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Christine J. (Lesemomente)

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Der Wald der träumenden Geschichten
Der Wald der träumenden Geschichten
von Malcolm McNeill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Ein Buch, das mich verwirrt hat und etwas zwiegespalten zurücklässt, 17. Oktober 2014
Uff, diese Rezension fällt mir richtig schwer. Normalerweise weiß ich, bevor ich eine Rezension beginne, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Im besten Falle habe ich schon eine Bewertung im Kopf und weiß auch, woran ich diese festmache. Nicht so bei diesem Buch…

Um es kurz und knapp zu sagen: Ich bin mir mit mir selbst nicht einig, wie ich “Der Wald der träumenden Geschichten” finde. Es gab Stellen, die ich langweilig fand, und welche, die spannend waren. Manchmal habe ich die Fantasie des Autors bewundert und mich an seinen Kreationen erfreut, andere Male waren mir kleine Teilgeschichten zu abgehoben und komisch.

Einerseits finde ich, dass das Buch stellenweise, vor allem sprachlich, nicht für Kinder geeignet ist, andererseits ist die Geschichte eindeutig für ältere Kinder geschrieben und spricht sie sicherlich auch an.

Auf der Verlagsseite wird der philosophische Tiefgang des Buches hervorgehoben und auch hier ist meine Meinung zwiespältig: Manchmal war es mir zu philosophisch, dann wieder zu wenig. Es gab aber auch Stellen, die in dieser Hinsicht wirklich perfekt waren und zum Nachdenken angeregt haben.

“Tausende von Jahren haben die Menschen gelebt, ohne sich zu fragen, wie sie leben sollten. Ich denke, sie wussten es intuitiv. Man brauchte keine besonderen Antworten, weil es keine besonderen Fragen gab. Die Menschen lebten so wie die Bäume – sie schlugen Wurzeln, trieben Äste und wuchsen.” (S. 331)

Eine Sache war aber uneingeschränkt schön und zwar die Sprache, insbesondere die Beschreibung der Bücher und Geschichten dort.

“Das Buch hatte Max als Erstes gesehen. Es lag im Sessel, als habe es auf ihn gewartet, und zog ihn sofort in Bann – nicht nur durch seine Größe und Schönheit, sondern auch durch ein seltsames Gefühl von Vertrautheit. Es kam ihm vor, als kennten sie beide sich schon seit langer Zeit und kämen nun endlich wieder zusammen.” (S. 88)

Also: Es gab vieles, was ich an diesem Buch mochte, so beispielsweise die Sprache, meist die Fantasie des Autors und die Charaktere. Andere Dinge haben mir nicht so gut gefallen: So hatte die Geschichte manchmal gewisse Längen und ich habe den roten Faden nicht immer ganz gesehen. Insgesamt vergebe ich noch 6 von 10 Sternen.


Ihr seid nicht allein: Thriller
Ihr seid nicht allein: Thriller
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Immer noch solide - reicht aber nicht an den ersten Band heran, 17. Oktober 2014
Der zweite und abschließende Band dieser Reihe beginnt eigentlich schon fast mit einem Highlight. Benson macht eine Entdeckung, die alles, was man als Leser bisher erfahren und vermutet hat, nochmal in den Grundangeln erschüttert. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Benson gerät von einer Gefangenschaft in die nächste.

Leider war dies auch schon der Höhepunkt für mich. Die weitere Handlung läuft dann so vor sich hin. Es kommt zwar noch zu einigen, teilweise sogar recht dramatischen Zwischenfällen, aber irgendwie konnten die mich nicht so richtig mitreißen. Natürlich habe ich das Buch trotzdem zuende gelesen, es ist schließlich nicht schlecht, aber die Spannung und vor allem die Faszination der zwischenmenschlichen Beziehungen aus dem ersten Band habe ich vermisst. Gerade in Bezug darauf habe ich einige Entscheidungen von Benson auch nicht mehr nachvollziehen können. Die Auflösung, die der Autor dem Leser am Ende präsentiert, konnte meine Meinung dann auch nicht mehr großartig ändern.

“Ihr seid nicht allein” bietet in meinen Augen nicht mehr ausreichend Potenzial für ein eigenständiges Buch. Robison Wells hätte lieber den ersten Band noch etwas ausweiten und als Einzelband konzipieren sollen.


Du kannst keinem trauen: Thriller
Du kannst keinem trauen: Thriller
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Genialer, klug konzipierter Jugendthriller, 17. Oktober 2014
Hohe Mauern und Stacheldraht, keine Erwachsene, Schüler, die versuchen, die Macht an sich zu reißen und die große Frage nach dem Warum: ein seh viel genialeres Setting kann es wohl nicht geben. Klar, es ist auch kein innovatives Setting, doch das, was Robison Wells – übrigens der Bruder von Dan Wells – daraus macht, hat mich überrascht und begeistert. Geht es zunächst für Benson darum, sich einer der drei Gruppen in dem Internat anzuschließen und sich zu behaupten, wird schnell klar, dass mehr hinter dem Internat stecken muss. Warum gibt es hier nur Schüler, die keine richtige Familie haben. Sollen sie zu Elitekämpfern ausgebildet werden? Aber warum erhalten sie dann keinen richtigen Unterricht? Kein strategisches Fachwissen?

“‘Was, wenn wir alle versuchen würden, abzuhauen – alle vierundsiebzig? Wir bauen einfach ein paar Leitern und hauen ab. Keiner außer uns selbst hält uns hier fest.'” (S. 177)

Die Auflösung, die sich langsam im letzten Drittel des ersten Bandes offenbart, ist wirklich interessant, obwohl ich schon etwas in diese Richtung geahnt habe. Das Ende ist dann dramatisch und packend wie ein Actionthriller, so dass ich direkt den zweiten Band zur Hand nehmen musste.

Für “Du kannst keinem trauen” gibt es also eine ganz klare Leseempfehlung: spannend geschrieben, tolle Ideen, gut ausgearbeiteter Plot.


Bonjour Veronique oder ein Dorf hält zusammen: Roman
Bonjour Veronique oder ein Dorf hält zusammen: Roman
von Julia Stagg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist immer wieder schön, nach Fogas zurückzukehren!, 25. August 2014
Die Reise nach Fogas bedeutet für mich mittlerweile eine Art nach Hause kommen. Jahr für Jahr warte ich gespannt auf den neuen Band von Julia Stagg und freue mich auf ein Wiedersehen mit all den geliebten Dorfbewohnern. Im Laufe des Jahres und auch in der Zeit, die ich mit ihnen verbringe, machen einige von ihnen spannende Entwicklungen durch. So kann ich dieses Mal voller Stolz erkennen, dass Madame Josette immer selbstbewusster wird, die verschrobene Annie etwas von ihrer Verschrobenheit abgelegt hat und offener auf andere zugeht und sich Stephanie sowie Fabian immer mehr in Fogas heimisch fühlen.

Doch auch in diesem Band gibt es eine neue Figur, die so einiges durcheinander bringt: Arnaud, der charismatische Fährtenleser, der von der Regierung geschickt wurde, um die Wiedereingliederung der Bären zu überwachen. Seine Anwesenheit bringt nicht nur die Anti-Bären-Fraktion dazu, zu Hochtouren aufzulaufen, sondern auch Christian zu einer auch für ihn selbst unbegreiflichen Antipathie gegenüber dem ihm eigentlich so sympathischen Arnaud. Kann das etwas damit zu tun haben, dass er Veronique erstaunlich nahe kommt? Apropos Veronique: Wenn es ihr nicht bald gelingt, das Postamt neu zu eröffnen, dann wird Forgas mehr und mehr verfallen. Aber der amtierende Bürgermeister Serge scheint nach dem Tod seiner Frau nicht in der Verfassung zu sein, etwas dagegen zu unternehmen, und der erste Bürgermeistervertreter Pascal hat wie immer nichts Gutes im Sinn.

Ihr seht: Auch in diesem Band geht es hoch her. Trotzdem verliert Julia Stagg bei all der Handlung, die teilweise auch recht dramatisch ist, nicht den liebevollen Blick für das Zwischenmenschliche. Gekonnt beschreibt sie die Beziehungen der einzelnen Figuren untereinander und lässt sie dem Leser sehr facettenreich erscheinen. Das trägt umso mehr zu dem Gefühl beim Lesen bei, endlich wieder Urlaub bei alten Bekannten zu machen.

Faszinierend fand ich, dass ich beim Lesen mancher Passagen und Intrigen ganz hibbelig wurde, obwohl ich doch genau wusste, dass die Bewohner von Fogas bisher noch jedes Problem auch ohne meine Hilfe lösen konnten.

“Bonjour Veronique” hat mich genauso gut wie seine Vorgänger unterhalten. Ich mag einfach das Gefühl, für einige Stunden in das Leben des Dorfes Fogas einzutauchen, das Treiben dort zu beobachten und Zeit mit den liebevoll gestalteten Figuren zu verbringen, um dann glücklich und zufrieden wieder aufzutauchen. Zufrieden ist mein Stichwort: Ich vergebe zufriedene 4 von 5 Sternen.


Der Geschmack des Sommers
Der Geschmack des Sommers
von Sarah Ockler
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Eine leichte Sommerliebesgeschichte kombiniert mit ein bisschen Tiefgang, 22. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Geschmack des Sommers (Taschenbuch)
Sarah Ockler ist bekannt dafür, schöne Sommerbücher für Jugendliche zu schreiben, in denen gleichzeitig auch ein ernstes Thema behandelt wird. In “Die Sterne leuchten immer noch” ging es um das Thema Tod, in “Verlieb dich nie in einen Vargas” um Demenz und in ihrem neuen Roman “Der Geschmack des Sommers” geht es nicht nur um familiäre Probleme, sondern auch in Ansätzen um Depressionen.

Delilah hat kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, die sich voll und ganz um ihren Beruf kümmert und dabei ihre Tochter total aus den Augen verliert. Außerdem hat Delilah seit der Beerdigung ihres Großvaters vor acht Jahren auch keinen Kontakt mehr zu ihrer Oma, denn sie, ihre Mutter und ihre Tante sind damals überstürzt abgereist. Über das, was damals passiert ist, wird nicht gesprochen.

Als jetzt auch Delilahs Großmutter verstirbt und Delilah mit ihrer Mutter aufbricht, um den Sommer im Haus ihrer Großeltern zu verbringen, scheint es unausweichlich, dass sich die beiden endlich der Vergangenheit und ihrer gemeinsamen Gegenwart stellen. Sehr glaubhaft schildert die Autorin das Verhältnis zwischen Delilah und ihrer Mutter. Für mich war Delilahs Einsamkeit und Verlassenheit beinahe greifbar.

“‘Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass meine Mutter wirklich tot sein soll, Mäuschen.’
Mäuschen  – ihr alter Name für mich, aus der Zeit als ich noch kleiner war. Aber er wirkt auf mich genauso befremdlich wie ihre Unsicherheit. Ich glaube, uns beiden wird in diesem Augenblick bewusst, wie lange sie ihn schon nicht mehr benutzt hat. Mom schüttelt den Kopf, wie um das Kosewort abzuschütteln, und schaut dann wieder auf den See hinaus.” (S. 29)

Das ändert sich allerdings sehr schnell, als sie ihren alten Freund Patrick wiedertrifft, zu dem sie sofort wieder ein sehr enges und vertrautes Verhältnis hat. Patrick an sich und auch die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden hat mir zwar gut gefallen, war mir aber stellenweise etwas zu unrealistisch und einfach.

“Und als ich seine Augen ganz nah vor mir sehe – gold- und bernsteinfarben gesprenkelt, mit einem herausfordernden Lächeln -, kann ich nicht anders. Ich muss lächeln.” (S. 64)

Ich habe ja oben schon erwähnt, dass das Thema Depressionen an der ein oder anderen Stelle Erwähnung findet. Auch hier geht die Autorin sehr sensibel vor, so dass “Der Geschmack des Sommers” immer noch ein leichtes Sommerbuch bleibt, aber dennoch an Tiefe gewinnt.

Insgesamt hat mir “Der Geschmack des Sommers” gut gefallen. Es bietet eine interessante Familienkonstellation, das ein oder andere Geheimnis und eine schöne Liebesgeschichte. Meiner Meinung nach hätte sich diese allerdings etwas langsamer entwickeln können. Aber: Das Buch hält, was es verspricht. Es ist das perfekte Sommerbuch: unterhaltsam, schön und leichtlesig. Ich vergebe gute 3,5 von 5 Sternen.


Glücksdrachenzeit
Glücksdrachenzeit
von Katrin Zipse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

4.0 von 5 Sternen Ein wirklich BESONDERES Jugendbuch, 22. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Glücksdrachenzeit (Gebundene Ausgabe)
“Glücksdrachenzeit” ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Buch: Es erzählt eine besondere Geschichte auf eine ganz besondere Art und Weise. Kurz und knapp könnte man es sicherlich als Roadtrip der besonderen Art bezeichnen. Und da ist es schon wieder, das Wörtchen “besonders”. Was meine ich damit eigentlich?

“Ich wusste nicht, dass man jemanden so schnell so gern haben kann.” (S. 174)

Auf den ersten Blick ist die Geschichte, die Katrin Zipse erzählt, ganz normal: Ein Mädchen macht einen Roadtrip und lernt dabei einen unglaublich süßen Jungen kennen. Hat man schon viele Male gelesen. Doch das, was die Autorin aus diesem Szenario macht, ist eben alles andere als normal: Nicht nur dass Nelly den Roadtrip gemeinsam mit einer alten Dame – Miss Wedlock – bestreitet, die sich von Zeit zu Zeit absolut unnormal verhält und von kleinen Leuten spricht, die niemand außer ihr wahrnehmen kann.

Nein, Nelly macht diesen Roadtrip auch nicht aus einem der üblichen Gründe, die man aus Jugendbüchern kennt. Sie macht sich nämlich auf den Weg, um ihren großen Bruder Kolja abzuholen, der ihr Leben lang immer für sie da war und früher sogar, bevor er ins Ferienlager fuhr, für Nelly ein Märchen aufnahm, damit sie auch ohne ihn einschlafen konnte. Doch nun ist Kolja abgehauen und Nelly möchte ihn wieder nach Hause holen, denn ohne ihn ist es dort noch stiller und kälter als zuvor.

“Wenn man nichts sagt, ist es auch nicht wahr.
Ganz einfach.” (S. 217)

Wenn ich an das Buch zurückdenke, fällt mir als erstes wieder die Erzählweise der Autorin ein. Die ist nämlich ganz eigen, insbesondere für ein Jugendbuch. Katrin Zipse erzählt ihre Geschichte nämlich nicht immer linear, sondern unterbricht die eigentlich Haupthandlung immer mal wieder durch kleine Einwürfe und Erinnerungen, mit denen der Leser anfangs noch nicht so viel anzufangen weiß. Ich muss gestehen, dass mich das zu Beginn etwas verwirrt hat; nach und nach fügten sich aber die einzelnen Puzzleteile zusammen und ergaben am Ende doch ein recht vollständiges Bild. An dieser Stelle wird schon deutlich: “Glücksdrachenzeit” ist kein einfaches Buches: Als Leser muss man mitdenken, muss kombinieren und ein wenig zwischen den Zeilen lesen.

“Man übernimmt Verantwortung, wenn man jemanden rettet.” (S. 33)

“Glücksdrachenzeit” erzählt eine ganz besondere Geschichte von Nelly, die nicht ohne ihren großen Bruder zuhause leben möchte, von einer liebenswerten alten Dame, die ihre ganz eigene Vergangenheit hat, und von Elias, dem die beiden auf ihrem Weg nach Avignon begegnen. Es erzählt von Verantwortung und Stille. Und von dem Gefühl einfach ausbrechen zu müssen. “Glücksdrachenzeit” ist ein anspruchsvolles Jugendbuch, das nicht immer einfach zu lesen ist, dafür aber unheimlich viel zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Dafür vergebe ich 4 von 5 Sternen.


Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte
Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte
von Crystal Chan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unheimlich sprachgewaltiges Buch für ältere Kinder aber auch für Erwachsene, 29. Juli 2014
„Großvater hörte an dem Tag auf zu sprechen, an dem er meinen Bruder John tötete.“ (S. 5, erster Satz des Buches)

Natürlich tötete Jewels Großvater ihren Bruder nicht wirklich, aber alle glauben, dass es seine Schuld ist. Schließlich hatte er John immer Bird genannt und ihn – so glauben es zumindest Jewels Eltern – dazu gebracht, von einer Klippe hinunter zu springen, um zu fliegen.
Der Tag, an dem Bird stirbt, ist gleichzeitig der Tag von Jewels Geburt. Allerdings hat sie oft das Gefühl, gar kein richtiges Leben zu haben. Alle denken nur noch an Bird: Ihr Großvater spricht nicht mehr und beachtet Jewel auch sonst nicht, ihre Mutter redet immer nur dann mit ihr, wenn sie mit ihr schimpft, und Jewels Vater ist in seiner Freizeit damit beschäftigt, Rosmarinsträucher zu pflanzen, um die bösen Geister - Duppies – von der Familie fernzuhalten.
Erst als Jewel eines Sommer einen Jungen kennenlernt, der zufälligerweise auch John heißt, hat sie das Gefühl, dass ihr endlich mal jemand zuhört. Ihr Leben beginnt sich zu verändern...

„Er streckte mir die Hand hin, und ich ergriff und schüttelte sie wie die Erwachsene, die ich bald sein würde. Ich war erstaunt, wie fest er meine Hand drückte, so als planten wir, gemeinsam die Welt zu erobern.
Es war der beste Händedruck, den man sich vorstellen kann.“ (S. 14)

Dieses Buch ist ein Schatz: äußerlich wie innerlich. Fangen wir mit der Gestaltung des Buches an. Die ist nämlich so schön, dass ich sie ganz entgegen meiner sonstigen Art unbedingt hervorheben muss. Das Cover ist bezaubernd designt und auch an den kleinen Zeichnungen zu Beginn und zum Ende der einzelnen Kapitel kann man die liebevolle Arbeit des Verlags erkennen.

Viel wichtiger ist aber das Innere an sich. Vielleicht bekommt ihr ein Gespür dafür, wie toll dieses Buch geschrieben ist, wenn ich euch erzähle, dass ich beinahe in jedem Kapitel einige Sätze gefunden habe, die mir durch und durch gingen. Ich hatte bisher selten beim Lesen ein so magisches Gefühl. Der Autorin ist wirklich eine Meisterleistung gelungen, das kann man nicht anders sagen. Wie sie mit Worten umgeht, Gefühle und Stimmungen kreiert: unglaublich!

„Ich hatte noch nie gemeinsam mit jemandem geschwiegen. In unserem Haus wurde Schweigen eingesetzt wie ein Schild und ein Schwert: Wir hielten damit andere auf Abstand oder verletzten sie.“ (S. 216)

Die Geschichte, die Crystal Chan erzählt, ist ebenso traurig wie schön. Die Einsamkeit von Jewel ist von den allerersten Seiten an greifbar, genauso wie die Freude und das überwältigende Gefühl, plötzlich jemanden kennenzulernen, der einem zuhört und einen versteht. Doch auch die Freundschaft zwischen Jewel und John ist nicht immer ganz einfach und erlebt ihre Höhen und Tiefen. Für meinen Geschmack gab es hier die ein oder andere Wendung zu viel, aber das ist auch nur ein klitzekleiner Kritikpunkt.

„Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ ist ein wundervolles Buch für ältere Kinder, aber auch für Erwachsene. Es ist sensibel und vor allem sprachgewaltig. So sprachgewaltig, dass ich trotz ganz kleiner Kritik am eigentlich bewegenden und sehr gelungenen Inhalt sehr gerne 4,5 von 5 Sternen vergebe.


Mind Ripper: Cybergame-Thriller (FatefulFuture 1)
Mind Ripper: Cybergame-Thriller (FatefulFuture 1)
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Cybergame-Thriller, der sich nicht hinter "Erebos" verstecken muss, 9. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin ganz ehrlich: Normalerweise rezensiere ich selten Bücher, die mir von Autoren direkt per Mail angeboten werden. Zum Glück habe ich ab und an das Gefühl: Hach, DAS Buch könnte toll sein. So ging es mir auch mit “Mind Ripper”. Die Inhaltsangabe klang interessant und erinnerte mich an “Erebos”, die Autorin war sympathisch und dann bekam das Buch auch noch eine begeisterte Rezension von Moena.

Auch nach dem Lesen kann ich sagen, dass das Buch dem Vergleich mit “Erebos” von Ursula Poznanski durchaus standhalten kann. Es ähnelt sich nicht nur in der Thematik und der Erzählweise – ein Großteil der Handlung spielt in der virtuellen Welt, dem Cybernetz -, sondern auch der Schreibstil ist ähnlich fesselnd und hat mich durchweg in seinen Bann gezogen.

Die beiden Geschwister Jemma und Jamie spielen oft gemeinsam mit ihrem Freund Zack fantastische Rollenspiele im Cybernetz. Doch als dann der dritte Junge aus London nach einem Aufenthalt im Cybernetz ins Koma fällt, machen auch sie sich Sorgen. Antworten bekommen sie – wie sollte es auch anders sein – in einem Onlinespiel.

“‘Ein Dämon stiehlt den Geist unserer Dorfbewohner und beraubt sie ihres Verstandes. Der Mind Ripper lässt ihre Körper seelenlos zurück und verwandelt sie in lebende Tote.’
Unter anderen Umständen hätte Jenna Tyrons Geschichte spannend gefunden und sich darüber gefreut, der Sache auf den Grund zu gehen und den Dämon zu jagen. Jetzt aber spürte sie ein nagendes Unbehagen, denn das, was eigentlich nur als gruseliges Spiel gedacht war, war in der echten Welt grausame Realität geworden.” (Position 2554/6336)

Dass ich Seite für Seite verschlungen habe, und dass obwohl ich sonst eher ungerne E-Books lese, liegt nicht nur an der spannenden Story und an dem wirklich guten und klaren Schreibstil der Autorin, sondern vor allem auch an den Charaketeren, die schön konzipiert sind und ihren Teil zur Geschichte beitragen. Besonders gefreut habe ich mich, dass die Autorin mit Jamie und Zack ein schwules Pärchen als Hauptcharaktere einsetzt, ohne dies ausschweifend zu thematisieren. In ihrem Buch ist dies so selbstverständlich, wie es auch in der realen Welt sein sollte.

Die sympathische Autorin Nadine Erdmann hat mit ihrem Debüt “Mind Ripper” einen wirklich tollen Cybergame-Thriller für Jugendliche hingelegt und schafft es sogar, dem naheliegenden Vergleich mit “Erebos” standzuhalten. Wer einmal anfängt zu lesen, sollte sicherstellen, dass er viel Zeit hat, denn es fällt sehr schwer, mittendrin aufzuhören. Einzig und allein das Ende hat mich nicht ganz hunderprozentig zufrieden gestellt, aber ich vergebe trotzdem wohlverdiente 4 von 5 Sternen.


Steelheart
Steelheart
von Brandon Sanderson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Wow!!! Ich habe mein neues Lieblingsbuch gefunden!, 9. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Steelheart (Gebundene Ausgabe)
Brandon Sanderson entführt uns in diesem Trilogieauftakt in eine postapokalyptische Welt, die von Epics – mächtigen, menschenähnlichen Wesen mit den unterschiedlichsten besonderen Kräften – beherrscht wird. Einer der mächtigsten von ihnen ist Steelheart, der Herrscher von Newcago.

Mit den Epics hat Sanderson einen wahren Glücksgriff gezogen: Mit ihren übermenschlichen Kräften und ihrer Brutalität stellen sie die perfekten Feinde da. Und doch ist bekannt, dass jeder einzelne von ihnen eine Schwäche hat – welche dies allerdings bei Steelheart ist, darüber lässt sich nur spekulieren...

Ich hatte erst wenige Seiten des Buches gelesen, als mir schon ganz klar war, dass ich ein neues Lieblingsbuch in der Hand hielt. „Steelheart“ hat mich unheimlich schnell durch seinen mitreißenden Schreibstil, die faszinierende Idee hinter der Geschichte und vor allem durch seine Charaktere begeistert. David versucht gleich zu Beginn einer Einheit der Rächer beizutreten. Diese Gruppe besteht aus fünf ganz unterschiedlichen Charakteren, die zwar nicht alle unheimlich detailliert ausgearbeitet sind, aber dennoch die Sympathien des Lesers erwecken. Da es noch zwei weitere Bände geben wird, bin ich mir sicher, dass auch die einzelnen Mitglieder noch mehr an Tiefe gewinnen werden.

Ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für Geschichten mit Gruppendynamik.Ich mag es, wenn ein Team im Mittelpunkt steht, das sich zwar nicht immer einig ist, in dem aber jeder für jeden eintritt. Bei solchen Geschichten bekomme ich Gänsehaut und fiebere immer besonders mit. Die Gruppe der Rächer um ihr Oberhaupt Jon ist für mich also perfekt.

Wenn ich mir etwas anders wünschen dürfte, dann wäre es einzig und allein die Tatsache, dass ich bis zum Folgeband nicht noch etwa ein halbes Jahr warten müsste. Das amerikanische Cover sieht vielversprechend aus und die Geschichte bietet noch unglaublich viel Potenzial. Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht.

„Steelheart“ erfüllt alle Kriterien eines Lieblingsbuchs: Die Idee der Epics ist großartig, der Schreibstil mitreißend und sehr actionreich (um eine Verfilmung bemüht man sich anscheinend schon), die Charaktere sind toll und wissen zu überraschen. Für mich ist der Auftaktband zu dieser Trilogie wirklich perfekt gelungen! 5 von 5 Sternen!


Verdammt gute Nächte
Verdammt gute Nächte
von Kathrin Schrocke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Eine andere Liebesgeschichte, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Verdammt gute Nächte (Gebundene Ausgabe)
„’Ist das nicht strafbar?’, fragte Sushi verstört.” (S. 138)

Es ist kurz vor den Sommerferien, als Jojo Puma kennenlernt. Puma ist eine Freundin seiner Mutter aus dem Yogakurs, aber irgendwie ganz anders: Sie ist viel lockerer, trägt coole Klamotten und vor allem löst sie in ihm ein bisher so noch nicht gekanntes Gefühl aus:

“Mein Atem ging schneller, die Schwerelosigkeit war schlagartig zurück. Ich fühlte mich auf einmal glühend und fiebrig.” (S. 124)

Wow, Kathrin Schrocke kann schreiben. Das durfte ich schon bei „Freak City“ genießen, aber in diesem Buch wird ihre Fähigkeit, den Leser mit auf eine ganz besondere Reise zu nehmen, noch deutlicher. Ich konnte so sehr mit Jojo mitfühlen, wie es ihm ging, wenn er aus seinem Fenster gesehen und dabei Puma erblickt hat, die im Garten unter dem großen Apfelbaum ihre Yogaübungen macht. Und auch in mir hat die Autorin eine beinahe atemlose Stimmung erzeugt.

Gleichzeitig tauchte immer wieder die leise Stimme auf, die das gleiche sagte wie Sushi oben: Ist das nicht strafbar? Darf sich ein Junge in eine viel ältere Frau verlieben? Und was ist mit der älteren Frau? Darf auch sie sich zu dem Jungen hingezogen fühlen?

Die Autorin hat ihrem Protagonisten ein spannendes Alter gegeben: Jojo ist fünfzehn, fast sechzehn. Dieses Alter macht es dem Leser umso schwerer, Stellung zu beziehen und sich zu entscheiden: Genießt man das Buch, das eine aufregende und kribbelnde beginnende Beziehung beschreibt, oder hofft man darauf, dass sich Jojo – wie durch ein Wunder – doch noch in ein gleichaltriges Mädchen verliebt?

„Verdammt gute Nächte“ ist kein einfaches Jugendbuch, denn es behandelt ein Tabuthema. Ich selber habe die Geschichte um Puma und Jojo unheimlich gerne gelesen und mich oft mitreißen lassen. Und trotzdem bin ich mir noch nicht im Klaren darüber, wie ich über die Geschichte an sich oder das Ende im Speziellen denken soll. Außerdem frage ich mich, mit welcher Intention die Autorin das Buch geschrieben hat. „Verdammt gute Nächte“ ist also nicht nur verdammt gut geschrieben, sondern setzt sich auch im Kopf fest und regt zum Nachdenken an und dafür gibt es sehr gute 7 von 10 Sternen.


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