem man eigentlich Kameras an das iPad anschließen kann (per USB-Buchse) auch ein Keyboard anschließen und dann laufen die Keyboard-Midi-Signale in das iPad und man hat eine große Sounddatenbank, aus der alle möglichen coolen Sounds raus zu holen sind. Mit einem echten Keyboard mit Anschlagdynamik ist das natürlich ziemlich cool. Oder man kann sich im Musikfachgeschäft einen Adapter große Klinke auf kleine Klinke kaufen und seine E-Gitarre anschließen. Wo schließt man das an? Richtig, einfach in die Kopfhörerbuchse. Man bekommt dann eine wuchtige Auswahl an Amps und Effektgeräten, durch die der Gitarrenrohsound durchgeschleust wird und kann richtig schicken Gitarrensound zu seinem Musikprojekt hinzufügen. Das alles wusste ich im Endeffekt auch vor meinem Kauf schon und das war auch der Grund, warum ich mich für ein iPad entschieden habe. Hier hat das iPad einfach seine Stärken. Und wenn man die iCloud benutzt, ist das Musikprojekt auch sofort auf dem iPhone oder Mac vorhanden, wenn man denn sowas hat.

Pages: Fast andauernd ergeben sich so kleine Situationen, in denen man mal einen Text schreiben will. Das Problem an Pages auf dem iPad ist, dass das iPad einfach total unpraktisch ist, um darauf längere Texte zu schreiben. Es macht einfach keinen Spaß. So einfach ist das. Also Briefvorlage, kurzes Antwortschreiben im Zug an einen Kunden. Das mag noch gehen. Aber wer will schon einen Lebenslauf komplett neu tippen auf dem iPad? Nett ist es allenfalls, wenn man bestehende Dokumente leicht verändern muss. Mal die Anrede austauschen oder einen kleinen Absatz hinzufügen, der einem gerade einfiel. Problem hierbei waren bei mir die Schriftarten. Denn Pages-Dokumente, auch wenn es ein Format ist, das Apple komplett selbst entwickelt, ist nicht in der Lage, Schriftarten mit einzubetten. Fehlt mir eine Schriftart auf dem iPad, die auf auf dem Mac meines Chefs noch vorhanden war, dann sieht mein Dokument eben doof aus. Abhilfe schafft hier eine App aus dem App-Store, die man sich erst einmal kaufen muss, mit der man neue Systemschriften installieren kann. Und das ist kein Witz! Um systemweit eine neue Schriftart zu installieren, kann man keine basale Funktion des Betriebssystems nutzen, sondern benötigt eine App. Naja, 1,80 € mehr oder weniger ist angesichts des Preises eines iPads auch egal, aber verarscht vorkommen darf man sich dabei doch mal.

Thema Webprogrammierung: hier bin ich noch nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Das iPad bietet absolut keine Funktion, mit der man einen Webserver wie Apache plus PHP oder etwas ähnliches lokal laufen lassen kann. Auf Android scheint es diese Apps zu geben, aber auf dem iPad ist man verloren. Mein Konzept besteht darin, dass ich eine IDE (als App) benutze, mit der ich Repositories von github einbinden, bearbeiten und meine Änderungen hochschieben kann. Und mit einem Post-Commit-Hook wird dann mein Webserver über die Änderung informiert, der sich dann seine lokale Kopie des Repositories aktualisiert und ich kann dann das Ergebnis auf dem iPad per Browser ansehen. Nachteil: man braucht dafür zwingend Internet. Coden im Zug ist damit nicht drin. Ach, und umständlich ist es natürlich auch. Die IDEs, die sowas machen, sind überdies auch nicht gerade der Hit. Hier muss man sagen, dass die Beschränkungen von iOS mir echt eine schwere Hürde gelegt haben, die ich noch nicht abschließend bezwungen habe.

===

Fazit: Produktiv zu arbeiten mit dem iPad ist nicht gerade leicht. Von Hardware und von der Integration der Hardware mit der Software ist das iPad schon sehr weit. Meiner Meinung nach wird kein Android-Tablet da jemals so schön zusammen arbeiten wie das iPad. Aber die (ich drücke es mal positiv aus) ungewöhnliche Architektur, die kein zentrales Dateisystem bietet, birgt viele Fallstricke. Die Zusammenarbeit von Apps ist sehr kompliziert und verlangt auch von den Apps viel Sorgfalt, die oft nicht in dem Maße gegeben ist. Selbst Apples Apps zeigen da riesengroße Lücken.
Dass ich nach dem Kauf des iPads noch einige Male Geld für Apps und Adapter ausgeben musste, bis es das tut, was ich will, hatte ich erwartet. Aber dass zum Beispiel iMovie so nutzlos sein würde, verblüfft mich immer noch. Damit hatte ich einfach nicht gerechnet. Ich habe das Gefühl, es hat sich niemals jemand von Apple selbst hingesetzt und versucht, sinnvoll damit zu arbeiten. Den Blick von der Distanz auf das Produkt hat ihnen komplett gefehlt. Vielleicht war das ja einst mal Steve Jobs Aufgabe und jetzt ist er halt nicht mehr da. Vielleicht ist es aber auch einfach Betriebsblindheit. Rechtfertigen tut es das alles aber nicht. Und wenn Apple wie Microsoft bei seinem Surface einfach ein vollwertiges Betriebssystem mit einem vollwertigen USB-Anschluss kombiniert hätte, wäre das mit Sicherheit nicht passiert. Das sind sicherlich nur Beispiele, aber sie zeigen hoffentlich ganz anschaulich, wo die Probleme auftauchen werden.

Generell beschleicht mich das Gefühl, dass das iPad mit seiner jetzigen Software noch nicht reif ist. Microsoft mit dem Surface ist da in der Tat besser darauf ausgelegt, professionell produktiv tätig zu werden. Dafür ist ein Surface aber auch nicht mit so vielen Apps gesegnet (die bloße Anzahl ist da freilich weniger entscheidend als die Qualität, mit der die Programme auf das Medium Tablet optimiert worden sind). Beim Surface habe ich zum Beispiel den coolen vollwertigen USB-Anschluss. Wenn ich damit aber Musik mixen will, würde mich allein die Cubase-Lizenz in Unkosten stürzen und ich bin mir jetzt auch nicht sicher, ob Cubase so gut auf dem Surface mit dem Finger bedienbar ist.

Der Kauf eines Tablets ist derzeit (September 2014) kein leichtes Unterfangen und ich vermute, dass auch die Konkurrenz die Aufgabe noch nicht perfekt gelöst hat professionelles Arbeiten damit zu ermöglichen. Aber wem das wichtig ist, dem empfehle ich, sich mal das Surface anzuschauen, auch wenn das iPad gegen das Surface sogar noch relativ günstig ist und natürlich schicker aussieht.

Und für alle, die nur Emails lesen, im Web surfen und Clash-Of-Clans spielen wollen: kauft es euch, ist schon okay.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2014 9:22 AM CET


King Animal (Deluxe Edition inkl. 5 Bonustracks / exklusiv bei Amazon.de)
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie man sie kennt., 3. Januar 2013
Wir sind inmitten einer Remix-Kultur und die alten Hasen der legendären Tagen sind mitten drin und dürfen alle fleißig noch ein paar Millionen verdienen. Kiss bringt immer wieder neue Alben heraus, die alle noch mehr nach Kiss klingen als die alten Alben. AC/DC's neue Stücke sind auch immer das, was man von ihnen seit bald 40 Jahren kennt. Die Stones klingen noch wie die Stones. Und Aerosmith sind auch immer dann gut, wenn sie wie Aerosmith klingen, was sie zur Überraschung der Musikjounalisten immer noch tun.

Aber dann sind da die Grunger, die sich nur alle paar Jahre mal wieder aufraffen. Und deren "Alterswerke" klingen nunmal oft überhaupt nicht wie ihre Frühwerke. Deswegen haben sie es auch schwierig auf dem kommerziellen Feld - schwieriger als früher mal. Pearl Jam verfeinern ihren Sound mit jedem Album, wollen aber scheinbar nie mehr wie auf Ten klingen. Mark Lenagan erfindet sich wie Bob Dylan immer wieder neu. Dave Grohl wechselt nicht nur die Genres, sondern auch die Bands öfter als Alice Cooper seine Unterhosen. Und Soundgarden haben sich mit diesem Album King Animal eben auch entwickelt anstatt den Leuten das zu geben, was sie eh schon kennen.

Wer sich also freut: Soundgarden haben sich wiedervereinigt und haben ein neues Album herausgebracht, der soll kein zweites Badmotorfinger erwarten, keine Ähnlichkeiten zur Superunknown suchen, keinen roten Faden seit der Down On The Upside haben wollen und auch nicht den Frühwerken wie Loud Love oder Ultramega OK nachtrauern. Wer diese Alben hören will, soll genau diese Alben in den CD-Player hauen. Das neue Album ist neu, es ist unerwartet und es ist ungefällig. Es ist ganz sicher nichts, was geeignet ist für die 30 Sekunden Anspieler im Saturn-Markt. Es braucht ein paar Durchgänge. Und es ist am Ende nicht leicht zu erklären, worin der Unterschied besteht zu den anderen Werken von Soundgarden.

Ich würde sagen, es ist wie die Soloalben von Chris Cornell melodischer als die alten von Soundgarden, die oft mehr auf tiefe Soundteppiche gesetzt haben. Einige Passagen sind regelrecht nüchtern und clean. Aber die Rhythmen sind immer noch krumm und schief, und doch passt alles zusammen. Hier wird immer noch Musik gemacht aus der Überzeugung, dass Musik immer anders sein muss, als man es erwartet. Es fehlt manchmal der harte Rock, wie er auch bei der Down On The Upside gefehlt hat. Es ist aber nicht ganz so düster.

Beim ersten Anhören fand ich die ersten 5 Lieder noch etwas mager, aber ab Lied sechs kam ich langsam rein in das Album. Wenn man mehrere Durchläufe gemacht hat, fällt es wie bei den anderen Alben auch immer schwerer, einige Lieder hervorzuheben und sie als "Anspieltipps" weiter zu reichen. Dieses Album ist ein einziger Anspieltipp und braucht Zeit.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich damit im Grunde nichts gesagt habe als: Texte durchzulesen wird euch nichts bringen. Ihr müsst das Alben schon ganz durchhören, eine Abkürzung wird es nicht geben. Aber ich finde, genau das macht ein gutes Album aus. Es steht alleine, es ist unbeschreibbar und es langweilt auch nach mehreren Rotationen nicht. So kenne und liebe ich Soundgarden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2013 12:14 PM CET


Sonic Boom (Limited Edition 2CD + DVD)
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch für Noobs, 13. März 2010
Ich gestehe, dies ist meine erste Platte von Kiss. Beim wochenendlichen Einkaufsbummel habe ich lustlos durch die CD-Regale gestreift, war nicht begeistert von der (ersten?) Them Crooked Vultures und dachte mir, dass mir eine Platte von Kiss gut zu Gesicht stehen könnte - meine erste Platte. Das Cover fand ich von Anfang an cool. Aber kann die Musik so gut sein wie die Klassiker, die man kennt und mit denen Kiss groß und berühmt geworden sind?

Also habe ich alle vorhandenen (mir bis auf die üblichen Hits völlig unbekannten) Alben durchgehört und als letztes die neue Scheibe. Tatsächlich fand ich sofort, dass die neue Scheibe einen besonderen Drive hat und vor allem den alten Scheiben in nichts hinterher hinkt. Klar, ich stehe auch auf die moderne Abmischung, die einfach voller klingt. - Das war auch ein Argument, aber nicht das einzige. Zusammen in der Bonus Edition mit den alten Hits neu eingespielt und abgemischt (so muss ich nicht auf I Was Made For Loving You verzichten) habe ich quasi ein All-Inclusive Paket erworben, das mich hier zuhause wirklich glücklich macht. Und wenn ich die Wahl habe zwischen der neu abgemischten beigelegten Best-Of und dem neuen Alben, so höre ich tatsächlich die neue Scheibe lieber! Die Texte sind cool glamrockig, die Gitarrenarbeit kommt keineswegs zu kurz wie bei manchen Alterswerken, der Gesang ist sowas von knackig. Und das ganze Album wirkt völlig rund und stimmig.

Also massiven Respekt an Kiss. Früher galt ihr Glamrock bei manchen Rockern als gekünstelt - heute muss man ihnen völlige Athentizität zusprechen. Das Album macht einfach Spaß und hat keinen einzigen Hänger. Vor den alten Hits brauchen Kiss sich jedenfalls nicht zu verstecken.


Confusion Au Go Go
Confusion Au Go Go
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Confusion?, 7. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Confusion Au Go Go (MP3-Download)
Eigentlich muss man zwei Rezensionen schreiben: eine für Fans und Freunde der Band Love Battery und eine für Leute, die von dieser Band allenfalls mal etwas gelesen haben und sich fragen, ob dies etwas für sie sein könnte.

Zu zweiterer Rezension: Love Battery ist eine sehr beachtenswerte Band aus den Grunge-Jahren. Sie wurde nicht wie viele anderen Bands vom Label SubPop abgeworben an ein Major-Label und konnte gewissermaßen von Anfang ihres Schaffens bis heute (ja, es gibt sie offiziell sogar noch) komplett selbstbestimmt arbeiten. Um ihren Musikstil zu beschreiben, würde ich spontan am liebsten die Schublade Psychedelic Pop eröffnen. Sie haben sehr eingängige Refrains, die sowas von Ohrwurmcharakter haben, bleiben aber dabei in relativ komplexen Songstrukturen, manche ihrer Lieder klingen gar komplett wie spontane Jam-Sessions und haben sehr seltsame Muster. Alles ist natürlich klar im Stile Seattles gitarrenlastig mit einem rhtyhmischen Schlagzeug. - Jedoch klingt jede Seattle-Grunge Band anders und so eben auch Love Battery. Nachdem ich sie einmal gehört habe, würde ich sie zu den ganz großen neben Soundgarden und Nirvana zählen. Ich höre sie durchaus häufiger als Pearl Jam. Sie sind komplett konträr zu den perfekt durchdachten Songs z.B. von Alice In Chains richtig frisch und wirken stets wie ein Rohdiamant, der das Zeug hatte zu etwas ganz großen, es aber nie zum Feinschliff geschafft hat.
Aber wenn Sie sich fragen, welches Album zu sich kaufen sollten am Anfang: kaufen Sie lieber die Far Gone, was mit Sicherheit das beste Einstiegsalbum von Love Battery und insgesamt auch ein besseres Album ist.

Und nun erstere Rezension: Ich war vor kurzem auch so einer, der schon einiges von Love Battery kannte und besaß und fragte mich, ob dies ein ebenso gutes Album ist. Hier die Antwort: nein, ist es nicht. Dieses Album hat durchaus seine guten Momente, aber andere hingegen wirken schon wieder etwas zu unperfekt, also fast schon lahm. Punks Want Rights ist so einer der Songs, wo es mir am griffigsten aufgefallen ist: der Text ist zwar cool - aber nur die ersten zehn Wiederholungen, danach wird es etwas eintönig. Dieses Gefühl, dass man aus den Songideen durchaus noch mehr hätte rausholen können, befiel mich einige Male. Nichtsdestotrotz hatte ich auch von Confusion Au Go Go etliche Ohrwürmer und auch dieses Album wird bei jedem nächsten Hören einen Tick besser. Aber es kommt in meiner Rangliste nicht an die Far Gone oder Straight Freak Ticket ran, sondern bleibt etwa auf Augenhöhe mit der Dayglo, wenn nicht sogar etwas weiter unterhalb. Eine großartige Stiländerung zu den anderen Alben ist nicht zu erkennen, also die Band klingt jetzt nicht komplett anders - aber typisch Love Battery klingt dennoch kein Lied wie ein anderes.


Apple iPod Touch MP3-Player mit integrierter WiFi Funktion 32 GB schwarz
Apple iPod Touch MP3-Player mit integrierter WiFi Funktion 32 GB schwarz
Wird angeboten von xxl-phones

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Phänomen ist gestorben - ein gutes Produkt geboren, 11. März 2009
Okay, jeder von uns weiß, dass man mit dem iPod Touch nicht nur Musik hören kann, sondern auch ins Internet und Spiele spielen kann. Ich möchte nun auf alle drei Optionen einzeln eingehen, damit jeder selbst entscheiden kann, wofür er einen iPod Touch eigentlich benutzen will.

1.) Internet: Das Internet ist super, es ist einfach zu bedienen und im WLAN kann man mit dem Touch sogar ordentlich lange Email schreiben und Webseiten durchlesen - im Gegensatz zum iPhone, dessen Akku nach einer Stunde schon in die Knie geht. Das Problem ist selbstverständlich, dass man nur da ins Internet kann, wo ein Netbook beispielsweise auch rein kommt - Internetcafes, zuhause oder bei Freunden mit WLAN Netz. Der Wirkungsbereich ist also stark eingeschränkt. Zuhause ins Internet zu gehen, macht mit dem Computer (zumindest, wenn man nicht zwanghaft die Steuererung des Touchscreens ausprobieren will) mehr Spaß. Der iPod Touch ist also eher eine schnelle Ergänzung für die Momente, wo man den eigenen Computer nicht anmachen möchte und auch nur, wenn man kein Netbook sein eigen nennt.
Die Tastatur überdies ist überraschend gut zu nutzen. Wer da vielleicht ein Manko sieht, hat entweder sehr große Finger oder keine Geduld. Ich habe die Autokorrektur abgeschaltet und mache nur noch in sehr müdem Zustand ernsthafte Tippfehler.

2.) Spiele: Für eine handliche Spielekonsole ist der Touch natürlich etwas arg teuer und kann grafisch nicht so 100%ig mithalten mit z.B. einer PSP. Aber es ist wahr, dass man im App-Store einige nette Spiele findet. Ohne Werbung machen zu wollen, hat mich "Edge" tatsächlich einen ganzen Tag lang in seinen Bann gezogen, was nur selten passiert. Die Steuerung per Neigen und dem Touchscreen ist cool, aber leider steckt die Spieleindustrie hier noch in den Kinderschuhen, sodass es viele teure Spiele gibt, die eigentlich keinen Spaß machen, obwohl sie eine gute Grafik haben, einfach weil die Steuerung nicht besonders intuitiv ist. Aber für ein wenig Kurzweil im Zug oder an anderen Orten, wo man warten muss, kann man schon bekommen.

3.) Musik: Ein iPod ist immer noch ein iPod und sollte virtuos Musik abspielen können. Und dieser Punkt wird in den meisten Rezensionen zu wenig beschrieben. 90% der Zeit nutze ich meinen iPod Touch, um Musik zu hören. Man darf nicht vergessen, dass er einer der wenigen Flash-MP3-Player ist mit mehr als 30 GB Speicherplatz. Das ist für mich auch ideal zum Joggen.
Ich hatte zuvor den iPod Video (5G) und finde, dass der Touch in der Bedienung tatsächlich schlechter ist! Coverflow interessiert mich bei 300 Alben eigentlich nicht mehr, weil es einfach zu lange dauert. "Genius" ist keine sinnvolle Funktion für mich, weil es z.B. keine Beatles-Songs einbinden kann, da Beatles nicht im iTunes Store auftauchen. Zudem tauchen in der Genius-Liste immer nur die "Hits" aus jedem Album auf und niemals ein paar rare Songs vom Ende des Albums. Das ist in etwa so, als wenn NDR2 die neue Vielfalt im Radio ankündigt und trotzdem nur zehn Songs spielt.
Dann die On-The-Go Wiedergabelisten: das ist der Horror! Hier verstecken sich hunderte kleiner Fehler, die diese Funktion leider unpraktikabel machen. Beim iPod Video habe ich viele Stunden damit verbracht, eigene Wiedergabelisten für alle Lebenslagen zu erstellen. Und der Touch hat mit einem Touchscreen und einer Tastatur eigentlich beste Voraussetzungen, das noch besser zu können. Aber warum kann ich pro "iPod wird am Computer angeschlossen" nur maximal eine On-The-Go Liste erstellen und nicht wie beim iPod Video mehrere? Warum kann ich meinen Listen keine Namen geben, obwohl der Touch eine komfortable Tastatur verfügt? Warum kann ich die Alben beim Einsetzen in die Liste nicht im Alphabet durchscrollen, sondern nur langsam nach und nach (da ist es natürlich auch alphabetisch, aber man kann nicht im Alphabet springen)?
Zudem kann man nicht wie beim iPod Video einfach das Lied, das man gerade hört, ganz spontan in die On-The-Go Wiedergabeliste packen, sondern man muss den Bildschirm entriegeln, in die Kategorien wechseln, auf Listen tippen, die On-The-Go Liste antippen, Bearbeiten tippen, ein Plus antippen, auf Alben (oder Genres oder so) antippen, das Album auswählen und dann den Song antippen. Beim Video musste man nur einmal auf Menu klicken und dann den Song, bei dem man vermutlich sowieso gerade war, lange auswählen und fertig. Warum also ist das so umständlich beim neuen vermeintlich so leicht zu bedienenen Gerät?
Der Sound beim Touch ist gut, aber noch kein HiFi-Genuss. Für die meisten Menschen wird es klanglich voll ausreichen bzw. viele Menschen werden den Unterschied zu einem optimalen Sound nicht einmal hören können. Allerdings verstehe ich das Argument der Audiophilen, dass man bei 350 € schon mal was erwarten kann, was den Klang angeht.

Mein Fazit ist, dass der iPod Touch ein cooles Gerät ist. Auch habe ich jetzt keinesfalls den iPod Video wieder rausgeholt und den stattdessen benutzt. Das Internet-Feature ist nett und spart mir etwas Zeit, wenn ich meinen Computer mal nicht hochfahren muss. Aber es ersetzt auf keinen Fall ein Notebook oder Netbook. Für Spiele nutze ich ihn eigentlich wenig, weswegen ich es verschmerzen kann, dass die Grafik und auch die Spiele nicht so dicke sind. Für ein bisschen Kurzweil reicht es, aber nicht für eine handliche Konsole. Und bei der Musik stelle ich echte Lücken fest, die mich regelrecht ärgern. Hier könnte die Bedienung wesentlich praktischer sein. Coverflow und Genius sind fast überflüssige Funktionen, die die kleinen Ärgernisse keinesfalls wett machen können. Insgesamt fand ich das Design und die Bedienung bei den Clickwheel-Modellen gelungener als beim Touch. Aber hey, ich mag das Internet und ich mag es, beim Sport 32 GB Musik in der Tasche zu haben. Also bin ich zufrieden, aber nicht so begeistert wie damals vom iPod Video und gebe nur vier Sterne.


Adams Äpfel
Adams Äpfel
DVD ~ Ulrich Thomsen
Preis: EUR 7,49

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dänische Filme sind verbotene Früchtchen, 14. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Adams Äpfel (DVD)
Wenn man an den neuen dänischen Film denkt, denkt man an die Dogma-Filme oder aber an die Filme von Anders Thomas Jensen. Jensens Filme kann man erst einmal als tiefschwarze Komödien verzeichnen, die allerdings ganz anders schmecken als etwa englische oder gar amerikanische schwarze Komödien. Bei Jensen scheint stets eine gewisse politische Unkorrektheit mitzuschwingen. Bei Dänische Delikatessen wird Menschenfleisch verspeist mit Happy End, bei In China Essen Sie Hunde kommen Mörder in den Himmel und bei Adams Äpfel ist der Skinhead auf Bewährung der einzige klare Kopf in der einsamen kleinen Dorfkirche des bekloppten Pfarrers Ivan.

Aber tatsächlich steckt hinter Jensens Filmen stets mehr dahinter als man zuerst denkt, was den Humor eigentlich erst so zielsicher und geschickt pointiert werden lässt. So dachte ich nach dem ersten Sehen von Adams Äpfel auch noch, dass dies ein religiöser Film wäre wegen der vielen Bezüge auf die Bibel. Falsch gedacht!
Viel eher dreht es sich darum, im Hier und Jetzt zu leben, die Realität einzusehen und sich selbst nichts vor zu machen.

Jensen führt den Zuschauer dazu in eine vollkommen groteske Welt mit irren Persönlichkeiten. Mein persönlicher Liebling ist der Arzt, der immer genau das Gegenteil von dem sagt, was eigentlich richtig wäre ("ich bin ja nicht der Typ, der gerne tratscht", "in der Fachwelt nennen wir das ...", "ich will dahin, wo die Leute noch sterben ..."). Das ist ein Charakter wie ihn Lewis Carroll nicht besser hätte entwerfen können. Aber natürlich ist der Pfarrer Ivan auch ein Held, der bis zum Schluss mit einem geschlossenen Auge durch die Welt geht und den größten Teil übersieht ("Gestern erst hat Christopher im Völkerball gewonnen - gegen alle.", "Ja, diese Tiger sind schon faszinierende Tiere.").

Mehr noch als eine schwarze Komödie ist dieser Film im Kern eine echte Philosophie. Aber sie widerspricht dem angelsächsischen Gut- und Böse-Denken, weshalb uns die Philosophie dahinter und der Aufbau des Films und resultierend natürlich auch der Humor sehr ungewöhnlich vorkommt? Aber hey, ist das schlecht? Ich sage nein.

Adams Äpfel ist selbst zur verbotenen Frucht geworden. Und der Film beantwortet selbst, was passiert, wenn man sie genießt: sie befreit.
Meiner Meinung nach ist Adams Äpfel das intelligente, selbstrefererenzielle Meisterstück von Jensen. Und weil er zudem auch noch richtig witzig anzuschauen ist, bekommt er von mir fünf Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 20, 2009 10:42 PM MEST


Kein Titel verfügbar

19 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, aber nicht für den Preis, 21. Dezember 2007
= Haltbarkeit:4.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:3.0 von 5 Sternen 
Jahrelang haben meine Freunde und ich gelechzt und gesabbert, sobald der Name Twilight Imperium auch nur gefallen war. Ein Brettspiel, das einem eine Science-Fiction Welt mit verschiedenen Alienrassen, Technologien, Geheimdiensten, Kolonien, Weltraumschlachten und intergalaktischer Politik - das klingt einfach unglaublich verlockend. Die Umsetzung ist aber nicht ganz so genial wie die Idee.

Am Ende musste ich feststellen, dass die Güte eines Brettspiels wohl eher an den Spielmechanismen denn an der Idee und dem Setting auszumachen ist.
Das Spiel wirkt im ganzen dem genialen alten Computerspiel-Klassiker Master Of Orion nachempfunden. Da fangen eigentlich die ersten kleinen Probleme an: hier wurde versucht, ein Computerspiel auf ein Brettspiel zu pressen, was nicht ganz so 1:1 geht, wie man sich das vorstellt.

Um ins Detail zu gehen, so sind uns schon beim Lesen der Regeln Unstimmigkeiten aufgefallen. Wieso bekommt der Spieler mit der Imperial-Karte zwei satte Siegpunkte? Das ist einfach überdimensioniert.
Während des Spiels ist dann eine zweite riesengroße Umstimmigkeit aufgefallen: es mag ja gut sein, dass kämpferische Fähigkeiten in den Hintergrund treten. Aber dass der Spieler, der mit Abstand am meisten Sternsysteme erobert hat, am Ende die wenigsten Siegpunkte hat (wohingegen der Spieler, der bis auf sein Heimatsystem zurückgeschlagen wurde, am Ende das Spiel gewonnen hat!), halte ich für etwas übertrieben. Konkret geht die Größe des Imperiums in keinster Weise in die Siegpunkte ein. Weltraumschlachten sind demnach cool, machen einen Großteil der Regeln aus, tragen aber gar nichts zum Spielgewinn bei.

Nachdem wir dies korrigiert haben und ein weiteres mal spielten, stellten wir fest, dass man mit Verteidigungsanlagen unverhältmäßig gut kämpfen kann, sodass bei guten Spielern ein gegenseitiges Invasieren nicht möglich ist. Recherche im Internet ergab, dass es dich dabei um einen Druckfehler handeln musste.

Und so ging es weiter. Mitlerweile habe ich dem Spiel entsagt, weil zuviel nachgebessert werden muss. Einige meiner Freunde spielen es immer noch - jedes mal mit neuen Hausregeln.

Aber ich will nicht nur unken. Auch schöne Seiten hat das Spiel. Zum Beispiel ist die Politik im Senat ein wahrhaft erfrischender Spielmechanismus. Gut gemacht!
Die Kämpfe laufen zwar mit Zufallselement ab, aber keinesfalls so frustrierend wie bei Risiko.
Die Technologien sind nett gemacht und bieten eine Menge Spekulationen über den technologischen Fortschritt der Mitspieler.

Der Handel ist schlichtweg Blödsinn, weil er im fortgeschrittenen Spielstadium fast egal wird. Der Geheimdienst bleibt hinter seinen Möglichkeiten.

Aus diesen Erkenntnissen folgt natürlich, dass die Alienrassen schlecht balanciert sind, was ihre Vor- und Nachteile angeht.

Alles in allem hätte ich mir die Regeln schwieriger vorgestellt, aber ich hätte eben auch erwartet, dass sie etwas besser aufeinander abgestimmt wären. Wir haben uns alle gefragt, ob das Spiel eigentlich mal von den Entwicklern probegespielt worden ist. Was bleibt, ist ein nettes Spiel, das aber keinesfalls mehr als vierzig Euro wert ist (zumindest vom Spielspaß her). Für das Geld kann man besser zwei bessere Spiele finden, die zwar kein so cooles Setting haben und keine so große Box, aber dafür funktionieren, ohne dass man hundertmal die Regeln nachbessern muss.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2014 3:16 PM MEST


ABACUSSPIELE 08981 - Tichu, Gesellschaftsspiel
ABACUSSPIELE 08981 - Tichu, Gesellschaftsspiel
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Werde Tichurant!, 13. Dezember 2007
= Haltbarkeit:3.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:4.0 von 5 Sternen 
Tichu ist ein unglaublich gutes Spiel. Es wird mit einem klassischen Spiel-Blatt plus vier Sonderkarten, dem Drachen, dem Phönix, dem Hund und der 1 bzw. dem Mah-Jongg gespielt. Die Regeln sind an sich nicht besonders kompliziert, es ist ein klassisches Stiche-Spiel, bei dem es um Punkte in Stichen und um möglichst frühes fertig werden geht. Was Tichu besonders macht, ist das Balancing der Spielmechanismen. Durch den außer der Reihe geworfenen Bomben kann man sich nie sicher sein, dass der eigene Plan auch wirklich aufgeht - man kann also auch mit unverschämt gutem Blatt immer noch leicht verlieren.

Für Leute, die weniger Zocker sind, empfehle ich eher das Spiel Zoff im Zoo vom großartigen Verlag "Spiele von Doris und Frank". Zoff im Zoo spielt sich ähnlich wie Tichu, hat ein paar weniger Regeln und ist durch die Tierthematik anschaulicher für Leute, die mit klassischen Kartenspielen weniger anfangen können.

Für mich ist Tichu aber das beste aller klassischen Kartenspiele. Zudem sind alleine die Spielregeln das Geld fast wert, denn die Regeln sind urwitzig geschrieben.
Lediglich die verpackung ist wenig dauerhaft und fliegt alsbald auseinander, wenn man es ein paarmal im Rucksack mitgenommen hat.
Vier und nicht fünf Sterne gebe ich wegen der schlechten Verpackung, weil es für seltenere Zocker nicht leicht zugänglich ist und weil man exakt vier Spieler benötigt.


PD-Verlag 004 - Imperial
PD-Verlag 004 - Imperial
Wird angeboten von Magierspiele Besdorf
Preis: EUR 35,70

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sei die Heuschrecke!, 11. Dezember 2007
= Haltbarkeit:5.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: PD-Verlag 004 - Imperial (Spielzeug)
Äußerlich wirkt das Spiel deutlich an den Klassiker Diplomacy orientiert, der Mitte letzten Jahrhunderts den zufallslosen Gegenpol zum würfellastigen Risiko dargestellt hat. Genau so überzeugt Imperial auch damit, dass es nach dem Spielstart absolut keinen Zufall mehr gibt (keine Würfel, keine verdeckten Kärtchen, und wenn man akribisch mitzählt, könnte einem selbst der Bargeldbestand der anderen Spiele bekannt sein). Und genau wie Diplomacy dreht es sich um Europa zur Zeit des ersten Weltkriegs, selbst die Karte sieht fast gleich aus.

Innerlich ist es allerdings ganz anders als Diplomacy. Es ist quasi "auf links gedreht". Man spielt nicht mehr Länder, sondern Investoren. Klar, kann man versuchen, ein Land zu Glanz und Glorie zu führen und die Welt zu erobern. Aber man kann genausogut sein Land in den kontrollierten Bankrott stürzen lassen und sich mit der Staatskasse auf und davon machen und sich in anderen Ländern neu einkaufen. Manch gewiefter Spieler kontrolliert mit seinen Moneten zwischenzeitlich vielleicht drei der sechs Länder, andere Spieler dann keines mehr und schauen dem Spielgeschehen lange Zeit nur zu, bis sie sich neu in ein Land einkaufen können und die Kontrolle übernehmen. Aber verloren hat so ein staatenloser Spieler noch lange nicht, denn seine Kredite zählen weiter für ihn und werfen Profit ab.

Dieses Spiel fährt mit einem unglaublich neuen Spielprinzip auf, das einen die ersten Spielrunden überraschen wird. An den Gedanken, sein eigenes Land zu verlieren, muss sich wohl jeder Spieler gewöhnen. Aber ich habe auch schon gesehen, dass ein Spiele viele Runden absichtlich kein Land mehr kontrolliert hat, um dann mit dem richtigen Timing und den nötigen Kröten in der Seitentasche wieder ins Spielgeschehen einzusteigen.
Und es macht einfach unglaublich Spaß, in manchen Ländern wie eine Heuschrecke einzufallen, es auszuweiden und dann das brach liegende Land wieder zu verlassen, um das nächste anzugreifen.
Aber selbstverständlich kann man sich auch auf ein Land konzentrieren und dieses zu einer respektablen Größe führen und dann in jeder Runde fette Gewinne einfahren.

Alles geht und es liegt am Spielerverhalten, welche Strategie sich am Ende am meisten lohnt.
Noch ein paar obligatorische Worte: das Spielmaterial ist gut, selbst die Geldscheine sind nicht so dünn wie Monopoly-Geld. Die Regeln sind einfach, wenn auch ungewohnt. Die Dauer des Spieles beträgt bei uns stetig dreieinhalb Stunden - unabhängig von der Spielerzahl.
Und besonders hervorzuheben ist, dass man es auch mit drei Leuten schon angenehm spielen kann - da hat es dem Klassiker Diplomacy einiges voraus, das man nicht mit weniger als sieben Leuten wirklich gut spielen konnte.


Belkin F5D7000 Wireless G Desktop CARD Netzwerkkarte
Belkin F5D7000 Wireless G Desktop CARD Netzwerkkarte

4.0 von 5 Sternen Nicht so ganz auf der Höhe, 17. Oktober 2007
Es ist schon ein bisschen peinlich: egal, wie nah oder fern ich den Hotspot aufstelle, meine Wireless G Karte bekommt nie vollen Empfang, sondern stets einen Empfangsbalken Abzug.
Gut, wenn man wie ich nur ins Internet möchte, ist diese Netzwerkkarte mit Sicherheit nicht der Flaschenhals, wo es auf die Geschwindigkeit ankommt. Aber für die Qualität dieser Karte spricht es trotzdem nicht.

Noch ein Hinweis zu den Treibern: Es gibt Treiber von Windows 98 SE bis Vista 64 Bit. Bei XP muss man sie nicht wie in der Packung angegeben vorher installieren, es geht auch ohne. Unter Vista funktioniert der Setu von CD noch nicht einmal. Statt dessen braucht man Treiber von der Belkin-Internetseitep. Dafür stehen dort Treiber für 32 und 64 Bit Vista zur Verfügung, was keine Selbstverständlichkeit ist. Einrichten muss man das Netzwerk dann (zum Glück!) nicht über die Belkin-Software sondern über die Windows Systemsteuerung.

Also die Karte erfüllt ihren Zweck unter allen Betriebssystemen, könnte dies aber besser tut.


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