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Rezensionen verfasst von
Bajazet30 (Göttingen, Niedersachsen)

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Sacrificium (Ltd.Edition)
Sacrificium (Ltd.Edition)
Wird angeboten von Bessere_Musik ( 12-24 Tage Lieferzeit aus Kalifornien)
Preis: EUR 31,64

43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bartoli und Barockmusik - das passt einfach..., 3. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Sacrificium (Ltd.Edition) (Audio CD)
Zugegeben: Ich bin kein sonderlich großer Fan von "La Bartoli" und habe ihre letzten Projekte ("Maria" und "La Sonnambula") auch alles andere als gelungen empfunden, doch bei dem vorliegenden Album knüpft die temperamentvolle Italienerin nahtlos an die grandiose Leistung von "Opera proibita" an. Bartoli widmet sich hier der legendären Zeit der Kastraten und gräbt 11 Weltersteinspielungen von Porpora, Graun, Leo, Vinci Caldara und Araia sowie Broschi und Giacomelli aus - insgesamt 100 Minuten (es gibt eine 20-minütige Bonus-CD!) feinster spätbarocker Musik. Die CD verdient also schon allein aufgrund ihres Repertoirewertes besondere Beachtung. Auch die Arienauswahl ist sehr lobenswert, denn es werden alle Affekte dargeboten, welche die damalige Opera Seria so reizvoll gemacht haben: Atemberaubend schwierige "Zornesarien", berückend schöne "Gebetsarien", bewegende "Abschiedsarien" sowie die obligatorischen "Gleichnisarien" (z.B. "Nachtigallen- und Meeresturmarien"). Auch die Interpretation ist exemplarisch, wobei das Hauptverdienst dem "Il Giardino Armonico" unter seinem Dirigenten Giovanni Antonini zukommt: dynamisch-flott, akzentuiert, lebendig und voller Emotion. Der Hörer erlebt die Musik richtig, ja, wird von ihr mitgerissen und nicht - wie etwa bei Alan Curtis' kürzlich erschienenem Porpora-Album - allmählich eingeschläfert. So kann man sich die Begeisterung des zeitgenössischen Publikums bei der Darbietung der Arien durch Caffarelli & Co jedenfalls sehr gut vorstellen.
Doch kommen wir nun zur Leistung der Primadonna: Bartoli kommt auch auf dieser Einspielung nicht ohne ihre bekannten Manierismen aus: aspirierte und nicht immer ganz lupenreine Koloraturen und eine gewöhnungsbedürftige Atemtechnik. Kurzum: Technisch gibt es inzwischen sicherlich Sängerinnen, die Bartoli übertreffen (z.B. eine Genaux, Kozena oder DiDonato). Trotzdem ist die Gesamtleistung der Italienerin tadellos, denn sie geht mit jener Expressivität und Leidenschaft an die Musik, dass es eine wahre Freude ist. Sie ist eben mit Herz und Seele dabei und durchlebt die Affekte ihrer Figuren, damit degradiert sie die Stücke nicht zur Musik für reine "Gesangsmaschinen". Bartoli kann also mit Klugheit, Leidenschaft und ihrer großen Musikalität ihre kleineren Manierismen mehr als ausgleichen.
Besonderes Lob verdient das Booklet der "Deluxe-Edition": Es ist hochwertig verarbeitet, äußerst ansprechend gestaltet (auch wenn die Fotomontagen von Frau Bartoli ein wenig reißerisch wirken) und außerordentlich informativ: So gibt es neben Erklärungen zu den eingespielten Arien auch noch ein 30-seitiges "Kastratenlexikon", welches einen gelungenen Mix aus musikwissenschaftlichen Informationen und unterhaltsamen Anekdoten und Kuriositäten enthält.

Fazit:
Ein uneingeschränkt empfehlenswertes Album: Bartoli + Barockmusik, das passt einfach! Hoffentlich wird in Zukunft noch mehr dieser hervorragenden Musik ausgegraben und eingespielt. Danke, Cecilia!


Domenec Terradellas: Furor! (Opernarien)
Domenec Terradellas: Furor! (Opernarien)
Preis: EUR 12,36

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Musik, bemühte sängerische Interpretation, 12. September 2009
Der in Barcelona geborene und in Neapel ausgebildete Domènech Terradellas (1713-1751) war zu seiner Zeit ein berühmter Vertreter des "galanten Stils" und seine Opern konkurrierten in den italienischen Opernzentren mit denen Hasses und Jommellis. Die Musik des früh verstorbenen Komponisten offenbart dramatisches Gespür und melodischen Einfallsreichtum. Dies zeigt eindrucksvoll die vorliegende Aufnahme. "Furor!" ist hier wörtlich zu nehmen, denn die Arienauswahl ist wahrlich furios. An keiner Stelle kommt Langeweile auf: Es gibt herrliche Dacapo-Arien, virtuose "Nachtigallen-Arien", temperamentvolle "Sturmarien", eingehende Lamentos - kurzum, alles was der galante Stil zu bieten hat.
Hervorzuheben ist vor allem das spritzige Dirigat von Stefano Demichelli, der richtigen Spaß an und mit der Musik Terradellas' zu haben scheint. Er holt aus seinem Ensemble wirklich alles raus. Damit hebt er sich übrigens äußerst wohltuend von dem sterbenslangweiligen Alan Curtis ab, der mit seinem gerade erschienenen Porpora-Album die hervorragende Karina Gauvin zur Gute-Nacht-Sängerin degradiert hat. Schade, dass Gauvin nicht bei diesem Projekt zu Verfügung gestanden hat, denn sie wäre Maria Grazia Schiavo deutlich überlegen gewesen. Schiavo liefert zwar insgesamt eine recht gute Leistung ab, aber ohne zu brillieren - und genau das verlangt diese Musik nun einmal. Mit den Koloraturen hat sie zwar keine nennenswerten Probleme, doch klingt ihre Stimme etwas substanzlos und ziemlich piepsig. Zudem ist das Brustregister nur sehr dünn ausgeprägt und in der dreigestrichenen Region bekommt die Stimme einen unangenehm schrillen Klang.

Fazit:
Musikalisch eine hervorragende CD, welche richtig Spaß macht. In Bezug auf die sängerische Leistung hätte man sich aber sicherlich eine andere Sängerin als Schiavo gewünscht (z.B. Kermes, Damrau oder eben Gauvin).
Trotzdem ist die CD insgesamt besser als Curtis' Porpora-Aufnahme.


Porpora Arias
Porpora Arias
Preis: EUR 17,96

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider in fast jeder Beziehung enttäuschend... Thank you, Mr. Curtis!, 8. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Porpora Arias (Audio CD)
Nach Simone Kermes' "Lava" legt nun auch die kanadische Sopranistin Karina Gauvin ein Album im neapolitanischen Stil vor, nämlich mit Arien von Nicola Porpora, einem der Hauptvertreter des sogenannten "galanten Stils". Eigentlich ein Grund zum Jubeln, ist diese Art der Musik in der Diskographie der Plattenlabels bedauerlicherweise völlig unterrepräsentiert. Aber um es gleich vorweg zu nehmen: An die Qualität von "Lava" kommt das vorliegende Album in keinster Weise heran. Dabei fängt das Recital mit der Bravourarie "Nobil onda" vielversprechend an: Gauvin zeigt hier, dass sie koloratursicher ist und weder mit den Trillern noch Staccati Probleme hat und eine wunderschöne Stimme hat. Natürlich kann sie technisch nicht ganz mit Kermes konkurrieren, allerdings singt sie weitaus besser als die meisten Sängerinnen, die sich an den "galanten Stil" gewagt haben.
Doch italienisches Brio will sich bereits in dieser ersten Arie nicht so recht einstellen, was daran liegt, dass Gauvin ausgerechnet von dem Mr. Valium der Barockszene begleitet wird, nämlich Alan Curtis, der mit seiner akademisch-trockenen Art der denkbar ungeeignetste Begleiter für diese feurige Musik ist. Er ist somit auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass diese CD ein ziemlicher Flop ist.
Ganz dem Temperament des Dirigenten entsprechend, fällt nämlich auch die weitere Arienauswahl aus: Es handelt sich fast ausschließlich um ruhige Stücke, die zudem recht behäbig dirigiert werden. Spätestens nach 20 Minuten wird dies so langweilig, dass man die CD einfach ausmachen muss. Da nützt es wenig, dass Gauvin ihre Sache eigentlich sehr gut macht und insgesamt eine sehr überzeugende Leistung abliefert.

Fazit:
Mit dieser CD hat Mr. Curtis Porporas Musik leider einen Bärendienst erwiesen. So langweilig wie hier ist es damals bei Farinelli und Co sicherlich nicht zugegangen - hoffe ich zumindest...
Am besten Sie laden sich sich die Highlights runter (Track 1, 2, 13), denn das ganze Album lohnt die Anschaffung wirklich nicht! Für Fans des galanten Stils ist neben "Lava" auch Domenec Terradellas "Furor!" zu empfehlen, selbst wenn Schiavo sängerisch nicht mit Gauvin konkurrieren kann.

Nachtrag 3. Oktober 2009:
Wer Porpora liebt, sollte sich unbedingt "Sacrificium" von Cecilia Bartoli zulegen. Eine grandiose CD, vor allem wegen der tollen Begleitung durch "Il Giardino Armonico" unter Giovanni Antonini. Wie wär's mal mit einem kleinen Praktikum bei den "Giardinos", Mr. Curtis?
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 25, 2010 6:48 PM CET


Arie Per Basso
Arie Per Basso
Preis: EUR 18,03

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht fast unbekannt..., 28. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Arie Per Basso (Audio CD)
Während die meisten Händel-Aufnahmen in der letzten Zeit ordentlich beworben worden sind (Kermes, D'Arcangelo, Alcina, Ezio, DiDonato etc.), ist die vorliegende CD fast nebenbei erschienen. Ich bin jedenfalls nur zufällig auf sie gestoßen. Das ist schade, denn das Album ist schlichtweg grandios. Endlich wartet (nach Terfel und - ansatzweise - Ramey) mal wieder ein Bass mit einem Händel-Recital auf. Es ist ein Jammer, dass die Stimmgattung Bass/Bariton insgesamt so unterrepräsentiert ist. Und hier gibt es Gesang in superber Qualität zu erleben. Regazzos Stimmtechnik ist schlicht phänomenal: Die Koloraturen perlen geradezu und werden völlig unangestrengt bewältigt. In punkto Virtuosität ist er damit seinem bekannteren Kollegen D'Arcangelo sogar noch überlegen. Auch ist Regazzo in der Lage, den Seelenzustand seiner Protagonisten überzeugend abzubilden: von Claudios naiver Liebesserenade (Agrippina) bis hin zu tiefster Verzweiflung in "Gelido in ogni vena" (Siroe). Dass er dabei adäquat begleitet wird, garantiert schon der Name Alessandrini, den ich persönlich für einen der kompetentesten Händel-Dirigenten überhaupt halte.

Fazit: Ein (noch) recht unbekanntes Recital, welches aber eine exquisite Interpretation von Händels Bass-Arien enthält. Daher ohne Einschränkung fünf Sterne.


Händel-Arie Italiane Per Basso
Händel-Arie Italiane Per Basso
Preis: EUR 16,22

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich mal "in Tief"..., 28. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Händel-Arie Italiane Per Basso (Audio CD)
Für sein erstes Solo-Album wählte sich der italienische Bassbariton D'Arcangelo Händel aus, obwohl der Komponist in dessen Repertoire bzw. Diskographie bisher eher ein Schattendasein fristete. Immerhin hat D'Arcangelo schon etwas Erfahrung im Bereich der Barockmusik mit Vivaldi sammeln können. Wie dem auch sei, die vorliegende CD ist auf jeden Fall eine Bereicherung im Händeljahr - schon allein deshalb weil hier eine Stimmgattung vertreten wird, die insgesamt - zu Unrecht - unterrepräsentiert ist. Gerade Händel hat für Bass bzw. Bariton einige wundervolle und sehr anspruchsvolle Arien geschrieben. Und damit wären wir schon beim ersten Pluspunkt der CD: die sehr abwechslungsreiche Arienauswahl. Praktisch alles, was Händels Musik so reizvoll macht, wird hier dargeboten. D'Arcangelo singt Händel mit einer recht großen Stimme, allerdings nicht mit so einer Urgewalt wie Bryn Terfel auf seinem Händel-Recital. Dafür hat D'Arcangelo allerdings auch kaum Schwierigkeiten mit den Koloraturen, allerdings werden sie auch nicht ganz so unangestrengt wie von Regazzo auf dessen Händel-Album bewältigt. D'Arcangelos Stimme ist recht beweglich, ziemlich sicher in der Höhe und größere technische Schwierigkeiten treten auch nicht auf. Selbst die höllisch schweren Intervallsprünge in Händels schwerster Bassarie "Fra l'ombre e gl'orrori" (Aci, Galetea e Polifemo) bewältigt der Italiener Achtung gebietend. Alles in allem eine tadellose Leistung. Nur auf das obligatorische "Ombre mai fu" hätte verzichtet werden können...
Außerordentlich gut hat mir das Dirigat gefallen. Sardelli wählt zwar durchweg zügige Tempi, ohne allerdings in überexpressives Gehetze zu verfallen. Auch vermeidet er, das Orchester zu stark in den Vordergrund zu rücken; vielmehr steht es dem Sänger als gleichwertiger Partner zur Seite. Schade, dass Sardelli diesen Ansatz nicht auch bei seinen Vivaldi-Aufnahmen wählt.

Fazit: Endlich ein Händel-Recital "in Tief" und das auf musikalisch und interpretatorisch sehr hohem Niveau. Daher: absolute Kaufempfehlung!

Kleiner Nachtrag: Es ist schade, dass man ein großes Label und entsprechendes Marketing braucht, um eine CD zu promoten. (Der gut aussehende) D'Arcangelo hat das Glück. Deshalb möchte ich hier unbedingt noch auf das kürzlich erschienene Händel-Album von Lorenzo Regazzo "Arie Per Basso" hinweisen, welches mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser ist. Das Schöne ist, dass es zwischen den Alben fast keine Überschneidungen gibt, sodass man sich getrost beide zulegen sollte.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2010 2:12 PM MEST


Mozart
Mozart
Preis: EUR 18,92

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gutes Aussehen, mäßige Interpretation, 24. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Mozart (Audio CD)
Das vorliegende Album ist alles in allem ziemlich entbehrlich, was vor allem mit der sängerischen Leistung von Frau de Niese zusammenhängt. Bezeichnend ist, dass die überaus reiche Fotogalerie oben von amazon VOR der Tracklist veröffentlicht wurde. Und in der Tat ist das reich bebilderte Booklet auch das Hauptargument für den Kauf der CD, denn eine ernstzunehmende Mozart-Sängerin ist de Niese nicht. Konnte sie auf ihrem Händel-Album technische Defizite und ihre leicht quäkige Stimme durch emphatischen Ausdruck noch teilweise ausgleichen, gelingt ihr dies hier nicht. Eine klassische Mozartstimme - um insbesondere in den Legato-Passagen überzeugen zu können - besitzt sie ebensowenig wie interpretatorische Tiefe. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich die Sängerin durch die Arien kämpfen muss, alles klingt recht angestrengt und ziemlich schrill - vor allem die Höhe wirkt sehr forciert. Hinzu kommt, dass alle Stücke in weit besseren Einspielungen vorliegen. Von daher besitzt die CD auch keinen Repertoirewert.
Erstaunlich finde ich es vor allem, dass sich Altmeister Mackerras, der ein ausgewiesener Mozart-Kenner ist, auf dieses Recital eingelassen hat.

Fazit: Gutes Aussehen scheint hier wichtiger zu sein als Können. Schade, dass die Labels immer mehr auf die Optik setzen. In diesem Bereich - das muss ich allerdings zugestehen - ist de Niese aber wirklich nicht zu toppen. Aber sollten dafür Sterne vergeben werden?
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 30, 2009 3:54 PM MEST


Lava - Opera Arias from 18th Century Napoli
Lava - Opera Arias from 18th Century Napoli
Preis: EUR 10,98

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viva la Diva! Hier stimmt einfach alles..., 14. August 2009
Kermes ist eigentlich immer eine hervorragende Interpretin! Die Qualität ihrer CD-Aufnahmen hängt daher von Kriterien wie Dirigat, Repertoire und Aufnahmetechnik ab. Und erfreulicherweise stimmt hier endlich einmal alles: Das Dirigat ist flott, akzentuiert, feurig - eben richtig neapolitanisch. Kermes wird hier adäquat begleitet und darf sich als Sängerin - ganz im Sinne der spätbarocken Aufführungspraxis - voll entfalten. Hier wird sie - Gott sei Dank - nicht von einem schnarchigen Alan Curtis oder einem behäbigen Katschner eingeengt. Auch die Aufnahmetechnik ist hervorragend: Kermes' Stimme wird optimal eingefangen und sie klingt nicht so, als würde sie zu weit vom Micro entfernt stehen, wie man bei Marcon (DGG) den Eindruck hat, wo das Orchester sehr weit im Vordergrund steht. Doch das Hauptargument für den Kauf der CD ist die fantastische Repertoireauswahl, bestehend aus etlichen Weltersteinspielungen. Hier wird einem alles geboten, was der neapolitanische Stil zu bieten hat: Berückend schöne Lamentos, wahnwitzige Verzierungen in den Bravourstücken ("Meeressturmarien"), wunderbar Arien im "galanten Stil" sowie affektgeladene Ausbrüche. Es wird einem ein wirklich abwechslungsreiches Potpourri spätbarocker Musik präsentiert, was verdeutlich, dass es neben Händel und Vivaldi auch noch eine Reihe anderer genialer Komponisten gab (Leo, Hasse, Vinci, Pergolesi etc.), deren Musik zu unrecht in Vergessenheit geraten ist.
Und darüber hinaus wird auf höchstem Niveau gesungen. Ich denke, es ist müßig, hier noch die technischen und interpretatorischen Fähigkeiten von Simone Kermes zu preisen, beides ist inzwischen hinlänglich bekannt. Trotzdem muss einfach festgehalten werden, dass dieses extrem schwierige Repertoire einfach Sängerinnen von dem Top-Format einer Kermes braucht, um wirklich überzeugend dargeboten zu werden. Und dies geschieht hier endlich einmal ohne Einschränkungen!

Fazit: Ein tolles Album der Barockdiva! Hier stimmt einfach alles (Interpretation, Aufnahmetechnik, Dirigat und Repertoire) und ich habe wirklich nichts zu kritisieren. Deshalb: absolute Kaufempfehlung!!!


ABBA: Gold - Greatest Hits
ABBA: Gold - Greatest Hits
Preis: EUR 6,66

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Könnte das Leben doch nur so schön sein wie ein Abba-Song...., 7. August 2009
Rezension bezieht sich auf: ABBA: Gold - Greatest Hits (Audio CD)
Abba sind wirklich ein Phänomen. Sie haben Musik von herausragender - ja nahezu singulärer - Qualität gemacht, die wirklich zeitlos ist. Bereits als Kleinkind habe ich Abba geliebt (übrigens gilt dies für die meisten kleinen Kinder auch heute noch!). "SOS" hieß der Song und ich habe ihn rauf und runter gehört, obwohl Abba damals am Anfang der 80er eigentlich schon out war. Dann kam das Heranwachsen, die Pubertät etc. Viele musikalische Phasen wurden durchlebt: Sandra, Madonna, Bon Jovi, G'n'R, Alice Cooper, zwischendurch Acid und sogar Tekkno, bis ich heute bei klassischer Musik angekommen bin. Jede Phase hatte irgendwann ein Ende und ich habe mich Neuem zugewandt.
Nur eines blieb irgendwie zeitlos: Abba! Obwohl ich die Lieder inzwischen tausende von Malen gehört habe und alle auswendig kann, gehen sie mir nicht auf den Zeiger. Woran liegt das? Ganz klar: Abba bieten musikalisch wirklich ganz große Kunst: Zwar haben sie zu Beginn ihrer Karriere ihre verrückten Kostüme gehabt, aber das war auch alles, um Aufmerksamkeit zu erlangen: Abba brauchten keine Skandale oder (politische) Provokationen ("Wir sind bekannter als Jesus"), keine ausgefallene Performances (die Choreographie der beiden Damen war meist wenig synchron und wirkte oft verkrampft), keine provokanten Lyrics (die Texte sind zumeist ziemlich banal), keine spektakulären und exzessiven Bühnenshows (Abba war eigentlich keine überzeugende Live-Band), aber dafür gab es äußerst eingängige Melodien mit perfekten Harmonien und Arrangements, dazu kammen mit Frida und Agnetha zwei Frontfrauen, die wirklich singen konnten und deren Stimmen perfekt miteinander harmonierten. Wie gut diese Musik ist, wird nicht nur im Musical deutlich, sondern auch dann, wenn Abba "klassisch" interpretiert wird. Es gibt z.B. eine sehr schöne Aufnahme mit Abba-Arrangements von dem London Symphony Orchestra. Einfach richtig schöne Musik.
Diese Platte spiegelt das Können von Abba in seinem ganzen Spektrum wider; alle großen Hits sind vertreten. Und auch die Aufnahmequalität ist super: Ich hatte bis vor kurzem noch die alte "Gold" und habe dieses ganze Gerede vom Remastering nur für lukrative Geschäftemacherei gehalten, aber der Sound ist wirklich besser...
Einziges Manko: Einige der großen Abba-Songs fehlen, aber auf einer CD sind eben nur für 80 Minuten Platz, deshalb sollte man sich auch andere Aufnahmen noch besorgen, zumindest aber "More Abba Gold", worauf einer der größten Abba-Songs mit "The day before you came" enthalten ist.

Fazit: Abbas Musik ist zeitlos schön und wird hier in einer erstaunlich modern klingenden Aufnahme präsentiert. Dass die Songs z.T. über dreißig Jahre alt sind, ist nicht zu hören. Aber das macht zeitlose Musik wohl aus...


Il Salotto - Vol. 2 (La Potenza d' amore: Kantaten und Lieder)
Il Salotto - Vol. 2 (La Potenza d' amore: Kantaten und Lieder)
Preis: EUR 22,32

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalische Schätze für Bel Canto-Fans, 1. August 2009
"Il Salotto" ist die Reihe von Opera Rara, in der sich das englische Label der uns heute weitgehend unbekannten "Salonmusik" widmet. Diese italienische Form des musikalisch-literarischen Salons war ein Forum für zeitgenössische Vokalmusik, die mit beschränktem instrumentalen Aufwand auskommt (meist mit reiner Klavierbegleitung, manchmal noch um ein obligates Instrument ergänzt). Trotzdem sind die sängerischen Voraussetzungen durchaus anspruchsvoll - insbesondere bei der vorliegenden Platte. Die hier eingespielten Stücke wurden von den z.T. recht unbekannten Komponisten der Frühromantik als Kantate, Romanze, Lied oder Cavatina bezeichnet.
Diese Platte zählt meines Erachtens zu den Besten der Reihe (insgesamt sind wir bei Vol. 12 angelangt), was vor allem mit den sängerischen Leistungen der Beteiligten zusammenhängt, die durchweg hervorragend sind.

Majella Cullagh singt eine Rossini-Arie, deren Cabaletta aus dem Barbier stammt, mit vollem Sopran und virtuoser Agilität. Über einen gut modulierten, vollen und beweglichen Bariton verfügt Garry Magee. Über Nelly Miricioiu muss nicht viel gesagt werden, sie muss hier eine atemberaubend schwere Koloraturarie bewältigen, während William Matteuzzi in der Kadenz seiner Cavatina sogar das hohe "es" darbietet. Auch die übrigen Sänger - wie z.B. der altgediente Bruce Ford - reüssieren.

Damit hebt sich die Aufnahme durchaus von anderen der Reihe ab, die ich nicht immer als ganz gelungen empfinde. So kommt manchmal etwas Langeweile auf, weil die reine Klavierbegleitung auf die Dauer etwas monoton ist, zumal wenn überwiegend ruhige Stücke eingespielt werden (z.B. bei "Ora Divina"), lange Dialoge in den "Kammeropern" ("La Cendrillion" oder "La Laitière de Trianon") ermüden oder die Sänger die anspruchsvollen Gesangsstücke nur mühsam bewältigen können (z.B. bei "Pauline Viardot und Friends").
Nur noch "La Rimembranza" reicht an "La Potenza" an (übertrifft die Aufnahme sogar vielleicht noch) und auch "La Partenza" ist sehr empfehlenswert.
Alle Aufnahmen der Reihe kenne ich aber auch noch nicht...

Fazit: Eine erfreuliche Entdeckung für Bel Canto-Fans. Wunderschöne Melodien virtuos dargeboten. Daher: absolute Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 4, 2009 5:41 PM MEST


Semele (Gesamtaufnahme)
Semele (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 36,97

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker..., 3. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Semele (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Das aus meiner Sicht genialste Werk von Händel (und ich kenne eigentlich fast alle) ist "Semele", welches momentan sehr erfolgreich von Cecilia Bartoli auf die Bühne gebracht worden ist.
Diese Komposition, die einen nennen sie "Profanes Oratorium", andere "Hör-Drama" oder "englische Oper", ist in der Tat sehr hybrid, trotzdem zeigt sie wie kein anderes Werk Händels gesamtes Genie. Er kreuzt hier gewissermaßen die Vorzüge der Oper (virtuose Arien, affektgelandene Rezitative, profaner Inhalt) mit denen des Oratoriums (tolle Chorsätze, große Instrumentation). Wahnsinn, wie Händel es trotz der eingeschränkten Möglichkeiten der damaligen Opera-Seria schafft, den Hörer mitzureißen und Charakteren dramatisches Profil und Leben zu verleihen: Man höre nur Jupiters Klagearie "Where'er you walk", oder Junos Wutausbrüche bzw. Racheschwüre "No more - I'll heare no more" über die Untreue ihres Gatten Zeus (und ihre fiese Triumpfarie "Above measure", nachdem sie ihre Rivalin Semele schließlich beseitigt hat). Köstlich auch das Duett Junos mit dem Schlafgott Somnus, den sie umgarnt, um ihn dadurch zum Werkzeug ihrer Rache zu machen. Die Juno-Arie "Hence, Iris hence away" wurde zudem schon in den 60-iger Jahren durch Marilyn Horne bekannt gemacht. Es war ihre erklärte Lieblingsarie von Händel.
Ach, ich könnte noch lange die Vorzüge des Werkes preisen. Im Gegensatz zu vielen Händel-Opern und auch Oratorien, in denen es aus meiner Sicht manchmal Längen gibt, stimmt hier einfach jede Note. Einziger Wermutstropfen: Es gibt leider keine hundertprozentig überzeugende Einspielung, ich würde aber alles in allem zu der vorliegenden raten, auch wenn diese häufig kritisiert worden ist. Zunächst einmal ist diese Aufnahme - neben der unter Curnyn - die einzig ungekürzte Version. Die modernen Instrumente empfinde ich - im Gegensatz zu vielen Kritikern - nicht als störend. Und auch die Besetzung ist groß:
Kathleen Battle präsentiert sich hier als Semele in Höchstform - böse Zungen behaupten ja, sie hätte in puncto Geltungssucht und Eitelkeit viele Parallelen zur mythologischen Semele gehabt. Fakt ist, dass Battle tatsächlich in der Lage ist, die nach Göttlichkeit strebende Semele glaubhaft zu verkörpern. Ihre Bravourarie "No, no, I'll take no less" ist in puncto zickiger Überheblichkeit wie auf den Leib geschneidert - selbst wenn sie weitgehend auf zusätzliche Verzierungen in den Kadenzen verzichtet. Übrigens: Semele ist die virtuoseste Partie, die Händel jemals für einen Sopran geschrieben hat.
Marilyn Horne hat zwar hörbar mit stimmlichen Ermüdungserscheinungen zu kämpfen - die Juno ist eine ihrer letzten Plattenaufnahmen - trotzdem verköpert sie die eifer- und rachsüchtige Zeusgattin absolut glaubwürdig und übertrifft alle anderen Sängerinnen in dieser Rolle um Längen. Phänomenal ist auch Samuel Ramey in der kleinen Doppelrolle Cadmus/Sommnus. Ihm bereiten die schwierigen Koloraturen seiner Arien keine Mühe. Schwachpunkt sind John Aler als Jupiter und Michael Chance als Athamas - hier gäbe es heutzutage sicherlich bessere Sänger, als dies noch 1990 der Fall gewesen ist (z.B. Croft/Agnew oder Jaroussky).
Zwar ist auch die Aufnahme unter Curnyn (mit Joshua) in Ordnung, aber als Gesamtleistung kann sie an die oben genannte - trotz einer grandiosen Rosemary Joshua - nicht heranreichen. Auf keinen Fall sollte man aber zu der bei Arion (de Niese) oder der billigen Naxos-Variante greifen. Gardiners Interpretation ist ebenfalls in Ordnung, aber arg verstümmelt.

Fazit: Händels größtes Meisterwerk in einer wirklich guten Interpretation. Daher gilt: trotz des Alters eine absolute Kaufempfehlung
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 7, 2009 4:52 PM MEST


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