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Rezensionen verfasst von
fgpolestar (Bern, Schweiz)

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Sindustries
Sindustries
Preis: EUR 22,52

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ... von der Kraft eines kalten Motors, 22. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Sindustries (Audio CD)
Nun ja, irgendwie gleicht dieses Album ja schon einem kalten Motor: Es dauert ein bisschen, bis das Gefährt von Gardenian hier in Fahrt kommt; aber dann ... ja, aber dann...

Eigentlich hätten es sich die Schweden ja relativ einfach machen können. Hatten Gardenian mit ihren Alben "Two Feet Stand" und vor allem mit "Soulburner" zwei absolute Melodic Death Knaller hingelegt, wäre der logische Schritt wohl einfach ein drittes Hammeralbum nach Göteborger Schule gewesen. Zudem hatte das Genre zu jenem Zeitpunkt mit zeitgleichen Veröffentlichungen von Dark Tranquillity, Soilwork, In Flames und vielen weiteren mehr als nur genug Auftrieb. Schliesslich wäre der Apfel nicht einmal soweit vom Stamm gefallen: Gardenian-Chefpauker Niklas Engelin hatte schliesslich bei In Flames' Tour zu Whoracle die Saiten gezupft.

Doch die Herren entschieden sich wohl anders, und schenkten uns ein Album, das wohl manchen Melodic Death Fan (inklusive den Autor dieser Zeilen) anfangs relativ perplex zurückliess. Mit zehn Songs, von welchen gerade mal zwei weniger als 6 Minuten Spiellänge aufweisen, betraten die Herren ziemlich viel Neuland. Da sind zum einen - nebst den traditionellen Growls - die cleanen Vocals: Nach den Gastauftritten von Eric Hawk (Artch) auf "Soulburner" schien das Konzept zu gefallen. Doch anstatt einen guten und heroischen Sänger zu mimen, mischen Gardenian die cleanen Vocals mit viel Echo und einigen Spezialeffekten fast als Flächen und Hintergrundkulissen in die Refrains, klagend und faszinierend. Da sind aber auch die heruntergestimmten Gitarren, die unüblich roh und fast brei-artig daherkommen; schwer und erdrückend, mit wenig Gefrickel, aber dafür als Wand. Doch ist es vielleicht hier, wo man sich etwas mehr exakten Punch im Sound gewünscht hätte - manchmal wird es einfach zuviel Brei. Und schliesslich ist es das Songwriting an sich: Die meisten Songs sind im Midtempo gehalten, und Arrangements folgen kaum herkömlichen und Hit-sicheren Mustern. Einzelne Riffs werden zelebriert und variiert.

Doch man muss schon mutig sein, um eine Scheibe mit einem 8 minütigen, orientalisch angehauchten Midtempo-Track zu beginnen ("Selfproclaimed Messiah"). In der Tat reisst das Stück denn auch nicht wirklich mit - daher der Vergleich zum kalten Motor. Auch Track Nummer 2 ("Doom & Gloom") vermag noch nicht so ganz zu überzeugen und verpasst etwas die Überraschungsmomente. Der Song skizziert aber mit straighten Death-Riffs und einem ersten eingängigen und melodiösen Refrain die Richtung, in die es nun gehen soll.

Spätestens mit "Long Snap to Zero" ist allerdings Gardenians Karre warmgelaufen, und mischt klasse, tonnenschweres Stampfen mit eingängigen Riffs. Jetzt stimmen auch die Harmonien, oft in Dur gehalten, und verleihen der Scheibe exakt das gewisse Etwas. Es sind diese schwermütigen, melancholischen Riffs und Refrains, welche sich in alle Hirnwindungen fressen werden. In die gleiche Richtung gehen auch "Heartless", "Sonic Death Monkey" und das geniale "Funeral", welches die Scheibe als Grande Finale abschliesst.

Andere Stücke erinnern eher noch an vergangene Taten Gardenians, so das knallharte und düstere "Scissorfight", oder das Titelstück "Sindustries" - die schönste unter allen Perlen auf dieser Scheibe.

Mit der Scheibe haben es sich Gardenian nicht einfach gemacht, und es ist schade, dass es seither still um die Jungs geworden ist. Ich hätte gerne gesehen, was sich hier noch alles entwickelt hätte. Vielleicht haben Gardenian mit "Sindustries" eines der unterbewertetsten Alben des (Melodic Death) Metal abgeliefert; ein Album, das entdeckt werden will, und für welches man sich zuerst etwas erwärmen muss. (Wer den tragisch-rührenden Stil von Gardenians "Sindustries" mag, dem sei auch Passenger empfohlen - denn dort spielte ja fast die halbe Gardenian Truppe mit, und schien sich durchaus noch an ihr Werk Sindustries zu erinnern.)

4 Sterne für ein Album, das mit einem etwas punchigeren und klareren Sound und einem anderen Opener die maximale Punktzahl mehr als nur verdient hätte.


Eclipse
Eclipse

37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rückbesinnung auf die wirklichen Stärken, 2. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Eclipse (Audio CD)
Also das hätte ich ja nicht gedacht: die letzten beiden Amorphis Alben ware gut, und ich mochte ihre solide und zuverlässige Art. Aber nach den beiden Überflieger "Elegy" und "Tuonela" in der zweiten Hälfte der 1990er, mit denen Amorphis zwei wirkliche Meisterwerke des psychodelic-folk-Metals präsentierten, waren die besagten Nachfolger ("Am Universum" und "Far From The Sun") eher einfach nette und seriöse Weiterentwicklungen.
Und dann bekomm ich per Zufall das Promo der neuen Scheibe "Eclipse" um die Ohren geknallt: Holla, da hat sich aber einiges getan bei den Finnen! Ein neuer Sänger, Tomi Joutsen, hat da zum Beispiel ziemlich frischen Wind reingebracht, brüllt an der richtigen Stelle wieder mal anständig, und lässt neben dem vollen und guten Gesang auch wieder mal die amtlichen Bärengrowls röhren. Richtig so!
Aber auch sonst haben sich Amorphis voll auf ihre Stärken rückbesonnen: So sind die typischen Amorphis Riffs zur Vollendung ausgearbeite worden. Nur gibts diesmal keine Hänger mehr, das Songwriting hat den richtigen Zug und Druck, lässt aber das Psychodelische nicht ganz weg. Wie vor zehn Jahren mischt sich die Hammondorgel gekonnt mit treibenden Drumbeats, verfeinert mit gekonnten Delays in den Gitarren, und abgerundet Harmonien, wie sie nur von den Finnen kommen können.
Anspieltipps:
"Two Moons" (1) - Hier wird nach einem fetten Keyboard-intro gleich mächtig Dampf abgelassen. Treibend geht es dreieinhalb Minuten nach vorn, gleich mal das ganze Spektrum des Könnens präsentierend.
"House of Sleep" (2) - Eine solide Rocknummer im Midtempo, mit einem zwar nicht ganz neuartigen, aber sehr ergreifenden Riff. Tomis Gesang kann sich hier gut entfalten.
"Leaves Scar" (3) - nach dem sanften Intro eine "Amorphis-sche" Death-Nummer, welche gar Erinnerungen an "Black Winter Day" aufkommen lässt!
"Under A Soil and Black Stone" (5) - Wem damals die psychodelische Steigerung des Hammerstücks "Elegy" gefallen hat, dürfte mit "Under..." bestens bedient sein. Zuerst etwas langsam, dann aber mitreissend.
"Perkele (The God of Fire)" (6) - Ah, nochmals amtliche Bärengrowls mit einem stampfenden, orientalisch angehauchten Riff der Extraklasse.
"The Smoke" (7) - Wiederum im Midtempo inszenieren Amorphis, was sie insbesondere auf den letzten Alben gelernt haben. Sphärisch, dunkel und doch so schöne, weite Soundflächen skizzierend.
"Empty Opening" (10) - Erinnerungen an "Tuonela" werden wach, melancholische Delay-Teppiche füllen Raum und Zeit, um nachher brachial mit Riffs und Hammondorgel überrollt zu werden. Ein superber Abschluss!
Ich verteile selten 5 Sterne an Scheiben. Amorphis hat mich aber diesmal mit ihrer gekonnten Rückbesinnung auf ihre Stärken so positiv überrascht, dass dies meines Erachtens voll gerechtfertigt ist. Voilà, ich hab grad eine neue Lieblingsscheibe gefunden, scheint mit.


Troll
Troll
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 59,85

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Märchen geht weiter ..., 12. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Troll (Audio CD)
Ah, Lumsk ... genau, das waren doch die, welche schon auf dem Vorgänger "Åsmund Frægdegjevar" sehr schönen sphärischen Folkmetal präsentierten, wobei schon damals durch die allgemein recht schleppend gehaltenen Tempi die Betonung mehr auf dem sphärischen Märchenteil als "Metal" lag. Beim Neuling mit dem bündigen und sehr klaren Titel "Troll" ist diese Richtung noch weiter entwickelt worden, und verzerrte Gitarren gehören oft schon eigentlich zum Hintergrund.
Ganz verspielt und melodiös haben hier Lumsk auch den Rank zu etwas eingängigeren Melodien gefunden, und bieten mit stampfenden Drums, variationenreichen Bass und Gitarren, einer reichhaltigen Palette an verschiedenen Instrumenten (sehr folkige Streicher, aber auch Bläser) und letztlich auch mit Stine's Stimme ein äusserst angenehmens Klangbild, welches zum Tagträumen einlädt. Insbesondere gelungen sind Songs wie "Perpålsa", welches noch am heftigsten daherkommt und noch einige Effektspielereien beinhaltet, aber auch das meines Erachtens geniale und auf Spannung aufbauende "Dunker" mit einer Stimme, welche einem kristallklaren Bergbach aus Tannenwäldern gleicht.
Insgesamt überzeugt "Troll" durchaus, und weiss Freunde folkiger (Metal)Klänge aus dem hohen Norden sicher zu begeistern. Eine schöne herbstliche Melancholie macht sich jedenfalls bei diesem Album schnell breit.
Einzig: wie auch beim Vorgänger hätten Lumsk hin und wieder schon etwas mehr auf die Tube drücken können, und manchmal wartet man vergebens auf den grossen Knall. Also: 4 Sterne.


Clandestine
Clandestine

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Monströser Death der Alten Schule, 25. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Clandestine (Audio CD)
Wir schreiben das Jahr 1991, als Death Metal seinen ersten Siegeszug durch die Metalszene knüppelte. Dementsprechend freute sich die Gemeinde auch auf ein neues Album von Entombed, nachdem die Jungs mit "Left Hand Path" schon ein ordentliches Debüt aus amtlichem Todesmetall abgeliefert hatten. Was ich beim Antesten von "Clandestine" allerdings an meine Lauscher geknallt bekam, übertraf an kontrollierter Härte und Punch alles Bisherige der Szene! Bis heute darf "Clandestine" als eine der härtesten, düstersten und besten Death Metal Scheiben gelten, die (bis jetzt) je gemacht worden sind.
Auffallend ist schon nach dem ersten Augenblick der knorrige Gitarrensound, wie man ich damals auch von Carnage, Fleshcrawl und Dismember kannte; auf "Clandestine" jedoch wurde dieser Sunlight-Studio Sound zur Perfektion gebracht. Interessant ist zudem, dass hier das Panorama der Gitarren anders aufgeteilt wurde: nicht etwas links-rechts, sonder eher eine auf beiden Seiten (Stereo) und die zweite in der Mitte. Zusammen geben sie den Sound, der "Clandestine" so faszinierend macht.
Ebenfalls erwähnenswert sind für damalige Zeiten die sehr knackigen Drums und kristallklaren Becken. Allerdings leben die Drums weniger von ihrem Sound, als vielmehr von der schier unmenschlichen Arbeit von Drummer Nicke Andersson, dem späteren Mastermind der Hellacopters. Nicke prügelt hier mit Urgewalt ein sattes Drumset der Stärke 999 auf der Richterskala zusammen, und verliert sich dabei nie in unnötiger Geschwindigkeit und Haspelei. Die Drums dürfen denn auch als einen entscheidenden Beitrag zum Reiz dieser Scheibe gelten.
Des weitern sind die düsteren und mächtigen Vocals zu erwähnen, welche ironischerweise von Gastsänger Johnny Dordevic (Carnage) eingegrunzt wurden. (Der eigentliche Frontmann von Entombed, Lars-Göran Petrov, hat's irgendwie nie so auf den Punkt gebracht.)
Als letzter Punkt sind sicher die immer wiederkehrenden Einspielungen von Hörspiel- bzw. Film-Vocals zu erwähnen ... gerade das bösartige Gelächter im Mittelteil von "Sinners Bleed" lässt jeden erschaudern.
Was bieten die Songs?
1 - "Living Dead" - ohne Wenn und Aber straight forward, hier und da noch etwas ungestüm.
2 - "Sinners Bleed" - eigentlich gibt es kaum einen hörbaren Übergang zwischen dem ersten und zweiten Track, und somit bietet auch Sinners Bleed straighten Death mit hohem Tempo; allerdings mit dem angesprochenen Mittelteil, das schon mal für Hühnerhaut sorgen kann.
3 - "Evilyn" - jau, genau: Ein Banger-Riff der Extraklasse. Noch nie war Evelyn ein so Furcht einflössender Name ...
4 - "Blessed Be" - jetzt blühen Entombed richtig auf: Ein brachialer Anfang, gefolgt von treibenden Beats und richtig rockenden Riffs. Hören wir hier den Anfang von Entombed's späterer Karriere?
5 - "Stranger Aeons" - ein eher langsamer Track, aber mächtig schwer. (Wer sich noch erinnern kann: Damals gabs einen hübschen Friedhofs-Video-Clip des Tracks mit der geschassten Sängerin / Tänzerin von Army of Lovers.)
6 - "Chaos Breed" - wiederum eine schnelle Nummer, straighter Death.
7 - "Crawl" - ein Prunkstück der Scheibe: im Midtempo donnert der Song aus Stille heran, um dann alles niederzuwalzen, was sich ihm in den Weg stellt. Wesentlich besser als auf der gleichnamigen EP, welche "Clandestine" damals vorangegangen war.
8 - "Severe Burns" - noch einmal etwas auf die Tube gedrückt, aber schön schwer und dunkel.
9 - "Through The Collonades" - selten hat ein Plattencover mit dem Song so übereingestimmt wie hier. Der Song ist die perfekte Vertonung des Covers, düster und bedrohlich mit seinen cleanen Parts am Anfang. Schliesslich in der Geschwindigkeit gesteigert bietet der Track das Grande Finale der Scheibe.
Es hat viele Death Metal Scheiben gegeben, und wohlig besinnen wir uns an die alten Tage zu Beginn der Neunziger, als Skandinavischer Death seine ersten Blüten trug. Viele der Bands haben sich später neu orientiert, neue Sounds kreiert, oder sind ganz von der Bildfläche verschwunden. Auch Entombed lieferten weiter Scheiben ab, und frönen heute ganz anderem Sound als damals. "Clandestine" aber hat all diese Wechsel überlebt, wurde auch dank seiner Klangqualität nie "alt" - und lehrt noch heute jungen Combos, was "richtig bolzen" wirklich heisst!


Lost to Apathy (Mini-Album)
Lost to Apathy (Mini-Album)
Preis: EUR 15,39

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dark Tranquillity Qualität auf ein Neues..., 28. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Lost to Apathy (Mini-Album) (Audio CD)
Jetzt bin ich aber gespannt! Tatsächlich präsentieren Dark Tranquillity mit "Lost to Apathy" die erste Auskopplung aus dem im Januar kommenden Album "Character". Und schon nach den ersten Sekunden wird beim Titeltrack klar: Wer an "Haven" und "Damage Done" so viel Freude hatte wie ich, der wird das neue Album kaum noch erwarten können. Jedenfalls folgt "Lost to Apathy" genau jenem Erfolgskonzept von eingängigen Moll-Harmonien, satten Gitarrenwänden, ziemlich bombasitschen Keyboardflächen, treibenden Drums im Midtempo und der fast unverwechselbaren Growl-Stimme von Mikael Stanne - die cleanen Voice-Parts von "Projector" und "Haven" gehören wahrscheinlich endgültig der Vergangenheit an.
Etwas verspielter sind da zwei weitere Tracks der EP: "Derivation TNB" kommt sehr ruhig und melancholisch daher, und lebt von seinen nur leicht angezerrten Gitarren, Growls und fast hypnotischen Drum-Samples. "The endless Feed (Chaos Seed remix)" dagegen sagt mir nicht wirklich zu, irgendwie hatte ich schon oft Mühe mit Remixes. Dennoch ok. Schlusslicht bildet noch "Undo Control" vom "Projector" Album als hübscher live-Mitschnitt (allerdings scheinen DT hier vor einem ziemlich kleinen Publikum gespielt zu haben).
Screensaver und Musicclip sind ebenfalls enthalten und bieten für einige Überraschungen ...!
Alles in Allem eine gelungene EP, auch wenn die 4 Sterne hauptsächlich dem wirklich Appetit anregenden "Lost to Apathy" gelten. Ich freue mich auf das kommende Album!


Spiritual Deception
Spiritual Deception
Preis: EUR 15,65

4.0 von 5 Sternen Ordentlich Knüppelattacken und Gute Melodien, 3. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Spiritual Deception (Audio CD)
Ich will nicht allzu fest ins Detail gehen - da wurde schon Song für Song sehr ausführlich und kompetent kommentiert.
Allerdings möchte ich unterstreichen, dass ich von der Scheibe doch positiv überrasch wurde: So ganz farblos und uneigenständig ist Spiritual Deception nicht, wie die Kritik sie manchmal darstellte. Ihr klarrer Sound sowie ein bewusster Verzicht auf übermässige Bässe schaffen viel Luft für knallharte Prügelattacken. Trotzdem gehen die Moll-Harmonien nicht unter, sondern schaffen genau jene Atmosphäre und Härte, wie man sie eben von der Göteborger Schule kennt. Wer damals AT THE GATES' "Slaughter of the Soul" abfeierte und gleichzeitig die Hasstiraden von THE FORSAKEN nicht missen will, der dürfte mit diesem Album durchaus seine Freude haben.
Warum dann nur 4 Sterne? So ganz durchschlagend wie AT THE GATES (und deren Einfluss bedienen sich ETERNAL LIES offensichtlich) sind sie (noch) nicht. Aber es kann ja noch werden. Es wäre jedenfalls schade, wenn man von den Jungs nichts mehr hören würde...


With Fear I Kiss the Burning Darkness
With Fear I Kiss the Burning Darkness
Preis: EUR 10,99

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn des Melodic Death Metals, 16. November 2003
Hatten At The Gates mit "The Red In The Sky Is Ours" ein eindrucksvolles, aber auch zum Teil schwer verständliches Album abgeliefert, gestaltete sich "With Fear I Kiss The Burning Darkness" als schon weniger komplex, und kommt phasenweise sogar recht straight daher. Vor einer Unterschätzung des verspielten und mitunter sehr überraschenden Songwritings sei aber gewarnt! Untermalt werden die ATG-typischen Wutausbrüche Tomas Lindbergs von einem an sich recht druckvollen Gitarrensound von Alf und Anders, Drums und Bass legen einen für die damalige Zeit beeindruckenden Klang-Teppich mit überzeugender Schwere. ... so ... und bis hier war es eine austauschbare Bewertung eines Albums:
Der wahre Wert dieses Meisterstücks liegt aber in seiner unglaublichen Progressivität, welche hier festgehalten wurde. Während sich zu Beginn der Neunziger Jahre die grosse Mehrheit der Death Bands literweise mit Blut übergossen, Gitarren bis zur Unkenntlichkeit tiefer stimmten und sich gegenseitig in der Spielgeschwindigkeit zu überbieten versuchten, setzten At The Gates auf buchstäblich "wahnsinnige" Stimmungsbilder, und zauberten (zumindest bei mir) Bilder von dunklen Winterlandschaften vor das geistige Auge. "With Fear ..." beinhaltet fast rührend-tragische Melodiebögen, welche unheimliche Geschichten aus verschneiten Tannenwäldern zu erzählen scheinen. Geht der Opener "Beyond Good And Evil" noch etwas ungestüm voran, schaffen es gerade Songs wie "Raped The Light Of Christ", "Non-Divine" oder "Primal Breath" mit ihren zwei- und mehrstimmigen Gitarrenriffs, diese angesprochenen Landschaften zu umreissen. Auf den Höhepunkt getrieben wird diese Virtuosität beim knapp zweiminutigen und absolut genialen Titelstück "The Burning Darkness". Andere Tracks verstehen sich eher als Nackenbrecher ohne Wenn und Aber, so etwa das beinharte "Through The Red" oder "Blood Of The Sunsets" mit seinen teils sehr gewagten Riffs. Aber auch bei solchen Brechern gehen die ATG-typischen Moll-Harmonien nicht unter.
"With Fear ... " ist letztlich noch keineswegs so einfache Kost wie spätere Alben der Göteborger Szene. Aber massgeblich wegen Alben wie "With Fear ... " sind heutige Grössen wie In Flames oder Dark Tranquillity an jenem Ort, an dem sie nun sind. Dieses Album war für mich die Erlösung von einer jahrelangen Suche nach Musik, welche Melodien und Harmonie-Komplexe mit Härte und Schwere verbinden kann. Was daraus hervorging, nennt sich heute Melodic Death Metal. ATG dürfen in dieser Hinsicht als absolute Pioniere gelten - und "With Fear ..." liefert den Beweis dazu!


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