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Rezensionen verfasst von
Christoph Simoner "Simonizer" (Wien)
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Live at the Harlem Square Club
Live at the Harlem Square Club

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen how you doing out there?, 22. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Live at the Harlem Square Club (Audio CD)
sam cooke ist unabstreitbar eine absolute größe im black-soul geschäft gewesen. das kann man spätestens beim hören dieser einzigartigen live-scheibe bestätigen und unterschreiben.

bei den studioaufnahmen seiner popsongs war sam cooke nett und höflich, doch auf der bühne verwandelt er sich in einen rauhen rnb sänger voll männlicher sinnlichkeit.

live at the harlem square illustriert die drastische verwandlung deutlicher als alle anderen alben, seine wurzeln mögen im gospel liegen, doch hier wird definitiv eine linie gezogen zwischen geistlicher und weltlicher musik.

1963 war cooke bereits ein erfolgreicher schwarzer sänger. außerdem besaß er die plattenfirma sar (ein neuer plattenvertrag garantierte ihm totale künstlerische freiheit und hatte ein weiteres live album (live at the copa-auch toll) in den top thirty.

live at the harlem square club wurde beim auftritt in einem arbeiterclub im ghetto von miami mitgeschnitten und gilt schon lange als eines der besten live alben überhaupt. ironischerweise blieb es 22 jahre lang unveröffentlicht.

die location verspricht schweiss, das publikum überwiegend schwarz, liegt cooke zu füßen, vom ersten ton weg bis zum finalen akkord. es wird lauthals bei aufforderung mitgesungen, euphorisch applaudiert. selten das interpret und publikum derartigen spass haben.

die lebensfrohe ausstrahlung macht dieses posthume dokument einzigartig unter cookes werken. ein völlig ungezwungener sänger wird hier begleitet von den kräftig pulsierenden rhytmen der band mit dem saxophonvirtuosen king curtis, dessen spiel gänsehaut erzeugend wirkt.

der großartige gitarrist cliff white spielt subtil-genial, auch wenn er nicht dominant soliert oder sich ungemütlich hervorhebt haltet er das ganze rad im laufen mit seiner dienlichen gitarrenarbeit...

die aufregenden versionen der soul klassiker funkeln nur so daher, selbst im original schmalzige nummern erhalten einen groove der seinesgleichen sucht.

besonders hervorheben muss ich die nummer "twistin the night away", man wird sie nirgends besser zu hören kriegen, sowie die überhammernummer
"bring it on home to me".

bei letzerer nummer beginnt cooke mit einer kleinen love-story, bevor er und die band in extase explodieren und ein feuerwerk von 7 minuten zünden. nachher muss man atemlos berührt seine gedanken ordnen.
ohne skrupel ist dies in meinen augen die beste soul-nummer ever.

der sound wirkt etwas aufpoliert, das einzigartige flair dieses auftritts wird wunderbar eingefangen, die kleinen soundmängel wirken niemals störend, man konzentriert sich ohnehin eher auf den hypnotischen gesang von cooke.

Fazit: eine unfassbare scheibe, der entertainer cooke triumphiert auf der ganzen linie, er strotz vor selbstvertrauen und liefert eine überwaltigend leidenschaftliche show ab die seinesgleichen bis heute sucht. selbst ein james brown kann hier nicht das wasser reichen. ein klassiker den man ganz einfach haben muss.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 21, 2014 1:13 PM MEST


The Complete Recordings
The Complete Recordings
Preis: EUR 8,97

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen besessen...., 22. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Complete Recordings (Audio CD)
robert johnson, ein junger, schwarzer baumwollpflücker aus dem hinterwäldlerischen mississippi würde alles dafür geben der beste bluesgitarrist aller zeiten zu werden.
jemand gibt ihm den tipp um mitternacht an einer bestimmten kreuzung nahe der dockery-plantage aufzukreuzen und dort trifft er den teufel,der sich die gitarre des jungen mannes schnappt,sie stimmt und ihm zurückgibt.

der deal: innerhalb eines jahres wird robert johnson zum könig des delta-blues aufsteigen und songs voller verstörender magie schreiben, dafür verpfändet er dem gehörnten seine seele.der teufel hält tatsächlich sein wort.
johnson wird zu legende, seine kompositionen zu klassikern. zeit seines lebens hat johnson mit dämonen zu kämpfen die in seiner geschwärzten seele wüten.

einen teil seiner qualen verarbeitet er in seinen songs, den rest in zerstörerischen liebesaffären. sein letzter seitensprung mit der frau eines barbesitzers aus greenwood/mississippi endet tödlich für den jungen mann. der schankmeister vergiftet johnson und nach tagelangen ringen auf dem krankenbett muss dieser seine seele an den breitgrinsenden gitarrenstimmer von der kreuzung nahe der dockery plantage abtreten.

so weit zu den zahlreichen mythen und legenden die diesen ausnahme-gitarristen umnebeln. fakt ist aber das über johnsons leben eher wenig bekannt ist, es von diesem mann grade mal zwei fotos gibt.
eher der wahrheit entspricht wohl das johnson ein großer fan von lonnie johnson war, die slides von son house liebte. er geht für ein jahr lang bei ike zinnemann in die lehre, ein lokaler musiker von dem es keinerlei fotos oder aufnahmen gibt und tourt quer durchs land, absolviert auftritte in kleinen jazz-bars und kneipen und bekommt bald einen guten ruf und den beinamen "hellboy".

johnson entwickelt einen originellen stil der sich vor allem durch die perkussiven boogie-basslinien auf den untersten saiten und die verwendung von umkehrungen und wiederholungen von den spielweisen seiner zeitgenossen absetzte. slides schiebt er lässig mit offenen stimmungen und einem abgebrochenen flaschenhals auf dem kleinen finger. hammer-ons bereichern seine anschlagtechnik. seine virtuose art zu spielen lässt oft annehmen das hier zwei gitarristen am werk sind, so füllend und bahnbrechend bearbeitete er sein instrument, übrigens eine kalamazoo. man sagt auch er spiele auch eine gibson L-1, was ich aber nicht glaube weil die aufnahmen nicht der qualität einer L-1 eintsprechen.

seine einzigen aufnahmen stammten aus grade mal zwei sessions! die er 1936 und 1937 in dallas und texas unter primitiven bedingungen absolvierte. die legende besagt johnson spielte für aufnahmen immer auf einem stuhl sitzend, in einer ecke mit dem gesicht zur wand. das würde den sehr mittigen sound jedenfalls erklären und klingt für mich plausibel.

diese compi bietet den einzigen kompletten überblick über das schaffen des teufelblusers und ist somit geschichte und unabkömmlich.

wie auch immer der mitzwanziger zum teufel gestanden haben mag, lieder vom schlage eines "terraplane blues", "heel hound on my trail", "me and the devil blues", " crossroad blues", oder "traveling riverside blues" drücken eine getriebenheit und einen schmerz aus wie man ihn nur selten in töne gefasst zu hören bekommt.

diese einzigartige veröffentlichung bietet dazu auch noch die beiden einzigen fotos dieses mannes.

die tonqualität ist natürlich nicht audiophil, die aufnahmen sind immerhin fast 75 jahre alt und man muss bedenken das johnson auf einer ziemlich billigen kalamzoo-gitarre spielt weil das geld nicht reichte. aber welch mystischen, zauberhaften sound er hier erzeugt ist unglaublich. er ist ehrlich und authentisch und das ist großartig!!

fazit: tolle sache um wenig geld. die box beleuchtet das kurze schaffen dieses ausnahmekönners. ein must have. weder über den gitarristen noch über seinen einfluss kann man streiten-legendär!!!
Kommentar Kommentare (34) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2010 4:52 PM MEST


MTV Unplugged
MTV Unplugged
Preis: EUR 7,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen elegische traurigkeit....., 20. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: MTV Unplugged (Audio CD)
es ist wie so oft schon gesagt eine ehre bei mtv unplugged mitwirken zu dürfen. nicht jeder gruppe/künstler wird diese ehre zuteil und im jahre 1994 gab es eine gruppe,besser gesagt einen künstler der den stil seiner band ändern wollte: kurt cobain....

als die erweiterte nirvana familie von cobain bestehend aus kris novoselic, dave grohl, pat smear, der cellistin lori goldston und einigen mitgliedern der meat puppets die new yorker mtv studios betraten um ein album aufzunehmen dachte niemand das eine grunge band überhaupt dazu in der lage war.
es sollte nämlich ein akustikalbum werden, es konnte ja niemand wissen wie emotional das ergbniss sein würde...
überhaupt: eine gnadenlos übersteuernde band macht plötzlich auf ruhig und gesittet? das gelächter war zu beginn groß.....

nur kurt setzte ein zeichen, zeigte auf wozu diese band fähig war, wie großartig die musiker aufspielen konnten.

beginnen wir mit der nummer "come as you are", ein benchmark der band. die adaption auf die akustische welle tut dieser nummer unheimlich gut. packend, rufend, fragend zwirbelt sich cobain durch diesen großartigen text..
"jesus doesnt want me for a sunbeam" stellt eine der emotionalsten nummern der setlist dar, novoselic wechselt hier vom bass zur ziehharmonika, die ganze band versprüht hier 4 minuten lang zuversicht, legt sich niemals mit cobain an, warum auch? legt er hier doch eine weltklasse ballade aufs parkett die ebso traurig wie wunderschön ist....

"the man who sold the world" ,bekannterweise eine bowie- nummer versprüht viel charm und kraft, cobains halbakustische epiphone gitarre kommt hier deutlich zur geltung. das cover meiner meinung nach besser als das original.

ein großer moment folgt als sich cobain entscheidet "pennyroyal tea" ohne band zu singen. nur er und seine gitarre. spätestens hier wird einem bewusst welch großer verlust ein kurt cobain in wirklichkeit war. diese elegische, runterziehende art zu singen, diese einfachen aber tollen akkorde, dieses gefühl das es ihn gleich zerreist. dieser beusste schmerz in seiner stimme. ohne wort!!

die ruhigen stücke ala "dumb", "polly" oder auch "something in the way" schleißen nahtlos an und ergeben insgesamt ein großartiges gesamtkunstwerk.

ein blues standard, im stile von lead belly, der das prozedere abschloß bewährte sich als angeregter exorzismus und zeigt wiederholt die klasse eines cobain auf.
er war jemand der das musikerbe amerikas mit seiner rauhen stimme in die heutige zeit transportieren konnte.

fazit: eine hochemotionale scheibe die ich zumeist höre wenn ich tieftraurig bin. wenn cobain seufzt, scheint es als würde die ganze welt auf ihn einstürzen. kurze zeit darauf war er tod. das ist es was unplugged zu einem album macht das dem hörer hin und wieder gefährlich nah kommen kann...
ein must-have!
Kommentar Kommentare (18) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2010 3:36 PM MEST


Beggars Banquet
Beggars Banquet
Preis: EUR 10,32

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die wiederauferstehung..., 20. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
die 60er waren wohl besonders in england eine absolut magische zeit für junge musiker ihre phantasien in einen rocker-lebensstil zu verwandeln.
auf the who traf das zu, auf die kinks, auf die beatles und vor allem auf die rolling stones.
perfektionismus wurde durch eifer abgelöst, fähigkeit durch willen, besonders auf die stones trifft das zu.

ein highlight ihres schaffens markiert "beggars banquet" aus dem jahre 1968.
für die stones waren die beiden vorherigen jahre gnadenlos gewesen. mick jagger und keith richards wurden im haus von keith verhaftet und vor gericht gestellt. der übermässige drogenmissbrauch eines brian jones, den ursprünglich so hochbegabten, hoffnungsvollen musiker hatte ihn zu einem schatten seiner selbst verwandelt.
und sie verrannten sich mit der ziellosen, belanglosen "their satanic majestys request" aus dem jahre 1967, die band stand hier zweifelsohne an der kippe zum absturz.

aus diesem chaos entstand "beggars banquet". psychodelische studiotricks waren out, die stones kehrten zu ihren wurzeln im country und blues zurück, das stand ihnen verdammt gut, mit viel akustischer gitarre schuffen sie einen klassiker, mit vorgriffen auf dunklere seiten späterer songs.

da hätten wir das epische "sympathy for the devil". ein zeitloser klassiker der ein benchmark für die stones werden sollte. hier wird ein berüchtigter text zu gnadenlos treibenden sambarhythmen dargebracht. richards zeigt bemerkenswertes gitarrenspiel, jones glänzt durch abwesenheit, erinnert aber auf "no expectations" mit seiner slidegitarre wieder an alte zeiten.

oder das großartig rotzige "parachute woman", viel cooler als jagger kann man das kaum singen...
der einladende, rhytmische titel "street fighting man "ist ebenso ein highlight wie die emotionale, baladeske nummer "salt of the earth" die ich bis heute als eine der besten stones nummern betrachte...nahegehende und in den richtigen momenten einfach wunderschön...

soundmässig finde ich diese cd speziell, ganz in ordung, die grundstimmung kommt herrlich rüber, darum gehts auch (4 von 5 sternen hierfür)

Fazit: der düstere countryblues dieser scheibe wurde zum inbegriff des sounds, den die rolling stones auf den folgenden drei alben mit perfektion zelebrierten, die nächsten vier jahre, bis zu "exile on main street" im jahre 1972 sind für mich immer noch ihr goldenes zeitalter. eine scheibe die fast pflicht ist, spass macht. teils kraäftig, teils nachdenklich rührend....
Kommentar Kommentare (28) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2010 3:48 PM MEST


White Light/White Heat
White Light/White Heat
Preis: EUR 10,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen für die durchgeknallten...., 17. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: White Light/White Heat (Audio CD)
gibt es eine musiklaische alternative: velvet underground.

gegen ende des jahres verlor der "wohltäter" andy warholdas interesse an seinen liebkindern velvet underground, so dass lou reed den bostoner geschäftsmann steve sesnick kontaktierte.

der neue manager drängte auf eine gefälligere linie doch lou reed sowie bassist/organist john cale waren strikt dagegen, wollte man seine ideale ja nicht aufgrund von verkaufszahlen verraten.

ihre zweite scheibe bringt mitunter wieder extreme themen. der verzerrte und großartige titelsong "white light" kommt mit einem monotonen rhytmus und einer werbehymmne für amphetamnie daher.
"the gift" erzählt die tragisch-komische geschichte von waldo jeffers, der sich solche sorgen um die treue seiner college freundin macht, dass er sich selbst als geschenk im postpaket verschickt (ist ja billiger)...;-)
cales sstimme im lieblichen walisischen tonfall wird von rhytmn and blues sowie elektrischen gitarrenschnörkeln untermalt.

"lady godivas operation" versieht die mittelalterliche legende mit einer schrägen medizinischen note, zur kunstvollen untermalung tauchen stimmen aus dem düsteren psycho-mix auf.

die absoluten frontalangriffe ala"i heard her call my name" sind benchmarks der band. hier hämmern cale, sterling morrison und mo tucker die gnadenlos rasante rythmusbasis, während einzelkämpfer reed völlih abgehobende, fetzende free-jazz läufe loslässt.
"sister ray" ist der big point (oder big bang) des noise rock: 17 minuten drohen und gewehre, angeschwemmt auf einer flutwelle brutaler feedbacks, dissonanter akkorde und ursprüngichen garagen-gehämmer.

der sound ist velvet typisch ganz eigen, sicherlich nicht audiophil aber das gehört einfach zu dieser band.

fazit: wer die erste scheibe mochte wird auch hier begeistert sein, ich liebe es und wer gandenlos übersteuertes ausklinken mag und sucht wird auf dieser platte wie auf keiner andern fündig... top-kopf-musik.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2012 12:41 AM CET


Younger Than Yesterday
Younger Than Yesterday
Preis: EUR 8,89

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 12-saiter künstler, 17. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Younger Than Yesterday (Audio CD)
hiebei handelt es sich um das vierte album der byrds aus dem jahre 1967.

die byrds bauen hier auf der vielfalt von "fith dimension aus dem jahre 1966 auf.
die grupee zeichnet sich durch eingängige und großartigen chorusgesang sowie die traumhaften 12-saiter gitarrenparts aus. ihr sound wurde von sehr vielen richtungen definiert und änderte sich in ihrer laufbahn signifikant.

der erste song "so you want to be a rockn roll star" verspottet gekonnt tennypopbands wie die monkeys,welche riesigen erfolg hatten ohne selbst auf ihren platten zu spielen. (obwohl auch bei den byrds lediglich mcguinn beim hit "mr. tambourine man" mitgespielt hat ;-)
auf dem track gibt es einen denkwürdigen trompetenpart mit hugh masekela- der erste bläser bei den byrds.

bei "cta-102" experimentieren sie mit futuristischen soundeffekten (für 1967 halt).
erste ernsthafte versuche innerhalb des country kamen mit hillmans "time between" (mit dem späteren byrd clarence white) und "the girl with no name" zum vorschein.

david crosby schrieb das funkelnde "renaissance fair", ebenso wie das absolut zeitlose "everybodys been burned". dieses lied gehört für mich zum besten was die byrds je gemacht haben: crosbys kristallklare, gefühlsbetonte stimme, ergänzt durch hillmans fließenden bass und ein genial subtiles gitarrensoli von mcguinn.(ein echter könner)

crosbys psychodelisches schwadronieren in "mind garden" ist ehrlich gesagt weniger erfolgreich, eher geschmackssache.
doch beim dylancover gehen die jungs auf nummer sicher, das schmerzliche "my back pages" gab die anregung für den platten titel und bringt ein erstklassiges, wunderschönes soli von mcguinn mit sich.

fazit: aus heutiger sicht sicherlich eine der besten byrds scheiben, gut gealtert, ehrgeizige vielfalt, wunderbare performance und zeitlose songs. für einsteiger ein toller beginn, zumal das remaster auch noch ganz ordentlich gemacht ist... klare 5 sterne für einen klassiker!!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2012 1:45 PM CET


The Velvet Underground and Nico
The Velvet Underground and Nico
Preis: EUR 9,77

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vielgehasst, kaum verstanden aber bahnbrechend!!, 9. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Velvet Underground and Nico (Audio CD)
waren velvet underground! die gruppe unter lou reed wurde mehr oder weniger von andy warhol endeckt und gesponsort. zumindest hat warhol dieses album zusammen mit tom wilson produziert.

velvet underground waren der dunkle gegenpol zur optimistischen blumenkinder-bewegung. ihre einzige ernsthafte konkurrenz kann man wohl in den mystischen songtexten und soundwelten der doors sehen....

vorweg. der sound ist unheimlich kratzig, einfach lo-fi wie ich das jetzt ausdrücken würde..
kein wunder: die ganze platte wurde in einer einzigen session! für ungefähr 2000 dollar eingespielt. das passt ungemein zum image dieser völligen wüssten und soundmässig abgefahrenen band, hier ging nichts nach regeln, wenn wurden diese einfach gebrochen um nicht den biederen proleten zu entsprechen...

die intensiven texte eines lou reed führen in eine schmerzhafte, beunruhigende, abgedrehte trip-halbwelt: mit "venus in furs" gelingt ein sinnliches loblied auf den sadomasochismus, cales verrückt rückkoppelnde viola streichelt und schnappt wie ein extrem bissiger köter zu...
"heroin" die entwaffnende darstellung der droge, wohltuende klangwelten wechseln sich mit absolutem chaossound ab. völlig abgedreht....

doch die velvets machen auch verführerisch bezaubernde musik wie "sunday morning".. ein fliessender, warmer morgenregen kommt diesem erlebniss am nähesten...
"all tomorrows parties" war warhols lieblingssong, eine momentaufnahme der schönen und der verlorenen in warhols factory in new york.

die eindeutige und freizügige sprache über sex und drogen führte zum verbot der platte bei den new yorker radiosendern, der rest der usa nahm sie gar nicht wahr. die kritiker hassten sie, viele hielten die scheibe für systematischen sraksmus von andy warhol.
der vielgerühmte rolling stone ließ sich zu keiner besprechung herab. möglicherweise war diese musik zu abgedreht und zu fremd für die kritiker, will sagen es hat kaum jemand verstanden. und selbst heute bezweifle ich das viele menschen diese genialität aufnehmen können.

der spätere new wave erbte den kantig, knackigen minimalismus der velvets (joy divison, talking heads).
lou reeds spöttischer gesang inspirierte unzählige punksänger späterer epochen.

fazit: ganz schwierige musik die wohl 90% der leute grausam finden werden. hinter dieser fassade steckt jedoch eine filigrane zerbrechlichkeit, ein hoch intelligenter undabsolu großartiger output der späten 60er jahre....
ein kauf ermöglicht ein (richtige stimmung vorausgesetzt) ein abtauchen in mystische exzess-welten ohne sühne....
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 13, 2010 11:54 AM MEST


Disraeli Gears
Disraeli Gears
Preis: EUR 10,98

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen wohlfeile psychodelic....., 9. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Disraeli Gears (Audio CD)
cream, vielerorts hochgeadelt als sogenannte supergroup genießt zurecht hohes ansehen, auch knapp 43 jahre nach erscheinen des markanten "disraeli gears".

über sämtliche musiker seis nun jack bruce, ginger baker oder eben eric clapton kann man geteilter ansicht sein. ihre musikalischen fähigkeiten kann man sicherlich nicht in frage stellen. einzig die hochlobung ist etwas pervers, zumal es sicherlich bessere gitarristen, bassisten und zeugler gab, vom gesang möchte ich jetzt gar nicht erst sprechen....

dennoch ergab die mischung dieser drei musiker ein hervorragendes bild ab, ich meine sogar ernsthaft nacher war clapton nie besser und einen clapton konzert in der wiener stadthalle kann man sich heutzutage getrost ersparen, weil einfach nichts wirklich neues seinem hirn entsprungen ist, einfach verblasst....

nach dem debütalbum "fresh cream" von 1966 kam ein jahr später diese scheibe auf den markt. im prinzip ein update der neuesten psychodelischen tricks des jahres 1967 (verfeinertes gitarren wah-wah und diverse verzerrungstechnicken). und die jungs wussten diese auch auszunutzen.
sicherlich ist dieses album der künstlerische höhepunkt der drei herren. mit diesem album öffnete cream die türen zu verschiedenen musikalischen generes der zukunft wie jazz-fusion und progressiven rock.

die grellbunte collage auf der plattenhülle passte perfet zur avantgardistischen musik der jungs, angefangen mit dem bemerkenswert sparsamen "strange brew" bei dem sich bruces morbide stimme von claptons abruptem und großartigem gitarrenspiel abhebt.
auch heute noch ist dies ein klassiker an einfachheit und genialität...

es wird noch besser mit "sunshine of your love". dieser song ist wohl der bekannteste der band und versprüht zeitgeist und lebensgefühl des jahres 1967 so perfekt wie keine andere nummer. die epischen riffs dieser nummer sind herrlich eingängig und wohl fast jedem menschen mit ohren bekannt.
einer von claptons gegenspielern dieser zeit, jimi hendrix coverte diese diese nummer zu einem endlos langem gitarrenfeuerwerk.....
das glühende gedicht "tales of brave ulysses" ist getränkt in claptons fetige, bluesige gitarre.
"mothers lament" verbeugt sich eindeutig vor den einflüssen der drei musiker..

berühmt wurde cream aber hauptsächlich auf der bühne (ähnlich wie greatful dead), und das zurecht. auf der bühne spielten sie wie von robert johnson und charlie parker bessesen.

der sound kann als absolut gut eingeordnet werden, obwohl es natürlich entsprechend des aufnahmejahres abstriche geben muss.

Fazit: "disraeli gears" ist die beste platte der band, trotz der unübersehbaren qualitäten der anderen platten. eine lebendige momentaufnahme einer einzigartigen epoche, und dennoch gibts hier von mir nur 4 sterne. es fehlt einfach die letzte konsequenz, das mag vielleicht an der doch etwas fehlenden qualität der musiker liegen....
diese ist neben einem best of fast pflicht für jede sammlung-.;-)
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 5, 2010 12:59 PM CET


Freak Out!
Freak Out!
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 25,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nervös, gruselig, abgedreht!!!, 9. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Freak Out! (Audio CD)
frank zappa gehört wohl zu einer ganz kleinen gruppe von verrückten musik-genies die wohl nach ihrem tod alle auf einer großen wolke schweben...
seine einzigartige art gitarre zu spielen, seine komplexen arangements sowie sein höchst kritischer und intelligenter humor sind oft kopiert aber nie erreicht...

frank zappas erste band hieß einfach "the mothers", bis die plattenfirma nervös feststellte was für katastrophale folgen dieses großartige debüt haben könnte. ( wir befinden uns im engstirnigen, prüden amerika von 1966).
kurz vor der veröffentlichung von "freak out", dem zweiten doppelalbum der rockgeschichte (nur dylan kam ihm mit "blonde on blonde" zuvor) gerieten die manager bei mgm in panik, dass der kontroverse name der band die djs und radiostationen abschrecken könnte...

zappa kommentierte dies in seiner biografie trocken mit:" als ob unser name das größste problem sein würde";-)

frank zappa, seine band und der produzent tom wilson kamen mitten aus der aufblühenden freak-kultur an der westküste. ihr debütalbum sollte für aufsehen sorgen.
außerdem ging es bei dieser platte um inhalte, "jeder song hatte eine funktion eines satirischen gesamtkonzepts" so zappa.

nummern wie "who are the brain police?" faßen das konzept treffend zusammen: gruseliges, antiautoritäres stöhnen, das ein schmelzen von objekten und gedanken gleichermaßen beschreibt. neben schrägen nummern finden sich parodien auf bubble-pop wie die persiflage "go cry on somebody elses shoulder" und sorgfältig arrangierten liebesliedern "how could i be such a fool?".

psychodelische gitarren und dreckige blues-riffs ziehen das album weiterführend hinunter in eine wirre welt, "help, im a rock" ist pures freak-destillat und geht ganz aufs abstrakte.
"the return of the son of monster magnet" ist der lange experimentelle ausklang und verspricht klangwelten in anderen dimensionen.

der sound des remasters ist zwar nicht weltklasse, für das jahr 1966 aber doch ordentlich aufpoliert und absolut hörbar..hier keine bedenken.

Fazit: freak out signalisierte das auftauchen dieses wahnsinnig aufregenden und provokanten komponisten, dessen schaffen darin bestand immer neue grenzen zu überschreiten.. ein paar jahre später sollte er einen festen namen in der szene haben, bis zu seinem tod veröffentlichte er unzählige alben mit weltklasse-format. tolles album, toller künstler, kein must-have aber eine wertvolle ergänzung in der smmlung eines jeden geneigten!!!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2010 1:27 PM MEST


Bringing It All Back Home
Bringing It All Back Home
Preis: EUR 7,49

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen dylans folk-rock meisterwerk...., 9. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Bringing It All Back Home (Audio CD)
im jahre 1965 schlug diese scheibe wie ein komet in die pop-welt ein, da konnten selbst die pilzköpfe aus liverpool nicht mithalten....

während die briten "help!" riefen spielte dylan eine serenade an "mr. tambourine man" welches auch von den "byrds" erfolgreich gecovert wurde...
erst ein motorradunfall mit zwangspause ließ den rest der welt etwas zeit um musikalisch aufzuholen.

eine plattenhülle voller symbole, fruchtbares forschungsfeld für alle späteren "dylanologen" und "dylan-führerschein-besitzer"- und eben musik als zerebrale reise in ein verborgenes unterbewusstsein...

die elektrisch gespielten nummern gehen wie ein aufbrausender orkan durch die folkmusik: "outlaw blues" und "on the road again" ist wilder, derber 12-takt blues vom allerfeinsten.
"subterranean homesick blues" sind frei schwebende assoziationen ohne wirklich viel sinn, basierend auf chuck berrys "too much monkey business".
"she belongs to me" und "love minus zero/no limits" sind gefühlvolle und äußerst sanfte liebslieder mit tiefgang.

die puristen werden mit nummern wie "mr tambourine man" oder "gates of eden" mehr als fürstlich bedient.

die welt war sichtlich erregt über die explosion an kreativität. ein mann der sein talent endeckt hatte und feudigen gebrauch davon machte...

der sound des remasters ist eine wohltat für die ohren und rechtfertigt den ohnehin kleinen preis allemal.

Fazit: eine großes, wichtiges album von dylan. die mischung aus elektrischer, brodelnder musik sowie gefühlvoller akustik zieht sich einmalig durchs album... ein klarer 5-sterner!!!
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2010 4:07 PM MEST


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