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Rezensionen verfasst von
Christine J. (Lesemomente)

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Hochverrat: Greatcoats
Hochverrat: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Es geht spannend weiter..., 14. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Hochverrat: Greatcoats (Broschiert)
Nachdem Falcio und seine Gefährten es geschafft haben, allen Widersachern zunächst zu entkommen, befinden sie sich jetzt auf der Flucht vor Trin und ihren Männern. Denn Trin möchte, wie von ihr und ihrer Mutter von langer Hand geplant, auf den Thron von Tristia steigen. Aline, die 13-jährige, uneheliche Tochter des verstorbenen Königs ist da natürlich im Weg. Um Trin auf eine falsche Fährte zu locken, trennt sich Falcio schweren Herzens von Aline und macht sich mit Brasti, Kest und Valiana auf den Weg zu Herzog Isault, um um Unterstützung zu bitten. Hierbei begleitet sie die junge Frau Dariana, die den Feinden den Eindruck vermitteln soll, dass sich Aline doch der Truppe angeschlossen hat.

Aline hat mir beim Lesen unheimlich gefehlt. Klar, sie taucht immer mal wieder kurz auf, aber da wir die Geschichte aus der Sicht von Falcio verfolgen und Aline ihn nun mal nicht begleitet, hat sie in diesem Buch einen relativ kleinen Anteil. Als “Ersatz” lernen wir Dariana kennen, die noch einige Geheimnisse offenbart: Sie ist ein sehr gute, aber auch unheimlich brutale und gnadenlose Kämpferin. Ich bin sehr gespannt darauf, zu erfahren, was sie so zynisch und hart hat werden lassen.

Schön ist, dass Brasti und Kest immer noch dabei sind, auch wenn ich gerne noch mehr der Neckereien und Wortduelle zwischen den drei Gefährten gelesen hätte. Was de Castell aber unheimlich gut gelingt ist, die tiefe Verbundenheit der Freunde darzustellen. Ich mag Geschichten, in denen es weniger um Liebe, als viel mehr um Freundschaft und das Wir-Gefühl geht.

Auch die Handlung bleibt spannend und dieses Mal, wie ich finde wenig vorhersehbar. Es gibt einige Entwicklungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und auf deren Auflösung ich schon gespannt bin. Außerdem gibt es noch einen weiteren Charakter, den ich jetzt schon ins Herz geschlossen habe (und das obwohl er ein Ritter ist, lieber Brasti). Ich hoffe sehr, dass er auch in den Folgebänden eine Rolle spielen wird.

“Hochverrat” kann zwar nicht ganz an “Blutrecht” heranreichen, das ist aber auch nicht weiter erstaunlich, denn der erste Band war einfach grandios. Auch das zweite Buch habe ich wieder sehr genossen, auch wenn mir der Wortwitz und die Rededuelle zwischen Falcio, Brasti und Kest etwas zu kurz gekommen sind. Ich freue mich, demnächst weiterlesen zu können, und vergebe 4 von 5 Sternen!


Ascan Neoprenhandschuhe Spring 2mm L
Ascan Neoprenhandschuhe Spring 2mm L

5.0 von 5 Sternen Halten was sie versprechen, 14. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Handschuhe passen gut und halten selbst bei niedrigen Temperaturen warm. Die rote Innenfläche sorgt für den festen und rutschsicheren Griff!


Die Magie der tausend Welten: Die Begabte - Roman
Die Magie der tausend Welten: Die Begabte - Roman
von Trudi Canavan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Ein typischer Auftaktband von Trudi Canavan: toll zu lesen, aber es fehlt etwas an Zusammenhängen und dem roten Faden, 14. Dezember 2014
Trudi Canavan ist sicherlich fast allen Fantasylesern ein Begriff. Insbesondere ihre Trilogien “Die Gilde der Schwarzen Magier” und “Sonea” waren nicht nur in Deutschland sehr erfolgreich. Die “Das Zeitalter der Fünf”-Trilogie ist übrigens auch super, nur leider nicht so bekannt.

Nun hat die Autorin mit “Die Begabte” endlich den Auftakt einer neuen Trilogie geschrieben, die in einer ganz anderen Welt, bzw. in anderen Welten spielt. Zunächst lernt man als Leser Tyen kennen, der ein magisches Buch names Pergama entdeckt. Pergama war früher Buchbinderin und Zauberin, bis sie von einem der mächtigsten Zauberer, der je gelebt hat, in ein Buch verwandelt wurde. Ich gebe zu, dass ich diese Vorstellung merkwürdig und gewöhnungsbedürftig fand. Pergama wird schnell von Tyen nicht mehr nur als Buch, sondern auch als Mensch gesehen. Er führt mit ihr regelmäßige Unterhaltungen, entwickelt langsam Gefühle für sie möchte sie davor schützen, einfach nur irgendwo weggesperrt zu leben. Ich konnte leider gar keine Beziehung zu Pergama aufbauen und auch Tyen, ein recht begabter Magier und Archälogiestudent, war mir oft sehr fremd, blieb konturlos und uninteressant.

Ganz anders verhielt es sich mit Rielle, der zweiten Hauptperson in diesem Buch. Wie: der zweiten Hauptperson? Davon ist im Klappentext doch gar nicht die Rede? Richtig! Ich war auch erst irritiert, als mit einem Mal die Geschichte um Tyen und Pergama unterbrochen und plötzlich eine ganz neue Story aus der Sicht von Rielle erzählt wurde. Rielle scheint in einer etwas weniger fortschrittlichen Welt als Tyen zu leben. Magie ist dort nur den Priestern vorbehalten. Es herrscht die klare Meinung, dass sich alle anderen, wenn sie denn Magie benutzen würden, damit beschmutzen und nicht mehr vor die Engel treten können.
Und genau das ist für Rielle ein Riesenproblem, denn sie kann Magie sehen. Und wer Magie sehen kann, kann sie auch ausüben. Um die Engel nicht zu erzürnen, ist sie sehr darauf bedacht, keine Magie zu benutzen, doch das nicht so einfach wie gedacht. Vor allem nicht, als sie den aufstrebenden Künstler Izare kennenlernt….

Die beiden Geschichten um Tyen und Rielle werden immer abwechselnd erzählt. Mir ging es leider so, dass immer dann, wenn ich gerade in der Geschichte drin war, die Perspektive gewechselt wurde. Perspektive ist hier allerdings gar nicht der richtige Begriff, denn das würde bedeuten, dass es sich um eine Geschichte mit mehreren Perspektiven handelt. Allerdings haben die beiden Handlungen wirklich gar nichts miteinander zu tun und ich kann noch nicht vermuten, wie sie zusammenhängen. Spielen sie überhaupt zur gleichen Zeit? Werden sich Tyen und Rielle jemals begegnen?

“Die Begabte” ist die langersehnte Neuerscheinung aus der Feder von Trudi Canavan. Wie alle ihre Bücher ist auch diese Geschichte gut zu lesen und spannend. Allerdings war ich durch die merkwürdige Zweiteilung der Handlung etwas irritiert und konnte mich mit Tyen und Pergama nicht so richtig identifizieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das aber im zweiten Band noch ändert, wenn die beiden Geschichten hoffentlich noch auf irgendeine Art und Weise zusammengeführt werden. Das erste Buch dieser neuen Trilogie hat auf jeden Fall noch Entwicklungspotenzial, allerdings bin ich mir sehr sicher, dass die Autorin dieses im Folgeband auch nutzen wird. 3,5 von 5 Sternen!


Echt
Echt
von Christoph Scheuring
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckend authentisch!, 1. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Echt (Gebundene Ausgabe)
“Sie war ungefähr siebzehn, schätze ich mal, und so brutal schön, dass ich mich gar nicht traute, sie überhaupt anzusehen. Jedenfalls nicht länger als eine Zehntelsekunde. Wobei ich sagen muss: So richtig brutal schön war sie doch nicht, aber sie hätte es sein können, wenn sie gewollt hätte. Wollte sie aber wahrscheinlich nicht.” (S. 20)

Als Albert Kati kennenlernt, verliebt er sich Hals über Kopf in sie und kann sich ihr nicht entziehen. Doch mit Kati kann man nicht einfach so befreundet sein. Sie hält sich nicht an Verabredungen, taucht manchmal tagelang unter, um dann wieder – kurz bevor Albert seine Hoffnung aufgibt – wieder aufzutauchen. Und so gerät er, stets und ständig auf der Suche nach Kati und ihrem Geheimnis immer weiter in den Strudel des Hamburger Hauptbahnhofs.

Christoph Scheuring ist Reporter, hat zum Beispiel für “Spiegel” und “Stern” gearbeitet. Er ist es also gewohnt zu recherchieren. Bevor er dieses Buch geschrieben hat, verbrachte er selber drei Wochen mit den Straßenkindern am Kölner Hauptbahnhof – damals ursprünglich nur für eine Reportage. Doch das reichte ihm nicht: „Ich habe schon damals gedacht: Diese Jugendlichen verdienen viel mehr als nur ein paar Seiten in einem Magazin.“ (Quelle)

Man merkt diesem Buch einfach an, dass es mit viel Herzblut, aber auch einem realistischen Blick auf die Jugendlichen geschrieben wurde, die Geschichte fühlt sich einfach ECHT an. Und als Leser kann man gar nicht anders, als ein Auf und Ab der Gefühle mitzumachen.

“Es ist nämlich so, dass ich finde, dass es keinen intensiveren Augenblick gibt als einen Abschied. Also, ich meine, so einen Abschied von einem Menschen, der einem alles bedeutet, und wo sich das Herz schon verklemmt, wenn man nur daran denkt, dass er vielleicht irgendwann nicht mehr da ist.” (S. 13)

Mit “Echt” ist Christoph Scheuring ein richtig gutes Buch gelungen: er hat starke und authentische Figuren geschaffen, erzählt eine stellenweise berührende, teilweise aber auch sehr nüchterne Geschichte, die mit dem Hamburger Hauptbahnhof ein perfektes Setting gefunden hat. Absolut lesenswert! Ich vergebe 4 von 5 Sternen!


Krähenmann: Thriller
Krähenmann: Thriller
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen 4,5 Sterne für einen packenden Jugendthriller aus der Feder der genialen Corina Bomann, 1. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Krähenmann: Thriller (Kindle Edition)
“Sie sah die Gestalt nur als Umriss über sich. Wollte erneut um Hilfe rufen, doch die Stimme versagte ihr abermals. Noch immer schmeckte sie die Galle in ihrem Mund und plötzlich traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag: Es gab für sie kein Entrinnen. Das hier war ihr Ende.
‘Na, kleines Vögelchen, bist du wach?’, ertönte eine raue Stimme.” (S. 7)

Schon vor diesem Buch wusste ich: Corina Bomann kann schreiben. Ich habe von ihr die ersten beiden Bände der Sephira-Reihe und das Steampunk-Jugendbuch “Clockwork Spiders” gelesen. Als ich vor einiger Zeit entdeckt habe, dass Frau Bomann ein neues Jugendbuch geschrieben hat, war klar, dass ich es lesen musste. Aber huch: ein Jugendthriller? Ich wusste bisher nur, dass sie im Fantasy- und Romanbereich geschrieben hat. Würde das passen? Bomann und ein Jugendthriller?

Ein bisschen ist es mit Frau Bomann, dem Jugendthriller und mir so wie mit Frau Wilke, dem Jugendthriller und mir. Ich als ehemalige Thrillerleserin bin nicht hundertprozentig überzeugt. Zu sehr merke ich zwischendurch, wie beide Autorinnen mir den ein oder anderen Verdächtigen unterjubeln wollen, zu zufällig sind manche Begegnungen und Entdeckungen. Das hat mich zum Beispiel in “Wie ein Flügelschlag” wirklich etwas gestört.

Als erstes dachte ich, dass es mir hier genauso gehen würde: “Ahh, der Hausmeister geht gerade zufällig vorbei, den soll ich bestimmt verdächtig finden!” Doch dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, habe Seite um Seite umgeblättert und befand mich einfach mitten im Sog. Im Sog der Geschichte und der Hauptperson. Außerdem im Sog des Settings des abgelegenen Internats auf Rügen – sehr genial!

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass die Geschichte die Thrilleraspekte geschickt mit den persönlichen Problemen von Clara verknüft wurde. Clara ist gerade neu auf dem Eliteinternat und im Gegensatz zu ihren Mitschülern hat sie keine reichen Eltern hinter sich, sondern ist nur wegen eins Stipendiums hier. Und dass das absolut nicht das gleiche ist, lassen die anderen sie sehr schnell spüren…

“‘He, Heimkind!’, tönte es, als ich gerade beim Nachtisch angekommen war. ‘Ich wusste gar nicht, dass unsere Schule solche wie dich aufnimmt.'”

Abschließend kann ich die Frage “Bomann und ein Jugendthriller?” mit einem ganz klaren Ja beantworten. Sie mag zwar vielleicht nicht DEN perfekten Thriller geschrieben haben, überzeugt aber umso mehr durch ihren Schreibstil, der unheimlich einnehmend und mitreißend ist, und einer gelungenen Handlung abseits der Suche nach dem Mörder. Da ich mich wirklich kaum von den Seiten lösen konnte, vergebe ich 4,5 von 9 Sternen!


Kampf der Könige: Roman (Die Könige 2)
Kampf der Könige: Roman (Die Könige 2)
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Hach, Fantasy von Peinkofer ist einfach toll!, 17. Oktober 2014
Hach! Peinkofer zu lesen, ist einfach immer toll! Ich mag seine Art, Highfantasy mit Humor zu verknüpfen, ich mag seine so verschiedenen Helden und vor allem, dass nicht eine Rasse die Gute ist. Auch in “Kampf der Könige” gibt es wie im Vorgänger einige Hauptdarsteller: so beispielsweise natürlich die Orks Balbok und Rammar mit ihrem Ziehkind Alannah, dessen Eltern Dag und Aryanwen und die tapferen zwergischen Widerstandskämpfer.

Ich mochte schon den ersten Band “Orknacht” total gerne, aber dieser zweite Teil, der bei vielen Trilogien nicht so gut gelingt, konnte mich noch mehr begeistern. Das lag zum einen sicherlich daran, dass die Handlung richtig flott vorangeht und zum Beispiel Dag, Aryanwen und Dwethan auf die beiden Orks treffen, was zu vielen lustigen Situationen führt. Zum anderen habe ich in der Zwischenzeit die ersten drei Ork-Bücher des Autors gelesen und konnte es genießen, wie sehr er die in Erdwelt spielenden Bücher miteinander verknüpft. Man kann die Reihen (Die Zauberer – Die Orks – Die Könige) definitiv auch unabhängig voneinander lesen, aber wenn man die Hintergründe und die Vergangenheit der Charaktere kennt, ist das ein besonderes Vergnügen.

Was ich an den Büchern von Peinkofer mag, ist, dass die Mittelteile seiner Trilogien so gelungen sind. Bei anderen Autoren habe ich oft das Gefühl, sie schreiben den zweiten Band nur, um zum dritten zu kommen. In “Kampf der Könige” schreitet die Handlung aber richtig voran und findet zumindest teilweise auch schon einen Abschluss, so dass man das Buch mit dem Gefühl, ein Stückchen gesiegt zu haben, beiseite legt. Da den Völkern von Erdwelt aber immer noch Gefahr droht, fiebere ich dem dritten Band natürlich schon sehr entgegen.

Kurz und knapp: Fantasybücher von Michael Peinkofer sind für mich ein Muss! Gekonnt verknüpft er typische Themen der Highfantasy mit seinem ganz eigenen Humor, der vor allem durch die beiden Orkbrüder in die Geschichte gebracht wird, und verleiht dem Kampf gegen das Böse dadurch einen ganz frischen Wind. Ich vergebe sehr gute 8 von 10 Sternen!


Das Mädchen, das Geschichten fängt: Roman
Das Mädchen, das Geschichten fängt: Roman
Preis: EUR 10,99

4.0 von 5 Sternen Spannende Jugendfantasy, 17. Oktober 2014
Ich bin auf dieses Buch vor allem durch sein zauberhaftes Cover aufmerksam geworden. Das täuscht aber: Die Geschichte ist nicht zauberhaft und zart, wie das Cover suggeriert, sondern vor allem spannend.

Victoria Schwab hat mit “Das Mädchen, das Geschichten fängt” eine klassische Urban Fantasy geschrieben, d.h. mitten in der normalen Welt, wie wir sie kennen, gibt es eine zweite Welt. In diesem Fall die Welt der Toten. Zu dieser Welt gibt es verschiedene Zugänge, zu denen die Hüter durch einen Schlüssel und dem Wissen um diese Welt Zugang haben.

Die Welt in der Welt, die sich Victoria Schwab ausgedacht hat, ist wirklich faszinierend und sehr detailliert konzipiert. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es ist, durch die Gänge des Narrows zu streifen und nach entlaufenden Chroniken zu suchen. Ich kann die großen Hallen des Archivs vor mir sehen, in dem die schlafenden Chroniken in ihren Fächern ruhen. Ich spüre die angespannte Stimmung, wenn Mackenzie eine besonders gefährliche Chronik jagt und ich kann ihr Bedürfnis, einfach ein ganz normales Mädchen ohne die zeitraubenden Verpflichtungen zu sein, gut verstehen.

Umso mehr hat es mich gefreut, als sie gleich zwei Jungen kennenlernt, denen sie sich aus den unterschiedlichsten Gründen anvertrauen kann. Doch als sich dann die Vorfälle der entlaufenden Chroniken häufen und Mackenzie einer Verschwörung auf der Spur zu sein scheint, ist gar nicht mehr klar, wem sie eigentlich trauen kann.

“Das Mädchen, das Geschichten fängt” ist längst nicht so leicht und zart, wie das Cover vermuten lässt. Es ist viel mehr eine wirklich spannende Urban Fantasy Story, in der es für den Leser einiges Neues zu entdecken gibt. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen, allerdings wird sie mir bestimmt auch nicht lange in Erinnerung bleiben. Unterhaltsame Jugendfantasylektüre für zwischendurch – nicht mehr, aber auch nicht weniger. 7 von 10 Sternen.


Lost Souls Ltd., Blue Blue Eyes (Leseprobe)
Lost Souls Ltd., Blue Blue Eyes (Leseprobe)
Preis: EUR 0,00

4.0 von 5 Sternen Spannender Auftakt, der Lust auf den Folgeband macht, 17. Oktober 2014
Nach “Freerunning” und “dead.end.com” ist dies nun das dritte Buch, das ich von Alice Gabathuler gelesen habe. Ich hatte sie abgespeichert als eine Autorin, die Bücher schreibt, die etwas anders sind, und sich viel Zeit für ausgereifte und besondere Charaktere nimmt.

“Blue, Blue Eyes” hat mich in dieser Hinsicht etwas überrascht, was aber gar nicht negativ gemeint ist. Das Buch ist sehr viel schneller als die anderen beiden Bücher. Das hat zur Folge, dass es unheimlich spannend ist, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte, immer wieder nur noch schnell mal ein Kapitel lesen musste. Es bringt aber auch mit sich, dass es nicht ganz so in die Tiefe geht, wie ich es erwartet hätte.

Die Hauptfiguren haben alle unheimlich viel Potenzial und sind auch so angelegt, dass sie sich noch sehr entwickeln und Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit preisgeben können. In diesem ersten Band der Reihe wird eben dieses Potenzial noch nicht vollends ausgeschöpft. Ich hatte insgesamt manchmal das Gefühl, dass die Autorin eigentlich hundert Seiten mehr geschrieben und das Buch dann doch noch gekürzt hat. Aber so gehe ich davon aus, dass es einen unheimlich spannenden zweiten Teil geben wird, bei dem der Leser noch einiges erwarten kann.

“Blue, Blue Eyes” ist ein spannender, schneller erster Teil der neuen Reihe von Alice Gabathuler, den man – einmal angefangen – kaum aus der Hand legen kann. Stellenweise hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Hintergründe gewünscht, bin aber insgesamt sehr zufrieden und vergebe knappe 4 von 5 Sternen.


Geschenkt: Roman
Geschenkt: Roman
Preis: EUR 15,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chapeau, Herr Glattauer!, 17. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geschenkt: Roman (Kindle Edition)
Endlich! Endlich hat er es geschafft! Geschafft aus dem Schatten seines erfolgreichen Emailromans “Gut gegen Nordwind” zu treten und ein neues, eigenständiges und vor allem ganz anderes Buch zu schreiben. Hätte ich den Autor während des Lesens nicht gekannt, hätte ich eher auf Jonathan Tropper, den ich von “Sieben verdammt lange Tage” kenne, als auf Daniel Glattauer getippt.

Das liegt zum einen an dem herrlichen unperfekten und selbstironischen Ich-Erzähler Gerold, zum anderen an dessen schnodderigen Erzählweise, die mich oft zum Schunzeln und einige Male sogar zum lauten Lachen gebracht hat.

Wie oben schon angedeutet, soll die erste Spende nicht die letzte bleiben, sondern viel mehr den Auftakt zu einer Reihe anonymen Spenden sein. Dieser Teil der Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit (Wie schön, dass es sowas auch im wahren Leben gegeben hat!) und wurde als “Wunder von Braunschweig” bekannt. Daniel Glattauer erfuhr während einer Lesereise von dieser Spendenserie, unterhielt sich mit mehreren Leuten und fand schließlich, dass dies doch perfekter Stoff für einen Roman sei:

“»Geheimnisse des Bösen« lauern ja quasi an jeder (dunklen) Ecke, das gesamte Genre der Kriminalliteratur lebt davon. Wer aber tut Gutes und hüllt sich darüber in Schweigen? Was gibt es für Gründe, sich hinter seinen Guttaten zu verbergen? Und, eine weitere interessante Frage: Wie geht es wohl jenen Journalisten, die mit ihren Artikeln über sozial Schwache das Herz des Wohltäters erweichen konnten und den Geldsegen regelmäßig auslösten?” (Daniel Glattauer in einem Brief an seine Leser)

Viel mehr möchte ich zu diesem Roman auch gar nicht sagen, sondern nur jedem nahe legen, ihn selbst zu lesen, denn er ist spannend (Wer ist denn nun der anonyme Spender?), herzerwärmend und lustig zugleich! Eine tolle Mischung, die es selbst in einer sehr stressigen Zeit geschafft hat, mich von der Arbeit abzuhalten und an die Seiten zu fesseln! Chapeau, Herr Glattauer!


Als gestern noch morgen war: Roman
Als gestern noch morgen war: Roman
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Poetisch erzählte (Liebes-)Geschichte, 17. Oktober 2014
“Manchmal wird mir bewusst, was für ein schmaler Grat zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte, verläuft, wie viele Möglichkeiten von uns es hätte geben können, dass alles von einem einzigen Moment abhängt.” (S. 327)

Was wäre, wenn…? Diese Frage stellt man sich nicht nur als Leser während der Lektüre ein ums andere Mal. Auch Elliott und Fern kommen nicht umhin, sich diese Frage zu stellen. Was wäre, wenn dieser schicksalshafte Tag damals vor fünfundzwanzig Jahren anders geendet hätte? Was wäre, wenn Elliott damals die richtigen Worte gefunden hätte? Was wäre, wenn sich der Töpferkurs, zu dem Fern jetzt in der Gegenwart auf dem Weg ist, nicht um eine Woche verschoben htte? Was wäre, wenn sich Fern und Elliott dadurch gar nicht erst auf dem Bahnhof wieder getroffen hätten?

“An der Stelle, wo er sie geküsst hat, singt ihr Gesicht leise.” (S. 29)

Nachdem sich Fern und Elliott in Paddington treffen, sich kurz unterhalten und vereinbaren sich vielleicht abends auf dem Rückweg noch ein Mal in Ruhe zu sprechen und nachdem Elliott Fern mit einem Kuss auf die Wange verabschiedet hat, gehen beide erstmal ihres Weges, mit den Gedanken jedoch stets beim anderen, bei ihrem jetztigen Leben, ihrer gemeinsamen Zeit damals, ihrer Liebe, der Wut und Ratlosigkeit.

Ich mochte es sehr, wie sich die Geschichte der beiden nach und nach vor mir aufgerollt hat. Wie immer wieder auch die Gegenwart präsent ist, in der zumindest Fern mit einem Mann verheiratet ist, den sie wirklich liebt. Das ist eigentlich das Spannendste an der Geschichte: Fern ist – im Gegensatz zu Elliott – in ihrem Leben nicht wirklich unglücklich. Sie hat einen liebevollen Ehemann, zwei erwachsene Söhne und eine Katze. Doch mit Elliott im Hinterkopf beginnt sie, ihr Leben zu hinterfragen.

“Schon komisch, denkt Fern, während sie auf Elliott wartet, dass sie hier ist, jetzt, so. Als sie morgens aufstand, den Kater fütterte, ein bisschen Wäsche wegräumte, hatte sie keine Ahnung, dass sie nur Stunden später hier sein, ihr Leben zurückgespult haben und darauf warten würde, dem Mann ins Gesicht zu schauen, der ihr, falls das nicht zu kitschig klingt, das junge, empfindsame Herz brach.” (S. 295)

“Als gestern noch morgen war” hat mich beim Lesen gleichzeitig nachdenklich gestimmt und gut unterhalten. Claire Dyer gelingt es, die Stimmungen, Gefühle und Hoffnungen von Elliott und Fern wunderbar einzufangen und auf Papier zu bringen. Und auch als Leser kommt man in eine besondere Stimmung: Was wäre, wenn…?

Mir hat “Als gestern noch morgen war” schöne Lesestunden bereitet. Ich fand es unheimlich faszinierend, mitzuerleben, wie eine einzige Begegnung, ein einziger Moment die beiden Hauptcharaktere dazu bringt, ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft mit ganz anderen Augen zu betrachten. Das Buch ist voller eindrücklicher Zitate und überzeugt durch einen sehr einnehmenden, wenn auch nicht immer leicht zu lesenden Schreibstil, der gut dazu passt, dass die Autorin preisgekrönte Lyrikerin ist. 3,5 von 5 Sternen!


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