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Rezensionen verfasst von
Bajazet30 (Göttingen, Niedersachsen)

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Dramma
Dramma
Wird angeboten von catch-direct
Preis: EUR 17,95

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer suchet, der findet ..., 31. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dramma (Audio CD)
... an jeder Aufnahme etwas zu kritisieren. Diese Produktion von Simone Kermes ist aus meiner Hinsicht aber ein echter Knüller. Die Kermes betätigt sich mal wieder als Ausgräberin barocker Schätze und präsentiert eine wunderbare Zusammenstellung von überwiegend galanten Arien, die für die absoluten Topstars der damaligen Zeit (also die Kastraten) geschrieben worden sind - darunter etliche Weltersteinspielungen. Von daher besitzt das Album schon allein deshalb einen hohen Repertoirewert. Besonders erfreulich aus meiner Sicht ist, dass die Diva dieses Mal mehr Bravourarien aufgenommen hat als auf den bereits genannten Vorgängeralben. Hier kann sie in etlichen Arien ihre phänomenale Technik eindrucksvoll unter Beweis stellen. Und es gibt eine ganze Menge an Schwierigkeiten zu bewältigen: große Intervallsprünge, Kaskaden von Koloraturen, Triller, Piani, interessante Kadenzen etc.
Puristen mögen die Interpretation teilweise als Effekt erheischend betrachten, mir macht sie indessen sehr viel Freude, denn es wird deutlich, was die Sängerin zu leisten vermag. Dies dürfte übrigens auch der Intention der Kastraten entsprochen haben, die sich mit der Musik vor allem selbst "in Szene" setzen wollten - und dazu passt dann auch wiederum das Cover mit den Fotos (welches immerhin noch dezent im Vergleich zu dem demnächst erscheinenden Bartoli-Album ausgefallen ist), wenngleich es sicherlich entbehrlich ist, aber wohl heutzutage einfach zum Marketing gehört.
Doch zurück zur Interpretation: Ich hätte mir in den Kadenzen sogar noch mehr Auszierungen, vor allem aber in den Caffarelli-Arien mehr Einsatz der Bruststimme gewünscht. So hätte der Hoch-Tief-Gegensatz, für den Caffarelli einst so berühmt gewesen ist, wie z.B. in "Sul mio cor" aus "Adriano in Siria" (Track 9), durchaus noch ausgeprägter sein können. Der Einsatz der Bruststimme gelingt hier Jolanta Omilian in der einzig verfügbaren Gesamtaufnahme der Oper tatsächlich besser - aber das wäre wäre dann auch der einzige Vorzug dieser insgesamt wenig ansprechenden Aufnahme.
Doch da sind wir gleichwohl wieder beim Motto "Wer suchet, der findet" - oder anders "Formuliere niemals eine positive Kritik ohne eine Einschränkung". Daher fasse ich jetzt einfach das Wesentliche zusammen.

Fazit:
Einfach ein richtig tolles Album - trotz Wenn und Aber! Absolute Kaufempfehlung!


L'Olimpiade
L'Olimpiade
Preis: EUR 25,21

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Compilation barocker Arien, 15. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: L'Olimpiade (Audio CD)
Passend zu den Olympischen Spielen in London bringt das Label Naive ein sogenanntes Pasticcio auf den Markt, welches auf dem Libretto "L'Olimpiade" von Pietro Metastasio basiert. Insgesamt sind darauf Arien, ein Duett sowie drei Chorstücke von insgesamt 16 verschiedenen Komponisten enthalten, welche sich dem "olympischen Stoff" im Laufe ihres künstlerischen Schaffens gewidmet haben. Dabei umfasst die Zeitspanne etwa 100 Jahre und reicht von Caldara bis Cherubini.
Die Handlung ist Vivaldi-Fans sicherlich bekannt, schließlich ist er der prominenteste Verwender des Sujets:
Die Olympischen Spiele stehen kurz bevor. Licida überredet seinen Gefährten Megacle, für ihn unter seinem Namen an den Spielen teilzunehmen. Dieser willigt ein. Erst später wird Megacle von Licida über den wahren Grund aufgeklärt: Der griechische König Clistene hat dem Sieger seine Tochter Aristea zur Frau versprochen. Megacle ist erschrocken, denn Aristea ist seine Geliebte, von der er sich hatte trennen müssen, weil deren Vater ihr den Umgang mit ihm verboten hatte. Nach etlichen Irrungen und Wirrungen klären sich jedoch die zahlreichen Verwicklungen auf und es kommt zu einem Happy-End mit Doppelhochzeit.

Ob man die vorliegende Einspielung jedoch als Pasticcio bezeichnen darf, ist meines Erachtens etwas fraglich: Immerhin wurden alle Rezitative weggelassen, sodass eine eigentliche Handlung nicht anzutreffen ist. Korrekter wäre es sicherlich, das Werk als Compilation zu bezeichnen - quasi eine Art "Greatest-Hits-Album" von Arien besagter Komponisten. Und unter diesem Gesichtspunkt ist die Einspielung auch sehr spannend: So lassen sich hier etliche barocke Schätze antreffen, vor allem von den sogenannten "galanten Komponisten" wie Hasse, Galuppi, Leo, Pergolesi und Traetta. Andererseits sind Komponisten zu hören, von denen ich zuvor niemals etwas gehört habe wie etwa Gassmann oder Perez.
Auch in Bezug auf die Interpretation ist die Einspielung durchaus gelungen, wenngleich man sich sicherlich noch eine etwas luxuriösere Besetzung hätte vorstellen können. Vor allem aber Karina Gauvin mit ihrem schlanken Schönklang-Sopran und Romina Basso mit ihrer virtuosen Technik machen Freude. Auch die anderen Sänger und Sängerinnen machen einen guten Job, ohne freilich immer zu begeistern. Sehr akzentuiert, präzise und flott ist das Orchesterspiel des "Venice Baroque Orchestra" unter Leitung von Markellos Chryssicos.
Kleine Abzüge gibt es indes für die Aufnahmequalität: Ich bin auf diesem Gebiet sicherlich kein Experte, aber mir erscheinen die Sänger teilweise etwas zu weit "entrückt". Das Orchester hingegen steht recht weit im Vordergrund und übertönt bisweilen die Sänger - vor allem bei den schnelleren Arien.

Fazit:
Alles in allem eine sehr interessante Aufnahme: Barocke (vor allem "galante") und frühklassische Schätze in einer insgesamt guten Aufnahme. Angesichts dessen sollte die offensichtliche Vermarktungsstrategie von Naive (Geld mit den Olympischen Spielen machen) nicht allzu negativ ins Gewicht fallen.


Vivaldi: Opernarien
Vivaldi: Opernarien
Preis: EUR 19,62

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes Album - das vor allem bei den langsameren Stücken besticht, 16. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Vivaldi: Opernarien (Audio CD)
Barockspezialisten ist der Name Invernizzi bereits ein fester Begriff, hat sie doch schon auf etlichen (hervorragenden) Einspielungen alter Musik mitgewirkt. Nun liegt also ihr erstes Solo-Recital mit Vivaldi-Arien vor. Sicherlich kann man darin schon einen ersten kleinen Kritikpunkt sehen, denn angesichts der Fülle an Vivaldi-Aufnahmen, die in den letzten Jahren erschienen sind, wäre es vielleicht wünschenswerter gewesen, wenn sich Invernizzi mehr als "Ausgräberin" unbekannterer Barock-Schätze präsentiert hätte. Entdecken kann man auf dieser Scheibe jedenfalls nichts Neues. Dieser Umstand sagt freilich nichts über die künstlerische Qualität der CD aus, die durchaus beachtenswert ist. Invernizzi verfügt über einen sehr schlanken, vibratoarmen und glasklaren Sopran, der für Vivaldi nahezu ideal ist. Freilich kann sie es in Bezug auf technische Virtuosität nicht mit einer Simone Kermes aufnehmen, die allerdings auch insgeasmt einen expressiv-dynamischeren Zugang zu Vivaldi wählt. Ich persönlich würde zwar Kermes bei den schnellen Arien wie "Dopo un'orrida procella" aus Griselda den Vorzug geben (vor allem wegen der fehlenden Bruststimme, die Kermes sehr effektvoll einsetzen kann), aber dies bedeutet beileibe nicht, dass Invernizzi technisch nicht sauber singen oder auf individuelle Verzierungen verzichten würde. Die Stärken der Italienierin liegen aber eher in den kontemplativen Stücken der CD: Sie vermag hier eine ungeheure kammermusikalische Intimität und Nähe zu erzeugen, die einen mitleiden und -fühlen lässt (wie z.B. in "Non ti lusinghi" aus dem Tito Manlio). Unterstützt wird dieser Eindruck auch durch die sehr kleine Besetzung von "La Risonanza", die mit maximal 11 Musikern agieren, sowie einer aus meiner Sicht sehr guten Aufnahmetechnik.

Fazit:
Trotz kleinerer Kritikpunkte ein Album, das vor allem durch seine intimen Moment besticht und auf jeden Fall die Anschaffung lohnt.


Edita Gruberova - Wiener Staatsoper Live Recordings 1977-2010
Edita Gruberova - Wiener Staatsoper Live Recordings 1977-2010
Preis: EUR 24,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unerlässlich für Gruberova-Fans, 23. April 2012
Eine der ganz großen ist Edita Gruberova ohne Zweifel - seit nunmehr über 40 Jahren ist sie erfolgreich im Geschäft. Die vorliegende Aufnahme beinhaltet Mitschnitte, die vom ORF angefertigt und im Radio ausgestrahlt worden sind. Somit also eine sehr interessant Sache, denn bisher sind diese Mitschnitte nicht veröffentlicht worden. Interessant ist auch, dass die Mitschnitte einen langen Zeitraum abdecken (von 1979-2010) und einen wunderbaren Einblick in die Diskographie der Diva und ihre Vielseitigkeit geben. So sind sowohl Mozart, Massenet, Strauss sowie auch die Bel-Canto-Komponisten Verdi, Donizetti und Bellini vertreten. Für Gruberova-Fans also eigentlich ein Grund zum Jubeln. Warum also nur vier Sterne für diese Produktion? Dies hat nichts mit der Leistung der Diva zu tun, die ohne Zweifel mehr als fünf Sterne verdient hätte, sondern vielmehr mit der Auswahl der Stücke. Anstatt die Highlights aus den Opern auf die CD zu pressen, hat man sich häufig dafür entschieden, "Randstücke" auszuwählen.
Beispiele: Statt die Auftritts- oder Finalarie der Elisabetta aus "Roberto Devereux" (meine Favoriten von Gruberova) aufzunehmen, hat man sich hier für einen Ausschnitt aus dem Finale des 2. Aktes entschieden. Statt die großartige Gebetsszene, die Auftrittsarie oder das Königinnenduell aus "Maria Stuarda" zu wählen, gibt es hier das "Beicht-Duett" mit Talbot zu hören. Statt die großartige Arie der Elvira "O rendetemi ... Vien, diletto" auf die CD zu pressen, hat man sich hier für das Quartett "La dama d'Aturo" aus dem ersten Akt entschieden. Dies ist aus meiner Sicht sehr bedauerlich, denn gerade in jenen Rollen hat Gruberova ihre besten Leistungen gezeigt. Sollte hier eine Überschneidung mit den Nightingale-Aufnahmen vermieden werden, um deren Verkaufszahlen nicht zu gefähren? Ich weiß es nicht...
Dennoch gibt es natürlich hier auch echte Sahnestücke zu hören, ganz vorn mit dabei ist hier sicherlich eine atemberaubend gute Zerbinetta von 1995. Und auch die Stücke aus "Don Pasquale" sind nennenswert, weil sie von 1977 stammen, auf Deutsch gesungen werden und zeigen, dass die Diva ihren Zenit hier noch nicht ganz erreicht hat. Auch die Ausschnitte aus Manon von 1983 sind interessant, weil Stücke aus dieser Oper bisher von Gruberova nur auf DVD zu hören sind.

Fazit:
Für Gruberova-Fans eine absolut notwendige Anschaffung - daher absolute Kaufempfehlung! Aus meiner Sicht ist die Repertoireauswahl nicht immer ganz geglückt, wofür ich - als erklärter Gruberova-Fan - einen Stern abziehen muss.


Freiburger Barockorchester-Edition
Freiburger Barockorchester-Edition
Preis: EUR 20,98

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis, 14. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Freiburger Barockorchester-Edition (Audio CD)
Ich kann diese preiswerte Box eigentlich fast uneingeschränkt weiterempfehlen. Das FBO gehört - neben der Akademie für alte Musik Berlin - sicherlich zu den besten Barockorchestern Deutschlands. Hier findet sich eine bunte Repertoireauswahl von eher unbekannten Werken und Komponisten, welche die Box auch für Kenner sehr reizvoll macht. Einige der Aufnahmen besitzen aus meiner Sicht sogar Referenzcharakter wie beispielsweise die Telemann-Suiten oder die Locatelli-Aufnahmen. Selbst die von einigen Vorrezensenten so heftig kritisierte Klangqualität empfinde ich als nicht so schlimm. Sicherlich gibt es Besseres, aber verglichen mit der Unzahl an Box-Sets, die den Klassikmarkt überschwemmen, zählt auch diese zu den klangtechnisch eher zu den besseren (allerdings zähle ich mich auch nicht zu den "Audiophilen"). Und die Interpretation - da sind wir uns auch wohl alle einig - ist grandios. Und darauf kommt es doch wohl am meisten an.
Abgesehen davon ist es nur natürlich, dass bei Box-Sets im Low-Budget-Bereich immer Abstriche gemacht werden müssen. Man kann eben nicht alles erwarten: Hier fehlt z.B. ein informatives Booklet, welches angesichts der teilweise unbekannten Werke sicherlich sehr informativ gewesen wäre.

Fazit:
Alles in allem eine vor allem interpretatorisch sehr empfehlenswerte Produktion und das bei einem sensationellen Preis. Daher: absolute Kaufempfehlung!


Vivaldi: Teuzzone
Vivaldi: Teuzzone
Preis: EUR 29,59

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein großer Wurf, 18. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Vivaldi: Teuzzone (Audio CD)
Bei dem "Teuzzone" handelt es sich gewissermaßen um die barocke Version von "Turandot": Der Stoff beruht auf einem Libretto von Zeno und war zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein beliebtes Sujet, das von verschiedenen Komponisten vertont wurde. Die Fassung von Vivaldi wurde anlässlich der Hochzeit des Prinzen von Hessen-Darmstadt in Mantua am zweiten Weihnachtsfeiertag 1718 erstmals auf die Bühne gebracht und dort dann die komplette Saison 1719 hindurch gespielt. Die Oper nimmt thematisch Bezug auf das ferne Reich der Mitte. Die amourösen Verwicklungen, garniert von Verrat und politischen Ränkespielen, führen - ganz im Sinne der barocken Ästhetik - schließlich zu einem Happy End. Trotz des zeitgenössischen Erfolges zählt "Teuzzone" aus meiner Sicht nicht unbedingt zu den Meisterwerken des "roten Priesters". Insbesondere der erste Akt beinhaltet eine Abfolge von erstaunlich uninspirierten Arien, die allesamt recht kurz sind und kaum das kompositorische Genie des Venezianers widerspiegeln. Lediglich einige kurze Chor-Szenen lockern die teilweise doch ermüdende Abfolge von Secco-Rezitativen und Da-capo-Arien auf. Etwas besser geraten der zweite und vor allem der dritte Akt, die einige wirklich tolle "Gassenhauer" enthalten wie z.B. die virtuose Arie "Son fra scogli e fra procelle".
Neben den kompositorischen Schwächen muss aber auch konstatiert werden, dass die Sängerbesetzung keinesfalls mit jener der anderen Aufnahmen der Vivaldi-Edition konkurrieren kann, wo sich ja häufig die Creme-de-la-Creme der Barockstars versammelt hat. In der vorliegenden Aufnahme sind - von Milanesi und Zanasi einmal abgesehen - eher unbekanntere Namen anzutreffen. Dies muss freilich kein Nachteil sein, aber vor allem die Besetzung der Titelrolle ist alles andere als überzeugend: Der Sopranist Paolo Lopez quäkt sich geradezu durch die teilweise anspruchsvollen Arien hindurch. Was hätte hier eine Sandrine Piau herausholen können... Und auch der Countertenor Antonio Giovannini fällt im Vergleich zu einem Jaroussky deutlich ab. Alles in allem ist die Ensembleleistung schwächer als bei vielen anderen Aufnahmen der Edition wie z.B. bei der äußerst luxuriös besetzten "La fida ninfa" oder der "Griselda". Daher bleibt zu hoffen, dass die Stars künftig wieder verstärkt bei Naive anklopfen werden.
Am Dirigat von Savall und der Leistung von "Le Concert des Nations" gibt es hingegen nichts zu meckern. Wie üblich, wird auf höchstem Niveau musiziert.

Fazit:
"Teuzzone" ist nicht unbedingt ein Highlight in der Diskographie des Venezianers, hinzu kommt noch eine etwas uneinheitliche Ensembleleistung. Daher ist die Aufnahme nur für die wirklichen Hardcore-Fans empfehlenswert. Einsteiger sollten unbedingt zu einer "Griselda" einem "Orlando" oder "Tito Manlio" greifen.


Arias for Anna De Amicis
Arias for Anna De Amicis
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchaus empfehlenswerte Produktion, 19. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Arias for Anna De Amicis (MP3-Download)
Teodora Gheorghiu ist nicht Simone Kermes und es wäre sicherlich nicht fair, die Leistung Gheorghius mit der deutschen Primadonna vergleichen zu wollen. Daher würde ich mit der Kritik nicht so weit gehen wie mein Vorrezensent. Denn die vorliegende Produktion hat durchaus ihre Vorzüge: Zunächst einmal ist die Repertoireauswahl positiv zu bewerten: Anstatt zum hundersten Mal Händel oder Vivaldi gibt es hier einige echte Neuentdeckungen zu machen. Besonderen Reiz hat dabei die 13-Minuten-Bravourarie "E fra tante tempeste" am Schluss des Albums. Hier kann ermessen werden, über welche herausragenden technischen Fähigkeiten Anna de Amicis verfügt haben muss. Gheorghiu wird diesen sicherlich nur in eingeschränktem Maße gerecht. Dennoch muss konstatiert werden, dass sie sich recht wacker schlägt und zu einer durchaus virtuosen Darbietung kommt. Auch sonst gibt es einige Schätze abseits des Mainstream zu entdecken, die wirklich Freude machen. Und in summa ist auch deren Interpretation durchaus gelungen. Ich kenne jedenfalls etliche Beispiele aus dem virtuosen Barockbereich, wo Arien technisch und interpretatorisch weitaus schwächer dargeboten werden als auf dem vorliegenden Album. Und im Vergleich mit einigen Barock-Sängerinnen unserer Zeit wie Schiavo, de Niese oder Im schneidet Gheorghiu alles andere als schlecht ab.
Positiv ist auch das Dirigat hervorzuheben: Rousset und sein Ensemble stehen Gheorghiu als kompetente Belgeitung zur Seite. Es wird insgesamt flott und mitreißend musiziert, sodass keine Langeweile aufkommt.

Fazit:
Gheorghiu ist sicherlich keine Kermes - trotzdem macht das vorliegende Album vor allem wegen der Repertoireauswahl Freude. Daher gibt es von mir eine Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 24, 2012 4:51 PM MEST


La bellezza del canto
La bellezza del canto
Preis: EUR 7,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Sängerin in einer nur eigeschränkt gelungenen Produktion, 15. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: La bellezza del canto (Audio CD)
Zunächst einmal muss betont werden, dass es auch schöne Sängerinnen mit reichlich Talent gibt. Anna Peretyatko gehört jedenfalls ohne Zweifel dazu: Sie verfügt über eine recht schöne und außerordentlich bewegliche Stimme, der es allerdings noch etwas an Substanz fehlt. Außerdem klingen einige Töne ein wenig "slawisch" hart und die Durchschlagskraft ihrer acuti ist noch ausbaufähig. Ihre technischen Fähigkeiten sind indes bemerkenswert: Sie verfügt über eine fantastische Agilität im Passagenwerk, perfekte Triller und Staccati, keine Brüche im Register bei den Läufen und eine erstaunlich gut ausgebildete Tiefe. Etwas bedauerlich ist deshalb, dass die Repertoireauswahl nicht mehr die Stärken Peretyatkos abbildet. Sie wagt sich hier aus meiner Sicht an Stücke, für welche sie noch nicht "reif" genug ist. So fehlt ihr für die langsamen Stücke von Puccini und Massenet die Süße in der Stimme, für Strauss das erforderliche Augenzwinkern und für Dvorak die Wehmut. Kurzum: Am überzeugendsten ist Peretyatko, wenn sie Koloraturen singen darf. Folglich hätte z.B. ein Rossini-Recital - wie es kürzlich auch Julia Lezhneva vorgelegt hat - die Vorzüge der Sängerin besser zur Geltung gebracht als die vorliegende Aufnahme. Doch vermutlich wollte die Plattenfirma den Mainstream-Markt abdecken und daher von allem etwas dabeihaben: Viele Sprachen (Italienisch, Tschechisch, Französisch, Deutsch), unterschiedliche Epochen und diverse Komponisten. So ist insgesamt ein buntes Potpuorri entstanden, welches keinerlei programmatisches Konzept erkennen lässt und auch die Fähigkeiten der Sängerin nicht optimal in Szene setzt. Schade eigentlich, aber ein programmatisch klar ausgerichtetes Recital verkauft sich offenbar schlechter, weil es eben nur eine eingeschränkte Zielgruppe anspricht.

Fazit:
Ein Recital einer hochtalentierten jungen Dame, der hoffentlich noch eine glänzende Karriere bevorsteht. Die vorliegende CD bildet die Tugenden Peretyatkos allerdings nur punktuell ab, wofür es einen Stern Abzug gibt. Trotzdem insgesamt eine sehr empfehlenswerte CD.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 6, 2012 11:33 AM MEST


Best of
Best of
Preis: EUR 14,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Repräsentativer Querschnitt, der Lust auf mehr macht, 16. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Best of (Audio CD)
Auch wenn ich Best-of-Alben immer ein wenig kritisch gegenüberstehe, so muss ich doch sagen, dass das vorliegende insgesamt recht gelungen ist. Im Gegensatz zu der sehr einseitig geratenen DGG-Produktion Viva Vivaldi", welche zeitgleich mit dieser Aufnahme erschienen ist, wird hier das Können von Simone Kermes in seiner ganzen Breite und Vielfalt deutlich: Neben Händel und Vivaldi gibt es auch Galantes und Frühklassisches zu hören. Zudem reichen die Aufnahmen teilweise in die Anfangszeit der Sängerin zurück, sodass auch die künstlerische Entwicklung der Diva gut abgebildet wird (inklusive einiger Manierismen der "späteren Phase").
Außerdem musiziert sie mit verschiedenen Ensembles und Dirigenten, welche teilweise einen sehr unterschiedlichen Zugriff auf die Werke wählen. Das Spektrum reicht vom behäbigen Curtis bis zum expressiv-dynamischen Oesele. Also ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Fazit:
Insgesamt also ein durchaus repräsentativer Querschnitt durch die bisherige Sony-Diskographie der Barock-Diva, die insbesondere Neulingen in Sachen Kermes wärmstens empfohlen werden kann und Lust auf mehr macht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2011 12:18 PM MEST


Viva!
Viva!
Preis: EUR 11,99

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts Neues von "La Kermes", 16. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Viva! (Audio CD)
Insgesamt handelt es sich bei dieser Produktion um ein Zusammenschnitt von zwei Kermes-Alben, nämlich "Amor profano" und "Amor sacro", welche bei der DGG 2007 bzw. 2008 unter Andrea Marcon erschienen sind. Auf dieser Platte findet sich also überhaupt kein neues Material der Diva. Etwas ärgerlich ist deshalb, dass nicht sofort ersichtlich ist, dass es sich bei der vorliegenden Aufnahme um ein Best-of-Album handelt. Der Titel "Viva Vivaldi" und das Cover könnten durchaus auch eine Neuerscheinung suggerieren. Dies ist übrigens bei der Sony-Konkurrenz anders: Das ebenfalls heute veröffentliche Kermes-Album wird dort unmissverständlich als "Best of Kermes" deklariert.
Insofern würde ich diese Platte als Einstieg der DGG ins Vorweihnachtsgeschäft bewerten, das traditionell viele mehr oder weniger überflüssige Best-of-Alben hervorbringt.
Die Interpretation selbst ist freilich über jegliche Kritik erhaben, wie man den Rezensionen zu den Originalaufnahmen unschwer entnehmen kann.
Dennoch macht gerade diese Compilation aus meiner Sicht wenig Sinn, da man sich besser gleich die beiden Original-Alben zulegen sollte. Es wäre von Seiten der DGG sinnvoller gewesen, diese beiden Platten als günstige Doppel-CD anzubieten anstatt diesen programmatisch wenig repräsentativen Querschnitt.

Fazit:
Nichts Neues von "La Kermes". Lieber gleich die beiden hervorragenden Originalplatten kaufen, anstatt diesen wenig sinnvollen Querschnitt.


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