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Rezensionen verfasst von
Sub_Rosa

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VOX Mini 3 G2 Black
VOX Mini 3 G2 Black
Wird angeboten von Musikhaus Kirstein GmbH
Preis: EUR 154,00

4.0 von 5 Sternen Perfekt für Summer-Jam oder Romantik-Stunden an Baggersee & Co., 17. September 2014
Rezension bezieht sich auf: VOX Mini 3 G2 Black (Elektronik)
Der kleine VOX hat einen riesigen Vorteil: Er lässt sich mit sechs herkömmlichen AA Mignonbatterien versorgen und spielt damit groß auf, wo weitaus bessere Amps passen müssen. Und das heißt vor allem Outdoor, fern jeder Steckdose. Und eben deshalb war die kleine Wunderkiste auch ein nie bereuter Spontankauf für z.B. das Üben am Rheinstrand an schönen Sommertagen, für die romantische Untermalung von Picknickstunden mit der Liebsten etc. - die Möglichkeiten sind ohne Zahl. Man kann auch mal nur spontan mit Gitarre und Amp im Kofferraum rumfahren und anhalten, spielen, wo man gerade Lust dazu verspürt.

Natürlich gibt es neben des Batteriefachs auch einen ganz normalen Anschluss für die Steckdose, sodass auch bei stundenlangen Sessions der VOX nicht verstummt. Die Batterien halten nach meiner bisherigen Erfahrung aber wirklich ausreichend lange und das heißt mehrere Stunden Dauerspiel.

Klangmäßig kann man hier natürlich keine Rekorde erwarten, die Abstriche sind im Vergleich zu großen Brüdern doch deutlich hörbar und zeugen von einer kleinen Box; aber hallo - dafür kostet der Winzling auch sehr wenig. In Sachen Preis/Leistung also ein echter Kauftipp. Recht maxi zeigt sich der Mini wieder auf der Ausstattungsseite. Über einen Regler z.B. lassen sich diverse Verstärkersounds simulieren, wie BTQ clean, Black 2x12, Tweed 4x10, AC15, AC30TB, UK 70s, UK 80s, UK 90s, Cali Metal, US High Gain. Es gibt einen Regler für Verzerrung, für Tone und natürlich für Volume. Effektsimulationen wie Tremolo, Chorus, Flanger und Kompressor schaltet ein weiterer Drehschalter dazu. Ein weiterer regelt diverse Delay-Einstellungen, wie Spring, Room, Tape-Echo, Analog-Delay. Weiter gibt es Regler für ein optional anschließbares Mikrofon, es gibt einen eingebauten Tuner, eine 3,5 mm Kopfhörerbuchse und - fürs Playalong - einen gleichermaßen dimensionierten AUX-Anschluss für externe Signalquellen wie iPhone & Co. Mehr Extras hat kein japanischer Kleinwagen. Nur klingt der bescheidener. Summa Summarum eine echte Wunderkiste für wenig Geld, die gerade dort groß aufspielt, wo andere mangels Steckdosenstrom schon lange schweigen.


Troy Stetina Barre Chords
Troy Stetina Barre Chords
von Troy Stetina
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inhaltliche Stärke krankt an schlampiger Umsetzung, 7. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Troy Stetina Barre Chords (Taschenbuch)
Dass es das Büchlein gibt ist aller Ehren wert und verdient sich dafür zusammen mit dem günstigen Preis schonmal zwei Sterne. Allerdings sehe ich - als deutscher Leser - zwei gravierende Minuspunkte und gebe daher auch zwei Sterne Abzug. Zum einen ist das Format des Breviers sehr unglücklich gewählt. Das extreme Hochformat in Verbindung mit relativ wenigen Seiten sorgt vielleicht dafür dass man das Heft gut in die Hosentasche stecken kann. Aber wer macht das schon? Braucht es das? Erkauft wird der sinnlose Vorteil durch ein aufgrund Hochformat in die Enge gequetschtes Layout und gestauchte, kurzzeilige Texte - so wird alles viel schwerer lesbar, Grafiken sind kleiner als sie sein könnten. Zudem wurde keine Spiralbindung verwendet, die ein Umklappen der Seiten erlaubt, sondern eine simple Klammerheftung, welche ein Umschlagen auch aufgrund des starren Covers unmöglich macht. Daher kann man kann das Heft beim Üben der Barreakkorde nicht aufgeschlagen vor sich hin legen, bräuchte neben zweier Hände zum Spielen noch eine dritte um das Heft aufgeschlagen zu halten. Für ein Werk, das doch dem Üben mit und am Instrument dienen soll, ein no go! Da hat garantiert keiner produziert der selber Musiker ist.

Zum zweiten Nachteil: Man sollte schon recht fit in Englisch sein und hier besonders auch firm im Wissen um anglizistische Gitarren-Fachtermini um sich einigermaßen leicht durch die Texte zu finden. Ich selbst tue mich leider sehr schwer damit und daher habe ich das Büchlein bis dato viel zu selten in die Hand genommen um etwas Nutzen daraus zu ziehen. So bleibt es zumindest für mich leider viel zu nutzlos obwohl zweifellos viel Wissenswertes darin steckt.

Derselbe Inhalt, aber ins Deutsche übersetzt und in ein Layout, ein Buchformat gegossen, das dem Inhalt Luft zum Atmen lässt, das sich zudem auch mal aufgeklappt auf Tisch oder Notenständer legen lässt. Dann würde es 5 Sterne geben. Man soll ja vielleicht angesichts des niedrigen Preises nicht meckern, aber ich tue es trotzdem. Denn wenn ein eigentlich nützliches Werk durch grobe handwerkliche Schwächen (des Verlages oder der Druckerei) so viel an Nutzen und Potenzial verschenkt, dann sind sogar die paar Euro noch zu viel.


Man on the Rocks
Man on the Rocks
Preis: EUR 11,99

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Brief an Mike, 24. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Man on the Rocks (Audio CD)
Lieber Mike, vor dem Schreiben dieser Rezi habe ich mir erstmal Zeit genommen und dein Album sacken lassen, mehrfach in Ruhe angehört. Als dein eingefleischter Fan hätte ich für dich zu gern eine jubelsturmartige Sofort-Rezi geschrieben - schon allein weil das Album endlich mal wieder ein musikalisches Lebenszeichen meines All-Time-Hero ist. Und weil es mal wieder Songs und kurze Stücke statt monumental-orchestraler Werke in epischer Breite sind. Aber was ich da hörte gab einfach keine jubelsturmartige Sofort-Rezi her, bedurfte des damit Auseinandersetzens weil es irgendwie nicht ganz so das war wofür ich dich so schätze, weshalb ich u.a. wegen dir den Weg zur E-Gitarre gefunden habe. Und leider blieb dieser Eindruck auch nach jetzt einigen Wochen bestehen. Sorry lieber Mike, aber teilweise ist dein neues Album kompositorisch allerbestens mauer Durchschnitt, am besten merkbar bei "Following the Angels". Dein Text einfallslos, deine Soli uninspiriert, die von dir geschaffene Melodie simpel - deinem wahren Können unangemessen.
Und so präsentiert sich auch über zu weite Strecken dein Album: maue Kompositionen ohne Pep im Arrangement, ohne Dynamik im Spiel, ohne das besondere Etwas. Das Mike, hätte fast sogar ich hingekriegt und das ist fürchte ich wohl das Schlimmste was ich darüber sagen kann. Es wird deinem Genius nicht gerecht. Der blüht leider nur in den beiden wirklich guten Nummern "Sailing" und "Man on the Rocks" auf. Das erstere ist ein toller Gute-Laune-Fußwipper und wird mein Sommerhit. Dein Titelsong mit tollem Thema, das leise beginnt und sich endlich mal dynamisch zum lauten Rocksong steigert. Auch wenn ich persönlich es gern zum Ende hin noch etwas rockiger gehabt hätte - warum bist du bei so einem Anlass nichtmal ein joint venture mit z.B. Metallica eingegangen - das hätte mal Pfiff gehabt auf deine alten Tage!
Überhaupt hast du dich auf deinem (!) Album leider sehr zurückgenommen, sodass das Ganze eher wie das Album deines Sängers rüberkommt. Nur in ein paar kurzen Soli hört man dich wirklich heraus. Dabei hören wir dir doch so gerne ein ganzes Album lang zu; mach das doch bitte beim nächsten Mal anders!

So kann ich dir dieses Mal leider nur drei Sterne am Himmel über deiner felsigen Insel scheinen lassen. Und das ist zu dunkel für einen Oldfield. Ein wenig durchscheinen dein Album, deine Kompositionen, hier und dort eine Art von Altersmüdigkeit, als wenn der Geist des Meisters langsam erlahmt, die schöpferischen Kräfte schwinden. Bitte belehre mich doch eines Besseren, belege beim nächsten Album dass auf deiner Felseninsel immer noch hell ein Leuchtfeuer brennt, das so viele musikalisch anzieht und leitet! Mache Songs auf "Man on the Rocks" zünden ja auch, schlagen Funken - lass wieder eine Flamme daraus werden, die ein ganzes Album erleuchtet!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2014 5:36 PM MEST


Schott NYC Herren Jacke LC3400, Gr. 52/54 (L), Schwarz (antic black)
Schott NYC Herren Jacke LC3400, Gr. 52/54 (L), Schwarz (antic black)

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Jacke, Größe beachten, Farbe altert nach, 3. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach gründlicher Recherche unter den bei Amazon angebotenen Schott Lederjacken (es sollte und musste eine Schott sein) fiel meine Wahl aufgrund des tollen Used-Looks auf das Modell LC3400.
Nun trägt der Rezensent üblicherweise die europäische Konfektionsgröße L bis XL, je nach Schnitt. Bei amerikanischen Kleidungsstücken fällt die Größe gewohntermaßen immer eine Nummer über der europäischen aus. Ein amerikanisches L wäre also in der Regel ein hiesiges XL. Aber keine Regel ohne Ausnahme und die bilden auf alle Fälle die Schott Jacken. Ich hatte vorsorglich XL bestellt (man zieht ja auch mal einen Pullover oder eine Strickjacke drunter) und XL kam auch. Nur musste ich mich in dieses XL reinquetschen und sah darin aus wie die Wurst in der Pelle, es dürfte sich um ein europäisches S/M gehandelt haben. Schade, denn die Jacke war 1a, der Used-Look klasse. Also zurückgeschickt und XXL bestellt, größer war nicht angeboten, dafür war die Jacke in dieser Konfektionsgröße sogar nochmal gut hundert Euro preiswerter. XXL kam heute und jetzt ist die Passform okay, wenn auch nicht üppig. Mit Strickware drunter wird es wohl schwierig werden aber für den Übergang und den Sommer reicht's. Nur ist dieses mal die "Waschung" eine völlig andere. Statt des tollen Used-Looks kommt die neu gelieferte Jacke fast völlig uni schwarz daher, es sind kaum abgetragene Stellen zu finden und die Optik sieht quasi "neuwertig" aus. Eigentlich ein kleines Manko für mich, da ich eben genau diese Jacke eben wegen der abgetragenen Optik ausgewählt hatte. Dafür gibt es an der Verarbeitung rein gar nichts zu mäkeln. Das Leder ist angenehm dick und wirkt extrem robust - da den Used-Look durch Tragen der Jacke nachzualtern wird schwierig werden. Ebenso sind Reißverschluss und Druckknöpfe unverwüstlich solide. Ein schöner Umstand, denn sogar namhafteste Hersteller von Mode oder gar Outdoor-Funktionsmode sparen leider genau an diesen Stellen, die irgendwann zur Sollbruchstelle mutieren und den Spaß am guten Stück nehmen. Aber hier wie gesagt alles erstklassig vom Außenmaterial über das Innenfutter bis zu vermeintlich unwichtigen Details. Die Taschen dürften etwas geräumiger sein aber tragisch ist das nicht.

Unterm Strich eine klasse Lederjacke in einer Robustheit von Verarbeitung, dass sie den Rezensenten vermutlich überleben und zum Erbstück werden wird. Nur entsprechen die vom Hersteller angegebene Größen in keiner Weise der Wirklichkeit. Unbedingt mindestens zwei oder drei Größen über der für Sie üblichen Konfektionsgröße wählen! Und die "Waschung" variiert mir viel zu stark, denn das Modell verändert seinen Gesamteindruck doch sehr durch entweder viel oder wenig used look. Etwas Toleranz ist ja okay aber diese Streuung ist zu heftig. Wegen dieser beiden Umstände gebe ich dann auch nicht die volle Sternzahl, auch wenn die Jacke selbst durch ihre Qualität zweifellos fünf verdient hat.

Nachtrag nach einigen Wochen des Eintragens: Zu meinem erfreulichen Erstaunen ist die Jacke in nur kurzer Zeit quasi von selbst nachgealtert und hat jetzt den gewünschten Vintage-Effekt. Offenbar war hier ein Farbüberschuss vorhanden, der sich durch normales alltägliches Tragen der Jacke verflüchtigt ohne dabei aber irgendwo auf Möbel, Autositze usw. abzufärben. Die überschüssige Farbe verschwindet einfach spurlos und zurück bleibt der coole Used-Look. Deshalb jetzt volle 5 Sterne für eine top Lederjacke, die schon manch bewundernden Blick auf sich zog :-)


Elysium [Blu-ray]
Elysium [Blu-ray]
DVD ~ Matt Damon
Preis: EUR 9,99

17 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Kunst bei der Unterhaltung, 27. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Elysium [Blu-ray] (Blu-ray)
Elysium - der Film - ist gar nicht unähnlich seiner Geschichte. Hier die superschöne Traum-Welt der elitären Superreichen auf Elysium, dort die Slum-Realität der massenhaften Ärmlichen auf der Erde. Hier die technisch superschön umgesetzte Traum-Bildwelt von Raumstation, Robots und Raumschiffen, dort die leider ärmliche Drehbuch-Realität mit wenig Tiefgang und so gar keiner Botschaft oder Aussage. Ein Manko, das sich in recht vielen aktuellen Filmen findet: Optik top, Story flop. So findet man seinen Spaß an Elysium auch nur dann, wenn man Augen und Ohren etwas Gutes tun möchte und das Hirn so lange Chips und Bier holen schickt. Denn Nachdenkenswertes, Sinn erweiterndes oder eine Art von Message findet man weder im Film noch in seinen Extras. Dass die soziale Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht, dass sich Gesundheit bald nur noch Wohlhabende leisten können - das ist ebenso verurteilenswert wie wahr wie nicht neu. Insofern zeigt uns Elysium nur eine Zukunft, in die wir heute schon auch ohne seherische Talente und gar gleich ohne Elysium einen wohl realistischen Blick werfen können.

Wenn also die Geschichte schon kein Ereignis ist, dann halt etwas zum audiovisuellen Happening. Da ist dann wieder recht viel geboten. Besonders natürlich in allen Sequenzen auf der paradiesähnlichen Raumstation mit ihren Villen, Pools, Androiden usw. Die Sequenzen auf der Erde zeigen dagegen nicht nur eine Öde, sie wirken auch so. Die Darstellung der Erde als Riesen-Favela sieht im Vergleich zur Elysium-Welt in ihren immergleichen staubigen Brauntönen einfach nur langweilig und eindimensional aus. Und frappant ähnlich dem was man aus dem Movie District 9 kennt. Klar soll diese arme Welt bewusst einfach aussehen - aber muss man sie deshalb auch in einfachen, sprich uninspirierten Kamerafahrten zeigen statt diese Welt handwerklich etwas peppiger herauszuarbeiten? Matt Damon, als armer und zudem tödlich verstrahlter Arbeiter aus der Masse, läuft durch dieses Mega-Township in einer Art Harnisch, der auf dem BD-Cover noch total cool aber im Film nur noch absolut lächerlich aussieht. Das sieht keine Spur aus nach Hightech-Krieger, eher nach Don Blech aus der Augsburger Puppenkiste. Auch hier eine Zweiteilung: Elysium und seine Robots - also alles was CGI ist - handwerklich top umgesetzt und aus der Feinkostabteilung, die reale Film-Ausstattung (Requisiten, Kostüme) und sämtliche Schauspielerleistungen nur vom Discounter-Grabbeltisch. Unverständlich, dass mit Matt Damon und Jodie Foster zwei ausgewiesene Klasse-Mimen für diesen Film gewonnen werden konnten. Der erste tapst mit einer Wäschespinne umwickelt umher, die zweite bekommt nicht den Hauch einer Chance aus ihrer flachen Rolle etwas Tiefgang und Zeichnung herauszuholen.

Und dann die Logik - keine Löcher sondern ein Vakuum wie im Weltraum. Einerseits schirmt sich das Elysium total von der verslumten Erde ab und genießt den Nimbus der Unerreichbarkeit. Andererseits schippern trotzdem täglich gekaperte Schiffe voller armer Seelen aus LA (warum eigentlich nicht sonst woher?) dort hoch wie nach Lampedusa und dringen problemlos ein. Erwischt sie das Elysium noch im Anflug werden ohne Skrupel alle Flüchtlingsboote zu Staub zerschossen, schaffen sie aber die Landung werden die Flüchtlinge nur recht human eingefangen und ohne weitere Repressalien wieder abgeschoben. Häh, wie passt das denn bitte zusammen? Genauso das politische System auf Elysium: da tritt für den Einzelfall eines kleinen lokalen "Aufstandes" aus Los Angeles das gesamte Kabinett zusammen und der Präsident überwirft sich wegen einer Alltagsgeschäfts-Lapalie (man darf sie im Rahmen des Geschehens als solche bezeichnen) mit der Außenministerin, die daraufhin einen Putsch anleiert und das große Ganze infrage stellt. Häh, wer würde denn für etwas Wichtiges wie Elysium so eine in sich instabile Regierung bilden oder wählen? Und ist das Elysium nicht das Elysium der gesamten Welt oder schwebt es ausschließlich über LA?

Fazit: Ein Film der sich einreiht in eine Schlange ähnlicher SciFi- oder Fantasy-Movies, bei denen das Hauptaugenmerk (welch trefflicher Ausdruck) auf dem Visuellen liegt und die Story nur vernachlässigtes Beiwerk ist. Brot und Spiele statt Aussage und Botschaft. Ein Movie bei dem vielleicht das Popcorn noch einige Zeit am Sofa haften bleibt aber der Film sicher nicht in der Erinnerung. Die Macher solchen filmischen Fast Foods sollten sich mal orientieren an wirklichen Sci Fi Movies wie z.B. Lautlos im Weltall, Logans Run, Moon, 2001, Fahrenheit 451 oder Soylent Green, wo der Blick in die Zukunft auch mit einer Aussage verbunden war, über die man in Zukunft nachdenken konnte und das auch gerne getan hat. Es mag subjektiv sein aber Sci Fi ist zumindest für den Rezensenten immer dann am besten wenn die Geschichte eine Parabel birgt, auf Fehlentwicklungen aufmerksam macht, zum Umdenken anregt. Bei Elysium ist diese Botschaft jedoch leider nur schwacher Aufhänger aber nicht staatstragend und schon gar nicht wird ein gangbar seriöser Ausweg aufgezeigt. Elysium ist Unterhaltung aber keine Kunst. Beides zu können ist die Kunst bei der Unterhaltung!


Escape Plan [Blu-ray]
Escape Plan [Blu-ray]
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 8,99

37 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zweitstimmen-Kampagne: wählt Danneberg!, 20. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Escape Plan [Blu-ray] (Blu-ray)
Ok, der Film ist ja ganz nett, manchmal etwas vorhersehbar (das wahre Wesen des Gefängnisses) und routiniert umgesetzte Action auf gutem Niveau. Auch wenn Arnie und Sly ausschauen wie zusammen gefühlte 200 Jahre Action-Erfahrung machen sie ihren Job noch recht gut, wenn auch stark an der Grenze zur Glaubwürdigkeit ihrer Rollen. Aber der schlechte Witz schlechthin ist die Synchro von Schwarzenegger. Als ob der Weihnachtsmann plötzlich in Grün daherkommt oder beim Staatsempfang Hot Dogs aufgetischt werden. Das geht ja mal gar nicht. Als Synchron-Stimme für den "Terminator" hätte man Spongebob nehmen können, der Effekt wäre kaum verheerender gewesen. Dieses Manko tritt den Film, so wie er aktuell daherkommt, völlig in die Tonne. Mit einer anständigen Synchro hätte ich drei Sterne gegeben, so nur einen und eine dringende Empfehlung, den Film schleunigst mit einer Arnie-Neusynchro zu versehen - und zwar der von Herrn Danneberg, auch wenn dieser hier quasi eine Zweitstimme abgeben würde, da er auch Stallone spricht. Im Moment aber stellt Escape Plan nur einen Ausbruch von Planlosigkeit bei der Besetzung der Synchronstimmen dar!


Frau Ella [Blu-ray]
Frau Ella [Blu-ray]
DVD ~ Matthias Schweighöfer
Preis: EUR 7,99

15 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nett ist der kleine Bruder von..., 3. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Frau Ella [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein weiterer netter Film aus Deutschland, wo solch kleine Komödien - oder wie bei Frau Ella Melodramen - derzeit so scheint es wie einst zu Ufa-Zeiten am Fließband produziert werden. Klein meint dabei, dass hier schnell abgedreht wird, das keine Riesenbudgets verbraten werden und dass diese Filme das Kino eigentlich nicht brauchen, eher fürs Fernsehformat gemacht sind. Und in ihrer Art eben sehr erinnern an die zahllosen kleinen deutschen Komödien der Kriegs- und Nachkriegszeit (z.B. Heinz Rühmann) oder an die einstigen US amerikanischen Srewball comedys bis hin zu den Walther Matthaus/Jack Lemmon Filmen. Wie schnell hier ein Film nach dem anderen ausgestoßen wird belegt als gutes Beispiel, dass im Kino-Vorprogramm zu Frau Ella schon Werbung gemacht wurde für einen noch neueren Schweighöfer-Film. Nun, das wäre ja nicht verwerflich wenn trotz der Quantität auch die Qualität stimmt. Aber tut sie das?

Bei Frau Ella jedenfalls sehe ich einen deutlichen Mangel an dramaturgischer Stärke - und gerade die sollte doch einen von Personen bzw. Charakteren getragenen Film ausmachen. Vielleicht genau deshalb weil es immer schneller gehen muss scheint keine Zeit mehr da zu sein um in Ruhe neue Gedanken und überraschende Situationen fürs Drehbuch zu entwickeln. Statt dessen greift man lieber auf genretypische Elemente und zigmal gesehene Situationen aus dem Storyboard-Standardrepertoire zurück. Sei es die Suche eines alten Menschen nach der Liebe der Jugend, sei es eine roadmovieartige Flucht durch halb Europa, sei es die Entwicklung des Hauptcharakters vom verantwortungslosen Hallodri hin zum verantwortungsvollen Jungvater usw. Zwischen solchem dramaturgischem Stehsatz bleibt bei Frau Ella leider kein Platz für etwas Neues, etwas Überraschendes, etwas bislang nie gesehenes oder gesagtes. Am Film dran bleibt man da eher, weil Matthias Schweighöfer wieder einmal äußerst sympathisch rüberkommt und es Spaß macht ihn spielen zu sehen. Ruth Maria Kubitschek agiert da als zweite Hauptrolle zwar unübersehbar mit sehr viel Freude, ihre Dialoge aber wirken doch sehr vom Papier abgelesen und übertrieben altklug. Und dass man ihr als altem Menschen vom Drehbuch so dummes Zeug andichtet wie nicht zu wissen was Döner ist, keine Chats zu kennen oder zu nutzen oder anderes: Hallo liebe Drehbuchschreiber, für wie dumm und weltfremd haltet ihr eigentlich heutige Senioren? Frau Ella so darzustellen als lebe ein betagter Mensch zwangsweise isoliert von den Veränderungen seiner Außenwelt empfinde ich fast schon beleidigend gegenüber dieser Gruppe von Mitmenschen. Einer Gruppe, die im Laufe ihres Lebens sicher schon Gelegenheit hatte Filme im Kino zu sehen, bei denen ältere Personen nicht als weltentfremdete Zurückgebliebene dargestellt werden. Das ist einer von zwei Punkten, die mir bei Frau Ella besonders negativ auffielen.

Der zweite Punkt? Der Film beginnt mit einer Sequenz, in welcher der Taxi fahrende Schweighöfer aus Unkonzentriertheit heraus einen heftigen Crash baut, der ihn direkt ins Krankenhaus befördert, wo er dann erstmals auf Frau Ella trifft und sich in der Folge rührend um sie sorgt. Nur: Während des Crashs saß hinten im Taxi ein Schweizer Geschäftsmann, der anscheinend zudem nicht angeschnallt war. Bei der gezeigten Art von Frontalzusammenstoß muss dieser Fahrgast ganz einfach schwer verletzt oder gar getötet worden sein. Viel schlimmer dran also als die liebe Frau Ella mit ihrem Kratzer am Auge. Trotzdem verschwinden dieser Fahrgast und sein Schicksal mit dem Crash aus dem Film. Schweighöfers Figur fragt nicht ein einziges mal nach ihm, geschweige denn kümmert sich um dessen doch wohl viel schlimmeres Los. Und auch weder Polizei noch Taxifirma arbeiten den Crash offenbar irgendwie auf - ganz abgesehen davon dass sich dessen Verursacher später ungefragt ins Ausland absetzt. Eine recht große Logiklücke und Drehbuchschwäche, das diesen Punkt wohl vergessen hat dem Publikum zu erklären oder in die folgende Handlung einzubauen. Schweighöfer hätte den Fahrgast ja zumindest am Schluss, geläutert und verantwortungsvoll geworden, mit einer Entschuldigung aufsuchen können. Aber leider war ihm der Mann, der durch sein Verschulden zu echtem Schaden kam, offenbar schnuppe - die Zufallsbekanntschaft Frau Ella dagegen animiert ihn zu fast seelsorgerischer Umsorgung. Hätte man besser lösen können und für mich ein weiteres Indiz dafür, dass man solche Details eben übersieht weil es mit der Produktion immer schneller gehen muss.

Was bleibt also nach dem Anschauen von Frau Ella? Das Gefühl eine leidlich unterhaltsame Durchschnittsgeschichte um das zwischenmenschliche Miteinander von Jung und Alt gesehen zu haben. Einen Film der weitaus mehr traurige als komische Momente hat und sich nicht festlegen kann was er sein mag. Ein wenig Roadmovie, vielleicht ein ganz klein wenig Komödie, aber mit Sicherheit ein großes Rührstück um die Versäumnisse eines Lebens. Für das Roadmovie aber fehlen die interessanten Episoden und Nebencharaktere auf der Strecke, für die Komödie fehlen die großen Lacher und für die Tragödie die wirkliche Tiefe, die zum Nachdenken anregt. So kommt der Film im Ganzen nicht über das Prädikat nett hinaus. Und hier sollte die immer schneller ausstoßende deutsche Film-Fabrik vielleicht mal innehalten und nachdenken ob man nicht weniger, dafür solider produzieren sollte. Vor allem was die Drehbücher angeht. Im Land der Dichter, Denker und Technologie-Erfinder sollte es doch möglich sein auch im Film neue Ideen zu entwickeln statt die schon lange nicht mehr taufrischen Genre-Stereotype des großen Hollywoodbruders nachzuahmen. Denn ohne Überraschendes, ohne Neues, ohne wirklich Starkes und nur fokussiert auf schnellen Output schafft man es nur zu netten Filmen. Und nett ist bekanntlich der kleine Bruder von...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 1, 2014 12:50 AM CET


Ben Hur [Blu-ray]
Ben Hur [Blu-ray]
DVD ~ Charlton Heston
Preis: EUR 7,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unvergängliches Monument für das Kino, 5. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ben Hur [Blu-ray] (Blu-ray)
Als mittlerweile fast 50jähriger hat man Ben Hur natürlich schon seit Kindheit zig male gesehen. Und doch sehe ich den Film heute mit anderen Augen denn als Jugendlicher. Viele Jahre galt mir Ben Hur nur als typischer Vertreter des Sandalenfilms - überladen opulente und oft idealisierend verkitschte Historienfilme in XXL-Ausstattung, wie sie Ende der 1950er Hollywood in Serie hervorbrachte. Und es ist keine Frage, dass Ben Hur auch alle Stilmittel des Genres aufweist: Massen an Statisten, riesige Kulissen, malerische Matte Paintings, viel zu amerikanisch aussehende Sexbomben-Darstellerinnen mit perfektem Make Up, ein monumental-orchestraler Soundtrack und einfache Gut/Böse-Zuordnungen in den Rollen.

Und doch steckt, schaut man wie ich heute genauer hin, in Ben Hur weit mehr. Zum Beispiel eine wahnsinnig eindrucksvolle schauspielerische Leistung von Charlton Heston. Sein Spiel, seine Gesten, sein Ausdruck, seine Sprache tragen den Film. Und Heston hat viel Gelegenheit, extrem gegenteilige seelische Zustände seines Parts auszudrücken, durchlebt seine Figur des Juda Ben Hur doch in mehreren Stunden Film mehrfach alle Höhen und Tiefen eines Menschenleben. Allein wenn der Fürst von Hur den Namen seines einstigen brudergleichen Freundes und heutigen erbitterten Widersachers ausspricht schwingt in diesem "Mesala" mehr Emotion und Ausdruck mit, als jeder nur mittelmäßig mit Talent beschenkte Schauspieler in einem ganzen Film mit Worten und Gestik über die Leinwand zu transportieren versteht. Das ist im Wortsinn ganz großes Kino! Heston lebt seine Rolle in jeder Sekunde und drückt dem Film seinen Stempel auf - wobei man aber auch den ebenfalls großartig agierenden Stephen Boyd nicht vergessen darf zu loben, denn eine so herausragend gespielte Heldenfigur wie Juda Ben Hur braucht eine auf Augenhöhe spielende dunkle Entsprechung. Und die Rolle des hasserfüllten Mesala, der selbst im Sterben noch unter größten Schmerzen dem früheren Freund eine letzte verbale Wunde schlägt, füllt Boyd mit Bravour aus. Erst durch seine Leistung kann Hestons noch größere Leistung richtig glänzen, entsteht als Nährboden großer Schauspielkunst aus der Feindschaft der Jugendfreunde ein tragfähiger Bogen dramarturgischer Spannung.

Leider wird im Allgemeinen der Film Ben Hur mehr oder minder eingedampft auf das spektakuläre Wagenrennen. Was schade ist und dem annähernd vier Stunden langen Monumentalwerk in keiner Weise gerecht wird. Denn der Film arbeitet nicht allein auf diesen einen Höhepunkt hin, ordnet nicht alles andere dieser Sensation unter. Er hat viele Einzelabschnitte eines Lebens zu bieten, von denen ein jeder für sich wie das Kapitel eines Buches eine eigene Geschichte trägt. Da gibt es die Zeit auf den Galeeren, in der Juda Ben Hur es schafft, nicht nur der Sklaverei zu entkommen sondern im selben Moment auch die väterliche Liebe eines römischen Konsuls zu gewinnen, der ihn an Sohnes statt annimmt. Mithin keine alltägliche Geschichte in der Geschichte, die hier erzählt wird. Der Jude und Galeerensklave Ben Hur, allem Römischen abgetan, rettet erst den Galeeren-Befehlshaber und Römer, folgt ihm nach Rom und wird selbst zumindest ein Stück weit ein Römer. Freundschaft und Liebe überwinden den Hass und ethnische Gräben. Eine schöne filmische Aussage - und ganz ohne dass sie von Regisseur William Wyler mit dem moralinsaueren erhobenen Zeigefinger vermittelt wird, sie läuft einfach so mit.

Dann gibt es die Zeit im arabischen Lager, wo Juda Ben Hur zum Wagenlenker wird und die interessante Figur des clever-gewitzten Scheichs Ilderim in den Film eingeführt wird. Hier wird der Film stellenweise etwas komödiantischer, wobei es neben all der Dramatischen Episoden gut tut, wenn auch mal geschmunzelt werden darf. Aber es bleibt eben eine weitere Geschichte in der Geschichte und der Film kippt an dieser Stelle nicht ab ins humoristische Fach. Denn gleich danach wartet mit dem großen Wagenrennen wieder die nächste dramatische Episode.

Als sehr geschickt eingebautes Element, das die einzelnen Episoden aus denen der Film besteht verbindet, dienen die verschiedenen Aufeinandertreffen Juda Ben Hurs mit Jesus Christus und dessen Lebens- und Leidensweg. Durch diese zufälligen Begegnungen zweier Männer - hier der mit dem Siegerlorbeer des Wagenlenkers bekränzte Ben Hur, Gott seines Volkes für einen Tag und dort der mit der Dornenkrone bekränzte Zimmermann, Gott seines Volkes für alle Zeit - erfährt die Figur des Ben Hur eine wichtige Wandlung. Ben Hur erlebt durch Jesus am eigenen Leib dessen Werte wie Mitgefühl, Vergebung, Nächstenliebe auch für den Feind. So enden rund vier Stunden monumentalen Films auch in den Worten Ben Hurs, dass dieser Mann ihm mit seinen Worten das Schwert aus der Hand genommen hat. Das Wort ist mächtiger als das Schwert, Vergebung ersetzt Rache und schenkt den Menschen Frieden, auch den inneren. Auch wieder eine schöne Aussage und auch wieder subtil eingeflochten, nicht gezwungen aufgedrückt!

Fünf Sterne kann man dem Film für vieles geben, sie würden sich wohl zu zwanzig oder dreißig aufsummieren. Und doch packe ich nochmal fünf drauf. Diese sind für die überwältigend gute technische Umsetzung des alten Filmmaterials auf BluRay. Hier wurde großes geleistet um ein absolut tadelloses knackscharfes Bild zu präsentieren, in dem die Technicolorfarben strahlen wie gestern erst aufgenommen, weder Kratzer zu sehen sind noch irgendein Rauschen selbst in dunklen Szenen auffällt. Auch der Ton hält mit; man achte darauf nur mal beim Wagenrennen oder auch in der Kreuzigungsszene Jesu mit dem anschließenden Gewittersturm. Wahnsinn was hier noch mit solch altem Material technisch geht!

Fazit: Wer diesen Film nicht kennt hat einen absoluten Höhepunkt des Kinos verpasst. Wer den Film nicht versteht ist entweder wie ich damals zu jung dafür oder kann ihn zum Anlass nehmen seine diesbezüglichen Antennen zu verfeinern. Wer die BluRay nicht hat sollte diese Lücke im heimischen Regal tunlichst schließen, denn besser als hier geboten ist dieses filmische Meisterwerk nicht zu erleben! Vom Rezensenten eine tiefe Verbeugung für die damals rund um den Film Agierenden und auch eine in Richtung der heute für diese technisch brillante BluRay Verantwortlichen.


Sinister [Blu-ray]
Sinister [Blu-ray]
DVD ~ Ethan Hawke
Preis: EUR 9,99

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hoch gelobt und doch nicht ganz das Wahre., 21. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinister [Blu-ray] (Blu-ray)
Aufgrund der überwiegend guten bis sehr guten Rezensionen war ich als Freund guter Gruselfilme auf Sinister sehr gespannt. Und der Anfang der in Sachen Bild/Ton technisch über alle Zweifel erhabenen BluRay ist auch sehr vielversprechend. Das Thema Snuff-Movie wie gesehen umzusetzen und in einen Film einzubetten ist clever und die zu sehenden Bilder sind auch recht verstörend. Und doch deckt Sinister schon am Anfang zu viel von dem auf, was einen später an Handlung erwartet. Mal wieder zieht am Filmbeginn eine amerikanische Familie in ein Haus ein in dem es spukt bzw. das eine blutige Vergangenheit besitzt. Und kaum ist man im Film drin wird durch den Fund und das Anschauen der (natürlich mal wieder auf dem Dachboden) gefundenen Snuff-Movies klar, dass der kommende Horror stets über genau solche Familien herfällt wie die Neuankömmlinge. Und mal wieder stehen besonders die Kinder im Zentrum der unerklärlichen Vorgänge. Wer also schon wenigstens zwei Movies aus der langen Reihe ähnlich aufgebauter Gruselfilme gesehen hat weiß schon recht genau, was kommt. Der Überraschungseffekt hält sich also in engen Grenzen - auch und besonders beim durchaus absehbaren Finale, das keineswegs so überraschend daherkommt wie oft zu lesen. Eher ist auch das, was man sich da ausgedacht hat, eher Durchschnittskost in puncto Einfallsreichtum.

SPOILER: Schön wäre es gewesen wenn die Natur des Dämons gegen Ende besser aufgeklärt worden wäre. Im Grunde wirkt der Boogie-Man nicht wirklich dämonisch oder bedrohlich. Er spricht nichts, er tut fast nichts, er steht im Grunde mehr oder weniger nur in der Gegend rum oder dient als Mittel für ein paar natürlich mal wieder mit lautem "Zusammenzuck-Sound" untermalte, effekthascherische Hui-Buh-Einlagen. Als der im Film dargestellte antike Unterwelt-Dämon, abgrundtief grausam und seit Jahrtausenden Fluch der Menschheit, kommt er jedenfalls nicht über den Schirm. Eher als Typus leicht durchgeknallter Nachbarschafts-Schreck mit 5-Dollar-Horrormaske aus dem Halloween-Shop. Da konnte man schon jede Menge besserer bad guys sehen! Zudem outet Sinister am Ende die vermissten Kinder als vom Dämon geleitete Missetäter und belegt dies durch nachgereichte Filmschnipsel der Snuff-Movies. Ein schierer Witz: Wie bitte soll es ein acht- bis zehnjähriger Pimpf schaffen, die ganze Familie zu fesseln, in Autos zu schleifen, auf Liegen zu binden oder ohne jede Gegenwehr gefesselt mit Sack auf dem Kopf unterm Baumel-Baum strammstehen zu lassen? Und wo nimmt der Pimpf bitte die Kraft her, die schweren Liegen samt erwachsenen Personen darauf in den Pool zu ziehen, den dicken Ast durchzusägen - noch dazu in dem schnellen Tempo wie zu sehen? Das wird nicht erklärt, ist ebenso unausgegoren wie hanebüchen und eine echte Schwäche im Drehbuch. SPOILER ENDE.

Spaß mach Sinister trotzdem dank einiger netter Einfälle wie den grusligen Snuff-Movies oder den sich plötzlich bewegenden Fotos auf dem Laptop. Und dank einiger wirklich gut gespielten Sidekicks wie dem Sheriff und Deputy-Sheriff. Die belegen zwar nur kleinere Nebenrollen aber beweisen darin mehr schauspielerischen Ausdruck als der durchweg etwas blass agierende Familienvater/Hauptdarsteller. Dass der im zunehmend spukbelasteten Haus nachts ängstlich durch dunkle Zimmer tappt statt einfach mal das Licht anzumachen ist sicher mehr der von der Regie gewünschten Gruselstimmung geschuldet denn menschlicher Logik. Im Hellen könnten sich die herumspringenden Geister (die Kids sehen leider statt überzeugend gruslig vermodert eher aus wie am Schminktag im Kindergarten) ja auch nicht so leicht heranpirschen und in Hui-Buh-Manier auftauchen/verschwinden. Da hat man es sich mit der praktischen Dunkelheit genretypisch mal wieder einfach einfach gemacht.

Fazit: Sinister unterhält und reizt durch die Einbindung der Snuff-Movies, ist aber weit entfernt von einem Meisterwerk oder der Liga in der z.B. Fall39, Orphan oder The Awakening spielen. Dafür leistet sich Sinister zu viele unlogische Dinge, setzt zu viele stereotype Elemente des Gruselgenres ein und ist vom Start weg einfach einen Tick zu vorhersehbar. Grusel-Mittelklasse, enttäuscht nicht, reißt nicht vom Hocker.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2013 1:24 PM MEST


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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der doppelte Absturz eines Piloten, 19. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flight [Blu-ray] (Blu-ray)
Kann eine Heldentat heldenhaft sein, ist sie weniger wert wenn sie unter Drogeneinfluss zustande kam? Darf allein ein cleaner Retter die zweifellos angebrachte Anerkennung für sein Meisterstück erhalten? Ist der Drogenkosum des Pilot unwichtig oder ursächlich für das Desaster, aus dem er zig Menschen durch großes fliegerisches Können führt? Hat er im Moment der Wahrheit Leben gerettet oder durch seine Sucht permanent latent Leben gefährdet?

Aus diesem nachdenkenswerten Ansatz, bei dem man durchaus verschiedene Standpunkte vertreten kann, machen Regisseur Robert Zemeckis und eine Riege erstklassig agierender Schauspielerinnen und Schauspieler ein fesselndes Absturz-Drama, das zwei Aspekte aufgreift und verfolgt (Achtung SPOILER). Im Mittelpunkt steht die starke Drogenabhängigkeit des von Denzel Washington verkörperten Piloten und dessen schwierigem Umgang mit der Sucht und deren negativen privaten wie beruflichen Folgen. Der zweite Aspekt ist der versicherungstechnische, rein rechtliche des Absturzes, und damit die Fragestellung des Eingangsabsatzes dieser Rezension. Wer bezahlt für den Absturz? Bei wem liegt die Schuld? Natürlich spricht gänzlich unbestreitbar rein alles für einen mechanischen, technischen Defekt des Flugzeugs. Somit müsste der Flugzeughersteller bezahlen und der Pilot wäre ein Held. Leider aber macht sich eben jener Held durch seinen nachweisbaren Alkoholkonsum während des Fluges angreifbar und wird zur willkommenen Zielscheibe, zum argumentativen Schlupfloch der Versicherungs-Gegenpartei. Es spielt dabei rein faktisch überhaupt keine Rolle ob der angetrunkene Captain das fliegerische Meisterstück trotz oder vielleicht sogar wegen seines Zustandes fertig brachte oder ob der Absturz durch mechanisches oder aber menschliches Versagen verursacht wurde. Der Pilot war während des Vorkommnisses angetrunken und dieses Argument sticht für die Versicherungen und die untersuchende Kommission alles andere aus - mit dem Recht auf ihrer Seite aber auch zu Recht?

Ganz hervorragend dargestellt ist der fast schon naive Versuch des Piloten, nach dem ersten Auftauchen von Verdachtsmomenten für seine Trunkenheit während des Absturzes alle Missbrauchsspuren zu beseitigen und trocken zu wirken. Als ob es eine Rolle spielen würde wenn er damit Erfolg hätte - es wurde ihm direkt nach dem Absturz im Krankenhaus Alkohol im Blut nachgewiesen und nur der Absturz zählt für die versicherungstechnische und kriminalistische Aufarbeitung. Zudem zeigen die Ermittlungen, das ein Mitglied der Crew einige später unter den Trümmern der Maschine gefundene Wodkafläschchen während des Fluges geleert haben muss. Es steht also schlecht um den Piloten Whip Whitaker. Wenigstens stellt ihm ein gütiges Schicksal einen fähigen Anwalt zur Seite, der mit großem Geschick die Werte der genommenen Blutprobe anzweifeln und entwerten kann. Für Whip Whitaker die unbezahlbare Chance aus der Sache als Held und nicht als wegen Totschlags verurteilter Junkie hervorzugehen. Doch dazu bräuchte der Anwalt, um seinen Klienten nach Außen glaubhaft clean scheinen zu lassen, einen trockenen Whip Whitaker. Und die dazu nötige Willenskraft bringt der Mann, der durch Willenskraft und Befähigung fast 100 Menschenleben rettete, trotz manch schwacher Versuche des Kampfes nicht auf. Auch nicht als er die Hilfe und Liebe einer ebenfalls drogenabhängigen Frau erfährt, die er während seines Krankenhausaufenthalts im Rahmen einer klasse gespielten Treppenhausszene kennenlernt. Diese Frau kämpft sich mit viel Willenskraft aus ihrer eigenen Heroinsucht heraus - so viel Willenskraft, dass sie genug davon übrig hat um auch Whip Whitaker mit aus dem Strudel ziehen zu wollen. Letztlich aber reichen alle Kraft und alle Liebe nicht aus einen Mann zu retten, dem Kraft und Willen zur Rettung fehlen, bei dem scheinbare kleine Erfolge nur riesige Rückschläge nach sich ziehen.

Am Ende erleidet der Pilot zwei Abstürze. Den fliegerischen meistert er mit Bravour, dem menschlichen hat er nichts entgegen zu setzen. Und doch landet er selbst auf diesem Feld einen kleinen Erfolg. Denn im alles entscheidenden Moment vor der Kommission, die den Unfallhergang der von Whitaker gesteuerten Maschine untersucht, wählt der dank guten Anwalts fast schon reputiert scheinende Pilot nicht den sich auftuenden leichten Weg der juristisch rettenden Unwahrheit sondern den schweren Weg heraus aus dem immer größer werdenden Berg der Lügen und Selbstlügen. Er bekennt sich vor dem Ausschuss schuldig als Alkoholiker, was in diesem Fall einem schuldig als Unfallverursacher gleichkommt, auch wenn die Wahrheit völlig anders aussehen mag. Doch will Whitaker nicht leben mit einer weiteren Lüge, welche den während des Fluges nachgewiesenen Wodkakonsum posthum auf eine beim Absturz getötete Stewardess abgewälzt hätte. Nicht irgendeine Stewardess sondern seine Geliebte. Der Film endet mit einem unehrenhaft suspendierten Piloten im Gefängnis. Gefangen und doch frei - frei von seiner Sucht und frei von einer auf Selbstlügen aufgebauten Welt. Schließlich sogar versöhnt mit seinem Sohn, der sich mitsamt seiner Mutter lange zuvor vom drogenabhängigen Vater distanzierte. Insofern bietet Flight ein kleines und bescheidenes happy end. Ob die Rolle des Piloten Whitakers nun heldenhaft oder unverantwortlich zu bewerten ist, dafür lässt Flight dem Zuschauer Platz für verschiedene Ansichten. Der Pilot Whitaker jedenfalls bewältigt seine schwerste Prüfung ganz am Anfang, der Mensch Whitaker erst ganz am Ende.

Kurz zur Technik der BluRay: super scharfes und sauberes Bild, schön natürlich wirkende Farben, nur manchmal zu erkennende CGI-Effekte. Die Kameraarbeit ist geprägt von angenehm ruhigen Einstellungen und Schnitten ohne Hektik. Ausgenommen davon ist natürlich die famos umgesetzte Absturzsequenz am Anfang des Films, bei der man nur hofft so etwas nie selbst erleben zu müssen. Zum tollen Film passt der hervorragende Soundtrack, der sich nie aufdrängt sondern nur dort unterstreicht wo er soll. Alles in allem ein prima Gesamtpaket von Film: gute und interessante Story, klasse Schauspieler (John Goodman erinnert in seiner Rolle als Dealer lustigerweise sehr an Walter aus The Big Lebowski) bis in die Nebenrollen, gute Dialoge bei denen man gerne zuhört, schöne Kameraeinstellungen, toll abgestimmter Soundtrack und Bild sowie Ton ohne jeden Makel.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 21, 2014 5:39 AM CET


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