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Rezensionen verfasst von
Christine J. (Lesemomente)

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Ready Player One: Roman
Ready Player One: Roman
von Ernest Cline
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Ein furioses Rennen auf der Suche nach dem Easter-Egg, 7. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Ready Player One: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:

Im Jahre 2044: Die Welt, wie wir sie kennen droht vollkommen zu verfallen: Umweltkatastrophen, Energiekrisen und Armut. Zum Glück gibt es noch die OASIS ' eine virtuelle Realität, in den sich die Menschheit flüchtet; so auch der 18jährige Wade. Dort ist er, wie viel andere auch, auf der Jagd nach einem besonderen Schatz, dem so genannten Easter Egg, das vom Gründer und Entwickler der OASIS dort versteckt wurde. Als er, fünf Jahre nach Veröffentlichung des Rätsels, als erster einen Hinweis entdeckt, wird Wade plötzlich berühmt. Allerdings bringt ihn das auch in Gefahr, nicht nur in der OASIS, sondern auch in der realen Welt. Ein Wettlauf mit der Zeit - und einem beinahe allmächtigem Gegner - beginnt...

Meine Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte um Wade oder Parzival, wie er sich in der OASIS nennt, ist etwas ungewöhnlich. Cline hat ein Setting geschaffen, das auf der einen Seite erschreckend weit entfernt von der heutigen Welt, andererseits aber durchaus vorstellbar ist.

Der Schreibstil des Ich-Erzählers ist auch eher ungewöhnlich. So benutzt er gerade zu Anfang des Buches viele Fußnoten, Klammern und weitere kleine Erläuterungen. Als Leser habe ich mich durch die vielen, unkompliziert eingeschobenen Informationen und Erklärungen aber direkt angesprochen gefühlt. Die Sprache ist manchmal etwas derb, ohne Details zu beschönigen, jugendlich, wirkt aber dennoch nicht künstlich.

Es gibt nur Kleinigkeiten, die mich wirklich gestört haben: so mutiert Wade von einer zur nächsten Seite vom schüchternen Einzelgänger in ein wahres Chat-Flirttalen. Ich bin beim Lesen wirklich drüber gestolpert und das darf meiner Meinung nach nicht sein.

Ansonsten habe ich das Buch wirklich gern gelesen, auch wenn es mich zunächst nicht ganz so wie erwartet gepackt hat, was aber auch an der Tatsache liegen kann, dass ich wenig Zeit und dadurch ein kleines Lesetief hatte.

Besonders für Leser, die in den 80er Jahren groß geworden sind oder zumindest einige Filme, Comics oder Erzählungen aus dieser Zeit kennen, bietet "Ready Player One" ein ganz besonderes Schmankerl: der Mitbegründer der OASIS war nämlich (genauso wie der Autor selber) ein großer Fan der 80er, so dass die gestellten Aufgaben und Rätsel Spiele wie "Pacman", Serien wie "Knight Rider" oder Filme wie "Die Ritter der Kokosnuss" aufgreifen.

Die letzten 200 Seiten ' einem wahren Showdown gleich ' ließen mich mit dem Wunsch zurück, eine Fortsetzung zu dem Buch zu lesen. Ich vermute zwar, dass die Geschichte an sich zuende erzählt ist, aber trotzdem steckt im Schluss und in den Figuren selber Potenzial für eine weitere spannende Story. Ernest Cline ist auf jeden Fall ein Autor, den ich mir merken werde. Ich vergebe 7 von 10 Sternen.


Göttlich verloren
Göttlich verloren
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Jugendfantasy mit einem interessanten Spritzer griechischer Mythologie, 7. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Göttlich verloren (Gebundene Ausgabe)
Lange musste ich auf diesen zweiten Teil warten, nun ist er endlich da: Mit "Göttlich verloren" knüpft Angelini nahtlos an den ersten Band ihrer Göttlich-Trilogie an. Fast ein bisschen zu nahtlos meiner Meinung nach. Zwar werden im Laufe der ersten Kapitel die wichtigsten Fakten wiederholt, aber ich hätte mich gefreut, dies kurz gebündelt auf den ersten Seiten zu lesen. Denn nach einem dreiviertel Jahr Lesepause hatte ich nicht mehr alle Erinnerungen an den ersten Band parat.

Trotzdem war ich an sich schnell wieder in der Geschichte um Helen und die Delos-Familie gefangen. Leider spielen die einzelnen Geschwister von Lucas in diesem Band weniger eine Rolle, als es in "Göttlich verloren" der Fall war. Schade, denn genau das mochte ich am ersten Band so gerne. Statt ihrer wird der junge Orion, dem Helen in der Unterwelt begegnet, immer wichtiger. Ganz ehrlich: Mir wären Hector, Adriane und Jason lieber gewesen, aber es muss wohl mal wieder auf eine Dreiecksliebesgeschichte hinaus laufen.

Trotz dieser Kritikpunkte gefiel mir der zweite Teil im Großen und Ganzen besser als der erste, denn er wirkte auf mich einheitlicher und stimmiger, während ich beim Lesen des ersten Bandes noch oft das Gefühl hatte, die vielen Ideen und Handlungsstränge wurden nicht ausreichend miteinander verknüpft. Auch die zu jugendliche Sprache tritt in 'Göttlich verloren' gar nicht mehr auf, bzw. ist mir während des Lesens überhaupt nicht negativ aufgefallen.

Für mich heißt es jetzt wieder ein dreiviertel Jahr zu warten, denn selbstverständlich möchte ich auch den dritten Teil lesen. Die Göttlich-Trilogie verknüpft geschickt Bausteine aus dem Romantasy-Genre mit interessanten Fakten aus der griechischen Mythologie. Ich vergebe wieder 7 von 10 Sternen (es wären fast 8 geworden) und lasse noch ein bisschen Luft nach oben für den finalen Teil.


Todesmelodie: Julia Durants 12. Fall (Knaur TB)
Todesmelodie: Julia Durants 12. Fall (Knaur TB)
von Andreas Franz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewohnt spannend und mitreißend, aber auch ziemlich brutal, 7. August 2012
Inhalt:

Nach ihrer Entführung hatte sich Julia Durant ein Jahr Auszeit genommen, um wieder zu Kräften zu kommen. Nun ist sie gerade wieder in den Außendienst berufen worden, als sie und ihr Team eine furchtbar zugerichtete Leiche finden: Ein junges Mädchen wurde mehrfach vergewaltigt, danach schnitt jemand ihre Kehle durch.
Zwei Jahre später - die Täter sind schon längst hinter Gittern - wird das K11 zu einem neuen Tatort gerufen, der erst auf den zweiten Blick erschreckende Parallelen zum Mord an der jungen Studentin aufweist...

Meine Meinung:

Holbe hat es sicherlich nicht leicht: Franz hat etliche Bücher verfasst und die Reihe um die toughe Ermittlerin Julia Durant ist sicherlich nicht nur mein Liebling. Es sind also große Fußstapfen, in die der junge Autor treten muss.

Nach dem Lesen kann ich sagen: bis auf einen kleinen Kritikpunkt ist es Holbe unheimlich gut gelungen, die Reihe fortzusetzen. Die Charaktere von Durant und Hellmer sind unheimlich gut getroffen. Es kommt wieder zu sehr typischen Szenen zwischen diesen beiden Sturköpfen. Mehr als ein Mal hätte ich beide gerne schütteln wollen. Aber genau das sind eben Szenen, die die Bücher von Andreas Franz ausmachen.
Ebenso wie die Hauptermittlerin hat man das Gefühl, zwar eine Zeit weg gewesen zu sein, sich nun aber schnell wieder im K11 heimisch zu fühlen. Besonders schön finde ich, wie ich als Leser an den Ermittlerarbeiten teilhaben kann, obwohl ich oft mehr weiß, als das Team. Ich sehe genauso ihre Notizen vor mir und kann mir ihre Whiteboards gut vorstellen. Das erinnert mich ein wenig an die Thriller von Jeffery Deaver.

Doch nun zur Kritik: Die Bücher von Franz waren schon immer schonungslos ehrlich und nicht für zarte Gemüter gemacht. Doch wenn mir jemand über 'Todesmelodie' sagen würde, er fände das Buch an manchen Stellen unnötig grausam und brutal, würde ich zumindest wissen, was er meint. Ob das nun der Einfluss von Holbe ist oder ob Franz selber die Beschreibungen der Morde und die Thematik an sich so geplant hatte, werden wir Leser wohl eher nicht erfahren. Fakt ist: Dieses Buch sollte niemand lesen, dem bei dem Gedanken an Blut, brutale Vergewaltigungen und erschreckend perverse Abnormitäten übel wird.

Ich persönlich habe "Todesmelodie" unheimlich gerne gelesen und konnte das Buch zwischenzeitlich nicht beiseite legen. Doch obwohl ich eigentlich gerne Thriller lese, bei denen es durchaus auch mal brutal und psychopathisch zugehen darf, haben mich manche Szenen, bzw. viel mehr das hinter den Morden stehende Motiv (ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten) geschockt. So viele und detaillierte Beschreibungen wären nicht immer notwendig gewesen. Trotzdem vergebe ich 7 von 10 Sternen und bin erfreut darüber, dass Holbe auch noch einen weiteren Durant-Krimi verfasst: "Tödlicher Absturz" soll im März 2012 erscheinen.


Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims: Roman
Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims: Roman
von Annabel Pitcher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbar berührendes Buch, absolut lesenswert!, 7. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt:

Jamie ist gerade zehn Jahre alt geworden, aber sein Leben ist alles andere als kinderleicht: Nachdem seine Schwester vor einigen Jahren bei einem Terroranschlag ums Leben gekommen ist, ist seine Familie zerbrochen: Seine Eltern haben sich getrennt und Jamie lebt mit seiner anderen Schwester Jas und seinem Vater alleine. Doch dieser scheint sich kaum noch daran zu erinnern, dass er noch zwei weitere Kinder hat und ertränkt seine Trauer in Alkohol.
Und auch in der neuen Schule wird Jamie von den Mitschülern nur geärgert. Die einzige, die zu ihm hält, ist Sunya. Wäre Sunya nur nicht Muslima, denn wie sagt sein Vater immer: "Muslime haben deine Schwester getötet!"

Meine Meinung:

Manchmal (ganz selten) hat man das Glück, Bücher von fast unschätzbarem Wert in der Hand zu halten. Sie sind so wertvoll, weil sie entweder besonders spannend sind, eine besonders interessante Geschichte erzählen oder ' wie in diesem Buch ' einfach unheimlich bewegend sind und den Leser auf eine ganz besondere Art und Weise berühren.

"Ich denke darüber nach, ob Mum ihre Zugfahrkarte schon gekauft hat. [...] Bestimmt kommt sie, bevor ich in die neue Schule gehe, weil sie mir noch Viel Glück und Sei Brav und diese ganzen Sachen sagen will, die Mütter eben so sagen. Und bestimmt will sie mich unbedingt in meinem neuen T-Shirt sehen. Ich werde es nicht mehr ausziehen, bis sie hier ist, sicherheitshalber. Ich werde es auch nachts anlassen, weil Superhelden nie Feierabend haben und Mum vielleicht wegen einer Zugverspätung oder einem Verkehrsstau erst abends ankommt. Vielleicht noch nicht heute, morgen oder übermorgen, aber wenn Mum schreibt Ganz bald, dann meint sie das auch so. Und dann will ich vorbereitet sein." (S. 30)

Schon auf den ersten Seiten war mir klar, dass 'Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims' ein solches Buch sein würde. Annabell Pitcher verleiht ihrem Ich-Erzähler Jamie eine unglaublich intensive Stimme, die mich von den ersten Sätzen an mitten in die Geschichte gesogen hat. Das Schicksal, was sie ihm zugedacht hat, ist unglaublich schwer, doch durch die Augen eines Zehnjährigen bekommt man als Leser einen ganz neuen Blickwinkel. So schwankte ich beim Lesen zwischen einem leisen Kichern, Tränen in den Augen und einem mitfühlenden Seufzen.

"Zuerst hatten wir Mathe, dann Geografie. Ich schaute kein einziges Mal zu Sunya rüber. Ich war ganz wirr im Kopf, und es kam mir vor, als hätte ich Dad verraten. Obwohl ich weiß Haut habe, ohne ausländischen Akzent spreche und finde, dass man Schwestern anderer Menschen nicht in die Luft sprengen darf, war Sunya irgendwie auf die Idee gekommen, mir muslimischen Schmuck zu schenken." (S. 38)

"Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims" ist das traurig-anrührende Portrait einer Familie, die fast zerbrochen ist; und doch ist es voller Hoffnung. Es ist ein Buch, das ich mit Tränen in den Augen zugeklappt habe. 10 von 10 Sternen!


Kopfschuss
Kopfschuss
von Susan Vaught
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Spannende Suche nach dem "Warum?", 7. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Kopfschuss (Taschenbuch)
Wie muss es wohl sein, zu wissen, dass man versucht hat, sich das Leben zu nehmen, aber sich nicht mehr an die Gründe erinnern kann?

Wenn man anfängt, "Kofschuss" zu lesen, wird schnell klar: Diese Situation ist fürchterlich. Jersey ist verzweifelt auf der Suche nach Antworten. Warum? Warum hat er das getan? Er stellt eine Liste möglicher Gründe auf, versucht diese einzeln auszuschließen. Warum?

Genauso wie Jersey möchte auch der Leser gerne wissen, was den Ich-Erzähler dazu gebracht hat, sich eine Pistole an den Kopf zu halten und abzudrücken? Stand er etwa unter Drogen? War sein Leben einfach nur ätzend? Hatte er etwas Schlimmes getan und wollte seine Schuldgefühle loswerden? Auf der Suche nach dem "Warum?" begleiten wir Jersey in den ersten Monaten nach seiner Krankenhausentlassung.

Die Geschichte ist nicht immer ganz leicht zu lesen, die Gedanken und Gespräche nicht immer leicht zugänglich. Denn Jersey leidet an einer Gehirnverletzung, so dass er seine Sprache nicht steuern kann. Viele Absätze lesen sich also wie "wirres Zeug". Das hat mich anfangs etwas genervt, wurde aber bald zu einem absolut gelungenem Stilmittel. Ich war gezwungen, das zu lesen, was Jersey dachte. Ich habe mit ihm gelitten, wenn er in wichtigen Situationen nichts anderes herausbrachte als "Froschfürze. Schnürsenkel. Froschfürze." Ich konnte mich einfach unheimlich gut mit ihm identifizieren. Manchmal fast etwas zu gut, so dass ich mich zwingen musste, nicht zu tief in dem Buch zu versinken.

So viel Gutes bisher, da muss dann ja auch noch ein bisschen Kritik kommen: Der Schluss!
Wie schreibt man über das Ende einer Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Nur so viel: Anfangs war ich etwas enttäuscht, doch jetzt nach einer kurzen Zeit und nach dem Lesen des Nachtrags vom Verlag erscheint mir dieser Schluss eigentlich genau richtig.

"Kopfschuss" ist zu Recht für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Es ist ein spannendes, fesselndes Buch, das sich mit einem sensiblen Thema auseinander setzt: Wie kommt es dazu, dass jemand versucht, sich das Leben zu nehmen? Wie können Angehörige und Freunde damit umgehen? Wie ist die Rückkehr ins Leben? 7 von 10 Sternen.


Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
von John Green
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungemein berührend: todtraurig und zum gleichzeitig zum lauten Lachen geeignet, 7. August 2012
'Gus drückte meine Hand. '"Das Leben ist schön, Hazel Grace."' (S. 217)

Wie soll ich nur zu diesem Buch eine würdige Rezension verfassen? Wie kann ich das in Worte fassen, was John Green in seinem neuen Roman vermittelt?

Bevor ich das Buch begonnen habe, habe ich nur positive Stimmen dazu gelesen. Normalerweise können dann genau diese Bücher mich nicht vollends überzeugen. Sie bleiben oft hinter ihren Erwartungen zurück. Bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" war es anders.

Ich finde, bei einer Rezension zu einem solchen Buch sollte man nicht anfangen, über die Charaktere, die Geschichte oder den Aufbau zu sprechen. Natürlich ist all das wundervoll konzipiert und gelungen auf's Papier gebracht. Viel wichtiger finde ich aber die Stimmung, die John Green transportiert, und was er mit seinen Worten beim Leser auslöst.

Bei mir hat er bewirkt, dass ich die letzten fünfzig Seiten des Buches fast durchgehend geweint habe, unterbrochen von einigen kurzen Lachanfällen, aber auch heftigen Schluchzern. Zwischenzeitlich konnte ich die Buchstaben überhaupt nicht mehr erkennen, weil sie mir vor lauter Tränen vor den Augen verschwommen.

Bücher, die so was können, sind einfach toll!

Die Geschichte um Hazel und Augustus ist gleichzeitig todtraurig und wunderschön. Sie hat mich zum seitenlangen Weinen gebracht und ist zur selben Zeit ein Plädoyer für die Liebe und das Leben. Meiner Meinung nach ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" bisher mit Abstand Greens bestes Buch!


Vilja und die Räuber: Roman (Heyne fliegt)
Vilja und die Räuber: Roman (Heyne fliegt)
von Siri Kolu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbar herzwerwärmendes Kinderbuch im Stil von Astrid Lindgren, 11. Juli 2012
Inhalt:

"'In der zweiten Juniwoche wurde ich geklaut. Das war auch gut so!"' (S. 11)

Die Zehnjährige Vilja wird in den Sommerferien geklaut. Als die Familie Räuberberg das Auto von Viljas Familie überfällt, raubt sie nämlich nicht nur Mamas Lieblingsbikini und Papas Shorts, sondern eben auch Vilja. Zunächst schmiedet diese noch Ausbruchspläne, denn so verhalten sich Entführte nun mal. Doch nicht lange kann sie vor den Räuberbergs verbergen, dass ihr das wilde Räuberleben eigentlich Spaß macht. Denn wo sonst bekommt man so viele Lakritzbonbons, wie man will? Und wo sonst lernt man das Messerwerfen und alle anderen wichtigen Dinge über die Räuberei?

Meine Meinung:

Als ich das Cover von '"Vilja und die Räuber'" gesehen und mir den Klappentext dazu durchgelesen habe, war ich mir total sicher, dass das Buch einfach toll sein würde. Und so war es auch!

Ich könnte meine Rezension nur aus Zitaten bestehen lassen, denn beinahe jedes Kapitel, jede Seite und jeder Satz bergen kleine wunderbare Schätze.

Siri Kolu beschreibt das Räuberleben und vor allem die Mitglieder der Familie Räuberberg mit einer solchen Leichtigkeit und dem liebevollen Auge für das Detail, so dass ich mich am liebsten selbst auf die Straße stellen würde, in der Hoffnung, dass der Räuberbus vorbei fahren und mich rauben würde.

Erwachsene mögen vieles in dieses Buch hineininterpretieren, aber letztendlich bleibt 'Vilja und die Räuber' einfach ein wunderbar herzerwärmendes Kinderbuch und das ist gut so.

Ich könnte jetzt noch lange von den vielen tollen Kleinigkeiten der Geschichte schwärmen, aber ich finde, dass jeder dieses Buch einfach selber lesen sollte. "'Vilja und die Räuber"' ist so schön, dass es kaum in Worte zu fassen ist: 10 von 10 Sternen!


Zweiland - Sternengold und Schattenschwarz
Zweiland - Sternengold und Schattenschwarz
von Patricia Schröder
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Tolle Grundidee, leider hapert es ein wenig an der Umsetzung, 11. Juli 2012
Der Inhalt an sich klingt wirklich spannend: ein Streit zwischen zwei Brüder, der ein ganzes Land spaltete, und drei junge Menschen, die das Schicksal von Zweiland nur gemeinsam zum Guten wenden können.

Die Ausführung dieser Idee wirkt auf mich aber leider ein wenig wie ein nur halb gelungenes Debüt. Doch Patricia Schröder ist alles andere als ein Neuling in der Autorenwelt. Schon 1998 veröffentlichte sie ihr erstes Buch.

'"Zweiland"' liest sich zwar leicht und angenehm, trotzdem ist die Schreibe meiner Meinung nach sehr holprig. Die Geschehnisse wirken konstruiert und überhastet miteinander verknüpft; was schade ist, denn die Geschichte an sich hat doch eindeutig ihren Reiz und hat mich durchaus unterhalten.

Gerade die drei jugendlichen Hauptpersonen hätten das Potenzial dazu gehabt, nicht nur junge Leser zu begeistern. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren und mit ihnen erlebt, aber so blieben auch sie wenig tiefgehend.

In '"Zweiland'" gibt es viele gute Ideen, vielleicht sogar ein paar zu viele. Auf mich wirkt die Schreibe der Autorin so, als wollte sie unbedingt so vieles miteinander verknüpfen und hat dabei übersehen, dass ein rundes Ganzes und die notwendige Atmosphäre fehlen. Eine gute Geschichte braucht nun mal auch seine Zeit. Da ich das Buch trotzdem nicht ungern und vor allem in einem Rutsch gelesen habe, vergebe ich 5 von 10 Sternen.


Wind (Die Chroniken von Hara, Band 1)
Wind (Die Chroniken von Hara, Band 1)
von Alexey Pehov
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Highfantasy, die einfach gut gemacht ist, 11. Juli 2012
Inhalt:

Lange Zeit war es eher ruhig in Hara, doch das soll sich mit dem Angriff der Nekromanten, (Zauberer, die Leichen zum Leben erwecken) auf die Burg der sechs Türme ändern. Doch nicht nur die Nekromanten machen den Bewohnern Haras Sorgen. Zugleich wurde nach langer Zeit auch wieder eine der Verdammten gesichtet, eine mächtige Schwarzmagierin.

Der Auftragsmörder Ness lebt mit seiner Frau Lahen seit vielen Jahren im Verborgenen, doch nun ist ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt worden, was die beiden zur Flucht zwingt. Dass dann auch noch Lahens mysteriöse magische Begabung entdeckt wird, bringt die beiden nur in noch größere Gefahr, denn die Verdammten möchten sich ihrer Funkes bemächtigen.

Meine Meinung:

Schon lange schleiche ich um den Autor Pehov herum. Seine Bücher haben mich immer gereizt, aber irgendwie ist bis vor kurzem noch keines seiner Werke in meinem Regal gelandet.

Ich kann jetzt schon sagen: Nachdem ich "'Wind"' gelesen habe, habe ich mir direkt noch ein weiteres Buch des Autors gekauft, denn "'Wind"' bietet alles, was man sich für einen High-Fantasy-Roman wünschen kann:

Obwohl die Handlung durch die Nekromanten für mich anfangs einen Hauch zu sehr ins Dark-Fantasy-Genre abdriftete, ist "'Wind"' der wirklich gelungene Auftakt zu einem großen Fantasy-Epos.
Natürlich muss auch in dieser Geschichte die Welt vor dem Bösen gerettet werden, trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, die Geschichte so ' nur etwas anders ' schon einmal woanders gelesen zu haben. Das mag daran liegen, dass Pehov bekannte Fantasyelemente mit vielen neuen Ideen und Wesen verknüpft. Der Grund könnte aber auch sein, dass den Figuren und Handlungen stets etwas Geheimnisvolles anhaftet. Als Leser kann man die Handlungen zwar stets ein wenig vorausahnen, denn der Leser weiß meist mehr als die Figuren im Buch, kann sich seiner Vermutungen aber nie sicher sein.

Am meisten haben mich Pehovs Charaktere beeindruckt. Es stellt sich heraus, dass es mehrere Haupthandlungsstränge mit ganz verschiedenen Personen gibt: neben der magiebegabten Lahen und ihrem tapferen, klugen Gefährten Ness hat mich vor allem Ga-Nor, der Krieger aus den Nordlanden, durch seine zuverlässige Art und seinen trocknen Humor überzeugt.

Einzig und allein dem enormen Cliffhanger am Ende des ersten Bandes dieser Reihe ist es zu verdanken, dass ich für dieses spannende Fantasywerk einen Stern abziehe. Zum Glück erscheint der Folgeband '"Blitz"' schon im Oktober: 9 von 10 Sternen!


Smart Magic: Roman (Heyne fliegt)
Smart Magic: Roman (Heyne fliegt)
von Christoph Hardebusch
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Spannende Jugendfantasy, 19. Mai 2012
Inhalt:

Der fünfzehnjährige Tom lebt in Berlin gemeinsam mit einigen anderen Jugendlichen bei Pflegeeltern. Doch sein Pflegevater ist alles andere als liebevoll: Tom muss ihm jeden Abend Geld vorlegen, an das er nur durch Diebstahl heran kommt. Mehr als ein Mal wurde Tom dadurch in Situationen gebracht, aus denen er nur mit Hilfe seines älteren 'Bruders' Alex herausgekommen ist.
Als Tom eines Tages von einem Raben angesprochen wird, meint er erst zu träumen. Doch dann macht er sich auf die Suche nach seinem Schicksal.

'Erschrocken wirbelte Tom herum. Im Nebel zwischen den Bäumen glaubte er eine Gestalt zu sehen, war sich dessen aber nicht sicher. Bis die Stimme wieder sprach:
'Tom!'
'Hallo? Wer' Wer bist du?', brachte Tom gerade so heraus. Sein Herz raste, und er spürte, wie ihm der Schweiß auf die Stirn trat. Er war allein in diesem Wald, die nächsten Menschen, die ihm helfen könnten, waren vermutlich weit weg, und mit einem Mal wurde ihm ganz mulmig zumute.
'Ich habe dir unsere Münze gegeben, Tom. Du brauchst noch die eure.' (S. 82)

Matani lebt in einer anderen Welt, in einer magischen Welt. Doch ihr Volk wird von den Fremden bedroht, die sie mittels Magie und Streitkräfte immer weiter in die Steppe zurücktreiben, so dass Matanis Volk nichts anderes bleibt als zu fliehen.

Meine Meinung:

Wie beschreibe ich ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut begeistert hat? Mir fehlen hier ein wenig die Worte.

Ich glaube, was mich an diesem Buch an meisten fasziniert, ist der Sog, den die Geschichte und der Schreibstil auf mich ausgeübt haben. Ohne die Gründe näher benennen zu können, haben mich Charaktere und Story auf unvergleichliche Weise in ihren Bann gezogen.

Mit Tom und Matani hat der Autor interessante und so unterschiedliche Charaktere geschaffen. Und auch Toms Geschwister in Berlin habe ich schnell in mein Herz geschlossen.
Insbesondere Alex ist eine faszinierende Figur, denn mit seinem guten Herzen, aber auch seiner Selbstüberzeugung und unterschwelligen Aggression ist er nicht gleich eindeutig einzuordnen.

Ich liebe Bücher, in denen Magie vorkommt. Und so gefällt mir natürlich auch 'Smart Magic' außerordentlich gut. Insbesondere weil sich die Magie, die es in Matanis Welt gibt, dem Leser nicht direkt aufdrängt. Sie ist zunächst nur nebenher als stiller Begleiter der Handlung vorhanden. Erst später offenbart sich dem Leser das wahre Ausmaß.

Christoph Hardebusch ist es meiner Meinung nach gelungen, eine Lücke in der Jugendliteratur zu schließen. Denn mit 'Smart Magic' hat er einen Jugendfanatsy-Roman verfasst, der ' weit entfernt von Vampiren, Werwölfen und Dämonenjäger ' eher in die Sparte der epischen Fantasy einzuordnen ist. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Hardebusch unter anderem die bekannte Fantasy-Reihe 'Die Trolle' verfasste, die eindeutig für Erwachsene geschrieben wurde.

So wird 'Smart Magic' vermutlich sowohl Jugendliche, als auch die älteren Hardebusch-Fans begeistern: ein Fantasy-All-Ager ganz nach meinem Geschmack.

Das Buch hat nur einen Nachteil: es ist viel zu schnell vorbei. Das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung, auf die ich sehnsüchtig warte, seit ich das Buch zugeklappt habe.

'Smart Magic' ist ein äußerst kurzweiliger Fantasyroman für jugendliche Leser, aber auch für Erwachsene. Hardebusch hält die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite unheimlich hoch und hat mich dazu gebracht, das Buch innerhalb kürzester Zeit zu verschlingen. Ich möchte mehr davon! 10 von 10 Sternen! Ein wahres Fantasy-Highlight!


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