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Rezensionen verfasst von
Christine J. (Lesemomente)

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Bitterzart: Roman
Bitterzart: Roman
von Gabrielle Zevin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Nette (Schoko-)Mafia-Geschichte :), 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Bitterzart: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bevor ich „Bitterzart“ gelesen habe, habe ich vor allem eines mitbekommen, nämlich die Diskussion darum, ob das Buch nun eine Dystopie ist oder nicht. Ja, das Buch spielt in der Zukunft und ja, es gibt einige Veränderungen zu unserer heutigen Welt: Schokolade und Koffein sind verboten, Wasser und Papier werden rationiert, es gibt Sperrstunden…
Aber bis auf die Tatsache, dass die Schokoladenmafia nur deswegen so viel Erfolg hat, weil Schokolade eben illegal ist, spielen diese Faktoren nur eine geringe Rolle, so dass ich den meisten Lesern zustimme: Bei „Bitterzart“ handelt es sich nicht in erster Linie um den Beginn einer Dystopie, sondern eher schlichtweg um eine Mafia-Liebesgeschichte.

Ich bin etwas zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Auf der einen Seite ist es vom Schreibstil her eher einfach gehalten, die Story ist ziemlich vorhersehbar und die Charaktere relativ simpel konstruiert.
Auf der anderen Seite habe ich schon lange kein Buch mehr innerhalb so kurzer Zeit verschlungen. Ein einfach gehaltener Schreibstil kann eben auch seine Vorteile haben. Und auch wenn die Charaktere eher typisch und die Handlung nichts Neues ist, konnten mich sowohl die Personen, als eben auch die Entwicklung der Geschichte an die Seiten fesseln. Ich habe das Buch heute beendet und mich schon einige Male bei dem Gedanken ertappt, dass ich die Geschichte unbedingt weiter lesen möchte.

Ich möchte wissen, wie es mit der Liebesgeschichte zwischen Annie und Win, die einfach nicht sein darf, weiter geht. Ich möchte weiterhin die kleine, verletzliche Schwester von Annie auf ihrem Lebensweg begleiten und sehen, wie sich ihr großer Bruder Leo, der nach einem Autounfall geistig etwas zurückgeblieben ist, entwickelt. Ich möchte sehen, wie Annie es schafft, den Spagat zwischen der Verantwortung ihrer Familie gegenüber und den ganz normalen Wünschen eines jungen Mädchens zu meistern.

„Bitterzart“ ist der Auftakt einer neuen Jugendbuchreihe der amerikanischen Autorin Zevin, der, obwohl Geschichte und Schreibstil eher einfach gehalten sind, die Leser an die Seiten zu fesseln versteht und neugierig auf den Folgeband macht, der zum Glück schon im Oktober 2013 erscheint. Ich vergebe sehr gute 6 von 10 Sternen für ein schönes Lesevergnügen.


Göttlich verliebt
Göttlich verliebt
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3.0 von 5 Sternen Netter Abschluss mit einem fulminanten Ende, aber kein Must-Read, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Göttlich verliebt (Gebundene Ausgabe)
Die „Göttlich“-Trilogie ist schon immer eine Reihe gewesen, die ich ganz gerne gelesen habe, die in mir aber keine wahren Begeisterungsstürme hervorgerufen hat. Und so kam es auch, dass der finale Band „Göttlich verliebt“ relativ lange ungelesen in meinem Regal stehen konnte, ohne mich nervös zu machen. Doch nachdem ich auf der wundervollen Lesung mit der noch wundervolleren Josephine Angelini war, griff ich dann doch zum Buch.

In meinen Augen lässt sich das Buch ganz klar in zwei Hälften teilen: Der erste Teil gefiel mir nicht so gut, die Handlung zog sich, es wurden mir zu viele Geschichten auf Nebenschauplätzen erzählt, bei der ist immer wieder um die Verkörperung der Helena von Troja ging. Zum anderen hat mich das ewige Auf und Ab der Gefühle total genervt. Ich persönlich konnte Orion so gar nichts abgewinnen und so Helen streckenweise auch nicht verstehen. Sowieso nerven mich diese Dreiecksliebesgeschichten.

Doch das letzte Drittel etwa wurde dann noch ein Mal richtig spannend. Es kommt zu einem wahren Showdown: einer großen Schlacht! Und die gefiel mir so gut, dass er zumindest ansatzweise die vorherigen Längen wieder gut machen konnte. Es werden viele lose Fäden verknüpft und als Leser hat man das ein oder andere Aha-Erlebnis.

Der letzte Band hat meine Meinung zur Gesamtreihe gefestigt: Nette Romantasy mit innovativen Elementen aus der griechischen Mythologie; schön zu lesen, aber in meinen Augen kein Must-Read. 3 von 5 Sternen1


Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf: Roman (Frauenromane)
Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf: Roman (Frauenromane)
von Julia Stagg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Eine wundervolle Rückkehr nach Forgas, von den Figuren kann ich gar nicht genug bekommen, 25. August 2013
Inhalt:

Seit dem Tod ihres Mannes Jacques führt Josette Epicerie ganz alleine. Doch mit einem Mal steht der Neffe des verstorbenen Gatten vor der Tür und möchte den Lebensmittelladen übernehmen – was ihm nach dem französischen Erbrecht auch zusteht. Sein Erscheinen bringt nicht nur bei Josette, sondern im ganzen Dorf einiges durcheinander; dabei war doch gerade erst wieder Ruhe eingekehrt…

Meine Meinung:

In „Mosieur Papon“ habe ich das kleine französische Bergdorf und seine so unterschiedlichen Bewohner kennen und lieben gelernt. Voller Ungeduld habe ich auf den Folgeband gewartet und kann schon mal vorwegnehmen, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Die Geschichte beginnt damit, dass Stephanie, die scheinbar so selbstbewusst und unabhängig ist, mitten in der Nacht einen vermeintlichen Einbrecher in der Epicerie mit einem Baguette niederschlägt – was nicht unbedingt für die Qualität des Baguettes spricht nebenbei bemerkt. Es stellt sich heraus, dass der Einbrecher eigentlich gar keiner ist, sondern nur der Neffe von Jacques: Fabian. Fabian scheint zunächst für alle nur der verwöhnte, reiche Pariser zu sein, der nur an Profit denkt und in der Epicerie alles verändern möchte. Und wer den ersten Band gelesen hat weiß: Veränderungen sind in Fogas so gar nicht erwünscht.

Wer mich und meinen Buchgeschmack kennt, weiß, dass ich vor allem Bücher mag, die durch ihre Charaktere leben. In „Madame Josette“ begegne ich nicht nur den vielen einzelnen Mitgliedern dieser so bunt gemischten Dorfgemeinschaft, sondern habe auch das Gefühl mit in Fogas zu leben und quasi mittendrin zu sein. Schon in meiner Rezension zum ersten Band habe ich geschrieben, dass ich mir beim Lesen so vorkam, als würde ich einen Film sehen. Diese wunderbar bildhafte Schreibe der Autorin hat mich auch wieder an die Seiten gefesselt.

Und auch wenn die Handlung recht vorhersehbar ist, ein bisschen viel Liebe vorkommt und am Ende alles insgesamt sehr nach „Heile Welt“ aussieht, genieße ich einfach die Zeit, die ich in dem kleinen französischen Dorf verbringen darf, in dem die Zeit einfach etwas langsamer vergeht.

„Madame Josette“ schließt für mich nahtlos an „Monsieur Papon“ an, nicht nur in Bezug auf die Handlung, sondern auch durch die gemütliche Atmosphäre und die leicht schrulligen und verschrobenen Charaktere. Die Wartezeit bis zum nächsten Band vertreibe ich mir damit, mir auszumalen, welche Personen in den nächsten Büchern noch im Fokus stehen könnten… Ich vergebe 9 von 10 Sternen.


Alanna - Das Lied der Löwin (Heyne fliegt)
Alanna - Das Lied der Löwin (Heyne fliegt)
von Tamora Pierce
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wundervolle High-Fantasy für Jugendliche, 25. August 2013
Inhalt:

Der Plan ihres Vaters sieht vor, dass Alanna eine Hofdame und ihr Zwillingsbruder ein Ritter wird. Doch die beiden haben etwas andere Pläne: Alannas Bruder beginnt eine Ausbildung zum Zauberer und Alanna selbst reist gemeinsam mit Coram, dem Ritter ihres Vaters, in die Hauptstadt Corus, um dort als Alan ihre Ausbildung zum Knappen zu beginnen.
Doch ganz so leicht, wie sie sich das vorgestellt hat, wird ihre Zeit dort nicht, denn als jüngster und kleinster Knappe muss sie sich besonders beweisen und gleichzeitig immer darauf achten, dass ihre Täuschung nicht auffliegt…

Meine Meinung:

Zum Glück hat Heyne die vier Bücher um die Ritterin Alanna neu herausgegeben, sonst wäre ich vielleicht nie auf sie aufmerksam geworden. So lockte mich erst das Cover und dann der Klappentext.

Mit Alanna hat die Autorin eine perfekte Heldin für so eine Jugendfantasybuch geschaffen: liebenswert und klug, warmherzig und tapfer, aber nicht gänzlich ohne Furcht und Schwächen. Außerdem hat die Autorin ihrer Hauptfigur eine Reihe starker und liebenswerter Charaktere an die Seite gestellt, die jeder für sich schon fast ein Buch wert wären.

Man merkt diesem Sammelband an, dass er vier Einzelbände enthält, denn insbesondere zwischen den einzelnen Teilen scheut sich die Autorin nicht vor Zeitsprüngen und Ortswechseln. Insgesamt verläuft die Handlung auch nicht immer so gradlinig, wie man es als Leser zunächst vermuten mag; vor allem auch, weil einige Charaktere unerwartete Entwicklungen durchmachen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Eine toughe Heldin, Ritter, Magie, Intrigen und jede Menge Kämpfe: Mehr braucht man nicht für ein Fantasyjugendbuch, das ganz ohne Vampir-Werwolf-Gestaltwandler-Kitsch auskommt und schon fast an epische Highfantasy für Erwachsene erinnert. Tamora Pierce hat eine Welt und Charaktere geschaffen, die ich nur sehr ungern wieder verlasse. Mir wird es wirklich fehlen, immer wieder neue Abenteuer mit Alanna zu erleben. 4 von 5 Sternen!


Der Weg in die Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 1]
Der Weg in die Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 1]
von Brent Weeks
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute, aber sehr komplexe Fantasy, 25. August 2013
„Leben ist leer. Wenn wir Leben nehmen, nehmen wir nichts von Wert. Blutjungen sind Auftragsmörder. Das ist alles, was wir tun. Das ist alles, was wir sind. Es gibt keine Poeten in dem bitteren Geschäft“, erklärte Blint. (S. 101)

”Der Weg in die Schatten” ist kein einfaches Buch. Die Hauptperson ist Azoth: ein Junge, der in der Gosse aufwächst und unter den Anführern sehr zu leiden hat. Um dem zu entgehen, beschließt er, ein Blutjunge (also ein Assassin) zu werden. Das ist natürlich nicht unbedingt eine Entwicklung, die einen Hauptcharakter sympathisch macht. Und Brent Weeks macht es dem Leser auch nicht leicht, indem er Azoth zu einem Robin Hood der Blutjungen werden lässt. Im Gegenteil, es ist klar, dass Azoth nur dann erfolgreich werden kann, wenn ihm die Leben, die er nimmt, nicht wichtig sind.

Es ist trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen? – eine Handlung, die mitreißt. Die Hoffnung, dass sich Azoth doch irgendwann richtig zwischen Gut und Böse entscheidet, lässt den Leser Seite um Seite lesen…

Die Geschichte an sich ist sehr vielschichtig und so gibt es verschiedene Handlungsstränge und ziemlich viele Personen, deren Namen und Motive man sich merken muss. Das macht das Lesen nicht immer ganz einfach, aber auch umso interessanter, da die Handlung selten bis gar nicht vorhersehbar ist.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Schluss, denn der war mir dann zu verworren und zu komplex. Ehrlich gesagt weiß ich auch jetzt nach dem Beenden des Buches gar nicht sicher, ob ich wirklich alles ganz richtig verstanden, alle Täuschungsmanöver und Finten als solche erkannt und alle Wendungen richtig mitbekommen habe.

Dieser erste Band der Schatten-Trilogie hat mich von Brent Weeks als Autor überzeugt. Der Mann kann definitiv schreiben und den Leser auch über viele Seiten ans Buch fesseln. Ein etwas bitterer Nachgeschmack bleibt durch den zu unübersichtlichen Schluss und einigen Wendungen, mit denen ich mich erstmal anfreunden muss. Trotzdem werde ich sicherlich auch den zweiten Band lesen, wenn es mich auch nicht sofort in die nächstgelegene Buchhandlung zieht. Ich vergebe 7 von 10 Sternen.


Sieben verdammt lange Tage: Roman
Sieben verdammt lange Tage: Roman
von Jonathan Tropper
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Genial!, 25. August 2013
Inhalt:

Familientreffen können anstrengend sein, das weiß jeder. Das ist auch bei Judd und seiner Familie nicht anders – im Gegenteil. Umso entsetzter sind Judd und seine drei Geschwister, als sie von ihrer Mutter den letzten Wunsch ihres Vaters erfahren: Die Familie soll nach seinem Tod für ihn sieben Tage Schiwa sitzen. Und eines ist gleich klar: Das werden sieben verdammt lange Tage!

Meine Meinung:

Seit ich von der Idee dieses Buches gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen, denn welche Situation bietet mehr Potenzial für grandiose Szenen mitten aus dem Leben als eine eigentlich trauernde Familie, die sieben Tage lang mehr oder weniger rund um die Uhr in einem Raum sitzt und Trauergäste empfangen muss.

Natürlich bringt auch jeder der Familienmitglied sein eigenes Problem mit ins Elternhaus: Judd hat erst vor kurzem seine Ehefrau in flagranti beim Sex mit seinem Chef erwischt, Wendy ist genervt von ihren Kindern und ihrem ewig telefonierenden, ach so wichtigem (Geschäfts-)Mann. Die Frau von Judds Bruder Paul wünscht sich hingegen seit langem Kinder, bisher ohne Erfolg. Und zu guter letzt taucht dann auch noch der jüngste Sprössling der Familie, Phillip, mit seiner neuen, um einiges älteren Freundin und ehemaligen Lebensberaterin auf.

„Wir sitzen nun seit genau einer halben Stunde Schiwa. Zum Glück klingelt es in dem Moment an der Tür, denn wer weiß, in welche Abgründe passiv-aggressiver Attacken wir uns sonst hinabbegäben. Während sich der Raum mit ernst dreinblickenden Nachbarn zu füllen beginnt, die alle gekommen sind, um uns ihr Beileid auszusprechen, wird langsam klar, dass in einem Schiwa-Haus vor allem deswegen so viele Besucher erwünscht sind, damit die Trauernden möglichst wenig Gelegenheit haben, sich gegenseitig in Stücke zu reißen.“ (S. 88)

Herrlich! Dieses Buch ist einfach nur herrlich! Ich habe es in einem kleinen türkischen Restaurant angefangen und könnte es durchaus verstehen, wenn mich die Kellner dort etwas merkwürdig fänden. Schon auf den ersten Seiten musste ich mehr als ein Mal losprusten. Ich liebe die Schreibe von Tropper! „Schnoddrig und unverblümt wie das Leben selbst“ habe ich mir als Stichpunkt notiert und das finde ich immer noch sehr passend. Ob es nun dabei um die detaillierte Beschreibung davon geht, wie Judd seine Frau beim Sex mit seinem Chef erwischt, oder z.B. um die (natürlich vergeblichen) Versuche der sich plötzlich so einigen Geschwister, die Schiwa auf drei Tage runter zu handeln.

„Sieben verdammt lange Tage“ hat mir genau das geboten, was ich erwartet habe: eine hochexplosive Mischung an Emotionen (die ich als unbeteiligte Leserin mit einer gewissen Schadenfreude ganz besonders genießen konnte), eine grandiose Erzählweise und ein extrem trockener Humor. Ich vergebe sehr gerne 9 von 10 Sternen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2014 3:19 PM MEST


Das Mädchen mit dem Flammenherz: Roman (Heyne fliegt)
Das Mädchen mit dem Flammenherz: Roman (Heyne fliegt)
von Kady Cross
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Eine nette Steampunk-Geschichte für zwischendurch, 25. August 2013
Fast auf den Tag genau zwei Jahre nachdem ich „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ gelesen habe, habe ich nun den Folgeband gelesen:

Dieses Mal geht die Reise nach New York, denn Jasper ist von Reno Dalton, einem gewissenlosen Gangster und seinem früheren Boss, entführt worden. Gemeinsam mit Griffin, Sam und Emily versucht Finley, nicht nur die Gründe dafür herauszufinden und ihren Freund zu befreien, sondern auch ein gefährliches Verbrechen zu verhindern. Und das alles natürlich mit ihren besonderen, durch den Aether veränderten Fähigkeiten...

Ich muss gestehen, dass ich mich kaum noch an den ersten Band erinnern konnte. Abgespeichert war er bei mir unter „Steampunk“, "nett zu lesen“ und „ich mochte die Charaktere“. Tatsächlich war es so, dass mir zu Beginn von „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ nicht mehr alle Namen der Hauptpersonen bekannt waren. Dies war aber gar nicht schlimm, denn die Geschichte versteht man auch gut, ohne die Inhalte des ersten Bandes noch genau zu kennen.

Ansonsten waren meine Erinnerungen an den ersten Band sehr passend: Die Charaktere sind sehr einfach, aber eben wirkungsvoll gestaltet, es gibt viele Identifikationsfiguren und durch ihre Verschiedenheit reichlich Potenzial für nette Dialoge und lustige Situationen. Die Story an sich ist keine besondere und auch relativ schnell zu durchschauen, was mich aber gar nicht gestört hat, denn sie lässt sich nett und in einem Rutsch lesen.

„Nett“ ist eigentlich eine Beschreibung, die mich persönlich in einer Rezension abschrecken würde. „Nett“ ist eben nicht „überragend“, „fesselnd“ oder „poetisch“. Aber manchmal gibt es einfach auch den perfekten Zeitpunkt für ein nettes Buch mit einer netten Geschichte. Und um genau so ein Buch handelt es sich hier. 7 von 10 Sternen!


Legend - Fallender Himmel: 6 CDs. Laufzeit ca. 7 Std. 45 Min.
Legend - Fallender Himmel: 6 CDs. Laufzeit ca. 7 Std. 45 Min.
von Marie Lu
  Audio CD
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen Sehr schöne Dystopie, die durch ihre Charaktere lebt, 25. Juni 2013
Ich weiß nicht genau, ob ich froh oder traurig sein soll, dass ich die Geschichte von Day und June erst jetzt gehört habe. Froh, weil nun die Wartezeit bis zum Erscheinen des zweiten Bandes (16.9.2013) nicht mehr so lang ist? Oder traurig, weil ich Day und June erst jetzt kennengelernt habe?

„Legend – Fallender Himmel“ ist eine großartige Dystopie, die sich für mich vor allem durch die wunderbar konzipierten Charaktere und die Figurenkonstellation von anderen Dystopien abhebt. June und Day sind beide auf ihrer Weise so stark und beeindruckt, klug und einfühlend. Und doch sind sie Gegenspieler, seit June geschworen hat, Day zu jagen.

„Ich werde dich finden. Ich werde die Straßen von Los Angeles nach dir durchkämmen. Jede Straße der Republik, wenn es sein muss. Ich werde dich in die Irre führen und überlisten, ich werde lügen, betrügen und stehlen, um dich zu finden, dich aus deinem Versteck zu locken und dich jagen, bis es keinen Ort mehr gibt, an den du fliehen kannst. Das verspreche ich dir: Dein Leben gehört mir.“ (Klappentext)

Die Handlung an sich ist simpel und doch fand ich sie unheimlich spannend. Schnell ist klar, dass June und Day, obwohl sie unerbittliche Gegner sind, einen gewissen Reiz aufeinander ausüben. Noch interessanter wird dies dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt wird, so dass der Leser/Hörer immer etwas mehr weiß, als die beiden Hauptpersonen jeweils selbst.

Der erste Teil dieser Trilogie hat mir wirklich sehr gut gefallen. Natürlich gleichen sich die Dystopien auf dem aktuellen Markt alle ein wenig, aber diese hier hat das, was ich an Büchern so liebe: Tolle, mutige Charaktere.

Das Hörbuch:

Eigentlich höre ich meist nur Hörbücher von Büchern, die ich schon kenne. „Legend – Fallender Himmel“ war mir vorher unbekannt. Und obwohl dies eine leicht gekürzte Fassung ist, hatte ich nie das Gefühl, dass mir ein Stückchen Inhalt oder die nötige Atmosphäre fehlte.

Mir haben beide Sprecher - Day wird von Julian Greis gesprochen und Patrycia Ziolkowska spricht June - außerordentlich gut gefallen und sie haben den Personen noch mehr Tiefe und Facetten verliehen, vor allem, weil beide Sprecher in meinen Augen sehr wandlungsfähig sind und so die einzelnen Stimmungen, Gedanken und Gefühle von Day und June gut Ausdruck verleihen konnten. Das Hörbuch ist also insgesamt sehr empfehlenswert.


Aufbruch: Partials I
Aufbruch: Partials I
von Dan Wells
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Schöne, neuartige Dystopie ohne Liebesbeziehung im Mittelpunkt, 14. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Aufbruch: Partials I (Gebundene Ausgabe)
Was für eine geniale und wirklich neuartige Dystopie. Die Idee, die Umsetzung und vor allem die Tatsache, dass endlich mal keine Liebesgeschichte, sondern einfach nur die Rettung der Menschheit im Mittelpunkt steht, haben mich an diesem Buch wirklich sehr begeistert.

Dan Wells ist es gelungen, Bilder vor meinen Augen entstehen zu lassen, wie es selten ein anderer Autor geschafft hat. Und so bin ich gemeinsam mit Kira durch verlassene Straßen gewandert, habe mich hinter ausgebrannten und schon halb verrotteten Autos versteckt und hatte stets das Gefühl mittendrin zu sein.

Ich muss gestehen, dass mich die Schnelligkeit der Handlung am Anfang irritiert hat. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass alles sehr rasant und beinahe wie in einem Actionfilm abläuft.

Mir geht es beim Lesen oft so, dass ich ahne, was jetzt auf den nächsten 200 Seiten so grob passieren wird. So frei nach dem Motto: „Okay, jetzt müssen sie nach Mordor wandern und dort den Ring vernichten!“ Bei „Herr der Ringe“ dauert das – wie erwartet – ziemlich genau drei Bücher lang. Doch bei „Aufbruch: Partials I“ findet die komplette Handlung, die man als Leser vermutete, schon auf den kommenden 20 Seiten statt. Um bei dem Bild zu bleiben: Der Ring wird schon nach dem ersten Buch vernichtet, danach schließt sich eine ganz unerwartete Handlung an. Wie gesagt: für mich anfangs etwas irritierend.

Der riesengroße Vorteil hiervon ist jedoch offensichtlich: Die Geschichte wird nicht langweilig, verliert nie an Tempo und hält auch einige interessante Wendungen und Höhepunkte für den Leser parat.

Ein wenig gestört hat mich, dass manche Erkenntnisse, die Kira hat, für mich viel zu simpel waren. Kira, sowie andere hochgradig qualifizierte Wissenschaftler arbeiten seit Jahren an dem Problem des Gendefekts der Neugeborenen. Die entscheidende Entdeckung, die Kira im ersten Drittel der Geschichte macht, ist meiner Meinung nach etwas lachhaft und viel zu naheliegend. Doch obwohl ich mich zu dem Zeitpunkt im Buch wirklich darüber geärgert habe, überwiegt jetzt nach dem Lesen eindeutig die Begeisterung.

„Aufbruch: Partials I“ ist eine gelungen andersartige Dystopie, die durch ihr hohes Tempo und die bildhafte Schreibe des Autors an einen Actionfilm erinnert. Rasant schreitet man als Leser durch die Handlung und wird immer wieder von neuem überrascht. Ich fiebere jetzt schon dem nächsten Teil entgegen. 4 von 5 Sternen!


BETA
BETA
von Rachel Cohn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Dystopie in einer viel zu perfekten Welt, 30. April 2013
Rezension bezieht sich auf: BETA (Gebundene Ausgabe)
Wer glaubt, Dystopien müssten immer düster, grausam und dunkel sein, um den Leser in ihren Bann zu ziehen und zu ängstigen, der hat noch nicht „Beta“ gelesen.

Denn die Welt, in der „Beta“ spielt, ist perfekt. Erschreckend perfekt. Die Handlung spielt auf der Insel Demesne, die bis auf wenige Ausnahmen vom Rest der Welt abgeschottet ist. Nur wer viel Geld zahlen kann, bekommt hier eine Landegenehmigung. Das Meer von Ion, das die Insel umspielt, eben so wie die Luft sind künstlich verändert, besonders wohltuend für Seele und Körper.

Und in diese Welt hinein wird nun Elysia geschaffen, um den Schönen und Reichen zu dienen. Sie ist ein Klon und anders als die meisten Klone ist sie ein Produkt aus der ersten Testreihe von jugendlichen Klonen – eine Betaversion. Klone selber haben eigentlich keine Gefühle und vor allem keine Erinnerungen an ihre Firsts – die Menschen, deren Körper Vorlage für sie waren. Dass die Geschichte, um die es in diesem Buch geht, dennoch von Elysia selbst erzählt wird, ist also ein gelungener Widerspruch in sich, denn so wird dem Leser schnell klar, dass diese Beta nicht so ist, wie sie sein soll: Sie denkt, sie fühlt und sie erinnert sich.

Wenn man mich fragen würde, was ich an diesem Buch am allermeisten mochte, dann ist es ganz klar der Schreibstil. Ich habe schon zwei andere Bücher von Rachel Cohn gelesen, die sie in Zusammenarbeit mit David Levithan verfasst hat, und mag es, wie sie es immer wieder schafft, den Leser förmlich über die Seiten fliegen zu lassen. Bücher von Rachel Cohn sind grundsätzlich pure Unterhaltung.

Mit „Beta“ hat sie sich in ein ganz neues Genre gewagt, auch wenn es in dieser Geschichte unter anderem auch um die erste Verliebtheit zwischen zwei Menschen geht. Und im Gegensatz zu vielen anderen Autoren hat es Frau Cohn geschafft, der Dystopie ein ganz eigenes Gewand zu verpassen. Es ist rosa, es ist wunderschön und vermeintlich perfekt. Doch was darunter verhüllt wird, will niemand sehen, denn es stiftet Unruhe.

Es gibt zwei Dinge, die ich trotz meiner Begeisterung an diesem Buch kritisieren muss. Zum einen bin ich immer wieder darüber gestolpert, wie plötzlich Elysia ihre Meinung ändert, gewisse Erkenntnisse bekommt, ohne dass sie sich zu diesen Dingen vorher schon mal Gedanken gemacht hat.
Zum anderen wusste ich beim Lesen vorher nicht, dass dies der erste Band einer Trilogie oder einer Reihe wird und war vom Ende etwas überrumpelt. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Verlage mal anfangen würden, dies deutlicher zu kennzeichnen.

„Beta“ ist eine Dystopie, die nicht durch ihre Grausamkeit und Düsterheit aus der Masse hervorsticht, sondern durch ihre übertrieben Perfektion. Die Geschichte liest sich wundervoll und hat mich vom Anfang bis zum Schluss gut unterhalten. Das einzig wirkliche Manko war für mich insbesondere zum Schluss die gedankliche und emotionale Sprunghaftigkeit von Elysia. 3,5 von 5 Sternen.


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