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Rezensionen verfasst von
Jochen Fromm (Berlin, Deutschland)
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Das gab's nur einmal: Verloren zwischen Berlin und New York
Das gab's nur einmal: Verloren zwischen Berlin und New York
von Marianne Gilbert
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne Wochenendlektüre, 23. April 2011
Leichte Unterhaltung über das Schicksal von Menschen in schweren Zeiten. Marianne Gilbert beschreibt eindrucksvoll und authentisch, wie sie und ihren Eltern verzweifelt versuchen nach der Einwanderung in New York heimisch zu werden.

Obwohl es damals viele der entwurzelten jüdischen Flüchtlinge in diesem finstere Zeitalter schwer gehabt haben, gelingt Gilbert eine helle und freundliche Schilderung der eigenen Kindheit in Amerika, einschließlich ihrer Schwierigkeiten beim Erwachsenwerden, ihrer Ängste und Träume, ihrer ersten großen Liebe, und das alles geschickt verbunden mit einer liebevollen Beschreibung ihrer Eltern.

Ihr Vater Robert Gilbert komponierte Texte für deutsche Lieder wie "Ein Freund, ein guter Freund', die subtile Andeutungen durch Wortwitz mit viel Gefühl verbanden. Zum Freundeskreis ihrer Eltern gehörten damals die später berühmte Philosophin Hannah Arendt. Wie sich die Elite der deutschen Kultur plötzlich am unteren Ende der Gesellschaft zurecht fand ist eine durchaus lesenswerte Lektüre!


Das böse Mädchen
Das böse Mädchen
von Mario Vargas Llosa
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein ambitioniertes Werk über die große Liebe, 13. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Das böse Mädchen (Taschenbuch)
Es geht wie so oft um die große Liebe, die "Liebe des Lebens". Den Kern der Handlung fasst der Hauptdarsteller selbst zusammen. Er erzählt auf Seite 158 das er "seit vielen Jahren in eine Frau verliebt war, die wie ein Irrlicht in meinem Leben auftauchte und verschwand, es für kurze Zeit vor Glück glühen ließ, um es dann ausgebrannt, leer und immun gegen jede andere Leidenschaft oder Liebe zurückzulassen"

Er ist der brave, ehrliche, und konservative Junge aus gutem Hause, der sich schon als Jugendlicher in Peru in ein verführerisches und freizügiges Mädchen aus weniger gutem Hause verliebt. Dieses "böse" Mädchen, das alle konventionellen Regeln bricht und immer wieder Namen und Identitäten nach Belieben wechselt, lässt ihn den Rest des Lebens nie wieder los, und wird ihm immer wieder begegnen.

Die Geschichte dieser lebenslangen großen Liebe auf Abstand hat sehr viele Ähnlichkeiten mit "Zwei an einem Tag" von David Nicholls, nur das dort er der "Böse" und sie die "Gute" ist. Doch im wesentlich geht es um dasselbe Thema: um ein Paar, das für einander bestimmt ist und doch nicht zueinander findet. Ein Paar, dessen immer wieder kehrende Treffen sich wie ein roter Faden durch das Leben der beiden ziehen. Beide sind miteinander sehr eng verbunden, aber denoch unabhängig voneinander: eine Art Abhängigkeit in der Unabhängigkeit. Die Liebe und die Sehnsucht treibt sie immmer wieder zusammen, die Umstände und die unterschiedliche Charaktere auseinander.

Ein ambitioniertes Werk über die Liebe. Manche intimen Details sind wie bei Murakami unnötig detailliert geschildert. Wie bei fast jedem guten Buch enthält die Geschichte auch viele autobiographische Elemente, Mario Vargas Llosa kommt selbst aus Peru und hat wie der der Hauptdarsteller in Paris und London gelebt. Deswegen sind viele Stellen sehr authentisch. Insgesamt ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt.


Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte - Roman
Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte - Roman
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Melancholisch und deprimierend, 2. September 2010
Eine Liebesgeschichte ist das Buch nicht, eher zwei halbe, und Lächeln tut Naoko eher selten. Die Charaktere sind fast alle irgendwie gestört oder krank, sie fühlen sich verloren, gescheitert und einsam. Viele bringen sich schließlich selbst um, aus Gründen, die vielleicht nur Kennern der japanischen Kultur richtig klar werden. Man ist wie der Hauptdarsteller von den vielen Selbstmorden etwas irritiert, aber das ist wohl Teil der japanischen Kultur (wie die Leiden des jungen Werther von Goethe Teil der deutschen Kultur sind, die bei der heutigen Generation auch teilweise auf Unverständnis stösst).

Das Thema Verlust spielt eine große Rolle. Und natürlich das Thema Liebe, vor allem die Suche nach der großen, wahren Liebe. Student Toru liebt zwei Frauen: seine große, unerfüllte Liebe, die geheimnisvolle Naoko, ist ungewöhnlich schön, aber auch unerreichbar für ihn. Die für ihn erreichbare und leicht verrückte Midori dagegen ist bereit ihn zu lieben, ist ihm aber nicht genug. Während Naoko für den Protagonist Toru die totale sexuelle Erfüllung bedeutet, kann ihm Midori ganz praktisch ein schmackhaftes Essen zubereiten. Er wünscht sich beides, die Extase und die Normalität, das Verrückte im Alltäglichen, das Geheimnisvolle im Vertrauten. Möchten das nicht alle irgendwie?

Man fragt sich wie die Geschichte ausgeht, wird sich Toru für die depressive Naoko oder für die lebenslustige Midori entscheiden? Verbunden damit ist die fundamentale Frage, die sich den meisten normalen Menschen stellt: soll man unbeirrt an die ein große, oft unerfüllte Liebe glauben oder ganz pragmatisch die reale Chance ergreifen, die sich einem bietet?

Einige Passagen, in denen es zur Sache geht, sind dabei ziemlich direkt formuliert und verzichten auf blumige Umschreibungen, sie lesen sich wie Dr. Sommers Sprechstunde. Es ist zwar alles klar und deutlich geschildert, teilweise vielleicht etwas zu deutlich.

Der Held des Buches enthält starke autobiographische Züge von Murakami, so studiert er wie Murakami Theaterwissenschaft, und hat eine Vorliebe für Bücher. Der Hauptdarsteller liest Thomas Manns "Zauberberg" und F. Scott Fitzgerald "Der große Gatsby". Die Figur Midori enthält Anspielungen auf seine Frau Yoko, die er tatsächlich beim Studium kennengelernt hat. Deshalb sind die Szenen aus Studentenwohnheim und Universität sehr glaubwürdig, einfühlsam und real beschrieben. Wie in "Gefährliche Geliebte" fehlen hier die surrealen Elemente.

Was will er uns also sagen? Was Einsamkeit betrifft, vielleicht folgendes: die Charaktere folgen ihren selbstsüchtigen Instinkten und werden von Schicksalsschlägen hin- und hergeschleudert, bis sie einsam im Erholungsheim landen. Sie klagen sich gegenseitig ihre Einsamkeit und machen hilflose Versuchen sie zu durchbrechen, übersehen dabei aber, das der beste Weg einen Freund zu gewinnen ist, einfach selbst einer zu sein.

Unerfüllte Liebe, das kennt jeder. Aber hat es nicht auch etwas gutes? Wenn man sich von seiner großen, wahren, unerfüllten Liebe löst, gewinnt man die Lockerheit, die man für eine gesunde Beziehung braucht. Und man sollte wie die Protagonisten weiter versuchen, das Wundervolle im Alltäglichen, zu finden, das Geheimnisvolle im Vertrauten zu entdecken, und das Verrückte im Alltäglichen zu sehen. Das macht Leben lebenswert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 25, 2010 12:51 PM MEST


Shanghai Girls
Shanghai Girls
von Lisa See
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,60

4.0 von 5 Sternen Familiengeschichte, 15. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Shanghai Girls (Taschenbuch)
'Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich', schreibt Tolstoi. Die Familie, um die es hier geht, ist ziemlich unglücklich und hat ihre Wurzeln in China. Im Zentrum stehen zwei chinesische Töchter, die ein hartes Schicksal haben. In Shanghai geboren, gelangen sie auf Umwegen schließlich nach Chinatown in San Francisco, und versuchen dort den großen amerikanischen Traum von Glück und Reichtum zu verwirklichen.

Basierend auf der realen Geschichte ihres Ur-Ur-Großvaters, der nach Amerika ausgewandert ist, und dessen Leben in ihrem Roman 'On Gold Mountain' beschrieben ist, konstruiert die Autorin eine faszinierende chinesisch-amerikanische Familiengeschichte, die von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam ist. Empfehlenswert.


Tolstoj, Leo
Tolstoj, Leo
von Janko Lavrin
  Broschiert

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben von Tolstoi, 15. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Tolstoj, Leo (Broschiert)
Wie alle großen Autoren schreiben auch Tolstoi, Tschechow und Dostojewski über sich selbst. Dostojewski hat über Außerseiter geschrieben: an Epilepsie erkrankte oder zu Tode verurteilte. Das war er selbst auch während seines Lebens. Anton Tschechow war Arzt und hat viel über Ärzte und Patienten geschrieben, Lew Tolstoi war Soldat und hat über Krieg und Frieden geschrieben. Leben und Werk sind bei Schriftstellern oft untrennbar verbunden.

Wer mehr über das Leben und das Werk von Lew bzw. Leo Tolstoi erfahren möchte, findet hier Gelegenheit dazu. Als ehemaliger Offizier hat er sich viel mit Krieg, aber auch mit Gesellschaftsfragen und theologischen Themen beschäftigt. Er stand der Kirche durchaus kritisch gegenüber, so daß er schließlich exkommuniziert wurde.

Über Schriftsteller und Autoren sagt er: 'Die Dichter, die Versemacher, brechen sich die Zunge, um einen x beliebigen Gedanken mit allen möglichen verschiedenen Wörtern auszudrücken und aus x beliebigen Wörtern einen Gedanken zusammenzusetzen. Mit derartigen Übungen können sich nur unernste Menschen abgeben.'


Der silberne Falke. Historischer Roman
Der silberne Falke. Historischer Roman
von Katia Fox
  Taschenbuch

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Na ja, geht so, 4. August 2010
Die Idee ist eigentlich gar nicht schlecht: der zwölfjährige William träumt davon, Falkner zu werden, doch er soll die elterliche Schwertschmiede übernehmen. Da könnte man vielleicht etwas daraus machen. Katia Fox ist es meiner Meinung nach nicht so richtig gelungen. Ich habe jedenfalls keinen Zugang zum Buch gefunden. Warum sind Falken so bewundernswert? Wieso möchte er unbedingt Falkner werden? Die Schilderung der Personen bleibt oberflächlich.

Mir erschien das Buch einfältig, langweilig und konstruiert. Über das harte Leben im Hochmittelalter, den Konflikt zwischen Kirche und Kaiser, die Welt der Ritter, die kalten Burgen, und die unfassbar brutalen Schlachten erfährt man nicht viel. Dabei ist die Epoche durchaus interessant. Hintergrundinformationen zu Falken oder Zeitgeschichte fehlen völlig.

Ich hatte es mir als Lektüre in den Urlaub mitgenommen, aber trotz guten Willens war es einfach nicht spannend genug. Sprachlich ist es eher mittelmäßig, inhaltlich dürftig, und vor allem wie 'Die Tore der Welt' von Ken Follett einfach zu langweilig. Dabei ist 'Die Säulen der Erde' großartig. Vielleicht ist 'das kupferne Zeichen' von der Autorin auch besser?


Moby-Dick
Moby-Dick
von Herman Melville
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man lesen, 4. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Moby-Dick (Taschenbuch)
Moby Dick, das ist die Geschichte vom wahnsinnigen Kapitän Ahab der sich am Wal Moby Dick rächen möchte. Auf seiner Fahrt mit der "Pequod" jagt der einbeiniger Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal, weil dieser ihm auf der letzten Fahrt ein Bein abgerissen hat. Als einziger überlebt der Ich-Erzähler und einfache Matrose Ishmael die Jagd im Sarg seines Freundes Quiqueq, dem Harpunierer. Die Geschichte kennt man aus dem Fernsehen, und dennoch ist sie spannend zu lesen.

Es ist wirklich ein Klassiker der Weltliteratur, und steht in einer Reihe mit Meisterwerken wie Bram Stoker's Dracula oder Harper Lee's 'To Kill a Mockingbird' (Wer die Nachtigall stört). Sowohl Moby Dick als auch 'To Kill a Mockingbird' sind mit Gregory Peck in der Hauptrolle verfilmt worden (1956 und 1962). Beide Romane zählen zu den Klassiker der amerikanischen Literatur, und bei beiden geht es um Freiheit und Mut: bei Herman Melvile allerdings um Freiheit, Mut zum Abenteuer und Ausbeutung, bei Harper Lee um Freiheit, Mut zur Gerechtigkeit und Rassismus. Das sind klassische Themen, die Amerika ausmachen und auszeichnen.

Das Buch ist spannend wie ein Kriminalroman, aber mehr als nur eine Abenteuergeschichte: eine gesellschaftskritische Dokumentation der Welt des Walfanges im 19. Jahrhundert, die eine sachliche Beschreibung von Walen und Walfang enthält, aber auch durchsetzt ist von vielen philosophischen Anmerkungen. Man findet tiefgründige philosophischen Gedanken und interessante Ideen, Melville macht sich Gedanken über den Sinn des Lebens, über Unsterblichkeit, Gut und Böse, und vieles mehr. Gleichzeitig ist es eine ausführliche Dokumentation der Welt des Walfanges im 19. Jahrhundert, die detailliert die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen an Bord der Walfangschiffe schildert. Außerdem ist es eine gesellschaftskritische Betrachtung, die zeigt wie der Mensch beim Kampf mit der Natur selbst zum Tier wird, und wohin die vollständige und gnadenlose Ausbeutung der Welt führt: zu deren Untergang.

Eben ein vielschichtiger, außergewöhnlicher Abenteuerroman. Man sollte es in seiner Muttersprache lesen, um alle Nuancen der Geschichte richtig zu erfassen und an Bord der Pequod eindrucksvoll die Welt des Walfangs im 19. Jahrhundert zu erleben. Als wär man dabei gewesen - muss man lesen.


Moby Dick: Roman (Schöne Klassiker)
Moby Dick: Roman (Schöne Klassiker)
von Herman Melville
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man lesen, 4. August 2010
Moby Dick, das ist die Geschichte vom wahnsinnigen Kapitän Ahab der sich am Wal Moby Dick rächen möchte. Auf seiner Fahrt mit der "Pequod" jagt der einbeiniger Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal, weil dieser ihm auf der letzten Fahrt ein Bein abgerissen hat. Als einziger überlebt der Ich-Erzähler und einfache Matrose Ishmael die Jagd im Sarg seines Freundes Quiqueq, dem Harpunierer. Die Geschichte kennt man aus dem Fernsehen, und dennoch ist sie spannend zu lesen.

Es ist wirklich ein Klassiker der Weltliteratur, und steht in einer Reihe mit Meisterwerken wie Bram Stoker's Dracula oder Harper Lee's 'To Kill a Mockingbird' (Wer die Nachtigall stört). Sowohl Moby Dick als auch 'To Kill a Mockingbird' sind mit Gregory Peck in der Hauptrolle verfilmt worden (1956 und 1962). Beide Romane zählen zu den Klassiker der amerikanischen Literatur, und bei beiden geht es um Freiheit und Mut: bei Herman Melvile allerdings um Freiheit, Mut zum Abenteuer und Ausbeutung, bei Harper Lee um Freiheit, Mut zur Gerechtigkeit und Rassismus. Das sind klassische Themen, die Amerika ausmachen und auszeichnen.

Das Buch ist spannend wie ein Kriminalroman, aber mehr als nur eine Abenteuergeschichte: eine gesellschaftskritische Dokumentation der Welt des Walfanges im 19. Jahrhundert, die eine sachliche Beschreibung von Walen und Walfang enthält, aber auch durchsetzt ist von vielen philosophischen Anmerkungen. Man findet tiefgründige philosophischen Gedanken und interessante Ideen, Melville macht sich Gedanken über den Sinn des Lebens, über Unsterblichkeit, Gut und Böse, und vieles mehr. Gleichzeitig ist es eine ausführliche Dokumentation der Welt des Walfanges im 19. Jahrhundert, die detailliert die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen an Bord der Walfangschiffe schildert. Außerdem ist es eine gesellschaftskritische Betrachtung, die zeigt wie der Mensch beim Kampf mit der Natur selbst zum Tier wird, und wohin die vollständige und gnadenlose Ausbeutung der Welt führt: zu deren Untergang.

Eben ein vielschichtiger, außergewöhnlicher Abenteuerroman. Man sollte es in seiner Muttersprache lesen, um alle Nuancen der Geschichte richtig zu erfassen und an Bord der Pequod eindrucksvoll die Welt des Walfangs im 19. Jahrhundert zu erleben. Als wär man dabei gewesen - muss man lesen.


Das etruskische Lächeln: Roman
Das etruskische Lächeln: Roman
von José Luis Sampedro
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfühlsame und eindrucksvolle Geschichte, 18. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das etruskische Lächeln: Roman (Taschenbuch)
Eine einfühlsame, eindrucksvolle und sehr menschliche Geschichte, die gut geschrieben und angenehm zu lesen ist. Das Buch stellt die alte Frage nach dem Sinn des Lebens: kann man trotz Leiden und Sterben dem Leben einen Sinn verleihen, wie es das lächelnde Paar auf dem etruskischen Sarkophag suggeriert?

Das fragt sich auch die Hauptfigur, ein alter, rauher und starrsinniger Hirte aus Süditalien. Wegen einer schweren Krebserkrankung zieht dieser zu seinem etwas verweichlichten Sohn und seiner Familie in die Großstadt im Norden, um dort die letzten Wochen seines Lebens zu verbringen. Bereits todkrank hofft er, dort eventuell noch medizinische Hilfe zu erhalten und seinen Enkel kennenzulernen.

Es ist spannend zu verfolgen, ob der alte Macho eine Antwort auf seine Frage und eine Lösung seiner Probleme findet. Das Buch lebt von dieser natürlichen Spannung und dem wiederholten Aufeinandertreffen von Gegensätzen: Süditalien/Norditalien, Dorfbewohner/Großstadtmensch, alt/jung, Leben/Tod, Mann/Frau, Geburt/Zerfall..

Routiniert beschreibt Sampedro wie wichtig Liebe, Mitgefühl und Schmerz im Leben sind, und das bei wahrer Liebe auch der Tod etwas von seinem Schrecken verliert und ein Lächeln erlaubt - das etruskische Lächeln.


Bin ich oder bin ich nicht?: Neue philosophische Anworten auf ewige Fragen
Bin ich oder bin ich nicht?: Neue philosophische Anworten auf ewige Fragen
von Nicholas Fearn
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nun ja, nächstes Buch bitte, 12. Juni 2010
Eine Antwort auf die Frage im Titel gibt das Buch nicht. Im englischen Original heißt es: "The Latest Answers to the Oldest Questions: A Philosophical Adventure with the World's Greatest Thinkers". Nun ja, neue Antworten auf alte philosophische Fragen sind nicht wirklich in dem Buch zu finden. Noch nicht einmal interessante Denkanstösse. Das Buch ist das Ergebnis von Interviews mit Philosophen, darunter die üblichen Verdächtigen wie Daniel Dennett und David Chalmers. In Grenzbereiche des Denkens gelangt er dabei nicht. Es ist ziemlich oberflächlich und wenig originell geschrieben, und ein eigener Standpunkt ist nicht zu erkennen. Er bietet von allem etwas, um auf dem Massenmarkt richtig abzukassieren. Vergleichbar mit "wer bin ich und wenn ja wie viele" von Richard David Precht. Vielleicht für absolute Einsteiger eine nette Informationsquelle. Bin ich enttäuscht oder bin ich nicht? Ja, ich habe ein wenig mehr erwartet. Nächstes Buch bitte!


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