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Rezensionen verfasst von
gdf "mephisto154"
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Dark Blend Ristretto fein gemahlen by J. Hornig, 250 g, 3er Pack (3 x 250 g)
Dark Blend Ristretto fein gemahlen by J. Hornig, 250 g, 3er Pack (3 x 250 g)
Preis: EUR 22,47

3.0 von 5 Sternen als Kaffee getrunken deutlich zu teuer für seinen Geschmack, 28. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Leider habe ich gerade erst auf der amazon Produktbeschreibung gelesen, daß dieser Kaffee eigentlich als Espresso zubereitet und getrunken werden sollte, also habe ich wohl etwas falsch gemacht und ihn bisher nur als regulär zubereiteten Filterkaffee selbst und an Besuchern ausprobiert.

Mein Problem mit diesem Kaffee ist die ganz schmale Grenze die man erreichen muss zwischen "wenig Eigengeschmack und arg bitter" und "deutlichem, angenehmen Eigengeschmack und viel zu bitter". Wenn man genau dazwischen liegt, dann hat man einen ausgesprochen leckeren, extrem bekömmlichen und freundlichen Kaffee. Der Weg dahin führt allerdings über einige gebrühte, probierte und weggeschüttete Kannen voller Fehlschläge.

Ich kann ihn nicht als Espresso beurteilen, aber als normaler Pulverkaffee aus einer normalen Melitta-Maschine getrunken, ist dieser Kaffee sein Geld und seine Mühe in meinen Augen nicht wert. Die Meinungen von Besuchern zu in meinen Augen gelungenen Kaffees (also so ab Tag 4) mit diesem Pulver gingen sehr weit außeinander: "Sag mal, ist dein Kaffee schlecht geworden?" über "Echt, das ist ein anderer als sonst?" über "Lecker, was ist das?"

Vielleicht bin ich ein Banause, aber ich werde ihn noch aufbrauchen (jetzt weiß ich ja, wie stark die 6,5 Teelöffel pro Kanne gehäuft sein müssen), aber dann wieder reumütig zu meinem Mövenpick Kaffee zurück kehren.


Das zweite Schiff: Rho Agenda 1
Das zweite Schiff: Rho Agenda 1
von Richard Phillips
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unoriginell und meistens nervige Kopie guter Vorlagen, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Das zweite Schiff: Rho Agenda 1 (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
"Heather setzte sich auf, und sofort lösten sich die wundersam geschmeidigen Tentakel von ihrem Körper. Sie spürte etwas. Aber was? ..."

Wenn Euch solche Sätze nicht abschrecken, ist dieses Buch vielleicht für Euch. Aber mir reicht es jetzt. Endgültig.
Ich hatte auf eine spannende Verschwörungsgeschichte in Richtung "Akte X" gehofft, das Buch liefert aber leider nur Fragmente davon, gemischt mit so platten und stereotypen Charakteren, daß es sich wie eine ganz frühe Folge "Buffy" liest und jeder echt nur ein lebloses, meistens unglaubwürdiges Klischee spielt.

Wenn Ihr nichts gegen ein idyllisches Amerika habt, in dem die Väter grillen und die glücklichen Müter Salate und Vorspeisen vorbereiten, in dem alle reden wie in einer 50er Jahre soap, dann lest dieses Buch, genügend Lesern gefällt es ja, aber mir ist es zu plastisch und unrealistisch.

Durch den Mangel an Realismus und die hölzernen Figuren, wirkt es für mich wie ein altmodisches Jugendbuch, ein Eindruck, der dann aber wieder durch moderne Thriller-Passagen gebrochen wird, die für einen Jugendroman viel zu drastisch und blutig sind. Und die schwule beinahe Gruppenvergewaltigung und einige andere Details brauche ich in keinem genre. Für einen aktuellen Wissenschaftsthriller ist es aber wieder zu langweilig, manchmal unlogisch und die Figuren verhalten sich manchmal einfach nur dumm.

Insgesamt kommt mir dieses Buch vor, als ob der Autor versucht hätte aus 2 bis 3 Romanideen für sehr unterschiedliche Lesergruppen ein Buch zu machen und daran gescheitert ist. Entweder altmodisches Jugendbuch oder aktueller Verschwörungsthriller mit wissenschaftlichen Elementen (aber könnt Ihr als Augenzeugen bestätigen, daß ein Flugkörper Mach 2 drauf hatte?) oder bessessener Killer der sich für einen der vier apokalyptischen Reiter hält. Aber bitte nicht alles auf einmal.


Mädchenjäger: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 1)
Mädchenjäger: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 1)
von Paul Finch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ist es zu stark, bin ich zu schwach, 16. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
So begeistert wie die überwiegende Mehrheit der Rezensenten hier und anderswo von diesem Buch ist, liegt es wohl doch an mir, daß ich es heute nacht endgültig und ohne schlechtes Gewissen aufgegeben habe.

Zu viele bekannte Stücke aus dem Baukasten "Depressiver moderner englischer Polizeiroman", vermischt mit einem dermaßen düsteren und verstörenden Hintergrund, daß es mir einfach zu viel geworden ist. Es kann nicht jedes Buch originell sein und das genre neu erfinden, aber muss sich das wenige Originelle dann in dieser Art von Bösewichtern und deren Kunden niederschlagen?

Ja, ich habe Probleme mit dem Thema Vergewaltigung. Ja, ich kenne fast alles von Ian Rankin, der offensichtlichen, aber echt nicht erreichten Vorlage von Paul Finch. Ja, MacBride, mit dem Finch gerne verglichen wird, ist mir zu brutal und zu hoffnungslos. Ja, ich bin irgendwie erleichtert, daß ich dieses Buch nicht zu Ende lesen werde und muss. Vielleicht auch nur, weil ich so die Augen vor der Wahrscheinlichkeit verschließen kann, daß es so etwas in der Realität schon längst gibt.

Wenn Ihr Fitzek und ähnliche Autoren mögt, gebt diesem Buch ruhig eine Chance, ich kann objektiv nichts Schlechtes dazu sagen, aber ich werde mich in die heile Welt eines Warhammer Romans flüchten in dem es um Grausamkeiten geht, bei denen ich ganz sicher bin, daß sie morgen nicht in den Nachrichten sind.


Blutrecht: Greatcoats
Blutrecht: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Großartiger Serienanfang: massiv plot, gute action, tolle Welt, 15. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Blutrecht: Greatcoats (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Normalerweise bin ich ja gar kein Freund der großformatigen, dadurch überteuerten Piper trade paperbacks, aber bei diesem Buch möchte ich eine Ausnahme machen und es Euch wärmstens empfehlen.
Aber warum sollt Ihr jetzt in den Rollenspiel-Laden (alternativ: inhabergeführte kleine Buchhandlung) Eures Herzens gehen und dort 16,99 für 443 großformatige Seiten ausgeben?

Weil:

- das deutsche Titelbild weder dem Titel (die Serie heißt GreatCOATS und nicht GreatCLOAKS und die Helden fechten mit Rapieren und nicht Anderthalbhändern) noch dem Inhalt gerecht wird, aber trotzdem echt schick ist und mir einfach gefällt.

- die deutsche Übersetzung erfreulich gelungen ist und Spaß macht zu lesen. Normalerweise ziehe ich aus Faulheit Bücher im englischen Original vor, hier gilt mein Respekt Andreas Decker für eine sorgfältige und vorbildliche Arbeit.

- man merkt, daß der Autor selber schon oft genug Waffen in der Hand gehabt hat und eine Ahnung von der Materie hat. Unsere Helden sind hart und fähig, aber es sind keine Übermenschen. Es sind teilweise herausragende Fechter, aber erwartet bitte keine Duelle wie bei Artemis Entreri und ähnlichen Charakteren, die Helden sind Profis, perfekt ausgebildete Pragmatiker und so kämpfen sie auch: keine Show, sondern Überleben. Und Flucht ist eine Option, auch für Helden.

- es deCastel gelingt, ein nicht nervendes Kind als Nebencharakter zu schreiben. Macht Euch keine Sorgen wenn Ihr lest, daß eine 12jährige mitspielt. Sie ist cool, nachvollziehbar und stört nicht.

- unsere Helden, allen voran Falcio selbst, manchmal Deppen sind, Fehler machen, stur und kleinlich sein können und dadurch so viel realistischer werden als jeder strahlende Paladin. Ich mochte sie alle von Anfang an (drei Hauptcharaktere, alle drei von Beginn an mühelos von einander unterscheidbar mit unterschiedlichen Stimmen und Ansichten) und wenn ich Falcio auch gerne ab und zu eine gescheuert hätte, ich habe ihre Geschichte sehr gerne verfolgt.

- es wenig Magie gibt in diesem setting, die dafür um so spektakulärer, einschüchternder und furcheinflößender wird. Wir haben keine Heldengruppe mit auf jedem Fall einem magisch begabten Charakter dabei, sondern drei fighting types, die zu Recht Angst vor Magie haben.

- dieses setting eine so schöne Kreuzung aus Dumas und Iron Kingdoms (- steampower) ist, daß man das Land sieht, die Geschichte versteht und noch besser verstehen will, für mich spielt alles irgendwo zwischen Südfrankreich und Norditalien im späten 18. Jahrhundert. Pistolen sind bekannt, aber selten, Plattenritter gibt es aber auch noch und vor einer Armbrust hat jeder Respekt.

- Falcio den Leser direkt anspricht, den Lesefluss dadurch unterbricht und Dinge erklärt. Es mag nicht jeder, ich finde es großartig, ebenso wie die Unzahl von bei jeder Gelegenheit beschworener Heiliger, die dem ganzen noch mehr Atmosphäre und Hintergrund verleihen.

Zusammengefasst:
Ja Ihr könntet bis nächstes Jahr warten und Euch dieses Buch in normalgroß für 10 Euro holen. Aber wenn Ihr es Euch jetzt holt, könnt Ihr im September schon den zweiten Band lesen und der wird groß. In der Kategorie "Ins Deutsche übersetze neue Serien des Jahres 2014" ist dieses Buch auf alle Fälle mein erster Platz zusammen mit Django Wexler's "Tausend Namen".
Bevor ich es lesen konnte, hat es sich ein Freund von mir ausgeliehen, der es sich inzwischen selbst gekauft hat und ich habe es bereits einmal vewrschenkt, bevor ich ganz durch war.
Viel Spaß Euch!


Nivea Men Nivea Deo Roll-on Cool Kick  50ml, 3er Pack (3 x 50 ml)
Nivea Men Nivea Deo Roll-on Cool Kick 50ml, 3er Pack (3 x 50 ml)
Preis: EUR 5,25

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen etwas aufdringlicher Versager, 10. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Normalerweise verwende ich den Deo Zerstäuber von Balea und bin absolut zufrieden damit. Aus purer Neugier und wegen toller Erfahrungen mit Nivea Nachtcreme habe ich diesen Roll-on ausprobiert und bin ziemlich enttäuscht:

Der "cool kick" stellt sich bei mir nicht ein, es ist mehr eine etwas schmierige Schicht, die ich unter meinen Armen verbreite. Leider zieht sie auch nicht ein, so daß sie sich mit dem Schweiß vermischt und für etwas größere Flecken sorgt las ich ohne Deo hätte.
Den Geruch des Deo Rollers finde ich eher angenehm, wenn auch zu süß und nicht erfrischend, ein Kollege hat ihn als "etwas aufdringlich" bezeichnet und gemeint, er wird im Lauf des Tages eher stärker, wenn ich ins Schwitzen gerate. Die selbe Feststellung habe ich auch in der Freizeit gemacht, d.h. der Geruch wird sowohl bei Baumwoll-Gemisch wie auch bei reiner Baumwolle intensiver.

Ich trenne mich von dem angebrochenen Exemplar der 3er Packung und werde versuchen, einen dankbaren Abnehmer für die anderen beiden Deo Roller zu finden und kehre zu meinem Zerstäuber zurück.


Die Gottespartitur: Roman
Die Gottespartitur: Roman
von Edgar Rai
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zu viel gewollt und daran gescheitert, 11. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Gottespartitur: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich habe lange keine solchen Schwierigkeiten gehabt, ein Buch zu bewerten wie hier. Das könnte daran liegen, daß ich "Die Gottespartitur" inzwischen vier mal aufgegeben habe, weil das Buch einfach langweilig ist, mir aber trotzdem sicher bin, daß ich sie weiterlesen werde. Irgendwann. Denn trotz aller Schwierigkeiten und Schwächen, es ist eines der bestgeschriebenen Bücher seit sehr langer Zeit.
Ich glaube, mein Hauptproblem ist, daß Edgar Rai einerseits eine (wirklich gelungene) Satire auf die deutsche Buchszene schreiben wollte, den Frankfurter Messetrubel mit allen Albernheiten und Eitelkeiten vorführen wollte, gleichzeitig aber einen litararisch anspruchsvollen, unhektishen, fast gemütlichen Dan Brown - Klon versucht hat. Diese Kombination alleine wäre schon zu viel gewesen, philosophische Überlegungen und die Suche nach Gott noch, sind dann endgültig zu viel. Erst recht für ein so dünnes, eigentlich für zwei Abende gedachtes Buch.
Ich hätte dieses Buch wahrscheinlich mit Spaß gelesen, wenn es sich für EIN großes Ziel entschieden hätte, und sicherlich mit Spaß gelesen, wenn der Hauptcharakter nicht ganz so deutlich von Rankins Inspector Rebus abgekupfert wäre. Hier hätte irgendeine Art von Originalität sehr gut getan.

Trotzdem hat Rai ein Buch geschrieben, das - wenn ich mich mal wieder aufgerafft habe weiterzulesen - so viel Spaß macht alleine durch die Sprache, daß ich es behalten werde. Mir ist egal, wie die Suche nach der Partitur ausgeht, oder was aus den Charakteren wird, beides interessiert mich nur sehr leicht, aber ich werde mir irgendwann, wenn ich keine Ablenkung und keine Flucht in andere Welten brauche, den Spaß gönnen, dieses Buch fertig zu lesen. Aber nicht zur Zeit.

Feiertag genutzt und das Buch mit abnehmeder Begeisterung zu Ende gelesen um nicht zu bügeln. Von der pointierten, boshaften Sprache des scharfen Beobachters bleibt wenig, manchmal nichts. Eine sehr metaphysische, für mich nicht ganz nachvollziehbare Auflösung.
Insgesamt wirkt es, als ob der Autor Angst vor der großen eigenen Idee bekommen hat und selbst unser Held hat nach einem kurzen Abenteuerchen genug davon, Robert Langdon zu spielen.
Insgesamt doch nicht so ausleihenswert, wie Anfang und Mitte versprochen haben.


Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir
Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir
von Abigail Gibbs
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Entweder habe ich zu viel erwartet oder bin einfach nicht die Zielgruppe, 27. Mai 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich gebe zu, manchmal muss es "chick lit" sein und wenn in einem solchen Moment dann ein hochgelobtes Erstlingswerk angeboten wird, das auch noch in London spielt, natürlich wurde ich schwach und habe es probiert.
Und wurde ziemlich enttäuscht.
Anstatt etwas in Richtung "Chicagoland Vampires" oder vielleicht sogar "The Hollows" zu bieten, dümpelt dieses Buch irgendwo auf "Twilight" Niveau und hat leider auch genau so viel Humor. Spannung kommt nie auf, zu klar und vorhersehbar ist die Geschichte, aber dabei nimmt sie sich leider auch noch arg ernst und versucht es nicht einmal mit Witz oder Ironie.

Daher würde ich männlichen Viellesern, die "Twilight" und ähnliches nicht mögen, auf jeden Fall davon abraten, die kleine Schwester einer Kollegin ist allerdings glücklich damit und nach zwei Tagen schon in der zweiten Hälfte.


Faceless: Der Tod hat kein Gesicht - Thriller
Faceless: Der Tod hat kein Gesicht - Thriller
von Terry Hayes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielversprechendes Debut - trotz deutlicher Schwächen, 4. Mai 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Über die Handlung des Buches muss ich nichts mehr sagen, sie wird hier ausreichend beschrieben, ist angenehm, vorhersehbar, beinahe schon klassisch seit den 80ern. "Faceless" (Warum muss man einem englischen Buch eigentlich einen neuen englischen Titel verpassen unnd diesem dann noch einen deutschen Untertitel?) reiht sich solide in die Reihe der schlechteren Romane von Colin Forbes, Robert Ludlum, Kyle MIlls etc ein. Es liefert was man erwartet, nichts Originelles oder Kreatives, aber die Handlung ist es auch nicht, was enttäuscht und gelegentlich langweilt.

Ich mag dicke Bücher. Ich mag dicke Bücher mit kaum Platz zwischen den Kapiteln und recht kleiner Schrift sehr. Aber relevanter und spannender Inhalt sind mir trotzdem immer wichtiger. Und genau da hapert es in diesem Fall. So vielversprechend der Anfang ist, einer der interessantesten Tatorte seit langem, so gekonnt die verschachtelten Rückblenden in die Karriere unseres Superhelden sind, so öde wird das Buch immer wieder, wenn die Vorgeschichte des Bösewichts noch weiter ausgewälzt wird.

Ich muss nicht die Lebensgeschichte jedes Kamels erfahren, daß er auf seinem Weg vom Akademikersohn zum irren Bioterroristen trifft. Hier kann man sehr großzügig blättern, denn relevante Dinge passieren echt nur um den Helden herum und in einem Thriller für Zwischendurch will ich den Konflikt Held - Bösewicht und gerne genügend Vorgeschichte des Helden, aber nicht fast mehr Vorgeschichte Bösewicht als Vorgeschichte Held. So gerne ich dicke Bücher mag, "Faceless" hätten 150 Seiten weniger sehr gut getan. Dann hätte ich auch wahrscheinlich konsequent gelesen und nicht immer wieder nur durchgeblättert.

Ein deutlich amüsanteres Problem ist die deutsche Übersetzung. Die gelegentlichen gruselig kitschigen Ausrutscher ("Er betrachtete die schönen Gesichter seiner Schwestern, die ruhig über das dunkle Meer des Schlafes segelten ..." p.130) in Beschreibungen laste ich dem Autor an. Die rein wörtliche Übersetzung einiger amerikanischer Idiome hätte bei einem Roman, der bei Random House erscheint aber nicht passieren dürfen. Selbst dict.leo.org kennt "to shake someone down" nicht nur als "jemanden herabschütteln".

Insgesamt Ist "Faceless" kein schlechtes Buch, es ist "nur" zu lang(atmig) und manchmal viel zu ausführlich. Ich werde ihn nicht ein zweites Mal lesen, bin aber auf die Fortsetzung gespannt und werde das Buch gerne einem geduldigen Menschen weitergeben.


Klammroth: Roman
Klammroth: Roman
von Isa Grimm
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lovecraft trifft "Dream House" trifft Splatter-Orgie trifft Gilmore Girls ..., 30. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Klammroth: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
"Klammroth" hat viele Probleme, aber auch eine ganz große Stärke, daher erst einmal zum positiven Teil dieser Kritik:

Isa Grimm kann schreiben. Stellenweise sogar richtig gut, so daß der Anfang wirklich Spaß macht, langsammer Stimmungsaufbau, drohendes Hochwasser in einem kleinen, von der Außenwelt fast vergessenen Kaff am Rhein, Schatten einer düsteren Vergangenheit, ein aktueller Todesfall (Mord?), alles passt zusammen. Eine schön atmosphärische Beschreibung, der Ort Klammroth könnte fast einer der kleinen unheimlichen Flecken an der Ostküste sein, die Lovecraft so berühmt und gefürchtet gemacht hat. Am Anfang verdient das Buch durchaus seine 4-5 Sterne. Verfall, Stille und eine (?) Katastrophe, von der sich ein ganzer Ort nie wirklich erholt hat. Hier habe ich mir wirklich überlegt, wem ich dieses Buch als erstes ausleihe.

Leider fängt es nach dem ersten Drittel an zu kippen, wird immer vorhersehbarer und brutaler und tauscht seinen ruhigen Charme gegen überflüssige Brutalität ein.
Wäre es ein Film, würde es mit einem spannenden und sehr ruhigen FSK 12 Anfang überzeugen, dann zu möchtegern dramatischer FSK 16 übergehen um in sinnloser und konfuser FSK 18 Gewalt und Entstellung zu enden. Und wenn Ihr "Dream House" (Daniel Craig als Lektor der Schriftsteller werden will) kennt, dann kennt Ihr auch die eine "Überraschung" dieses Buches, auf die man durch faire Hinweise aber sehr gut vorbereitet wird.
Mich ärgert die Brutalität in diesem Buch nicht nur prinzipiell, sondern weil sie so unnötig ist. Es gibt genügend Schriftsteller, die sich auf - für mich zu - brutale Bücher spezialisieren, sonst aber nichts können. Isa Grimm kann aber schreiben und beweist es ja auch am Anfang und stellenweise in der Mitte, warum also dieses Übermaß an detaillierten Verkrüppelungen, Entstellungen und Wunden? Vom Stil her prallen hier zwei Bücher aufeinander und gehen ruckelnd ineinander über. Schade, ich hätte gerne den Anfang weitergelesen.

Der Epilog (fünf Jahre nach dem Ende der Geschichte) ist wieder sehr gekonnt und versöhnt ein klein wenig, aber insgesamt war ich enttäuscht von "klammroth". Das Buch hat sehr viele gute Momente und ist in den nicht woanders geklauten Ideen auch originell und in sich stimmig, aber die Schwächen überwiegen deutlich:
- "Wenn sie nur gewusst hätte, daß ..." Ich hasse solche Sätze
- Ich kann den Bösewicht einfach nicht ernst nehmen und wenn sich sogar eine Zuhörerin seines Schlussmonologes in dem er alles erklärt über seinen Pathos ärgert, wie geht es dann wohl dem Leser?
- Die Hinweise auf die Überraschungen des Buches sind entweder zu offensichtlich oder so gut versteckt, daß ich sie nicht gefunden habe.
- Braucht man wirklich Protagonisten, gegen die der Krüppel aus "Hannibal" (Film, nicht die Serie) appetitlich anzuschauen ist?
...
Insgesamt war ich vond er zweiten Hälfte von "Klammroth" so enttäuscht, daß ich das Buch entsorge, das will ich niemandem ausleihen. Wegen der ersten Hälfte, bin ich aber auf das nächste Buch von Isa Grimm gespannt und werde es auf alle Fälle versuchen.


Der Sandmann: Kriminalroman. Joona Linna, Bd. 4
Der Sandmann: Kriminalroman. Joona Linna, Bd. 4
von Lars Kepler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Als Krimi unfair, als Roman schlecht, 7. April 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Einer der Gründe warum ich auf dieses Buch so wütend bin ist, daß ich die ersten drei Romane von Lars Kepler gerne gelesen habe und daher mit ziemlich hohen Erwartungen an den vierten, eigenständigen, Band heran gegangen bin. Somit war die Enttäuschung besonders hoch.

Über die Geschichte braucht man nichts mehr zu schreiben, sie ist teilweise gut, manchmal originell und absolut vorhersehbar was den Teil mit Saga in der Psychiatrie an geht. Natürlich geht schief was nur schief gehen kann, wenn die wunderschöne, zierliche, frisch verlassene, blonde Poilzisten undercover zu den Soziopathen geschickt wird. Aber das nehme ich dem Buch gar nicht übel, es ist ein Klischee, das hier bedient wird, ebenso wie die Tatsache, daß Joona mal wieder der gefährlichste Mann Schwedens zu sein scheint, denn die Tatsache, daß er ein gut ausgebildeter ehemaliger Fallschirmjäger ist, qualifiziert ihn immer noch zm Nahkampfausbilder der schwedischen Sondereinsatzkräfte.

Meine Probleme mit diesem Buch sind
- die Sprache. Ich spreche und lese weder Schwedisch noch eine andere skandinavische Sprache, daher helfen mir Ortsangaben wie "er fuhr am xxx entlang zur yyy und kam dann nach zzz" auf deutsch überhaupt nicht. Hier würde ich mir vom Übersetzer kleine Hilfen wünschen wie "er fuhr am xxx-See vorbei zur Halbinsel von yyy und erreichte die kleine Stadt zzz". Dann wüsste ich wenigstens wo ich bin. Auch skandinavische Zurufe während einer aufkommenden Schlägerei sagen mir nichts.
Die Übersetzung selbst ist großteils gelungen und fällt kaum auf, gelegentliche Ausrutscher wie "sie zog ihre Trainingskleider an" hemmen den Lesefluss aber doch. Bei die wirklich schlimm kitschigen deskriptiven Passagen kann ich nicht beurteilen, wer Schuld daran hat, die Autoren oder der Übersetzer. Sätze wie "Reidar blickt zum Himmel hinauf, und der hypnotische Schnee wirbelt aus der MItte der Schöpfung herab, eine Ewigkeit aus abwärts taumelndem Weiß." nehmen mir die Lust am Weiterlesen.

- überflüssige, wohl als erotisch gedachte, Details. Lars Kepler ist das Pseudonym eines (Ehe-?)Paares in den besten Jahren, nur leider liest sich "Der Sandsmann" wie die verzweifelten notgeilen Fantasien eines alten Mannes - oder eines 16jährigen. Wenn der unsympathische Psychiater mit seiner Frau "Shades of Grey"-inspirierte Sexspielchen treibt, muss ich das nicht lesen, erst recht nicht wenn es sich nur auf Körperteile und Stellungen bezieht. Wenn er sie vergewaltigt, will ich das nicht lesen. Und egal wie schön Saga ist, es muss nicht jeder über ihren Hintern fantasieren, sie in die Brustwarzen kneifen, sich überlegen auch sie zu vergewaltigen und so weiter. Das ist nicht spannend oder gar erotisch, das ist einfach nur nervtötend und ärgerlich.

- unlogische Momente: Ein gefürchteter Soziopath sitzt in EInzelhaft und wird sogar von Kameras überwacht. Wann und wie schreibt er bitte dann seine Briefe, die ihm Angestellte der Klinik abschicken. Und womit? Und als die Ermittler schließlich begreifen, was es mit den Briefen auf sich hat, wird nur zusammenfassend erklärt, daß sich zwei Leute "mit einem komplizierten Code den sie von ... gelernt hatten" in dem anscheinend harmlosen Text lange und komplexe Nachrichten schicken konnten. So etwas hätte ich gerne in nachvollziehbaren Details und nicht in einer Zusammenfassung, die die Autoren mir vorsetzen und die ich zu akzeptieren habe.

- die Auflösung, das Geheimnis hinter den Fähigkeiten des Bösen: Ist dieser Trick nicht schon seit Agatha Christies Zeiten verpönt?

- die Darstellung des Textes: Erst freut man sich auf ein angenehm dickes Buch, dann wundert man sich über die kurzen Kapitel mit viel Platz zwischen Kapitelnummer und Text und mindestens einer halben freien Seite wenn das Kapitel endet. Schließlich kommt man auf 184 Kapitel bei 573 Seiten. Blättert mal rein und schaut, wieviel leeren Platz Ihr hier kauft.

Insgesamt kann ich dieses Buch niemandem empfehlen, es hat mich zu sehr enttäuscht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2014 10:00 PM MEST


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