Profil für Christine J. (Lesemomente) > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Christine J. (...
Top-Rezensenten Rang: 2.344
Hilfreiche Bewertungen: 409

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Christine J. (Lesemomente)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-19
pixel
Wenn du jetzt bei mir wärst: Eine Annäherung an Anne Frank
Wenn du jetzt bei mir wärst: Eine Annäherung an Anne Frank
von Waldtraut Lewin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Ein spannendes Gedankenexperiment mit zwei kleinen Kritikpunkten, 18. Februar 2015
Wie wäre es eigentlich, wenn Anne Frank jetzt bei uns wäre? Was würde sie denken, was müsste man ihr erklären? Es sind spannende Fragen, denen Waldtraut Lewin in ihrem Buch nachgeht.

“Keinen Stern! Ich muss keinen Stern mehr tragen! Ich bin ein Mensch unter Menschen!” (S. 21)

In ihrem Gedankenexperiment lässt sie Anne Frank wieder aufleben, die sehr begierig darauf ist, unsere heutige Welt kennenzulernen, nachdem sie viele Jahrzehnte nur in ihrem Tagebuch gelebt hat. Schritt für Schritt lernt Anne das Hier und Jetzt kennen – mit all den schönen und unschönen Seiten.

Aber nicht nur technische Dinge wie Handys oder Computer faszinieren Anne, sie will auch alles über den Staat Israel wissen und wie es sein kann, dass es immer noch Menschen gibt, die gegen die Juden sind.

Anne wiegt sich hin und her. “Siebzig Jahre sind vergangen, sagt sie leise, klagend. “Siebzig Jahre, seitdem die Völker diesen Hitler besiegt haben. Und nach siebzig Jahren gibt es wieder Leute, die nicht begreifen, dass es Unrecht war damals? […]” (S. 119)

Die heutige Welt durch Annes Augen zu sehen, hat mir wirklich gut gefallen. Ihre teilweise noch kindliche Freude über manche Dinge, aber auch ihre Wut und Fassungslosigkeit waren sehr gut greifbar und übertragen sich schnell auf den Leser. Außerdem ist Anne Frank durch ihr quirliges, offenes und neugieriges Wesen eine sehr sympathische Hauptfigur. Ich habe ihr Tagebuch bisher noch nicht gelesen, freue mich jetzt aber schon auf die Lektüre.

Trotzdem gibt es für mich zwei Kritikpunkte: Zum einen hatte ich erwartet, dass es noch mehr eine inhaltliche Geschichte gibt, die im Vordergrund steht. Vielleicht war diese Erwartung auch unangemessen, trotzdem hat mir aber eine eigentliche Story etwas gefehlt. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass dieses Buch ein Jugendbuch ist und möglichst viele Leser begeistern sollte.
Zum anderen war mir die Sichtweise auf manche Dinge etwas zu einseitig. Anne Frank und die (auch jüdische) Ich-Erzählerin sprechen viel über Israel und den Konflikt dort zwischen den Israelis und Palästinensern. Wie kompliziert dieser Konflikt ist, dass es nicht den einen “Schuldigen” gibt und beide Seiten Opfer sind, wird mir nicht deutlich genug. An einigen wenigen Stellen kommt davon ein bisschen was durch, aber ich hätte mir mehr gewünscht.

“Wenn du jetzt bei mir wärst” ist ein spannendes Gedankenexperiment und bringt einem Anne Frank tatsächlich etwas näher Außerdem ist es unheimlich aufschlussreich, die heutige Welt durch ihre Augen zu sehen. Stellenweise war mir das Buch in seinem Denken aber etwas zu schwarz-weiß und die vordergründige Story hätte für meinen Geschmack auch ausgeprägter sein können. Insgesamt vergeb ich 3 von 5 Sternen.


Monument 14 (1): Roman (Heyne fliegt)
Monument 14 (1): Roman (Heyne fliegt)
von Emmy Laybourne
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Garantiert spoilerfreie Rezension zur gesamten Reihe, 13. Februar 2015
Wir befinden uns im Jahr 2045. Für Dean und seinen jüngeren Bruder beginnt der Tag wie jeder andere auch: Sie sitzen im Bus und sind unterwegs zur Schule. Dort werden sie allerdings nie ankommen. Ein noch nie dagewesenes Unwetter zieht auf und unglaublich große Hagelkörner demolieren den Bus und die ganze Stadt. Die Busfahrerin schafft es gerade noch, den vollständig zerstörten Bus in einen großen Supermarkt zu lenken, um dann loszuziehen und Hilfe zu suchen. Während die Welt quasi vor ihren Augen untergeht, sitzen die insgesamt 14 überlebenden Kinder und Jugendliche im Greenway fest.
Wer glaubt, dass damit das Weltuntergangsszenario schon vollständig ist, hat sich allerdings geirrt: Aufgrund des Unwetters entweicht einer nahegelegenen Chemiefabrik eine Giftwolke, was verheerende Folgen hat: Die Chemikalien haben nämlich furchtbare Folgen: Je nach Blutgruppe führen sie zu schlimmen Verletzungen, schweren Aggressionen oder paranoiden Zuständen. Wie sollen die vierzehn Jugendlichen dies überstehen?

Das Szenario, das Emmy Laybourne in dieser Trilogie entwirft ist ebenso altbekannt wie neu. Ein Widerspruch? Nein! Eine Gruppe von Protagonisten zu isolieren und von der Außenwelt abzuschneiden, ist nichts Neues. Sie dann aber noch giftigen und wesensverändernden Dämpfen auszusetzen schon.
Mit diesem Szenario ist der Autorin meiner Meinung nach ein wahrer Glücksgriff gelungen: Die Angst vor der Außenwelt und die Notwendigkeit sich innerhalb des Supermarkts miteinander auseinander setzen zu müssen, wird so absolut glaubhaft.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, was notwendigerweise zu einigen Konflikten führt. Dazu kommt noch, dass Dean schon seit Ewigkeiten in Astrid verliebt ist, die auch zu den vierzehn Überlebenden zählt. Dass er allerdings so gar nicht zu den coolen Jungs gehört und mit ihm auch noch der gutaussehende Footballspieler Jake im Supermarkt eingesperrt ist, macht die Sache nicht einfacher. Gelungen fand ich, dass die Jugendlichen während der drei Bände einige Entwicklungen durchmachen und nicht schwarz-weiß gezeichnet sind.

Die Reihe bleibt von Buch zu Buch spannend: Mir hat zwar der erste Band am besten gefallen, einfach weil die Idee da noch so neuartig war, aber im Laufe der Trilogie habe ich einfach so viele der Charaktere liebgewonnen, dass ich die drei Bücher innerhalb von drei Tagen verschlungen habe. Und ich finde, das sagt schon alles.
Die einzelnen Teile sind zwar nicht unbedingt in sich abgeschlossen und weisen am Ende auch immer auf den nächsten Band hin, aber trotzdem wird man als Leser nicht komplett in der Luft hängen gelassen und kann zwischendurch einmal durchatmen. Trotzdem empfehle ich, die Folgebände parat liegen zu haben: Ihr werdet weiterlesen wollen. :)

Die Schreibweise der Autorin ist jetzt nicht besonders poetisch oder hochwertig, aber eben leichtlesig und mitreißend. Und das finde ich bei einem Jugendbuch mit am Wichtigsten.

Die “Monument 14″-Reihe ist eine tolle Jugendbuchtrilogie im Endzeit-Stil. Das Szenario ist absolut überzeugend und leider gar nicht mal so unrealistisch, auch wenn die Handlung zwanzig Jahre in der Zukunft spielt. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant. Mir hat besonders gefallen, dass auch viele der Nebenfiguren detailliert gezeichnet sind und ihren ganz eigenen Charakter haben. Die Handlung bleibt von Buch zu Buch spannend, auch wenn man die Geschichte sicherlich auch in zwei Bänden hätte erzählen können. Ich hatte zum Glück alle Bände zuhause, so dass ich die Bücher in einem Rutsch durchlesen konnte. Man darf aber stellenweise nicht zu zart besaitet sein, denn die Handlung ist teilweise recht brutal. Ich vergebe insgesamt 4 Sterne!


Lieber jetzt als irgendwann: Roman
Lieber jetzt als irgendwann: Roman
von Lauren Graham
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herrlich zum Wegschmökern, 13. Februar 2015
Lauren Graham dürfte den meisten von uns vor allem durch die Serie “Gilmore Girls” bekannt sein, in der sie die ewig quasselnde, kaffeesüchtige und liebenswerte Lorelai spielt. Nun hat Lauren Graham also ein Buch geschrieben und wäre es mir nicht vom Verlag aus ans Herz gelegt worden, hätte ich es sicherlich nicht gelesen, denn ich bin immer etwas skeptisch, wenn sich Schauspieler plötzlich auch als Autoren verdingen. Ich kann schon mal vorweg nehmen, dass ich froh bin, dieses Buch doch gelesen zu haben.

Auf der Rückseite des Buches kann man folgendes Zitat lesen: “Lauren Graham, bekannt aus “Gilmore Girls” erzählt eine Geschichte, die ihre eigene sein könnte.” Ich weiß nicht viel über den Menschen Lauren Graham, aber ich hatte ein wenig Angst, dass das Buch quasi ein Abklatsch ihrer Lorelai-Rolle werden würde. Dem ist zum Glück nicht so.

Die Hauptperson Franny Banks ist eher etwas schüchtern, ist weit von der Hosengröße 27, die ihr im Laufe der Geschichte ans Herz gelegt wird, entfernt und hat einen Plan: Sie hat sich ein Ultimatum von drei Jahren gesetzt, um ihren Traum, Schauspielerin zu werden, den Durchbruch zu schaffen und den Mann fürs Leben zu finden, umzusetzen. Wir steigen in Frannys Geschichte ein, als ihr Ultimatum ihr nur noch ein halbes Jahr lang andauert.

“Mein Herz macht einen Sprung, als ich meinen Namen bei “Besetzung” an erster Stelle sehe. Unter “Figur” steht “Ehefrau”. Bei dem anderen Werbespot war ich nur “Pullovermädchen Nr. 3″. Ich träume schon von dem Tag, an dem ich jemanden mit einem richtigen Namen spiele.” (S. 111)

Die Story, die erzählt wird, ist absolut nicht neu. Ich glaube, beinahe jedes Detail kennt man schon aus einem anderen Buch oder Film. Und trotzdem war es schön, die Geschichte zu lesen, denn Franny ist einfach sehr sympathisch, obwohl man sie als Leser das ein oder andere Mal schütteln und wach rütteln möchte. Lauren Graham schreibt wirklich unterhaltsam und erinnert dabei ansatzweise (nur ansatzweise) an Marian Keyes.

Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte teilweise auch in Form von Filofax-Kalenderseiten erzählt wird. Vor jedem Kapitel gibt es eine Wochenübersicht aus Frannys Kalender, auf der sie notiert hat, welche Termine sie hat, wie viele Kilometer sie gelaufen ist, was sie anhatte usw. Wochen, in denen nichts Besonderes passiert, bekommen dann nur so eine Filofax-Doppelseiten und werden in der Geschichte nicht mehr groß erwähnt. Eine wirklich nette Idee.

“Lieber jetzt als irgendwann” erzählt eine Geschichte, die man definitiv schon kennt: Junges Mädchen möchte in der Großstadt den Durchbruch als Schauspielerin schaffen und sucht nebenbei nach der großen Liebe! Und trotzdem ist dieses Buch lesenswert, denn Franny Banks ist eine sehr sympathische Hauptperson, die Idee mit den Filofax-Kalenderseiten hat mich begeistert: Und seien wir mal ehrlich: Ab und an tauchen wir doch alle gerne mal in so einen typischen Frauenroman ab! 3,5 von 5 Sternen!


Open Minds - Gefährliche Gedanken (Mindjack #1) (Mindjack in German)
Open Minds - Gefährliche Gedanken (Mindjack #1) (Mindjack in German)
Preis: EUR 0,99

4.0 von 5 Sternen Überraschend anders!, 13. Februar 2015
Zu Beginn der Geschichte ist Kira eine Null. Und das ist in einer Welt, in der alle die Gedanken der anderen lesen können, wahrlich kein Vergnügen. Ihre Freundinnen von früher haben sich von ihr abgewandt, dem Unterricht kann sie nur schwer folgen, denn er findet via Gedanken statt, und dann wird sie immer wieder von Jungen belästigt, schließlich sendet eine Null wie sie keine negativen Gedankenemotionen aus, wenn sie ungewollt berührt wird. Ihr einziger Freund ist Raf, der sie nimmt, wie sie ist und für den sie mehr empfindet, als sie sich selbst eingestehen mag. Ihr größter Wunsch ist es, sich endlich in eine Leserin zu verwandeln. Doch dann passiert etwas, das alles verändert:

“Alle sagten, dass sie sich bei ihrer Veränderung anders im Gehirn gefühlt hätten. Ich wusste, dass sich irgendetwas in mir verschoben hatte, aber es war nicht die Art Veränderung auf die ich all die Jahre gewartet hattet. Stattdessen hatte ich mich in etwas Gefährliches verwandelt.”

Es stellt sich heraus, dass Kira eine Mindjackerin ist, was bedeutet, dass sie nicht nur die Gedanken anderer lesen, sondern diese auch übernehmen und manipulieren kann. Der einzig andere Mindjacker, den Kira noch kennt, ist Simon. Er unterstützt und erklärt Kira vieles von dem, was für sie beängstigend und neu ist, und die beiden kommen sich näher. Und doch scheint Simon ganz eigene Pläne zu haben…

“Open Minds” ist eine tolle Geschichte, die irgendwo zwischen Dystopie und Fantasy anzusiedeln ist und durch die wirklich neuartige Idee überzeugt. Das Mindjacken an sich birgt schon großes Potenzial: Es ist für Kira gleichzeitig faszinierend und beängstigend. Und außerdem gibt es Jacker wie Simon, die diese Fähigkeit rücksichtlos nutzen, um für sich einen Vorteil aus allem herauszuschlagen. Wann ist es hilfreich und notwendig die Gedanken anderer zu kontrollieren, wann ist es unethisch?

Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Zwischendurch hatte es einen kleinen Tiefpunkt, aber dann hatte mich die Story auch schon wieder gepackt, die durch viele kleine Höhepunkte lebt. Kira ist eine tolle Protagonistin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Ich hätte mir nur auch etwas mehr Tiefe bei den anderen Charakteren gewünscht.

“Open Minds – Gefährliche Gedanken” punktet mit einer tollen, neuen Idee, die ich so noch nirgendwo gelesen habe, einer locken-leichten Schreibe und einer spannungsgeladenen Handlung. Kleine Mankos sind die etwas blassen Nebencharaktere und die ab und an fehlenden Kommas in der deutschen Übersetzung. Ich werde den zweiten Band, der gerade erschienen ist, aber mit Sicherheit auch noch lesen und kann auch dieses Buch nur empfehlen. Gute 3,5 von 5 Sternen!


Himmelschlüssel: Thriller
Himmelschlüssel: Thriller
von Kristina Ohlsson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, brisant, authentisch und hochaktuell!, 26. Januar 2015
Schön, wenn man das vierte Buch einer Reihe liest, auf altbekannte Figuren und Freunde trifft und trotzdem das Gefühl hat, etwas Neues zu erleben. Genauso ging es mir mit diesem Buch. Zuerst war ich sehr skeptisch, denn die Geschichte, die hier erzählt wird, ist absolut politisch, was mir eigentlich nicht so liegt:

Fredrika arbeitet nach dem letzten Fall im Justizministerium. Gerade soll sie entscheiden, ob der Terrorverdächtige Zakaria Khelifi abegschoben werden soll, als die Meldung reinkommt, dass in einem vollbesetzten Flugzeug eine Bombendrohung gefunden wurde: Neben einer weiteren Forderung verlangen die unbekannten Entführer, dass Khelifi freigelassen wird. Sollte die Maschine landen, wird sie laut Erpresserbrief in die Luft gesprengt. Und so haben Alex Recht, der zu diesem Fall hinzugezogen wird, Fredrika und die Terrorismusexpertin Eden Lundell nur 24 Stunden Zeit, um sich eine Lösung einfallen zu lassen. Die Zeit ist knapp – insbesondere als sich herausstellt, dass der Co-Pilot des Flugzeugs der Sohn von Alex ist…

Die Geschichte liest sich unheimlich spannend und beklemmend gleichzeitig, was vermutlich vor allem daran liegt, dass Kristina Ohlsson selbst einige Jahre im Außenministerium und für das OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) gearbeitet hat. Sie weiß also, wovon sie hier erzählt. Umso verstörender ist es, wenn sie davon berichtet, dass die Berater der USA – dies ist das Ziel des Flugzeugs – bewusst wichtige Informationen, die das Leben vieler Menschen retten könnten, zurückhalten, nur weil sie politisch sehr brisant sind.
Trotzdem gelingt es der Autorin die Handlung und die Personen nicht nur in schwarz und weiß zu zeichnen, sondern den Figuren auch noch individuelle und menschliche Züge zu geben.

Wer wie ich zuerst glaubt, einen etwas trockenen Polit-Thriller zu lesen, wird schnell eines besseren belehrt. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und das bis spät in die Nacht hinein. Ich konnte einfach nicht aufhören und war wie gefesselt. Genau so muss ein gutes Buch sein!

“Himmelschlüssel” ist spannend, brisant, authentisch und hochaktuell. Kristina Ohlsson ist mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. 5 von 5 Sternen!


Jamies Quest: Aufgabe gesucht
Jamies Quest: Aufgabe gesucht
Preis: EUR 2,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 2,5 Sterne für eine tolle Idee, aber eine nicht ganz überzeugende Umsetzung, 12. Januar 2015
Ich lese selten Büchern von Self Publishern. Es kann gut sein, dass mir dadurch so manches Schätzchen durch die Finger geht, aber es gibt einfach auch sehr viel Mist auf dem Self Publisher Markt und vielen Büchern merkt man einfach an, dass sie nicht richtig lektoriert wurden. “Jamies Quest: Aufgabe gesucht” klang allerdings ziemlich gut und hatte vor allem fast nur gute Rezensionen. Ich war also sehr gespannt, ob ich mich den positiven Stimmen nach dem Lesen anschließen würde.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir angenehm leicht: Als Leser beginnt man erst gemeinsam mit Jamie in der realen Welt, bis man sich dann schon nach kurzer Zeit mit ihm in Brior, einer mittelalterlich anmutenden Stadt voller fantastischer Wesen wiederfindet. In der Realität wird Jamie oft von seinen Mitschülern geärgert, sogar verprügelt und ist alles andere als ein Held. Hier in Brior wird er als der neue Wanderer gefeiert und mit Respekt behandelt, Wanderer bringen schließlich immer etwas Gutes mit sich. Diese Idee hat mir gut gefallen. Ich habe es Jamie sehr gegönnt, aus seinem Schattendasein der realen Welt heraustreten zu können und zu zeigen, was in ihm steckt.

Insgesamt finde ich den ganzen Plot ziemlich gut: Jamie landet in Brior und soll eine dort eine Aufgabe erledigen. Leider ist ihm nicht mitgeteilt worden, welche das ist. Während er nun also versucht herauszufinden, was eigentlich seine Aufgabe ist, um dann endlich in die Realität zurückkehren zu können, wird dem Leser schon bald klar, dass Jamie große Gefahren drohen: nicht nur durch die monsterhaft großen Spinnen, sondern auch durch seine engsten Vertrauten.

Manch einer mag es schon geahnt haben: Es kommt ein Aber. Ein großes Aber! So sehr mir die Grundidee und die einzelnen Charaktere (nicht nur Jamie, sondern vor allem auch Hannes) gefallen haben, so sehr fehlt leider auch ein vernünftiges Lektorat. Ich kann gar nicht genau den Finger darauf legen, was mich besonders gestört hat, aber die Geschichte und die Erzählweise sind einfach nicht rund. Manche Erzählstränge sind in meinen Augen zumindest in diesem Band noch unnötig, andere hätten mehr Erklärung benötigt. Der Schreibstil war manchmal recht holprig, ich bin insbesondere über die Einbindung der Gedanken von Jamie gestolpert.

Mein Fazit: Ich wünsche Dominic und Cornelia Franke (einer noch sehr jungen Autorin und ihrem Mann) von Herzen, dass sich ein Verlag für “Jamies Quest: Aufgabe gesucht” interessiert, denn die Idee für die Handlung und die Welt in Brior und auch das Setting sind wirklich gut. Für meinen Geschmack war aber vieles noch zu unrund, sowohl inhaltlich als auch schreiberisch. Deswegen kann ich nur 2,5 von 5 Sternen geben.


Ich weiß, was du gestern gedacht hast: Roman (Heyne fliegt)
Ich weiß, was du gestern gedacht hast: Roman (Heyne fliegt)
von Sarah Mlynowski
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nette Idee, mir persönlich aber zu Hihschool-mäßig und belanglos, 11. Januar 2015
Geschichten, in denen eine Person plötzlich die Gedanken anderer lesen kann, gibt es einige. Doch dass eine große Gruppe Jugendlicher plötzlich die Gedanken anderer und damit auch die Gedanken von anderen Gruppenmitglieder lesen kann, war zumindest für mich eine neue Idee, die auch ein ganz anderes Potenzial bietet. So kann man ganze Unterhaltungen nur über die Gedanken führen, was durchaus praktisch wäre, wenn man denn seine Gedanken kontrollieren könnte. Nun aber hat keiner mehr ein Geheimnis. Alle wissen alles! Und nicht nur das: Jeder bekommt die Reaktion der anderen auf seine Geheimnisse mit.

Sarah Mlynowski hat eine nette kleine Highschool-Geschichte der anderen Art geschrieben: Natürlich geht es auch hier um Intrigen, Freundschaften, die erste Liebe… alles nichts Neues, doch dadurch, dass es keine Geheimnisse mehr gibt, hat man doch nicht das Gefühl, eine Geschichte zu lesen, die man schon durch zig Bücher und Filme kennt.

Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollends begeistern. Die Geschichte ist nett, aber in meinen Augen eher belanglos, was eventuell auch daran liegen kann, dass ich mit meinem Altern nicht mehr dem Zielpublikum entspreche. Der Schreibstil ist zunächst ungewohnt, da die Geschichte oftmals aus der Wir-Perspektive geschrieben ist – es gibt eben kein Ich mehr, sondern nur noch ein Wir. Andererseits ließ sich die Geschichte sehr flüssig lesen und ich hatte das Buch, obwohl es mich nicht total gefesselt hat, unheimlich schnell durch.

“Ich weiß, was du gestern gedacht hast” hat Stärken und Schwächen. Die größte Schwäche war für mich die Tatsache, dass mich die Geschichte nicht wirklich interessiert, geschweige denn berührt hat. Gut gefallen hat mir hingegen die neuartige Idee, dass eine Gruppe Jugendlicher die Gedanken aller Personen lesen konnte, und die schreiberische Umsetzung: Das Buch liest sich wirklich sehr angenehm. Insgesamt vergebe ich sehr gute 2,5 von 5 Sternen und empfehle das Buch vor allem jugendlichen Lesern.


Glaskinder
Glaskinder
von Kristina Ohlsson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für mich als Young-Adult_leserin nicht spannend genug, für junge Jugendliche aber sicherlich geeignet, 11. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Glaskinder (Gebundene Ausgabe)
Kristina Ohlsson ist den meisten Lesern sicherlich vor allem durch ihre Thrillerreihe um die Ermittler Alex Recht und Fredrika Bergmann bekannt. Ich habe bisher die ersten drei Bände (“Aschenputtel”, “Tausendschön”, “Sterntaler”) gelesen und sehr gemocht. Nun ist im Oktober 2014 mit “Glaskinder” das erste Kinder-/Jugendbuch der Autorin erschienen und ich war ganz gespannt, wie es mir gefallen würde.

Die Geschichte beginnt damit, dass Billie und ihre Mutter ein Haus auf dem Land besichtigen, in das sie vier Wochen später einziehen werden. Für Billies Mutter ist es ein Schritt zurück ins Leben, denn das alte Haus birgt zu viele Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann. Billie selbst fühlt sich von Beginn an unwohl in dem neuen Haus. Der Vermieter ist irgendwie komisch, verstrickt sich in Widersprüche und was Billie besonders merkwürdig findet: Warum hat die Familie, die vorher in dem Haus gewohnt hat, alle Möbel zurückgelassen?

“Auf dem Schreibtisch lag ein Malblock und Malkreiden und direkt daneben ein Stapel Zeichnungen. Es sah aus, als ob hier eben noch jemand gesessen und gemalt hätte, um dann einfach aufzustehen und zu gehen. Und nie wieder zurückzukommen.” (S. 11)

Die Merkwürdigkeiten häufen sich: Mal bewegt sich eine Lampe scheinbar ganz von alleine, dann stehen plötzlich Billies Bücher im Regal in einer ganz anderen Reihenfolge. Billies Mutter will von dem Unsinn nichts wissen, doch die Reaktionen einiger anderer Bewohner der schwedischen Kleinstadt zeigen dem Mädchen deutlich, dass sich Geheimnisse um das Haus ranken. Gemeinsam mit Aladdin, dem Nachbarsjungen, und ihrer besten Freundin aus der Stadt versucht Billie genau dieses Geheimnis zu lüften.

Ich weiß nicht genau, wie Kinder und Jugendliche diese Geschichte und das Geheimnis wahrnehmen. Gruseln sie sich sehr? Sind sie neugierig, welche Erklärung die Autorin ihnen bietet? Und sind sie mit der Auflösung zufrieden? Ich kann diese Fragen für mich nur mit einem klaren Jein beantworten.

Mir hat die Geschichte an sich gut gefallen und vor allem mochte ich die Atmosphäre, die die Autorin aufbaut. Ich konnte mir gut vorstellen, in einem heißen schwedischen Sommer in dem blauen Haus zu sein und plötzlich zu sehen, wie sich eine Deckenlampe von Geisterhand bewegt. Trotzdem fehlte mir irgendetwas beim Lesen. So richtig interessiert hat mich die Geschichte nicht. Die Auflösung ist zwar schlüssig und passt, aber sie hat mich auch nicht vom Hocker gehauen.

“Glaskinder”, das erste Jugendbuch von Kristina Ohlsson, konnte mich nicht ganz so überzeugen wie ihre Erwachsenenthriller. Zwar zeigt sie auch hier, dass sie toll und sehr bildhaft schreiben kann, und Billie ist eine sympathische Hauptfigur, aber mich interessierte das Geheimnis und seine Auflösung nicht genug. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass Buch insbesondere für jüngere Leser noch sehr viel Spannung bietet. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.


Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel: Band 2
Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel: Band 2
von Jonathan Stroud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein perfektes Jugendbuch, 11. Januar 2015
Geisterjagd, Abenteuer, geniale Identifikationsfiguren und ein gefangener Schädel, der versucht Unfrieden zu stiften – was will man mehr? Dazu kommt ein toller Humor und eine wirklich unterhaltsame Schreibweise des Autors. Schon hat man das vielleicht perfekte Kinder- und Jugendbuch gefunden!

Ich glaube, ein ganz besonderer Reiz dieser Bücher entsteht auch durch die Tatsache, dass in der Welt von Lockwood & Co Kinder und Jugendliche mehr können als Erwachsene. Denn nur sie sind fähig, die Geister zu sehen, spüren und zu hören. Das heißt: Immer wieder kommen Erwachsene zu den jugendlichen Agenten und bitten sie um Hilfe. Welcher jugendliche Leser findet das nicht toll?

Was mir persönlich an diesen Büchern ganz besonders gefällt, ist, dass sie einfach zum Schmökern gedacht sind. Es versteckt sich nirgendwo eine kleine Moral, es wird kein ernstes Thema behandelt. Die Lockwood & Co-Reihe scheint einzig und allein deswegen geschrieben zu sein, um Kinder und Jugendliche zu unterhalten. Toll! Von solchen Büchern gibt es leider viel zu wenige.

Ich mache es ganz kurz, denn meine Botschaft ist es eigentlich auch: Kauft dieses Buch! Schenkt es einem jugendlichen Leser, ob Junge oder Mädchen! Lest die Geschichte selbst! Verschwindet für einige Zeit in der von Geistern heimgesuchten Welt und verbringt dort einige aufregende Stunden! Nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger! 4,5 von 5 Sternen!


Hochverrat: Greatcoats
Hochverrat: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Es geht spannend weiter..., 14. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Hochverrat: Greatcoats (Broschiert)
Nachdem Falcio und seine Gefährten es geschafft haben, allen Widersachern zunächst zu entkommen, befinden sie sich jetzt auf der Flucht vor Trin und ihren Männern. Denn Trin möchte, wie von ihr und ihrer Mutter von langer Hand geplant, auf den Thron von Tristia steigen. Aline, die 13-jährige, uneheliche Tochter des verstorbenen Königs ist da natürlich im Weg. Um Trin auf eine falsche Fährte zu locken, trennt sich Falcio schweren Herzens von Aline und macht sich mit Brasti, Kest und Valiana auf den Weg zu Herzog Isault, um um Unterstützung zu bitten. Hierbei begleitet sie die junge Frau Dariana, die den Feinden den Eindruck vermitteln soll, dass sich Aline doch der Truppe angeschlossen hat.

Aline hat mir beim Lesen unheimlich gefehlt. Klar, sie taucht immer mal wieder kurz auf, aber da wir die Geschichte aus der Sicht von Falcio verfolgen und Aline ihn nun mal nicht begleitet, hat sie in diesem Buch einen relativ kleinen Anteil. Als “Ersatz” lernen wir Dariana kennen, die noch einige Geheimnisse offenbart: Sie ist ein sehr gute, aber auch unheimlich brutale und gnadenlose Kämpferin. Ich bin sehr gespannt darauf, zu erfahren, was sie so zynisch und hart hat werden lassen.

Schön ist, dass Brasti und Kest immer noch dabei sind, auch wenn ich gerne noch mehr der Neckereien und Wortduelle zwischen den drei Gefährten gelesen hätte. Was de Castell aber unheimlich gut gelingt ist, die tiefe Verbundenheit der Freunde darzustellen. Ich mag Geschichten, in denen es weniger um Liebe, als viel mehr um Freundschaft und das Wir-Gefühl geht.

Auch die Handlung bleibt spannend und dieses Mal, wie ich finde wenig vorhersehbar. Es gibt einige Entwicklungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und auf deren Auflösung ich schon gespannt bin. Außerdem gibt es noch einen weiteren Charakter, den ich jetzt schon ins Herz geschlossen habe (und das obwohl er ein Ritter ist, lieber Brasti). Ich hoffe sehr, dass er auch in den Folgebänden eine Rolle spielen wird.

“Hochverrat” kann zwar nicht ganz an “Blutrecht” heranreichen, das ist aber auch nicht weiter erstaunlich, denn der erste Band war einfach grandios. Auch das zweite Buch habe ich wieder sehr genossen, auch wenn mir der Wortwitz und die Rededuelle zwischen Falcio, Brasti und Kest etwas zu kurz gekommen sind. Ich freue mich, demnächst weiterlesen zu können, und vergebe 4 von 5 Sternen!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-19