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Rezensionen verfasst von
Martin Böhmer (Hann. Münden)

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Coda - Deluxe Edition
Coda - Deluxe Edition
Preis: EUR 21,99

5.0 von 5 Sternen Noch lange nicht die Nase voll..., 2. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Coda - Deluxe Edition (Audio CD)
Anlässlich der Neuveröffentlichung von "Coda" mehren sich wieder einige Stimmen, dass dies das schlechteste Album von Led Zeppelin sei.

In der Tat scheint das Album zunächst wie eine Art "Resteverwertung". Also eher ein Mix aus Songs der Phasen von "Physical Graffity" (1975), "Presence" (1976) oder "In Through The Out Door" (1979), die damals nicht auf's Album sollten. Es kann ja auch kaum anders sein. Denn "Coda" ist ein Album, das längst nach der Trennung der Band und nach dem Tod von John Bonham zusammengeschustert wurde. Und es sind sogar sehr frühe Songs von 1969 und 1970 vertreten... Auf recht hohem Niveau... Aktuell mündet dies in die nun erschienene neue Kollektion. In dieser sind alle Tracks von "Coda" in der Ursprungsversion des Vinyls von 1982 enthalten. Darüber hinaus alternative Versionen der Songs und sogar die bisher unveröffentlichte Neuaufnahme "Sugar Mama". Hätte durchaus damals gerne eine Single werden dürfen. Wenn das nicht nach Led Zeppelin klingt, dann weiß ich es nicht.

Denn auch "Coda" repräsentiert Led Zeppelin als klasse Rock 'n' Roll-, Blues- und Heavy-Rock-Band. Keinen Zweifel..."Coda' ist Led Zeppelin pur. Wenn man sich darauf einlässt...

We're Gonna Groove 1969 (eine Ben E.King-Adaption)
Poor Tom 1970
I Can't Quit You Baby 1970
Walter's Walk 1972
Ozone Baby 1978 (stark)
Darlene 1978
Bonzo's Montreux 1976
Wearing And Tearing 1978 (steht übrigens kaum "Black Dog" nach...)

Ich halte "Coda" für ein hörenswertes Spätalbum der Band. Einziger Wermutstropfen: Es ist viel zu kurz !

Aber da könnte ja die soeben erschienene Neuauflage abhelfen ! Auf drei CD's gibt es, wie gesagt, die "Ur-Coda - LP" komplett. Interessante Zugabe ist die CD Nr. 3 mit wahnwitzigen Versionen bekannter Led Zeppelin - Songs wie u.a. "Four Sticks" in Ethno-Fassung. Was da so alles ausgegraben wird ? Die Auslese weist aber auch auf die Vielseitigkeit hin und belegt die Kreativität der späteren Schaffensphase von Plant oder Page. Zum Beispiel auf "No Quarter".

Der Kult "Led Zeppelin" scheint niemals zu enden... Das beweisen die zahlreichen Top Ten - Platzierungen; auch in jüngster Zeit. Wer noch nicht genug hat, oder gar noch längst nicht die Nase voll von Led Zeppelin hat, der Kann bei "Coda" bedenkenlos zugreifen.


Drones
Drones
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebliche musikalische Mischung für Hartgesottene, 3. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drones (Audio CD)
Muse... Eine britische Band... Wie es sich gehört. Zumindest insofern, weil britische Bands der landläufigen Meinung vieler Blues- und Rockliebhaber folgend einen besonders guten musikalischen Ruf haben. Ich kann mich da nicht ganz ausschließen. Es ist jedenfalls schön, dass es solche Bands noch gibt.

Nach dem fulminanten 'Black Holes And Revelations' aus dem Jahr 2006 haben Muse für meine Begriffe etwas nachgelassen; vielmehr sich mit zunehmender Aufmerksamkeit der Medien dem Massengeschmack angebiedert. Ein Makel, der in noch wesentlich drastischerem Maße Coldplay anhaftet.

Was macht eigentlich die Musik von Muse aus ? Ich denke, es ist die liebevolle Mischung aus Hardrock, ja fast schon 'Altenative', mit einer Prise Nu Metal oder Core, gepaart mit lieblich süßen Hymnen im Stile von Queen oder Pink Floyd sowie einer Portion intelligenter Synthie - Popmusik. Erwähnenswert ist auch der Hang der Band zu einer gewissen progressiven Musikausrichtung, die längst in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Daher wiederhole ich noch mal: Wie schön, dass es Bands wie Muse noch gibt. Erst recht nach dem Genuss des neuen Albums 'Drones'...

Wahrlich ein echter Hammer... Zum ersten Mal seit 'Black Holes And Revelations' kommt hier genau der musikalische Stil zum Tragen, den Muse für mich einst ausgemacht hat. Mehr noch ! Sie besinnen sich nicht nur einfach auf die musikalischen Wurzeln von damals, sondern erweitern sie genüsslich. Der Hardrock ist noch härter, der Rock 'n' Roll noch schneller, Synthie noch kompromissloser und der lange Track 'The Globalist' / 'Drones' ist ein Musterbeispiel dafür, dass auch heutzutage Songs noch sehr lang und abwechslungsreich sein dürfen. So wie es früher beim progressiven Hardrock in den 70ern üblich war. Orchestrale Arrangements, Italo-Western-Filmusik, Melodisch... Klasse.... So muss Musik sein.

'Reapers' haut einen dann letztlich vollends aus den Socken.... Hart.. Sehr hart.. Dieses Album ist bei weitem eines ihrer besten seit langem. Wer wie ich zur etwas älteren musikalischen Generation gehört, weiß es zu schätzen, was in diesen Songs steckt... Übrigens glänzen viele Songs durch wahnwitzige Gitarrrensoli ! Das muss man gehört haben.

Wie schön, dass es noch Bands wie Muse gibt... Ach so... Ich wiederhole mich... Aber eine Kaufempfehlung für Rockfreunde und Musikfans im allgemeinen ist 'Drones' auf jeden Fall. Von den recht verstörenden Themen in den Songs mal ganz abgesehen...
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2015 11:32 PM MEST


Shades Of Deep Purple (Remastered)
Shades Of Deep Purple (Remastered)
Preis: EUR 8,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas verspätet, 29. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Shades Of Deep Purple (Remastered) (Audio CD)
Zeitsprung... Zurück in eine Zeit, als der Hardrock laufen lernte... Es geschah irgendwann ab 1967 und erreichte 1970 so ziemlich seinen Höhepunkt. Eine schöne und musikalisch sehr interessante Zeit. Die Musik war handgemacht, es war wild, romantisch, gitarrenorientiert, alles neu. Eine Aufbruchstimmung...

Die Beatles, die Stones oder die Kinks und andere wohlgefällige Beat- und Popbands, bevorzugt aus dem Vereinigten Königreich, hatten zuvor die Musikwelt bereits gehörig verändert. Aber die Weiterentwicklung setzte sich unaufhaltsam fort...

Manche Bands wurden lauter. Sie drehten einfach ihre Gitarrenverstärker bis zum Anschlag auf und erzeugten somit immer härtere und verzerrtere Riffs, Soli und Sounds. Von den bekannten Bands waren es die Yardbirds, The Who oder Cream, die den Hard- und Bluesrock auf den Weg brachten. Andere folgten ab 1968 unaufhaltsam und kreierten einen immer härteren Sound, der abermals Musikgeschichte schreiben sollte... So entstanden echte Klassiker, wie es sie bis heute nicht mehr gegeben hat. Zum Beispiel „Deep Purple“ In Rock, Led Zeppelin 2 oder Jethro Tull’s “Aqualung”.

Deep Purple gehörten zu jenen Klassikern, die sich 1968 formierten. Wohl aufgrund eines Castings... Das gab es damals schon und war auch seinerzeit ein nicht unübliches Verfahren, Sänger und Bands in die Charts zu katapultieren.

Aus gegebenen Anlass möchte ich mein Augenmerk auf das Debutalbum der aller ersten Deep Purple - Besetzung richten. Genannt auch „Mark I“... Damals noch mit Rod Evans als Sänger und Nick Simper am Bass.

Warum gerade dieses uralte Album ? Tja... Ich hatte es bisher nicht ! Diese Platte fehlte tatsächlich in meiner Sammlung. Warum auch immer... Durch Zufall bin ich nun vor 5 Tagen in den Besitz der remasterten CD-Version gelangt. Wie gut, dass es gute Freunde gibt... Und ich bin sehr angetan davon.

Songs wie „Hush“, „One More Rainy Day“ oder “Help” sind mir natürlich schon immer ein Begriff gewesen. Zum Beispiel durch den ebenfalls schon über 20 Jahre alten CD - Sampler „Single A’s + B’s“. Oder durch einige vorhandene Video- und DVD - Chroniken von Deep Purple.

Eine eindeutige musikalische Richtung gibt es auf „Shades Of Deep Purple“ indes noch nicht. „One More Rainy Day“, „I`m So Glad“ oder „Love help me” sind sehr pop-orientiert geraten. Typischer 60er - Jahre - Hippiesound... Zudem sind auf dem Album vier Fremdkompositionen, die als Coversongs nachgespielt werden. Man merkt es an, dass die Band eher Songs für die damaligen Charts abliefern sollte (wollte ?).

Aber es sind auch bereits progressive Elemente enthalten, die ansatzweise zeigen, welchen Weg Deep Purple künftig gehen werden.

Ganz hervorragend finde ich die Versionen des Beatles-Songs „Help“ sowie „Hey Joe“. von Jimi Hendrix. Einfach umwerfend gut. „Mandrake Root“ geht schon sehr in Richtung des später typischen „Deep Purple – Hardrocks“.

Auch brilliert Jon Lord bereits auf diesem Album durchgehend an der Hammond, der schon einiges an musikalischer Erfahrung in die noch junge Band einbringt. Was mir weniger gefällt sind die „blubbernden“ Soundeffekte, mit denen manche Songs eingeleitet werden. Damals vielleicht ganz witzig, heute klanglich und songtechnisch irrelevant. Aber das tut der Gesamtqualität hier keinerlei Abbruch.

Ich kann mich nach ersten Höreindrücken einigen Rezensionen uneingeschränkt anschießen. „Shades Of Deep Purple“ ist ein beachtenswertes Erstlingswerk und ein sehr gutes Album der „MK I – Besetzung“. Sogar besser als das Nachfolgealbum “The Book Of Taliesyn”. Gehört in jede Plattensammlung. Auch in meine... Allerdings mit etwas Verspätung...
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2015 2:52 PM MEST


Long Road Out Of Eden - 2CD
Long Road Out Of Eden - 2CD
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich lasse auf dieses Album nichts kommen..., 5. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Long Road Out Of Eden - 2CD (Audio CD)
Eine neue Eagles-Platte...

Diese Nachricht war 2007 zunächst kaum zu glauben. Lagen doch dazwischen, ausgehend von dem letzten offiziellen Studiowerk "The Long Run" (1979), tatsächlich 28 (!) Jahre... Gut... Das unvergessene "Hell Freezes Over" ließ 1994 schon einmal Hoffnung auf ein Comback aufkeimen. Diese meisterliche Live-Aufnahme beinhaltet die meines Erachtens beste Version von "Hotel California", die jemals gemacht wurde...

Ach so... Nicht zu vergessen die gelungene und sehr schöne Überraschungs-Single "Hole In The World", die 2003 neu erschien und sich auch auf dem 2003er - Greatest Hits - Album befindet, das überdies vollgestopft ist mit allen (!) wichtigen Songs zwischen 1972 und 2003...

Ansonsten musste man sich zwischenzeitlich mit Solo-Alben von Don Henley oder Glen Frey zufrieden geben, die auch ganz passabel ausfielen. Die Solo-CD's aus den 80ern, insbesondere von Don Henley (die u. a. den "World-Wide-Hit "The Boys Of Summer" hervorbrachten), fand ich jedenfalls sehr gut. Leider waren die Produktionen und das musikalische Arrangement dann doch sehr auf den Sound der 80er ausgelegt. Wenn ich das heute höre, so frage ich mich, wie ich diesen Synthesizer-Schwulst und die scheppernden Drums mit dem typischen 80er-Bombast (Hall...) ertragen konnte. Aber das "Songwriting" war auch hier perfekt. Don Henley und Glen Frey lieferten wie immer sehr schöne Songs ab. Nicht immer mit dem typischen Eagles-Sound der 1970er vergleichbar, aber mit deutlichem Wiedererkennungsfaktor..

"The Long Road Out Of Eden" ist ein "Mittelding" aus den Stilen der Solophasen von Henley, Frey und Walsh und neueren Eagles-Platten, insbesondere dem letzten Studioalbum "The Long Run" von 1979. Auch ist viel musikalische Abwechslung auf "The Long Road Out Of Eden" garantiert; dank der Präsenz und den Kompositionen von so starken "Köpfen" wie Walsh oder Henley...

Der musikalische Charme von "Desperado", "On The Border" oder dem Erstlingswerk von 1972 fehlt hier allerdings. Aber es sind Songs auf hohem Niveau, wie ich finde...

Aufgrund der Menge der Stücke, es handelt sich immerhin um eine DoCD mit 20 (!) Songs, ist es nicht immer leicht, dass Niveau durchgehend zu halten. Aber der Titelsong allein ist für mich ein absolutes Meisterwerk. Über jeden Zweifel erhaben ! Und das schöne "Waiting In The Weeds" ebenso... Mit Gänsehautfaktor...

Dazwischen liegen einschmeichelnde Eagles-Standards wie "I Don't Want To Hear Any More", " I Love To Watch A Woman Dance", "Do Something", "Somebody', "How Long", "It's Your World Now" (Tex Mex wie Tequila Sunrise von Frey) oder das schöne Acapella-Stück "No More Walks In The Woods" (das hätte gerne etwas länger sein dürfen). Oder rockig-funkiges wie "Fast Company"... Und nicht zu vergessen das straighte "Last Good Time In Town" von Joe Walsh. Erstklassig ! Dem schließt sich auch der Song " Guilty Of The Crime" an... Ebenfalls gut und von Joe Walsh gesungen...

Wer, wie ich, die Eagles mag, kommt um diese DoCD nicht umhin. Ich lasse nichts auf sie kommen...

Schade, dass dieses Werk schon wieder fast 8 Jahre alt ist und wohl leider nichts neues mehr ansteht...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2015 4:24 PM MEST


Return to Fantasy
Return to Fantasy
Wird angeboten von music-musik-musique
Preis: EUR 16,77

5.0 von 5 Sternen Mit Vollgas durchgestartet..., 18. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Return to Fantasy (Audio CD)
"Return To Fantasy" ist ein richtig gutes Album, das zu einer Zeit erschienen ist, als sich deutliche Änderungen auf dem Musikmarkt abzeichneten. Die Rockbands wurden härter und gitarrenlastiger, Discopop und unsägliche Teeniebands bevölkerten die Charts und progressiver Rock war plötzlich nicht mehr gefragt. Einzig der sogenannte Art-Rock wie von Supertramp oder Pink Floyd war noch angesagt. Ganz schwere Zeiten für Uriah Heep...

Obwohl gerade mit "Return To Fantasy" im Sommer 1975 so eine Art Weckruf von der Band daherkam, der wohl auch bei den Fans ganz gut wirkte. Nachdem etwas laueren "Wonderworld" heizte sogleich der Titelsong elektrisch künstlich klingend im Science-Fiction-Sound ein. Was war das ? Völlig anderer Sound ! Die Orgel klingt im Hintergrund psychedelisch... Fast nach Doors...

Und in der Tat erweckte das Album "Return To Fanstasy" den Eindruck, dass sich hier soundmäßig einiges getan hat. Alle Songs auf der sogenannten ersten Seite der damaligen LP kann man nur als hochklassig bezeichnen. Die gesamte Band war an den Songs beteiligt ! Das etwas merkwürdig stampfende aber nicht minder gute "Devils Daughter" genauso wie eines der Highlights auf dem Album, den auf Keyboards aufbauenden Song "Beautiful Dream". Es sei noch erwähnt, dass nach dem Ausscheiden von Gary Thain erstmalig John Wetton den Bass bediente (King Crimson, später Asia).

Ab "Prima Donna" wird es dann ziemlich poppig. Vielleicht ein Zugeständnis der Band an den musikalischen Wandel ab Mitte der 70er. Ein schöner fröhlicher Song mit Bläser-Schmiss und Hitpotenzial.
Aber leider wohl zur falschen Zeit...

Your Turn To Remember ist eine Rock 'n' Roll - lastige Ballade, wie sie es zwischen 1973 und 1975 eine Menge gab, so z. B. von Mud oder ähnlich angestimmt von Alvin Sturdust oder Gary Glitter. Für Heep völlig untypisch, aber ich höre den Song heute noch gerne.

Nachdem "Showdown" (nicht so mein Ding...) kommt der schöne Song "Why Did You Go". Obwohl sehr poppig, lädt er zum träumen ein und erinnert trotz einer Überdosis Schmalz so ein bisschen an "Tales". Höre ich heute ebenfalls noch sehr gerne. Zum Schluss belohnt uns die Band noch mit dem sehr ruhig beginnenden, später voll durchstartenden "A Year Or A Day" mit einem typischen
"Heep / Hensley" - Sound und wieder mit mehr Hammondorgel. Ein wenig mehr davon hätte mir damals sehr gut gefallen.

Auch fällt mir auf, dass die Bonus - Tracks "The Time Will Come" oder "Shout It Out", die damals leider nur als Singel-B-Seite erschienen sind, noch mehr nach typischen Heep-Sound klingen und mit auf das Album gehört hätten ! Ich finde "Return To Fantasy" trotzdem sehr gelungen und kann es als farbenfrohes, poppiges und immer noch leicht progressiv angehauchtes Album empfehlen.
Damit sind Uriah Heep nach einer kleinen Durststrecke mit Vollgas durchgestartet. Mir klingt es immer noch in den Ohren:
Moonlightnight after Moonlightnight...

Ich habe mir jetzt aktuell noch einmal die Version als CD mit "Beautiful Dream" als Bonusmaterial zugelegt. Mir hat es diese alternative Fassung, die ich zuvor noch nicht kannte, angetan... Finde ich fast noch besser als die Original-Albumversion. Klingt roher und eher nach Heep in den Anfangstagen. Mit den beiden super B-Seiten an Bord ist daher "Return To Fantasy" auch heute noch durchweg eine runde Sache...


First Kiss
First Kiss
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kid Rock rettet den Sommerabend..., 25. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: First Kiss (Audio CD)
Schon wieder was Neues von Kid Rock. Ich finde es gut, was er in letzter Zeit da abliefert. Auch "First Kiss" ist eine schöne und lohnenswerte Neuerscheinung in dem noch frühen Jahr 2015. Beim ersten Mal hören ist alles klar... Da war doch schon mal was ?

"All Summer Long" und "Born Free"...
haben nun ihren "Part Three"...

So wie dieser Reim, bezogen auf die neue Single "First Kiss", bringt es Kid Rock damit auf den Punkt, was andere Southern - oder sogenannte Westcoast - Rockbands aus den USA in den 70ern und 80ern gemacht haben. Während viele Helden aus alten Tagen, die Kid Rock gerne mal als Vorlage dienen, aktuell nicht mehr ganz so angesagt sind, schafft es Kid Rock gekonnt, den Country- und Southernrock in die heutige Zeit zu transferieren. Und hat damit sogar Erfolg... Allerdings auch mit der Fähigkeit, gnadenlos zu klauen... "All Summer Long" ist die Fortsetzung von "Sweet Home Alabama". "Born Free" klingt austauschbar nach Bob Seger und schließlich "First Kiss" mit dem "Summer Of 69-Riff" am Anfang.

Dreist... Aber durchaus gewollt !

Auch ist das Ganze natürlich etwas kommerzieller ausgerichtet als der Ur-Southern - Sound.... Aber das war der Westcoast- und Southernrock in den 70ern und 80ern im Grunde ja eigentlich auch.

Wenn ich mir CCR (bedingt...) oder Lynyrd Skynyrd, Bob Seger, The Eagles, Doobie Brothers, America und Poco usw. anhöre, klingt das aus heutiger Sicht alles sehr Ähnlich. Aber es war ein ganz bestimmter und sehr beliebter Musikstil im Genre "Rock" seiner Zeit... Und der ist so wie er ist...

Wer das authentisch umsetzen möchte, muss sich also daran halten. Andere Richtungen, mit denen Kid Rock früher experimentierte und einen auf "Crossover" gemacht hat, haben ganz und gar nichts in den Songs verloren. Offenbar hat Kid Rock seinen musikalischen Weg gefunden, mit dem auch er klar kommt. Und er macht das sehr gut, und er hat offenbar auch seinen Spaß... Und ich auch !

Der Opener... Das rosa Cover mit dem Girlie-Mund und der Kippe... Hier grast einer mal wieder ganz cool in allen Old-School - Rock - Klischees. Kid Rock bedient wieder handwerklich sehr gut den guten alten Southern- und Country-Rock, was er schon so Ã'hnlich bei den letzten Alben bis zum Exzess betrieben hat. Auch hier wieder ganz nach meiner Fasson.

Es ist Southern von der Stange, oft recht einfach gestrickt. Okay... Aber sauber, authentisch und sehr gut gemacht. Weitere Highlights sind "Ain't Enough Whiskey", "Drinking Beer With Dad", "Jesus And Bocephus" und "Foad", wo er fast wie Jimmy Barnes klingt ! Seine Stimme passt aber zu jedem (!) Song auf dieser CD perfekt.

Kid Rock ist mittlerweile herangereift zum Ernst zunehmenden Rocker. Vielleicht wird das an Hand dieses kleinen Beispiels klar: Bob Seger wirkt auf seiner CD "Born Free" mit. Gleichermaßen ist Kid Rock überaus sehr gut in Form auf John Fogerty's letztem Album (Born On The Bayou). Und Bob Seger singt darauf ebenso gänsehauterzeugend den alten CCR-Song "Who'll Stop The Rain"... Der Kreis schließt sich...

Die CD kommt pünktlich zur warmen Jahreszeit. Sollte es mal langweilig werden, kann ich nur empfehlen, an einem lauen Sommertag nach einem ausgiebigen Hördurchgang von "First Kiss" dann auf "Quit Pro Quo" oder "Bula Quo" umzusteigen. Oder die eine oder andere Fogerty-Platte aufzulegen. Ich kann Euch garantieren... Der Sommerabend mit Grill, Würstchen und Bier ist gerettet...


Tracker (Deluxe Edition)
Tracker (Deluxe Edition)
Wird angeboten von MEDIAXSUK
Preis: EUR 16,89

38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Langanhaltender Hörgenuss fernab vom Party - Tralala, 17. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Tracker (Deluxe Edition) (Audio CD)
Mark Knopfler ist ein Musiker, der sich offenbar wenig darum schert, ob er nun mit seinen Schöpfungen in die Charts kommt oder nicht. Wenn er das hätte gewollt, dann müsste er sich anbiedern. Dann müsste er die wenig tiefgreifenden und oberflächlichen Erwartungen der angeblichen Fans bedienen, die ihn nur an "Sultans Of Swing" oder "Money For Nothing" messen. Dann müsste er seine Musik für die Chartkonsumenten mit Computerprogrammen (Pro Tools) aufnehmen. Und dann wäre seine Musik genauso leblos, wie das Gejammer und nichtssagende musikalische Gezirpe, das uns täglich aus dem Radio heimsucht.

Davon ist "Tracker" Gott Lob sehr weit weg. Denn von Album zu Album scheint Mark Knopfler in seinem stillen Kämmerlein immer mehr zu tüfteln, zu experimentieren, ruhige aber künstlerisch tiefe und anspruchsvolle Songs fernab von allen Radio - Charts zu schreiben. Wie man ebenso unzweifelhaft hört, sind die Aufnahmen darüber hinaus erbarmungslos "Analog"... Sprich: Warm, klangfarbenfroh, räumlich, dynamisch, perfekt... Ein Genuss...

So muss Musik sein. Sie scheint vom Herzen zu kommen. Und mit Seele und Inbrunst 1:1 auf''s warm klingende Analogband gebannt. Detail für Detail... Lasst den Mann bitte in seinem stillen Kämmerlein... Was besseres kann der Musikwelt nicht passieren. Obgleich er natürlich sicher auch gerne seine CD verkaufen möchte...

Umso mehr muss man solch' ein Werk wie "Tracker" einfach wahrnehmen und honorieren. Es befinden sich Unmengen von musikalischen Perlen darauf, die man so auf Anhieb gar nicht entdeckt. Im Vergleich zu den ebenso guten Vorgängeralben nun weniger Irish Folk und weniger Blues. Dafür swingt es teilweise wieder mehr. Etwas mit "Hillbillie" und "Marbletown-Sound" gewürzt. Ich habe mich für die "Limited Deluxe Edition" entschieden, um in den Genuss von noch mehr Songs zu kommen.

Der Opener "Laughs and Jokes and Drinks and Smokes", ist zunächst mal ein würdiger, schwungvoll jazziger, lebendiger leicht irisch angehauchter Knopfler-Song. Melancholisch, sentimentaler Text... Am Schluß ein schöner finaler ausklingender melodiöser leichter Bass-Rhythmus mit jazzigem Atem so wie es gerne in den späten 60ern oder frühen 70ern oft von Rockbands gespielt wurde (Jethro Tull oder der Mittelteil vom Uriah Heep-Song "The Park"). Schöne lange sechseinhalb Minuten... Jetzt schon mein Favorit...

Die nachfolgenden Songs entführen uns weiter in filigranere Klangwelten. Erzeugt von klassischen Instrumenten wie die allesamt von Knopfler selbst eingespielten Gitarren, was übrigens an zahlreichen Stellen deutlich herauszuhören ist, Keyboards, Geige, Flöte, Bass und Schlagzeug. Highlights sind die Gesangsbegleitung von Ruth Moody, Nigel Hitchcock am Saxofon und Phil Cunningham am Akkordeon. Kein Firlefanz, kein computererzeugtes Säuseln, keine Gimmicks, kein seelenloses belangloses glattpoliertes Geplänkel...

Auf der Basis der bereits erwähnten absolut hochwertigen Aufnahmequalität hält mich das gesamte Album auf eine angenehme Art gefangen. Ich bin gefesselt und lasse mich gerne darauf ein... Wie immer glänzen die zumeist sehr ruhigen Songs durch stilistische Vielfalt. Auch lohnt sich mal ein Blick auf die Texte, die wieder mal sehr persönlich sind und oft auch humorvoll augenzwinkernd. Da ich aber meist der Musik lausche, ist das für mich erst mal zweitrangig.

Nach dem Opener folgt eines der absoluten Highlights des Albums: "Basil"... Sehr melancholisch und fein arrangiert. Schwingt da nicht ein wenig "Brothers In Arms" mit ? Von wegen langweilig und weit weg von den Dire Straits... Auch hier sorgt die Gesangsbegleitung von Ruth Moody für Gänsehaut.

Wer wird hier zum "Tracker" ? Mark Knopfler auf den Spuren seiner selbst oder der geneigte Hörer ?

Mighty Man, Lights of Taormina oder Long Cool Girl (ein beschwingtes Kleinod)... Immer wieder diese intimen, ruhigen melancholischen Ansätze. Mal mit ausgeprägten glasklaren akustischen Gitarren, mal mit Slidegitarre... Fein... Sehr fein...

Skydiver oder Beryl sind dann wieder z. B. diese Songs, für die sich Mark Knopfler in die Tiefen der letzten 60 Jahre Pop- /Beat- /Blues- und Rockmusik begibt... Und so für den einen oder anderen Wiedererkennungsfaktor sorgt. Hier zum Beispiel die Beatles; eher noch die Kinks (Skydiver)... Oder er bedient sich gehörig, wie bei "Beryl", bei althergebrachten Dire Straits-Zutaten.

Zu "Wherever I Go" kann man eigentlich nur eines sagen: Phänomenal... Mehr davon. Erinnerungen an "All The Roadrunning" werden wach... Oder an "Seattle"... Ganz große Klasse... Wie dieser Schluss-Song weisen auf "Tracker" mehr als sieben Songs längere Spielzeiten von deutlich über 5:30 Minuten und gar deutlich über 6 Minuten auf.

Wenn das keinen langanhaltenden Hörgenuss verspricht...

Wer fernab vom Charts-Tralala, Partylärm oder von dem unsäglichen blöden Superstar-Gedöns mal etwas mehr Substanz braucht, ist hier richtig. Einfach treiben lassen, in die Tiefe der Musik eintauchen und dennoch mit spitzen Ohren zuhören...

Die Bonustracks, die auf der Edition mit drauf sind, sind ebenfalls allesamt zu empfehlen.

Hier macht einer noch richtig Musik... Einer, der auch Ahnung von Aufnahmetechnik hat... Einer von denen, die vielleicht leider bald aussterben.

Ich wage nicht daran zu denken...
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 19, 2015 9:38 PM MEST


Live at Koko (LTD. Digipak)
Live at Koko (LTD. Digipak)
Preis: EUR 17,99

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einladung zum "rock-musikalischen Empfang", 20. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Live at Koko (LTD. Digipak) (Audio CD)
Wir schreiben das Jahr 2015 und die Aktivitäten der britischen Hardrocker Uriah Heep scheinen selbst 46 Jahre nach Gründung der Band ungebrochen. An dieser Stelle ein persönlicher Hinweis. Es freut mich, mit der Band gemeinsam alt geworden zu sein. Denn beim Kauf meiner ersten LP von Uriah Heep (Demons And Wizards)) in den frühen 70ern und dem Live-Album „January 1973“ hätte ich nie gedacht, dass ich über 40 Jahre danach noch Heep-Fan bin... Geschweige, dass es meine Lieblingsband noch gibt ! Abgesehen von den personellen Wechseln und den Höhen und Tiefen... Aber Mick Box und Co. haben was aus sich gemacht... Sie sind eine selbstbewusste Rockband, die mittlerweile über sich hinaus gewachsen sind und die Vergangenheit pflegen, ohne sich selbst zu kopieren.

In den letzten sieben Jahren präsentierten sie drei musikalische Studio-Perlen, die sowohl traditionelle Elemente, die man als "Classic Heep" bezeichnen könnte, mit viel Orgel und Chören, als auch modern und frisch klingende Rockmusik enthalten, die durchaus auch in die heutige Zeit passen. Jedenfalls muss sich manche aktuelle Rockband aus den Charts ganz schön strecken, um da auch nur ansatzweise heranzukommen. Der aktuelle Rundumschlag der Band heißt "Outsider" (Juni 2014) und macht einmal mehr klar, in welch guter Verfassung Uriah Heep immer noch sind.

Neben drei Studioalben gab es während dieser vergangenen 7 Jahre noch ein heimliches "4."... Zum 40. Jubiläum präsentierten sie mit "Celebration" Neuaufnahmen alter Klassiker, aber auch neu eingespielte ausgewählte Songs aus neueren Alben mit Bernie Shaw als Leadsänger plus zwei damals in 2009 nagelneue Studiosongs.

Das Ganze wurde begleitet durch unzählige weltweite Tourneen. Aber auch bei uns in Germany vergeht bis heute kein Jahr, in dem die "Heepsters" nicht irgendwo auftauchen und zum rock-musikalischen Empfang bitten... Ich kann allen Musikfreunden nur ans Herz legen, dieser Einladung, wenn es denn irgendwie geht, zu folgen...

So auch bei dieser neuen Veröffentlichung anlässlich der letzten Tour zum neuen Album "Outsider" im Jahr 2014. Es ist zwar kein neues Studioalbum. Das wäre in der Kürze der Zeit etwas zu viel verlangt.... Aber wieder Mal ein sehr gelungenes Live-Album. Aufgenommen wurde es in London. Das Konzert gibt’s als DVD oder Bluray. Wer will, dem steht das Box – Set mit Doppel-CD und DVD zur Verfügung. Das ist wohl die Variante mit der besten Preis / Leistung...

Die Track-Liste ist sehr bedacht gewählt. Neben den unverzichtbaren Klassikern (fast alle sind vertreten...) fällt das eher seltenere Stück "Traveller In Time" vom Album "Demons And Wizards" aus der Zeit mit David Byron in den 70ern auf. Und natürlich ist das Verhältnis altes vs. neues Material mit Songs wie zum Beispiel "One Minute", "Can’t Take That Away" (beide von „Outsider 2014) oder "Into The Wild", "I’m Ready"oder "Nail On The Head" (2011) recht ausgewogen. Hörenswert: Das Mick Box – "Wah Wah" – Solo als Übergang im Anschluss an "Look At Yourself" ! Brillant...

Das Cover stammt vom Künstler Igor Morsky, der sich auch für die Covergestaltung von "Outsider" verantwortlich zeigte. Stilistisch unverkennbar und zudem noch eine Spur surrealistischer. Passt einfach gut zu Heep...

"Live At Koko" lohnt sich auch klanglich. Der Sound ist frisch und knackig. Somit ist dieses Album für Heep-Fans Pflicht. Ich kann es aber auch allen anderen uneingeschränkt empfehlen, die sich für den klassischen Hardrock mit Hammondorgel begeistern können.

Auch in dieser Hinsicht bin ich mit der Band gemeinsam alt geworden. Denn ich habe sie unzählige Male schon Live erlebt. Auch mit John Lawton. In der Byron-Ära war ich leider noch zu jung. Die Konzerte waren meist von der Distanz her unerreichbar. Und Geld ? Hatte ich auch keins... Die meisten Konzerte habe ich in der aktuellen Besetzung erlebt. Zum ersten Mal 1991 im Capitol in Hannover... Und das ist auch schon verdammt lang' her...

Egal… Heute ist "Koko-Day"...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2015 1:51 PM CET


Conquest
Conquest
Preis: EUR 38,32

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein "schlechtes" Übergangsalbum ?, 20. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Conquest (Audio CD)
"Conquest" ist ein schlechtes Album. Ein Machwerk... Wird gerne von einigen Fans und damals, als das Album erschien, vor allem auch von der zeitgenössischen Musikpresse (u.a. Musikexpress) so geäußert. Gut... Das war 1980 und ist lange her...

Kann eine Band wie Uriah Heep "schlechte" Musik machen ? Eine Frage, mit der man sich durchaus empirisch auseinandersetzen könnte. Ich will das mal kurz durchleuchten. Dazu müsste man alle Songs und Ideen der Band Uriah Heep, die im Laufe der Jahrzehnte von Beginn an entstanden sind, miteinander vergleichen. Und dabei stellt man fest, dass irgendwie immer wieder Songs oder Fragmente auftauchen, die für einen gewissen Wiedererkennungswert sorgen. Egal aus welcher Epoche...

Songs, bei denen das so ist, können aus der Perspekive eines Liebhabers der Musik von Uriah Heep im Grunde nicht schlecht sein. Und: Die Musik ist so gut wie der Komponist und der Musiker, der sie macht. Also wirklich schlechte Musik ? Ich meine nein. Ein "Machwerk" ist "Conquest" daher ganz sicher nicht.

Schlecht war es zeitweise, dass Uriah Heep bereits im Laufe ihrer frühen Schaffensphase in den 70ern immer wieder Soundwechsel vollzogen. Diese beruhten einerseits auf Außeneinwirkung, weil die Plattenfirma natürlich Verkäufe sehen wollte. Also gab es mit Blick auf die damals aktuellen Charts zunehmend den einen oder anderen poppigen Song. Die Band trug darüber hinaus leider schon sehr früh lange epische Songs und phänomenale mächtige und pathetische Übersongs wie "Salisbury", "The Spell" oder "July Morning" zu Grabe... Es folgten ab Mitte der 70er keine langen epischen Songs mehr. Für Fans progressiver Musik war das ernüchternd.

Andererseits gab es sehr viele Musiker- und Sängerwechsel und mit Ihnen auch wieder andere Ideen. Jeder wollte sich irgendwie mit seinen Ideen durchsetzen. Und das kann leider nur in die Hose gehen.

Die Kunst ist doch, Songs so zu schreiben, dass diese den übrigen Schlüsselfiguren wie Sänger oder Drummer auf den Leib geschrieben sind. Da geht es nicht darum, wer den Song schreibt. Sondern wie und für wen...

Ob es am Ende in der 70er Spätphase der Band daher der Weisheit letzter Schluss war, dass überwiegend Ken Hensley die Songs für Uriah Heep schrieb, weiß ich nicht. Er (Hensley) betont ja heute, dass seine Kompositionen oft falsch von der Band interpretiert worden sind. So war damals, als "Conquest" 1980 erschien, die Ausgangslage. Und daher mag diese Aussage für "Conquest" vielleicht sogar stimmen. Für frühere Heep-Songs aber eher nicht.

Denn die Band, die ja eigentlich von Mick Box und David Byron gegründet wurde, war gut genug, dass manch dünnerer Hensley - Song richtig Substanz und Power bekam. Der kreative Kopf Hensley ergänzte sich also sehr gut mit dem Rest der Band. Vor allem in der Zeit der Besetzung mit Box / Byron / Hensley / Kerslake / Thain...

Auch die Songs hier auf dem ungeliebten Album "Conquest" sind nicht alle schlecht. "No Return" zum Beispiel. Ein progressives Stück, wie es von der Band damals schon lange nicht mehr zu hören gab... Oder "Feelings". Ein Überbleibsel aus der etwas poppigeren Zeit zuvor mit John Lawton als Leadsänger bis 1979. Oder das in meinen Augen (und insbesondere meinen Ohren...) sagenhafte "It Ain't Easy", das aus Trevor Bolders Feder stammte ! Ein echt guter Song. Auch "Fools" ist ganz gut gelungen... Außer der Gesang... Alles in allem ist "Conquest" also nicht schlecht. Es kann auch nicht schlecht sein, weil alle Songs im Ansatz kompositorisch gut sind.

Aber zu dieser Zeit wurden schlicht und einfach die falschen Musiker in die Band geholt. Chris Slade passte trotz "Wunderschlagzeug" (stand so in der Bravo !) nicht in die Band. Und John Slomans Gesang war grauenhaft. Mick Box hatte anscheinend auch keine richtige Lust mehr. Rockige Riffs und kernige Soli ? Hier auf "Conquest" Fehlanzeige... So ist es nachvollziehbar, dass aus ganz guten Kompositionen eben nicht ganz so gute Songs wurden. Die Songs waren den Musikern eben nicht "auf den Leib geschrieben"...

Aber "Conquest" war auch ein Ende und ein Neuanfang; ein Übergang zu einem Neubeginn...

Vielleicht musste "Conquest" tatsächlich sein, um einen neuen Weg gehen zu können. Es gab damals 1980 nur zwei Alternativen. Uriah Heep komplett zu Grabe tragen oder mit neuer Besetzung weiterzumachen. Ken Hensley verließ frustriert die Band. Für jeden Fan bedeutete diese Entscheidung das Ende der Band Uriah Heep.

War es aber nicht... Vielleicht das (endgültige) Ende der 1970er - Zeiten und des urtypischen Uriah Heep-Sounds. Mick Box machte jedenfalls weiter und ging dann danach zunächst einen völlig anderen Weg. Um am Ende, auch wieder mit Lee Kerslake und Trevor Bolder vereint, sich dem Ursprungs - Sound von Uriah Heep anzunähern.

Bis heute...

Ja... Heute schreiben Mick Box und der Hensley - Nachfolger Phil Lanzon, zum Songschreiber-Duo gereift, maßgeschneiderte Rocksongs.

Für den Leadsänger Bernie Shaw, der gut dreißig Jahre dabei ist, für den 2007 anstelle von Lee Kerslake eingestiegenen Drummer Russel Gilbrook und für den neuen Bassisten Dave Rimmer, der als Nachfolger für den leider verstorbenen Trevor Bolder eine sehr gute Figur in der Band macht. Gute Musiker, gute Band und Songs, die allen "auf den Leib geschrieben" sind. Das ist das Geheimnis... So geht's....

Uriah Heep ist daher aufgrund dieser Verdienste weit weg von einer peinlichen Oldie - Kapelle, die sich selbst kopiert, sondern zu einer festen Größe des Hardrock geworden. Mit sehr guten eigenen neuen Songs, einer stetigen Präsenz und perfekten Live - Auftritten.

"Conquest" gehört zur Biografie dieser Band. Man muss dieses Album aber nicht wirklich unbedingt haben. Wer Uriah Heep jedoch als besondere Rockband bis heute schätzt und gerne hört, sollte sich damit auseinandersetzen.

Das ist mein Rat dazu...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 20, 2015 4:00 PM MEST


The Very Best of Albert Hammond
The Very Best of Albert Hammond
Preis: EUR 5,99

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4.0 von 5 Sternen Frisch und positiv gestimmt..., 5. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Very Best of Albert Hammond (Audio CD)
Albert Hammond, der Mann mit den britisch / spanischen Wurzeln, kann wahrhaftig auf eine erfolgreiche und lange musikalische Karriere zurückblicken. Er glänzte schon immer mit eigenen Kompositionen, die er für andere Künstler schrieb, aber auch selbst gesungen hat. Ein Multitalent, das in der Welt der bekannten und weniger bekannten Pop- oder Schlagerinterpreten aus den Charts, damals wie heute, seines gleichen sucht...

So erschien bereits 1968 der von Hammond mitgeschriebene Song "Little Arrows", den ein gewisser Leapy Lee sang. Dann gab's die Band "Family Dogg", in der damals sogar Ireen Sheer (!) mitwirkte...

1972 begann der internationale Durchbruch mit dem selbst gesungenen Hit "It Never Rains In Southern California". Alberts Hammonds relativ einfach gestrickte Musik zeichnete sich seitdem durch akustische und stark ausgeprägte melodiöse Merkmale aus. Stets war sein Gesang zu seiner handgemachten und meist von akustischen Gitarren begleiteten Musik frisch und positiv gestimmt. Egal ob die Texte eher traurig oder kritisch waren. Das machte seine Musik authentisch und glaubwürdig. Und durchaus interessant, auch wenn man nicht so unbedingt auf Pop- oder Chartmusik stand.

All diese Merkmale grenzen Hammond daher deutlich von anderen zeitgenössischen Pop- oder Schlagerstars aus den Charts ab. Er war eher der Songwriter und Produzent, weniger der Popstar...

Seine Bandbreite reichte vom besagten "It Never Rains In Southern California" über "The Free Electric Band" (einer meiner Lieblingssongs in der Jugendzeit...), "Down By The River", "New York City Here I Come" oder "I'm A Train" bis hin zu den für andere Weltstars komponierten Songs wie z. B. "When I Need You", der durch Leo Sayer ein Super-Hit wurde. Oder "The Air That I Breathe" für die Hollies, einer der mit Abstand schönsten Popsongs überhaupt... Auch hier von A. Hammond intoniert zum Niederknien...

Zeit also für den Kauf dieser "Greatest Hits", die all diese Ohrwürmer und bekannten Melodien vereint.

Es hätte eine richtig gute CD werden können, wenn... Ja, wenn noch der eine oder andere Song vom 1981er Album "Your World And My World" berücksichtigt worden wäre. Leider Fehlanzeige... Sowie ergänzend dazu seine für andere Künstler komponierten Songs wie z. B. "Nothing Gonna Stop Us Now" (ein Hit von Starship aus den 80ern) oder "One Moment In Time" (Whitney Houston), die Albert Hammond auch selbst gesungen hat.

Und noch was: Der Klang der CD fällt im Gegensatz zu den Original-Vinylalben leider etwas ab. Die LP's von Albert Hammond klingen analoger, wärmer, wesentlich räumlicher und gehaltvoller als die etwas zischelnde und steril klingende CD.

So wird mit dieser Compilation das Schaffen von Albert Hammond als Songwriter und Musikproduzent nur halbherzig gewürdigt. Sonst hätte ich für die Musik gerne 5 Sterne vergeben...

Aber für diesen Preis (!) kann man natürlich die Scheibe dennoch bedenkenlos empfehlen. Eine CD von einem der weltbesten Songwriter, die man immer und immer wieder hören kann. Mit all den dazu gehörenden Erinnerungen an die Zeit in den 1970ern.

Schön, dass Albert Hammond bis heute noch Musik macht und produziert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 26, 2015 1:51 PM MEST


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