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Rezensionen verfasst von
Emilia Galotti (München)

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Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama)
Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama)
von Patrick Süskind
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Kurzweiliges Lesevergnügen heiter und melancholisch zugleich, 2. März 2011
Die Geschichte von Herrn Sommer beschreibt den besagten Herrn Sommer nur als Randfigur. Der eigentliche Protagonist ist ein heranwachsender Junge, dessen Name unbekannt ist.

Genauso wie in den Zeichnungen von Sempé, die den Text noch liebevoller erscheinen lassen, taucht Herr Sommer in jeder Situation, die der Protagonist durchlebt, als Randerscheindung auf und zwar immer als vorüberziehender Passant.
Das ist alles, was Herrn Sommer charakterisiert: Er wandert bei jedem Wetter in der freien Natur.
Die Entwicklung des Protagonisten ist die eines normalen Jungen: erstes Fahrrad, erste Liebe, leidvoller Klavierunterricht bei einer haarsträubenden Klavierlehrerin... etc.
Was aber die Novelle so subersiv-melancholisch macht, ist das Schicksal des Herrn Sommer. Er läuft dem Leben davon, er scheut sich vor den Menschen, er möchte einfach nur den Frieden haben, den er letztendlich auch findet.
Auch wenn der Leser nicht genau weiß, was eigentlich mit Herrn Sommer los ist, was passiert ist, dass er es nicht mehr in einem geschlossenen Raum unter Menschen aushält, ist das Ende dennoch nicht überraschend. Eine Geschichte voll von Leerstellen und fragwürdigen Ereignissen, die notgedrungen Rückschlüsse auf die eigene Biographie des Autors geben, jedoch auch ohne Autorbezug Spielraum für eigene Interpretationen öffnen.

Eine sehr gelungene, sprachlich sehr ansprechende Erzählweise. Ein Süskind eben.
Die Bilder unterstreichen zudem den heiteren Charakter, der trotz des traurigen Ausgangs und der Niederlagen, die der Protagonist durchlebt, einen munteren Eindruck hinterlässt.


Immer dieser Michel
Immer dieser Michel
von Astrid Lindgren
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Einer der besten Kinderbuch-Klassiker, 24. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Immer dieser Michel (Gebundene Ausgabe)
Die Michel-Geschichten sollten von jedem Kind gelesen werden. Ich glaube, dass es wenige Bücher gibt, die den Spaß an der Lektüre bzw. die Freude am Lesen mehr fördern können, als die Geschichten von Astrid Lindgren.

Michels Streiche sind nicht nur sehr unterhaltend (auch für Erwachsene!) und schön zu lesen, sie beschreiben eine Kinderwelt, die man in unserer hektischen und urbanen Gesellschaft kaum mehr findet. Sie bieten Gelegenheit in eine romantisch-idealisierte heile Welt einzutauchen.

Michel wächst im schwedischen Småland zwischen Wald, Wiesen und Tieren auf. Die Geschichte spielt wahrscheinlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einige am Rande erwähnten historischen Ereignisse und die Tatsache, dass sämtliche Fortbewegungsmittel nicht-mechanisch ablaufen, geben Rückschlüsse auf diesen Zeitraum.

Obwohl Vater Svenson Michels Streiche mißbilligt und Michel zur Strafe desöfteren in den Tischlerschuppen sperrt, wächst Michel wohlbehütet in einer liebevollen Familie auf und kann seine Kindheit voll und ganz genießen. Er erfreut sich an der Natur und am Leben. Alfred, der Knecht, ist sein bester Freund und engster Vertrauter und auch wenn sein Vater manchmal Zweifel an seinem Sohn hegt, ob aus so einem Lausjungen wirklich jemals etwas werden würde, liebt er seinen Michel (und natürlich auch seine Schwester Ida). Seine Mutter jedoch steht immer uneingeschränkt hinter ihm und schreibt abends seine Streiche auf.

Aber Michel hat nicht nur Streiche im Kopf: der äußerst gutmütige Junge hilft den Armen, indem er beispielsweise auf Katthult ein Festessen veranstaltet und nur durch seine Hilfe wird eine schlimme Katastrophe verhindert...

Die Schilderung der vielen Streiche von Michel und des Lebens, wie man es damals in Lönneberga führte, ist Astrid Lindgren ausgezeichnet gelungen. Ein wunderbares (Kinder-)Buch, das sich mich keinem anderen vergleichen lässt!


Bildung: Alles, was man wissen muss. Illustrierte Ausgabe
Bildung: Alles, was man wissen muss. Illustrierte Ausgabe
von Dietrich Schwanitz
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unvollständig, dafür aber schön und unterhaltend illustriert, 2. November 2010
Auch wenn der Titel suggeriert, dass man, nachdem man dieses Buch gelesen hat, alles weiß, was man so fürs Leben braucht, ist jedem Leser klar, dass man innerhalb dieser knapp 550 Seiten nicht alle Wissensgebiete der menschlichen Existenz abdecken kann.
Das Buch gibt einen lockeren, aufmunternden Überblick über die klassischen (geisteswissenschaftlichen) Wissensbereiche der Theologie, Mythologie, Geschichte, Musik, Literatur und Kunst. Vernachlässigt werden aber andere wichtige Bereiche wie z.B. Medizin, Film, Ethnologie, Psychologie, Medien, Argrarwissenschaften, Biologie und alle anderen Naturwissenschaften.
Das Buch ist wirklich ein Novum, denn bisher gab es wohl kaum ein Lexikon, das sich wie ein Roman lesen lässt und Wissen bzw. Bildung auf so leichte Weise übermitteln kann. Allerdings muss erwähnt werden, dass der Titel dem Inhalt nicht gerecht wird, denn dafür fehlen, wie oben schon erwähnt, zu viele andere Bereiche des menschlichen Wissens.

Das Buch kann ich jedem nur empfehlen, der auf leichte und entspannte Weise seine (humanistische) Allgemeinbildung aufbessern will. Ein ausführlicher Überblick zu den einzelnen Bereichen kann natürlich nicht gegeben werden, daher finde ich den Untertitel: "ALLES, was man wissen muss" auch so unangebracht.

Eine sehr positive Begleiterscheinung sind aber die vielen farbigen Bilder, die die Lektüre neben dem unterhaltsamen Textfluss sehr unterhaltend und kurzweilig erscheinen lässt.


Elfriede Jelinek: Ein Porträt
Elfriede Jelinek: Ein Porträt
von Verena Mayer
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Interessant dargestellte Biographie, 14. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Elfriede Jelinek: Ein Porträt (Taschenbuch)
"Elfriede Jelinek - Ein Porträt" ist eine interessante, gut lesbare Biographie, die sich der Autorin annähert, ohne das ambivalente Bild, das Jelinek ansonsten in der Öffentlichkeit abgibt, aufzulösen. Jelineks familiäre Hintergründe, wie z.B. ihr bizarres Verhältnis zu ihrer Mutter, die Einweisung des Vaters in eine psychiatrische Anstalt oder die "etwas ungewöhnliche" Beziehung zu ihrem Ehemann werden in Zusammenarbeit mit der Autorin aufgeführt und beschrieben. Nicht die Deutung des Werks, sondern sie selbst steht dabei im Vordergrund - auch wenn der Zugang zu Jelineks Texte nach der Lektüre dieser Biographie um einiges leichter scheint.
Begleitet ist die Biographie mit vielen, teilweise vorher noch unveröffentlichten Aufnahmen und Dokumenten der Familie Jelinek.


Schlafes Bruder: Roman
Schlafes Bruder: Roman
von Robert Schneider
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Buch!, 5. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder: Roman (Taschenbuch)
Ich habe "Schlafes Bruder" in einem Zug durchgelesen - konnte es nicht mehr weglegen, ehe ich die letzte Seite hinter mich gebracht habe und bereue es zutiefst, erst jetzt so eine meisterhafte Erzählung in die Hand genommen zu haben.

Die Handlung scheint bekannt: wieder einmal handelt es sich um ein von der Gesellschaft verkanntes Genie, ein in widrigsten Lebensumständen hineingeborener Ausssetzling, der an seiner Begabung, an seiner Außergewöhnlichkeit scheitert.
Wie Grenouille im Parfum wird Elias Alder verachtet und verspottet, er ist ein Randgestein der Gesellschaft und lebt ebenso in außergewöhnlichem Einklang mit den Tieren und der ihm umgebenden Natur.

Elias aber findet die wahre, menschliche Liebe. Sie erst wird zum Ausgangspunkt, zum Antrieb seines künstlerischen Schaffens. Elsbeth, deren Charakteristik und Zartheit sich in seinen Kompositionen, wenn auch nur für ihn hörbar, niederschlägt, verkennt ihn und ahnt nicht, wie sehr Elias sie wirklich liebt.

Als durch Zufall sein musikalisches Talent von einem Orgelprüfer erkannt wird und er einige Wochen später zu einem Vorspieltermin in der nächsten Kleinstadt erscheinen soll, legt man ihm das Werk "Schlafes Bruder" vor. Es ist eine düstere Komposition über den Tod, dem Bruder des Schlafes, getränkt voll von barocker Todesmystik.
Während er die ihm vorher vollkommen unbekannten Notationen so ergreifend und dramatisch spielt und die Zuhörer kaum glauben können, dass eine solche Interpretation tatsächlich möglich ist, fasst Elias einen folgenschweren Entschluss: Er beschließt nicht mehr zu schlafen, denn im Schlaf liebt man nicht...

Letzten Endes ist es nicht die Geschichte des Antihelden, seine Lehr- und Wanderjahre, sein verkanntes Genie und sein schon von vornherin zum Scheitern verurteilter Eintritt ins Leben, sondern die Sprache und der Erzählstil Schneiders, der so überzeugt. Eingebettet in die Tradition des realistischen Schreibens, geziert und vervollkommt mit anarchronistischen Begriffen und Stilmitteln der antiken Rhetorik gelingt es dem Autor, den Leser in unglaublicher und fesselnder Weise in die begrenzte, engstirnige Welt dieses österreichischen Bergdorfes zu Beginn des 19. Jhs. hineinzuziehen.


Die Eleganz der Madame Michel
Die Eleganz der Madame Michel
DVD ~ Josiane Balasko
Preis: EUR 5,99

25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich..., 27. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz der Madame Michel (DVD)
Mit diesen Worten leitet Tolstoi seinen Roman "Anna Karenina" ein und deutet an, dass das Unglück eine viel zu mannigfaltige Erscheinung ist, um nur annähernd die Ursachen der einen Familie mit den Ausprägungen des Unglücks der anderen Familie vergleichen zu können.

Dieser Satz ist zentraler Aussagesatz des Films, denn die eigentliche Protagonistin, die junge Paloma, die das bourgeoise Leben ihrer oberflächlichen, großbürgerlichen und kalten Familie nicht länger ertragen kann, beschließt, sich an ihrem zwölfjährigen Geburtstag umzubringen - denn sie möchte nicht "wie im Goldfischglas enden".

Kurz vor ihrem Geburtstag zieht ein Japaner in das vornehme Haus ein und grenzt sich deutlich von den anderen Mietern ab. Er ist der erste, der die Concierge aus dem Erdgeschoss als Mensch und nicht nur bloß als "Funktion" wie der Rest der Mieter des Hauses wahrnimmt und erkennt, wie sie wirklich ist: eine belesene, hochgebildete und sensible Frau.
Auch Paloma beginnt sich für die Hausmeisterin, Madame Michel, zu interessieren und blickt hinter die Fassade der distanzierten Frau. Sie erkennt, dass sie der Concierge sehr viel ähnlicher ist, als den Menschen aus ihrer Gesellschaftsschicht. Sie freundet sich mit der Hausmeisterin an und beginnt ihre düstere Zukunftsperspektive noch einmal zu überdenken. Doch auch die Congierce entwickelt sich. Sie merkt, wie schön es ist, wenn es jemandem gibt, der sich für einen interessiert und wird gegenüber dem Japaner immer aufgeschlossener. Doch dann kommt es zu einer unvermuteten Wendung in der Geschichte...

Dass Paloma ihre Erkundungen mittels einer kleinen Handkamera vollzieht, ist ein interessanter Stileffekt, der einen Perspektivwechsel zwischen Palomas Sichtweise und die der Außenwelt erzeugt. Der Zuschauer sieht somit die gleiche Welt, wie sie Paloma erlebt. Der Handlungsspielraum des Films ist auf das Haus begrenzt. Abgesehen von kurzen Abschnitten vor dem Haus, spielen sich alle Szenen in engen, abgeschlossenen Räumen ab. So wird der einengende Charakter noch verstärkt. Die einzige Wohnung, die klare Linien und einen weiten Blick erkennen lässt, ist die des Japaners Ozu. Die Kameraführung ist ruhig, viele lange Einstellungen, kaum Hintergrundmusik.

Eine sensible tragisch-melancholische Komödie. Wirklich sehenswert.


Die Schrecken des Eises und der Finsternis: Roman
Die Schrecken des Eises und der Finsternis: Roman
von Christoph Ransmayr
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschmackssache - dennoch lesenswert, 25. Juli 2010
Wenn auch auf dem Buchdeckel als Abenteuerroman bezeichnet, ist der Text vielmehr eine Mischung aus historischem Roman, Dokumentation und Reisebericht.
Der Ausgang der Erzählung ist die österreichisch-ungarische Payer-Weyprecht-Nordpolexpedition aus dem Jahre 1873. Diese wird anhand von historischen Dokumenten (Inventarlisten, Bilder der Besatzung etc.) und den echten Tagebuchaufzeichnungen einiger Teilnehmer nacherzählt.
Parallel dazu wird die fiktive Geschichte des Josef Mazzini erzählt, ein Nachfahre eines Teilnehmers, der fasziniert von den historischen Dokumenten, Richtung Nordpol reist, um die Expedition "nachzuerleben", jedoch nicht mehr wieder zurückkehrt.
Collagenartig werden die historischen Dokumente mit eigenen Kommentaren und Vermutungen des Ich-Erzählers (ein Bekannter Mazzinis) verbunden.
Der Abenteuerroman ist spannend zu lesen und vermittelt die durchlebten "Schrecken der Eises und der Finsternis" der Expeditionsteilnehmer authentisch und ergreifend. Der Leser kann diese Strapazen nur allzu gut nachempfinden, dies ist vor allem der Einbeziehung der vielen historischen Zeitdokumente zu verdanken.

Ransmeyers Aufbereitung der Handlung und seine Erzählweise ist vielleicht nicht Jedermanns Geschmack, ein Blick in das Buch lohnt sich aber, schon aufgrund des dokumentativen und authentischen Charakters, allemal.


Die Witwe von St. Pierre
Die Witwe von St. Pierre
DVD ~ Juliette Binoche

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Film, der sich mal nicht aller gängigen Klischees bedient, 24. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Witwe von St. Pierre (DVD)
Die Umsetzung dieser wahrscheindlich wahren Geschichte, die schauspielerische Leistung, das Bühnenbild, die Kostüme und Dialoge haben mir sehr gut gefallen.

Noch mehr schätze ich jedoch an dem Film, dass der Filmstoff ganz ohne die gängigen Liebes- und Eifersuchtsszenarien, wie sie vielleicht Regisseur XY in die Geschichte miteingebaut hätte, auskommt.

Warum die Frau des Kommandanten den Sträfling hilft, ist nicht ganz klar. Der Film kommt ohne die typische Liebesaffäre aus der sich spontan entwickelten Begebenheit aus. Auch dass der Kommandant nicht eifersüchtig ist und zulässt, dass seine Frau, der er voll und ganz vertraut, mit dem Mörder stundenlang alleine aufs offene Meer hinausfährt, ist eine willkommene Abwechslung zu den Filmen, in denen zu diesem Zeitpunkt der weitere Handlungsverlauf längst vorhersehbar ist.


Die Stadt der verlorenen Kinder
Die Stadt der verlorenen Kinder
DVD ~ Ron Perlman
Preis: EUR 10,75

8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Surrealistische Szenarien, alptraumhafte Gestalten, düstere Bilder, seltsamer Handlungsverlauf, 24. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Stadt der verlorenen Kinder (DVD)
Dass dieser Film vielleicht von Zuschauern, gerade wegen seiner ungewöhnlichen Darstellung und Geschichte geschätzt wird, verdient durchaus seine Berechtigung.

Doch wer den Film nur anschaut, weil er denkt, dass Jeunet - ein Regisseur, der so wunderbare Filme wie Amélie oder Mathilde hervorgebracht hat - bestimmt wieder ein Meisterwerk hingelegt hat, wird bestimmt enttäuscht sein. Dieser Film hat abgesehen von den für Jeunet typischen bildgewaltigen Szenerien überhaupt nichts mit dem obig genannten Nachfolgewerken des Regisseurs zu tun.

Der Film ist düster, die Gestalten aus einer surrealen Anti-Welt, der Handlungsverlauf und die Dialoge seltsam, sinnlos und zudem äußerst langweilig.
Für mich war es unmöglich den Film bis zum Ende anzusehen.


Drachenläufer: Roman
Drachenläufer: Roman
von Khaled Hosseini
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein interessantes Buch über die Menschen und die Kultur Afghanistans - wirklich lesenswert, 14. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Obwohl ich dem häufig angesetzten Kritikpunkt, nämlich dass die Handlung im Verlauf des Buches immer vorhersehbarer wird, weitestgehend zustimme, halte ich das Buch dennoch für sehr interessant und wertvoll, denn es bietet eine andere Perspektive auf Afghanistan, ein Land das uns Europäern aufgrund der aktuellen politischen Lage nur sehr einseitig bekannt ist.

Das Buch spielt im Zeitraum von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Die jüngste Geschichte Afghanistans von der Monarchie bis zum sowjetischen Sozialismus und der Machtübernahme der Taliban in den 90er Jahren wird eindrucksvoll und authentisch mit den zwei Hauptprotagonisten Amon und Hassan in Verbindung gebracht.

Die Handlungen der beiden Jungen werden stets durch äußere Einflüsse beeinflusst. Hassan, der der Minderheit der Hassaren angehört, hat fast keine Rechte und ist Diener seines besten Freundes Amon, ein Paschtune. Dass er von seinem besten Freund verraten und belogen wird, ist nur Konsequenz der Gesellschafsordnung des Landes. Frauen spielen im Roman eine passive Rolle, sie haben keinen individuellen Charakter und treten im Verlauf der Handlung immer nur als Randfiguren auf. Immer sind es Männer, die das Geschehen leiten und wichtige Entscheidungen treffen.

Als ich das erste Drittel des Romans las, war ich sehr begeistert - die sensible Geschichte über die Freundschaft der beiden Jungen hatte mich wirklich sehr bewegt. Fünf Sterne hätte ich vergeben, wenn der Autor diese Sorgfalt und Sensibilität auch in der letzten Hälfte des Romans beibehalten hätte.


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