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Rezensionen verfasst von
Tine Lesemomente

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Mind Ripper (Fateful Future 1)
Mind Ripper (Fateful Future 1)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Cybergame-Thriller, der sich nicht hinter "Erebos" verstecken muss, 9. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin ganz ehrlich: Normalerweise rezensiere ich selten Bücher, die mir von Autoren direkt per Mail angeboten werden. Zum Glück habe ich ab und an das Gefühl: Hach, DAS Buch könnte toll sein. So ging es mir auch mit “Mind Ripper”. Die Inhaltsangabe klang interessant und erinnerte mich an “Erebos”, die Autorin war sympathisch und dann bekam das Buch auch noch eine begeisterte Rezension von Moena.

Auch nach dem Lesen kann ich sagen, dass das Buch dem Vergleich mit “Erebos” von Ursula Poznanski durchaus standhalten kann. Es ähnelt sich nicht nur in der Thematik und der Erzählweise – ein Großteil der Handlung spielt in der virtuellen Welt, dem Cybernetz -, sondern auch der Schreibstil ist ähnlich fesselnd und hat mich durchweg in seinen Bann gezogen.

Die beiden Geschwister Jemma und Jamie spielen oft gemeinsam mit ihrem Freund Zack fantastische Rollenspiele im Cybernetz. Doch als dann der dritte Junge aus London nach einem Aufenthalt im Cybernetz ins Koma fällt, machen auch sie sich Sorgen. Antworten bekommen sie – wie sollte es auch anders sein – in einem Onlinespiel.

“‘Ein Dämon stiehlt den Geist unserer Dorfbewohner und beraubt sie ihres Verstandes. Der Mind Ripper lässt ihre Körper seelenlos zurück und verwandelt sie in lebende Tote.’
Unter anderen Umständen hätte Jenna Tyrons Geschichte spannend gefunden und sich darüber gefreut, der Sache auf den Grund zu gehen und den Dämon zu jagen. Jetzt aber spürte sie ein nagendes Unbehagen, denn das, was eigentlich nur als gruseliges Spiel gedacht war, war in der echten Welt grausame Realität geworden.” (Position 2554/6336)

Dass ich Seite für Seite verschlungen habe, und dass obwohl ich sonst eher ungerne E-Books lese, liegt nicht nur an der spannenden Story und an dem wirklich guten und klaren Schreibstil der Autorin, sondern vor allem auch an den Charaketeren, die schön konzipiert sind und ihren Teil zur Geschichte beitragen. Besonders gefreut habe ich mich, dass die Autorin mit Jamie und Zack ein schwules Pärchen als Hauptcharaktere einsetzt, ohne dies ausschweifend zu thematisieren. In ihrem Buch ist dies so selbstverständlich, wie es auch in der realen Welt sein sollte.

Die sympathische Autorin Nadine Erdmann hat mit ihrem Debüt “Mind Ripper” einen wirklich tollen Cybergame-Thriller für Jugendliche hingelegt und schafft es sogar, dem naheliegenden Vergleich mit “Erebos” standzuhalten. Wer einmal anfängt zu lesen, sollte sicherstellen, dass er viel Zeit hat, denn es fällt sehr schwer, mittendrin aufzuhören. Einzig und allein das Ende hat mich nicht ganz hunderprozentig zufrieden gestellt, aber ich vergebe trotzdem wohlverdiente 4 von 5 Sternen.


Steelheart
Steelheart
von Brandon Sanderson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Wow!!! Ich habe mein neues Lieblingsbuch gefunden!, 9. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Steelheart (Gebundene Ausgabe)
Brandon Sanderson entführt uns in diesem Trilogieauftakt in eine postapokalyptische Welt, die von Epics – mächtigen, menschenähnlichen Wesen mit den unterschiedlichsten besonderen Kräften – beherrscht wird. Einer der mächtigsten von ihnen ist Steelheart, der Herrscher von Newcago.

Mit den Epics hat Sanderson einen wahren Glücksgriff gezogen: Mit ihren übermenschlichen Kräften und ihrer Brutalität stellen sie die perfekten Feinde da. Und doch ist bekannt, dass jeder einzelne von ihnen eine Schwäche hat – welche dies allerdings bei Steelheart ist, darüber lässt sich nur spekulieren...

Ich hatte erst wenige Seiten des Buches gelesen, als mir schon ganz klar war, dass ich ein neues Lieblingsbuch in der Hand hielt. „Steelheart“ hat mich unheimlich schnell durch seinen mitreißenden Schreibstil, die faszinierende Idee hinter der Geschichte und vor allem durch seine Charaktere begeistert. David versucht gleich zu Beginn einer Einheit der Rächer beizutreten. Diese Gruppe besteht aus fünf ganz unterschiedlichen Charakteren, die zwar nicht alle unheimlich detailliert ausgearbeitet sind, aber dennoch die Sympathien des Lesers erwecken. Da es noch zwei weitere Bände geben wird, bin ich mir sicher, dass auch die einzelnen Mitglieder noch mehr an Tiefe gewinnen werden.

Ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für Geschichten mit Gruppendynamik.Ich mag es, wenn ein Team im Mittelpunkt steht, das sich zwar nicht immer einig ist, in dem aber jeder für jeden eintritt. Bei solchen Geschichten bekomme ich Gänsehaut und fiebere immer besonders mit. Die Gruppe der Rächer um ihr Oberhaupt Jon ist für mich also perfekt.

Wenn ich mir etwas anders wünschen dürfte, dann wäre es einzig und allein die Tatsache, dass ich bis zum Folgeband nicht noch etwa ein halbes Jahr warten müsste. Das amerikanische Cover sieht vielversprechend aus und die Geschichte bietet noch unglaublich viel Potenzial. Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht.

„Steelheart“ erfüllt alle Kriterien eines Lieblingsbuchs: Die Idee der Epics ist großartig, der Schreibstil mitreißend und sehr actionreich (um eine Verfilmung bemüht man sich anscheinend schon), die Charaktere sind toll und wissen zu überraschen. Für mich ist der Auftaktband zu dieser Trilogie wirklich perfekt gelungen! 5 von 5 Sternen!


Verdammt gute Nächte
Verdammt gute Nächte
von Kathrin Schrocke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Eine andere Liebesgeschichte, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Verdammt gute Nächte (Gebundene Ausgabe)
„’Ist das nicht strafbar?’, fragte Sushi verstört.” (S. 138)

Es ist kurz vor den Sommerferien, als Jojo Puma kennenlernt. Puma ist eine Freundin seiner Mutter aus dem Yogakurs, aber irgendwie ganz anders: Sie ist viel lockerer, trägt coole Klamotten und vor allem löst sie in ihm ein bisher so noch nicht gekanntes Gefühl aus:

“Mein Atem ging schneller, die Schwerelosigkeit war schlagartig zurück. Ich fühlte mich auf einmal glühend und fiebrig.” (S. 124)

Wow, Kathrin Schrocke kann schreiben. Das durfte ich schon bei „Freak City“ genießen, aber in diesem Buch wird ihre Fähigkeit, den Leser mit auf eine ganz besondere Reise zu nehmen, noch deutlicher. Ich konnte so sehr mit Jojo mitfühlen, wie es ihm ging, wenn er aus seinem Fenster gesehen und dabei Puma erblickt hat, die im Garten unter dem großen Apfelbaum ihre Yogaübungen macht. Und auch in mir hat die Autorin eine beinahe atemlose Stimmung erzeugt.

Gleichzeitig tauchte immer wieder die leise Stimme auf, die das gleiche sagte wie Sushi oben: Ist das nicht strafbar? Darf sich ein Junge in eine viel ältere Frau verlieben? Und was ist mit der älteren Frau? Darf auch sie sich zu dem Jungen hingezogen fühlen?

Die Autorin hat ihrem Protagonisten ein spannendes Alter gegeben: Jojo ist fünfzehn, fast sechzehn. Dieses Alter macht es dem Leser umso schwerer, Stellung zu beziehen und sich zu entscheiden: Genießt man das Buch, das eine aufregende und kribbelnde beginnende Beziehung beschreibt, oder hofft man darauf, dass sich Jojo – wie durch ein Wunder – doch noch in ein gleichaltriges Mädchen verliebt?

„Verdammt gute Nächte“ ist kein einfaches Jugendbuch, denn es behandelt ein Tabuthema. Ich selber habe die Geschichte um Puma und Jojo unheimlich gerne gelesen und mich oft mitreißen lassen. Und trotzdem bin ich mir noch nicht im Klaren darüber, wie ich über die Geschichte an sich oder das Ende im Speziellen denken soll. Außerdem frage ich mich, mit welcher Intention die Autorin das Buch geschrieben hat. „Verdammt gute Nächte“ ist also nicht nur verdammt gut geschrieben, sondern setzt sich auch im Kopf fest und regt zum Nachdenken an und dafür gibt es sehr gute 7 von 10 Sternen.


Dracyr - Das Herz der Schatten
Dracyr - Das Herz der Schatten
von Susanne Gerdom
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Jugendfantasy, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Dracyr - Das Herz der Schatten (Broschiert)
„Dracyr“ ist nicht das erste Fantasybuch, das ich von Susanne Gerdom gelesen habe. Im letzten Jahr konnte mich „Sturm im Elfenland“, das sie unter dem Pseudonym Frances G. Hill geschrieben hat, gut unterhalten, allerdings mochte ich da das Ende nicht so gerne: zum einen war es mir zu abgedreht, zum anderen etwas zu schnulzig. Würde es mir mit dem neuen Fantasyroman für Jugendliche genauso gehen?

„Das Feuer drängt mächtig gegen die Nüstern. Der Überdruck wird so gewaltig, dass er droht, die Innereien zu zerreißen. Endlich schießt eine Feuersäule aus dem Rachen, deren Flammenzungen in einem Umkreis von zwanzig Fuß alles in Brand setzen, die trockene, dürre Vegetation, die Kleider der Männer, das ungeschützte Haar, das Zaumzeug, die Mähnen der Pferde.“ (S. 7/8)

Drachen sind faszinierende Fantasywesen und ich lese sehr gerne über sie. Susanne Gerdom gelingt es wirklich hervorragend, den Drachen Eigenschaften zu geben, die sie zu (gefährlichen?) Gefährten machen, ohne sie zu sehr zu vermenschlichen. Kay kommt mit der Einstellung an die Burg, dass alle Dracyr und vor allem ihre Schattenreiter böse und grausame Wesen sind. Erst nach und nach wird sie lernen, dass sie auch hier nicht alle über einen Kamm scheren darf.

Die Entwicklung, die Kay durchmacht, wie sie mit ihrem Schicksal hadert – ja, die ganze Geschichte ist wirklich spannend und faszinierend geschrieben. Im Gegensatz zu anderen Fantasyromanen, vor allem High Fantasy, liest sich das Buch wirklich schnell und ließ mich gar nicht mehr los. Das liegt vor allem an dem Schreibstil, der eher zu einem Jugendbuch, als zu einem Fantasyschmöker passt.

Wer also große Worte, bildhafte Schlachten und einnehmende Sprache erwartet, der mag vielleicht enttäuscht werden. Wer aber eine spannende Geschichte lesen möchte, die ein gelungenes Mittelding zwischen Romantasy und High Fantasy darstellt, wer nach mehreren Stunden lesen kaum aus der Geschichte auftauchen möchte, dem empfehle ich „Dracyr – Das Herz der Schatten“. Ich vergebe 8 von 10 Sternen, denn ich habe mich gut unterhalten gefühlt.


Sterntaler: Thriller (Fredrika Bergmann, Band 3)
Sterntaler: Thriller (Fredrika Bergmann, Band 3)
von Kristina Ohlsson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der dritte Fall für Fredrika, 20. Juni 2014
Seit ich vor zweieinhalb Jahren das erste Buch dieser Reihe gelesen habe, freue ich mich immer auf die Winterzeit. Denn etwa dann erscheint im jährlichen Rhythmus ein neuer Band der Krimireihe um das Ermittlerteam von Fredrika Bergmann, Alex Recht und Peter Rydh . Im letzten Jahr habe ich das Erscheinen irgendwie verpasst und mich dann im Frühjahr sehr gefreut, denn ich hatte ja schließlich noch ein ungelesenes Buch vor mir. Juhu!

Ich bin eigentlich längst aus dem Krimi- und Thrillerfieber raus, aber die Bücher von Ohlsson stellen genauso wie die des auch aus Schweden stammenden Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt eine Ausnahme dar. Sie bieten für mich die perfekte Mischung aus einem interessanten Fall und dem Privatleben der Ermittler.

Bei dieser Reihe finde ich es besonders gelungen, dass die drei Hauptermittler von Buch zu Buch eine Entwicklung durchmachen. Sie bleiben sich treu, aber treten dabei nicht auf der Stelle. Es ist wirklich so, als würde man alten Bekannten begegnen, die man länger nicht gesehen hat: Man erkennt sich wieder, fühlt sich wohl und ist gespannt, was im Leben des Gegenübers passiert ist.

Ein kleines Manko in diesem Buch war für mich die Tatsache, dass die Vermischung vom Privatleben und dem Fall etwas sehr extrem und für mich nicht unbedingt glaubwürdig war.
Dies wurde aber definitiv dadurch ausgeglichen, dass die Autorin auf eine geniale Idee in der Erzählstruktur gekommen ist: Die eigentliche Handlung und die Aufdeckung des Falls wurden linear erzählt – unterbrochen allerdings durch kurze Befragungen der obigen Ermittler durch eine Art Untersuchungsausschuss. Man weiß als Leser also von Anfang an, dass bei den Ermittlungen etwas gewaltig schief gelaufen ist. Außerdem erfährt man Stück für Stück schon einige prägnante Details, die neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte machen. Ein wirklich genialer Schachzug!

„Sterntaler“ weiß durch Altbewährtes wie einem interessanten Ermittlerteam und der fesselnden Schreibweise der Autorin zu begeistern. Außerdem ist Kristina Ohlsson in Bezug auf die Erzählstruktur der Geschichte ein Geniestreich gelungen. Ich freue mich sehr auf den vierten Band dieser Reihe und vergebe 4,5 von 5 Sterne!


Einer da oben hasst mich
Einer da oben hasst mich
von Hollis Seamon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Ganz normale Teenager, eine ganz normale Liebesgeschichte... im Hospiz!, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Einer da oben hasst mich (Gebundene Ausgabe)
Geschichten um krebskranke Jugendliche gibt es derzeit einige: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gefiel mir wirklich gut, wohingegen mich „Ich und Earl und das sterbende Mädchen“ eher enttäuscht hat. Ich war wirklich gespannt, wo sich „Einer da oben hasst mich“ einreihen würde.

Es gibt viele Bücher, in denen Jugendliche zum Ich-Erzähler der Geschichte werden – und die meisten scheitern genau daran! Die Jugendsprache wirkt oft künstlich, betont lässig und witzig. Auch in „Einer da oben hasst mich“ wird die Handlung von Richard selbst geschildert, allerdings mit Erfolg! Ich überlege, während ich eine Rezension schreibe, immer, was mir an dem jeweiligen Buch am besten gefallen hat, und ich glaube das ist es: Ich habe es dem Buch total abgenommen, dass es seine Geschichte durch Richard präsentiert. Ja, es könnte Richard wirklich so geben. Einen Jugendlichen kurz vor seinem achtzehnten Geburtstag, der mal unheimlich alberne und bescheuerte Dinge tut, dann aber wieder zeigt, dass er durch seine Krankheit viel zu früh erwachsen werden musste.

Als ich den Klappentext zu dem Buch gelesen habe, war mein erster Eindruck „Das klingt nach einer gelungenen Mischung aus Ernst und Humor.“ Dieser Eindruck hat sich voll und ganz bestätigt.

Anfangs hat mich etwas irritiert, dass ich keinen roten Faden erkennen konnte. Ich wusste nicht genau, worauf die Geschichte hinauswollte. Doch das änderte sich irgendwann und es wurde immer deutlicher, dass dieses Buch eine Liebesgeschichte erzählt: wunderschön und zerbrechlich, gleichzeitig aber auch wild, verzweifelt und lebensbejahend – und das ganze, ohne kitschig zu werden.

„Einer da oben hasst mich“ ist ein wirklich interessantes Buch, denn es versucht nicht gekünstelt lustig zu sein, noch drückt es absichtlich auf die Tränendrüse. Der Erzählton ist sogar beinahe beiläufig, als würde eine ganz normale (Liebes-)Geschichte erzählt werden, die rein zufällig im Hospiz spielt und zwei sterbenskranke Teenager in den Hauptrollen hat. Genau dieser Erzählton, die tollen Charaktere und insbesondere das gelungene Ende haben mir gut gefallen. 4 von 5 Sternen!


Blutrecht: Greatcoats
Blutrecht: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen „Richte gerecht, reite schnell, kämpfe hart“, 25. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Blutrecht: Greatcoats (Broschiert)
Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch eigentlich gar nicht weiter lesen möchtet; nicht, weil es schlecht ist, sondern weil ihr einfach nicht wollt, dass es endet? So ging es mir mit „Blutrecht“ dem ersten Band der Greatcoats-Reihe.

Die Greatcoats (benannt nach ihren mit langen Mänteln, die sie vor Angriffen schützen) waren vor einigen Jahren noch die Hüter der Gesetze, sie waren der lange Arm des Königs und sollten den Bürgern Gerechtigkeit bringen. Ihr Motto: „Richte gerecht, reite schnell, kämpfe hart“, wobei der Kampf immer die letzte Möglichkeit darstellen soll. Doch als der König von seinen Herzogen ermordet wird, müssen sich die Greatcoats auflösen und verstreuen sich in alle Winde. Nur Falcio, der erste der Greatcoats, und seine beiden besten Freunde Brasti und Kest bleiben zusammen, durchstreifen die Lande und suchen nach dem Vermächtnis des Königs, das es angeblich geben soll…

Und auf dieser Reise begleiten wir Falcio und seine Freunde. Die drei sind gefallene Helden, einstmals geliebt und verehrt werden sie jetzt als „Lumpenmäntel“ beschimpft. Und schnell offenbart sich der besondere Charme des Buches: der Humor! Der Ton zwischen den dreien untereinander ist ziemlich rau und trieft oft vor Ironie und Sarkasmus. So etwas mag ich sehr! Außerdem sind sich Falcio, Brasti und Kest selten einig, so dass sich wunderbare Wortduelle ergeben.

Neben diesen kommen natürlich auch die wirklichen Duelle nicht zu kurz. Hier merkt man sehr deutlich, dass der Autor selber als Kampf-Choreograph gearbeitet hat, denn beim Lesen hat man das Beschriebene sehr bildlich vor Augen, sieht förmlich die Angriffe und Ausweichmanöver.
Während die Greatcoats nur mit ihren Händen und Waffen kämpfen, gibt es in der Welt von Tristia auch Magie, die Falcio nicht ohne Grund verhasst ist: Er hat ihr meist nur wenig entgegenzusetzen und so gibt es für unsere Helden auch gefährliche Gegner, ohne die eine Geschichte doch sehr langweilig wäre.

„Blutrecht: Greatcoats 1“ lebt von seinen heldenhaften Charakteren, seinem Wortwitz und spektakulären Kampfszenen. Wer mal ein etwas anderes Fantasybuch lesen und in eine Geschichte in der Art der drei Musketiere eintauchen möchte, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt. Ich selber fiebere schon sehr dem Erscheinen des zweiten Bandes entgegen, denn mich haben die Greatcoats auch lange nach dem Lesen nicht wirklich losgelassen. 5 von 5 Sternen!


Drei Songs später
Drei Songs später
von Lola Renn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Ein gutes und wichtiges Buch, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Drei Songs später (Gebundene Ausgabe)
„Beim Abendessen ist miese Stimmung. Mein Vater quetscht mich über die Mathearbeit aus, und ich erzähle, was alles schiefgelaufen ist. Er ist ziemlich sauer. Als er aufsteht, um den Korkenzieher für die erste Flasche Wein zu holen, rempelt er mit Wucht gegen meinen Stuhl.
‚Kannst du nicht Platz machen?‘, fährt er mich an.
Ma duckt sich und rührt im Honigglas, als hätte sie was ganz Interessantes darin entdeckt.“ (S. 10)

Als ich gesehen habe, worum es in diesem Buch geht, war mir klar, dass ich es lesen muss. Viele Bücher behandeln das Thema häusliche Gewalt oder sexuellen Missbrauch, aber bisher habe ich noch kein Buch entdeckt, in dem es um psychischen Missbrauch geht.

Oberflächlich gesehen geht es Zeta gut: Ihre Eltern sind wohlhabend, sorgen sich um ihre schulischen Leistunden, organisieren ihr sogar Nachhilfe. Zeta wird nicht geschlagen und auch sonst nicht von ihren Eltern unangemessen angefasst.
Und doch herrscht zuhause eine Stimmung, die selbst für mich als Leserin mehr als unangenehm war: Zetas Vater, der regelmäßig zu viel trinkt, cholerisch ist und kein Verständnis für seine Tochter aufbringt, ist genauso überzeugend dargestellt wie ihre Mutter, die immer nur wegsieht und Zeta niemals unterstützt aus lauter Angst vor der Konfrontation mit ihrem Mann.

„Er räumt die Schublade aus, wirft die Korken und Gummibänder auf den Boden. Ma huscht in der Küche herum und sammelt sie wieder ein. Ich dreh mich weg. Ich kann es nicht ausstehen, wenn sie so untertänig ist.“ (S. 10)

Doch Zeta scheint nicht in diese Familie zu passen, sie hat ihren eigenen Kopf und auch wenn sie unter ihrem Vater leidet, versucht sich doch immer wieder, sich ihm nicht unterzuordnen – bis es zum ganz großen Krach kommt…

„Drei Songs später“ ist ein wichtiges Buch, denn es zeigt auf, dass Gewalt und Unterdrückung nicht immer körperlich sein muss. Besonders gelungen finde ich es, dass die Situation nicht übertrieben dargestellt wird. So können sich hoffentlich einige Jugendliche mit Zeta identifizieren und erkennen, dass das, was sie zuhause durchmachen, keineswegs normal ist, und dass es sich lohnt, sich Hilfe von außen zu holen; sei es von Freunden, Bekannten oder Lehrern.


Bäume reisen nachts: Roman (insel taschenbuch)
Bäume reisen nachts: Roman (insel taschenbuch)
von Aude Le Corff
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Eine gefühlvoll erzählte Geschichte über eine besondere Freundschaft, 24. April 2014
„Manon geht zum Zimmer der Eltern. Sie öffnet die Tür, die über den weißen Teppich schabt, jeden Tag mit der Hoffnung, ihre Mutter zu sehen.“ (S. 8)

Vor einigen Monaten hat Manons Mutter die Familie verlassen. Und nicht nur Manon, sondern auch ihr Vater Pierre leidet unglaublich unter dem Verlust. So sehr, dass er auch keine Kraft mehr hat, sich um seine achtjährige Tochter zu kümmern. Und so sitzt Manon jeden Tag allein unter der Birke im Garten, liest und spricht mit den Ameisen und Katzen.
Dieses Bild rührt den etwas kauzigen, ehemaligen Lehrer Anatole, so dass er sich irgendwann zu ihr setzt und beginnt, ihr aus „Der kleine Prinz“ vorzulesen. Die gemeinsame Lesezeit wird zur Routine und Manon und Anatole zu Freunden.
Und so ist es für Manon selbstverständlich, dass Anatole sie, ihren Vater und ihre Tante schließlich auf der Suche nach ihrer Mutter begleitet…

„Er ist wie aus der Welt gefallen.“ (S. 13)

Ich glaube, was mich an diesem Buch am meisten begeistert hat, ist seine Sprache. Mit wenigen Worten beschreibt die Autorin sehr eindrücklich die Traurigkeit von Pierre und die Einsamkeit und Unsicherheit von Manon.

Es ist rührend mit anzusehen, wie sich zwischen Manon und Anatole erste vorsichtige Bande spannen, denn Anatole ist im Umgang mit anderen Menschen eher unbeholfen, weiß anfangs gar nicht, wie er mit der Nähe und Zuneigung von Manon umgehen soll.

Wie ein roter Faden ziehen sich Vergleiche zu „Der kleine Prinz“ durch das Buch und obwohl ich die Geschichte nicht komplett kenne, hat mich das nie gestört. Ich finde, Aude Le Corff gibt immer genau so viel an Hintergrundinformationen, wie man braucht, um eben auch die kleinen Analogien zu verstehen.

Ein möglicher Kritikpunkt ist sicherlich, dass sich die Autorin im Verlauf der Geschichte nicht nur auf Manon und Anatole oder auf die gemeinsame Suche nach ihrer Mutter konzentriert, sondern auch noch Themen mit einbezieht, die das Buch eigentlich etwas sprengen. Mich hat das vor allem irritiert, aber ich kann gut verstehen, wenn es andere Leser wirklich stört.

Und doch ist es einfach eine sympathische, buntgemischte Truppe, die sich schließlich gemeinsam in ein Auto quetscht und die lange Reise von Frankreich nach Marokko antritt, um Manons Mutter zu finden. Mir hat es unheimlich Spaß gemacht, die vier auf dieser Reise zu begleiten, die für manche gleichzeitig eine Reise ein Stückchen mehr zu sich selbst ist. Einzig und allein der Schluss hat mir nicht wirklich gut gefallen, so dass ich doch nur sehr gute 3,5 von 5 Sternen vergeben mag.


Vilja und der Räuberschatz: Roman (Viljas Abenteuer mit den Räubern, Band 3)
Vilja und der Räuberschatz: Roman (Viljas Abenteuer mit den Räubern, Band 3)
von Siri Kolu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein toller, lustiger Teil aus der Vilja-Reihe!, 24. April 2014
„Dass Vanamo in die Klauen einer fremden Räuberbande geriet, war einzig und allein meine Schuld.“ (S. 11)

Auf dem letzten Räuberfest im Sommer hat Vilja den Räuberpokal fürs SCHWINDELN bekommen: die Königsdisziplin aller Räuberwettkämpfe. Durch Zufall findet sie darin eine Schatzkarte und zwar nicht nur irgendeine, sondern die zum Ratgeber aller Ratgeber: das Räuberhandbuch, das seit seinem Verschwinden alle Räuberbanden in die Hände bekommen wollen. Um den anderen Sippen zuvor zu kommen, planen Vilja und die Räuberbergs sofort ihre nächsten Schritte. Dass am Ende sogar Viljas große Schwester Vanamo in Gefahr gerät, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keiner.

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, war mir ganz klar, dass ich es unbedingt bei strahlendem Sonnenschein auf dem Balkon lesen wollte, denn die ersten Bände waren ganz klare „Sommerbücher“. Ich war dann etwas verwundert, als ich feststellte, dass die Handlung kurz vor Weihnachten spielt.

Was zunächst ungewohnt war, hatte dann ganz klare und deutliche Vorteile: Die Handlung war eine ganz andere als in den ersten beiden Bänden. Es ging nicht mehr um das große Räuberfest, sondern wirklich nur um die Suche nach dem Räuberschatz: dem von allen gesuchten und begehrten „Ratgeber aller Ratgeber“ (das große Räuberhandbuch). Denn so nett und unterhaltsam das Räuberfest mit den einzelnen Wettkämpfen auch ist, ein bisschen Abwechslung schadet nie.

Was natürlich bleibt, ist der liebevolle und kreative Erzählstil der Autorin, der auch dieses Buch zum puren Lesevergnügen gemacht hat. Vilja ist wieder ein bisschen erwachsener geworden und muss sich – manchmal auch ganz alleine ohne die Hilfe der Räuberbergs – Herausforderungen stellen, die sie vor ein paar Jahren noch nicht gemeistert hätte: Sie ist drum und dran eine echte Räuberin zu werden.

Insgesamt ist es schön, dass Siri Kolu ihren Charakteren Platz lässt, sich zu entwickeln, denn nicht nur Vilja ist älter geworden, auch Kalle emanzipiert sich und Hele wird noch eigenständiger und selbstbewusster. Ich bin gespannt, wann sie ihre eigene Räuberbande eröffnet.

Das einige, was mich ein klitzekleines Bisschen stört, ist die Tatsache, dass nicht alle Räuberbergs eine wichtige Rolle in diesem Buch spielen. So genervt ich manchmal auch von den ellenlangen Reden vom Wilden Karlo war, dieses Mal hat er mir manchmal doch gefehlt.

„Vilja und der Räuberschatz“ fand ich wieder genauso toll, lustig und unterhaltsam wie den ersten Band. Das Ende des Buches gefiel mir sehr, insbesondere weil klar ist: Da kommt noch was, es geht weiter mit Vilja und den Räuberbergs. Die Vilja-Bücher bilden eine wundervolle Kinderbuchreihe, die auch mich als Erwachsene begeistert. Räuberische 4,5 von 5 Sternen!


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